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Full text of "Handbuch deutsche Musiker 1933-1945"

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Fred K. Prieberg 

Handbuch 
Deutsche Musiker 
1933-1945 



Dieses Werk basiert auf dem Material von Recherchen in zahlreichen 
Städten der BRD sowie u. a. in Amsterdam, Krakau, Linz, London, Prag, 
Stockholm, Strasbourg, Warschau, Wien, Zagreb, Zürich. Ihm liegen viele 
Tausende Dokument- und Werkkopien zugrunde, ferner Informationen 
aus postalischen und telefonischen Anfragen. 

Zeitraum der Recherchen: 1956 - 1993. 

Zeitraum der Niederschrift mit Nachträgen, Redaktion, Korrektur: 
Aupres des Zombry, 23. Juli 1993 - 15. August 2004. 

Technische Umsetzung: Oliver Kopf, Kiel. 


Vorliegende Version: 1 - 11/2004 


Angestrebt ist die Publikation als "work-in-progress"; damit wird jede 
herausgegebene Version alle weiteren Ergänzungen, Modifikationen und 
Korrekturen, also den jeweils aktuellen Sachstand enthalten. 

Zur Aktualisierung können Benutzer natürlich beitragen. 

Information und Kontakt: 

Oliver Kopf, c/o Musikwissenschaftliches Institut der Christian-Albrechts- 
Universität, Olshausenstr. 40, D-24098 Kiel, E-Mail: Oliver.Kopf@arcor.de 


Zur Beachtung 

Diese CD-ROM ist kein Handelsobjekt, also nicht käuflich zu erwerben; 
sie ist eine nicht rückrufbare Dauerleihgabe gegen Schutzgebühr, 
bleibt formell im Eigentum von Fred K. Prieberg und kann daher 
weder verkauft noch entgeltlich verliehen, übersetzt, bearbeitet oder 
sonstwie kommerziell verwertet werden, sondern dient der Informa¬ 
tion aller musikhistorisch und musikpolitisch Interessierten und der 
Förderung der Wissenschaft. Deswegen darf die Benutzung von 
Exemplaren in öffentlichen Archiven oder Bibliotheken weder direkt 
noch indirekt von Gebührenzahlung abhängig gemacht werden. Alle 
Rechte verbleiben bei Fred K. Prieberg oder seiner Rechts¬ 
nachfolgerin. 

© Fred K. Prieberg, 2004. 





Inhalt Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 3 


Inhalt 

Vorwort . 4 

Abkürzungen . 14 

Politisches Kalendarium . 31 

Lexikonteil 

A . 37 

B . 203 

C .865 

D .932 

E . 1280 

F. 1523 

G . 1889 

H . 2575 

I . 3262 

J . 3358 

K . 3491 

L. 4059 

M . 4383 

N . 4784 

0 4983 

P . 5075 

Q . 5357 

R . 5364 

S . 5978 

T . 7137 

U . 7279 

V . 7337 

W . 7450 

Z . 7945 

Anhänge 

Archiv-Inventar Deutsche Musik 1933-1945 . 8029 

NSDAP-Mitglieder . 9416 

Informationshelfer . 9463 


































Vorwort 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


4 


Vorwort 

Bis zur Katalogisierung jener Musikwerke, die charakteristisch waren für 
die französische Revolution ab 1789, verstrich rund ein Jahrhundert. Dabei 
währte jene Epoche auch nur ein Jahrdutzend und erbrachte längst nicht eine 
solche Fülle kreativer Echos auf die politische Situation wie die zwölf Jahre NS- 
Regime. Die Gründe dafür können hier nicht untersucht werden. Doch scheint 
ganz generell eine typische Psychologie der "Erben" darauf hinzuarbeiten, 
politische Prostitution von Künstlern rasch vergessen zu machen, Information 
zu vernichten oder vorzuenthalten und sich selbst gegen eine wissen¬ 
schaftliche Vergegenwärtigung solcher Ausnahmesituationen bis aufs Äußerste 
zu sträuben. 

Die Entstehung dieses Werks, würde seine Geschichte denn je 
geschrieben, war immer wieder gebremst, belastet und verteuert durch 
bürokratische Machenschaften, die bisweilen an Debilität grenzten. Handelt es 
sich um Versuche, das "garstige Lied", das politische nämlich, ein für allemal 
aus der Geschichte zu entfernen, also Täterschutz zur Methode zu machen? 

In diesem Zusammenhang befremdet das Verhalten der deutschen 
akademischen Musikwissenschaft, die sich politischer Verpflichtung entzog und 
jeden Versuch kritischer Aufarbeitung jahrzehntelang vermied - nicht zuletzt, 
weil sie sich mit den NS-Tätern gemein gemacht hatte. Zudem war sie - mit 
wenigen Ausnahmen - nicht imstande, fachübergreifend historisch zu arbei¬ 
ten. An Aufdeckung der Kumpanei zwischen Musikologie und NS-Macht blieb 
man lange uninteressiert. Schließlich hielten zahlreiche "Kollaborateure" noch 
Jahre nach 1945 universitäre Spitzenpositionen besetzt. Der Nachwuchs, auf 
Karriere bedacht, scheute deren Repressalien und bremste also lieber etwaige 
aufklärerische Gelüste. Dies war die Stunde der Außenseiter. So etwas paßte 
vielen etablierten Musikologen aber gar nicht: 

"Die ersten Darstellungen (...) stammten von Journalisten und Wissen¬ 
schaftsjournalisten (Josef Wulf 1963, Fred K. Prieberg 1982 u. a.); sie waren 
defizitär in mehrfacher Hinsicht: Einmal stellten sie die Verstrickungen als Teil 
einer staatlich verordneten und gelenkten Deformierung der gesamten 
Musikkultur dar, also unter einem zugleich unspezifischen und eingeengten 
Blickpunkt, zweitens stellten sie sie als Verstrickungen von Einzelpersonen 
dar; drittens hatten sie eine allzu schmale und ungesicherte Materialbasis, 
viertens ließen sie sich von (nur allzu verständlicher) moralischer Empörung 
leiten, hinter der die methodische Stringenz gelegentlich zurücktrat" (Ludwig 
Finscher: Musikwissenschaft und Nationalsozialismus. In: Gesellschaft für 
Musikforschung. Musikforschung Faschismus Nationalsozialismus. Referate der 
Tagung Schloß Engers. 8. bis 11. März 2000. Mainz, 2001. S. 1). 

So legt ein zu spät gekommener Nachwuchsprofessor, Lehrstuhlhalter in 
Heidelberg, Experte für die Epoche Josquins, Herausgeber einer zentralen 




Vorwort 


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Musikenzyklopädie, die Bremser-Mentalität des Establishments offen. Die 
genannten Autoren als "Journalisten" herabzusetzen, ist Malice, zudem 
Unwahrheit. Wulf war 1963 bereits anerkannter Historiker und dokumentierte 
zudem lediglich den antisemitischen Komplex des NS-Musikbetriebs; Prieberg 
konnte 1982 mehr als ein halbes Dutzend Musikbuch-Publikationen vorweisen. 
Beide arbeiteten mit einer exemplarisch sicheren und reichen Materialbasis, 
wie ein Musikologe sie sich noch heute nur erträumen kann. Finscher schweigt 
zudem die frühen Autoren der Opferseite tot, nämlich H. H. Stuckenschmidt 
("Melos" Nr. 1, Jan. 1946; "Forum" IX/108, Dez. 1962, und X/109, Jan. 
1963), privat auch Prof. Dr. Siegfried Borris und Dr. Hans Curjel, Dr. Ernst 
Kroll ("Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte", Juli 1959) und Dr. Heinrich 
Strobel, sämtlich ausgewiesene Musikhistoriker. Sie waren die ersten und 
wirkten entsprechend anregend auf die nun Diffamierten. Finschers Äußerung 
schmeckt nach Absicht; Meinungsmache und Unwahrheit schließen historische 
Wissenschaftlichkeit jedoch aus. So einer merkt gar nicht, daß er sich den 
Verdacht aufs hohe Katheder holt, seine Selbsteinschätzung sei defizitär und 
die Attacke könne vom Neid des Zuspätgeborenen diktiert sein. 

Tatsächlich hatte sich Prieberg seit Jahrzehnten intensiv bemüht, 
Interesse für den Stoff wachzurufen. Sein "Lexikon der Neuen Musik" 
(Freiburg/München, 1958) bot bereits einen Artikel "Kulturpolitik" (S. 238- 
251); 1961 folgten von Radio Bremen zahlreiche Halbstunden-Sendungen 
über "Musik und Politik", 1962/63 mehrere von Deutscher Welle und 
Bayerischem Rundfunk, 1963/64 - wieder von Radio Bremen - zehn 
halbstündige Folgen über "Musik im Dritten Reich". Weitere Sender folgten. 
Ob am Ende akademische Musikwissenschaftler nicht Rundfunk hören...? Aber 
selbst die beiden ersten - freilich lamentabel unzulänglichen - Dissertationen 
der siebziger Jahre in den USA über Musik im NS-Staat interessierten hier nur 
beiläufig. 

Diese Arbeit bedurfte, um fundiert zu sein, der Unterstützung von 
Archiven und Dienststellen des Bundes, der Länder und Gemeinden, von 
öffentlichen Bibliotheken und zahlreichen Privatleuten. Allerdings sitzt in den 
Behörden der Exekutive und Judikative ein gewisser Prozentsatz von Personal, 
das sich immer gleichen bürokratischen Abläufen so perfekt angepaßt hat, daß 
es diese verinnerlicht hat und - wäre die erforderliche Intelligenz selbst 
vorhanden - denkfaul geworden und daher nicht mehr imstande ist, neue 
Situationen intellektuell zu meistern, wirklich Dienst zu leisten. Diese 
Menschen ziehen ihr - wenn auch noch so ersichtlich falsches - Verständnis 
des Gesetzes der einfachsten und dennoch legalen Lösung vor, da dies 
eigenes Denken erspart. 

Das Handbuch - orientiert nicht an Prominenz, sondern an politischer 
Präsenz im Musikbetrieb - erinnert an rund 5500 Persönlichkeiten und Zehn¬ 
tausende von Werken, nennt jedoch auch anscheinend harmlose Volkslieder, 
wo deren ursprüngliche Funktion durch die Rekrutierungen zum Militär einst - 
lange vor 1933 - abhanden kam, weil die Soldaten diese Titel nun als 
Hoffnungsträger - "Heimatlied" und Identifikationsstütze in der kriegerischen 




Vorwort 


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Fremde - ideologisierten. Derart verwandelten sich viele "zivile" Volkslieder 
unter dem Zwang der Aushebungen in Soldatenlieder. Die Liederbücher des 
NS-Staats druckten so etwas gern nach. Denn solches "Liedgut" spielte 
zwischen 1933 und 1945 abermals - und nun mit voller Absicht der 
Herausgeber - eine politische Rolle. Über die Musik hoffte man, wesentliche, 
vor allem "metaphysische" Inhalte der Ideologie vermitteln zu können. 

Die Urheber der meisten Texte und Kompositionen - unabhängig von 
der zumeist jammervollen Qualität - waren willige Helfershelfer der NS- 
Politiker. Nur in wenigen Fällen setzte politische Moral das Eigeninteresse 
matt. Dieses Engagement begann, scheinbar harmlos, mit der positiven 
Selbstdarstellung: "Wir Deutsche" sind die Größten ("Über alles in der Welt"), 
die Tüchtigsten, Tapfersten, Siegreichsten - in penetranter Wiederholung, 
sogar noch im Angesicht der ersten Kriegsniederlagen, verlogene Werbung für 
Todesbereitschaft inbegriffen. Die Urheber arbeiteten derart mit in einem 
System der propagandistischen Täuschung und Selbsttäuschung. Das lag 
allerdings nahe, weil Musik generell dazu herhalten mußte, den nationalen 
Minderwertigkeitskomplex nach dem Verlust des ersten Weltkriegs zu 
kompensieren. 

So wenig die psychologisch bedenkenswerte Frage zu beantworten ist, 
weswegen es kein Kriegslied gegen die USA gab, so klar stützten die Titel der 
angewandten Musik ansonsten aktuelle politische Ziele des Regimes und 
bereiteten etwa dessen Landnahme geradezu vor: Editionen von Liedern aus 
Ostpreußen, Schlesien, Böhmen und Mähren, den österreichischen Provinzen, 
dem Elsaß, aus Lothringen - musikalischer und musikologischer Imperia¬ 
lismus, der "geistig" die Eroberungen durch die Wehrmacht rechtfertigte. 
Rassische Selbstbestätigung lief über Charakterstücke wie Sudetendeutsche 
Suiten oder "nordische" Titel, bis hinunter zu jenen Tanzliedern und 
Schlagern, die blonde Frauen besangen... 

Liedtitel des Gesamtrepertoires - als Einzelpublikation wie als Bestand¬ 
teil von Anthologien - sind in diesem Werk zusätzlich alphabetisch aufgelistet, 
jedoch ohne Berücksichtigung der Nationalhymne "Deutschland, Deutschland 
über alles" und der Parteihymne "Die Fahne hoch" ("Horst-Wessel-Lied"), 
denn diese zierten ohnehin fast alle untersuchten Anthologien. 

Alles in allem dürfte es sich um ca. 40.000 Titel handeln. Ergänzend 
schien es angebracht, auf die Übernahme beliebter "Evergreens" in das 
Liederbuch der Bundeswehr aufmerksam zu machen, die, obschon durch 
Urheber oder kulturpolitischen Einsatz vor 1945 auf antidemokratische 
Wirkung festgelegt, ohne kritischen Widerspruch in den Komplex "Traditions¬ 
pflege" eingingen. 

Angewandte Kunst steht und fällt mit ihrer Anwendung. Schon geringe 
Veränderung im politischen Kalkül, erst recht aber ein Wechsel des politischen 
Systems reduziert dort Dutzende, hier Abertausende von Titeln zu Geschichts¬ 
müll. Allerdings sind selbst Müllhaufen für die wissenschaftliche Erforschung 




Vorwort 


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einer Epoche unentbehrlich. Ein Gesamtinventar der in diesem Jahrzwölft in 
politischem Kontext eingesetzten Musik zeigt sehr eindrucksvoll, wieviel Zeit, 
Energie und kreativen Willen Musiker in ein kurzlebiges Genre investierten und 

- verschwendeten. Von "ewiger Tonkunst" konnte keine Rede sein, und zwar 
nicht allein, weil das Regime keine tausend Jahre währte, sondern weil 
Überangebot und schneller Wechsel der Tagesaktualitäten in der Regel 
langfristige Repertoirebildung durchkreuzten. 

Generell scheint es nahezuliegen, die willige Komplizenschaft so vieler 
Musiker mit dem diktatorischen Regime auf den Umstand zurückzuführen, daß 
diese Berufsgruppe, weil das >Versinken im Meer der Töne< kritischen 
Verstand erstickt, leichter verführbar war als fast jede andere. Hätten die 
Anstrengungen des NS-Staats, das ganze Volk bis in den letzten Winkel der 
Heime und der >Seelen< zu musikalisieren, dann kalkulierten Sinn gehabt, 
nämlich Machterhaltung durch gezielte Verabreichung von >happy pills< in 
akustischer und daher ganz unverdächtiger Gestalt? 

Die hier aufgelisteten Persönlichkeiten gehören in die Kategorien Täter, 
Opfer, Mitläufer. Jedoch ist vermieden, diese griffigen und viel strapazierten 
Bezeichnungen, die ebenso bequem wie beweispflichtig sind, als Etikett zu 
verwenden. Es genügte, Tatsachen zu ermitteln, die dem Benutzer die 
Möglichkeit verschaffen, ein zutreffendes eigenes Urteil zu gewinnen. 
Vollständigkeit konnte nicht einmal angezielt werden, weil die Quellenlage dies 
illusorisch macht. Zum Beispiel nennen die Rundfunkprogramme selten 
Vornamen und enthalten viele Druckfehler. Wo deswegen die Identität eines 
Musikschaffenden nicht eindeutig festzumachen war, konnte nur der 
unvollständige Programmeintrag zitiert werden. Zudem ist der Verbleib von 
Musikern, die in Schlesien, Pommern, Ostpreußen und dem Sudetenland 
geboren sind oder wirkten, auch wenn sie vor 1945 bereits lexikographisch 
dokumentiert waren, nur noch festzustellen, sofern sie nach dem Ende des 
Regimes im Musikbetrieb Rest-Deutschlands Präsenz zeigten. Dies trifft 
oftmals auch auf Künstler zu, die zwar dem rassistischen Terror des NS-Reichs 
durch Emigration entkamen, aber im Musikleben des Aufnahmelandes nicht 
mehr Fuß fassen und namhaft werden konnten. Ich bitte die Benutzer des 
Werks um Nachsicht dafür, daß die Möglichkeiten und Mittel des Autors 
begrenzt waren - ungeachtet der über 40 Arbeitsjahre und eingesetzter Mittel 
in der Größenordnung von über 200.000 Euro. 

Im übrigen gilt auch hier: Ein Lexikograph ist höchstens so gut wie seine 
Informationsquellen und machtlos gegen Informationslücken durch Unfähig¬ 
keit und Arbeitsscheu von Verwaltungspersonal. 

Wünschenswert schienen Angaben über Mitgliedschaft in der NSDAP und 

- stichprobenweise - ihrer Organisationen; weil rund zehn Prozent der 
Zentralkartei der NSDAP 1945 der absichtlichen Zerstörung zum Opfer 
gefallen waren, ergibt sich, daß von den hier behandelten Musiker¬ 
persönlichkeiten noch etwa 500 weitere zur Gefolgschaft Hitlers gehört haben 
müssen. Über Motive des Beitritts ließe sich endlos spekulieren. Jedoch ist 




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daran zu erinnern, daß die Politisierung der Kunst im Musikbetrieb Tausende 
neuer Positionen schuf, oft entgeltliche, immer aber als Ehrung gemeinte. 
Diese Situation kam der Musikerpsyche halbwegs entgegen. In aller Regel 
waren Musiker, die für eine Gliederung der NSDAP wirkten, selber deren 
Mitglied; die lückenhafte Quellenlage erlaubt keine weniger allgemeine 
Feststellung. Natürlich mußten auch Verlage verzeichnet werden, denn sie 
profitierten nicht nur von eifriger Kollaboration durch Publikation von Massen 
genehmer Musikwerke, sondern in vielen Fällen auch von billiger Übernahme 
enteigneter oder unter Druck preiswert angebotener jüdischer Musikverlage. 

Die kursive Erläuterung "Keine weitere Nachricht (nach 1945)" bedeutet 
nicht etwa, daß solche Persönlichkeiten immer auf der Flucht nach Westen im 
"Niemandsland" starben, bei der Vertreibung umgebracht wurden oder 
sonstwie in Kriegsfolge verschollen sind; sie bezieht sich nur auf den Nachweis 
musikalischer Tätigkeit nach dem Kriege und nicht auf die physische Existenz. 
Der Hinweis auf die neue Staatlichkeit erklärt, warum in der Regel amtliche 
Quellen dieser Länder nicht verfügbar oder auskunftfähig waren. 

Musikforschung hat stets auch die Pflicht zur Korrektur, also zur 
Beharrung auf der im Dokument verankerten Faktizität. Diese Aufgabe mag 
befremden; doch bietet ein Werk dieser Art dazu eine kaum wiederkehrende 
Chance. So gewinnt die Rubrik "Geschichtsfälschung" Berechtigung. Alle 
Autoren - nicht nur Musikologen - verfügen über geistiges Potenzial und pro¬ 
fessionelles Rüstzeug, Tatsachengeschichte zu schreiben. Unterlassen sie dies 
dennoch, spricht keine denkbare Begründung sie frei. Sie machen sich der 
Geschichtsfälschung schuldig. Leider gilt es in unserer Gesellschaft als "nor¬ 
mal", wenn jemand - aus Unkenntnis oder selbst mit voller Absicht wider 
eigenes besseres Wissen - die Unwahrheit veröffentlicht. Zwar verletzt dies 
Persönlichkeitsrechte der Betroffenen; jedoch sind solche Rechtsverletzungen 
Antragsdelikte; der Geschädigte muß Strafantrag stellen; allerdings 
entscheiden Richter nicht über historische Faktizität. Daß ein von einem 
Geschichtsfälscher zu Unrecht Freigesprochener gegen diesen die Judikative 
bemüht, ist zudem unwahrscheinlich, da ihm jede Unwahrheit nützt. 

Das Thema Musik im NS-Staat ist seit kurzem Tummelplatz für einen 
Typus - oft amerikanischer Provenienz -, der sich faktengerechter Tatsachen¬ 
feststellung nicht verpflichtet fühlt. Hier sind auch Irrtümer einzuordnen, denn 
diese bewirken das gleiche wie vorsätzliche Fälschung: Desorientierung. 
Meinungen, wie abstrus auch immer, wären stets diskutierbar; falsche 
Angaben über musikhistorische Ereignisse und Persönlichkeiten bedürfen aber 
der Korrektur, damit Nachnutzer nicht in die Irre geführt werden, um so mehr 
als immer wieder metierfremde Autoren so ihr Mütchen kühlen und auf 
"wissenschaftlichen" Ruhm hoffen. Unfertiger Nachwuchs, der sich gegen 
etabliertes historisches Geschehen zu profilieren sucht, hat nur den Ausweg, 
Geschichte zu fälschen. Zugunsten solcher benutzt der Lexikograph pauschal 
den Terminus Geschichtsfälschung. Träfe er nicht zu, könnte es sich nur um 
unprofessionelle platte Stümperei handeln. Eine dritte Möglichkeit ist nicht in 
Sicht. 




Vorwort 


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Die ärgerlichste Erscheinung dieses Schlages, die seit 1998 auf den 
deutschen Buchmarkt drängt, ist Michael H. Kater, Jahrgang 1937, nach 
eigener Angabe Professor am Centre for German and European Studies der 
York University in Toronto und "zu den renommiertesten Historikern für die 
nationalsozialistische Zeit" gehörend, laut Briefkopf "Distinguished Research 
Professor of History". Vorweisen kann er jedoch weder musikwissenschaftliche 
Ausbildung noch Kenntnis der deutschen Musikgeschichte; Er ist Sozial¬ 
wissenschaftler und für sein Thema "Musik im 3. Reich" Laie, daher beispiellos 
inkompetent, wenngleich - wie dieser Typus häufig - hoch subventioniert. 
Dennoch spielt er sich gernegroß auf als helle Leuchte der Musikforschung, 
qualifiziert frühere Autoren selbstgefällig-arrogant als Nichtse ab, um sie 
trotzdem zu zitieren und auszubeuten, und plündert unentwegt Sekun¬ 
därliteratur, obwohl er ihr Fragwürdigkeit unterstellt. Ein Neurotiker also. 
Ergebnis: mehr als 150 zumeist schwerwiegende erweislich unwahre 
Behauptungen über Personen und historische Tatsachen. Kritische 
Diskussionspartner beschimpft er im Gossenjargon bis zur Ehrabschneidung, 
um sie mundtot zu machen. So kann ein Buch nur zum Flop geraten. Dafür 
zwei von vielen - in diesem Lexikontext korrigierten - Beispielen aus Michael 
Kater, "Die mißbrauchte Muse" (München-Wien, 1998): 

Beispiel 1 (S. 463, Fußnote 22): 

"Eine repräsentative Stichprobe von 1152 Musikern wurde in der RMK- 
Abteilung des BDC aus RMK-Fragebogen gezogen. Die Resultate der Analyse 
sind mit 95%iger Wahrscheinlichkeit statistisch signifikant. (...) Fred K. 
Priebergs Schätzung, daß zwei Drittel aller Musiker arbeitslos waren, ist nicht 
belegt und völlig unwahrscheinlich (Musik und Macht, Frankfurt/Main 1991, 
S. 209)". 

Weder auf der zitierten Seite noch sonstwo in "Musik und Macht" ist von 
arbeitslosen Musikern die Rede, lediglich von Mitgliedern der NSDAP unter 
Musikern. Diese Schätzung - einschließlich Mitgliedschaft in Organisationen 
der NS-Partei - folgt aus den nun in dieses Handbuch übernommenen 
parteiamtlichen Angaben. Zudem existierte im Berlin Document Center nie 
eine "RMK-Abteilung". Kater scheut also, damit er als der "bessere Fachmann" 
glänze, nicht vor Quellenfälschung und grober Täuschung seiner Leser zurück. 
Mit Schreiben an den Europa-Verlag München-Wien vom 15/11/99 und 
Korrektur zweier Prieberg betreffender Unwahrheiten für weitere Auflagen 
reagierte er auf eine entsprechende Aufforderung von dessen Rechtsanwalt. 

Beispiel 2 (S. 27): 

"Aus einer größtenteils norddeutschen Stichprobe unter Musikern aller 
Couleur und Befähigung zwischen 1933 und 1938, von denen die meisten 
1934 der Partei beitraten, kann geschlossen werden, daß rund ein Fünftel des 
Berufsstands vor dem Krieg in der NSDAP war (...)". 

Aus den in diesem Handbuch als Parteimitglieder dokumentierten 
Musikschaffenden - etwa 2500 - ergibt sich authentisch und unbezweifelbar: 
Auf den l/V/33, den letzten Tag vor der Beitrittssperre, fielen Nr. 1.847.603 




Vorwort 


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bis 3.567.803; Beitritte reichsweit an diesem Tag: insgesamt über 1.700.000. 
Die Musiker-Beitritte zum l/V/37, bei Aufhebung der Sperrzeit, beginnen mit 
Nr. 3.805.258; es gab aber geringfügige Termin-Überschneidungen. In den 
vier Jahren dazwischen erhielten ganze 67 Musiker Daten und Parteinummern 
aus der Sperrzeit. Diese war nur in Einzelfällen bei Übertritt von 
Organisationen wie SA, SS und "Stahlhelm" oder außerordentlichen 
"Verdiensten um die Bewegung" ausgesetzt. Kater hätte dies der damaligen 
Tagespresse und einem wichtigen Buch entnehmen können, nämlich Gerd 
Rühles "Das Dritte Reich. Dokumentarische Darstellung des Aufbaus der 
Nation. Das fünfte Jahr, 1937" (Berlin, 1938. S. 108-110), auch der jüngeren 
Sekundärliteratur. Jedoch fuhr er noch kurz vor Weihnachten 1998 telefonisch 
den nichtsahnenden PR-Mann seines Verlages prahlerisch an, er habe ein 
Standardwerk geschrieben, und eine Mitgliedersperre bei der NSDAP habe es 
nie gegeben. Frage: Wie wird man eigentlich Professor für Geschichte an der 
Universität Toronto? 

Nicht einmal sein Fünftel trifft zu. Denn nicht zwanzig Prozent der 
insgesamt in diesem Flandbuch dokumentierten Vergleichs-Gruppe der 
"arischen", also parteiwürdigen Musikschaffenden, nämlich nicht 1000, waren 
bis zum l/IX/39 Mitglied der NSDAP (ohne Gliederungen) geworden, sondern 
exakt 2274, wobei zum Ausgleich des 1945 zerstörten Teils der Zentralkartei 
der NSDAP hier noch zehn Prozent zuzuschlagen waren. Dies sind fast 48 
Prozent. 

In der Tat: "Es gibt Wissenschaftler, und es gibt Schwaetzer" (Michael 
Kater an Michael Walter, 9/XII/98, via Internet, zur Kenntnis des Beschimpf¬ 
ten, des renommierten Seniors der Musikpublizistik Paul Moor, Berlin). 

Generell gilt für die Vergegenwärtigung von Geschichte dies: Wer Fakten 
ignoriert oder gar nicht erst ermittelt, schafft sich ein Vakuum, in dem er die 
absurdesten Flirngespinste wuchern lassen kann. 

Dieses Flandbuch kann lediglich einen Ausschnitt bieten. Wer andere 
und weitere Information über die 100.000-150.000 Köpfe zählende Musiker¬ 
population 1933-1945 vermißt, hat die Freiheit, sich selber zu bemühen und 
seine eigene Lebensarbeit nebst Vermögen dafür zu investieren. 

Zahlreiche Lücken sind nicht dem Lexikographen anzulasten. Todesfälle 
im April/Mai 1945 waren vielfach nicht registriert, weil die Ämter nicht mehr 
arbeiteten. Zudem fehlt ein erheblicher Teil biographischer Angaben und 
Daten nach 1945, weil ganze Familien der gewaltsamen Vertreibung, den 
Kriegswirren, nicht zuletzt den Deportationen, aber auch willkürlichen Greueln 
und privaten völkerrechtswidrigen Mordtaten der sowjetischen Besatzung zum 
Opfer fielen - ohne die Spur einer "Buchführung". Während das NS-Regime 
nach Möglichkeit seine Opfer bürokratisch registrierte - und damit zumeist 
auch den Täterkreis identifizierte -, blieben Verbrechen im Besatzungsgebiet 
der UdSSR undokumentiert und heute, über ein halbes Jahrhundert danach, 
immer noch strikt vertraulich. Artikel für Flunderte von Berliner Künstlern 




Vorwort 


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behielten Lücken, weil die geldgierige Legislative des Landes Berlin eine 
Verwaltungsgebührenordnung (27/VI/72) erließ, die Melderegisterauskünfte 
für "grundsätzlich gebührenpflichtig" erklärte - je Anfrage beim Landes¬ 
einwohneramt 18 DM bis 23 DM, seither 11,76 EUR - und für historische 
Forschung keine Ausnahme zuläßt. Ein Schreiben (20/IX/99) zum 
Persönlichen Referenten des Innensenators änderte nicht die "Rechts¬ 
auffassung" - gez. Hochmann (8/XI/99). Nach wie vor prahlen aber Politiker 
mit dem sogenannten Wissenschaftsstandort Deutschland. Der Lexikograph 
sah sich daher "grundsätzlich" veranlaßt, auf die Nutzung des Landes¬ 
einwohneramts zu verzichten, um dem Image der Kulturfeindlichkeit Berlins 
nicht zu schaden ... 

Zweitens liegt es nicht nur an solcher Art "höherer Gewalt". Generell 
beweist die Werkgeschichte, daß Personenlexika im angeblichen Kulturstaat 
BRD nicht mehr erscheinen und Lexikographen nicht mehr arbeiten können, 
obwohl das Grundgesetz - Artikel 2 Absatz 1 - nachwirkend allen Künstlern 
die postume Präsenz im Kulturleben durch Lexikoneintrag ermöglicht und 
Artikel 12 ungehinderte Berufsausübung garantiert, auch dem Lexikographen. 
Diese bedarf, wo sonstige Quellen wegen der kurzsichtigen provinziellen 
Meldegesetze der Länder versagen, biographischer Daten, die von Standes¬ 
ämtern verwahrt werden. Fast 500 deutsche Standesämter haben solche 
Auskünfte in mehr als tausend Fällen geduldig erteilt. Eine Minderheit von fünf 
Prozent - der Bodensatz an behinderten Intelligenzen - verweigerte dies. Die 
dagegen angerufene Judikative bestätigte - mit drei Ausnahmen - die 
Verweigerung in den ersten beiden Instanzen. Diese Beschlüsse trugen die 
Unterschriften von Richtern, die sich aufführten, als legten sie Wert darauf, in 
der Öffentlichkeit als ungebildete, banausische Zeitgenossen und Totengräber 
des bisherigen Kulturstaats Deutschland eingeschätzt zu werden. Es mag 
psychologische Gründe geben, wenn Richter den positiven 95 Prozent 
widersprechen; sie könnten ja doch nicht zugeben, daß einfache, juristisch 
nicht ausgebildete Standesbeamte höhere Intelligenz besitzen als angeblich 
akademisch geschulte Juristen. Also ignorieren sie, daß bereits - auf 
Grabsteinen - öffentliche Information nicht mehr geheimgehalten werden 
kann, obwohl dies - sogar für Staatsgeheimnisse - längst höchstrichterlich 
geklärt ist ("Spiegel"-Affäre). Ein Richter jedoch, der per Beschlußbegründung 
den Beteiligten vorspiegelt, im Rechtsstaat sei es möglich und gestattet, mit 
einfachem Gesetz (PStG) das Grundrecht des Lexikographen auf ungehinderte 
Berufsausübung, ja überhaupt seinen Beruf zu liquidieren, kollidiert mit dem 
Verfassunggeber, sabotiert das GG und provoziert Öffentlichkeit und Medien, 
nach seiner professionellen Qualität zu fragen und bis zum Gegenbeweis zu 
unterstellen, es könne sich vielleicht um Rechtsbeugung, einen Amtseid als 
Hohlformel oder um geistige Insolvenz handeln. Daher steht die 
grundgesetzliche Garantie für lexikographisch darzustellende Künstler und für 
Lexikographen in der BRD - da Personalfrage - nur auf dem Papier. Die 
bisherige Existenz der BRD als Kulturstaat - als Rechtsstaat? - findet so ihr 
klägliches Ende. 




Vorwort 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


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Provinzielle Gesetzgeber legten so wenig Vernunft an den Tag, daß sie 
- mit einer Ausnahme - Fristen für Aufbewahrung von Meldeunterlagen nach 
Tod oder Wegzug eines Bürgers dekretierten, ohne daß irgendwo die Landes- 
Rechtsaufsicht eingriff. Nach Ablauf von 20 (DDR), 30 (Berlin), 35 (Hessen), 
75 (Schleswig-Holstein), sonst 50 Jahren sollen Meldekarten zerstört werden. 
Das schlägt sofort gegen die Opfer von Krieg, Verfolgung und Vertreibung 
zurück. Hamburg, dessen alte Meldeunterlagen 1945 im Bombenfeuer 
verbrannten, geht positiv voran, indem das Amt für zentrale Meldeange¬ 
legenheiten seither ohne Zerstörung die personengebundene Forschung 
fördert. Einige Städte veranlassen immerhin die Abgabe dieses Materials an 
ihre Stadtarchive; das Landeseinwohneramt Berlin legt ab und an Material mit 
einem Menschenalter Verspätung im Landesarchiv ab. Mindestens so prohibitiv 
wie die Meldegesetze wirkt auch Nachlässigkeit bei den Standesämtern, die oft 
die Rückmeldung von Todesdaten an das zuständige Geburtsregister 
unterlassen, obwohl sie dazu gesetzlich verpflichtet sind. Behebt die 
Bundesrepublik Deutschland nicht diese unwürdigen Zustände, die den 
Vorwurf des Täterschutzes begünstigen, bleibt ihr die Gemeinschaft der 
Kulturstaaten und Standorte der - historischen - Wissenschaft versperrt. 

Vermutlich handeln Verweigerer - abgesehen vom tröstlichen Gefühl der 
eigenen Macht und Bedeutung - mit einer psychologisch zu erklärenden Moti¬ 
vation, nämlich unter dem Zwang einer Emotion, die den etwa vorhandenen 
klaren Verstand trübt. Es ist der Neid auf Persönlichkeiten des öffentlichen 
Lebens, weil der Lexikograph diese, zumindest geistig, für das Gedächtnis der 
Nachwelt rettet. Solche Chance, noch postum wirkend "weiterzuleben", hat 
kein Verwaltungsbürokrat, Richter inklusive. 

PS.: Alle Verweigerer stehen im Text mit Namen, damit sie ihrer Verant¬ 
wortung gegenüber Dienstherren und Öffentlichkeit nicht ausweichen können. 

Zusätze - Erläuterungen und Kommentare - des Autors im Text sind 
durch Kursivsatz gekennzeichnet. Die sogenannte "neue" Rechtschreibung 
widerspricht der Bildung und der Neigung des Autors, weil sie von 
"Reformern" ohne Gehör erfunden und von unzuständigen und unfähigen 
Kultusministern per Dekret von oben "verordnet" ist und man Anfängen 
wehren muß, sonst kommt es dahin, daß der Staat abermals auch 
musikalische Textfassung bestimmt. Ein Kotau vor dem Ausland und den 
inländischen Legasthenikern, typisch deutsch, erübrigt sich. 

Die Einträge orientieren sich an folgender Ordnung: 

1.) Namen und Vornamen, bei Pseudonymen Verweis auf den 
bürgerlichen Namen. - 2.) Lebensdaten. - 3.) Biographisches. - 4.) Politische 
Funktionen. - 5.) Auflistung vor allem der nach 1945 verschwiegenen Werke, 
Komposi-tionen oder Schriften mit Rezensionen und Textbeispielen, bei 
Anthologien mit Inhaltsangabe. - 6.) Selbstaussagen oder Zitate politischer 
Art, Bemerkungen. - 7.) Information über ergänzende Lexikographie, Korrek¬ 
turen, Probleme der biographischen Quellensicherung und Archivmängel. 




Vorwort 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


13 


Die Einträge folgen in der Regel der Chronologie. Beziehen sich mehrere 
Ereignisse auf das selbe Datum, stehen diese in Auflistung hinter 
eingeklammerten Ordinalzahlen. 

Wo bei Inhaltsangaben von Liedanthologien nach Titeln kein Textautor 
steht, ist dieser im Namensartikel des Komponisten oder unter der 
alphabetischen Verzeichnung des Titels ersichtlich. 

Wenn nicht anders angegeben, stammen Übersetzungen von Zitattexten 
in Amerikanisch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Russisch und 
Schwedisch von Fred K. Prieberg. Die beiden für die Texterstellung benutzten 
Computer (Apple Macintosh Classic und Apple Power Book 5300) waren nicht 
mit Sonderzeichen aus Sprachen hinter dem einstigen "Eisernen Vorhang" 
ausgestattet, als wollte die Firma und ihr Chef den "Kalten Krieg" auf diese 
dumme Weise fortsetzen. 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


14 


Abkürzungen 

Verlage stehen in [ ]. Archivkürzel sind nachfolgend separat aufgelistet. 


[AB] 

ADMV 

[AF] 

[Afa] 

AH 

[AH] 

[Ai] 

[Ak] 

[AI] 

AM 

AMdRMK 

AMZ 

AO 

[AO] 

[Ar] 

AR 

ARR 

[aS] 

[AS] 

[Ass] 

[Au] 

aufgez. 

[AV] 

[AW] 
[AWM] 

B 

[B] 

[Ba] 

Bar 

[Bav] 

[B&B] 

[B&C] 

[Be] 

bearb. 

[BF] 

[BG] 

[BH] 
[B&H] 
[Bi] 

[BK] 

[BKV] 


Eduard Alert, Berlin-Hoppegarten 

Allgemeiner Deutscher Musikverein 

Adolph Fürstner, Berlin 

Afa-Musikverlag H. Dünnebeil, Berlin 

Adolf Hitler (in Verbindung mit SS-Leibstandarte AH) 

Alfons Holzschuh, Ravensburg 
Josef Aibl, Musikverlag, Wien 
Akla-Musikverlag, Erich Plessow, Berlin 
Albers Musikverlag, Berlin-Lichterfelde-Ost 
Armeemarsch 

Amtliche Mitteilungen der Reichsmusikkammer 
Allgemeine Musikzeitung 
Auslandsorganisation der NSDAP 

Dachorganisation für die im Ausland lebenden Parteimitglieder 

Joh. Andre, Offenbach 

Arcadia-Verlag, Berlin 

Artillerieregiment 

Amt Reichsleiter Rosenberg 

MV am Schubertring, Wien 

Arwed Strauch, Leipzig 

Hermann Assmann, Burscheid 

A. Auers Musik- und Buchverlag, Stuttgart 

aufgezeichnet 

Apollo-Verlag Paul Lincke, Berlin 
Astoria-Verlag (Emil W. Maas), Wien 
Astra-Verlag Walter Meyer, Berlin 
Baß 

Bärenreiter-Verlag, Karl Vötterle, Kassel-Wilhelmshöhe 
C. R. Bahar, Berlin (Edition Baltic) 

Bariton 

Bavariaton-Verlag, Berlin 

Ed. Bote & Bock, Berlin 

Bosworth & Co, Leipzig 

Albert Bennefeld, Musikverlag, Berlin 

bearbeitet 

Georg Bratfisch, Frankfurt a. d. 0. 

Dr. Josef Butz, Bad Godesberg 

Anton J. Benjamin, Hamburg, dann Leipzig 

Breitkopf & Härtel, Leipzig 

Richard Birnbach, Berlin 

H. Bohne, Konstanz 

Berliner Konzert-Verlag Erich Zielke, Berlin-Steglitz 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


15 


[B&K] 

[BL] 

[B&M] 

[Bo] 

[Boc] 

[BP] 

BR 

BRD 

Brückner/ 

Rock 


[B&S] 

BStB 

[B&T] 

Btl. 

[Bu] 

[BV] 

[C] 
[CaB] 
[CB] 
[CD] 
[CH] 
Ch 

[CL] 

[CM] 
[Col] 
[CR] 
[CT] 

[D] 
[Da] 
DAF 
DAZ 
DBJ 
[DbM] 
[DC] 
DDFL 
DDR 
Dgt. 
[Di] 
[DJ] 
[DJV] 
[Dk] 

[DL] 

[DM] 


Bischof & Klein Verlag, Lengerich 
Benjamin, Leipzig ( "arisiert" von Sikorski ) 

Boysen & Maasch, Hamburg 

Boosey & Hawkes, London ( Filiale in Leipzig bis 1939 ) 

Boccaccio Musikverlag, Richard Birnbach, Berlin 
St. A. Braun-Peretti, Bonn 

Bayerischer Rundfunk München (bis 1934, nach 1945) 
Bundesrepublik Deutschland 

Judentum und Musik. Mit dem ABC jüdischer und nichtarischer 
Musikbeflissener, hg. von Christa Maria Rock und Hans 
Brückner (München, 1935; 2 1936, 31938). 

Das erste antisemitische Musikerlexikon, das zwar ein aktuelles 
politisches Postulat erfüllte, jedoch bis zuletzt von Fehlern 
wimmelte. 

Anton Böhm & Sohn, Augsburg 
Bayerische Staatsbibliothek, München 
Bellmann &Thümer, Waldheim 
Bataillon 

Burckhardthaus-Verlag GmbH, Berlin-Dahlem 
Beboton-Verlag, Berlin (= ab 1937 Sikorski) 
Celesta-Musikverlag A. Koschke, Berlin 
Carmen-Verlag, Berlin-Steglitz 
Capitol-Verlag Berlin. 

W. Crüwell, Dortmund (Olpe) und Breslau 

Carl Haslinger, Wien 

Chor 

A. Cranz GmbH, Leipzig 

Carl Meyer/ Gustav Prior, Hannover 

Colosseum, Berlin-Charlottenburg 

Carl Rühle Musikverlag, Leipzig 

Crescendo-Theaterverlag, Berlin 

L. Döblinger (Ludwig Herzmansky), Wien 

G. Danner Verlag, Mühlhausen/ Thüringen 

Deutsche Arbeitsfront 

Deutsche Allgemeine Zeitung 

Deutsches Bühnenjahrbuch, jährlich 

Der braune Musikverlag Inh. Carl Seitz, Berlin 

Verlag Deutsche Christen, Weimar 

Das Deutsche Führerlexikon 1934/35 (Berlin, 1934) 

Deutsche Demokratische Republik 
Dirigent 

Dionysos-Verlag, Margarethe Thulke, Berlin 

Eugen Diederichs, Jena 

Deutscher Jugend-Verlag, Berlin 

Dreiklang-Drei Masken Verlag, Berlin 

D. Domkowsky (Robert Wächtler), Leipzig 

Joh. Dennerlein, Bayerischer Musikverlag, München 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


16 


DMK 


DML 


DMMZ 

DNML 

DNVP 

DSB 

[DSB] 

DSBZ 

DtldS 

[DT] 

DTV 

[DV] 

DVFP 

[DVG] 

[DVV] 

[DVW] 
[E] 

[EA] 

EA 

[EB] 
[EBr] 
[Ec] 
[E&C] 
[EfB] 
[EG] 
[EHB] 
[EHP] 
[EI] 

[EK] 
[EKB] 

[EL] 
[EIK] 
[E&L] 

[EM] 
[EMe] 
[EMz] 


Deutscher Musikerkalender, ab Jg. 64 (1942) hg. im Auftrag 
der RMK 

Dieses nicht mehr vollständig in deutschen Bibliotheken 
vorhandene Standardwerk gibt Wirkungsorte , Funktionen und 
Adressen der Musikschaffenden mit staunenswerter Genauig¬ 
keit an. 

Erich Hermann Müller, Deutsches Musiker-Lexikon 
(Dresden, 1929) 

Der Autor vermerkte Wohnadressen und Religionszugehörigkeit 
der Dargestellten nach deren Angaben; wenige Jahre später 
erleichterte dies die Verfolgung der sich als "mosaisch" beken¬ 
nenden Musiker. 

Deutsche Militär-Musiker-Zeitung 

Alfred Einstein, Das neue Musiklexikon (Berlin, 1926) 

Deutschnationale Volkspartei 

Deutscher Sängerbund 

Verlag des Deutschen Sängerbundes, Berlin 

Deutsche Sängerbundes-Zeitung 

Deutschlandsender 

Musikverlag Deutscher Ton, Walter Noack, Berlin-Karlshorst, 

1940 in Berkenbrück 

Deutscher Tonkünstler-Verband 

Deutscher Verlag für Musik, München 

Deutsch-Völkische Freiheitspartei 

Danziger Verlagsgesellschaft, Danzig 

Deutscher Volksverlag, Dr. E. Boepple, München 

Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien 

Carl Engels, Mülheim/ Ruhr 

Edition Accord, Verlag und Vertrieb für Internationale Musik, 
Berlin 

Erstaufführung 

Edition Bloch, Berlin 

Edition Bristol AG, Wien 

Echo MV, Berlin 

W. Ehrler & Co, Leipzig 

Efi-Ton-Verlag, Berlin 

Edition Gabriel, Berlin 

Erik Heinrich Becker, Wuppertal-Barmen 

Edition Huhn, Potsdam 

Edition Intro, Berlin 

Ernst Klett, Stuttgart 

EIN Krause (E. K. B.), Braunschweig 

Rudolf Erdmann & Co, Leipzig 

Elka-Verlag, Köln 

Enßlin & Laiblin, Reutlingen 

Edition Metropol, Martha Czichon, Berlin 

Edition Meisel & Co, Berlin 

Carl Elbling, Mainz 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


17 


[EP] Edition Paoso, Pasing 

ERR Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg 

[ES] Eugen Schneider, Ludwigsburg 

[ESt] Edition Standard, Berlin 

[Eu] Ernst Eulenburg, Leipzig 

[EW] Edition Wipermo, Berlin, Augsburg 

[EWM] Emil W. Maass, Wien 

FA Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lexikon. Für Musiker und Freunde 

der Musik, begr. von Paul Frank. Neu bearb. und erg. von 
Wilhelm Altmann (Regensburg, 14 1936) 

Der Herausgeber vermerkte regelmäßig; wenn ein Künstler 
"Frontkämpfer" war > oft auch den Offiziersrang; dies ist mehr 
als die Mitteilung; wegen Kriegsdienst habe jemand Jahre 
seiner künstlerischen Entwicklung verloren. 

FA2 idem, Teil 2, Ergänzungen und Erweiterungen seit 1937 

(Wilhelmshaven, 1974) 

FAD Freiwilliger Arbeitsdienst 

[FB] Fidelio-Verlag Arthur Orth, Berlin 

[FF] Friedrich Friede, Berlin-Tegel 

[FK] Sudetendeutscher Verlag Franz Kraus, Reichenberg 

[FL] Robert Forberg, Leipzig 

FIHKdtr Fliegerhorstkommandantur 

[FM] Fritz Müller (Süddeutscher Musikverlag), Karlsruhe 

[For] Musikverlag Fortuna, Heydebreck, OS. 

[FP] Neuer Münchner Musikverlag Franz Pollak 

[Fr] F. W. Fröhlich, Berlin 

FrCh Frauenchor 

[FS] F. Schubert jr., Leipzig 

FSt. Funkstunde 

[Ft] Faunton, Berlin 

Fw Feldwebel 

[G] Gloria Musikverlag Wilhelm Lenz, Berlin/ Frankfurt a. M. 

[GB] Gustav Bosse, Regensburg 

GDT Genossenschaft Deutscher Tonsetzer 

GEMA Gesellschaft für musikalische Aufführungen und mechanische 

Vervielfältigungsrechte (vor 1933 und nach 1945) 
gemCh gemischter Chor 

Gerigk/ Lexikon der Juden in der Musik. Mit einem Titelverzeichnis 
Stengel jüdischer Werke. Zusammengestellt im Auftrag der Reichs¬ 

leitung der NSDAP auf Grund behördlicher, parteiamtlich 
geprüfter Unterlagen, bearb. v. Theo Stengel in Verbindung mit 
Herbert Gerigk (= Veröffentlichungen des Instituts der NSDAP 
zur Erforschung der Judenfrage, Bd. 2), Berlin, 1940, 

12.-14. Tsd., 1943 

Dieses von Musikwissenschaftlern erarbeitete parteiamtliche 
Denunziationslexikon erschien erst; als die ''Judenfrage'' schon 
weitgehend beantwortet und die ''Endlösung'' vorbereitet war. 
GG Generalgouvernement (im besetzten Polen) 




18 


Abkürzungen 


[GH] 

[GL] 
[GIB] 

[GM] 
GMD 
[Goe] 
[G&P] 
[GR] 
[Grl] 
[GrL] 
[GrM] 
[Gm] 
[G&S] 

[GV] 

[GW] 
[H] 
[Ha] 
HA 

[HaB] 

[HaK] 

[Hai] 

HarM 

[HB] 

[H&C] 

[HD] 
[He] 
[HeL] 

[HF] 

[HG] 

[HH] 
[HHB] 
[Hi] 
[Hiß] 

[HK] 

[HL] 
HM 

[HM] 
[Ho] 
[Hoc] 

[HoK] 

[HöM] 

[HP] 

[HT] 

[Hu] 

[HV] 
[HVA] 

[HW] 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


E. Grossmann, Hamburg-Altona 
W. Gebauer, Leipzig 
Globus-Verlag, Berlin 

E. Grosch, Mannheim 
Generalmusikdirektor 
Franz Goerlich, Breslau 
Göbel & Pach, Breslau 

G. Richter, Leipzig 
Joh. Gross, Innsbruck 
Philipp Grosch jr., Leipzig 
Grosch, Mannheim 
Grunert, Leipzig 

F. W. Gadow & Sohn, Hildburghausen 
Gloria-MV, Werner Lenz, Frankfurt am Main, Berlin 
Günther Wolff, Plauen 

Hochstein & Co, Heidelberg 

Harth, Großdeuben bei Leipzig 

Hauptabteilung, Hauptamt 

F. W. Haake, Bremen 

Musikverlag Harmonie, Konstanz 

Fr. Hanemanns Musikverlag, Iserlohn 

Harmoniemusik (nur in Besetzungsangaben) 

Harmonie-Verlagsgesellschaft, Berlin-Halensee 

Gebr. Hug & Co, Leipzig 

Josef C. Huber, Diessen 

Helvetia, Berlin 

J. H. Heise, Freyburg/Unstrut und Laucha 
Hofmeister-Figaro-Verlag, Wien 
Verlag Rudolf Hack, Göttingen 
Hampe (Musik-Hampe), Hannover 

H. F. Hennig, Berlin 
Max Hieber, München 
Heinrich Hiob, Berlin-Lankwitz 
Wilhelm Halter, Karlsruhe 

Musikalienverlag W. Huhn, Lüdenscheid, ab 1939 Berlin 
Heeresmarsch 

Heinrichshofen-Verlag, Magdeburg 
Friedrich Hofmeister, Leipzig 

Paul Hochmuth (Deutsche Kultur-Wacht, Propaganda-Verlag), 
Berlin 

Heinrich Hohler, Karlsbad-Donitz 
Höfling, München 
Friedrich Hänssler, Plieningen 
Matthias Hohner, Trossingen 
A. Huhle, Dresden 

Hausen Verlagsgesellschaft, Saarlouis/Saarlautern 
Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 
Joh. Hoffmanns Wwe., Prag 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


19 


[Hy] 

[HZ] 

[IB] 

IGNM 

[IR] 

[JB] 

PL] 

Pü] 

PZ] 

k. 

[K] 

[KaD] 

[Kaw] 

[KB] 

[KC] 
KD 


KdF 


KDMK 


[Ke] 

[KF] 

KfdK 

[KFU] 

[KHF] 

[KK] 

[KL] 
KMD 
[KÖ] 
[KoK] 
[Kr] 
[K&S] 
[KT] 
KVK 
[KW] 
KZ 
[L] 

LA 

[LB] 


Verlags-Anstalt Hymnophon (Hermann Augustin & Sohn), 

Berlin 

Helbling, Zürich 

Verlag Ed. Intro, Berlin 

Internationale Gesellschaft für Neue Musik 

Iris-Musikverlag, Recklinghausen 

Julius Bauer, Braunschweig 

Otto Junne, Leipzig 

K. Jüterbock & Co (Willy Kohl), Königsberg i. Pr. 

Johann Zientner, Augsburg 
kommissarisch (-e, -er) 

Georg Kallmeyer, Wolfenbüttel 

Musikhaus Hermann Kanitz, Musikverlag Donauquelle, 
Donaueschingen 

Kawi-Verlag Karl Wilke, Berlin-Wilmersdorf 

Kamp, Bochum 

C. A. Klemm, Chemnitz 

"Künstlerdank" 

Goebbels-Stiftung für Sozialzwecke zugunsten der 
Künstlerschaft 

"Kraft durch Freude", NS-Gemeinschaft (NSG) innerhalb der 
Deutschen Arbeitsfront 

Im Text ist die Organisation zu NSG "Kraft durch Freude" 
verkürzt. 

Kürschners Deutscher Musiker-Kalender (Berlin, 1954) 

Das Werk fußt auf Angaben der Dargestellten; diese betrieben 
politisch absolvierende Selbstdarstellung. 

Kellermann, Hohenschäftlarn 

E. H. Köhler, Freiburg im Breisgau 

Kampfbund für deutsche Kultur (in Zitaten auch "KfDK") 

K. F. Ullrich, Berlin 

K. H. Frank, Karlsbad-Leipzig 

Kommissionsverlag Klein, Kempten 

C. F. Kahnt, Leipzig 

Kirchenmusikdirektor 

Adolf Köster, Berlin-Lichterfelde-Ost 

Kollitsch, Klagenfurt 

Ludwig Krenn, Wien 

Fr. Kistner & C. F. W. Siegel, Leipzig 

Hans Kessler, Trier 

Kriegsverdienstkreuz 

MV Johann Kliment, Wien 

Konzentrationslager 

Henry Litolff s, Braunschweig, ab 1939 Leipzig (= Petschull) 
Landesarchiv 

Robert Lienau, Berlin-Lichterfelde/ Leipzig 

Die Firma , die auf dem 1864 erworbenen jüdischen 

Musikverlag Adolf Martin Schlesinger gründete , legte im Herbst 




Abkürzungen 


LBA 

LdCh 


Ld Bl 


[Le] 

LGKdo 


LKrsKdo 


[Li] 

[Lim] 

[LL] 

[LÖB] 

LÖUM 


[LuW] 

LW 

[L&Z] 

[Ma] 

[MaN] 

[MB] 

[MC] 

MCh 

MD, M. D. 
mdl. 

[Me] 

[Mei] 

MGG 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 20 


1935 den "untragbaren" jüdischen Namen ab und firmierte als 
Lienausche Musikverlage (!). 

Lehrerbildungsanstalt 

Franz Josef Ewens, "Lexikon des Chorwesens" (Mönchen¬ 
gladbach, 2 1960) 

Der Autor bemühte sich , das Wort Emigration zu vermeiden 
und umschrieb die Flucht Verfolgter derart , daß dem Leser ein 
harmloses Auslandsengagement oder ein ungezwungener 
Wohnsitzwechsel vorgespiegelt wird. 

Wolfgang Suppan, "Lexikon des Blasmusikwesens" (Freiburg im 
Breisgau, 1973), in 3. Auflage "Das neue Lexikon des 
Blasmusikwesens" (Freiburg im Breisgau, 1988) 

Der Musikwissenschaftler Wolfgang Suppan verschwieg oder 
verfälschte konsequent sämliche politisch anrüchigen 
Werktitel; damit täuschte er systematisch über die engen 
Beziehungen der Blasmusik zu Militarismus und NS-Ideologie 
hinweg. 

C. F. Leede, Leipzig 
Luftgau kommando 

Territoriale Dienststelle der Luftwaffe; 1940 gab es elf im 
Reich, später noch sechs weitere. 

Luftkreiskommando 

Beim Aufbau der Luftwaffe 1935 hießen so - analog zum 
Wehrkreiskommando des Heeres - die ersten sechs 
territorialen Dienststellen. 

Konrad Littmann, Breslau 
Wilhelm Limpert, Berlin 
F. E. C. Leuckart, Leipzig 
Fiermann Löffler, Berlin 

Siegfried Lang, "Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten 
im 20. Jahrhundert" (Wien, 1986) 

Der Autor meidet die Erwähnung politischer Bedingungen. 

Lucas, Wuppertal 

Luftwaffe 

Lausch & Zweigle, Stuttgart 
Edition Majestic, Berlin (= W. Meisel) 

Willi Martin, Nürnberg-Kleinreuth 

Maximilian Müller, Berlin, 1939 Wien 

Hermann Moeck, Celle 

Männerchor 

Ministerialdirektor 

mündlich 

Alfred Mehner, Leipzig 
Edition Meisel, Berlin 

"Musik in Geschichte und Gegenwart" (Kassel und Basel, 1949- 
1968, 14 Bände) 

Das Werk verschweigt; verharmlost oder verfälscht politisch 




Abkürzungen 


MGGS 


MGV 

[MiD] 

MiJuV 

MilMus 

Mirag 

MK 

[ML] 

MM 

MM2 

MNN 

[Mo] 

[Mö] 

[MÖK] 

[MÖW] 

[MR] 

[MS] 

[MU] 

MV 

[MVA] 

[MVE] 

[MVF] 
[MVH] 
[MVO] 
MW (mw) 
MZ 

[NdM] 

[NG] 

[NH] 

[NJV] 

NL 

[nML] 

Norag 

NS 

NSBO 

NSDAP 

NS-Hago 

NSKG 

NSKK 

NSKOV 

NSLB 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


21 


anstößige Sachverhalte und informiert entgegen seinem Titel 
nicht über Musik im NS-Staat. 

idem, Supplement (Band 15, 1973; Band 16, 1979; Band 17, 
1986) 

Die 2. Auflage ab 1994 , die immer noch viele politische Mängel 
zeigt > ist hier nicht generell mitverwertet. 

Männergesangverein 

Mitteldeutscher Musikverlag Willy Richter, Döbeln 

Musik in Jugend und Volk 

Militärmusik (nur in Besetzungsangaben) 

Mitteldeutsche Rundfunk-AG., Leipzig (bis 1934) 

Musikkorps, Kapelle von Wehrmachtseinheiten 
Merseburger & Co, Leipzig 
Musikmeister (mit Dienstrang Leutnant) 

H. J. Moser, Musiklexikon (Berlin, 2 1943) 

Münchener Neueste Nachrichten 
Molitor, Leipzig-Wien 
F. Mörike (Inh. Hans Gützkow), Stettin 
Möller, Köln-Deutz 

Möseler, Wolfenbüttel, nach 1945 Rechtsnachfolger des 

Kallmeyer-Verlags 

August Mallmann, Recklinghausen 

Metzler, Stuttgart 

Musik-Universum, Berlin-Steglitz 

Musikverlag, Musikalienverlag 

Musikverlag Accelerando, Ohrdruf 

Musikverlag Erato W. Baldamus, Berlin 

Musikverlag Florida, Berlin 

Musikverlag Harmonika, Georg Herrmann, Berlin 
Musikverlag Der Osten, Breslau 
Musikwissenschaft, musikwissenschaftlich 
Musikzug, Kapelle einer Parteiorganisation 
Verlag Neue deutsche Musik, Leipzig 
Noten-Günther (= Josef Günther), Dresden 
Adolph Nagel, Hannover 
NS-Jugendverlag, München 
Nachlaß 

Verlag für nationale Musik, Leipzig 
Norddeutsche Rundfunk-AG., Hamburg (bis 1934) 
Nationalsozialismus, nationalsozialistisch 
Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation 
Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter-Partei 
Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und 
Gewerbeorganisation 
Nationalsozialistische Kulturgemeinde 
Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps 
Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung 
Nationalsozialistischer Lehrerbund 




Abkürzungen 


NSOG 

NSRSO 

NWDR 

[ 0 ] 

[OG] 

[OH] 

[OK] 

[ OI ] 
OMM 
onA 
ÖNB 
Orag 
ORR 
OSAF 
[OSt] 
OT 
[OT] 
[OW] 

[P] 

[Pa] 

PA 

[PB] 

Pg 


[Ph] 

PH 

[PL] 

[PM] 

PO 

[PP] 

[Pr] 

[PR] 

[PS] 

PStG 

[PW] 

[R] 

[Ra] 

RAVAG 

[RB] 

[R&E] 

[Rei] 

REM 

Rgt., Rgts. 
[RH] 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


22 


Nationalsozialistische Opfergemeinschaft 
Nationalsozialistisches Reichs-Sinfonieorchester 
Nordwestdeutscher Rundfunk, Hamburg (nach 1945) 

Louis Oertel, Hannover 
Otto Gaumer, Leipzig 
Otto Haase, Kamenz 
Otto Koch, Rudolstadt 
Fritz Oltersdorf, Hameln 

Obermusikmeister (mit Dienstrang Oberleutnant) 

ohne nähere Angaben (zum Autor von Musik/ Text) 

Österreichische Nationalbibliothek, Wien 

Ostdeutsche Rundfunk-AG., Königsberg (bis 1934) 

Oberregierungsrat 

Oberste SA-Führung 

Otto Stollberg, Berlin 

Organisation Todt 

Otto oder C. F. Teich, Leipzig 

A. Oertel, Würzburg 

Fr. Portius, Leipzig 

P. Pabst Nachf., Leipzig 

Pädagogische Akademie 

Arthur Parrhysius, Berlin 

Parteigenosse 

Damalige Schreibpraxis bildete den Plural Pgg, weil das 
korrekte Pgn schon weiblich besetzt war. 

Phöbus-Verlag, Wien 

Pädagogische Hochschule 

Paul A. Preil (PAP), Leipzig 

J. Preißler, München 

Politische Organisation 

Paul Paasch, Florida-Musikverlag, Berlin 

Reinhold Prinz Musikverlag, Berlin-Neukölln 

Paul Raasch (Kolonialliederverlag, Musikverlag Neues 

Deutschland), Berlin 

Paul Schmidt, Berlin 

Personenstandsgesetz 

P. Westphal, Berlin-Karlshorst 

Edmund Rachner, Gelsenkirchen 

Rather, Leipzig (= Sikorski) 

Radio-Verkehrs-AG., ab 1924 der österreichische Rundfunk 
J. Rieter-Biedermann, Leipzig (zu Musikverlag Peters-Petschull 
"arisiert ") 

Ries & Erler, Berlin 
Gebrüder Reinecke, Leipzig 

Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und 

Volksbildung 

Regiment, Regiments 

Richard Hoppe, Berlin 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


23 


[RhW] 

RIAS 

RIOD 

[RK] 
RKK 
RLB 

[RL] 
RLM 

[RM] 
RMI 
RMK 
RML 

RMLE 

RMVP 


[RN] 

[Ro] 

[RoW] 

[RP] 

RPA, RPÄ 

RPL 

RPT 

RR 

[RR] 

RS 

RSHA 

RSK 

[RT] 

RTK 

[Rü] 

RVgemChe 

[RW] 

S 

SA 

[Sa] 

[SaL] 

SaxStn. 

[SB] 

SBZ 


[Sc] 

[Sch] 

[Scha] 

[SchB] 

[SchD] 


Rheingold, Wesel 

Rundfunk im amerikanischen Sektor (Berlins) 
siehe NIOD (Archiv) 

Musikverlag Rheingold Karl Jacobs, Koblenz 

Reichskulturkammer 

Reichsluftschutzbund 

W. Reissbrodt, Leipzig 

Reichsluftfahrtministerium 

Anna Ruthe, Magdeburg 

Reichsministerium, Reichsminister des Innern 

Reichsmusikkammer 

Riemann Musiklexikon. Personenteil (Mainz, 12 1959) 
Musikpolitische Sachverhalte sind hier ignoriert. 
idem, Ergänzungsband. Personenteil (Mainz, 1972) 
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda 
Abteilung H = Haushalt, M = Musik, Pers = Personal, 

Rfk = Rundfunk, RV = Reichsverteidigung, T = Theater 

Fred Richter, Naunhof bei Leipzig 

Musikverlag Rotköpfchen, Berlin 

Adolf Robitschek, Wien 

Deutscher Verlag Richard Pach, Breslau 

Reichspropagandaamt/ämter 

Reichspropagandaleitung 

Reichsparteitag 

Regierungsrat 

Rudi Roonthal, Köln 

Reichssender 

Reichssicherheitshauptamt 
Reichsschrifttumskammer 
Risi-Ton-Verlag, Richard Siedentopf, Berlin 
Reichstheaterkammer 
Robert Rühle, Berlin 

Reichsverband der gemischten Chöre Deutschlands 

Rühle & Wendling, Leipzig 

Sopran 

Sturmabteilung 

Musikverlag Saxonia, Dresden 

Sander, Leipzig 

Saxophonstimmen 

MV Sanssouci (Wilke & Co), Berlin 

Sowjetische Besatzungszone 

Von der Roten Armee bei Kriegsende besetztes und verwaltetes 

deutsches Gebiet bis zur Gründung der DDR 1949. 

Musikverlage B. Schotts Söhne, Mainz 

Schaeffers, Berlin 

Albert Schaper, Berlin 

Schlesinger, Berlin 

L. Schwann, Düsseldorf 




Abkürzungen 


[SchL] 

[Sch&C] 

[S&C] 

[SD] 

SD 

SDR 

[Sei] 

selbst 

SFB 

[Si] 

[Sim] 

SIM 

[SK] 

[SL] 

[SM] 
SML 


[So] 

[SoV] 

SPD 

[SR] 

SS 

[St] 

[Sta] 

STAGMA 

[StG] 

[StL] 

StMM 

[St&R] 

[StS] 

[StV] 

[Su] 

[SuB] 

Südfunk 

[SV] 

[SVL] 

SWF 

[Sy] 

T 

[T] 

[TB] 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


24 


M. Schauenburg, Lahr 
Schulenburg & Co, Berlin 
J. Schuberth & Co, Leipzig 
Franz Suppan, Düsseldorf 
Sicherheitsdienst 

Süddeutscher Rundfunk Stuttgart (nach 1945) 

OskarSeifert Musikverlag, Leipzig 
Interpretation des Urhebers (nach Dgt. o. ä.) 

Sender Freies Berlin 

Musikalienhandlung E. Simon (Inh. Alfred Döring), Stettin 

N. Simrock, Leipzig (= Sikorski) 

Staatliches Institut für (deutsche) Musikforschung, Berlin 
W. Simon, Kassel 

Hans Sikorski Musikverlage (u. a. Benjamin, Musikverlag City, 
Emil Grunert, D. Rahter, N. Simrock), Leipzig 
Serano, München 

Horst Seeger, Musiklexikon in 2 Bänden (Leipzig, 1966) 

Der Autor erwähnt und kritisiert politisches Fehlverhalten nur > 

wenn Musiker nach 1945 entweder nicht Bürger der DDR waren 

oder nicht als Freunde der DDR galten 

Soltanscher Verlag Ferdinand Bischof, Frankfurt a. M. 

Solisten-Verlag, Wien 

Sozialdemokratische Partei Deutschlands 

Sonderreferat Truppenbetreuung beim Reichskommissar 

Den Haag 

Schutzstaffel 

Die Abkürzung bediente sich häufig der Sieggrune. 

Albert Stahl, Berlin 
Staufen-Verlag, Göttingen. 

Staatlich genehmigte Gesellschaft zur Verwertung 
musikalischer Urheberrechte (1933-1945) 

MV Siegfried Stanberg, Graz und Wien 
Steingräber-Verlag, Leipzig 

Stabsmusikmeister (ab 12. 4. 1938 Dienstrang Hauptmann) 

Steigerwald & Rothaug, Würzburg-Höchberg 

Stahlberg, Stuttgart 

Steirische Verlagsanstalt, Graz 

Sunnwend-Verlag, Leipzig 

W. Sulzbach, Berlin 

Süddeutscher Rundfunk, Stuttgart (bis 1934) 

Selbstverlag 

Standarten-Verlag, Leipzig 

Südwestdeutscher Rundfunk, Frankfurt (bis 1934; nach 1945 
Südwestfunk Baden-Baden, zuletzt Südwestrundfunk) 
Symphonie-Verlag, München 
Tenor 

P. J. Tonger, Köln 
Tauentzien MV, Berlin 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


25 


[TD] 

[Th F] 
[T8Ü] 

[TL] 

[TM] 
[Tr] 
[Tri] 
TrK 
[TT] 
[TuM] 

[TV] 

[U] 

UA 

UB 

[UB] 

Überl. 

[UE] 

uk 

[Ul] 

[UM] 
UrS 

[V] 

VB 

[VB] 

VDA 

VDK(M) 

VEB 

[VfdM] 

[VJV] 

[VL] 

[VM] 
[VNM] 
[VS] 

[W] 
[VVD] 
[VVF] 
[W] 
WASt 


[WB] 

[WBo] 

[W&C] 

[WD] 
WDR 

[WE] 


Thiele & Sohn, Dresden 

Theodor Herbert Fritsch jun., Leipzig 

Tischer & Jagenberg, Köln 

C. F. Teich, Leipzig 

Edition To-Ma, Berlin 

Trowitzsch, Berlin und Frankfurt a. d. 0. 

Trio-Verlag W. Moß, Berlin-Tempelhof 

Trompeterkorps 

Teo-Ton Verlag, Berlin 

Verlag Der Turner-Musikant, Heinz Wolfensteller, Leipzig 

Taunus-Verlag, Hans Lothar Grahl, Frankfurt am Main; Hans 

Grützner, Bad Homburg 

Edmund Ullmann, Reichenberg 

Uraufführung 

Universitätsbibliothek 

Ufaton-Verlagsgesellschaft, Berlin 

Überlieferung 

Universal-Edition, Wien (ab 1939: Dr. Johannes Petschull) 
unabkömmlich (für den Wehrdienst) 

F. Ullrich, Bad Godesberg 
Union, München 

Ursendung, Rundfunk-Uraufführung 

Ludwig Voggenreiter-Verlag, Potsdam 

Völkischer Beobachter 

Chr. F. Vieweg, Berlin-Lichterfelde 

Verein für das Deutschtum im Ausland 

Verband Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler 

(DDR) 

Volkseigener Betrieb (DDR) 

Verlag für deutsche Musik Paul Lincke (Robert Rühle), Berlin 

Verlag für Jugend und Volk, Leipzig 

B. F. Voigt, Leipzig 

Jos. Viegener, Münster 

Verlag für Neudeutsche Musik, Leipzig 

Ludwig Vahlberg, Stuttgart 

Völkischer Verlag Reinhold von Hunnius, Stettin 

Völkischer Verlag, Düsseldorf 

Volkstümlicher Verlag Margarethe Frisch, Chemnitz 

Otto Wrede (Regina-Verlag), Berlin 

Wehrmachtauskunftstelle (Deutsche Dienststelle für die 

Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen 

der ehemaligen deutschen Wehrmacht) 

Otto Wernthal, Berlin-Lichterfelde-Ost 

Wiener Boheme-Verlag, Berlin 

Wilke & Co (Sanssouci), Berlin 

Wildts MV (Inhaber Franz & Josef Wildt), Dortmund 

Westdeutscher Rundfunk, Köln (nach 1945) 

Willi Webels, Essen 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


26 


Werag 

[WH] 

[WHe] 

WHW 

[WL] 

[WM] 

Wm 

[WP] 

[WU] 

[Wü] 

Wulf 

[WV] 

[WW] 

[ZF] 

ZfM 

ZKNSDAP 


[ZL] 

[ZLÖ] 

[Zs] 

[ZVNSDAP] 


ABPh 


ACDJC 


AdJ 


AdK 


Westdeutsche Rundfunk-AG., Köln (bis 1934) 

Wilhelm Hansen, Leipzig 
W. Hendriock, Berlin-Steglitz 
Winterhilfswerk 

Wilhelm Lüdecke, Bismark/Altmark 
Musikverlag Willi Müller, Heidelberg 

Wachtmeister (Feldwebel in bestimmten Waffengattungen) 

Willi Pinkert, Berlin 

Völkischer Verlag W. Uttikal, Breslau, 

bis 1933 Steinberg & Uttikal 

Willy Würges, Köln 

Joseph Wulf: Musik im Dritten Reich. Eine Dokumentation 
(Gütersloh, 1963) 

Widukind-Verlag Alexander Boß, Berlin-Lichterfelde 
Josef Worall, Wien 
Zimmermann, Frankfurt a. M. 

Zeitschrift für Musik 
Zentralkartei der NSDAP 

Früher im Berlin Document Center, heute auf Mikrofilm im 
Bundesarchiv Berlin (Bestand 3100), ergänzend eine 
Ortsgruppenkartei (Bestand 3200). Nichtarier und ''nichtarisch 
Versippte” konnten der NSDAP nicht angehören. 

Wilhelm Zimmermann, Leipzig 
Zell Musikverlag, Lörrach 
P. Zschocher, Leipzig 

Zentralverlag der NSDAP, Franz Eher Nachf., München 


Archivkürzel 

Archiv der Berliner Philharmoniker e. V. 

Staatliches Institut für Musikforschung (SIM), Berlin. 

Archives du Centre de Documentation Juive Contemporaine. 

17, Rue Geoffroy-l'Asnier, Paris 4. 

Bedeutendes Material über den antisemitischen Komplex der 
NS-Kulturpolitik, besonders aus Provenienz des Amts 
Rosenberg. 

Archiv der deutschen Jugendbewegung. 

Burg Ludwigstein, 37214 Witzenhausen. 

Aufschlußreiches Material - Dokumente, Korrespondenz, 
Aufzeichnungen, Sekundärliteratur - auch über jugendbewegte 
Musik und deren Denker. 

Archiv der Akademie der Künste. 

Robert Koch-Str. 10, 10112 Berlin. 

Wichtige Sammlung zu den Bereichen jüdische Kulturbünde 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


27 


(mit Findbuch) und jüdische Musikemigration, ferner Personal¬ 
akten von Mitgliedern der Akademie, Sektion Musik, sowie 
zahlreiche Nachlässe und Sammlungen zur Musik (mit 
Bestands Verzeichnis). 

AdR Archiv der Republik, siehe: ÖstA. 

AJM Archiv der Jugendmusikbewegung. 

Herzog-August-Bibliothek. 

Lessingplatz 1, 38304 Wolfenbüttel. 

Postanschrift: Postfach 1364, 38299 Wolfenbüttel. 

Reichhaltiges Material zur Geschichte der Jugendmusikbewe¬ 
gung und ihrer Köpfe, Textpublikationen, Liedanthologien, 
Schulmusikbücher vor und nach 1945. 

AP Archiv Prieberg. 

Hauptsächlich biographisches Material, Schriftdokumente in 
Kopie oder auf Mikrofilm, originale Korrespondenz mit Musik¬ 
schaffenden nach 1945, zahlreiche Partituren, Sammlung von 
über 2000 Musiker-Kartei karten (Kopien) aus der Mitglieder¬ 
kartei der NSDAP. Das Archiv Prieberg wird nach Abschluß der 
lexikographischen Arbeiten vom Musikwissenschaftlichen 
Institut der Universität Kiel übernommen und kann dann dort 
benutzt werden. 

BA Bundesarchiv Berlin. 

Finckensteinallee 63, 12205 Berlin. 

Postanschrift: Postfach 450569, 12175 Berlin. 

Dokumente mit vielen Musikbezügen, besonders in den 
Beständen Neue Reichskanzlei (R 43 II), Persönlicher Stab des 
Reichsführers-SS (NS 19 neu), Reichsministerium für Rüstung 
und Kriegsproduktion (R 3), Reichsprotektor in Böhmen und 
Mähren (R 30), SS-Forschungs- und Lehrgemeinschaft "Ahnen¬ 
erbe" (NS 21), Reichsorganisationsleiter der NSDAP (NS 22), 
Hauptarchiv der NSDAP (NS 26), Hauptamt für Erzieher/ 
Reichswaltung des NS-Lehrerbundes (NS 12), Persönliche 
Adjutantur des Führers und Reichskanzlers (NS 10), Kanzlei 
Rosenberg (NS 8), Parteiamtliche Prüfungskommission zum 
Schutze des NS-Schrifttums (NS 11), Reichsministerium für 
Volksaufklärung und Propaganda (R 55; drei Findbücher, eines 
davon - kaum brauchbar - beschränkt auf Abteilung T, Prüfung 
und Beurteilung von Werken), Reichsministerium für Wissen¬ 
schaft, Erziehung und Volksbildung (R 4901), Hitler-Jugend 
(NS 28), Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (NS 30, 

Find buch), Reichskulturkammer (R 56 I, R 56 II), 
Reichspropaganda-Ieitung der NSDAP (NS 18), Reichskartei der 
NSDAP (3100), Gau- bzw. Ortsgruppenkartei der NSDAP 
(3200). 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


28 


BstB 

BBF 

BDC 

DÖW 

DRA 


Die bis 1995 in den Abteilungen Bonn, Potsdam (ehedem 
Zentrales Staatsarchiv der DDR) und Berlin (ehedem Berlin 
Document Center) verstreuten Bestände R und NS sind 
1996/97 sämtlich nach Berlin-Lichterfelde umgelagert worden. 
Obwohl sich die Arbeit an diesem Lexikon über Jahrzehnte 
erstreckte, sind Standorte und Bestandssignaturen möglichst 
aktualisiert. Alle Namensakten, wo nicht anders vermerkt > 
stammen aus dem Bestand Reichskulturkammer (RKK). Es 
handelt sich dabei um Mischbestände, die nach 1945 von der 
US-Besatzungsmacht aus der erhaltenen Überlieferung 
verschiedener Provenienzen zum Zweck der politischen 
Beurteilung von Kulturschaffenden zusammengetragen 
wurden. Sind Quellen des Bundesarchivs ohne Seitenzahl 
angeführt > so war zur Zeit der Recherche noch keine 
Paginierung vorhanden. 

Bayerische Staatsbibliothek. 

Ludwigstr. 16, 80539 München. 

Außer den damals fortlaufend eingestellten Musikausgaben 
verfügt die BStB über die Archiv-Bestände des Zentralverlages 
der NSDAP Franz Eher Nachfolger. Es handelt sich um etwa 
500 Titel mit den Signaturen Mus. pr. 89.141 - 89.208, sowie 
4 Mus. pr. 89.1231 - 89.1439. 

Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung des Deutschen 
Instituts für Internationale Pädagogische Forschung, Archiv. 
Warschauer Str. 34-38, 10243 Berlin. 

Zum Archivbestand gehören u. a. zahlreiche wichtige 
Personalunterlagen von Musiklehrern aus Preußen (so 
Ostpreußen, Pommern und Schlesien). 

Berlin Document Center. 

Das BDC gab bis 1995 seinen gesamten Bestand an das BA 
und andere Staatsarchive ab. 

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes. 
Wipplinger Str. 6-8 (Altes Rathaus), Wien. 

Deutsches Rundfunkarchiv. 

Bertramstr. 8, 60320 Frankfurt am Main. 

Marlene-Dietrich-Allee 20, 14482 Potsdam-Babelsberg. 

In Frankfurt sind u. a. die erhaltenen Tonaufnahmen archiviert, 
sowohl Mitschnitte von Musikveranstaltungen wie Rundfunk¬ 
produktionen und Umschnitte von Schallplatten, vielfach schon 
digitalisiert. Der Bestand wurde von der Forschung bislang 
wenig genutzt. Es existiert ein lückenhaftes und unzureichen¬ 
des Find buch: "Politische Musik in der Zeit des Nationalsozia¬ 
lismus. Ein Verzeichnis der Tondokumente (1933-1945)” 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


29 


GSA 

HdK 


IfZ 


LBI 

Nachlaß 

Furtwängler 

NIOD 


(Potsdam, 2000). Titel mit BOO-Nummern sind dort nicht 
verzeichnet. 

Geheimes Staatsarchiv. 

Archivstr. 12-14, 14195 Berlin. 

Dokumente zur Preußischen Staatsoper und zur Finanzierung 
des Berliner Philharmonischen Orchesters. 

Hochschule (jetzt: Universität) der Künste, Berlin. 
Hochschulbibliothek, Abt. Musik und darstellende Kunst, 

Archiv. 

Das Archiv beherbergt 16 Nachlässe und Teilnachlässe, 

90 Sammelmappen und 10 Kartons mit Material über 
Persönlichkeiten des Berliner Musiklebens. Im Bereich 
Allgemeines/Geschichte lagern Dokumente aus der Sektion 
Musik der Preußischen Akademie der Künste, ferner zur 
Kgl. Hochschule für Musik und dem 1922 begründeten Seminar 
für Musikerziehung sowie dem Stern'schen Konservatorium. 
Autographe von Boris Blacher und Franz Schreker. 

Institut für Zeitgeschichte, Archiv, München. 

Das IfZ verfügt u. a. über eine Sammlung von Biographien 
emigrierter Künstler, darunter zahlreiche Musiker, ferner eine 
von den National Archives, Washington, übernommene Liste 
von 1936/37 mit den Namen der für den Rundfunk gesperrten 
bzw. mit Sondergenehmigung arbeitenden Künstler, darunter 
zahlreiche Komponisten, Instrumentalisten und Sänger 
(Mikrofiche, Signatur: 4/8-3/13, OMGUS); ferner Dokumente 
des Amts Rosenberg, Hauptamt Wissenschaft, aus dem YIVO- 
Institute New York, so (Signatur: MA 141) Zeitungsartikel, 
Korrespondenzen, Manuskripte, etc. von und mit Hochschul¬ 
lehrern, auch Musikologen, 1934-1944, weiterhin (Signatur: 

MA 116) Korrespondenzen des ARR mit der Parteikanzlei, 
Gutachten anläßlich von Berufungen, Ernennungen, Ehrungen, 
1941-1944. 

Leo Baeck Institute, Archiv, New York. 

Information vornehmlich zu emigrierten oder im Reich 
verbliebenen (jüdischen) Musikern. 

Wichtiger Bestand in Privathand, zur Zeit bei 
Prof. Dr. Andreas Furtwängler, Universität Halle. 

Nederlands Instituut voor Oorlogsdocumentatie 
(Niederländisches Institut für Kriegsdokumentation). 
Herengracht 474, NL-1017 CA Amsterdam (früher RIOD). 

Der Bestand DVK (Departement für Volksaufklärung und 
Künste) bietet reichhaltiges Material zur Musikpolitik der 




Abkürzungen 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


30 


deutschen Besatzungsmacht in Holland. 

ÖNB Österreichische Nationalbibliothek Wien, Musiksammlung. 

Der Bestand enthält zahlreiche Musikernachlässe, u. a. einen 
Teilnachlaß Hans Pfitzner mit reichhaltiger Korrespondenz 
(Signatur: F 68 Pfitzner). 

ÖstA-AdR Österreichisches Staatsarchiv - Archiv der Republik, Wien. 

In diesem Teil des Österreichischen Staatsarchivs liegen alle 
Gauakten des Bundesministeriums für Inneres, Wien, darunter 
Personalakten auch über Musikschaffende. Der Bestand Reichs¬ 
statthalterei III enthält zahlreiche Musikdokumente aus dem 
Bereich der Reichsstatthalter Bürckel und Schirach, 1938-1945. 

PAA Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Berlin (früher Bonn). 

Bedeutsame Information von Schnittstellen zwischen Musik 
und Politik: Berichte der Auslandsvertretungen über Gastspiele 
deutscher Musiker in ihrem Bereich und das Echo der NS- 
Musikpolitik im Ausland. Die Bestände sind wegen Kriegsverlust 
meist lückenhaft. 

SIM Staatliches Institut für Musikforschung, Berlin. 

StBB Staatsbibliothek zu Berlin, Musikabteilung. 

Hier befinden sich u. a. 120 Nachlässe, darunter von 
Hans-Joachim Moser > Ernst Pepping und Friedrich Smend, 
ferner ein Depositum GEMA mit Korrespondenz der STAGMA. 

Thüringisches Hauptstaatsarchiv. 

Marstallstr. 2, 99423 Weimar. 

PA = Personalakte aus dem Bereich Volksbildung; 

Gl des DNT = Generalintendanz des Deutschen 
Nationaltheaters - Dienstakte. 

Wilhelm-Furtwängler-Archiv. 

Musikabteilung der Zentralbibliothek, Postfach, CH-8025 Zürich. 
Korrespondenzen, Entwürfe, Adreßbuch, 
Kalenderaufzeichnungen von W. Furtwängler. 


WFA 




Politisches Kalendarium 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


31 


Politisches Kalendarium 


Häufig standen wichtige Ereignisse im zeitlichen Kontext von politischen 
Gedenk- und Feiertagen, dienten zur Ausgestaltung des "de tempore der 
völkischen Lebensordnung " (0. Brodde). Zu beachten ist, daß häufig Daten 
um die Ereignistermine herum, oft schon - als Einstimmung - "Vorabende" 
für Aufführungen genutzt wurden. 

Ein * im Text des Handbuches kennzeichnet jeweils den feststellbaren 
politischen Einsatz einer Aufführung, Ehrung oder Publikation. Weitere 
Daten blieben auf den örtlichen Rahmen beschränkt, so politische 
Morgenfeiern, Veranstaltungen von lokalen NS-Organisationen, Kulturtage 
und Gaukulturwochen der NSDAP. 


6/1/35 

10/1/20 

12/1/93 

13/1/35 

17/1/37 

18/1/71 

24/1/33 

28/1/23 

28/1/38 

29/1/39 

30/1/33 

11/11/34 
21/11/37 
23/11/30 
24/11/20 
27/11/25 
1/III/35 
2/III/43 
5/III/33 
8/111/17 
8/III/36 

10/III 

ll/III 

12/III 

13/III 

13/III/38 

14/III 

15/III 

16/III 


Tag der Deutschen Saar 

Danzig wird vom Deutschen Reich getrennt 

Hermann Göring und Alfred Rosenberg, Geburtstag 

Saarabstimmung 

Tag der Deutschen Polizei 

Gründung des 1. Deutschen Reiches 

Ermordung des Hitlerjungen Herbert Norkus in Berlin 

1. Parteitag der NSDAP in München 

Tag der Deutschen Polizei 

Tag der Deutschen Polizei 

Tag der "Machtübernahme"; Mord an SA-Sturmführer Hans 
Maikowski in Berlin 
"Tag des Rundfunks" 

Heldengedenktag 

Tod von Horst Wessel 

Verkündung des Programms der NSDAP 

Wiederbegründung der NSDAP 

Tag der Heimkehr der Saar; Tag der Luftwaffe 1935 

Tag der Luftwaffe 1943 

Reichstagswahl mit Wahlsieg der Regierung Hitler 
Graf Zeppelin verstorben 

Heldengedenktag (bis 1939 am 5. Sonntag vor Ostern, 
Reminiscere) 

Heldengedenktag 1940 
Heldengedenktag 1945 
Heldengedenktag 1933 und 1944 
Heldengedenktag 1938 und 1939 

"Anschluß" Österreichs ans Reich ("Heimkehr der Ostmark") 
Heldengedenktag 1943, von Hitler auf den 21/III verlegt 
Heldengedenktag 1942 

Heldengedenktag (ab 1939 - wenn Sonntag, oder ein Sonntag 
vor diesem) 




Politisches Kalendarium 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


32 


16/III/39 

16/III/3 5 

16/III 

17/III 

19/III 

19/III/36 

21/III/33 

21/III/68 

23/III/33 

23/III/39 

21/III 

27/III 

l/IV/1815 

l/IV/33 

9/IV/1865 

9/IV/40 


10/IV/35 

10/IV/38 

19/IV/37 

20/IV/89 

21/IV/18 

29/IV/33 

1/V 

5/V/41 

6/V/34 

9/V/37 

12/V/35 

13/V/34 

15/V/38 

16/V/43 

18/V 

19/V/35 

21/V/44 

21/V/21 

21/V/35 

26/V/23 


Errichtung des Protektorats Böhmen und Mähren 
Hitler verkündet die "Wehrfreiheit" 

Heldengedenktag 1941 
Heldengedenktag 1935 
"Tag der Wehrmacht" 

Volksbefragung über Hitlers Politik 
"Tag von Potsdam" 

Dietrich Eckart geboren 

Der Reichstag verabschiedet das Ermächtigungsgesetz 

Eingliederung des Memelgebiets 

Heldengedenktag 1943 

Tag der Verpflichtung der Jugend 

Bismarck geboren 

Das Panzerschiff "Deutschland" wird in Dienst gestellt 
Ludendorff geboren 
Deutsche Landung in Narvik 

Zahlreiche Titel feiern diese und die folgenden verlustreichen 
Kämpfe um die nordnorwegische Hafenstadt, den Endpunkt 
der schwedischen Erzbahn, im April/Mai zwecks Sicherung der 
Erzlieferungen und Zurückwerfung der Briten. Diese schlossen 
die deutsche Landegruppe, die 8. Gebirgsjäger-Division unter 
Führung von General Dietl, mit einer Gegenlandung nördlich 
der Stadt zunächst ein, sodaß Hitler die Aufgabe befahl, 
zogen sich aber zurück, als Dietl die Landverbindung nach 
Trondheim herstellte. 

Heirat Göring-Sonnemann 

Volksabstimmung über die Ostmark 

Gründung des NS-Fliegerkorps anstelle des Deutschen 

Luftsportverbandes 

Hitler geboren 

Tod des Jagdfliegers Manfred von Richthofen 

Gründung des Reichsluftschutzbundes 

Maifeiertag 

Muttertag 

Tag der Saar 

Muttertag 

Muttertag 

Muttertag 

Muttertag 

Muttertag 

Muttertag 

Erstes Autobahnteilstück F-DA fertig 
Muttertag 

Eroberung des Annabergs durch Freikorps 
Wehrgesetz 

Hinrichtung Albert Leo Schlageters 

Zahlreiche Titel feiern den Offizier Albert Leo Schlageter 

(1894-1923), der im Untergrund Privatkrieg gegen die 




Politisches Kalendarium 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


33 


28/V/33 

31/V/16 


17/VI/22 
20/VI/33 
21/VI 
21/VI 
21/VI/19 


26/VI/35 

27/VI/37 

28/VI/14 

28/VI/19 

10/VII/39 

16-18/VII/37 

26/VII/02 

30/VII/98 

l/VIII/14 

2/VIII/34 


französisch-belgisch-italienische Ruhrbesetzung führte, 
welche die nachlassenden Reparationslieferungen an Kohle 
und Stahl aus dem Versailler Vertrag sichern sollte, und dafür 
von einem französischen Militärgericht zum Tode verurteilt 
und auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf erschossen wur¬ 
de. Der NS stilisierte den Rechtsbrecher zum Nationalhelden. 
Sieg der NSDAP bei der Danziger Volkstagswahl 
Seeschlacht im Skagerrak 

Zahlreiche Titel feiern die einzige große Seeschlacht des 
ersten Weltkriegs, die am 31. Mai und 1. Juni 1916 in dem 
Skagerrak genannten Teil der Nordsee zwischen 37 Gro߬ 
kampfschiffen der britischen Grand Fleet unter Admiral 
Jellicoe und 21 der deutschen Hochseeflotte unter Admiral 
Scheer stattfand und ohne Entscheidung endete. Dabei 
sanken 115.000 Tonnen englischer; 61.000 Tonnen deutscher 
Schiffsraum; ca. 10.000 Seeleute verloren ihr Leben. Berlin 
wertete das als großen Sieg, weil sich die Briten zurückzogen, 
um Material und Personal zu schonen. 

Teilung Oberschlesiens 

Die NSDAP übernimmt die Regierung der Freien Stadt Danzig 

Sommersonnenwende 

"Tag der deutschen Jugend" 

Admiral von Reuter läßt die von den alliierten Siegern in 
Scapa Flow sequestrierte deutsche Flotte versenken. 

Mehrere Titel feiern diesen Versuch, den Alliierten die Kriegs¬ 
beute von immerhin 80 Schiffen zu entziehen. 

Andere feiern den Erfolg von Kapitänleutnant Günther Prien; 
der mit seinem U-Boot am 13. Oktober 1939 unbemerkt in 
den "völlig sicheren" britischen Heimathafen der Home Fleet; 
Scapa Flow in Schottland', einlief; das Schlachtschiff "Royal 
Oak" durch Torpedotreffer versenkte und den Schlachtkreuzer 
"Repulse" anschoß. Wie alle Helden, starb der 33-jährige 
Ritterkreuzträger verfrüht, nämlich am 7/111/41, als sein Boot 
von britischen Seestreitkräften zerstört wurde. 

RAD-Gesetz (macht RAD zur Pflicht), Tag des RAD 

Deutscher Liedertag 

Mord in Sarajewo 

Friede von Versailles 

Tag von Tannenberg 

Tage der deutschen Kunst 

Albert Förster, Gauleiter von Danzig, geboren 

Bismarck verstorben 

Beginn des 1. Weltkriegs 

Tod Hindenburgs 

Zahlreiche Titel feiern Paul von Beneckendorff und 
Hindenburg (1847-1934), GeneraIfeldmarschall und 1914 
Oberbefehlshaber der Armee, Sieger der Schlacht bei Tannen¬ 
berg gegen die Russen, 1925 zum Reichspräsidenten gewählt, 




Politisches Kalendarium 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


34 


1932 wiedergewählt; er setzte Hitler am 30/1/33 als Reichs¬ 
kanzler ein. 

16/VIII/1717 Prinz Eugen schlägt die Türken bei Belgrad 
19/VIII/34 Volksabstimmung zur Bestätigung Hitlers als Staatsoberhaupt 
25/VIII/37 Tag der deutschen Militärmusik 
27-29/VIII/14 Schlacht bei Tannenberg 

Zahlreiche Titel feiern die Schlacht bei Tannenberg, bei der 
die deutsche 8. Armee unter Generaloberst von Hindenburg 
zwischen 27. und 29 August 1914 die 2. Russische (Narew-) 
Armee unter Alexander Samssonow schlug, der den Freitod 
der "Schande der Niederlage" vorzog. Tatsächlich spielte sich 
die Schlacht im Raum Hohenstein-Gilgenburg-Ortelsburg- 
Soldau ab und verlegte den Russen den Weg nach Allenstein. 
Sie erzwang den Rückzug der nach der Kriegserklärung des 
Zaren tief in Ostpreußen eingedrungenen russischen Truppen. 
Die deutschen Militärs benannten sie jedoch nach Tannen¬ 
berg, um die dortige Niederlage der Deutschordensritter 1410 
gegen Polen und Litauer zu kompensieren. Bei Tannenberg 
entstand eine monumentale Feierstätte (begonnen 1927). 
l/IX/39 Überfall auf Polen, Beginn des 2. Weltkriegs 

15/IX/35 Nürnberger Gesetze 

18/IX/38 Tag des deutschen Volkstums 1938 

19/IX/37 Tag des deutschen Volkstums 1937, 1939 

22/IX/35 Tag des deutschen Volkstums 1935 

27/IX/39 Einmarsch der Wehrmacht in Warschau 

l/X/38 Eingliederung des Sudetengebiets 

1/X Erntedanktag 1944 

2/X Erntedanktag 1938 

2/X/1847 Geburtstag Hindenburgs 

3/X Erntedanktag 1937, 1943 

4/X Erntedanktag 1936 

5/X Erntedanktag 1941 

6/X/35 Erntedankfest auf dem Bückeberg 

7/X Erntedanktag 1940 

24/X/34 Die "Deutsche Arbeitsfront" wird Pflichtorganisation 

28/X/16 Tod des Jagdfliegers Oswald Boelcke 

29/X/97 Geburtstag von Josef Goebbels 

l/XI/14 Hindenburg wird zum Oberbefehlshaber Ost ernannt 

4/XI/21 Gründung der SA 

9/XI/23 NS-Putschversuch in München; "Tag der Kämpfer" 

10/XI/14 Langemarck-Tag 

Zahlreiche Titel feiern einen sinnlosen verlustreichen Sturm¬ 
angriff des XXIII. Reservekorps bei dem flandrischen Dorf 
Langemarck in Belgien am 10. November 1914 durch kaum 
ausgebildete junge Kriegsfreiwillige; nach dem vom General¬ 
stab am 11/XI/14 herausgegebenen Heeresbericht seien sie 
mit dem Deutschlandlied auf den Lippen gestorben. Der NS 
baute darauf einen Opfer-Mythos auf: 




Politisches Kalendarium 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


35 


"Was dort in Flandern geschah, als In späten Oktobertagen 
neunzehnhundertvierzehn mitten im schon regnenden Feuer 
des Feindes unter dem nächtlichen Himmel, überglüht von 
wildem in rotem Achatschliff erstarrtem Gewölk, Scharen von 
jungen Männern aius kaum vertieften Gräben, aus Furchen, 
yo/7 flacher Erde plötzlich emporsprangen und, den Gesang 
eines brausenden Liedes auf den Uppen, den Sturm gegen 
die feindlichen Linien trugen, war ein Unvergleichliches” 
(Rudolf G. Binding). 


ll/XI/18 

Waffenstillstand im ersten Weltkrieg 

12/XI/33 

Reichstagswahl (Entscheidung für Hitler 

15/XI/20 

Danzig erhält den Status einer "Freien Stadt 

15/XI 

Tag der deutschen Hausmusik 1937 

17/XI/35 

Reichsbauerntag in Goslar 

18/XI 

Tag der deutschen Hausmusik 1941 

19/XI 

Totensonntag 1939 

20/XI 

Totensonntag 1938 

21/XI 

Totensonntag 1943 

22/XI 

Totensonntag 1936, 1937, 1942 

23/XI 

Totensonntag 1941 

24/XI 

Totensonntag 1935, 1940 

25/XI 

Totensonntag 1934 

26/XI 

Totensonntag. 1933, 1944 

27/XI/33 

Gründung der NS-Gemeinschaft "KdF" 

6/XII/1849 

August Mackensen geboren 

21/XII 

Wintersonnenwende (Julfest) 

26/XII/23 

Tod Dietrich Eckarts 




Lexikonteil 



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A! a! a! Das Kindlein lieget da. Volkslied. 
In: 

Singkamerad, Anhang München (1939). 


A, a, a, der Winter der ist da. Kinderlied. 
In: 

Singkamerad, Anhang München (1939). 


Aba Haidschi bumbaidschi, schlaf lange (T: Luise Döbereiner). 
Wiegenlied aus dem Sudetenland. 

Vgl. Aber Heidschi bumbeidschi. 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne 
(1938); Singkamerad, Anhang München (1939); Tut auf das Tor (1939). 


ABC, das Kätzchen lief in n Schnee. Kinderlied, in ganz 
Deutschland bekannt. 

In: 

Lieder des Volkes (61936); Klingend Erbe (1941). 


A Baurabüable mag i net. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Es Burebüebli. 

In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Abel, Bernhard 

Heil Deutschland. Album für Konzert-Zither, hgb. von Bernhard Abel 
(1934) [DL]. 

Abel, Otto 

Kirchenmusiker in Berlin (1942) NO 55, Tresckowstr. 36. Kantor und 
Chordirigent der Immanuelkirche. 


Gelegentlich Leiter der Rundfunkspielschar 3 der HJ. 




A 


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14. April 1940: 

0. Abel leitet die Rundfunkspielschar 3 im Morgensingen der Jugend, 
Motto "Die Erde braucht Regen" (DtldS/RS Berlin, 14/IV/40). 

Willi Jahn: Wir traben in die Weite. Kriegslied. Satz: 0. Abel. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 

Droben im Oberland. Volkslied. Satz: Otto Abel. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 

Ich bin ein freier Wildbretschütz. Volkslied. Satz: 0. Abel. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 

Ein Tiroler wollte jagen. Volkslied. Satz: O. Abel. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 25 (März 1941). 


Abendläuten 


= Bim, bam, bim, bam! 


Abendrot, Abendrot, leuchtest ins Torpedoboot; wie im Schoße der 
Familie lebten wir auf der Flottille. "Torpedobootslied" , der Melodie 
"Morgenrot" (Silcher) aufgesetzt. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Heldenmut, Heldenmut, 

bei der Nordsee Ebb und Flut; 

lief auch mancher mal vom Essen fort 

und beugt kreidebleich sich über Bord, 

das wird alles wieder gut". 


In: 

Liederbuch der SA-Marine (1934), 


Abendroth, Hermann 

Berlin, 9. Oktober 1882 - Bevensen, 5. Februar 1951. 

Ursprünglich Elektrotechniker, dann Kabarettsänger in Hamburg, 
"artistischer Vortragskünstler", Texter. 

Nach 1945 zuletzt in Bevensen. 

Werke: Couplets, Schlager auf eigene Texte, Tänze und Märsche, so "Sei 
kein Frosch - und quake nicht" (1937). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. RSHA, 6/XII/41: Nachteilige Notierungen (in 
politischer Hinsicht) liegen nicht vor. 

Mein Mädel, ade, ich fahre zur See! (T: onA ). Seemanns-Marschlied, 
für Gesang und Klavier (1935) [GH]. 

Knorke-Marsch (DtldS, *21/V/38). 

In einer kleinen Garnison (eigner T). Soldatenmarschlied (1943) [GH]. 
Information: FA. 




A 


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Abendroth, Hermann 

Frankfurt a. M., 19. Januar 1883 - Jena (DDR), 29. Mai 1956 
Sohn eines Buchhändlers; Dirigent, GMD, Stadt. Musikdirektor in Köln und 
Leiter des Gürzenich-Orchesters (Konzertgesellschaft), 1933-1934 Direktor 
der Musikhochschule Köln, jedoch auf Betreiben des Gauleiters der NSDAP 
abgesetzt; 1934-1945 in Leipzig Chefdirigent des Gewandhaus-Orchesters, 
dazwischen - Stand 1938 - am Hessischen Landestheater Darmstadt. 

1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. Dann 
Professor an der Musikhochschule Weimar, Leiter der Thüringischen 
Staatskapelle, ab 1946 GMD, 1947 Musikal. Oberleiter des Nationaltheaters 
Weimar und Direktor der dortigen Musikhochschule, und 1949 Chefdirigent 
des Mitteldeutschen Rundfunks Leipzig, 1953 auch des Berliner Rundfunk- 
Sinfonieorchesters. Er erhielt 1949 den Nationalpreis der DDR und 1954 den 
"Vaterländischen Verdienstorden" in Silber und war Mitglied der Dt. 
Akademie der Künste in Berlin (DDR). Mitherausgeber von "Der 
Musikerzieher" [Sc]. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.893.094. KfdK. Ab November 1933 Leiter der 
Fachschaft Musikerzieher und Chorleiter in der RMK (= Fachschaft III der 
Reichsmusikerschaft); Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK. Er 
leitete nach dem Abgang Ludwig Kormanns im Februar 1935 vorübergehend 
das Orchester der Kulturpolitischen Abteilung der NSDAP, Kreis Leipzig. 

1938 vom Präsidenten der RMK für den Reichskultursenat vorgeschlagen. 
Staatsrat. 

Im Rechnungsjahr 1938 subventionierte die Auslandsstelle der RMK 
den Dirigenten aus Mitteln des RMVP u. a. für Gastspiele in Aussig und 
Danzig mit 3.096, 40 RM. 1941 von Gauleiter Sprenger zum Chefdirigenten 
des Rhein-Mainischen Landesorchesters Frankfurt berufen. Am *30/1/44 
erhielt er das KVK II ohne Schwerter. RSHA, 26/VI/44: "Nachteilige 
Notierungen in politischer Hinsicht liegen nicht vor". 

1933 

*21. März 1933: 

Vor Beginn des 9. Konzerts der Saison 1932/33 dirigiert Abendroth 
das Gürzenich-Orchester, das "zur Feier der nationalen Erhebung" stehend 
das Deutschlandlied spielt, während das Publikum begeistert mitsingt 
(Quelle: "Westdeutscher Beobachter", 25/III/33). 

31. März 1933: 

Der Leipziger Oberbürgermeister Goerdeler wendet sich an den Kölner 
Oberbürgermeister Riesen und bezeichnet Abendroth als einzig geeigneten 
"wirklich deutschen und national empfindenden Kapellmeister" zur 
Nachfolge von Bruno Walter (Quelle: Historisches Archiv der Stadt Köln, 
Signatur: Best. 46 Nr. 40/4). 

11. April 1933: 

Dr. Goerdeler erfährt aus Köln, daß Abendroth nach der Entlassung 
von Braunfels die Leitung der Musikhochschule übertragen sei, sodaß kein 
Urlaub gewährt werden könne. 

26. Mai 1933, Rehabilitierung: 




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"Professor Hermann Abendroth hat wieder die gesamte Leitung der 
Hochschule für Musik in Köln übernommen, nachdem der Kommissar Walter 
Trienes auf Grund der Verfügung des Ministers Göring über die 
Zurückziehung besonderer Kommissare seine Tätigkeit an der Staatlichen 
Hochschule für beendet erachtet hat" ("AMZ" LX/21, 26/V/33. S. 295-296). 
2. September 1933: 

Der KfdK bittet Abendroth, für die Eröffnung der "Deutschen 
Kulturtage am Rhein" am 6. Oktober Musiker aus dem Orchester zur 
Verfügung zu stellen. 

Abendroth lehnt dies mit Hinweis auf eine gleichzeitige Sonderprobe 
des Orchesters ab. 

17. November 1933, Rassenfrage: 

"(...) Professor Abendroth wies auf das Grundsätzlich Neue in der 
Musikerziehung hin. Die körperliche Schulung werde von der geistig 
politischen Seite her vertieft. Damit seien der Studentenschaft Aufgaben 
größten Ausmaßes gestellt. Die Probleme der Kultur-, Sozial-, Innen- und 
Außenpolitik dürften dem Musikstudenten nicht unbekannt bleiben, sondern 
er habe sich in sie zu vertiefen. Vor allen Dingen müsse die Rassenfrage 
eine Stellung erhalten, die ihr gedanklich und sachlich zukomme. (...)" 
(Bericht über Abendroths Einführung in die Vorlesungsreihe 
"Musikgeschichte im Lichte der Rassenforschung" von Walter Trienes. 
"Westdeutscher Beobachter" Nr. 293, 17/XI/33). 

30. Dezember 1933: 

"(...) Zunächst vertraulich Folgendes: es handelt sich darum, im 
Rheinland für die Fachschaft der Reichsmusikerschaft Musikerzieher einen 
Landesleiter zu bestellen. Wenn ich auch weiß, daß Sie mit solchen und 
ähnlichen Ämtern und Pflichten bereits reichlich bedacht sind, habe ich 
dennoch Sie in Vorschlag gebracht. Ich bitte Sie, mich darob nicht allzu sehr 
zu schelten und vorbereitet zu sein, wenn von Berlin ein also gehaltener 
Ukas an Sie herantritt. Es wäre denkbar, daß die fragliche Position noch eine 
kleine Erweiterung erfährt. Auch für diesen Fall habe ich niemand Anderen 
und - Besseren als Sie zu präsentieren gewußt" (H. Abendroth an Hermann 
Unger, 30/XII/33. Quelle: Hermann-Unger-Archiv, Lohmar, Band 15). 

1934 

Ende Februar 1934: 

Eine Versammlung von Professoren der Kölner Musikhochschule gegen 
die Entlassung Abendroths wird von SA gesprengt, die Prof. Boell und Emge 
derart verprügelt, daß beide für mehrere Monate krankgeschrieben werden 
müssen. 

6. März 1934: 

(1) Drohung: 

In einem Schreiben untersagt Gustav Havemann den Kölner 
Hochschuldozenten weitere Sympathiebekundungen für Abendroth und 
droht mit der Gestapo (Quelle: Bibliothek der Hochschule für Musik Köln, NL 
E. J. Müller, ohne Signatur). 

(2) Verteidigung: 

"(...) Man macht Abendroth den Vorwurf, er habe im Laufe der letzten 
Jahre zu viel jüdische Künstler engagiert, zu viel ausländische oder jüdische 




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Werke gebracht. Ich habe die beigelegten Programme daraufhin angesehen. 
Der Vorwurf ist unberechtigt. Selbstverständlich ist, dass das repräsentative 
Ausland bei einer großen Konzert-Gesellschaft wie Köln immer mit einem 
gewissen Prozentsatz vertreten sein muss. Selbstverständlich ist, dass die 
junge Generation, eben weil sie einmal da ist - sie wurde meistens auch von 
der Presse entsprechend verlangt - in ihren markantesten Vertretern zu 
Worte kommt. Selbstverständlich ist auch, dass Virtuosen von 
internationalem Rang und überdurchschnittlichem Können zu Worte 
kommen müssen, auch wenn sie Juden sind, (zumal in den in Frage 
kommenden Jahren, wo der Staat nur allzu judenfreundlich eingestellt war.) 

Abendroth persönlich daraus einen Vorwurf zu machen, geht nicht an 

(...). 

Wenn tatsächlich die in dem Brief des Gauleiters von Grohe erwähnten 
Dinge dazu führen sollten, dass ein Mann wie Abendroth seine Stellung 
verliert, so erachte ich es für meine Pflicht als Staatsrat, darauf zu 
bestehen, dass auch die andern namhaften Musiker, die sich gegenwärtig in 
bedeutenden Stellungen befinden, mit Rücksicht auf ihre Vergangenheit vor 
dem Umsturz und ihre Beziehungen zu linksradikalen Kreisen oder 
Regierungen untersucht werden" (Furtwängler, Denkschrift, 6/III/34. Laut 
Mitteilung an Dr. Goebbels vom 2/IV/34 an den Preußischen Innenminister 
geschickt. Quelle: NL Furtwängler). 

Gauleiter Grohe hatte Abendroth u. a. auch beschuldigt > 1918 einen 
sozialistischen Aufruf mitunterschrieben und positive Reiseeindrücke aus der 
Sowjetunion in der "Kölnischen Zeitung" veröffentlicht zu haben. 

21. März 1934, Echo: 

"(...) Man war nämlich dahinter gekommen, daß der Professor - 
obwohl er sich nie mit Politik befaßt und beweisen konnte, daß seine Ahnen 
frei von semitischen Flecken waren - vor einigen Jahren ein oder das andere 
links aussehende Kunst-Manifest mitunterzeichnet hatte. Und es ist doch 
selbstverständlich, nicht wahr, daß ein derartiger Frevler unmöglich an der 
Spitze eines bedeutenden Unterrichts-Instituts für Kunst stehen kann. 
Außerdem warteten verschiedene treue Parteigenossen mit Ungeduld 
darauf, den Platz dieses gewissenlosen Verbrechers einzunehmen. Aber es 
gibt, scheint es, doch noch Deutsche, die sich die neue >Kultur< nicht so 
eins, zwei, drei zu eigen gemacht haben. Es scheint da noch flegelhafte 
Studenten zu geben, die ein Wörtchen mitreden wollten und die sich gegen 
die Entfernung ihres Professors zur Wehr setzten. Sie streikten sogar! Und, 
wahrhaftig, auch die Kollegen des Künstlers protestierten. Nun wurde es 
aber denn Nazis zu viel. Sie sandten S.A.-Leute hin, deren Devise lautete: 
wer nicht hören will, muß fühlen, und ließen zwei der protestierenden 
Professoren unbarmherzig durchprügeln. Ja, ja, solche Sachen kommen vor, 
aber das wird bald aufhören, wenn die deutsche >Kultur< die Barbaren 
gänzlich besiegt hat (oder umgekehrt!)" ("Het Volk", Abendausgabe, 
Amsterdam, 21/III/34. Übersetzung der Dt. Gesandtschaft. Quelle: BA R 
55/ 1181. Blatt 149). 




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Die Presse des Auslandes informierte in der Regel , wie hier ein 
sozialdemokratisches Blatt , auf Grund erweislich wahrer und oft im Reich 
vertraulicher Information. 

21. April 1934, Intervention: 

Wenn z. B. heute die Stadt Köln versucht, um den ihr aus 
irgendwelchen Gründen nicht genehmen Generalmusikdirektor Abendroth 
los zu werden, das altberühmte Institut der Gürzenich-Konzerte eingehen zu 
lassen und durch die Oper aufzuschlucken (nach Vorschlag des 
Oberbürgermeisters Rieser), so ist das nur ein Beispiel für viele. In anderen 
Städten, wie in Düsseldorf, Hamburg, usw., wo seit vielen Jahrzehnten die 
Stellungen des Konzert- und Opern-Dirigenten getrennt vergeben wurden 
und wo deshalb zwei Dirigenten tätig waren, ist diese Zusammenlegung 
schon erfolgt" (Furtwängler an Minister Dr. Goebbels, 2/IV/34. Quelle: NL 
Furtwängler). 

18. Oktober 1934: 

Abendroth leitet sein erstes Konzert als Gewandhauskapellmeister: 1. 
Bach: 3. Brandenburgisches Konzert. - 2. Beethoven: 1. Sinfonie. - 3. 
Brahms: 4 Sinfonie. 

29. November 1934: 

Abendroth dirigiert letztmalig bis 1945 eine Komposition von Felix 
Mendelssohn-Bartholdy, das Violinkonzert E-moll; Solist: Kurt Stiehler, 
Konzertmeister des Gewandhausorchesters. 

1935 

14. März 1935: 

Das Gewandhausorchester Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet die 
Mozart-Variationen von Philipp Jarnach (UA). 

*30. Juni 1935: 

Das Gewandhausorchester, Dgt. H. Abendroth, bietet ein 
Sonderkonzert zum 2. Sächsischen Sängerfest: 1. Weber: Ouvertüre zu 
"Freischütz". - 2. Schubert: Unvollendete. - 3. Brahms: 2. Sinfonie. 

27. September 1935: 

"In Berlin habe ich mit Raabe gesprochen. Er lässt Ihnen sagen, Sie 
möchten jetzt ja nicht die Geduld verlieren. Sie sollen überzeugt sein, daß 
er tun werde, was in seiner Macht stünde. Nur müsse man ihm Zeit lassen. 
Das seien Dinge, die nicht übers Knie gebrochen werden können und 
dürfen. 

Es ist für mich ohne Zweifel, daß Raabe in einem Ihnenhelfen nicht 
das als Lösung ansieht, Ihnen den Jüdischen Kulturbund zugänglich zu 
machen, sondern wenn es ihm gelingt, für Sie positiv zu wirken, wird m. E. 
eine Aehnlichkeit mit dem von Hausegger erwähnten Fall für Sie nicht in 
Frage kommen. (...)" (Hermann Abendroth an Günter Raphael, 27/IX/ 35. 
Quelle: NL Raphael, Faksimile in Thomas Schinköth: "Musik - Das Ende aller 
Illusionen? Günter Raphael im NS-Staat". Hamburg, 1996. S. 69). 

Ziel der Intervention war es, das Berufsverbot für Raphael unwirksam 
zu machen. 

*11. November 1935: 




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Das BPhO mit Sprechchor des RAD Potsdam unter Thilo Scheller und 
einer Sängerschar, Dgt. H. Abendroth, bietet in der Philharmonie - erstmals 
in Berlin - das Chorwerk "Einer baut einen Dom" (T: C. M. Holzapfel) von 
Hansheinrich Dransmann. Solisten: Margarete Arndt-Ober (A), Joseph Witt 
(T), Rudolf Watzke (Bar). Veranstaltung der Berliner Konzertgemeinde und 
des Konzertrings der NSKG. 


1936 

3. Januar 1936: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet für Berliner Konzertgemeinde 
und Konzertring der NSKG u. a. Variationen über ein Thema von Poglietti 
von Winfried Wolf (UA). 

14. März 1936: 

Abendroth sendet einen Empfehlungsbrief an Günther Raphael, um 
ihm beim Kampf gegen das Berufsverbot den Rücken zu stärken. 

20. Mai 1936: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, beginnt eine Gastspielreise, die bis 28. 
Mai dauert und die Städte Budapest, Bukarest, Sofia, Belgrad und Zagreb 
berührt. 

4. Juni 1936: 

Abendroth leitet das BPhO in einem Meisterkonzert für die NSG "Kraft 
durch Freude"; Solist: Eduard Erdmann. 

I. November 1936: 

Abendroth leitet gemeinsam mit Gerhard Maasz anläßlich der 3. 
Reichsmusiktage der HJ in Braunschweig die Landestheaterkapelle 
Braunschweig in einem Sonderkonzert mit Gebrauchsmusik für Orchester 
zur Feiergestaltung, so von G. Maasz die "Feierliche Musik", die Partita Op. 
25 von H. Spitta, "Tafelmusik" von K. Schäfer, Concerto grosso von C. 
Bresgen. 

1937 

1937: 

Mit der Staatskapelle Berlin spielt Abendroth die Ouvertüre zu 
"Iphigenie in Aulis" von Gluck für die NSKG-Schallplatte ein. 

3. März 1937, Goebbels als Musikkritiker: 

"Gewandhaus: Euryanthe-Ouvertüre, Lieder von Marx, z. T. 
wunderbar schön, gesungen von der Ursuleac. Und dann die 2. von Brahms. 
Aber die sagt mir nicht allzuviel. Zu konstruiert und an einigen Stellen zu 
gekonnt. Das Gewandhaus-Orchester spielt unter Abendroth sehr gut. 
Natürlich keine Philharmonie. Das Programm ist etwas unglücklich für diese 
so heterogene Zuhörerschaft zusammengestellt. Man müßte mehr 
todsichere Standardwerke spielen. Und vor allem dürfte dabei Beethoven 
nicht fehlen. Ich sage das nachher auch Abendroth. Er sieht es sofort ein" 
(Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 3/III/37. S. 65). 

Der Minister spielte gern ",seine" Berliner Philharmoniker gegen andere 
Spitzenorchester aus; daß er schnelle Zustimmung des Dirigenten zu seiner 
Kritik registriert, spricht für die Ahnungslosigkeit des NS-Politikers 
hinsichtlich einfachster Psychologie. 

II. Mai 1937: 




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Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet zu den Berliner Kunstwochen für 
die NSG "Kraft durch Freude" einen romantischen Abend mit Werken von 
Schubert und Schumann. Solist: Arthur Troester. 

*8. November 1937: 

Das 2. Konzert im Hessischen Landestheater am Vorabend des 
Gedenktages zum 9. November 1923, Dgt. H. Abendroth, bietet Werke von 
Haydn, erstmals die Sinfonische Musik für Orchester von Dransmann, sowie 
die 3. Sinfonie "Eroica" von Beethoven. 

1938 

*24. Februar 1938: 

Das Gewandhausorchester Leipzig, Dgt. H. Abendroth, bietet zum 
Gedenktag der Verkündung des NSDAP-Programms am 24/11/20 u. a. die 
Feiermusik von C. Bresgen. 

18. März 1938: 

Ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch Freude", Dgt. H. 
Abendroth, bietet Werke von Glasunow und Tschajkowskij und die 
Sinfonische Musik für Orchester von H. Dransmann. 

9. April 1938, Bekenntnis: 

"Haydn, Mozart, Schubert, Bruckner haben zu allen Zeiten ebenso 
zum Glaubensbekenntnis des deutschen Musikers gehört wie Bach, Händel, 
Beethoven, Wagner; das heißt: in der Musik gab es niemals eine Trennung 
zwischen Deutschland und Oesterreich. Daß diese Zusammengehörigkeit 
dank der einzigartigen Tat des Führers nunmehr auch politisch vollzogen ist, 
dafür wird gerade die deutsche Musikerschaft dem Führer Dank wissen, und 
sie wird diesen Dank geschlossen abstatten am 10. April!" ("Die Musik- 
Woche" VI/15, 9/IV/38. S. 243). 

*28. Mai 1938: 

Das Festkonzert des BPhO in Düsseldorf zu den Reichsmusiktagen, 

Dgt. H. Abendroth, bietet die Neunte von Beethoven. Mitwirkende: Ria 
Ginster (S), Lore Fischer (A), Walter Ludwig (T), Rudolf Watzke (B) und der 
Kittelsche Chor aus Berlin. 

5. Juni 1938, Absage: 

"In Erwiderung Ihrer Zuschrift bedaure ich Ihnen mitteilen zu müssen, 
daß ich nicht gewillt bin, dem von Ihnen geplanten Ehrenausschuß 
beizutreten. Zwar bin ich Arier von Geburt, und auch meine 
Weltanschauung ruht auf dieser Basis, ich bin aber nicht gewillt, mich an 
einem Unternehmen zu beteiligen, das das Judentum planmäßig boykottiert. 
Die Juden sind Menschen wie wir, und es geht nicht an, die ganze Rasse 
leiden zu lassen für die Fehler und Vergehen einzelner Schädlinge, die 
schließlich in jeder Menschengattung auftreten (...)" (Abendroth an 
Vortragsbühne des Westens, Berlin, 5/VI/38. Quelle: Archiv der Hochschule 
für Musik Leipzig. Zitat in: Thomas Schinköth, Hrsg., "Musikstadt Leipzig im 
NS-Staat", Altenburg 1997. S. 256). 

*24. Juni 1938: 

In Heidelberg leitet Abendroth das Vereinigte Heidelberger und 
Reichsstudentenorchester im Festkonzert zum 1. Großdeutschen 
Studententag. 




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8. und 9. Juli 1938: 

Abendroth dirigiert ein Konzert des BPhO zum Tag der Deutschen 
Kunst 1938 in München. 

*10. Juli 1938: 

Abendroth bietet mit dem Gewandhausorchester Leipzig am Tag der 
Deutschen Kunst im Kaiserhof der Münchner Residenz die Fünfte von 
Bruckner. 

5. September 1938, Reichskultursenator?: 

Der Präsident der RMK, Raabe, nomiert u. a. H. Abendroth für den 
Reichskultursenat. 

21. Dezember 1938: 

Abendroth dirigiert in München das NSRSO für den Konzertring "Kraft 
durch Freude". 

1939 

*18. Mai 1939: 

H. Abendroth zusammen mit H. Just leitet bei den Reichsmusiktagen 
in Düsseldorf die Arbeitstagung der Fachschaft Musikerzieher der RMK für 
Leiter und Dozenten von Schulungslagern. 

Das Konzert als kulturelle Aufgabe. Vortrag (Düsseldorf, *20/V/39, auf 
der Reichstagung Konzertwesen der Reichsmusiktage). 

Das Konzert als kulturelle Aufgabe ("Leipziger Neueste Nachrichten" Nr. 
151, 31/V/39). 

*16. Juli 1939: 

Abendroth leitet ein Konzert des BPhO zur Eröffnung der Großen 
Deutschen Kunstausstellung in München; Hitler nutzte diese Gelegenheit für 
eine Rede. 

Leitspruch ("Der Musikerzieher" XXXVI/1, Oktober 1939). 

Zitat: 

"Ernste Wolken sind über unserem Deutschen Vaterland aufgezogen. 
Wieder gilt es, einen uns aufgezwungenen Krieg zu bestehen. Das Deutsche 
Volk ist dem Ruf seines Führers gefolgt, es steht in Waffen und kämpft mit 
unvorstellbarem Heldenmut. Aber das alte Wort >Inter arma silent Musae< 
hat im heutigen Deutschland keine Gültigkeit mehr! Das Leben geht weiter, 
und mit ihm sollen die hohen kulturellen Güter unserer Nation lebendige 
Kraft behalten. Darum, Musikerzieher, seid und bleibt am Werk auch in 
dieser ernsten Zeit, sorgt dafür, daß die Nachwuchsquellen unserer Kunst 
nicht versiegen, setzt Euere ganze Kraft dafür ein, daß die heranwachsende 
Jugend neben ihrer körperlichen Ertüchtigung nicht den Sinn verliere für das 
Wahre, Schöne und Gute in der Kunst, zieht ein junges Geschlecht heran, 
dem die Musik Herzenssache ist und das für das große Weltgeschehen aus 
den Deutschen Geistesgütern Kraft und Stärke zu schöpfen vermag". 

Die ständige Großschreibung des Adjektivs "deutsch " spiegelt den 
mystisch-nationalen Enthusiasmus jener Tage und Wochen. 


*3. März 1940: 


1940 




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Das Gewandhausorchester, Dgt. H. Abendroth, bietet zur Eröffnung 
der Leipziger Messe in Anwesenheit von Dr. Goebbels das "Festliche 
Präludium" von R. Strauss. 

19. Juli 1940: 

H. Abendroth führt das BPhO auf eine Gastspielreise, die am 26. Juli 
endet und die Städte Kopenhagen, Älborg, Vyborg, Ärhus und abermals 
Kopenhagen berührt; es handelte sich um fünf Wehrmachtskonzerte. 

Zum Tag der deutschen Hausmusik ("Der Musikerzieher" XXXVII/2, 
November 1940). 

Zitat: 

"Der uns aufgezwungene Krieg fordert die Zusammenfassung aller 
ideellen und materiellen Kräfte unseres Volkes. Das Kunstleben im 
vergangenen Winter hat den Beweis erbracht, daß das Wort >inter arma 
silent musae< im neuen Deutschland nicht gilt. Darin bewährt sich der 
Idealismus unseres Volkes in einzigartiger Weise, daß es zugleich mit den 
höchsten Anstrengungen um den Endsieg über den Gegner die Kraft 
aufbringt, sich mit liebevoller Sorgfalt der Kunst und im besonderen Maße 
unserer Musik hinzugeben. Diese Kraft zu fördern und zu steigern ist unsere 
Aufgabe am diesjährigen >Tag der deutschen Hausmusik<. Die Hausmusik 
als Macht der seelischen Stärkung unseres Volkes und als unbedingte 
Voraussetzung für die Erhaltung des großen Erbes unserer musikalischen 
Vergangenheit zu wahren, sei unsere Pflicht" (S. 17). 

Reichsminister Goebbels hatte 1933 per Erlaß den Tag der Hausmusik 
eingeführt, erstmals am 21/XI/33. 

1941 

24. März 1941: 

Der Konzertring der Stadt Gießen kündigt für diesen Tag ein 
Orchesterkonzert des Rhein-Mainischen Landesorchesters, Dgt. H. 
Abendroth, im Stadttheater an: 1. Mozart: Vorspiel zu "Idomeneo". - 2. 
Mozart: Violinkonzert in A-dur. - 3. Bruckner: 4. Sinfonie Es-dur. Solist: 

Kurt Stiehler (Violine). 

Deutsches Hausmusikgeschehen seit dem ersten Hausmusiktag ("Der 
Musikerzieher" XXXVIII/2, November 1941. S. 17-18). 

Zitat: 

"(...) Der erste >Tag der deutschen Hausmusik<, am Vorabend der 
großen deutschen Revolution fiel zwar in Not-und Kampfzeit, uns aber wirkt 
er heute wie ein Signal für die kulturelle Erhebung, die dann mit dem 30. 
Januar 1933 endgültig ihren Anfang nahm. 

(...) Die Verbundenheit der Hausmusikidee mit dem kulturellen 
Aufbauplan des Dritten Reiches geht aus der Tatsache hervor, daß 
Reichsminister Dr. Goebbels in einem Erlaß zum 21. November 1933 
zur Pflege der Hausmusik aufrief und damit Veranlassung für weitere Erlasse 
der einzelnen Landesministerien gab. Der neue Staat setzt die F a m i I i e n 
gemeinschaft wieder an den Anfang des volklichen Lebens; auch die 
Musik mußte von hier ihren Ausgang nehmen. 

(...) Zum Hausmusiktag rüsten wir uns im Bewußtsein der 
entscheidenden Bedeutung, die der Hausmusikpflege für die seelische 




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Stärkung unseres Volkes gerade im Kriege zukommt. Die Kunstpflege 
gehört so notwendig zu unserem nationalen Leben wie Politik und 
Wirtschaft! Diese Erkenntnis, von den führenden Männern des Reiches 
immer wieder ausgesprochen, ist zum allgemeinen Besitz des Volkes 
geworden. Und wenn wir den Hausmusiktag gerade in lichtlosen 
Novembertagen feiern, so mag dies ein Sinnbild sein: die lebendige Kraft 
der Musik überwindet dunkle Mächte, das Kommen der neuen Lichtzeit - 
erwartungsvoll erhofft - kündigt sich an" (S. 17, 18). 

1. November 1941, Frankfurt am Main: 

"(...) sowie 12 Orchesterkonzerte des Rhein-Mainischen 
Landesorchesters an. Die Berufung des Gewandhauskapellmeisters Prof. 
Hermann Abendroth zum Leiter des letzteren (ein besonderes Verdienst des 
Gauleiters Sprenger) dürfte wohl zu einem edlen Wetteifern der beiden 
Instrumentalkörper führen. 

(...) Das Städtische Orchester (Opernhaus- und Museumsorchester) 
sorgt neben dem Theaterdienst für die Aufrechterhaltung einer uralten 
Musiktradition, während das Rhein-Mainische Landesorchester im 
Mittelpunkt der >Kraft durch Freude<-Arbeit steht, vollendete Kunst für die 
Schaffenden auch in die weitesten Bezirke des Gaues tragend. 

(...) Das erste Konzert des Rhein-Mainischen Landesorchesters unter 
Abendroth leitete die Vaterländische Ouvertüre< von Regerein" (Wolf 
Heins: Auftakt in Frankfurt a. M. "Die Musik-Woche" IX/33, l/XI/41. S. 

345). 

*11. November 1941: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet P. Graeners Variationen über 
"Prinz Eugen der edle Ritter" Op. 108. 

12. November 1941, Aufruf: 

"Zum Tag der deutschen Hausmusik am 18. November hat der 
bekannte Dirigent Professor Hermann Abendroth als Leiter der Fachschaft 
Musikerziehung in der Reichsmusikkammer folgenden Aufruf erlassen: 

>Am Hausmusiktag 1941 sind zu den bisherigen Aufgaben neue 
getreten: Instrumente und Noten sollen unseren Soldaten gesandt werden, 
damit sie in ihren kurzen Ruhestunden sich am eigenen Musizieren erfreuen 
können. Der soeben erlassene Aufruf des Präsidenten der 
Reichsmusikkammer richtet sich an alle deutschen Musiker und 
Musikfreunde, Musikinstrumente und Noten zu spenden. Aber auch zu 
Verwundeten sollen Hausmusikgruppen den Soldaten in Lazaretten Freude 
und Erholung bringen. Urlauber sind zu den Hausmusikfeiern geladen, die 
anläßlich des Hausmusiktages stattfinden. In der Heimat vertritt auch in der 
Musik vielfach die Frau die Stelle des Mannes und sorgt dafür, daß der Quell 
lebendigen Musizierens nicht versiegt. Niemals kann es eine Gewalt geben, 
die den deutschen Menschen von der Musik zu trennen vermag. So sind 
auch im Zeichen der Hausmusik Front und Heimat über weite Räume hinweg 
eng miteinander verbunden<" (Hausmusik für Front und Heimat. Ein Aufruf 
Hermann Abendroths. "Krakauer Zeitung", Nr. 267, 12/XI/41). 
Dezemberl941: 




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Zum Mozartfest - Feier des 150. Todestages - in Paris nimmt La Voix 
de son MaTtre Regers Mozartvariationen Op. 132 auf zwei Platten auf. 
Mitwirkende: das Orchester des Konservatoriums, Dgt. H. Abendroth. 

1942 

*13. März 1942: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet ein Sonderkonzert für die 
Politischen Leiter des Gaus Berlin der NSDAP: 1. Weber: "Oberon"- 
Ouvertüre. - 2. R. Strauss: "Don Juan". - 3. Wagner: "Tannhäuser"- 
Ouvertüre. - 4. Beethoven: 7. Sinfonie. 

Aufruf zur Hausmusik ("Von deutscher Hausmusik". Berlin 1942. S. 9). 
Zitat: 

"Der uns aufgezwungene Krieg fordert die Zusammenfassung aller 
ideellen und materiellen Kräfte unseres Volkes. Das Kunstleben im 
vergangenen Kriegswinter hat den Beweis erbracht, daß das Wort >inter 
arma silent musae< im neuen Deutschland nicht gilt. Darin bewährt sich der 
Idealismus unseres Volkes in einzigartiger Weise, daß er zugleich mit den 
höchsten Anstrengungen um den Endsieg über den Gegner die Kraft 
aufbringt, sich mit liebevoller Sorgfalt der Pflege der Kunst und im 
besonderen Maße unserer Musik hinzugeben. Diese Kraft zu fördern und zu 
steigern ist unsere Aufgabe am >Tag der deutschen Hausmusik<. Die 
Hausmusik als Macht der seelischen Stärkung unseres Volkes und als 
unbedingte Voraussetzung für die Erhaltung des großen Erbes unserer 
musikalischen Vergangenheit zu wahren, sei unsere Pflicht". 

Der Text ist identisch mit dem von 1940. 

10 Jahre "Tag der deutschen Hausmusik" ("Von deutscher Hausmusik". 
Berlin 1942. S. 17-22). 


1943 

16. Januar 1943, Laudatio (Unterstreichung = Fettsatz im Original): 

" Hermann Abendroth , der Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses, 
wird am 19. Januar 60 Jahre alt. Hermann Abendroth, der blonde, 
hochgewachsene deutsche Künstler, der lange Jahre als 
Generalmusikdirektor der Stadt Köln, Direktor und Professor an der 
Miusikhochschule amtierte, ist eine scharf umrissene Persönlichkeit, der 
jene alte schöne Sachlichkeit eigen ist, die jedem Werk zum Lichte hilft. Die 
Vereinigung von durchdringender Geistigkeit und zwingender Musikalität 
läßt Beethoven oder Schubert, Brahms oder Reger großartig erklingen" 
("General-Anzeiger" Nr. 13, Wuppertal, 16.-17/1/43). 

Juni/Juli 1943: 

Das Beethovenfest im Theätre National du Palais de Chaillot in Paris 
mit dem Konservatoriumsorchester, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. die 
Neunte. Mitwirkende außer Elly Ney, Alfred Cortot, Ginette Neveu und 
Wilhelm Kempff in der Aufführung der Neunten frz. Chöre und 
Gesangssolisten. 

18. Juli 1943, Bericht: 

"(...) Viel wichtiger erscheint, dass Eigenart und Eigenwert seines 
Musizierstiles von Presse und Publikum erfasst, lebhaft anerkannt und 




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vielfach gegenüber Mengelberg positiv abgegrenzt wurden. Der Zweck des 
Beethoven-Festivals, der hiesigen verfranzösischten Beethoven-Tradition 
einmal eine gründliche deutsche Interpretation des deutschen Meisters 
gegenüberzustellen, hat sich damit erfolgreich gerechtfertigt" 
(Generalkonsul Knothe an Auswärtiges Amt, 18/VII/43. Quelle: PAA, 
Bestand Dt. Botschaft Paris, Nr. 1113/1). 

3. Oktober 1943: 

Das BPhO unter Abendroth beginnt eine Gastspielreise, die am 15. 
Oktober endet und die Städte Krakau, Bukarest, Kronstadt, Budapest und 
Agram berührt. 

28. Oktober 1943: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. erstmals das Cellokonzert 
von Bernhard Hamann; Solist: Adolf Steiner. 

1944 

28.Januar 1944: 

Das BPhO, Dgt. H. Abendroth, bietet u. a. erstmals die Suite "Minna 
von Barnhelm" von R. Siegel. 

2. April 1944: 

Abendroth gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel 
und bietet u. a. - erstmals - Pfitzners Klavierkonzert sowie die Vierte von 
Schumann. Solistin: Mathilde Malengre. 

Geschichtsfälschung, 1991: 

In ihrer Studie "Ein Stück deutsche Musikgeschichte. Der Kölner 
Dirigent Hermann Abendroth (In: Ibykus. Zeitschrift für Poesie, 
Wissenschaft und Staatskunst X/1991. S. 59-65) behauptet Ingrid 
Knierbein, Abendroth habe in die NSDAP eintreten "müssen", um in Leipzig 
das Gewandhaus übernehmen zu können (S. 62). 

Dies ist eine typische Verdrehung der Tatsachen. Abendroth wurde 
1934 Gewandhauskapellmeister > trat aber erst 1937 der Partei bei; die 
deutschen Orchesterchefs waren keineswegs durchweg Parteimitglieder. 
Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Abendroth, Walter 

Hannover, 29. Mai 1896 - Fischbachau bei Hausham, 30. September 
1973. 

Musikschriftsteller und Komponist, 1929-34 Redakteur der "Allgemeinen 
Musikzeitung", 1934-1944 1. Musikreferent des Berliner "Lokal-Anzeiger", 
1939-41 verantwortl. Schriftleiter der kurzlebigen, aus der Zeitschrift 
"Deutsches Volkstum" hervorgegangenen "Monatsschrift für das deutsche 
Geistesleben", zuletzt in Dresden. 

1945 freischaffend in Hamburg; die dortige Spruchkammer stufte ihn 
als "unbelastet" ein. 1948-55 Feuilletonchef und Musikredakteur der "ZEIT", 
dann Kulturkorrespondent in München, zuletzt i. R. 

Abendroth wurde von Hans Pfitzner testamentarisch zum Inhaber und 
Verwalter der Rechte am künstlerischen und literarischen Nachlaß bestimmt. 




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Werke: Buchpublikationen, so Biografien über Pfitzner (München, 1935; 
Leipzig, 1941) und Brahms (Berlin, 1939), "Deutsche Musik der Zeitwende". 
Eine kulturphilosophische Persönlichkeitsstudie über Anton Bruckner und 
Hans Pfitzner (Hamburg, 1937), die Streitschrift "Selbstmord der Musik? Zur 
Theorie, Ideologie und Phraseologie des modernen Schaffens" (Berlin, 

1963), "Ich warne Neugierige", Autobiographie (München, 1966), 
"Schopenhauer" (Reinbek, 1967), "Kleine Geschichte der Musik" (Frankfurt 
a. M., 1959, und - Taschenbuchausgabe - Kassel, 1974), "Rudolf Steiner 
und die heutige Welt" (Hamburg, 1977); je drei Lieder Op. 2 und 3; 
Streichquartett A-dur Op. 8 (1942); Bratschenkonzert Op. 9 (1940); 
Sinfonien (1. Sinfonie Op. 11, 1941, 2. Sinfonie Op. 13, 1942); Konzert für 
Orchester Op. 14 (1943); Passacaglia über "Der Schnitter Tod" Op. 17 ; 
Sinfonietta Op. 32. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

1933 

Musik und Rasse ("AMZ" LX/1, 6/1/33. S. 1-2). 

Zitat: 

"Wenn man die Vielseitigkeit und Gründlichkeit der heutigen 
Musikwissenschaft betrachtet, so muß es eigentlich Erstaunen hervorrufen, 
daß sie, die so Vieles ernst, gar Manches ohne Zweifel überernst nimmt, 
sich bisher nicht damit befaßt hat, der Forschungsarbeit vom historischen, 
ethnologischen, biologischen, soziologischen Standpunkt aus auch eine 
durchdachte Phänomenologie nach rassenkundlichen 
Gesichtspunkten zu gesellen. 

(...) Die tatsächliche teilweise Uebereinstimmung im Entwicklungsbild 
der neueren gesamteuropäischen Musikgeschichte - ein weiterer Grund für 
die Unterschätzung der Rassenbedeutung innerhalb der 
geschichtemachenden Kulturkreise - ergab sich ebenfalls nicht aus der Auf 
h e b u n g der rassischen Kräfte durch Mischung, sondern aus der V o r h 
errschaft und Führerschaft einer Rasse in Europa: nämlich 
der nordischen, deren gewaltiger Vorstoß im Völkerwanderungszeitalter bis 
tief in die südlichen und westlichen Nachbargebiete hinein ja allbekannt ist. 

(...) Die Bedeutung der Rassengegensätze für die Gestaltung der 
Kulturphysiognomie in allen ihren Zweigen und Blüten zu leugnen, ist 
Torheit oder Verschleierungswille. Sie aber einzusehen und dennoch das 
Problem von der wissenschaftlichen Durchleuchtung auszuschließen, ist auf 
alle Fälle unverantwortlich, Nur ernstes Forschen ergibt klares Wissen. Und 
Wissen ist - gerade im modernen, mit komplizierten, intellektuell 
geschärften und hochexplosiven oder unsichtbar vergiftenden Waffen 
geführten Kampf der Geister: Kraft. Die 

geistige Kraft aber bedingt, je länger je mehr, das Siegen oder 
Unterliegen einer Kultur" (S. 1, 2). 

Abendroth bezieht sich - drei Wochen vor der Etablierung des NS- 
Regimes - schon auf das neue Buch "Musik und Rasse” des Bochumer 
Studienrats Richard Eichenauer und stellt Arnold Schönberg und Hans 
Pfitzner rassistisch einander gegenüber. 




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Musik im neuen Staat ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 
4/III/33) (Abdruck: Wulf, S. 57-58). 

5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 bringt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von W. Abendroth. 

Konjunkturwende ("AMZ" LX/24-25, 16/VI/33. S. 320- 322). 

Zitat: 

"Wo vordem die >völkerverbrüdernde< internationale Fratze des 
Jazztänzers grinste, lächelt mit einem Male die bieder deutschtümelnde 
Maske eines angeblich guten Nationalisten. Wer noch vor kurzem mit 
neusachlichen Kakophonien um sich warf, entdeckt jetzt sein 
urromantisches Komponistenherz; ein musikalischer Jugendführer, der 
jahrelang Mühe und Schweiß darauf verwandte, die deutsche Romantik und 
ihre großen Werke herabzusetzen, der in seinem Einflußbereich die 
ungeschminktesten bolschewistischen Tendenzen wuchern ließ, sucht jetzt 
seine patriotischen Verdienste nachzuweisen; Journalisten, denen der Name 
Wagner ein lächerlicher Begriff, das Wort >deutsch< ein rotes Tuch war, 
denen die bloße Vorstellung nationaler Kunst wieherndes Gelächter auslöste, 
beeilen sich, Wagners Größe zu rühmen, den Kunstsinn des neuen Kanzlers 
zu preisen und Hoffnungen zu verkünden, die sie auf das nationale 
Deutschland setzen; als hätten sie vierzehn Jahre lang nichts anderes 
getan, als auf das dritte Reich gewartet. 

(...) Die nationalsozialistische Partei, die in ihren besten Führern ein 
scharfes und klares Auge für die Gefahren des Konjunkturzulaufs hat, will 
eine Art >Bewährungsfrist für neue Mitglieder einführen. Ein kluger 
Gedanke. Warum sollte es auf kulturellem Gebiete nicht auch möglich sein, 
den nach Qualität und Charakter 
durchaus noch Unbewährten erst einmal 
Geltungsmöglichkeiten zweiten Grades 
zuzubilligen, den erwiesenermaßen Bewährten hi 
ngegen die Auswirkung zu sichern, auf die sie An 
s p r u ch h a b e n? Zu bewähren haben werden sich sowohl die neu 
aufgetauchten Köpfe - doch diese wird man immerhin verhältnismäßig 
schnell nach Nam und Art erkennen können - als auch ganz besonders die 
>Bekehrten<. Deserteure und Überläufer in Reih und Glied zu stellen mit 
ehrlichen Soldaten ist vor allem eine unverdiente Kränkung für letztere. Man 
wird verstehen, wenn diese ängstlich besorgt und darauf bedacht sind, mit 
jenen nicht auf ein Niveau gestellt zu werden" (S. 321, 322). 

Organisation der Musikerschaft ("AMZ" LX/28-29, 14/VII/33). 

Zitat: 

"(...) wie unklar die Verhältnisse auf dem Gebiet der Musiker- 
Organisation noch liegen und wie schwer, fast unmöglich es dem einzelnen 
Musiker gemacht wird, sich ein Bild zu machen, woran er ist und wie er sich 
verhalten soll, was er zu tun, und was er zu lassen hat. Es wäre an der Zeit, 
daß endlich eine authentische Regierungsstelle, d. h. das zuständige 
Ministerium selbst, energisch eingriffe, um den Dingen ein klares Gesicht 
und den Zuständen die Möglichkeit wirklicher organischer Entwicklung zu 
geben! (S. 381). 




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Das junge Deutschland in der Musik. Zwei Festkonzerte in Bad Pyrmont 
am 16. und 17. August ("AMZ" LX/34-35, 25/VIII/33. S. 417). 

Hier streicht Abendroth die vom KfdK veranstaltete "Heerschau des 
jungen, d. h. nationalsozialistisch gesonnenen” musikalischen Deutschland 
heraus. 

Neue Zeit - neue Wege ("Berliner Lokal-Anzeiger", Morgenausgabe, 
22/IX/33). 

Abendroth wendet sich gegen problematische neue Musik und rät 
deren Urhebern, das Komponieren lieber ganz zu lassen (Teilabdruck: Wulf, 
S. 74-75). 

1934 

Kunstmusik und Volkstümlichkeit ("Die Musik" XXVI/6, März 1934. S. 
413-414). 

Zitat: 

"(...) Wir haben uns jetzt in Deutschland befreit von jenem überall in 
Europa umgehenden Kulturverfallsprodukt, das unter dem Namen >Neue 
Musik< der arteigenen, volkseigentümlichen Kunstmusik am Leben fraß und 
gerade bei uns schon fast alle gesunden Keime zerstört, die etwa noch 
vorhandenen jedenfalls auf einen allerkleinsten Lebensraum zurückgedrängt 
hatte. Daß diese >Neue Musik< ihrem Geiste und Wesen nach nicht nur 
deshalb unvolkstümlich sein mußte, weil sie jedes natürliche Bedürfnis nach 
Wohllaut und Schönheit, Sinn und Verstand durchaus unbefriedigt ließ, 
sondern vielmehr noch deshalb, weil sie wissentlich und absichtlich jede 
Bezogenheit auf gesundes Fühlen und Wollen, wie es in einem starken, 
selbstbewußten Volke lebt, verachtete und womöglich durch ihre eigenen 
Ausdrucksmittel auch offen verächtlich und lächerlich machte, liegt auf der 
Hand. Sie war ein Fäulnisbazillus, den volksfeindlicher Zersetzungswille mit 
Witz und Berechnung dem Kulturkörper eingeimpft hatte" (S. 413). 

Der politisierte Betrachter leugnete, daß Neue Musik statistisch stets 
ein Minderheitsprogramm war und scheute nicht den Denkfehler: Wäre sie 
nämlich wirklich imstande gewesen, die "normale" Musik zu verdrängen, 
wäre ja doch sie die volkstümliche. 

Hier spricht die Hitler-Jugend: Hans Pfitzner, der Deutsche. Zum 65. 

Geburtage des Meisters am 5. Mai" ("Die Musik" XXV/8, Mai 1934. S. 561- 
565). 

1935 

Hans Pfitzner. Erste authentische biographische Darstellung (1935) 
[Langen/Müller, München]. 

Zitat: 

"Alfred Einstein ist unter allen Musikwissenschaftlern des damaligen 
Deutschland der konsequenteste und fanatischste Bekämpfer alles 
Deutschen und der einseitige, programmgetreueste Wegbereiter seiner 
Rasse gewesen" (S. 408). 

1935, Rezension: 

"In der Gegenwart nimmt das Buch den Rang einer ausgesprochenen 
Verteidigungsschrift ein. Für unser Gefühl ist seine defensive Haltung zu 
stark betont, man gewinnt bei der Lektüre beinahe den Eindruck, als ob mit 
Ausnahme des Verfassers und weniger persönlicher Freunde Pfitzners noch 




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niemand dessen künstlerische Bedeutung so recht begriffen hätte. Zudem 
mutet es einen sonderbar an, wenn heute noch mit einer Erbitterung 
sondersgleichen immer wieder gegen die >Neudeutschen< gezetert wird, 
als ob wir noch mitten in Auseinandersetzungen stünden, die, was ihre 
geistige Aktualität anlangt, bereits 1914 endgültig erledigt waren. Gänzlich 
abzulehnen sind die theoretischen Überlegungen in bezug zu Pfitzners 
Stellung zur Judenfrage. Entweder man erkennt den rassischen Standpunkt 
an oder nicht. Abendroth hat mit der betonten Darstellung jener 
rabulistischen Unterscheidung zwischen >deutschnationalen Juden und 
dem Judentum schlechthin< dem Meister keinen Dienst erwiesen" (Werner 
Egk: Bücherschau. "Völkische Kultur" III/3, März 1935. S. 140). 

Diese "rabutistische Unterscheidung" geht auf Pfitzner selbst zurück; 
der Biograph mußte nichts dazuerfinden; er schilderte den selektiven 
Rassismus des Künstlers , wie er tatsächlich war. 

1936 

Um Reinheit und Würde der Kritik ("AMZ" LXIII/1, Januar 1936. S. 1- 
4)- 

Abendroth wendet sich gegen jegliche Einschränkung der Kritik. 

Opernideale der Rassen und Völker ("Die Musik" XXVIII/6, März 1936. 
S. 417-425). 

Zitat: 

"(...) Offensichtlich hat das musikalische Judentum sich, wie 
überhaupt, so auch im Bereiche der Oper, innerhalb der romanischen 
Kulturkreise bei weitem nicht so wesenszersetzend auswirken können, wie 
in Deutschland. Die leere Effektsucht und der Ausstattungsbluff eines 
Meyerbeer beispielsweise mochte im Lande der großen 
historischen Oper nicht halb so artentfremdend wirken, wie im Lande des 
>Freischütz<; und die genialisch-freche Spottlust eines Offenbach (wenn 
wir in diesem Zusammenhang die sozusagen >heroische< Operette - so 
etwas konnte nur ein Jude erfinden - einbeziehen dürfen), der Götter und 
Helden Cancan tanzen ließ, mußte auf französischem Boden sogar recht 
anheimelnd empfunden werden, während sie bei uns das ganze Lebenswerk 
des gewaltigen deutschen Zeitgenossen in Frage stellte. Dort Mythos als 
Farce - hier Mythos als neugewonnener Lebensquell einer nationalen Kunst! 
(...)" (S. 424). 

Abendroth diffamiert das jüdische Element des Operntheaters als 
'Aneignungstalent'' und hebt das ",schmutzige Bänkelsängertalent" Kurt 
Weills hervor (Teilabdruck: Wulf, S. 361-362). 

Der "gewaltige deutsche Zeitgenosse" war natürlich Wagner. 
Abendroth entging die Folgerung: Wie schwach muß Wagners Oeuvre 
gewesen sein , wenn Offenbach es in Frage stellen konnte. 

Ein Beispiel deutschen Kritikertums. Paul Zschorlich zum 60. 
Geburtstag am 8. April 1936 ("ZfM" CIII/5, Mai 1936). 

Zitat: 

"(...) Was das zweite kritische Aufgabengebiet, das kulturpolitische, 
betrifft, so will es gegenwärtig manchem scheinen, als sei dieses nunmehr 
völlig gegenstandslos geworden, nachdem ein autoritativer Staat die 




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geltenden kulturpolitischen Richtlinien endgültig festgelegt und ihre 
Befolgung mit Einsatz aller ihm zur Verfügung stehenden Machtmittel selbst 
unter seine Überwachung genommen habe. Inwiefern diese Schlußfolgerung 
irrig und oberflächlich ist, das dürfte jedem Sachkenner klar sein; denn 
wenn auch die parteipolitischen Kulturkämpfe zur Ruhe gekommen sind, die 
bis vor wenigen Jahren einen beträchtlichen Teil der kritischen Tätigkeit in 
Anspruch nahmen - im weiteren Rahmen des grundsätzlich durchgesetzten 
Kulturwillens bliebe auch hier einer fachlich begründeten Vermittlung 
zwischen 

den verschiedenen Trägern und ausführenden Organen dieses Willens 
einerseits und der aufnehmenden Öffentlichkeit andererseits genug 
zur Klärung, Läuterung, Durchsetzung und Befestigung der leitenden Ideen 
beizutragen. Mögen hierüber heute noch nicht durchweg hinreichende 
deutliche Vorstellungen herrschen, so zeigt sich wenigstens die 
kulturpolitische Bedeutsamkeit berufener Kritik 
im hellsten Lichte beim Rückblick auf die Vergangenheit. Man darf 
behaupten, daß die Hinüberrettung eines einigermaßen verläßlichen 
Unterscheidungsvermögens zwischen Gut und Böse, Echt und Unecht, Kunst 
und Kitsch, Geist und Intellektualismus aus früheren Zeiten 
über die seelisch-totkranke Nachkriegsepoche in unsere Tage 
kaum gelungen wäre ohne die hochgemute Überzeugungstreue und 
unerschrockene Widerspruchsfreude einer verschwindenden Minderheit 
verantwortungsbewußter Kritiker" (S. 589). 

Abendroth zählte nicht nur Paul Zschorlich zu dieser Minderheit 
konservativer Kritiker, sondern auch sich selber. 

Mehr deutsches Volkstum in den Opernhäusern ("Deutsches 
Volkstum" XVIII, Mai 1936. S. 394-396). 

Zitat: 

"(...) Aber nun das Merkwürdige! -: solange deutsche Musiker um ein 
derartiges deutsches Opernideal rangen (es ist ja wirklich ein zutiefst dem 
deutschen Geiste verpflichtetes Ideal, das nicht allein dem Ernste deutscher 
Musikauffassung, sondern auch der mythischen Bedeutung artgemäßer 
Theaterkunst gerecht werden will), solange deutsche Musiker sich darum 
bemühten, stießen sie auf die völlige Gleichgültigkeit, noch mehr: auf die 
ausgesprochene Gegnerschaft des deutschen Publikums. 

(...) Wenn aber etwa ein Volk wie das deutsche von heute durchaus 
nicht willens wäre oder wenigstens durch Anleitung wieder dazu zu bringen 
sein sollte, die Forderungen, die ihm verpflichtenderweise von seinen 
großen Schöpferpersönlichkeiten aufgegeben werden, zu erfüllen, wenn es 
durchaus >Kultur< nur als Genuß und Luxus, nicht als geistige Aufgabe und 
Arbeit am eigenen Geist verstehen wollte, so wäre dies ein Zustand, der in 
unerklärlichem Widerspruch zu allen Erscheinungen seines neuen politischen 
Daseinsgefühls stände und bei dem man es nicht bewenden lassen könnte, 
ohne jenem politischen Aufschwung die tiefere, innere Bedeutung zu 
nehmen!" (S. 395, 396). 

Neue Musik aus neuer Gesinnung ("Deutsches Volkstum" XVIII, 1936. 

S. 555-556) (Teilabdruck: Wulf, S. 211). 




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Musik aus sportlichem Geist. Das Olympische Konzert auf der Dietrich- 
Eckart-Bühne ("Berliner Lokalanzeiger", 18/VIII/36). 

Was die deutschen Opernspielpläne verraten ("Deutsches Volkstum" 
XVIII, 1936. S. 862-865) (Teilabdruck: Wulf, S. 275-276). 

1937 

Musik und Rasse ("Deutsches Volkstum" XIX, 1937. S. 299-300). 

Positive Besprechung eines Vortrags von Paul Treutier > Fritz Metzler 
und Richard Eichenauer für den NSD-Studentenbund in Berlin (Abdruck: 
Wulf, S. 319-320). 

"Der deutscheste Musiker" ("Deutsches Volkstum" XIX, 1937. S. 724). 

Abendroth kritisiert unfundierte Übertreibungen, die u. a. Beethoven 
als "deutschesten Musiker" darstellen. 

1938 

Fest der musikalische Volksgemeinschaft ("Berliner Lokal-Anzeiger", 
Morgenausgabe, 24/V/38). 

Abendroth berichtet über die Eröffnung der Reichsmusiktage in 
Düsseldorf. 

1939 

Februar 1939: 

Der "Berliner Lokal-Anzeiger" bringt unter dem Titel "Mythos der 
Aufopferung" Abendroths Besprechung der Opern-UA "Die Bürger von 
Calais" von Wagner-Regeny. 

1942 

16. April 1942: 

Die Dresdner Philharmonie, Dgt. Paul van Kempen, gastiert für die 
NSG "Kraft durch Freude" im Gewandhaus und bietet u. a. die Leipziger EA 
der Sinfonie A-dur, Op. 11. von Abendroth. 

27. Oktober 1942: 

Das 1. Vormiete-Konzert B der Stadt Dortmund, Dgt. W. Sieben, 
bietet - "zum ersten Male" - die Kleine Orchestermusik von Abendroth. 

1943 

10. März 1943: 

Das 6. Stadt. Konzert in Remscheid, Dgt. Horst-Tanu Margraf, bietet - 
erstmals - die 2. Sinfonie von Abendroth. 

31. März 1943: 

"(...) Ich denke nach und will noch weiter nachdenken, was sich in 
Ihrer Sache machen lässt. Aber ich bitte Sie zu bedenken, dass ich ein 
armer Hund bin und meine Empfehlungen in den allermeisten Fällen ohne 
jede Wirkung sind. Was spiele ich denn für eine Rolle an den deutschen 
Opernhäusern? Ich wüsste tatsächlich kein einziges Theater in der Welt, bei 
dem meine Stimme von Einfluß wäre. Ausserdem ist ein Operndramaturg so 
ziemlich das unnützeste Möbel, welches in der Kunstwelt denkbar ist. 

(...) Ich finde es nämlich mehr als gewagt, jetzt in dieser Kriegszeit, 
wo es meines Wissens bis zu einem gewissen Grade direkt verboten ist, den 
Beruf zu wechseln, Ihre sichere Position verlassen zu wollen. Zweitens 




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haben Sie meines Wissens noch niemals unterrichtet; es wird also schwer 
sein für Sie irgendwelche Belege für Ihre Eignung zu diesem wichtigen 
Berufe vorzubringen. Ich weiss nicht, ob komponierte Werke als Beweis 
gelten. Drittens steht Ihnen in dieser Zeit mehr als sonst Ihr Alter im Wege. 
Mit 40 Jahren ist der Berg erstiegen und ich fürchte sehr, ob man einem c. 
50-jährigen das Vertrauen entgegenbringt, den Beruf erfolgreich zu 
wechseln. Schliesslich und viertens habe ich Bedenken, dass Sie an 
dergleichen Anstalten wie Hochschulen usw sich über gewisse Formalitäten 
schwer werden hinwegsetzen können. (...)" (Pfitzner an Abendroth, 
31/III/43. Fehler im Original. Quelle: ÖNB, Musiksammlung, Signatur: F 68 
Pfitzner 4/203). 

Ein Brief, 1963: 

"Sie würden wahrscheinlich staunen, wer alles von denen, die sich 
heute als Verfolgte, Geschädigte, Gerügte und Verbotene aufblähen, in 
Wirklichkeit damals im Ganzen ziemlich ungeschoren geblieben ist. Man darf 
sich die nazistische Kulturmacherei nicht so einschichtig vorstellen, wie sie 
heute erscheinen kann. Es gab vielmehr mindestens drei mit einander 
rivalisierende Instanzen, die einander mehr oder weniger offen 
entgegenarbeiteten: Goebbels, Rosenberg und Schirach. Was der eine 
protegierte, verbellten die andern, und so reihum. Den verschiedenen 
Machtbereichen entsprachen verschiedene publizistische Organe, Kritiker 
u.s.w. Auf diese Weise ist es sehr wohl möglich, daß sich heute einer als 
Verfolgter, Verbotener, Unterdrückter mit entsprechenden Zeitungsbelegen 
brüsten kann, während er klug genug ist, zu verschweigen, welche 
Förderungen er von der nazistischen Gegenseite genossen hat" (Walter 
Abendroth an Fred K. Prieberg, 19/III/63, Typoskript). 

Geschichtsfälschung, 1995: 

"1939/40 wurde er von den Nationalsozialisten mit Berufsverbot 
belegt. Seit 1945 lebte er als freier Komponist in Hamburg (...)" ("Deutsche 
Biographische Enzyklopädie", München, 1995). 

Abendroth war Mitglied der Reichskulturkammer und bei seiner 
Zeitung bis zu deren Einstellung 1944 angestellt; ein "Berufsverbot” ohne 
Ausgliederung aus der Kammer war unmöglich , auch wäre dann kein Werk 
mehr aufgeführt worden. Die Technik des Biographen ist deutlich: Er will 
seine Leser glauben machen, Abendroth sei 1939 bis 1945 "verboten ", also 
Antifaschist gewesen. 

Information: FA, MM2, KDMK, SML, RMLE, MGGS. 


Abendspruch 


= Abendstille überall. 


Abendstille überall. Titel: Abendspruch. 

In: 

RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lied 
über Deutschland ( 5 1941). 




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Aber, Adolf 

Apolda, 28. Januar 1893 - London, 21. Mai 1960. 

Dr. phiI., Berlin 1919 (Die Pflege der Musik unter den Wettinern und 
Wettinischen Ernestinern... bis zur Auflösung der Weimarischen Hofkapelle 
1662), Musikschriftsteller in Leipzig, bis 1933 Mitarbeiter des MV Hofmeister 
und Musikkritiker der "Leipziger Neuesten Nachrichten". 

Von Brückner/Rock (I, III) und Gerigk/Stengel (Spalte 15: "Bekannt 
als einer der korruptesten Vertreter des Musikjournalismus") als Jude 
denunziert. 

1936 emigrierte Aber nach Großbritannien und war in London 
Abteilungsleiter des MV Novello & Co. und Vertreter deutscher Musikverlage. 
Im September 1939 stufte ihn das Enemy Aliens Tribunal als "friendly 
alien" ein. 1958 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. 

1939, Denunziation: 

"So steht ein Herr Adolf Aber als >DJ<, lies Deutscher Jude (!) in dem 
neuen Riemann. Dieser >deutsche< Jude, früherer Leipziger Kritiker, 
jetziger Londoner Großgeschäftemacher in Musik, ist mit seinen sämtlichen 
>Verdiensten< aufgeführt, obschon selbst die verjudete 
musikwissenschaftliche Zunft der Systemzeit bereits die Kläglichkeit seiner 
Veröffentlichungen, beispielsweise seines >Handbuchs der Musikliteratur<, 
festgestellt hatte; obwohl dieser üble wissenschaftliche Hochstapler von 
Alfred Heuß längst vor 1933 moralisch vernichtet war und nur von einem 
sturen Zeitungsverleger aus >Prestige<-Gründen gehalten wurde" (Hans 
Schnoor: Peinliche Ehrenrettung des "Riemann". "Dresdner Anzeiger" Nr. 

73, 14/III/39). 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, SML, MGGS. 


Aber geah, Diandl, spreiz di nit. 

In: 

Hellau! (1942). 


Aber heidschi bumbeidschi. 

Vgl. Aba Haidschi bumbaidschi. 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941); Im Kerzenschimmer (1944). 


Aber immer mit frischem, frohen Mut. Soldatenlied. Titel: Der 
junge Reservemann. 

In: 

Singen ( 5 1937). 


Aber Schützler, heint müaß mer am Gamsberg giahn. 




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In: 

Hellau! (1942). 


Abert, Anna Amalia 

Halle/Saale, 19. September 1906 - Kiel, 1996. 

Tochter eines Universitätsprofessors; Musikwissenschaftlerin, Dr. phil. Berlin 
1934 (Die stilistischen Voraussetzungen der Cantiones sacrae von Heinrich 
Schütz). Habilitationl943. Zunächst wissenschaftl. Hilfskraft am Institut für 
MW der Universität Kiel, 1943 Dozentin. 

1946 von der brit. Militärregierung entlassen. 1950 hier 
außerplanmäßige Professorin. Mitarbeiterin der MGG-Redaktion im 
Bärenreiter-Verlag. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 3.982.964; 1938 Musikreferentin der NS- 
Frauenschaft, 1941-42 Gausachbearbeiterin für Lied und Chorgesang in der 
Gaufrauenschaftsleitung Kiel, 1940 NSV-Blockwalterin, NS- 
Reichsdozentenbund ab 1939. 


Abert, Karl 

Uns trennte des Siegers tyrannische Hand (T: Walter Jäntsch), 
Trutzlied zur Saarfrage. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Man nimmt uns die Kohlen aus felsigem Schacht, 
man nimmt unsre Schätze mit frevelnder Macht, 
das lothringer Eisen, im Saarländer Tal 
macht s höhnend der Franzmann zu blinkendem Stahl. 

Doch fügt er zur Knechtschaft noch Jahr um Jahr, 
wir rufen s nur lauter: Deutsch bleibt die Saar! 

Man raubt unsres Berglandes waldige Zier, 
man plündert die Höhen mit fränkischer Gier, 
wohl bricht man der Bäume knorriges Holz, 
doch nicht unsrer Seelen trotzigen Stolz! 

Hier stehen wir, hier weichen wir nicht um ein Haar, 
so lange wir leben! Deutsch bleibt die Saar!" 

Daß es sich um Kompensation für die im Krieg gegen Frankreich von 
den Deutschen angerichteten Schäden handelte , blieb unerwähnt. 

In: 

Saarvolk singt (1934). 


Abgesessen von den Pferden (Setzt zusammen die Gewehre). 
Soldatenlied. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 




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Abraham, Paul 

Apatin (Ungarn), 2. November 1892 - Hamburg, 6. Mai 1960. 

Bis 1933 Kapellmeister und Komponist in Berlin; er emigrierte nach Paris, 
dann weiter über Kuba in die USA. Da seine Musik hier nicht gefiel, 
verarmte er, wurde gemütskrank und 1946 in einer Nervenheilanstalt 
untergebracht. Obwohl er bald genas, ließen ihn Bevollmächtigte und 
Verleger weiter bis 1952 dort festhalten. Erst 1956 konnte er nach 
Deutschland zurückkehren. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Der rassistische Boykott reduzierte die Aufführungen seiner Operette 
"Die Blume von Hawai” von 1725 in der Saison 1932/33 auf 8 in der Saison 
1933/34, der Operette” Viktoria und ihr Husar" entsprechend von 500 auf 
45 Aufführungen. 

Musik zum Film "Rakoczy-Marsch", deutsch-ungarisch-österreichische 
Gemeinschafts-Produktion, unter Verwendung ungarischer Melodien (UA: 
15/XII/33). 

Information: FA, RML, SML, LdBI. 


Äbr i fähr, abr i fahr, abr i fahr mit der Post. Volkslied aus Kärnten. 
Vierstimmig in: Hans Neckheim, "222 echte Kärtnerlieder" (Wien). Titel: Der 
Postknecht. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 26 (18. März 1937); DAF, Singendes Volk 13 
(August 1942). 


Abromeit, Ernst 

Kämpfer (Texte: Max Dinklage, Conrad Grotian, Herbert Molenaar, Willi 
Zimmermann), für Soldatenchor und Blaskapelle (RS Königsberg, 8/IV/37). 
Richthofen (T: M. Dinklage). Marsch mit Lied (RS Böhmen, 23/XII/40). 

Der Titel feiert den Jagdflieger des Weltkriegs 1914-1918 Manfred von 
Richthofen (1892-1918), der viele Gegner abschoß und am Ende selber das 
Leben verlor. 


Abschied 


= Gott g segn dich, Laub 


Abschied 


= Das Hakenkreuz auf unsrer Flagge 


Abschied 


= 0 Mädel weine nicht, mich ruft die heilge Pflicht 




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Abschied des Bosnierkriegers = Lebewohl, liebe Mutter 

Abschiedslied = Nun lebt denn wohl, ihr altbekannten Räume 

Abschiedslied = Reicht, ihr Lieben, mir die Hand 

Abschied-Wanderlied = Wenn i heit af die Wiesn geh 

Absenger, Anton 
1820 - 1899 

Rosegger-Marsch, zus. mit Hans Kliment. 

In: 

Marschperlen II (1943). 


Abt, Franz 
1819 - 1885 

Nimm deine schönsten Melodien aus tiefster Brust hervor (T: Sprüngli). 
Vaterland. Lied. 

In: 

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933). 

Weihelied: Brüder, weihet Herz und Hand freudig gern dem Vaterland (T: 
Kübler). 

In: 

Nationalsozialistisches Volks-Liederbuch (1934). 

Blümlein auf der Heide: So viel der Mai auch Blümlein beut zu Trost und 
Augenweide (T: H. v. Fallersleben). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 

Gott grüße dich (T: Julius Sturm). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 

Ein Römer stand in finstrer Nacht am deutschen Grenzwall Posten (T: 

V. von Scheffel). Ballade. 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935). 


A Busserl is a schnuckrig Ding. 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 




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A Büxerl afn Ruckn. Jägerlied. 
In: 

Hellau! (1942). 


Ach, ach, ach, was für ein harter Schluß, weil, weil, weil ich von 
euch scheiden muß! Abschiedslied, aus: Georg Dinges, "Wolgadeutsche 
Volkslieder" (Leipzig, 1932). 

In: 

Der Ring (1935). 


Ach, Bauer, was ich dir will sagen. Reiterlied, 2. Strophe von 
"Was helfen mir tausend Dukaten". Aus Schlesien, nach Hoffmann-Richter. 
Titel: Reiters Abschied. 

In: 

Soldatenlieder (1934); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Ach bittrer Winter, wie bist du kalt, du hast entlaubet den grünen 
Wald (T: aus dem Ambraser Liederbuch, 1582). Melodie 1640. Einstimmig, 
auch 4stimmig oder mit Instrumenten. Titel: Ein Reigen auf den Winter. 

In: 

Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Lobeda-Singbuch für 
Frauenchor (1936); Lobeda-Singeblatt 39 (1937); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); Lied über Deutschland ( 5 1941); Die Weihenacht ist kommen 
(1937); Singebuch für Frauenchor (21940). 


Ach, du mein lieber Gott, muß ich schon wieder fort. 
Handwerkerlied. 

In: 

Klingend Erbe (1941). 


Ach, Elslein 


siehe: Johann Ott 


Ach, englische Schäferin, gewähr mir ein Bitt. Volkslied aus 
Lothringen. Aus: Louis Pinck, "Verklingende Weisen". 

In: 

Ihr Deutschen, wollt ihr wachen! (1938). 


Ach Gott, vom Himmel sieh darein und laß dich des erbarmen. Der 
12. Psalm. 

In: 

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935). 




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Ach Gott, wem soll ich s klagen. Volkslied aus Schwaben. 
In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Ach Gott, wie hat so lange Zeit der Widerchrist regieret. 
Protestantisches Kampflied "Wider den Antichrist", onA. 

In: 

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Ach, gut Gesell, nun ziehst du aus. Abschiedslied. 
In: 

NSLB, Unser Lied ( 2 1935). 


Ach herzeliebe Bauers-Frau. 

In: 

Unser das Land (1937). 


Ach Himm I, es ist verspielt. Tiroler Volkslied aus dem Vintschgau. 
Titel: Andreas Hofers Abschied vom Leben. 

In: 

Singkamerad, Anhang München (1939); Im gleichen Schritt und Tritt 
(1941); Hellau! (1942). 


Ach, in Stücke möcht ich mich zerreißen! Ins Wasser möcht ich 
springen (T: volkstüml., Fassung: C. Clewing), auf eine Volksmelodie. 

In: 

Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940). 


Ach ja, ich fühl es. Zwischengesang. 
In: 

Soldatenliederbuch ( 4 1940). 


Ach, Jungfer, ich will ihr was auf zu raten geben. Rätsellied aus 
Schlesien. 

In: 

Singkamerad (31935, 8 1937); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Stimmt an! II 
(1939); Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Achleitner, Rudolf 




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1864 - 1909 

Seyffertitz-Marsch (BR, 15/VIII/33; RS Wien, 7/X/38). Bearbeitung: 
Hans Kliment (1938) [K]. 

Tiroler Adler. Marsch (RS Wien, *20/IV/39, NSDAP-GauMZ Wien, Dgt. 
Sepp Weber; RS Hamburg, l/VIII/39). 

In: 

Marschperlen II (1943). 

Zweier Landesschützen-Marsch (RS Wien, 6/VIII/39). 
Reinsperg-Marsch. Der 3er Tiroler Kaiserjäger-Regimentsmarsch (1939) 
[K]. 

In: 

Marschperlen I (1943). 


Ach, lieber Schuster du. Kinderlied. 
In: 

Klingend Erbe (1941). 


Ach, mein lieber Bruder, ich will dir was Neues sagen. Scherzlied, 
Melodie aus Franken. 

In: 

Lieder des Volkes (61936). 


Ach Mutter, liebe Mutter, mein Kopf tut mir so weh. Aus 
Brandenburg. Nach: Büsching und von der Hagen, "Sammlung deutscher 
Volkslieder" (1807). Auf diese Melodie wird auch "Es waren zwei 
Königskinder" gesungen. 

In: 

Lieder unseres Volkes (1943). 


Ach, Schatz, wenn du über die Gasse gehst, schau unser Haus 
nicht an. Volkslied aus Lothringen, aus: Louis Pinck, "Verklingende Weisen" 
I (1928). 

In: 

Unser das Land (1937); RJF, Liederblatt der HJ 101/102 (1941; onA ); RJF, 
Musikblätter der HJ 101/102 a (1941); Lieder unseres Volkes (1943). 

Ach Schatz, wenn du zum Tanz willst gehen. Soldatenlied. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Ach, schönster Schatz, war ich bei dir 


= Auf dieser Welt 
hab ich kein Freud 




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Ach Tannenbaum, ach Tannenbaum, du bist ein edler Zweig (T: 
nach dem Bergliederbüchlein um 1740). Melodie im Liederbuch von Melchior 
Frank (1611). Zersungen in Westfalen, Schlesien und im Odenwald. Titel: 
Das Lied vom Tannenbaum. 

Vgl. 0 Tannenbaum. 

In: 

Unser das Land (1937). 


Achtelik, Josef 

Bauerwitz/OS, 7. April 1881 - Leipzig (DDR), 30. Dezember 1965. 

Sohn eines Hutfabrikanten; Schüler u. a. von Franz Wüllner und W. von 
Bausznern, Musikjournalist und Dirigent; Stand 1932: 1. Vorsitzender des 
Reichsverbandes Dt. Tonkünstler und Musiklehrer, Ortsgruppe Leipzig. 
Professor, zunächst Kapellmeister in Köln und Glogau, dann in Leipzig 
Musikpädagoge, Musikschriftsteller und Komponist. 

Nach 1945 weiterhin in Leipzig, zuletzt i. R. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.430.648. Dirigent des Chors der NSDAP Leipzig, 
1934 Leiter der Kreismusikerschaft der RMK Leipzig, dann der 
Ortsmusikerschaft. 

Eine Besprechung ("ZfM" CII/5, Mai 1935. S. 540). 

Zitat: 

">Die Jugend möge ihre Begeisterung für Volk und Heimat in diese 
Kantaten hineinlegen und die älteren von uns mögen die selbsterlebten 
Zeiten den großen Krieges wieder aufleben lassen< schreiben die 
Herausgeber. Beide Kantaten sind leicht ausführbar und sehr geeignet, 
große vaterländische Veranstaltungen wirkungsvoll einzuleiten und zu 
beschließen". 

Hier ging es um die bei Tonger, Köln , erschienenen Kantaten "O 
Deutschland hoch in Ehren" von Heinrich Lemacher und "Der gute Kamerad" 
von Otto Stein. 

Josef Reiter: Festgesang an den Führer des Deutschen Volkes ("ZfM" 
CV/12, Dezember 1938. S. 1365-1367). 

Zitat: 

"(...) Die Idee der deutschen Freiheit, die unbändige Liebe zur 
deutschen Heimat, das völlige Aufgehen in dem Dienst an der deutschen 
Kunst sind die Charaktermerkmale dieses, in Braunau am Inn geborenen, 
Oberösterreichers. Der Inhalt vieler Chorwerke und der Titel manches 
Instrumentalwerkes geben Zeugnis von seinem innersten Sehnen: daß das 
deutsche Volk allzeit aufrecht stehe - daß es nicht nach alter Weise durch 
Zwietracht in Ohnmacht gerissen werde - daß es übe deutsche Sitte und 
Treue! Kein Wunder, daß dieser Josef Reiter sich von Anfang an zu Adolf 
Hitler bekennt, und kein Wunder, daß er dem Führer des endlich geeinten 
deutschen Vaterlandes einen Festgesang komponiert. 

(...) Von erfahrener Meisterhand sind diese 440 Takte zu einem 
Festgesang geformt, über dem, wohl mit beziehungsvoller Absicht, Rienzi-, 
Lohengrin- und Meistersingerstimmung liegt. Schön wäre es, wenn am 20. 




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April 1939 in jeder Stadt Groß-Deutschlands dieser Festgesang erklingen 
würde als Gruß und Dank aller Deutschen an Denjenigen, der die deutsche 
Zwietracht bezwang, der ein tausendjähriges Sehnen aller wahren 
Deutschen erfüllte: das Sehnen nach einem starken und einigen 
Deutschland!" (S. 1365, 1367). 

Vgl. Josef Reiter. 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, LdCh, SML, MGGS. 


Achtung, DAF!: Achtung, DAF! Die Roten sind bezwungen, am Boden 
liegt das ganze Bonzenpack. NS-Kampflied, onA. 

Vgl. Achtung, SA! 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Wir halten fest Florst Wessels Werk in Fländen, 
wir sind ein Volk,ein Führer und ein Reich, 
und wer es wagt, das heil ge Werk zu schänden, 
den trifft die Rache, uns rer Femeid. 

Ihr Spießer, ihr Bonzen, wir sind auf der Wacht, 
wir sind die alten noch heut. 

Wir haben geblutet, gekämpft und geschafft 
für Deutschland, doch niemals für euch! 

Drum vorwärts, drum vorwärts, die Straße frei! 

Ihr Spießer, schert euch nach Flaus. 

Wir schlagen euch sämtliche Knochen entzwei 
und räuchern die Tempel euch aus!" 


In: 

Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934). 


Achtung! Links! Rechts! Tritt gefaßt! Laßt Gesang jetzt hören (T: 
Kurt Oskar Bark, aus der Zeitschrift "Der Kamerad"), "Marschlied der 
Frontring-Verbände", der Melodie "Ist es denn nun wirklich wahr" 
aufgesetzt. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Flakenkreuz im weißen Schild 
auf den roten Fahnen: 
daß es unser Leben gilt, 
sollen sie uns mahnen! 

Rums widibums, widirallerallera". 

In: 

Durch Kampf zum Sieg! (71926); Unter FHitlers Fahnen (1932). 


Achtung SA! Die Roten sind bezwungen, am Boden liegt das 
ganze Bonzenpack. SA-Kampflied, onA. 

Vgl. Achtung, DAF! 

Textprobe (2. Strophe): 

"Florst Wessel fiel und mit ihm tausend Flelden, 




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im Kampf fürs neue deutsche Morgenrot, 
doch nicht für euch, ihr vollgefressenen Wänste, 
färbte das Blut das kalte Pflaster rot. 

Ihr Spießer, ihr Bonzen, wir sind auf der Wacht, 
wir sind die alten noch heut, 
wir haben gekämpft, geblutet, geschafft, 
für Deutschland, doch niemals für Euch. 

In: 

Was die SA singt (1935). 


Acht Worte Schullatein 


= Cato, Cicero 


Acht zeitgemäße effektvolle Märsche. Für Blasmusik leicht 
spielbar, onA (1936) [E&C]. 

Karl Krebs: 1. Sonnenfeuer. - 2. Die Fackelträger. - 3. Tempo der 
Zeit. - 4. Wehr und Heer. - Hermann Behr: 5. Licht empor. - Karl Krebs: 6. 
NSKK-Marsch und Lied. - Hermann Behr: 7. Flammenzucken. - 8. Ein 
Heldenherz. 


Ach wär ich ein Vöglein (T: R. Reinick), onA. Titel: Ich wüßt, was 
ich tät. 

In: 

Lieder für die Mutter (1934); Deutsche Lieder (1940). 


Ach weh wie fällt der Tau. Mährisches Volkslied. 
In: 

Brünn ist nit hin (1939). 


Ach, wenns nur der Hauptmann auch wüßt. Soldatenlied. 
In: 

Soldatenlieder (1934). 


Ach, wie ist diese Zeit so schwer, die wir haben erlebet. 

Protestantisches Bittlied, onA. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Die Welt ist jetzt gar umgekehrt, 

daß man sich muß verwundern; 

alles wird wüst und ganz verheert, 

niemand kann sich da sondern 

vor Einfall und der Fährlichkeit der Feinde, 

so sich schon zum Streit wider uns stark gerüstet. 




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Die deutsche Freiheit leidet Not, 
will uns nicht wieder werden, 
das klagen jetzt dem lieben Gott 
viel Gwaltige auf Erden; 
das allgemeine Vaterland 
muß leiden gar ein schweren Stand. 
Des laß Dich, Gott, erbarmen!" 

In: 

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933). 


Ach, wie ists möglich dann, daß ich dich lassen kann. Volksweise. 
Auch komponiert von F. W. Kücken und Ernst Rudorff. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ); Liederbuch für Dt. 
Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Singkamerad (31935, 8 1937); 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); Flieger-Liederbuch (1938); Stimmt an! II 
(1939). 


Ach, wir haben Hunger sehr, darum bringt das Essen her (T: onA 
= W. Cramm ). Tischlied für Vorsänger und Chor, einer Melodie aus der 
"Bauernkantate" BWV 212 von J. S. Bach aufgesetzt. [V]. 

In: 

Der Kilometerstein ( 5 1937); RJF, Wir Mädel singen (1937); Lied über 
Deutschland ( 5 1941); Lieder unseres Volkes (1943). 


Acker, Arnold 

Did da-did did: Wenn wir marschieren durch das Städtchen, wie leuchten 
hell die Äugelein (eigner T). Funkerlied, entstanden bei der 
Nachrichtentruppe in Königsberg, Neumark (1937). 

In: 

Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940). 


Ackermann 

Niedersachsentreue. Marsch (Norag, 2/VI/33, aus Bremen). 
Hanseatenblut. Marsch (Norag, 4/VI/33, aus Bremen). 


Adam, Franz 

München, 28. Dezember 1885 - München, 21. September 1954. 
Schüler von Anton Beer-Walbrunn und Felix Mottl, Klarinettist und 
Kapellmeister, bis 1931 in Berlin, dann in München, 1938 GMD. 




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Nach 1945 weiterhin in München, auf der "Schwarzen Liste" der US- 
Militärregierung. 

Werke: Bühnenmusik, ein Singspiel, zwei Sinfonien und Kammermusik; 
"Das Paradies der Liebe", Schwankoperette (Zwickau, 1941); "Heilige 
Nacht", Weihnachtslegende von L. Thoma (BR, 24/XII/33); Lieder für 
Sopran und Orchester (1942). 

NSDAP seit 1/1/30, Nr. 348.967. Sachbearbeiter für Musik in der 
Reichsleitung der NSDAP, Hauptstellenleiter Musik in der Parteikanzlei und 
Sachbearbeiter für Musikfragen im Stab des Stellv, des Führers. Präsidialrat 
der RMK und Reichskultursenator (Stand 27/V/38). Leiter des NS- 
Reichssinfonieorchesters. 

Förderer des NSRSO waren Se. kgl. Hoheit der Herzog von Coburg, 

Se. Durchlaucht Max Egon zu Fürstenberg und Dr. h. c. Waicker, Orgelbauer 
in Ludwigsburg. Der Entwurf des braunen Musiker-Fracks stammte von 
Hitler selbst. 

1932 

Gründung: 

"In München, dem Geburtsort der Nationalsozialistischen Deutschen 
Arbeiterpartei, hat sich unter Führung von Professor Gaston Freytag, dem 
Sohn des Verfassers von >Soll und Haben< und Leiter der Abteilung Rasse 
und Kultur der NSDAP., ein aus 75 Künstlern bestehendes, in den Streichern 
stark besetztes nationalsozialistisches Orchester gebildet. Dirigent ist Franz 
Adam" (Tageschronik. "Die Musik" XXIV/6, März 1932. S. 478). 

1933 

27. Januar 1933, Denunziation: 

"Bei der Gründungsversammlung im Oktober 1931 mußte ich 
feststellen, daß Adam ganz einfach das >Münchener Tonkünstler 
Orchester< zu diesem Zwecke übernommen hatte, das Orchester der I. S. 

M. (Interessengemeinschaft Süddeutscher Musiker), deren Mitglieder zum 
Teil rechtsgerichtet sind, zum anderen Teil aber mit Nationalsozialismus 
nichts gemein haben, wie aus der Einstellung vieler Orchestermitglieder 
deutlich zu erkennen ist. (Ich erinnere daran, welchen Kampf und welche 
Geduld es gekostet hatte, die Leute in den ersten Konzerten zum Tragen 
des Parteiabzeichens zu überreden!). 

Nachdem Herr Adam die Sozialdemokratie und die Bayerische 
Volkspartei ohne Dauererfolg absolviert hatte, schwenkte erzürn 
Nationalsozialismus über, und nachdem es ihm hier gelungen war, seine 
Absicht der Gründung eines Nationalsozialistischen Symphonieorchesters 
zur Sicherstellung seiner eigenen Existenz auszuführen, nahm er dazu das 
>Münchener Tonkünstler Orchester der Interessengemeinschaft 
Süddeutscher Musiker< ein Akt der Erkenntlichkeit gegen diese 
Organisation, die ihn nach seiner Entlassung aus den Diensten des 
Bayerischen Rundfunks und nach dem Theaterkrach in Landshut, wo er 
eingeschriebenes Mitglied derS.P.D. gewesen war, durch seine schlimmsten 
Jahre mit durchgebracht hatte. 

(...) Adam bedeutet für das Vorwärtskommen des N.S.R. 
Symphonieorchesters die größte Hemmung. 




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Wie mir bekannt ist, haben, als die Frage der Orchesterleitung des 
N.S.R. Symphonieorchesters akut wurde, namhafte Münchener 
Musikfachleute dringend von Herrn Adam abgeraten und Dirigenten von Ruf 
und Können vorgeschlagen; nur durch Befürwortung eines Generals gelang 
es Herrn Adam den heutigen Posten zu bekommen" (Willy Huebner, 
München, an Alfred Rosenberg, 27/1/33. Quelle: BA NS 8/ 125. Blatt 122, 
124). 

Adam hatte dem Geiger Huebner > NSDAP Nr. 571.886, am 17/1/33 
wegen dessen häufigen Beschwerden gekündigt. Dieses zwölfseitige 
Schreiben an Rosenberg war die Rache; jedoch blieb Adam im Amt. 
Dezember 1933, Gastspiel in Mailand: 

"Das Mailänder Konzert des Hitler-Orchesters wurde von Publikum und 
Presse mit großer Sympathie und herzlichem Beifall aufgenommen. >Popolo 
d Italia< schreibt dazu, daß der Dirigent Adam und das Orchester den 
geistigen Sturmtrupp des Dritten Reiches darstellten, der mit wahrer Kunst 
an die menschliche Seele rühre. Es fand ein Empfang im Rathaus und im 
Hause des Fascio statt, wo das Orchester die Märtyrer der faschistischen 
Revolution mit Kranzniederlegung und dem Liede vom guten Kameraden 
ehrten. In Ansprachen wurde die Gemeinsamkeit des neuen Glaubens 
bekräftigt" ("Die Musik" XXVI/3, Dezember 1933. S. 239). 

18. Dezember 1933, Kritik: 

"(...) Nationalsozialistisches Orchester (München) reist in Italien als 
>Hitler-Orchester< unter Leitung Adam. Ins Ausland dürfen nur die besten 
Leistungen " (Aufzeichnung W. Furtwänglers für eine Audienz bei Dr. 
Goebbels am 18/XII/33. Quelle: Leihgabe Andreas Furtwängler). 

1934 

*5. September 1934: 

Zur Kulturtagung der NSDAP beim RPT im Apollotheater zu Nürnberg 
dirigiert Adam vor der Hitler-Rede das NSRSO mit Beethovens "Weihe des 
Hauses". 

16. September 1934: 

In der Tonhalle Trier bieten Saarsängerbund und NSRSO, Dgt. 

Matthias Beck, A. Bruckners Tedeum, deutsche Fassung. Mitwirkende: 
Hedwig Cantz (S), Willi Lorscheider (T), Johannes Willy (B) (Quelle: 
Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., Signatur: Ffm 
21053/55). 

*9. November 1934: 

Adam leitet das NSRSO in einer Musikalischen Weihestunde. 
Mitwirkende: Hetty Haelssig (Klavier) (RS München, *9/XI/34). 

1935 

12. Juli 1935: 

Franz Adam, Stab des Stellv, des Führers, bittet in einem streng 
vertraulichen Schreiben an den Geschäftsführerder RKK, Moraller, zu 
erwägen, ob Stein im Präsidialrat der RMK belassen werden kann, da die 
Präsidialräte erprobte Nationalsozialisten sein sollen und er bei einer 




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Zusammenarbeit mit Stein größte Bedenken habe (Abdruck: Wulf, S. 98- 
99). 

*16. September 1935: 

In der Schlußsitzung des RPT zu Nürnberg dirigiert Adam das NSRSO. 
Den Fahneneinmarsch begleitet der Nibelungenmarsch von Wagner, dann 
folgt die Ouvertüre zu "Rienzi". 

1936 

*15. Januar 1936: 

Zur Gaukulturwoche, Gau Köln-Aachen der NSDAP, gastiert das 
NSRSO , Dgt. F. Adam, erstmals in Köln-Deutz in der Großen Messehalle: 1. 
Händel: Orgelkonzert G-moll. - 2. Reger: Vaterland. Ouvertüre. - 3. 

Brahms: 1. Sinfonie. Eingelassen in das Programm: Begrüßungsreden, so 
für Gauleiter Grohe, und ein Vortrag von W. Stang über die NSKG. 

*10. September 1936: 

Vor der zweiten Sitzung des RPT zu Nürnberg dirigiert Adam das 
NSRSO mit der Ouvertüre zur Oper "Freischütz" von C. M. von Weber. 

*11. September 1936. 

Vor der 4. Jahrestagung der DAF beim RPT zu Nürnberg dirigiert Franz 
Adam das NSRSO mit 2Vorspiel für eine nationalsozialistische Feier" von K. 
Ehrenberg. 

1936/37 (Unterstreichung = Kursivsatz im Original): 

" Das Nationalsozialistische Reichs-Svmphonie-Orchester besuchte 
auch in dieser Spielzeit auf Einladung durch das Amt >Feierabend< der NS- 
Gemeinschaft >Kraft durch Freude< die Städte aller deutscher Gaue, welche 
bisher nicht in der Lage waren, ernsthafte Musik durch repräsentative 
Kulturorchester ersten Ranges allen Volksschichten zu bieten. In 
Regensburg findet am 18. Oktober ein großes Symphonie-Konzert unter 
Leitung von Erich Kloß statt, in welchem dieser junge Meister das Orchester 
vom Flügel aus leitet. Die Konzertreise durch die Bayerische Ostmark b e g i 
nnt am 2. Oktober und endet am 3 0. Oktober in 
Passau. Leitung: Franz Adam und Erich 
Kloß, München " (Annonce in "ZfM" IV. S. 1269). 

1937 

Feiermusik zum Appell der Politischen Leiter auf dem RPT mit den Sätzen 
Weihefanfaren - Fahnenlied - Hymnus (Nürnberg, *10/IX/37). 

*13. September 1937: 

Vor der Schlußrede Hitlers anläßlich des RPT in Nürnberg dirigiert 
Adam das NSRSO mit Vorspiel zu den "Meistersingern" von Wagner. 

23. September 1937: 

Mit dem NSRSO gastiert Adam in Offenburg in einem Volkskonzert: 1. 
Beethoven: 4. Sinfonie. - 2. Liszt: Klavierkonzert A-dur. - 3. Weber: 
"Oberon"-Ouvertüre. - 4. Grieg: Lyrische Suite. - 5. Lanner: Walzer "Die 
Schönbrunner"; Solist: Otto Voß (Klavier). 

1938 

1938: 




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Mit dem NSRSO spielt Adam den Walzer "Die Schönbrunner" für 
Grammophon ein, ferner für die Schallplatte zwei Sätze aus Regers 
Ballettsuite Op. 130. 

*23. Mai 1938: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet im ersten Werkkonzert der 
Reichsmusiktage in den Schieß-Defries-Werken, Düsseldorf, die 
Unvollendete von Schubert, den ersten Satz aus dem Violinkonzert von 
Brahms, die Waldmusik von P. Graener und den Kaiserwalzer von J. Strauß. 
Solist: Michael Schmid (Violine). 

*27. Mai 1938: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, bietet im vierten Werkkonzert der 
Reichsmusiktage bei der Rheinischen Bahngesellschaft Wagners 
"Meistersinger"-Vorspiel, den ersten Satz der 4. Sinfonie von Bruckner, 
Regers Ballett-Suite, die Ouvertüre zu "Donna Diana" von Reznicek und J. 
Lanners Walzer "Die Schönbrunner". 

10. Juli 1938 (Unterstreichung = Sperrung im Original): 

"Es lag etwas Weihevolles schon in der Stimmung des 
Wittelsbacherplatzes, den das NS.-Reichs-Svmphonieorchester sich zum 
Konzertraum auserkoren hatte. Die Hunderte flimmernder, bunter 
Lämpchen ließen den bedeckten Himmel wie ein dunkelviolettes Zeltdach 
erscheinen, dazu das verschwommene Raunen des Straßenlärms, der 
freilich gelegentlich allzu vorlaute Hupenkonzerte beisteuerte, ...es war 
etwas Neues, in der Art noch nicht Gewesenes, was zu besonderer Andacht 
stimmte. Es war aber auch etwas ganz Außerordentliches, was Franz Adam 
mit seinem ausgezeichneten Orchester darbot: eine Wiedergabe der Es-dur- 
Symphonie von Anton Bruckner (Urfassung): Um es gleich vorweg zu 
sagen: eine so in wirklich Brucknerschem Geiste gehaltene Wiedergabe 
dieser Symphonie hat man hier nicht oft gehört.. Schlicht, natürlich, ohne 
alle Mätzchen stellte Franz Adam das herrliche Werk durchaus 
grundmusikalisch vor die beglückten Hörer hin; es war ein echt deutsches, 
inniges Musizieren, das durch ausgezeichnete Temponahme und wohltuende 
Ruhe auffiel" (Roderich von Mojsisovics: Die Musik am Tage der Deutschen 
Kunst - Das NS.-Reichssymphonie-Orchester. "Münchner Neueste 
Nachrichten, ll/VII/38). 

*6. September 1938: 

Zum RPT in Nürnberg bietet das NSRSO, Dgt. F. Adam, beim Einzug 
der Standarten den Nibelungenmarsch, danach die Ouvertüre zu "Rienzi" 
von Wagner. 

*10. September 1938: 

Zur Jahrestagung der DAF beim RPT bietet das NSRSO, Dgt. F. Adam, 
das Vorspiel zu einer nationalsozialistischen Feier von Karl Ehrenberg. 

1939 

28. Januar 1939, Jubiläum: 

"Im großen Musikvereinssaal Wien fand am Sonnabend 
das 1000. Konzert des NS.-Reichssymphonie-Orchesters unter Leitung des 
Generalmusikdirektors Franz Adam statt. Das NS.-Reichssymphonie- 
Orchester, das sich augenblicklich auf einer Gastspielreise durch die 
Ostmark befindet, kam damit zum ersten Male nach Wien. Das künstlerische 




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Wien wußte die symbolische Geste des Reichssymphonie-Orchesters, dieses 
Jubiläumskonzert gerade in der alten Kultur- und Musikstadt an der Donau 
zu veranstalten, wohl zu würdigen. So sah man im Zuschauerraum alles, 
was auf dem Gebiet der Musik und Kunst in Wien Rang und Namen hat, 
ferner auch zahlreiche Vertreter von Partei, Staat und Wehrmacht. Unter 
der Stabführung Generalmusikdirektors Franz Adam kam das Vorspiel zu 
Webers Oper >Oberon<, die c-moll-Symphonie Beethovens sowie das 
herrliche Tongemälde der Böcklin-Suite Max Regers und schließlich Richard 
Wagners Vorspiel zu >Tannhäuser< in berauschender Schönheit und 
Klangfülle zum Ausdruck. 

In der Pause richtete der stellvertretende Leiter von KdF., Pg. 

S t e m m e r, an den Dirigenten des Orchesters Begrüßungsworte, worauf 
die anläßlich des 1000. Konzerts eingelangten Glückwunschtelegramme zur 
Verlesung kamen. Unter ihnen befanden sich Glückwünsche des 
Stellvertreters des Führers, Rudolf Fl e ß, von Reichsleiter Dr. L e y und - 
wie bereits gemeldet - von Reichsleiter Alfred Rosenberg. 

Von Wien aus tritt das Reichssymphonie-Orchester sofort die 
Rückreise ins Altreich an, um am 10. Februar eine Konzerttournee nach 
Thüringen, Merseburg und Anhalt zu unternehmen, worauf im März eine 
solche in die Rheinlande erfolgt" (Tausendstes Konzert des 
Reichssymphonie-Orchesters. "VB" Nord Nr. 31, 31/1/39). 

10. März 1939, Bericht: 

"Das Nationalsozialistische Symphonie-Orchester ist das Orchester der 
Partei, damit das Orchester des Führers und des Reiches. In seinem Namen 
liegt schon die Verpflichtung für seine kulturpolitische Aufgabe. Es spielt 
nicht für den engen, zufälligen Rahmen einer gesellschaftlich irgendwie 
gebundenen Flörergemeinde. Es spielt für alle deutschen Volksgenossen. 
Damit ist auch schon sein Wirkungsbereich gegeben. Es gibt im 
mitteldeutschen Raum Städte und Städtchen, in denen keine Gelegenheit 
geboten ist, im allgemeinen Musik für großes Orchester zu hören. Diesen 
spürbaren Mangel zu beseitigen, ist eine der schönsten Aufgaben des 
Nationalsozialistischen Symphonie-Orchesters. Gerade hier setzt die Arbeit 
des Generalmusikdirektors Franz Adam und seiner Getreuen ein. FHier 
vermittelt er die großen Werke deutscher Meister jenen Volksgenossen, die 
man in der Systemzeit aus der Gemeinschaft abdrängte und denen man die 
Schätze deutscher Kulturwerte vorenthalten zu müssen glaubte, weil sie 
infolge >mangelnder Bildung< doch keinen Zugang zu ihnen hätten. Mit 
diesem Ausschluß von den adeligen Werten deutscher Tonkunst weckte man 
bewußt Minderwertigkeitsgefühle" (R. Sonner: Mit dem 
Nationalsozialistischen Symphonie-Orchester unterwegs. "VB" Nord Nr. 69, 
10/III/39). 

Mai 1939: 

Das NSRSO, Dgt. F. Adam, wirkt mit bei der Max-Reger-Gedenkfeier 
in Weiden. 

*15. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet das NSRSO, Dgt. F. 
Adam, das erste nichtöffentl. Werkkonzert in den Klöckner-Werken 
Oberbilk: 1. Siegfried Wagner: Ouvertüre zur Oper "Der Bärenhäuter". - 2. 




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P. Graener: "Turmwächterlied". - 3. P. Scheinpflug: "Tagebuch". - 4. C. M. 
von Weber: "Aufforderung zum Tanz". 

*16. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet das NSRSO, Dgt. F. 
Adam, das zweite nichtöffentl. Werkkonzert in den Mannesmann- 
Röhrenwerken, Abt. Rath: 1. A. Jung: Festliche Musik. - 2. P. Höffer: 
Alemannische Suite. - 3. H. Blume: Konzert für Horn und Orchester. - 4. 
Liszt: Ungarische Rhapsodie Nr.2 von Liszt. Solist: Hans Schaller (Horn). 

Hans Schaller war Mitglied des Orchesters und trat wiederholt 
solitisch auf. 

November 1939, Gastspiel: 

"Kurz nach der Befreiung Ost-Oberschlesiens besuchte das NS- 
Symphonieorchester den deutschen Osten. In Sagan, Glogau, Fraustadt, 
Hindenburg, Bolkenhain, Beuthen, Breslau, Kattowitz, Königshütte u. a. O. 
wurden GMD Franz Adam und Staats-Kapellmeister Erich Kloß mit ihren 
Musikern herzlichst begrüßt und stürmisch gefeiert" ("ZfM" CVI/11, 
November 1939. S. 1136). 

1940 

13. März 1940: 

Im Gewandhaus gastiert das NSRSO für die NSG "Kraft durch Freude", 
Kreis Leipzig, mit Werken von Reger, Liszt und Brahms. 

1941 

*20. April 1941: 

GMD Adam dirigiert in Nürnberg zum Geburtstag Hitlers ein Konzert 
des NSRSO (Reichssendung, *20/IV/41). 

24. Mai 1941: 

Das NSRSO, Dgt. Adam, gastiert im besetzten Brüssel für die Soldaten 
der Wehrmacht. 

1. September 1941, Tournee in Sachsen: 

"Das NS-Symphonieorchester hat unter GMD Franz Adam soeben eine 
Reise durch den Gau Sachsen beendet, die am 1. September mit einem 
Konzert in Reichenbach im Vogtland begonnen worden war. Mit dieser Reise 
eröffnete das NSSO seine Winterspielzeit, die im Dezember ihren Höhepunkt 
mit dem 1500. Konzert aus Anlaß der Zehnjahresfeier seines Bestehens 
finden wird. Die Reise durch Sachsen umschloß 17 Konzerte in insgesamt 16 
Städten, darunter Chemnitz, Meißen, Dresden mit zwei Konzerten und 
Bautzen. Werkpausen-, Betriebs- und Abendkonzerte wechselten einander 
ab. Alle Säle waren überfüllt, der Beifall überwältigend. Während dieser 
Reise dirigierte Franz Adam zum ersten Male >Passacaglia und Fuge nach 
einem Thema von Frescobaldi< von Karl Höller in sechs Städten. Der 
Halberstädter Pianist Kurt Gerecke setzte sich in der gleichen Zahl der 
Konzerte für das Klavierkonzert von Max Seeboth ein, das ebenso wie 
Hollers Orchesterwerk mit großem Beifall aufgenommen wurde. Die 
Hauptwerke bildeten Schuberts Sinfonie in C und Mozarts Sinfonie in Es. 
Auch die beiden Solisten des Orchesters traten wieder erfolgreich hervor: 
Kammervirtuos Michael Schmid in Mozarts A-dur-Konzert und der Solocellist 
des Orchesters Philipp Schiede in dem Cellokonzert von Anton Dvorak. Die 




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Reise wurde unter der Leitung von Staatskapellmeister Erich Kloß im Gau 
Niederschlesien fortgesetzt" ("Die Musik" XXXIV/1, Oktober 1941. S. 35). 

15. Dezember 1941, Propaganda: 

"Als propagandistisch im besten Sinn des Wortes erwiesen sich auch 
die Auslandsreisen des Orchesters. Es bereiste mit größtem Erfolg Italien, 
Frankreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, und das Protektorat. Im 
letztvergangenen Jahr gaben Gastkonzerte in Paris, Gent, Brügge, Brüssel 
eine reiche gegenseitige Ausbeute an künstlerischen Eindrücken, von denen 
man erwarten darf, daß sie im Dienste der Völkerverständigung für beide 
Teile von glücklichen Folgen begleitet sein werden" (Siegfried Kallenberg: 
Zehn Jahre NS.-Symphonie-Orchester. Eine erstaunliche Bilanz. "MNN", 
15/XII/41). 

Der Schreiber schämte sich nicht, Sympathiewerbung für Hitlers 
Besatzer in den eroberten Ländern dummfrech "Völkerverständigung" zu 
taufen. 

1942 

Juli 1942, KdF-Konzert: 

"Mainz: Im Rahmen der KdF.-Meisterkonzerte gastierten (...) das NS- 
Symphonieorchester unter Franz Adam mit der jungen kroatischen Pianistin 
Branka Musulin" ("Die Musik" XXXIV/10, Juli 1942. S. 332). 

1942, Annonce: 

"1942/43 

Nationalsozialistisches Symphonieorchester 
München 

Generalmusikdirektor Franz Adam. Staatskapellmeister Erich K I o s s 
veranstaltet in Verbindung mit der NS-Gemeinschaft >Kraft durch Freude< 
Konzerte in den Gauen : Oberschlesien, Niederschlesien, Wartheland, Halle- 
Merseburg, Magdeburg-Anhalt, Ost-Hannover, Westmark, Düsseldorf, 

Essen, Westfalen-Nord, Westfalen-Süd, Hessen-Nassau, Kurhessen, Süd- 
Hannover-Braunschweig, Schwaben, Württemb.-Hohenzollern, Mainfranken, 
Franken, Bayer. Ostmark, Brandenburg, Sudetenland. 

In München : 

Konzert >Feldgraue Komponisten<. Leitung: Generalintendant Dr. Heinz 
Drewes, drei Konzerte f. d. Konzertring der NSG. >Kraft durch Freude<. 

Zur Aufführung sind u. a. folgende zeitgenössische Werke vorgesehen: 

R. Trunk: Divertimento; F. Adam: Lieder für Sopran und Orchester, 

Urauff. (Helene Werth, Hamburg); H. Erdlen: Introduktion und Chaconne für 
Violine und Orchester (Michael Schmidt); G. Kiessig: Saga, Uraufführung; C. 
Ehrenberg: Romantische Suite; M. Trapp: Allegro deciso; P. Graener: 
Festliches Vorspiel; H. Pfitzner: Cellokonzerte (Sigrid Succo); E. von 
Dohnänyi: Cellokonzert (Max Spitzenberger); Klavierkonzerte von W. 
Niemann (der Komponist), Max Seeboth (Kurt Gerecke), und K. Thomas 
(August Leopolder). 

Als Solisten sind ferner vorgesehen: 0. A. Graef, Prof. S. Grundeis, Prof. J. 
Hobohm, K. Remann-Förster, Hans Leygraf, Prof. J. Pembaur, Aldo Schoen, 
Hugo Steurer, I. v. Zschurtschenthaler (Klavier); Karoline Kraus, E. von 




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Voigtländer, Hans Pastor, Willy Stuhlfauth (Geige)." (Vorankündigung in der 
"Allgemeinen Musikzeitung" 1942). 

Geschichtsfälschung I, 1995: 

"Eine weitere politische Einrichtung in München war das NS 
Reichssymphonieorchester, das 1932 im Zirkus Krone debütierte. Es wurde 
mit braunen Fräcken ausstaffiert und fühlte sich zum Künder der echten 
deutschen Musik berufen (Fußnote 20: so berichtete Dr. Kurt Dorfmüller 
dem Verfasser). Trotz oder vielleicht gerade wegen des offiziellen 
Parteipatronats waren der Standard und die künstlerischen Erwartungen 
dieses Ensembles nie mehr als mittelmäßig. (...)" (Andrew D. McCredie: 
Karl Amadeus Hartmann. Komponisten in Bayern, Band 27. Tutzing, 1995. 
S. 32). 

Der kanadische Musikforscher hätte nicht den fragwürdigen "Zeugen" 
Dorfmüller > Jahrgang 1922, sondern Tonaufnahmen des Orchesters hören 
sollen, die einen beachtlichen Standard verraten. 

Geschichtsfälschung II, 1998: 

"(...) Das Nazi-Orchester wurde um 1931 in München von Franz Adam 
gegründet (...). 

Es ist für die Qualität des Orchesters bezeichnend, daß keiner von 
Deutschlands angesehenen Solisten jemals darin mitwirkte und daß Adam 
(oder später sein Stellvertreter Erich Kloss) keinen Dirigenten von Rang zu 
Gast hatte" (...) (Michael H. Kater: Die mißbrauchte Muse. Musiker im 
Dritten Reich. München-Wien, 1998. S. 69-70). 

Der "Distinguished Research Professor of History" verschweigt, daß 
nicht Adam Gründer des Orchesters war, daß er jedoch aus Gründen der 
Sparsamkeit kaum Weltgrößen gastieren lassen konnte, aber - s. o. - mit 
recht namhaften Solisten arbeitete. 

Information: FA, MM2. 


Adam, Hans 

Christnacht im ersten Hitlerjahr. Eine Christfeier mit 
Weihnachtsgesprächen, Gesängen, Gedichten, Lebenden Bildern, 
dramatischen Zwischenspielen und Reigen für Schule und Gemeinde des 3. 
Reiches (1933) [Neuer Berliner Buchvertrieb]. 

Der gleiche Verlag publizierte Ende 1933 "Nationalsozialistische Feiern 
im Rahmen eines Hitlerjahres". 

Weihnacht im 3. Reich (Umarbeitung von "Christnacht im 1. Hitlerjahr" 
unter Berücksichtigung der neuesten Verhältnisse). Eine Weihnachtsfeier 
mit Weihnachtsgesprächen, Gesängen, Gedichten, Lebenden Bildern, 
dramatischen Zwischenspielen und Reigen für Schule und Gemeinde des 3. 
Reiches (1934) [Neuer Berliner Buchvertrieb]. 

Zitat: 

"Am Schluß der >Weihnacht<, nachdem der Engelreigen auf Seite 29 
beendet ist, kann eine Hitlerjugendgruppe mit der Hitlerfahne 
aufmarschieren und den 




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Hakenkreuzreigen 

aufführen, der im >Kinderfest in der Schule des 3. Reiches< (Neuer Berliner 
Buchvertrieb, Berlin N. 113, Pr. RM. 1,-) auf Seite 6 zu finden ist. Er besteht 
aus einem Tanz- und Sprechchor, ist für Knaben wie auch für Mädchen 
geeignet und wird dem Ganzen einen vaterländischen Abschluß geben. Die 
große Trommel der Hitlerjugend darf dann nicht fehlen" (S. 2). 

Dem Autor bot eine "Nationalsozialistische Weihnachtsfeier", wie auf 
dem Titelblatt steht und durch die Auswahl der penetranten Werbetexte 
abgesteckt ist, bis zur Predigt des Weihnachtsengels: "Er führet euch, er, 
der große Führer Adolf Hitler! Ihm folget, ihm vertrauet. Keine Besserer hat 
je für Euch und Deutschland gestritten und in Arbeit und Entsagung gesiegt" 
(S. 28). 

Inhalt (nur Lieder): 

Vom Himmel hoch, da komm ich her. NurT. - auf die Melodie "Treue Liebe": 
(Gelöbnis an Hindenburg) Hindenburg, wir nahn mit Danken Dir in ernster 
Trauerstunde. - Es ist ein Ros entsprungen. - Stille Nacht, heilige Nacht 
(oder: Ihr Kinderlein kommet, Kommet, ihr, Hirten, ihr Männer und Frau n). 

- Schlaf wohl, du Himmelsknabe du (oder: Ihr Kinderlein kommet). - 
Strophe aus dem Kirchenlied "Wach auf, mein Herz": Du willst ein Opfer 
haben, Hier bring ich meine Gaben. - Morgen, Kinder, wird s was geben. - 
0 Tannenbaum (oder: Der Christbaum ist der schönste Baum). - 0, du 
fröhliche, o du selige. 


Adam, Karl Ferdinand 
1806 - 1867 

Abend wird es wieder! Über Wald und Feld säuselt Frieden nieder (T: H. 
v. Fallersleben). Abendlied. 

Weitere Textvertonung von Christian Heinrich Rinck. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933; onA zur Melodie ); Unsere Lieder 
( 7 1938). 

Mein Lieben: Wie könnt ich dein vergessen! Ich weiß, was du mir bist (T: 
H. von Fallersleben). Vaterländisches Bekenntnislied. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Ich weiß, was du mir bist, 
wenn auch die Welt ihr Liebstes 
und Bestes bald vergißt. 

Ich sing es hell und ruf es laut: 

Mein Vaterland ist meine Braut! 

Wie könnt ich dein vergessen!" 

In: 

Vaterlandslieder und Freiheitsgesänge (1933; "Bismarcks Lieblingslied"); 
Volk und Vaterland im deutschen Lied (1933). 


Adam, Max 




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Mannheim, 14. November 1903 - Mannheim-Feudenheim, 19. März 1980. 
Pianist, Begleiter und Chormeister in Mannheim, Dirigent des Mannheimer 
Volkschors, Musikdirektor. Stand 1967: Bundeschormeister des Badischen 
Sängerbundes e.V. Erhielt 1969 für Verdienste um den Chorgesang das 
Bundesverdienstkreuz. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.352.737, auf Antrag vom 29/VI/37. Leiterder 
Ortsmusikerschaft Mannheim (RMK), dann auch der Kreismusikerschaft. 

*30.Januar 1941: 

Max Adam leitet zum Tag der Machtübernahme eine Chorfeier in 
Mannheim, an der mehrere Männerchöre, der Mannheimer Volkschor, ein 
Jugendchor aus HJ und BDM, das Nationaltheater-Orchester, ein Sprecher 
und an der Orgel Arno Landmann mitwirken. Die Feier besteht aus den 
Teilen Aufbruch - Kampf - Erfüllung. 

Totenklage (T: Maria Kahle). Chorwerk für FrCh (Mannheim, *30/1/41, 
Chorfeier zum Tag der Machtübernahme). 

Mai 1941, Besprechung: 

"(...) ein Werk von starker Eindringlichkeit, das in ebenso gekonntem 
Chor- wie Orchestersatz die Stimmung von tiefer Trauer über schmerzliche 
Auflehnung bis zur festen Entschlossenheit des Opfers gestaltet (...)" (Carl 
J. Brinkmann in: "Die Musikpflege" XII/2, Mai 1941. S. 26). 

Information: LdCh. Das Stadtarchiv Mannheim vermochte 1996 nur eine 
Abmeldung nach München festzustellen - 1923. 


Adams, Wilhelm 

Hamborn, 17. Januar 1896 - Rheydt, 29. September 1984. 

Sohn eines Organisten; Schüler u. a. von Richard Hagel und Kurt Schubert, 
Dirigent und Konzertsänger (Baßbariton), zunächst in Osterfeld, dann bis 
1933 Leiter von Städt. Musikverein und Kammerorchester Coesfeld, auch 
Städt. Musikdirektorin Oberhausen; 1937 Kapellmeister, Chorleiterund 
Sachbearbeiter am RS Köln, 1941-44 Operndirektor im besetzten Charkow. 

Nach 1945 freier Mitarbeiter beim NWDR/WDR Köln. Wohnsitz 
Rheydt, hier Leiter des Städt. MGV. 1970 Chordirektor ADC 
(Arbeitsgemeinschaft Dt. Chorverbände). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Dgt. des NS-Sinfonieorchesters Oberhausen- 
Osterfeld; Leiter der Ortsmusikerschaft Oberhausen der RMK. 1934-35 hier 
Städt. Musikbeauftragter. 

Nächtlicher Saarschwur, für MCh, Kinderchor und gr. Orchester 
(Oberhausen, 1934). 

Musik zur Hörfolge "Das heilige Reich der Deutschen" von Heinrich 
Lützeier für Solostimmen, gemCh. und gr. Orchester (RS Köln, *2/VIII/35). 
Information: DML, FA, KDMK ( ohne obige Titel ), LdCh. 


Ade, Erich 

Stuttgart, 21. Februar 1907 - Stuttgart, 22. August 1978. 




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Sohn eines Kirchenmusikdirektors; Musikpädagoge, Musiklehrer, Organist 
und Kantor an der ev. Stadtkirche sowie Pianist in Stuttgart-Bad Cannstadt, 
Musikreferent der "Württembergischen Landeszeitung". 

Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, zuletzt i. R. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zur Hymne an die Toten "Was sterblich ist, das stirbt, die Tat 
bleibt leben" von P. E. Feiger (RS Stuttgart, *21/11/37 und *20/XI/38, 
Leitung: selbst). 

Solche Aufführungen dienten der politischen Umfunktionierung des 
ursprünglich christlichen Totensonntags. 

Information: LdCh. Das Amt für öffenti. Ordnung Stuttgart > 
Zentralmeldestelle (ll/X/99), fand keinen Meldevorgang zu Erich Ade. 


Ade, ade! Ich scheide nun (T: von Ditfurth mitgeteilt). 
Abschiedslied, der Melodie "Ich lieg jetzt da und sterb dahin" aufgesetzt. 
Titel: Studentenabschied. 

In: 

Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935). 


Ade, du stattliche Kaserne. Reservistenlied, aufgesetzt der Melodie 
"Was blinkt so freundlich". 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Ade, mein Feinsliebchen. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Ade, mein Liebchen, ich muß fort. Soldatenabschiedslied. 
In: 

Soldatenlieder (1934). 


Adenstedt, Helmut 

Braunschweig, 13. April 1902 - Braunschweig, 15. März 1945. 
Musikpädagoge; Oberlehrer, Musikschullehrer, zunächst in Braunschweig 
Gesangslehrer an der Raabe-Schule und Leiter des Schubert-Chors, auch 
am Lehrerinnenseminar und der Staatl. Großen Schule. Ab 1935 in 
Wolfenbüttel an der Oberschule für Jungen in Aufbauform, Harztorwall 15. 
NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.551.733. Kreischormeister Braunschweig-Harz im 
Chorgau V Niedersachsen des RVgemChe Deutschlands (RMK). Leiter des 
Bannorchesters der HJ und des Chors der NS-Frauenschaft Wolfenbüttel. 




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Ade (nun) zur guten Nacht, jetzt wird der Schluß gemacht. 
Abschiedslied aus Franken, Sachsen, Rheinpfalz, 1848. Aus: Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort" (1856/1893 ff.). 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 

4 1934); Blut und Ehre (1933); Heil Hitler! (1933); Deutsche Volks und 
Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Unsere Lieder (21933); 
Singendes Volk 2 (1933); Trum, trum (21933); S.A. Liederbuch (1933); Wir 
wollen singen (1933); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Uns geht die 
Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Liederbuch des BDM (1934); 
Wohlauf Kameraden (1934); Jungvolk-Lieder (1934); Jungvolk-Lieder 
( 2 1934); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 
DSB, Singendes Volk 3 (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935); Singkamerad (31935, 8 1937); NSLB, Unser Lied 2 
( 2 1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Deutsche Lieder für die Jugend 
( 2 1935); Niederdeutschland (1936); Werkleute singen (1936); Unser das 
Land (1937); Neues Deutschland 2 (1937); Die Fahrt (1937); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); Wir marschieren (1937); Wir wandern und 
singen! (1937); Kommt, singt und klingt (1937); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938 ; Variante "Ade nun zur"); Unsere Lieder ( 7 1938) Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Marschierende Jugend ( 2 1938); Neues Singen 3 
(1938); SA-Liederbuch ( 2 1939); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); 
Alte und neue Soldatenlieder (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); 
Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); Das zweite neue Soldaten- 
Liederbuch (1940); Deutsche Musik A, B (1941; mit zwei Violinen/ Violine, 
Viola); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); RJF, Unser Liederbuch 
( 6 1941); Lied über Deutschland ( 5 1941); Hellau! (1942); Lieder unseres 
Volkes (1943); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Mein Schätzlein hör 
ich singen (1944); Singt alle mit! (1944). 


Aders, F. 

Einsender in Altona. 

"Propaganda ist not", Marsch, und "Blühende Heide", Walzer, onA , 
am 12/X/34 mit Widmung an Dr. Goebbels eingereicht. 


A Deutschmeister bin i, a fescher Soldat. Soldatenlied, onA. Titel: 
Der Deutschmeister. 

In: 

Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Adler 


Deutschlands Schwur. Marsch (RS Köln, 6/IX/34). 




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Information: Mutmaßlicher Urheber: Ignaz Adler (Jg. 1877) In Bielefeld. 


Adler, Guido 

Eibenschütz/Mähren, 1. November 1855 - Wien, 15. Februar 1941. 

Sohn eines Arztes; Dr. jur. 1878 und Dr. phil. Wien 1880 (Die historischen 
Grundklassen der christlich-abendländischen Musik), Musikwissenschaftler 
und Universitätsprofessor in Wien. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Die NS-Behörden beschlagnahmten nach dem Tode Adlers seine kostbare 
Bibliothek. 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML, MGG. Gerigk/Stengel gab den 
l/X/1855 als Geburtsdatum, den 14/XII/33, Wien, als Todesdatum an! 


Adler-Liederheft. Feldausgabe des Liederbuchs der Luftwaffe 
(Berlin, 1941) [VB]. 

Vgl. Clewing. 


Adolf Hitler hat unsere braune Armee geschweißt aus des Volkes 
Not. SA-Kampflied, onA. Titel: Marschlied der SA-Reserve. 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Das junge Blut steht in Reih und Glied 
mit dem sturmerprobten Soldat. 

Hier bringt keiner Titel und Würden mit, 
hier gilt nur die befreiende Tat. 

SA-Reserve marschiert voran, 

SA-Reserve steht ihren Mann. 

Wer unsrem Führer ins Aug gesehn, 
muß siegen oder untergehn". 

In: 

Vorwärts SA. (21933). 


Adolf Hitler, unserm Führer, reichen wir die Hand. NS-Kampflied, 

onA. 

Vgl. Robert Klaebe 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Wird die letzte Schlacht geschlagen, 

Waffen in die Hand, 

laßt die Freiheitsbanner flattern 

durch das deutsche Land. 

Dann soll n alle Feinde zittern, 

Deutschland aufersteh ! 

Hurra! Heil, du, Adolf Hitler, 
immer vor uns geh !" 


In: 




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Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ); SA-Sturmlieder (1933); 
NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Sturm-und Kampfliederbuch (1933); 
Schlesisches SA-Liederbuch (51933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler 
Dir! 2 (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); 100 ausgewählte 
SA-Sturm- und Marschlieder (1934), Lieder der SS Pommerns (1934); 
Lieder der Pommerschen SA (51934). 


Adolf-Hitler-Lied = Ihr Brüder, nun senket in Trauer 


Adolfi, Franz 

Chemnitz, 15. Juli 1876 - Zwickau, 18. September 1934. 

Sohn eines Opernsängers, eigentlich Spreitzer; Schüler u. a. von Felix 
Draeseke, Opernkapellmeister in Bielefeld, Stettin, Magdeburg, Chemnitz 
und Zwickau. 

Von Brückner/Rock als Jude Adolf Spritzer denunziert. 

Information: DML, FA. 


Adoramus. Passionslied. 
In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936); 


Adorno, Theodor W. 

Frankfurt a. M., 11. September 1903 - Brig/ Kanton Wallis (CH), 6. 
August 1969. 

Sohn eines Weinhändlers und einer Sängerin, eigentlich Wiesengrund; Dr. 
phil. Frankfurt a. M., 1924, 1931 Habilitation über Sören Kierkegaard. 
Soziologe, Komponist - Schüler von A. Berg und B. Sekles - und 
Musikschriftsteller in Frankfurt. 1930 Mitarbeiter des Instituts für 
Sozialforschung, jedoch 1933 entlassen. Stand 1932: Leiter des 
Musikstudios der Ortsgruppe Frankfurt des Verbandes der Konzertierenden 
Künstler Deutschlands. e.V. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling 
Wiesengrund-Adorno denunziert, "einer der betriebsamsten Wortführer der 
jüdischen Neutöner" (Gerigk/Stengel, Spalte 315). 

1934 emigrierte er zunächst nach England, dann in die USA, hier 
1938-41 Musikdirektor des Princeton Radio Research Project. 1950 wieder in 
Frankfurt, 0 . Professor an der Universität. 1957 Inhaber des universitären 
Lehrstuhls für Philosophie, auch einer der beiden geschäftsführende 
Direktoren des Instituts für Sozialforschung 

Notiz über Wagner ("Europäische Revue" Nr. 7, Juli 1933. S. 439-442). 

Adorno empfielt Entmythologisierung Wagners und die Konzentration 
auf das rein Musikalische. 

Juni 1934, Der Rezensent: 




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"Aus den jüngsten Chorpublikationen des Verlages Merseburger, meist 
Festchören zu deutschen Anlässen, hebt sich weit heraus der Zyklus von 
Herbert Müntzei. Nicht bloß weil er durch die Wahl der Gedichte Schirachs 
als bewußt nationalsozialistisch markiert ist, sondern auch durch seine 
Qualität: ein ungewöhnlicher Gestaltungswille. Es geht nicht um patriotische 
Stimmung und vage Begeisterung, sondern die Frage nach der Möglichkeit 
von neuer Volksmusik selber wird, durch die Komposition, ernst gestellt 
(...). 

Kriegerverein und Neoklassik sind beide negiert, und es wird dem Bild 
einer neuen Romantik nachgefragt; vielleicht von der Art, die Goebbels als 
>romantischen Realismus< bestimmt hat" (Theodor Wiesengrund-Adorno 
in: "Die Musik" XXVI/9, Juni 1934. S. 712). 

Besprechungen solcher Art erklären sich aus dem Versuch, In der 
Bedrängnis durch antisemitische Aktionen Rückendeckung zu finden; dies 
gelang allerdings höchstens vorübergehend. In der Frankfurter Zeitschrift 
"Diskus" XIII/1, Januar 1963, entfesselte ein historisch wenig bedarfter 
Student eine Diskussion darüber. Adorno am 3/1/63: 

"Daß ich jene Kritik damals schrieb, bedaure ich aufs tiefste. Anstößig 
ist vor allem, daß es sich um Gedichte von Schirach handelt. 

(...) Auch den Goebbels sehen Begriff >romantischen Realismus< 
hätte ich nicht in den Mund nehmen dürfen. 

( ...) Der wahre Fehler lag in meiner falschen Beurteilung der Lage; 

wenn Sie wollen, in der Torheit dessen, dem der Entschluß zur Emigration 
unendlich schwer fiel. Ich glaubte, daß das Dritte Reich nicht lange dauern 
könne, daß man bleiben müsse, um herüberzuretten, was nur möglich war". 

Rückblick, 1963: 

"Ich bin aus Deutschland 1934 emigriert, nachdem man mir im 
September 1933 auf Grund des sogenannten Gesetzes über die 
Wiederherstellung des Berufsbeamtentums die Venia legendi an der 
Frankfurter Universität entzogen hatte. Bis zur Emigration habe ich an einer 
Reihe von Zeitschriften und Zeitungen weiter mitgearbeitet, ohne übrigens 
ein Pseudonym zu benutzen; unter anderem auch an der >Musik<, in der 
ich versuchte, auch nach der Gleichschaltung etwas für die neue Musik zu 
tun - woraus mir dann, wie Sie vielleicht wissen, just von Herrn Melichar ein 
Vorwurf gemacht worden ist. Meine Mitarbeit an der >Musik< habe ich 
freiwillig eingestellt. 

(...) Abgesehen davon, daß man mich von der Universität verjagte, 
haben die Nazis bereits im Mai oder Juni 1933 bei mir Haussuchung 
veranstaltet. Sie ist aber glimpflich verlaufen" (Adorno an Fred K. Prieberg, 
14/11/63). 

Information: FA, KDMK, LdCh, RML, SML, MGGS. 


Af der Älm is koan Bleibn. 

In: 

Hellau! (1942). 




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Af der Umbrücklerälm. Titel: Die Kasermanndl. 
In: 

Hellau! (1942). 


Agans 

Werke: z. B. Wandervogellieder; Potpourri für Chor, Mandolinen, Gitarren 
und Hörner (1933); "Lustig ist die Jägerei", Potpourri (Schallplatte); 
Weihnachtsliederpotpourri (1933). 

Deutschland im Lied. Ein Liederpotpourri (RS Königsberg, l/VII/38, von 
Schallplatte). 


A gar schians Täl isch das Sarntäl. 

In: 

Hellau! (1942). 


Agop, Rolf 

München, 11. Juni 1908 - Hilchenbach, 15. Oktober 1998. 

Dirigent, bis 1934 ausgebildet an der Akademie der Tonkunst in München, 
dann Dirigent des Münchner Symphonieorchesters; 1935-38 1. 

Kapellmeister der Bayer. Landesbühne, dann bis 1940/41 
Opernkapellmeister und Chordirektor des Kärntner Grenzlandtheaters 
Klagenfurt, 1941/42 Musikal. Oberleiter des Niederschlesischen 
Landestheaters Jauer mit Sommerspielzeit im Kurtheater Bad Altheide; 
1942/43 Kapellmeister und Komponist der Schauspielmusik am Stadttheater 
Nürnberg, dann zur Wehrmacht einberufen. 

1945-48 Musikal. Oberleiter der Vereinigten Stadttheater Nürnberg- 
Fürth, 1948-52 künstler. Leiter der Nordwestdeutschen Philharmonie in Bad 
Pyrmont und Herford, zeitweise auch Dozent in der Dirigentenklasse der 
Musikakademie Detmold, ab 1952 städt. GMD in Dortmund, zugleich 
Chefdirigent des Siegerlandorchesters in Siegen und Hilchenbach. Später i. 

R. in München, zuletzt in Hilchenbach.. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Schauspiel "Thors Gast" von Otto Erler (Bayerische 
Landesbühne München, EA, *31/1/38; Veranstaltung des SS-Oberabschnitts 
Süd). 

Information: KDMK. Die Meldekarte im Stadtarchiv München (6/X/03) 
registriert nur die Abmeldung nach Klagenfurt am 17/IX/38. Laut 
Kreisverwaltungsreferat, Bürgerbüro (26/IX/03), sei Agop im Datenbestand 
des Melderegisters nicht zu ermitteln. 


A herzigs flächshoorets Büabl. Wiegenlied. 




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In: 

Hellau! (1942). 


Ahlbrand, K. 

Musik zur Werkfeier "Wir wollen uns auf unsere Kraft besinnen" (RS 

Frankfurt, 2/1/39, aus der Voigt & Haeffner AG, Frankfurt). 


Ahle, Johann Georg 
1651 - 1706 

Die güldene Sonne bringt Leben und Wonne, die Finsternis weicht (T: 
Philipp von Zesen, 1619-1689). Morgenlied (1671). 

In: 

Wir wollen singen (1933); Liederbuch des BDM (1934); Die 
Müttersingstunde (1935; onA ); Lieder des Volkes (61936); Das Lied im 
Deutschen Arbeitsdienst (1937); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (25. Mai 1939); DSB, Singendes Volk 31 
(1939); Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder (1940); Kernlieder des REM 
(1940). 


Ahle, Johann Rudolph 
1625 - 1673 

Lob der Musik: Was mag doch diese Welt in ihrer Schönheit prangen, wo 
alle Macht zerfällt (1660). 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938). 

Unsern Ausgang segne Gott, unsern Eingang gleichermaßen. Kirchenlied 
(1664). 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Ahlgrimm, Hans 

Wien, 10. November 1904 - Neu-Zittau bei Erkner, 23. April 1945 
(gefallen im Fronteinsatz). 

Dr. phil. Wien (über Pierre Rode), Orchestermusiker in Berlin-Wilmersdorf, 
1930-45 Geiger im BPhO; auch Komponist. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 
31. Oktober 1940: 




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Der 1. zeitgenössische Abend der Gewandhaus-Konzerte zu Leipzig, 
Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - das Trompetenkonzert von Ahlgrimm; 
Solist: Heinrich Teubig. 

Information: FA (Nachtrag), LdCh (ohne Todesdatum) , FA2. 


Ahlow, Franz 

SS-Hauptscharführer, MZF der SS-Standarte 42, Berlin. 

Einigkeit macht stark. Marsch (u. a.. DtldS, 13/VI/37, MZ der SS- 
Standarte 42, Leitung: selbst). 


Ahoi, nun heißt die Segel! Mann Spill! Hiew rund! (T: Kapitän zur 
See a. D. Ernst Schulze). Matrosenlied, der Melodie "Heißa, ich bin ein 
Middy" aufgesetzt. 

In: 

Deutsches Marine-Liederbuch (1935). 


Ahrens, Erich 

Fallschirmjäger voran! (T: Ernst Behrens-Kollmar). Kriegslied (1941) 
[AB]. 


Ahrens, Joseph 

Sommersell/Westfalen, 17. April 1904 - Berlin, 21. Dezember 1997. 
Kirchenmusiker in Berlin, Organist an St. Marien; 1934-43 Domorganist an 
der St. Hedwigs-Kathedrale, 1928 Lehrer, ab *30/1/36 Professor an der 
Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Berlin; Orgelsachverständiger für 
das Bistum Berlin und beim REM. 

1945 Organist der Salvatorkirche, ab 1950 o. Professor für kath. 
Kirchenmusik an der Musikhochschule Berlin, 1953 deren stellv. Direktor. Er 
erhielt 1955 den Kunstpreis der Stadt Berlin. 

Werke: vor allem Kirchenmusik. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Fachberater für kath. Kirchenmusiker und 
Referent der RMK. 

Toccata eroica für Orgel (1935) [Sc]. 

Information: FA (Nachtrag), MM2, KDMK, RML, LdCh, SML, MGGS. Das 
für den Geburtsort zuständige Standesbeamtin Doran, Nieheim (9/IV/98), 
verweigerte die Angabe des Todesdatums mit Berufung auf das verfälschte 
PStG § 61, also grundordnungswidrig. Damit raubte sie dem Künstler das 
postum weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 




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Ahrens, Rudolf 

Deutsche Suite zum *5. März 1933: 1. Deutsche Kraft - 2. Deutsche 
Innigkeit - 3. Deutscher Frohsinn - 4. Deutsche Zuversicht - 5. Deutsche 
Treue. Für Sinfonieorchester (Norag, 23/IV/33, Flamburger Philharm., Dgt. 
Secker). 

Zur 8. Reichstagswahl an diesem Tag gewann die NSDAP 288 von 647 
Sitzen. 


Ähre und Spaten. Lieder vom Arbeitsdienst. Hgb. vom NS- 
Arbeitsdienst, Arbeitsgruppe 54 Swinemünde, Arbeitsgau 5 (1-21934) [VV]. 

Inhalt (11934): 

mit Noten: 

1. Will Decker: Heiliges Feuer brennt in dem Land. - 2. Nach Ostland geht 
unser Ritt, hoch wehet das Banner. - 3. Wirtragen das schwarze Banner 
und singen das Lied der Not. - 4. Kurt von Hertzberg: Wir sind die Männer 
vom Bauernstand . - 5. Marsch, marsch, marschiert, die Trommel gerührt. - 
6. W. Altendorf: Hört ihr das Gellen in Straßen und Gassen. - 7. W. 
Altendorf: Wir zieh n auf stillen Wegen. - 8. (Götz): Die Bauern wollten 
Freie sein. 

nur Text: 

Die Fahne hoch. - Deutschland, Deutschland, über alles. - (Gättke): Und 
wenn wir marschieren. - (Pardun): Siehst du im Osten das Morgenrot. - 
(Gläser): Flamme empor. - (Depolo): (Werksoldatenlied) Es tönt auf 
grüner Heide. - (Bauernnot 1931) Schwarz ist die Sorge. - Auf, auf, zum 
Kampf, zum Kampf sind wir geboren. - Brüder, zur Sonne, zur Freiheit! - 
Brüder in Zechen und Gruben. - (Mährer): Es pfeift von allen Dächern. - 
(Borgmann ): Unsere Fahne flattert uns voran. - Es zog ein Hitlermann 
hinaus. - Als die gold ne Abendsonne. - (Götz): Von allen den Kameraden 
war keiner so lieb und so gut. - Im Pommernland marschieren wir. - (Knott 
oder Götz): (Der Trommelbube) Wir ziehen über die Straßen. - (Sotke): 
Wilde Gesellen vom Sturmwind umweht - (Jahn): Kamerad, nun laß dir s 
sagen. - Morgen marschieren wir in Feindesland. - (Büchsenschütz): 
Pommersche Heide, pommerscher Sand - (Geusenlied) Gleichwie die Möwe 
ruhlos hastet. - (Götz): (Heia Safari) Wie oft sind wir geschritten - (Jahn): 
Wir traben in die Weite - (Zahn): Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd. - Weit 
ist der Weg zurück ins Heimatland. - W. Kutschbach: Görg von Frundsberg 
führt uns an. - (Thum): Vom Barette schwankt die Feder . - Wir sind des 
Geyers schwarze Haufen. - (Sotke): Das Kalbfell klingt, der Landsknecht 
schwingt. - (Gättke): (Die Wallensteiner) Trum, trum, terum, tum, tum, die 
Landsknecht ziehn im Land herum. - (Gättke): Wenn die Landsknecht 
trinken. - (Stuntz): Das Käuzlein laß ich trauern. - (Wendelmuth): Die 
Glocken stürmten vom Bernwardsturm. - (Friedrich der Große): (Der 
Hohenfriedberger Marsch) Auf, Anspach Dragoner. - Es blühen die Rosen, 
die Nachtigall singt. - Ich habe Lust, im weiten Feld. - Die blauen Dragoner. 

- Wenn die Soldaten durch die Stadt marschieren. - onA: Manöver im Land, 
der Weckruf erschallt. - Mein Regiment, mein Heimatland. - Ich bin ein 




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Gardeschütz, trag auch die Gardelitz. - Wenn des Morgens früh die Sonne 
aufgeht. - Steig ich den Berg hinan, das macht mir Freude. - Wohlan, die 
Zeit ist kommen, mein Pferd, es muß gesattelt sein. - (Götz): Aus grauer 
Städte Mauern. - Schwarzbraun ist die Haselnuß. - Auf nach Pommern ziehn 
wir heut, ziehn wir voller Lust und Freud . - (Koch): Heiß ist die Liebe . - 
Ein Heller und ein Batzen. - Das Schönste auf der Welt ist mein Tiroler 
Land. - Kehr ich einst in meine Heimat wieder. - Es zogen auf sonnigen 
Wegen drei lachende Mädel vorbei. - Ein Jäger aus Kurpfalz. - Der Jäger in 
dem grünen Wald. - Auf, auf zum fröhlichen Jagen. - Einst ein Jäger wollte 
jagen einen Gemsbock silbergrau. - (Rahlfs): Auf der Lüneburger Heide. - 
Als ich gestern einsam ging auf der grünen, grünen Heid . - Von Osten 
kamen Kiele kampfeslüstern. - Heut geht es an Bord. - Wer will mit, juchhe, 
über See? - Der mächtigste König im Luftrevier. - Leise über sanfte Wogen 
zieht ein Schifflein seinen Lauf. - Dunkel war die Nacht, und kein Sternlein 
wacht. - Frei ist die See, wenn die Eisberge ziehn. - Einst sind wir so freudig 
geschritten. - Ich hab mich ergeben. - auf die Melodie "O Deutschland hoch 
in Ehren" (Pierson) : Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit. - 
(Silcher): Ich hatt einen Kameraden. - Soldat, du bist mein Kamerad. - auf 
die Melodie "Die Bauern wollten Freie sein" (Sotke) : Volk will zu Volk. - 
Hurra, nun zieht unsre Schar nach der Heimat. - Auf, marsch, marsch! 

Durch Mühen und Gefahren. - auf die Melodie "Glück auf": Deutsch ist die 
Saar. - (Ramrath): Im Feldquartier auf hartem Stein. - Es dunkelt schon in 
der Heide. - Ich weiß einen Lindenbaum stehen in einem tiefen Tal. - 
(Götz): Jenseits des Tales standen ihre Zelte. - Kein schöner Land in dieser 
Zeit. 


Aicher, Th. w. 

Heil dem Führer. Konzertmarsch (Saalfelden am Steinernen Meer, 1939). 

Gebirgsjägermarsch (Salzburg, 1940). 


Ailbout, Hans 

Krefeld, 2. Juli 1879 - Berlin-Wilmersdorf, 1. September 1957. 
Musikpädagoge und Dirigent, Leiter eines Konservatoriums in Berlin. 1933 
Leiter des Potsdamer Tonkünstlerorchesters. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, nun i. R. 

Werke, auch unter Pseudonymen wie E. Becker, E. Brandt, F. K. Huber, 
H. Lange, Hannes Rhin: zumeist U-Musik, z. B. Operetten; "Chinesische 
Fantasie"; "Katalanische Rhapsodie"; "5-Uhr-Tee im Froschteich"; 
Filmmusik. 

Ailbout galt als "Halbjude", durfte jedoch mit Sondererlaubnis des Ministers 
tätig sein. 

Hoch Deutschland! Marsch für Militärmusik (vor 1928) [Jäger, Berlin]. 
Steh ich in finstrer Mitternacht. Soldatenlied. Für Männerquartett und 
Blasorchester: H. Ailbout. 




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Tondokument - von 1933 - im DRA: 1890833-17. 

Der Gott, der Eisen wachsen ließ. Marsch unter Verwendung des Liedes 
von A. Methfessel (BR, 15/III/33). 

Die Potsdamer Linde: Zu Potsdam an der langen Brück. Marschlied, 
Fassung: E. Gutzeit. 

In: 

Neues Sanssouci 1 (1933). 

Grüßt mir die Heimat, den schönen Rhein! Lied (u. a. FSt. Berlin, 
28/V/33, Erwin Flartung mit Gesangsquartett, von Schallplatten) 

An mein Vaterland (Vaterländische Festouvertüre) (FSt. Berlin, 16/VI/33, 
Potsdamer Tonkünstler-Orchester, Dgt. selbst; Orag, 21/XI/33) [St]. 
Besprechung: 

"Als Rahmen mag ein patriotischer Bockbier-Anstich< gedacht sein. 
Orchester und tausendköpfige Hörerschaft ringen um das Gehörtwerden. So 
tritt das verborgene >Freiheit, die ich meine< nicht in das Bewußtsein. 
Endlich besiegt das Fortissimo des Liedes: >Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ< die Polyphonie der Diskussionen und ein hundertprozentiges Ja im 
tosenden Beifall krönt den Erfolg des Werkes. Es ist nicht unwesentlich, bei 
solchem Anlaß wieder auf den Zusammenhang von Musik und Wirtschaft 
hinzuweisen, denn der Bierverbrauch hält sich auf der Höhe des Beifalls, 
welchen die Musik erringt" (Arthur Egidi in: "Musik im Zeitbewußtsein" 1/10, 
16/XII/33. S. 16). 

16. Juni 1933: 

Das Potsdamer Tonkünstler-Orchester, Dgt. Ailbout, bietet ein 
Blaskonzert: 1. Gutzeit: "Immer mit Feuer", Marsch. - 2. Wrede: "Klar zum 
Gefecht", Marsch. - 3. Ailbout: "An mein Vaterland", Ouvertüre. - 4. Meyer- 
Helmund: "Zauberlied". - 5. Häusler: "Fackeltanz". - 6. Ailbout: 

"Chinesische Fantasie" (Ernster Zug - Tanz und Lied der Okuesan. - 
Tempelglocken - Pagoden). - 7. Siede: "Puppe und Hampelmann". - 8. 
Lindsay-Theimer: "Alle Tage ist kein Sonntag. - 9. Wismar: Rheinländer- 
Potpourri. - 10. a) Geisler: "Berlin ist richtig", Marschlied; b) 

Lautenschläger: "Trinkt aus, Kameraden, die Nacht wird kühl" (FSt. Berlin, 
16/VI/33). 

Im Rosengarten von Sanssouci. Charakterstück (FSt. Berlin, 14/VII/33, 
von Schallplatten). 

Wir präsentieren! = AM I, 93, Präsentiermarsch der SA-Standarte M 33 
Dresden (1912; FSt. Berlin, 9/VIII/33; RS Leipzig, 22/IV/34; RS Hamburg, 
9/V/38) (vor 1928) [Scherl, Berlin]. Im Wettbewerb des Scherl-Verlags mit 
dem 1. Preis ausgezeichnet. 

Tondokument - vom 26/VI/40 - im DRA: B003119739, B003159814. 
In: 

Heeresmärsche 2 (1933). 

HJ marschiert! Marsch (Ostmarken-Rundfunk, 8/III/34; RS Berlin, 
24/VI/34). 

Musik zum Jungenfilm "Die Bande von Hoheneck" (UA: 25/IV/34; 
Prädikat: Volksbildend). 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 
Annekathrein. Marschlied (RS Frankfurt, 8/1/38). Auch "Anna-Kathrin". 




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Berlin - Wien. Marsch (1938; RS Hamburg, 26/IV/38; RS Königsberg, 
2/V/38). Bearbeitung: F. Rönnfeldt [He]. Titel auch: Wien-Berlin. 

Was nützet mir ein schönes Mädchen? Marsch (RS Frankfurt, 7/VII/38, 
Rhein-Mainisches Landesorchester, Dgt. F. Cuje). 

Soldatenliebe: Das schönste Leben auf der Welt. Marsch nach dem 
Soldatenlied "Steh ich in finstrer Mitternacht" (RS Königsberg, 23/VII/38). 
Tondokument - von 1933 - im DRA: 1890833-17. 

Information: DML, FA, KDMK, LdBl (ohne Todesort). Das Standesamt 
Krefeld-Mitte (9/X/97) teilte mit, ein Geburtseintrag Ailbout habe nicht 
gefunden werden können. 


Akkordeon-Trümpfe (Anthologie) siehe: Kurt Mahr 


Albersheim, Gerhard 

Köln, 17. November 1902 - Basel (CH), 19. Oktober 1996. 

Dr. phil. Wien 1938 (Zur Psychologie der Ton- und Klangeigenschaften unter 
Berücksichtigung der "Zweikomponenten-Theorie" und der 
Vokalsystematik); Musikwissenschaftler in Wien, bis 1938 noch Schüler u. a. 
von Heinrich Schenker an der Universität, bis 1939 Privatmusiklehrer. 

Dann wegen rassistischer Verfolgung emigriert, ab 1940 in den USA, 
Musikpädagoge und Konzertbegleiter in Los Angeles, 1947 Lehrer am L. A. 
Conservatory for Music and Arts. 1968 emeritiert und i. R. in der Schweiz. 
Information: KDMK, RML, MGGS, FA2. 


Albert 

Hauptmann-Göring-Marsch (Werag, 2/IX/33, MZ der SA-Standarte 369, 
Witten, Dgt. Heinrich Schmidt). 

Der Titel feiert den letzten Kommandanten des 
Jagdfliegergeschwaders Richthofen ab Juni 1918 bis Kriegsende, den 
damaligen Hauptmann und späteren Generalfeldmarschall und Preuß. 
Ministerpräsidenten Hermann Göring (1893-1945). 


Albert, Eugene d 
1864 - 1932 

28. November 1934, Boykott: 

"(...) Umstritten ist das Problem >Tiefland<; die Oper wurde von 
mehreren Ortsverbänden abgenommen. Der Textdichter ist Jude, Dr. Rudolf 
Lothar (Spitzer) mit Namen. Das Kulturpolitische Archiv hat die 
Bühnenleiter, vor mehreren Wochen auch die Parteipresse auf Anfrage auf 
jüdische Mitautorschaft hingewiesen. Es wird nicht verkannt, dass Tiefland 
mit seiner veristischen Musik eine Oper des Kassenerfolgs ist. Dadurch allein 
jedoch lässt sich die Auswahl für die Mitglieder der NS-Kulturgemeinde nicht 




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rechtfertigen. (...)" (K = Kraemer: Bericht des Kulturpolit. Archivs für Abt. 
Programmüberwachung während der Monate Oktober und November 1934, 
28/XI/34. Quelle: BA NS 15/ 86). 

Der Boykott scheiterte. In der Saison 1935/36 boten die Bühnen, im 
Reich 176 Aufführungen der Oper ''Tiefland”. 

19. April 1937, Ausnahme: 

"Das Textbuch von d Alberts Oper >Tiefland< stammt zwar von einem 
Juden, aber schon vor längerer Zeit ist vom Propagandaministerium 
grundsätzlich entschieden worden, dass wertvolle Werke der deutschen 
Musik nicht deshalb ausgeschaltet werden sollen, weil der Text von Juden 
bearbeitet wurde. Sie können daher >Tiefland< als Pflichtvorstellung für 
Ihre Mitglieder einsetzen, ohne jedoch den Besuch besonders zu forcieren" 
(NSKG, Kulturpolit. Archiv, Dr. Gerigk, an Ortsverband Halle, 19/IV/37. 
Quelle: ACDJC, Document CXLV-603). 

15. Juni 1939: 

"Unter Berufung auf unsere heutige Unterredung möchte ich Sie 
nochmals bitten, mich doch freundlichst in der Bemühung zu unterstützen, 
die der Aufgabe dient, die Opern d Alberts vor der Vergessenheit zu 
bewahren. Wenn dies ja auch von >Tiefland< kaum zu befürchten ist, so 
würde dem Künstler d Albert doch zweifellos ein Unrecht geschehen, wollte 
man seine verschiedenen übrigen Opernwerke geringer einschätzen, zumal 
es sich um bühnenwirksame und erwiesen zugkräftige Opern handelt, die 
sich seinerzeit auf den deutschen Bühnen Heimatrechte erworben hatten, 
und die in den kritischen Jahren nur durch die Werke musikalischer 
Modernisten verdrängt wurden. Ich zweifele nicht daran, dass der 
Opernspielplan durch die Aufnahme der d Albertschen Opern zu bereichern 
ist und Gewinn davon haben wird. Von der Musikliteratur wird d Alberts 
Werk der deutschen Musik zugeteilt, wie d Albert selbst sich ja immer als 
Deutscher Komponist gefühlt und bekannt hat. Es bedarf gewiss nur eines 
Hinweises und einer Erinnerung, um die Leiter der deutschen Opernbühnen 
zu veranlassen, d Alberts Opern - und nicht nur sein >Tiefland< - im 
Spielplan wieder den ihnen gebührenden Platz einzuräumen und den 
Künstlern damit dankbare Aufgaben zu bieten. (...)" (Hilde d Albert an 
RMVP, Lange, 15/VI/39. Quelle: BA R 55/ 20200. Blatt 263). 

17. Oktober 1939: 

"(...) Zwei Jahre vor seinem Tode hat Eugen d Albert meine Komödie 
in drei Akten Die Witwe von Ephesus als Komische Oper vertont. 

(...) Die ERBIN seiner Manuskripte, Fräulein Jolanthe (Violanthe) d 
Albert holte nun die Partitur der Witwe von Ephesus von Schott ab 

und.seither ist diese Partitur verschwunden und von Frl. d Albert auf 

keine Weise heraus zu bekommen. 

Seither sind etwa 10 Jahre vergangen. 

Abgesehn von dem persönlichen Schaden, der mir durch diese 
geflissentliche Zurückhaltung der Partitur d Alberts erwächst, glaube ich 
sagen zu müssen, dass auch dem deutschen Opernpublikum durch die 
VORENTHALTUNG einer erstklassigen Komposition d Alberts ein arger 
kultureller Schaden zugefügt wird, der umso größer ist als unsere 
Opernbühnen nach guten komischen Opern geradezu HUNGERN. 





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Ich bitte daher diese Sache in die Hand zu nehmen. (...)" (SA- 
Standartenführer Freiherr Karl-Michael von Levetzow, Auspitz/ Nieder¬ 
donau, an den Präsidenten der RKK, 17/X/39. Fehler im Original. Quelle. 
BA R 55/ 20200. Blatt 264). 

Nach Monaten war die Adresse der Tochter endlich ermittelt > die 
jedoch die Partitur in dem noch in Kisten verpackten Nachlaß vorgeblich 
nicht fand. Es stellte sich heraus , daß sie das Werk für pornographisch und 
daher schädlich dem Andenken des Vaters hielt. Das RMVP riet dem Texter 
am Ende zur Klage auf Schadensersatz. 


Albert, F. 

Zwei Lieder der nationale Erhebung, für Harmonium: 1. Heldengesang 
des deutschen Volkes (Horst-Wessel-Lied), Fassung: F. Albert. - 2. J. 
Haydn, Deutschland über alles (1933) [P]. 


Albert, Hanns 

Altötting, 6. Juni 1905 - Altötting, 20. Juni 1965. 

Sohn eines kgl. Rats und Kapellstiftungsadministrators, Dr. phil. München 
1927 (Über Leben und Werke des Komponisten Abraham Megerle, 1607- 
1680), Komponist und Musikpublizist, 1928-31 in Berlin Musik-, Theater und 
Filmkritiker für "Germania" und "Märkische Volkszeitung", Mitarbeiter der 
"Signale für die musikalische Welt". 1931-32 Direktor der Abt. Verlag im 
Seraphischen Liebeswerk Altötting in Oberbayern, dann Hauptschriftleiter 
des "Oettinger und Burghauser Anzeigers" und Kultur- und Lokalschriftleiter 
der "Vereinigten Heimatblätter", bis zur Einberufung zur Wehrmacht 1941. 

1946-48 im Internierungslager, dann Sachbearbeiter der Altöttinger 
Musikgemeinde, ab 1948 Dirigent des Pfarrchors, ab 1949 der Liedertafel 
Altötting 1846, bald auch des Werkchors und Werkorchesters Gendorf der 
Farbwerke Höchst; 1954 Lokalredakteur des "Alt-Neuöttinger Anzeigers", 
einer Bezirksausgabe der Neuen-Presse-Verlags-GmbH in Passau. 1965 vom 
Bischof von Passau als Laienvertreterin die Kirchenmusik-Kommission der 
Diözese geholt. 

Werke: "Gotenzug" (T: F. Dahn) für Baritonsolo, Chor und Bläser (1927); 
"Die 7 Worte Jesu Christi am Kreuze" für gemCh, Streicher und Orgel 
(1928); Komposition zur Tilly-Feier 1932; Männerchöre, ein Streichquartett; 
Das Altöttinger Wallfahrtsspiel (1933); Eucharistischer Hymnus für 
Jugendchor (1949); Bauernpsalm für Tenor und Klavier (1951); "Friede und 
Freude" für Chor und Orchester (1959). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 1937 Städt. Musikbeauftragter für Alt- 
und Neuötting. 

"Der Hohenfriedberger Marsch". MCh mit eignem "Text zeitgemäßer 
Prägung" (Altötting, 1933). 

Op. 16. Nr.l. Der unbekannte Soldat: Wir berichten Ihnen die Geschichte 
vom unbekannten Soldaten (eigner T). Kantate für 4- 8stimmigen MCh, 




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Sprechchor, Baritonsolo und Blasinstrumente (Altötting, 25/XI/33, für das 
WHW; Nürnberg,1935, Heldengedenkfeier des DSB). 

27. November 1933, Rezension: 

"(...) In tragischer Größe erhebt sich das Schicksal des unbekannten 
Soldaten aller Jahrhunderte und Jahrtausende überden flüchtigen Alltag, 
helleuchtend dargestellt in der überzeitlichen Opfergröße dieser namenlosen 
Helden: ein Mahnmal, dem in seiner vorzüglich übereinstimmenden 
textlichen und musikalischen Formung die künstlerische Weihe verliehen ist" 
("Öttinger Anzeiger", 27/XI/33). 

9. November 1923 (T: Hitler). Heroische Kantate für Sprechchor, 
Solosprecher, MCh, Bläser und Schlagzeug (UrS: RS München, *9/XI/34, 
Ausführende: verstärkter Funkmännerchor, Dgt. E. Zengerle, Gaukapelle 
der NSDAP München, Dgt. G. Lange, Sprechchor, A. Wiesheu-Martens, 
Sprecher). 

Nachruf, 1965: 

"(...) Er war durch und durch >Musiker< und eine echte 
Künstlernatur. In vielen wertvollen Kompositionen hat er seine hohen 
musikalischen Qualitäten bewiesen. Seine große Begabung als Chorleiter, 
Dirigent und Organist kamen vornehmlich dem Altöttinger Pfarr-Jugendchor, 
aber zugleich dem Kapellchor zu Nutzen. Mit all seinem künstlerischen, 
musikalischen Schaffen aber wollte Dr. Hanns Albert vornehmlich der 
Altöttinger Gnadenmutter und ihrer Wallfahrt dienen; ihr zur höheren Ehre 
und den Pilgern zur Herzensfreude und Erbauung. In diesem Geiste sang 
und spielte er in aberhundert Pilgermessen in der Basilika, in aberhundert 
Gottesdiensten in der Stiftskirche und Gnadenkapelle. (...)" (Plötzlicher 
Abschied eines treuen Dieners U. L. Frau. "Altöttinger Liebfrauenbote", 
27/VI/65. S. 510). 


Albert, Heinrich 
1604 - 1651 

Lied der Freundschaft: Der Mensch hat nichts so eigen, so wohl steht 
ihm nichts an, als daß er Treu erzeigen und Freundschaft halten kann (T: 
Simon Dach, 1640) (1640). Titel: Lob der Freundschaft. 

In: 

Schaffendes Volk (1934); Das Männerlied (1934); Liederbuch für Dt. Frauen 
und Jungmädchen-Verbände (1934); Lobeda-Singebuch 1 (1936); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1939), 43-49 (1942). 
Annchen von Tharau ist(s), die mir gefällt (T: nach Simon Dach, 1637, 
hochdeutsche Fassung von Herder, 1778). Melodie und Satz in H. Alberts 
"Geistlichen und weltlichen Arien" (1642). 

Vgl. Friedrich Silcher. 

In: 

Die Singstunde 56 (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften (( 2 1933, 
41934; Melodie onA ); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen- 




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Verbände (1934); Der Ring (1935); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Lieder des 
Volkes (61936); Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Waldfahrt: Die Lust hat mich bezwungen, zu fahren in den Wald (T: 

Simon Dach). Titel: Frühjahrsliedchen. 

In: 

Das Männerlied (1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Deutsche Volkslieder 
2 (1935); Der Ring (1935); Lieder des Volkes (61936); Lobeda-Singebuch 1 
(1936); DSB, Singendes Volk 21 (1937); Deutsche Musik A (1941). 

Jetzund heben Wald und Feld wieder an zu klagen (T: Simon Dach). 
Herbstlied. 

In: 

DSB, Singendes Volk 23 (1937). 

Gott des Himmels und der Erden, Vater, Sohn und heilger Geist. 
Kirchenlied (1642). 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 

Eine von allen ist, die mir gefällt (T: nach Simon Dach) auf die Melodie 
"Anke van Tharau". 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 (1939), 43-49 (1942). 


Albert, Herbert 

Bad Lausick/ Sachsen, 26. Dezember 1903 - Bad Reichenhall, 15. 
September 1973. 

Orchesterdirigent und Klaviervirtuose, bis 1933 in Wiesbaden städt. 
Kurkapellmeister. Ab 1934 GMD in Baden-Baden; hier Gründer der 
Internationalen Musikfeste. 1937-44 GMD und Musikal. Oberleiter der 
Staatsoper Stuttgart, 1944 desgleichen in Breslau. 

1945 Kapellmeister am Gewandhaus Leipzig, 1948 am Stadttheater 
Graz, 1952-63 GMD am Nationaltheater Mannheim und Leiter der Musikal. 
Akademie. Dann zog er sich, immer wieder gastweise dirigierend, nach Bad 
Reichenhall in die Nähe von Salzburg zurück. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

1. Dezember 1936: 

Ein Meisterkonzert des BPhO für die NSG "Kraft durch Freude", Dgt. 
Albert, bietet Werke von Max Trapp, Weber, Mozart und Brahms. Solist: 
Wilhelm Strienz (Baß). 

26. Januar 1937: 

Im Rahmen des Ständigen Rats für die Internationale 
Zusammenarbeit der Komponisten bietet Albert in Zürich ein Konzert mit 
deutschem Programm im Austausch für das schweizerische Konzert am 
18/XI 1/3 6. 

3. Oktober 1939: 

Das BPhO, Dgt. Albert, bietet für NSG "Kraft durch Freude" und 
Berliner Konzertgemeinde Werke von Cherubini, Liszt, R. Strauss und R. 
Schumann. Solist: Pal Kiss. 




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5. Mai 1940: 

Albert dirigiert in Stuttgart die szenische Kantate "Kampfwerk 39" von 
Marc Andre Souchay (UA). 

8. November 1942: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel mit 
einem Konzert des Gr. Orchesters des Senders Brüssel: 1. Schoemaker: 
"Sinfonia breve". - 2. R. Strauss: "Till Eulenspiegel". - 3. Beethoven: 3. 
Sinfonie. 

28. Februar 1943: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel und 
bietet u. a. Regers "Vaterländische Ouvertüre". 

30.Januar 1944: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel: 
Beethoven: "Egmont"-Ouvertüre und 5. Klavierkonzert. - Bruckner: 7. 
Sinfonie. 

30. April 1944: 

Albert gastiert im besetzten Belgien bei der Philharmonie Brüssel und 
bietet Werke von Weber, Karl Bleyle, Debussy und Brahms. 

Information: FA (Nachtrag), KDMK, RML, SML, FA2. 


Albert, Wilhelm August 

Reiterswiesen Amt Kissingen, 29. Januar 1890 - Ruhpolding, 29. 
Dezember 1981. 

Schulpädagoge; Flauptlehrer für Deutsch und Zeichnen in Nürnberg. 

Nach 1945 weiterhin in Nürnberg im Schuldienst, zuletzt Rektor, seit 
1955 i. R.; das Bundesverdienstkreuz 1958 belohnte "seine Verdienste um 
die geistige Entwicklung der Jugend". Zuletzt in Ruhpolding. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Die Reichsleitung lehnte am 15/11/38 den 
beantragten Beitritt des früheren Freimaurers ab und legte eine Warnkarte 
an. NSLB seit l/V/33. 

Sonnwendfeier. Sammlung von Feuersprüchen, Bekenntnissen, Liedern 
und chorischen Feiern. Hgb. zus. mit Hans Belstler (1940) [DVW]. 

Information: Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. 

Richter; beantwortete eine Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit 
der Forderung eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag an den 
Oberstadtdirektor auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und 
Sicherheit" der Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer; ab, weil "kein 
hinreichender Grund" dafür vorliege; das beweist allerdings nur, daß das 
Verwaltungspersonal in Nürnberg Geld höher einschätzt als das kulturelle 
Image der Stadt. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. Das 
Stadtarchiv Nürnberg (13/IX/O 1) teilte dem Institut für MW, Universität Kiel, 
eine "Hauptwohnung ab 17.05.1969 Traunstein, Obb., Haslacherstr. 45" 
mit! 


Alberti, Werner 




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Berlin, 21. Januar 1863 - Berlin, 29. November 1934. 

Sänger (Tenor), 1934 Kammersänger a. D., Gesangslehrer in Berlin W 50. 
Vorübergehend in Prag. 

Von Brückner/Rock als Jude denunziert. 

Information: FA (ohne Todesmeldung). 


Alberty, Wolfgang (Pseudonym) siehe: Albert Wolfgang 


Albin, Harry 

Kunstmaler in Berlin-Britz, Eberstadtallee 9 (1933/34), Stand 1939: 
Rungiusstr. 31. 

Hymne der Arbeit, onA , im Juni 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1159). 


Albrecht 

Schneidige Matrosen. Marsch für Zitherduo (RS Leipzig, 29/VIII/39, aus 
Dresden). 


Albrecht, Erich 

Hart sei, wer den Sieg begehrt: Herrgott, sorge für die Saaten (T: Fritz 
Michel). Kampflied. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Gib dem Flug der deutschen Waffen 
neue Ehre, neuen Ruhm. 

Laß die Männer wagend schaffen 
gegen Haß und Krämertum. 

Herrgott, mach zum letzten Schlage 
scharf und glühend unser Schwert. 

Keine Klage, keine Frage... 
hart sei, wer den Sieg begehrt". 

In: 

Ernte des Jahres (1944). 


Albrecht, Hans 

Magdeburg, 31. März 1902 - Kiel, 20. Januar 1961. 

Sohn eines Oberingenieurs; Dr. phil. Berlin 1925 (Die Aufführungspraxis der 
italienischen Musik des 14. Jahrhunderts), Habilitation 1942 in Kiel. 




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Musikwissenschaftler, Musikkritiker; Lehrer an der Folkwangschule Essen 
1933-37, Mitarbeiter von "Deutsche Bühnenkorrespondenz", 1938-39 in 
Köln, 1939-31/XII/44 in Berlin wissenschaftl. Mitarbeiter am Staatl. Institut 
für Dt. Musikforschung, seit l/X/40 hier Professor und ab 1942 dessen k. 
Leiter als Nachfolger von Prof. Dr. Max Seiffert bis Schließung, jedoch zur 
Betreuung und Pflege des nach Schlesien ausgelagerten Inventars - 
Karteien, Mikrofilme, Bestände des Instrumentenmuseums - im 
Frühjahrl944 in Schloß Seifersdorf/Liegnitz Land. Im Februar 1945 zum 
Wehrdienst einberufen. 

1947 Dozent an der Universität Kiel und Leiter des dortigen 
Landesinstituts für Musikforschung, 1955 apl. Professor. 1947-58 Mitglied 
der Schriftleitung der Enzyklopädie "Musik in Geschichte und Gegenwart", 
1948 Chefredakteur von "Die Musikforschung". 1951-61 Direktor des 
Johann-Sebastian-Bach-Instituts Göttingen, 1954-59 Leiter des Dt. 
Musikgeschichtlichen Archivs Kassel. 

NSDAP seit l/IV/33, Nr. 1.691.130; voml/VI/33 bis 1/1/34 Blockwart und 
Ortsgruppenkulturwart; 1934 Leiter der Landesmusikerschaft Rheinland der 
RMK, November 1935-37 Landesleiter der RMK Gau XII Köln-Aachen. 1938 
Referent in Abt. M des RMVP in Berlin. 

1943 

26. Dezember 1943: 

"Aus einer Notiz in der Kölnischen Zeitung ersehe ich, daß vor kurzer 
Zeit der bedeutende französische Musikforscher Andre Pirro verstorben ist. 
Pirro zeichnete sich vor allem dadurch aus, daß er den größten Teil seiner 
Arbeit der deutschen Musik gewidmet hat, zu deren überzeugten Verehrern 
in Frankreich er gehörte. Seine Studien über Buxtehude, Schütz und 
besonders auch über Johann Sebastian Bach haben auch in Deutschland mit 
Recht viel Beachtung gefunden und zeugen von dem tiefen Verständnis 
ihres Verfassers für deutsches Wesen, das auch aus seiner Abstammung zu 
erklären ist. (Pirros Vater stammte aus Deutschlothringen). Infolge seiner 
inneren Neigung zur deutschen Musik hat Pirro denn auch stets Fühlung zur 
deutschen Musikwissenschaft gehabt und ist manchem deutschen 
Musikforscher bei Studien in Frankreich und über französische Musik ein 
hilfsbereiter Berater gewesen. 

Ich habe die Absicht, im >Archiv für Musikforschung< einen Nachruf 
auf den verstorbenen französischen Kollegen bringen zu lassen, und darf um 
Weisung bitten, ob dieser Nachruf erscheinen kann" (Albrecht an REM, 
26/XII/43. Quelle: BA R 4901/11058. Blatt 5). 

1944 

15. Juni 1944: 

Albrecht fragt beim REM an, ob Dr. Ernst Fritz Schmid, Augsburg, als 
Mitherausgeber der vom Staatl. Institut für dt. Musikforschung zu 
betreuenden Gesamtausgabe Philipp Emanuel Bachs verwendet werden 
dürfe, nachdem seine Verurteilung in Österreich 1937 wegen homosexueller 




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Beziehungen vom Reichsjustizminister getilgt worden sei (Quelle: BA R 
4901/11058. Blatt 98). 

Das REM holte die Entscheidung der Parteikanzlei der NSDAP ein, die 
am 7/XII/44 positiv erging. 

17. Juni 1944: 

"(...) Die Vorbereitungen der Hauptstelle Musik im Amt Rosenberg zur 
Schaffung eines Forschungsinstituts für Musik in Leipzig waren mir bisher 
unbekannt. Es entzieht sich infolgedessen auch meiner Kenntnis, welche 
großzügigen Planungen der Leiter dieser Stelle, Herr Dr. Gerigk, hegt. Die 
Zurückhaltung, die Herr Dr. Gerigk mit der Befolgung der Anordnung des 
Führerbefehls begründet, hätte kein Hinderungsgrund für eine 
Verständigung mit dem Staatlichen Institut für deutsche Musikforschung 
über die beiderseitigen Absichten zu sein brauchen. 

(...) Wenn nun die meisten Unternehmungen von den Verlegern und 
anderen Stellen finanziert werden, so haben diese wohl das Recht, für ihre 
Pläne zu werben. Wie weit derartige Werbungen zulässig sind, müssen die 
entsprechenden Fachschaften in der Reichskulturkammer beurteilen können, 
denen meines Wisses die Prospekte vorgelegt werden müssen, mit denen 
das Staatliche Institut aber unmittelbar nichts zu tun hat. Von dieser Seite 
aus ist aber offenbar die Anwendung der Führeranordnung, auf die sich Herr 
Dr. Gerigk auch für wissenschaftliche Pläne beruft, nicht in Erwägung 
gezogen worden. Rein sachlich dürften sich Forschungsplanungen aller Art 
überhaupt nicht mit anderen großen Friedensplanungen vergleichen lassen. 
Es ist die Eigenart besonders der wissenschaftlichen Quellenerschließung, 
daß man hier immer nur auf lange Jahre im voraus planen kann. Das 
Staatliche Institut steht nun auf dem Standpunkt, daß die Musikforschung 
nicht deswegen die Hände in den Schoß legen muß, weil im Augenblick die 
Herstellungsmöglichkeiten für musikwissenschaftliche Literatur auf das 
Mindestmaß herabgesetzt sind. (...)" (Albrecht an REM, 17/VI/44. Quelle: 

BA R 4901/11058. Blatt 132-134). 

7. September 1944: 

Albrecht teilt dem REM mit, daß die Weiterführung der Geschäfte des 
Staatl. Instituts für dt. Musikforschung nach Einschränkung des 
Sachbereichs wegen des totalen Krieges von weniger Personal zu leisten sei 
und macht Vorschläge dazu (Quelle: BA R 4901/11058. Blatt 150). 

29. Dezember 1944: 

Albrecht bittet das REM um eine Bescheinigung, mit der die nach 
Schloß Seifersdorf ausgelagerten Bestände des Instituts gegen 
unsachgemäße Behandlung gesichert werden können (Quelle: BA R 
4901/11058. Blatt 176). 

1945 

7. Januar 1945: 

Albrecht übersendet dem REM seinen von der Abt. Kulturpresse des 
RMVP erbetenen Bericht "Zehn Jahre Staatliches Institut für deutsche 
Musikforschung" in zwei Versionen (Inland, Ausland) (Quelle: BA R 
4901/11058. Blatt 181-183). 

17. Februar 1945: 




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"(...) Von dem K. Leiter des Staatl. Instituts, Prof. Dr. Albrecht, liegt 
hier die letzte Nachricht aus Seifersdorf vom 22. Jan. ds. Js. vor. Er deutet 
an, dass die dort sichergestellten Materialien des Staatl. Instituts vor 
drohenden Kriegsgefahren wegen Mangels an Transportmitteln an Ort und 
Stelle belassen werden mussten. Nach den Wehrmachtsberichten dürfte 
Seifersdorf inzwischen Kriegsgebiet geworden sein. Ich muss nach den 
Umständen annehmen, dass Prof. Dr. Albrecht seitdem nicht mehr in der 
Lage ist, seine Aufgaben, im Hinblick auf die von hier aus zu besorgenden 
Verwaltungsgeschäfte, wahrzunehmen. (...)" (Staatliches Institut für 
deutsche Musikforschung, Regierungsoberinspektor Hanisch, an REM, 
17/11/45. Quelle: BA R 4901/11058. Blatt 195). 

Diese Bestände des Instituts nebst Instrumentenmuseum -17 Kisten 
mit 1400 Instrumenten, dazu 51 Klavier- und Orgelinstrumente, 18 Harfen 
und große Streichinstrumente, sowie ein großer javanischer Gamelan, ferner 
18 Kisten wertvollste Bücher - sind als Kriegsverlust abzubuchen. 

Verschwiegene Biographie, 1959: 

"(...) Da seine Absicht, sich in Köln oder Bonn zu habilitieren, wegen 
der dort voll besetzten mw. Disziplinen nicht zu verwirklichen war, 
übernahm er außerwissenschaftliche Aufgaben in Köln, später in Berlin" 
(Hans Albrecht über sich selbst in: MGG, Spalte 302). 

Gemeint waren die Funktionen des RMK-Landesleiters und des 
Referenten im RMVP. Ein Verlag - hier Bärenreiter, Kassel -, der nach 1945 
Lexikonartikel auch von den Darzustellenden verfassen ließ, begünstigte 
deren Unwahrhaftigkeit zum Schaden des Nachschlagwerks. 

Information: DML, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Albrecht, Josef 

Wien, 27. November 1894 - Hamburg-Harburg, 10. Juli 1966. 

Sohn eines Schriftstellers und einer Schauspielerin; Theatersänger, 1919-32 
1. Charakterkomiker und Spielleiter an der Volksoper und am 
Operettenhaus Hamburg, 1933 Oberspielleiter der Operette an der Schiller- 
Oper Altona, Stand 1943: in gleicher Funktion am Theater an der 
Reeperbahn, 1944 nicht mehr im Engagement. 

Nach 1945 weiterhin in Hamburg am Operettenhaus St. Pauli, zuletzt 
in Harburg i. R. 

NSDAP seit l/XI/31, Nr. 791.665. Gründer der Fachgruppe Hamburger 
Theater der NSBO. 


Albrecht, (Bernhard August Karl) Kurt 
Ricklingen bei Hannover, 1. November 1895 - Rommelshausen, 23. 
Februar 1971. 

Sohn eines Pfarrers; 1928-30 Kinokapellmeister in Stuttgart, dann bis 1934 
freischaffend für den Rundfunk als Organist, Pianist, Cembalist und Dirigent 
in Vaihingen und Rohr, ab 1937 wieder in Stuttgart. Während des Krieges 




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wegen Bombenschaden Übersiedlung nach Göppingen, hier 
Privatmusikerzieher. 

Im Oktober 1945 gab er in Göppingen erste Kirchenkonzerte, 1950 
lebte er in Stuttgart-Wangen, zuletzt i. R. in Rommelshausen. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.917.706; Leiter der Kreismusikerschaft Stuttgart, 
1943-45 Landesleiter der RMK Gau Württemberg. 

Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), 
stellte für diese Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich bestimmte 
Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr'' in Rechnung und setzte 
sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Albrecht, Max Richard 

Chemnitz, 14. März 1890 - Dresden, 14. Februar 1945 (durch 
Luftangriff). 

Sohn eines Kaufmanns; Schüler u. a von Fritz von Bose, Hans Sitt und Max 
Reger, seit 1916 Komponist und Chordirigent in Dresden. 

W e r k e: u. a. die Opern "Rama und Sita", Op. 20, und "Die Brücke" 
(Chemnitz, 13/VI/36); "Heroische Ballade" Op. 12, Oratorium (1925); 
Schauspielmusiken, so zu "Faust". 

NSDAP seit l/XII/31, Nr. 766.596. 

Information: DML, FA, MM2, RML, LdCh (ohne Todesmeldung). 


Albrecht, Maximilian (Ernst Paul Max) 

Dachwig/Krs. Erfurt, 16. Februar 1887 - ? 

Zunächst Theaterkapellmeister und Konzertdirigent u. a. in Dortmund, 
Kassel und Freiburg i. Br., bis 1931 in Berlin Chordirigent der Funkstunde, 
1933-34 in einer Schneehütte im Schwarzwald bei Hinterzarten; dann 
Kapellmeister und Komponist in Berlin; ab August 1936 städt. Musikdirektor 
in Stettin, 1938-1941/42 am Landestheater Salzburg, auch Lehrer für 
Korrepetieren am Mozarteum. Wohnung in Salzburg-Lehen. 

Nach 1945 weiter in Salzburg, seit 30/IV/52 in die USA übergesiedelt. 

NSDAP seit 27/11/32, Nr. 1.103.954. 1932 KfdK Groß-Berlin und Referent 
für Chor in dessen Gruppe Musik, Abt. Nachschaffende. 

9. März 1933: 

Chor und Orchester der Funkstunde Berlin, Dgt. Maximilian Albrecht, 
bieten die Messe in G-dur von Schubert. Mitwirkende: Mary Wurm- 
Meisenberg (S), Heinz Marten (T), Georg Höllger (B), Hans Georg Görner 
(Orgel) (Quelle: Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., 
Signatur: Bin 303.0901/07). 

Information: FA, MM2. Laut der für den Geburtsort zuständigen 
Urkundenstelle Erfurt-Land in Sömmerda (12/VIII/97) ist dem 
Geburtseintrag kein Todesvermerk beigeschrieben. Solche Daten aus den 
USA zu beschaffen , ist nicht möglich. 




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Albus 

Deutschland Heil! Marsch (Werag, 7/III/33). 


Alex, Josef August 
(?), 1895 - (?), 1972 
Unterhaltungsmusiker. 

Wir fahren heut mit KdF (eigner T). 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 4213601-02. 

Ausführende: Richter-Duett und Jo Alex mit seinen Solisten. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Wir fahren heut mit KdF 
ins schöne Land hinein, 
und wer nicht mitfahren will, 
der bleibe nur daheim. 

Die liebe Sonne lacht dazu 
vom Himmel warm herab, 
wie fahren heut mit KdF 
bergauf und auch bergab!" 

Geburtstagsständchen (RS Königsberg, *20/IV/39, Rundfunk- 
Tanzkapelle, Dgt. Erich Börschel). 

Information: Bisher gelang es nicht, den Wirkungsort von Alex zu 
ermitteln. Alex ist bei der GEMA nicht registriert. 


Alexander, Max 

(?), 26. April 1885 - KZ Maidanek, verschollen nach NS-Aktion. 
Mitglied des Opernchors Frankfurt a. M. 

Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" ins 
Vernichtungslager Maidanek deportiert. 


Alexander, der große, große Held (T: nach Erk-Böhme, "Deutscher 
Liederhort", 1856/1893), der Melodie "Frisch auf, ihr Tiroler, wir müssen ins 
Feld" (1809) aufgesetzt. 

Der Titel feiert Zar Alexander I. Pawiowitsch, für den der Feldherr 
Michail Kutusow am 6. und 7. September 1812 die mit 500 000 Mann in 
Rußland eingefallenen und bis Moskau vorgestoßenen Franzosen unter 
Napoleon an der Moskwa vernichtend schlug. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) schlug den Napoleon auf offenem Feld; 
bei Moskau war die große Schlacht, 

Napoleon verlor seine Heeresmacht. 

Hurrah, hurrah, hurrah! 

Die Kosacken, die sind da! 




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Sie tragen lange Bärte, 

wie der Teufel sind sie da". 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 31/32 (1935); RJF, Liederblatt der HJ 42 (1938; 
onA ); RJF, Unser Liederbuch (61941). 


Alldeutschlands Lied, o alter schöner Sang. NS-Siegeslied, onA. 
Textprobe (1. Strophe): 

"(...) der die Brust so freudig durchtobt 
und immer neu zu Mut und Glut entfacht: 

Nun erwach zu neuer Pracht! 

Und es braust durch den 

deutschen Eichenhain 
und landauf, landab jauchzend 

stimmt alles ein! 

Triumph! Frei weht nun ganz 

die Hakenkreuzfahne im Sonnenglanz! 

Vom Fels zum Meer schallt s 

>Siegheil! Siegheil!< 
hoch und hehr in festlichen Akkorden! (...)" 

In: 

HM-Liederbuch (1933/34). 


Alle Birken grünen in Moor und Heid (T: H. Löns). 
Vertont u. a. von Fritz Jöde , Ernst Licht. 

In: 

Marschierende Jugend (21938; onA ). 


Alle Birkenzweige schwenken fröhlich nun ihr Maiengrün. 
In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Alle Buabn, machts enk au. Titel: Höttinger Voglfängerlied. 
In: 

Hellau! (1942). 


Alle gute Gabe kommt her von Gott, dem Herrn (T: M. Claudius). 
Tischlied, der Melodie vom Schluß eines Dankliedes um 1800 aufgesetzt. 
Titel: Vor Tisch. 

In: 

Der Ring (1935). 




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Allein Gott in der Höh sei Ehr und Dank. Kirchenchoral, 
vorreformatorisch, um 1539. 

In: 

Das Männerlied (1934); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Alle Jahre wieder kommt das Christuskind. Weihnachtslied. 
In: 

Singkamerad ( 3 1935). 


Alle Leut, alle Leut gehen jetzt nach Haus. Gehn in ihr 
Kämmerlein, lassen fünf gerade sein. Abschiedslied aus Kärnten. 

In: 

DSB, Singendes Volk 10 (1935); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); 
Marschierende Jugend ( 2 1938; onA ); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (23. 
Juni 1938); Unsere Lieder 10 (1938); Deutsche Lieder (1940); Lied über 
Deutschland ( 5 1941). 


Alle Leut, alle Leut stehen früh auf. Morgenlied. 
In: 

Klingend Erbe (1941). 


Alle Leute sollen leben, die uns was zu essen geben. Tischlied aus 
Ostpreußen. 

In: 

Der Kilometerstein (51937). 


Alle Männer her an Bord: Heho! Heho! (T: K. Seidelmann). Kanon, 
auf eine nordische Melodie. 

In: 

Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


Alle meine Entchen schwimmen auf dem See. Kinderlied. 

In: 

Singkamerad (31935, 8 1937); Die Müttersingstunde (1935; onA ); Lieder 
für die Grundschule (1938). 


Allen voran! Leichtes Marsch-Album. Die 27 bekanntesten und 
beliebtesten volkstümlichen und vaterländischen Märsche. Für Klavier, leicht 
gesetzt von Rudolf Bender (1933). Hierzu Violinstimme [Sc]. 




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Allerlei Handwerk 


= Wie machen s denn die Schneider 


Allers, Franz 

Karlsbad, 6. August 1905 - ? 

Sohn eines Rechtsanwalts; Schüler u. a. von Gustav Havemann und Julius 
Prüwer, Dirigent, ab 1927 und bis 1933 an den Vereinigten Stadttheatern in 
Elberfeld-Barmen. 

1933 emigrierte Allers in die Tschechoslowakei und war in Aussig 
Opernchef am Stadttheater, 1938 weiter nach Monte Carlo, hier bis 1945 
Kapellmeister beim Ballet Russe de Monte Carlo. Ab 1945 Gastdirigent in 
den USA mit Wohnsitz New York. Stand 1963: 1. Kapellmeister und Musikal. 
Oberleiter am Theater des Westens in Berlin. 1973-76 Chefdirigent am 
Gärtnerplatz-Theater München. 

Information: DML, KDMK, FA2. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) 
benötigte zehneinhalb Monate für die Feststellung , man habe nichts über 
Allers. 


Alles ist vergänglich, währt nur kurze Zeit. Nach volkstüml. 
Überlieferung aus Schlesien. Titel: Des Lebens lichte Quelle [HVA]. 
In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 57 (1944). 


Alles schweige! Jeder neige ernsten Tönen nun sein Ohr (T: August 
Niemann, 1781). Vaterländ. Lied, auf eine Volksweise um 1770. Mehrere 
Textvarianten. Titel: Deutsches Bundeslied oder Weihelied. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Deutschlands Söhne, 
laut ertöne 

euer Vaterlandsgesang! 

Dem Beglücker seiner Staaten, 
dem Vollender großer Taten 
töne unser Rundgesang". 

Textprobe , Schwarz-Reiflingen (2. Strophe): 

"Deutschlands Söhne, 
laut ertöne 

euer Vaterlandsgesang! 

Vaterland! Du Land des Ruhmes, 
weih zu deines Heiligtumes 
Hütern uns und unser Schwert! 

In: 

Das Soldatenlied (1932; onA ); Vaterlandslieder und Freiheitsgesänge 
(1933); Wir wollen singen (1933); Volk und Vaterland im deutschen Lied 
(1933); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Volk 
singt (1934); Lieder der Arbeit (1934); Deutschland im Lied (1936); 




A Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 104 

Lobeda-Singebuch I (1936); Lieder für Schulfeiern lb (1936; "Weihelied von 
1801"); Und wenn wir marschieren ( 3 1937); Stimmt an! II (1939). 


Alles schweiget, Nachtigallen locken mit süßen Melodein (Der 
Nachtigallenkanon) (Urheber unbekannt). Kanon zu 3 Stimmen, früher W. 

A. Mozart, dann Joseph Haydn zugeschrieben. 

In: 

Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des BDM (1934; Komponist: J. 
Haydn); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Liederbuch des Turner- 
Musikant (1934); Lobeda-Singebuch 1 (1936; Komponist: Mozart); Das 
Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Unsere Lieder (71938); Komponist: 
Mozart); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); Deutsche Lieder (1940); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); 
Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Alles still in süßer Ruh. 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934). 


Alles, wat von Flaorhusen kump. Lied aus Oldenburg. 
In: 

Niederdeutschland (1936). 


Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle! (T: H. v. Fallersleben, 
1835). Kinderlied. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ); Liederbuch für Dt. 
Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Lobeda-Singeblatt 3 (1934); 
Singkamerad (31935, 8 1937); Die Müttersingstunde (1935); NSLB, Unser 
Lied 1 (31935); Lieder für die Grundschule (1938); Stimmt an! I (1939). 


Alle Wege schreiten, alle Flüsse gleiten, alle Winde reiten (T: K. Erik 
Forsslund, dt. Nachdichtung: Karl Seidelmann). Neueres schwedisches 
Volkslied (Wanderlied). Aus: Schulten, "Schwedische Volkslieder". 

In: 

Der Ring (1935); Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936); RJF, Wir Mädel 
singen (1937, 21938 ); Lied über Deutschland ( 5 1941); Auf großer Fahrt 
(1938); Unsere Lieder 8 (1938). 


Alleweil ein wenig lustig 


siehe: V. Rathgeber 




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105 


Alleweil kann mer net lustig sei, alleweil hot mer kei Freid. 
Volkslied aus Schwaben. 

In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938); Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Alle Welt springe und lobsinge Christ, dem neugebornen. Alter 
Weihnachtsruf nach dem Paderborner Gesangbuch, 1609. 

In: 

Lobeda-Singeblatt 2 (1934); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935). 


Allgemeine Musikzeitung. Wochenschrift für das Musikleben der 
Gegenwart. Rheinisch-Westfälische Musikzeitung. Süddeutscher Musik- 
Kurier. Jg. LX/3, 20/1/33. Wöchentlich freitags, zwischen 15. Juli und 1. 
September vierzehntäglich. Auflage (Stand 1934): 1200. Hauptschriftleiter: 
bis 1939 Paul Schwers, später R. Petzoldt. Das Erscheinen endete mit Jg. 
LXX/6, März 1943 [B&H]. 


Allmacht, die furchtbar und gnadenvoll über uns schaltet (T: 
Ludwig Eichrodt, 1871). Vaterländ. Hymnus, einer Melodie aus Stralsund, 
1665, aufgesetzt. Titel: Reichschoral. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Vater, o Vater, gib, 

daß wir nicht Schuld auf uns laden! 

Schrecke die Feinde ringsum, 
so da sinnen zu schaden! 

Führe das Reich, 

Führer und Völker zugleich, 
schenk ihm die Fülle der Gnaden!" 

In: 

Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); Lieder für Schulfeiern 12 (1936). 


Allmacht ger Herr der Heere, zieh du mit unser Schar. Choral auf 
die Melodie "Valet will ich dir geben", Leipzig, 1615. 

In: 

Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


All mein Gedanken, die ich hab , die sind bei dir. Liebeslied aus 
dem Lochamer Liederbuch, Nürnberg 1451-60. 

In: 

Singkamerad ( 2 1934, 3 1935, 8 1937); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); 
NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Deutsche Lieder für die Jugend ( 2 1935); Lieder 
des Volkes (61936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938); Unsere Lieder (71938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 




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Marschierende Jugend ( 2 1938); SA-Liederbuch ( 2 1939); Chorliederbuch für 
die Wehrmacht (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Deutsche Musik A, 
B (1941); Lied über Deutschland ( 5 1941); Liederblätter der NSG "Kraft 
durch Freude" 43-49 (1942); Lieder unseres Volkes (1943). 


Allvater hat mit milder Hand bedeckt mit Segen rings das Land (T: 
K. Kreis). Alter Bergreihen, Wittenberg 1537. Titel: Erntelied. 

In: 

Lieder für Schulfeiern 8 (1936). 


All voll, keiner leer, Wein her! Trinklied, onA. Titel: Die 
Maulbronner Fuge. 

In: 

Niederdeutschland (1936). 


All willen nah Island gähn. Lied aus Flandern. Originale 
Dialektfassung. 

Vgl. Wer will mit nach Island gehn? 

In: 

Niederdeutschland (1936). 


Allzeit so so. 

In: 

Stimmt an! II (1939). 


Almrausch. 

In: 

Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Alms, Georg Friedrich 

Diepholz, 17. Februar 1878 - Bad Segeberg, 16. März 1971. 

Chorleiter in Bad Segeberg, dort Leiter des Männer- und gemischten Chors. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Trompeter, blas! (T: H. Böhme). MCh (u. a. Kiel, *22/VI/35, zum 1. 
Nordmark-Liederfest des DSB). 

Ich bin ein Span von deinem Stamm (T: A. Petzold). MCh (u. a. Kiel, 
*22/VI/35). 

Die Trommeln und die Pfeifen (T. H. Löns). für einstimmigen Chor mit 
Klavier, Trompete und Trommel (u. a. Kiel, *22/VI/35). 

Information: Der Todesfall ist beurkundet beim Standesamt Bad 
Segeberg Nr. 79/1971. 




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Alpar, Gitta 

Budapest, 5. März 1903 - Palm Springs, Cal. (USA), 17. Februar 1991. 
Tochter eine Kantors, Operetten- und Tonfilmsängerin in Berlin, so an der 
Staatsoper und am Metropol-Theater. 1932-34 mit dem Schauspieler 
Gustav Fröhlich verheiratet, der sich jedoch unter politischem Druck 
scheiden ließ. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel (Spalte 18: "gesch. Stan-gel") 
als Jüdin denunziert. 

1936-38 in Wien, dann in die USA emigriert, wo sie als 
Operettensängerin und im Film wirkte. 1987 kam sie auf Einladung des 
Bundesinnenministers erstmals wieder nach Berlin zu Besuch. 

Information: RMLE, FA2. Gerigk/Stengel hat das Geburtsdatum 5/II/03, 
Meyers Jahresreport 1991 Geburtsjahr 1904 (?) ohne Datum und Ort. 


Alpert, Ernst 

Creuzburg, 31. Januar 1885 - Hartmannsdorf bei Krossen (DDR), 8. 
November 1955. 

Kapellmeister, Musikdirektor in Gera, Leiter des Städt. Orchesters, auch 
Privatmusikerzieher für Klavier. 

Nach 1945 zuletzt in Hartmannsdorf bei Krossen. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.198.399. SA; Stand 1938: Sturmführer. MZF der 
SA-Standarte 153 in Gera. 


Als Burlala geboren was, da was hei noch ganz lütt. Volkslied aus 
Norddeutschland. 

In: 

Liederbuch der SA-Marine (1934, Variante: "As Burlala"); Der Kilometerstein 
( 5 1937; Variante: "Als Burlala ers boren wör, da was hei noch so lütt"); 
Marschierende Jugend (21938; onA , nur T); Lied über Deutschland ( 5 1941; 
Variante: "Buerlala"); Liederblätter, LGKdo Westfrankreich 2 (1942). 


Als der Großvater die Großmutter nahm. Aus dem 17. Jh. 

In: 

Niederdeutschland (1936; Titel: Der Kehraus). 


Als der Mond überm Hügel stand, der Wind fuhr sachte übers 
Land. Bündisches Lied, onA. 

In: 

Heijo, der Fahrwind weht (1933). 




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Als Deutschland geknechtet am Boden lag, war schon die SA auf 

dem Posten. SA-Kampflied, onA. Titel: Lied der Sturm-Abteilung. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

"(...) getreu ihrem Führer Tag für Tag 
im Norden, im Süd, West und Osten, 
und sich ein Häuflein Getreuer nur fand, 
marschiert schon die Losung 

>HeiI Hitler< durchs Land; 
und die SA, und die SA, 
und die SA, und die SA". 

In: 

Was die SA singt (1935). 


Als die Briten frech geworden, fuhren sie einmal nach Norden, 
kamen bis vors Skagerrak (T: Korvetten-Kapitän Spieß). "Das Skagerrak- 
Lied", der Melodie "Als die Römer frech geworden" (Gungl) aufgesetzt. 
Textprobe (12. Strophe): 

"Drum, ihr Briten, laßt euch sagen, 
redet nicht von Rattenjagen, 
nehmet nicht das Maul so voll! 

Denn sie schlägt sich wundervoll, 
unsere deutsche Flotte". 

In: 

Liederbuch der SA-Marine (1934; nurT, onA ); Deutsches Marine- 
Liederbuch (1935). 


Als die Fanfare in Deutschland erklang, die uns zum Kampfe rief, 
fragten wir nicht nach Lohn und Dank (T: Hans Gerber). SA-Kampflied, onA. 
Titel: SA! 

Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Wo unsre Fahne, das Hakenkreuz weht, 
blüht jetzt dies neue Geschlecht, 
das seinen Mann treu-mutig steht, 
gilt es ein neues Gefecht. 

Ruft die Fanfare einst wieder zum Streit, 
stehen auch wir wieder da; 

Deutschland soll sein in Ewigkeit 
Mutter der Braunen SA!" 

In: 

Vorwärts SA. (21933). 


Als die goldne Abendsonne (Über Gräber vorwärts): Als die goldne 
Abendsonne sandte ihren letzten Schein, zog ein Regiment von Hitler in ein 
kleines Städtchen ein (T: K. H. Muschalla, 1925). Kampflied der SA, 




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eingerichtet von Karl Heinz Muschalla auf ein Gesellenlied der Überlieferung 
(u. a. Harz, *30/IV/33, zur "Deutschen Mainacht" von HJ und BdM; 
Reichssendung, *9/XI/37; RS Hamburg, *20/IV/39, Sängerchor des Sturms 
14/45 und MZ der SA-Standarte 45, Dgt. H. Ohlendorf). Erstmals gesungen 
von SA-Männern unter Gausturmführer Kurt Daluege am 21/11/26 zum 
Begräbnis des von Reichsbanner-Männern ermordeten Schmiedelehrlings 
Renz in Altlandsberg bei Berlin. Mehrere Fassungen, so von Kurt Rehfeld. 
Titel: Der Hitler-Kamerad [VfdM]. 

Tondokument - vom 10/IV/33, 30/IV/33, 18/V/38 - im DRA: 1570010- 
01, 1820112-37, 1870639-03. 

Ausführende: 1) SA-Chor des Sturms 33 mit Mitgliedern des Chors der 
Standarte 1, Gr. Blasorchester, Dgt. C. Woitschach; 2) HJ aus Wolfenbüttel, 
Blankenburg und Goslar; 3) MZ der SA-Standarte 1/119, Dgt. Rudolf 
Hanker. 

Tondokument - vom 8/VIII/33 (Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk 
G. m. b. h., Signatur: Bin 4525). 

Ausführende: Nikolai Knüpffer (Knabensopran), Fritz Neumeyer 
(Cembalo). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Trotzig wehten ihre Fahnen, 
als sie senkten ihn ins Grab, 
und sie schwuren ew ge Rache 
für den Hitlerkamerad". 

Aus dem Text für Mädchen (Heraus, Ihr Kampfgesellen, 1. und 2. 
Strophe): 

"(...) zogen frische deutsche Mädel 
in ein kleines Städtchen ein. 

Fröhlich klangen ihre Lieder 
durch die kleine stille Stadt, 
denn sie wollten Freude bringen, 
hatten längst das Klagen satt". 

In: 

Deutschland erwache! (551932); Unter Hitlers Fahnen (1932); Was der 
Deutsche singt (1932; "mündlich überliefert"); Liederbuch der NSDAP 
( 211933 ); Zum Kampfe für die Freiheit! (1933; nurT, Komponist: Karl H. 
Muschalla); Schlesisches SA-Liederbuch ( 5 1933); Vorwärts SA. (21933); 
Horst-Wessel-Marschalbum 1 (71933); Sieg-Heil! (1933); Liederbuch der 
NS-Frauenschaften (21933, 41934 ; nurT, onA ); Deutsche Jugend heraus 
(1. Folge, 1933); Liederbuch Hamburgischer SA (61933); Sturm- und 
Kampfliederbuch (1933); Trum, trum (21933); Heil Hitler! (1933); S.A. 
Liederbuch (1933); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933); Deutsche 
Volks- und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Das kleine SA- 
Sturm-Liederbuch (1933); SA-Sturmlieder (1933); Die Fahne hoch! (1933); 
Sturm-und Kampflieder-Buch (1933); Jung Deutschland I (1933); 
Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen (1933); Deutschland über 
alles! (21933, 51933; zuerst onA des Texters ); Heil Hitler Dir! 2(1933); 
Singendes Volk 7 (1933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); 50 ausgewählte SA- 




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Sturm- und Marschlieder (1934); Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II 
(1934; nurT); Stimmt an! (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934; dazu 
T für Mädchen); Wohlauf Kameraden (1934); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Liederbuch der SA-Marine (1934; nurT, 
Komponist: Muschalla); Saarvolk singt (1934); 100 ausgewählte SA-Sturm- 
und Marschlieder (1934); Volk singt (1934); Stahlhelm- und Vaterlands- 
Lieder (1934); Ähre und Spaten (1934; nur T, onA ); Lieder der SS 
Pommerns (1934; nurT, onA ); Wirsingen (1934); Singkamerad (21934, 
3 1935, 81937 ; "nach K. H. Muschalla"); Deutsche Lieder der NSBO und der 
DAF (21934); Lieder der Pommerschen SA (51934); Jungvolk-Lieder 
(21934); Lieder von heute (1934; "Altes Studentenlied" mit Hinweis, daß 
darauf obiger Text gesungen wird ); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch für die 
deutsche Jugend (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934; nurT, 

Komponist: H. Muschalla); Was die SA singt (1935); Glück ab, Kameraden! 
(1935); Deutsche Lieder für die Jugend ( 2 1935); Vorwärts! Vorwärts... 
(1935; "Komponist unbekannt, Dichter unbekannt"); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936; nurT); Wir werden weitermarschieren (1936); Was 
Deutschland singt (1936); Schlesische Jugend singt (1936; "nach einer 
Volksweise"); Und wenn wir marschieren ( 3 1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Neues Deutschland 2 (1937); Singen ( 5 1937); SS- 
Liederbuch ( 2 1937, 61940 , 91941 ); Wir wandern und singen! (1937; 
Komponist K. H. Muschalla); Singend marschieren wir (1938; Komponist K. 
H. Muschalla); Flieger-Liederbuch (1938); SA-Liederbuch ( 2 1939); 
Liederbuch der Luftwaffe (1939); Hellau! (1942; "nach einem Volksliede", 

T: "SA-Kampfdichtung 1925"). 


Als die goldne Abendsonne sandte ihren letzten Schein, zogen 
einst zwei Kanoniere. Melodie und Text vor 1910, nach dem Gesang der 
Truppe bei der 4./AR 50 aufgez.. Titel: Manöver-Liebe. 

In: 

Die Wehrmacht singt (1939). 


Als die Preußen marschierten vor Prag (T: onA ). Kriegslied aus 
dem Siebenjährigen Krieg, Melodie und Text 1757. Melodie bei Kretzschmer 
und Zuccalmaglio, "Deutsche Volkslieder" (1838/40), Text bei L. Erk, "Der 
alte Fritz im Volksliede" (Berlin, 1851) (u. a. Mirag, 16/VII/33, Satz: Hans 
Saddey). Mehrere Textvarianten. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (H1915). 
Vgl. Friedrich Silcher. 

Der Titel feiert den Angriff Friedrichs II. gegen die bei Prag 
verschanzten Österreicher unter Prinz Karl am 6. Mai 1757, wobei der 
Angreifer siegreich blieb, jedoch seinen General Graf von Schwerin verlor; 
knapp sechs Wochen später unterlag Friedrich bei Kollin. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Darauf rückte Prinz Heinrich heran 
wohl mit achtzigtausend Mann: 

Meine ganze Armee wollt ich drum geben, 




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wenn mein Schwerin noch war am Leben. 

Ist das nicht eine große Not! 

Schwerin ist geschossen tot". 

In: 

Die Fahne hoch! (1933); Soldatenlieder (1934); Wohlauf Kameraden 
(1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); Kämpfende Mannschaft 
(1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Singkamerad (31935, 8 1937); 
RJF, Liederblatt der HJ 23 (1935); Glück ab, Kameraden! (1935); NSLB, 
Unser Lied 2 ( 2 1935); Lieder des Volkes (61936); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 32-33 (1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); 
Flieger-Liederbuch (1938); Singende Mannschaft (1940); Lied über 
Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Heute wollen wir ein 
Liedlein singen (41941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 


Als die Römer frech geworden 


siehe: J. Gungl 


Als die wunderschöne Anna auf dem Breitensteine saß. Volkslied 
aus Hessen. 

Ballade vom grundlosen Mädchenmord durch einen Fähnrich. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Als ich an einem Nachmittag. Kriegslied, onA. Titel: Hinter Metz, 
vor Paris, bei Chalons. 

Vgl. den folgenden Titel. 

In: 

Deutsches Marine-Liederbuch (1935; nurT). 


Als ich an einem Sommertag (Wir fahren mit der Eisenbahn). 
Soldatenlied. 

Vgl. den vorigen Titel. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Als ich bei meinen Schafen wacht, ein Engel mir die Botschaft 
bracht. In: "Auserlesene, Catholische, Geistliche Kirchengesäng..." (Cölln, 
1623, bei Peter von Brachei gedruckt). 

In: 

DSB, Singendes Volk 7 (1934); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Das 
Kindelwiegen (1943; T: G. Blumensaat). 




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Als ich ein Junggeselle war, nahm ich ein steinalt Weib (Ach, lieber 
Tod von Basel). Aus: F. Nicolai, "Eyn feyner kleyner Almanach" (Berlin, 
1777). Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (H1915). 

In: 

Wir singen (1934); Kommt, singt und klingt (1937); Flieger-Liederbuch 
(1938; nurT, onA ); Unsere Lieder (71938); Singende Mannschaft (1940). 


Als ich einmal reiste in das Sachsen-Weimarland. 

In: 

Niederdeutschland (1936; onA ); Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Als ich einmal spazieren ging in einem grünen Hain, begegnet mir 
ein Mägdelein. Volkstanz. 

In: 

Wir wollen singen (1933). 


Als ich gestern einsam ging siehe: H. Blume, H. Heeren, 

Ernst Scholz 


Als ich wohl einmal reiste. 

In: 

Deutsche Lieder für die Jugend ( 2 1935). 


Als Säer wir kamen in saatlose Wildnis (T: W. Pleyer). 

Bekenntnislied für die Sudetendeutschen, der Melodie des "Niederländischen 
Dankgebets" (Valerius) aufgesetzt. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wir schafften und rafften, 
vergessen des Geistes, 
da traf uns, o Herr, 
deine richtende Hand! 

Nun sehn Dein Gebet wir, 
nun danken der Not wir 
und beten nur um eins: 

Herr, schirm unser Land!" 


In: 

Wir marschieren (1937; Melodie: "Niederländisches Siegeslied 1597"). 


Als Soldat, da lebt sichs fein. Soldatenlied. 
In: 

Soldatenlieder (1934). 




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Als vom Speere das Banner so kühn hat geweht. Bekenntnislied, 

onA , 1932. 

Das Lied behandelt eine hündische Fahrt zu den Volksdeutschen in der 

Zips. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Ja, wir wollen Hüter der Heimat sein 
und das Zipser Land schirmen in Treue, 
fest stehn wie die Väter in alter böser Zeit, 
unerschütterlich wie die Felsen der Tatra". 

In: 

Folget der Fahne und dem Führer (1934). 


Als wir jüngst in Regensburg waren, sind wir über den Strudel 
gefahren. Aus Bayern, zuerst in: Kugler und Reinick, "Liederbuch für 
deutsche Künstler" (1833). 

In: 

Wir wollen singen (1933); Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); 
Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Liederbuch des BDM (1934); 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936; Titel: "Donaustrudel"); Unsere Lieder (71938); Flieger- 
Liederbuch (1938); Lied über Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser Kriegs- 
Liederbuch (71941); Lieder unseres Volkes (1943); Deutsche Jugend im 
Osten 1 (1943); Singt alle mit! (1944). 


Als wir nach Frankreich zogen, wir waren unser Drei (T: Joseph 
von Lauff, 1914). Kriegslied, Komponist unbekannt, aus dem Weltkrieg 
1914-1918. Zuerst in: W. Gollhardt, "Sankt Georg" (1931). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Zwei Brüder und zwei Herzen 
begrüßten Tau und Tag. 

Am Abend purpurfarben 
zu Longwy in den Garben 
die Fahne >Amen< sprach". 

Im August 1914 fielen die deutschen Armeen durch das neutrale 
Belgien und Luxemburg in Frankreich ein. Bei Longwy in Lothringen 
begegneten sie , so das IR 47 aus Posen , verbissener Verteidigung. 

In: 

Blut und Ehre (1933); Trum, trum (21933); Deutschland über alles! (51933; 
"Dichter unbekannt"); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 
1941; "aus neuer Zeit"); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder 
(1934); Jungvolk-Lieder (21934); nurT); HJ singt (1934); Wohlauf 
Kameraden (1934; Fassung: G. Pallmann); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch 
(1934; "Dichter und Komponist unbekannt"); Liederbuch der SA-Marine 
(1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); Volk singt 
(1934); Unsere Fahne flattert uns voran! (1934; "Neuere Soldatenweise. 
Dichter unbekannt"); Was die SA singt (1935); Die weiße Trommel 




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( 2 1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, Kameraden! (1935; "nach 
mündlicher Überlieferung der SA", Fassung: G. Pallmann); Liederblatt der 
HJ 2 (1935; mit entschärftem Text "Als wir hinausgezogen"), 83/84 
(1939); Soldaten-Liederbuch (1936); Soldaten singen (1936); Wir werden 
weitermarschieren (1936); Was Deutschland singt (1936); Singen ( 5 1937); 
Und wenn wir marschieren ( 3 1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); 
Wir wandern und singen! (1937); Marschierende Jugend ( 2 1938); Soldaten- 
Liederbuch (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Musikblätter der HJ 83/84 
(1939); Kameradschafts-Lieder (1939); SA-Liederbuch ( 2 1939); Liederbuch 
der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch 
(71941); RJF, Unser Liederbuch (61941); SS-Liederbuch (61940, 91941); 
Soldatenliederbuch (41940; "in neuer Zeit entstanden"); Im gleichen Schritt 
und Tritt (1941); Hellau! (1942); RJF, Liederblatt HJ (1943; nurT). 


Alt, Michael 

Aachen, 15. Februar 1905 - Dortmund, 20. Dezember 1973. 

Dr. phil. Köln 1935 (Eine Darstellung der Typen des musikalischen 
Genießens und Wertens beim Jugendlichen und ihrer pädagogischen 
Bedeutung). Musikpädagoge, bis 1934 Studienassessor in Köln, dann bis 
1936 in Linz/Rhein, danach in Unkel; 1938 Dozent, 1939 Professor an der 
Hochschule für Lehrerbildung in Oldenburg, dann Hannover. 

1953 mit Lehrauftrag für Musikerziehung an der Folkwangschule 
Essen, 1959 Professor für Musikdidaktik an der PH Ruhr in Dortmund. 

W e r k e: u. a. "Die Erziehung zum Musikhören" (Leipzig, 1935); "Deutsche 
Musikkunde"; "Das musikalische Kunstwerk"; "Didaktik der Musik"; 
"Empirische Forschung in der Musikpädagogik". 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.084.732; 1936-38 Städt. Musikbeauftragter für 
Linz/Rhein. 

Richard Wagner nationalsozialistisch gesehen ("Die Musik" XXVIII/11, 
August 1936., S. 844-845). 

Zur Gestaltung der Schulfeier ("Die Deutsche Höhere Schule" V, 1938. 

S. 68). 

Musikerziehung in der deutschen Schule (in: "Internationale Zeitschrift 
für Erziehung" VIII/5-6, 1939. Sonderheft "Schulmusikerziehung der 
führenden Kulturstaaten"). 

Zitat: 

"(...) So bindet das deutsche Lied, vor allem das Volkslied, die 
singenden Liedträger allemal aus innerer Notwendigkeit zur Gemeinschaft 
aneinander. Es entspricht also nur der dem deutschen Volksgesang 
immanenten Form, wenn der Nationalsozialismus ihn bewußt als Mittel der 
Gemeinschaftsbildung in der Erziehung einsetzt. So erhält die in den 
früheren Jugendbünden mit einem esoterischen Akzent versehene Wendung 
von der >gemeinschaftsbildenden Kraft< des Singens und Musizierens in 
der nationalsozialistischen Erziehung, der alles, was auf die Bildung der 
Volksgemeinschaft zielt, von höchster Bedeutung ist, einen umfassend 
volkspolitischen Sinn. (...)" (S. 330). 




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Information: RMLE, FA2. 


Altbayerischer Grenadiermarsch (1823; BR, 20/VIII/33, 
Standmusik aus der Feldherrnhalle, MK der Landespolizei München, Dgt. 
Max Windisch). 


Altdeutscher Fahnenspruch 


= Vertrau auf Gott 


Altdeutscher Fanfarenmarsch (BR, 18/VI/33, von Schallplatten). 


Alte deutsche Volkslieder (Anthologie) siehe: Gewecke-Berg 


Alte Kameraden auf dem Kriegespfad schlossen Freundschaft 
felsenfest und treu. Marschlied, onA. 

Vgl. Carl Teike. 

In: 

Heil Hitler! (1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur T). 


Alte Kühe, faule Fisch. Lied für gesellige Stunden. Titel: 0 
Lamentatione. 

In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Altemark, Joachim 

Berlin, 28. Dezember 1906 - Berlin, 5. Juni 1963. 

Musikpädagoge, Oberschullehrer für Musik, 1933 Leiter des Chors des 
Werkkreises Groß-Berlin deutschchristlicher Kirchenmusiker, Pianist, 1933- 
43 Gründer und Leiter des Werkkreises für ev. Kirchenmusik, Organist und 
Dirigent des Gemeindechors der Glaubenskirche in Berlin-Tempelhof; 1938 
Leiter der Musikschule für Jugend und Volk am Klindworth-Scharwenka- 
Konservatorium; 1943 im besetzten Drontheim (Norwegen) Domorganist 
und Leiter der Dt. Singgemeinschaft. 

1947 in Braunschweig zunächst Kantor an St. Katharinen, ab 1949 
Musiklehrer an der Gauß-Oberschule, dann Leiter des Bachchors und 1953 
Leiter des Knabenchors der Stadt Braunschweig. 

Werke: Die evangelische Choralmusik in praktischen Ausgaben (Berlin, 
1937); musikalische Hörspiele für den Rundfunk; Bearbeitungen. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Leiter des Kammerorchesters der HJ- 
Rundfunkspielschar 14 beim Dt. Kurzwellensender Berlin. 




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116 


1938 

H. 0. Borgmann: Großdeutschland bist du genannt. Satz: J. Altemark. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938). 

F. Sotke: Die Zeichen brennen. Satz: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938). 

P. Dorscht: Volk will zu Volk. Für Violine, Viola und Cello: J. Altemark. 
In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 3 (12. Mai 1938); 24 (1940). 
Trompetertusch der Stadttürmer von Eger. Fassung: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 17/18 (24. November 1938). 

1939 

Wir kommen angetreten. Volkslied. Für Flöte, Klarinette, Violine und 
Cello: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 23 ( 16. Februar 1939). 

Laub an der Linden. Volkslied. Satz: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 23 ( 16. Februar 1939). 

Rau, Rau! Rummelpöttchen. Faselnachtslied. Für Flöte, Klarinette, 
Violine, Viola und Cello: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 23 (16. Februar 1939). 

Ein läppisch Mann. Narrentanz. Für Knaben- und Männerstimmen, 
Klarinetten und Fagott: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 23 (16. Februar 1939). 

Musik deutscher Städte. Fassung: J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 124 (1939). 

Beethoven: Adagio assai. Für 4 Blockflöten (oder andere Instrumente) 
und ein Begleitinstrument nach dem Autograph der Berliner 
Staatsbibliothek: J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 127/129 (1939). 

E. M. Henning: Nun brennen viele Kerzen. Neuheidnisches 
Weihnachtslied. Für Flöte o. ä. mit Klavier: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 18 (Dezember 1939). 

Klinge lieblich und sacht. Wiegenlied. Mit Klavier oder anderen 
Instrumenten: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 18 (Dezember 1939). 


1940 




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117 


. J. S. Bach: Musik für zwei Soloinstrumente und unbezifferten Baß. 
Fassung nach dem Autograph der Berliner Staatsbibliothek: J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 134 (1940). 

...der g larten wirt hie nit gedacht! Ein Bündel fertig gestalteter 
Musikabende für die Arbeit an den Musikschulen, in den Formationen, bei 
der NSG. "Kraft durch Freude" und für sonst in der Musikarbeit Tätige zum 
Gebrauch, vor allem aber zur eifrigen Nachahmung geboten (1940) [VB]. 

5. Mai 1940: 

Altemark leitet ein Morgensingen der FIJ-Rundfunkspielschar Berlin, 
Motto "Wach auf, wach auf, der Tag bricht an..." (DtldS/RS Berlin, 5/V/40). 

Neues Musikschrifttum zu Fragen der Gegenwart ("Schulrundfunk" 
1940-41, Heft 4, 12/V/40). 

Zitat: 

"(...) wenn es um die Frage nach den Wechselbeziehungen zwischen 
>Rasse und Musik< geht. Selten ist aber die Klärung einer Frage mit so viel 
Verwirrung begonnen wie diese. Wir wollen uns hier nicht mit den eilfertigen 
Tagesschwätzern beschäftigen, die der >geistigen Mode der Zeit< 
entsprechend gesellschaftliche Konversation eben jetzt mit diesem 
Gegenstand zu pflegen belieben, mündlich und schriftlich. Diesen kann ja 
die Musik zum >Sommernachtstraum< eben nur >typisch jüdisch< 
erscheinen, weil sie inzwischen erfahren haben, daß Felix Mendelssohn- 
Bartholdy Jude war. Diesen ist selbstverständlich jede moderne Musik, die 
sich nicht in den Rahmen genehmigter Schulharmonik fügt, ein Ausdruck 
jüdischen Intellekts und Zersetzungsgeistes. 

(...) Leider sind ähnliche Fehldeutungen auch im Denken sich 
durchaus ernst bemühender Männer zu finden, deren kritisches Denken 
jedoch leider nicht mit ihrem Ernst wetteifern konnte, und die so nicht nur 
ungewollt die heillose Verwirrung auf einem so heiklen Gebiet begünstigten, 
sondern sogar schon eine starre Unduldsamkeit gegen jeden Widerspruch 
verbreitet haben. Allein, Bedenken gegen die Handhabe von rassischen 
Faustregeln anzumelden, galt schon zeitweilig als Verrat gegen die 
nationalsozialistische Sendung. War man sich doch in den seltensten Fällen 
darüber klar, daß zunächst einmal eine Forderung gestellt, ein Ziel gegeben 
war, zu dem unzählige Marschtage noch hinter uns zu bringen sind. Denken 
wir doch nur daran, daß noch nicht einmal die biologischen Grundlagen zu 
einer allgemein anwendbaren Rassenlehre feststehen" (S. 66-67. 
Sperrungen sind eliminiert ). 

Eine der späten und scharf kritischen Rezensionen gegen Richard 
Eichenauer und Guido Waldmann , die Friedrich Blume den Rücken stärkte 
und Zweifel an der Wissenschaftlichkeit der rassistischen Eiferer weckte. 

Wir sitzen hier im Unterstand. Kriegslied. Für Flöte, Gesang und 
Instrumente: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 2 (April 1940). 

Ginner: An unseren Alpenmonturen. Kriegslied. Für Flöte, Gesang und 
Streichinstrumente: J. Altemark. 

In: 




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Volksliedsingen im Schulfunk 2 (April 1940). 

A. Sporer: Gott Mars beherrscht die ganze Welt. Kriegslied. Für 
Gesang und Bläser: J. Altemark. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 2 (April 1940). 

1941 

Das Deutschlandlied, für Orchester im Satz von J. Haydn nach dem 
Autograph der Wiener Nationalbibliothek für den praktischen Gebrauch hgb. 
von J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 537 (1941). 

Nordische Volksweisen: Im Frühtau zu Berge - Schlafe, schlafe, Kindlein 
- Wie sich der Stern am Himmelszelt - Klein Karin diente am Hofe - Es 
wachsen blaue Beer n - Ich zäume die Schuhe - Hans Spielmann - 
Ringrang, falladirang. Für Klavier oder andere Instrumente. 
Zusammenstellung und Instrumentalssätze: J. Altemark. 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 111/112 (1941); RJF, Musikblätter der HJ 111/112 
(1941). 

1942 

Musik zu ernsten Feiern für Streichorchester und Klavier, Heft 1 . Alte 
Militärmusik und Fanfarenmärsche, hgb. von J. Altemark (1942). 

1943 

H. Napiersky: Land der ewigen Gedanken. Für Orgel: J. Altemark. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Information: KDMK. 


Altenburg, Johann Michael 
1584 - 1640 

Gustav Adolfs Feldlied: Verzage nicht, du Häuflein klein, wenn auch die 
Feinde willens sein, dich gänzlich zu verstören (FSt. Berlin, 3/III/34, im 
Historischen Konzert der SS, Oberabschnitt Ost und Leibstandarte). Für 2 
und 3 Stimmen: F. Reuter (1935) [StL]. 

In: 

Unsere Kampflieder (1933; Urheber: Joh. Ott, 1534, T: J. M. Altenburg); 
Christliche Kampflieder der Deutschen (1933; onA ); Stimmt an! (1934); 
Heilig Vaterland (1934); Die weiße Trommel (21935); Liederbuch der 
Luftwaffe (1939); Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940; onA ). 


Altendorf, Werner 

Neuruppin, 24. November 1906 - Bad Kleinen/ Mecklenburg, 3. Mai 1945 
(Freitod durch Schußwaffe). 




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Anfangs Jurastudent, dann Schriftsteller und Liedkomponist, zunächst in 
Breslau, seit 1935 in Bad Kleinen, dann in Wismar, zuletzt wieder in Bad 
Kleinen. 

W e r k e: u. a. Laienspiele, so "Trutz Teufel und Tod", ein Spiel von Freiheit 
und Gesetz (1935), "Es ward ein Volk" (1936) mit Liedbeilage, und 
"Hitlerjungens im Kampf" (31938). 

NSDAP (Vgl. MM2, S. 18), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. HJ; 
Gebietsführer: 1931 für Schlesien, 1935 für Mecklenburg, hier seit 
*20/IV/42 Obergebietsführer; in Schlesien auch Bezirksredner der NSDAP. 
1933 Mitglied des Preuß. Landtags, NSDAP-Fraktion, 12/XI/33 im Reichstag 
für die NSDAP, Wahlkreis Mecklenburg, später - Stand 1944 - 
Reichsamtsleiter in der RPL; ein Kriegseinsatzbefehl im November 1944 zur 
Verwendung als k. Kreisleiter im Gau Oberschlesien wurde sofort wieder 
aufgehoben. 


1930 

Jungvolk, steh auf! (1930). 

1932 

Nachtmarsch: Wir ziehn auf stillen Wegen, die Fahnen eingerollt (eigner 
T). Kampflied, entstanden in der Verbotszeit (u. a. RS Hamburg, *20/IV/39, 
Chor der SA-Standarte 11, Dgt. W. Erzgräber), auch in: "Ein junges Volk 
steht auf" [DJV, dann V]. Titel: Denn wir marschieren oder Sturmlied der 
Schlesier oder Sturmlied der schlesischen Braunhemden. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Nun dämmert schon der Morgen, 
die Glocke ruft vom Turm. 

Zerweht sind unsre Sorgen, 
sie ruft uns ja zum Sturm! 

Denn wir marschieren, marschieren 
in langen Reihen zu vieren 
aus Not und Schmach und Schand 
ins freie Vaterland". 

In: 

Unter Hitlers Fahnen (1932; nurT, onA ); Blut und Ehre (1933); Heil Hitler! 
(1933); S.A. Liederbuch (1933); Trum, trum (21933; onA ); SA-Sturmlieder 
(1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ; nurT, onA ); 
Deutsche Jugend heraus (1. Folge, 1933); Vorwärts SA. (21933; nurT, onA 
); Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933; Melodie onA "nach 
mündlicher Überlieferung"); Freiheitslieder des Dritten Reiches für Schulen 
(1933); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933); Schlesisches SA-Liederbuch 
(51933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nurT, 
Melodie onA ); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 
Singkamerad (21934); Lieder der SS Pommerns (1934); Uns geht die Sonne 
nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Wohlauf Kameraden (1934); Volk 
singt (1934); Singkamerad (21934, 31935 , 81937 ); wir singen (1934; onA 
); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); Ähre und Spaten 




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(1934); Heilige Heimat (1934); Lieder der Pommerschen SA (51934; Titel s. 
o.); Deutsche Kampf- und Volkslieder (1934; onA ); Liederbuch der SA- 
Marine (1934; nurT, onA ); Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Deutsche 
Jugend zur Sonne, zur Freiheit (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück 
ab, Kameraden! (1935); Die Singstunde 80 (1935); NSLB, Unser Lied 2 
(21935); Kameraden, wir marschieren (1935); Wir werden 
weitermarschieren (1936); Singen im NSKK (1936); Soldaten Kameraden 
(1936; "schon 1931 und 1932 in den Arbeits- und Wehrlagern der 
Studentenschaft viel gesungen"); Was Deutschland singt (1936; nurT, onA 
); Niederdeutschland (1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); 
Soldaten singen (1936); Und wenn wir marschieren ( 3 1937); Lieder der 
Mannschaft 7 (1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Wir wandern 
und singen! (1937); Neues Deutschland 2 (1937); Singen ( 5 1937); 
Marschierende Jugend ( 2 1938); Stimmt an! II (1939); Morgen marschieren 
wir (1939); SA-Liederbuch (51939); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941). 

Hitlerjungs in Schlesierland: Noch leis durch Schlesiens Wälder heut 
unser Lied aufschwirrt (eigner T). Kampflied, auch in: "Ein junges Volk steht 
auf". 

Textprobe: 

"Und wenn die Glocken mahnen 
zum Sturm um Recht und Brot, 
dann stürmen unsere Fahnen 
uns auch voran in Sieg und Tod. 

Und ob unser Siegen und Sterben 
auch den Muckern 

und dem Teufel nicht gefällt, 
uns jungen Hitlersoldaten, 
heißa, uns gehört die Welt". 

In: 

Unter Hitlers Fahnen (1932; nurT, onA ); Heil Hitler! (1933); Blut und Ehre 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (51933); nurT); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften (21933, 41934 ); Trum, trum (21933; onA ); 50 ausgewählte 
SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nur T, onA ); Deutsche Lieder der NSBO 
und der DAF (21934); 100 ausgewählte SA- Sturm- und Marschlieder 
(1934; nurT, Melodie onA ); Was Deutschland singt (1936; nurT, onA ); 

Wir werden weitermarschieren (1936; nurT, onA ); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); RJF, Liederblatt der HJ 51 (1938); Singkamerad, Anhang 
München (1939); SA-Liederbuch (21939); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Revolution: Hört ihres grollen durch Straßen und Gassen (eigner T). 
Kampflied (1932) [DJV, dann V]. In: "Ein junges Volk steht auf". 
Tondokument - vom ll/VII/37 - im DRA: 1870669-06. 

Ausführende: Chor des SA Sturms 21/81. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

"(...) seht ihr die Männer die Sturmfahnen fassen, 
hört ihr den klirrenden gellenden Ton? 




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Revolution! Revolution! 

Und wir recken zum Himmel die Hand, 
und es gellt als ein Schwur durch das Land 
unser Schrei: Wir tragen Hunger und Schmerzen, 
die hemmen nicht unsern Schritt, 
wirtragen in hämmernden Herzen 
den Glauben an Deutschland mit!" 

In: 

Blut und Ehre (1933); Lieder der Pommerschen SA (51933; Variante: "Hört 
ihr das Gellen in Straßen und Gassen"); Uns geht die Sonne nicht unter 
(1934, Textausgabe 1941); Lieder der SS Pommerns (1934; Variante 
"Gellen"); Musikantenblätter der Hitler-Jugend 4 (1934); Ähre und Spaten 
(1934; Variante s.o.); Liederbuch der SA-Marine (1934; nur T, Variante s. 
o.); Wir singen (1934); Wohlauf Kameraden! (1934); 100 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934; nurT, Variante s. o.); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Kameraden, wir 
marschieren (1935); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 17 (19. 
November 1936); Niederdeutschland (1936); Lieder der Mannschaft 4 
(1936); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Lied über Deutschland (1937, 
5 1941); Lieder vom Führerthing (1938); RJF, Liederblatt der HJ 50 (1938); 
SA-Liederbuch (21939); SS-Liederbuch (61940); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 


1933 

Weihespruch, für 4stimmigen gemCh und Lauten, zus. mit Helmut 
Haselbach (1933) (Schles. FSt., 2/VII/33). 

Lieder mit Klavier auf eigene Texte: 1. Denn wir marschieren. - 2. 
Hitlerjungs im Schlesierland. - 3. Rollt nun die blutigroten Fahnen 
auf. - 4. Der Himmel grau und die Erde braun (1933) [Gauverlag NS- 
Schlesien, Breslau]. 

Motor-SA-Schlesierlied: Was rattert und knattert (eigner T). 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

"(...) und donnert daher, 

als käme der Teufel gefahren, 

durchs Schlesierland wohl die Kreuz und Quer? 

Ein braunes, ein wildes, verwegenes Heer! 

Und fragt ihr, was sind das für Scharen? 

Dann klingt es im Jubel tari tara, 
das ist Hitlers schlesische Motor-SA. 

Auf guten und schlechten Wegen 
fährt keiner so verwegen 
wie Hitlers Motor-SA!" 

In: 

S.A. Liederbuch (1933). 

Rollt nun die blutigroten Fahnen auf, Kameraden zu den Waffen! 
(eigner T). Kampflied, erstmals gesungen am Abend vor Aufhebung des SA- 
Verbots. In: "Ein junges Volk steht auf". Titel: Die Freiheit zu schaffen! [V]. 




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Tondokument - vom 27/III/38 - im DRA: 1870669-09. 

Ausführende: Chor der SA-Standarte 11 Breslau, Dgt. W. Erzgräber. 
Aus dem T (2. Strophe mit Refrain): 

"Auf geht die Sonne aus der tiefen Nacht, 

Kameraden, zu den Waffen! 

Nah ist der Tag, da unser Deutschland erwacht, 
die Freiheit zu schaffen! 

Tretet an, drauf und dran! 

Nah ist der Tag, da unser Deutschland erwacht, 
die Freiheit zu schaffen" 

In: 

Blut und Ehre (1933); Schlesisches SA-Liederbuch (51933); Heil Hitler! 
(1933; nurT, onA ); Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934); 
Vorwärts SA. (21933; nur T, onA ); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Wohlauf Kameraden (1934; "Sturmfahnen-Lied"); 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934; nur T, onA ); Lieder der 
Pommerschen SA (51934.); Lieder der SS Pommerns (1934); Glück ab, 
Kameraden! (1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Lied über 
Deutschland (1937, 51941); RJF, Liederblatt der HJ 62 (1937); RJF, 
Musikblätter der HJ 62 (1937); Wir wandern und singen! (1937); Lieder der 
Mannschaft 9 (1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 2 (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 21 (13. Januar 1938); 
Das Bannorchester (1939); SA-Liederbuch (21939, 91941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941). 

Der Himmel grau und die Erde braun, da schritten die Männer zum 
Sturme (eigner T). Kampflied (RS Breslau, *9/XI/36, als Reichssendung 
"Das Antlitz der kämpfenden Mannschaft"), auch in "Ein junges Volk steht 
auf". Titel: Sturm-Lied [V]. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Die Nacht war schwarz und die Flamme rot, 
da stritten sie um die Fahne. 

Da kamen die Feinde, da kam der Tod, 
der streckte sie auf die Fahne. 

Und die war rot, und die war weiß 
und das Zeichen schwarz in der Mitten; 
noch einmal grüßten die Lippen leis, 
sie starben wie sie gestritten". 

In: 

Blut und Ehre (1933); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 
1941); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934; nurT, onA ); 
Wohlauf Kameraden! (1934; "Sturmlied"); Die weiße Trommel ( 2 1935); 
NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Kameraden, wir 
marschieren (1935); Lieder für Schulfeiern 3, 14/15 (1936); Singen im 
NSKK (1936); Soldaten Kameraden (1936); Was Deutschland singt (1936; 
nurT, onA ); Volksliedsingen im Schulfunk 16 (5. November 1936), 14 (13. 
Oktober 1938); Soldaten-Liederbuch (1936); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); Die Fahrt (1937); Wir werden weitermarschieren (1936; 




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nur T, onA ); Lied über Deutschland (1937); Wir wandern und singen! 
(1937); Unsere Lieder 4 (1937); Lieder der Mannschaft 7 (1937); Neues 
Deutschland 2 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); RJF, 

Liederblatt der HJ 27 (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); 
Marschierende Jugend ( 2 1938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); RJF, 
Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); SA-Liederbuch ( 2 1939); Morgen 
marschieren wir (1939); Lieder der Bewegung für Blasorchester 13 (1939); 
DSB, Kernlieder (1939); DSB, Singendes Volk 32 (1939); Stimmt an! II 
(1939); Kernlieder des REM (1940); Deutsche Lieder (1940); SS-Liederbuch 
( 61940 , 91941 ); Singende Mannschaft (1940); Es leben die Soldaten 27 
(1941); Kameradschaft im Lied 14 (1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 
(1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Liederblatt HJ (1943); DAF, 
Singendes Volk 4 (November 1941); 15/16 (1943); Das Orgelbuch (1943). 
Zwei Lieder der deutschen Revolution (eigner T): 1. Was fragt ihr 
dumm. - 2. Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen? Für Singstimme 
und Klavier/ Blasorchester (1933) [ZVNSDAP]. 

In: 

Lieder der Bewegung für Blasorchester 7 (1937). 

An die ewig Gestrigen: Was fragt ihr dumm, was fragt ihr klein, warum 
wir wohl marschier n (eigner T) (1933). In: "Ein junges Volk steht auf" [V]. 

Textprobe (1. Strophe mit Refrain): 

"(...) Setzt nicht vergebens Mühe drein, 
ihr werdet s doch nicht spür n. 

Ja, hört doch unsre Hörner schreien, 
hört doch unsere Trommeln groll n! 

Ja, dann wißt ihr, wer wir seien, 
ja, dann wißt ihr, was wir woll n. 

Denn nach dem Teufel frag n wir nicht, 
und unser Herrgott zürnt uns nicht 
daß wir woll n Freie sein!" 

In: 

Vier Lieder (1935); Lieder der Mannschaft 4 (1936); Uns geht die Sonne 
nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); Lieder für die 
Landjugend 2 (1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Die Fahrt 
(1937); Die Fahne der Gemeinschaft I (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 
22 (27. Januar 1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938; nurT); RJF, Junge 
Gefolgschaft 3 (1938); RJF, Liederblatt der HJ 36 b (1938); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); SA- 
Liederbuch (21939); Morgen marschieren wir (1939); SS-Liederbuch 
(61940, 91941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 37-38 (1941); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941). 

1934 

Hitler-Jugend marschiert! (T: W. Blachetta), Spiel (1934). 

Ein junges Volk steht auf! (T: onA = W. Altendorf ) Kampflieder, 
einstimmig mit Lautenbezifferung (1934, erweiterte 21936 ) [V]. 

Die 1. Auflage enthält noch nicht die Nummern 4, 5, und 6. 

Inhalt: 




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1. Kampfspruch: Was ist uns Leben und Sterben wert?. - 2. Ein Volk in 
Not. - 3. Mein Kamerad im Braunhemd, du! - 4. Hitlerjungs im 
Schlesierland: Noch leis durch Schlesiens Wälder. - 5. Schlesisches 
Land: Wir marschieren mit fliegenden Fahnen. - 6. Der Nachtmarsch: Wir 
ziehn auf stillen Wegen. - 7. Rollt nun die blutigroten Fahnen auf! - 8. 
Revolution: Hört ihr es grollen durch Straßen und Gassen. - 9. Wir!: Was 
fragt ihr dumm. - 10. Ein junges Volk steht auf. - 11. Der Himmel grau 
und die Erde braun. - 12 Weihespruch: Brüder, laßt der Liebe Flammen. 

Ein junges Volk steht auf, zum Sturm bereit, reißt die Fahnen höher, 
Kameraden! (eigner T). NS-Kampflied aus: "Ein junges Volk steht auf", auch 
mit Blasorchester [V]. 

Tondokument - von 1942 - im DRA: 1681206-04. 

Ausführende: Chor der HJ-Rundfunkspielschar Berlin mit MK der 
FIHKdtr Gatow, Dgt. Willi Träder. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Und welcher Feind auch kommt mit Macht und List, 
seid nur ewig treu, ihr Kameraden! 

Der Herrgott, der im Himmel ist, 
liebt die Treue und die jungen Soldaten. 

Vor uns marschieren mit sturmzerfetzten Fahnen 
die toten Helden der jungen Nation, 
und über uns die Heldenahnen. 

Deutschland, Vaterland, wir kommen schon!" 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 25 b (1935); RJF, Musikblätter der HJ 16 (1935), 
576/578 (1942); Vier Lieder (1935); Lieder für Schulfeiern 1 b (1936); 
Soldaten-Liederbuch (1036); Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 
(1936, Textausgabe 1941); Lieder für die Landjugend 1 (1936); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Die Fahrt (1937); Unsere Lieder 4 
(1937); Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 14 (12. Oktober 
1939); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 14-15 (1937); Unsere 
Lieder (71938); Lieder der Mannschaft 9 (1938); Auf großer Fahrt (1938); 
Lieder der Arbeitsmaiden (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); RJF, 
Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1938); Marschierende Jugend (21938); 
Singkamerad, Anhang München (1939); Morgen marschieren wir (1939); 
SA-Liederbuch (21939); Lied über Deutschland 3 (1940); 

Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Musikbuch A, B 
(1941); Lied über Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Frisch gesungen, Musikbuch A (291941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch 
(71941); Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941); DAF, Singendes Volk 
6 (Januar 1942), 15/16 (1943); Hellau! (1942); Kernlieder der NSDAP 
(1942/43); Fest und Feier im RAD 4 (1943); Deutsche Jugend im Osten 1 
(1943); Kameradschaft im Lied 29 (1943); Singt alle mit! (1944). 

Mein Kamerad im Braunhemd du, laß unser Banner weh n (eigner T). 
SA-Kampflied, aus: "Ein junges Volk steht auf". 

Textprobe (2. und 5. Strophe): 

"Und wenn uns Adolf Hitler ruft 




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zum letzten großen Streit, 
ja dann sind seine Sturmsoldaten 
mit frohem Mut zum Kampf bereit. 

Mein Kamerad im Braunhemd du, 
laß unser Banner wehn, 
der Sturmsoldat will rote Fahnen 
und schwarze Hakenkreuze sehn!" 

In: 

Unter Hitlers Fahnen (1932; onA ); Heil Hitler! (1933; onA ); Schlesisches 
SA-Liederbuch (51933); S.A. Liederbuch (1933); Deutsche Liederder NSBO 
und der DAF (21934; onA ); Liederder Pommerschen SA (21934); Lieder 
der SS Pommerns (1934); SA-Liederbuch (21939). 

Schlesisches Land: Wir marschieren mit fliegenden Fahnen durchs 
lachende schlesische Land (T: onA ). Kampflied aus: "Ein junges Volk steht 
auf". 

Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 

"Und marschieren hinaus in den Morgen, 
ganz gleich, wie der Kampf vor uns steht, 
weil ja hoch über all unsren Sorgen 
der Name des Führers steht. 

Schlesisches Land, 

du Land auf der Wacht, 

Schlesisches Volk hab acht". 

In: 

Zwanzig Lieder (1938). 

1943 

Volk, tritt vor die Welt (eigner T) [V].. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Volk, nun sei groß 

vor den Enkeln und Ahnen zugleich, 

dir ward das Los. 

zu bauen das ewige Reich. 

Du deutsches Volk, nun sei groß, 
bau das ewige deutsche Reich. 

Volk, tritt vor die Welt, 
pflanz die Fahne der Ehre auf. 

Judas Macht zerschellt 
vor deinem Siegeslauf. 

Du deutsches Volk, tritt vor die Welt, 
pflanz die Fahne der Ehre auf". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 

Jugend Europas: Hebe nun also die Fahnen zusammen (eigner T) [V]. 
Textprobe (Refrain): 

"Völker erwachen und gehn zur Tat, 
nehmen ihr Land und baun ihren Staat. 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


126 


Uralte Kraft geht neu wieder auf, 
junges Geschlecht nimmt kühn 

seinen Lauf. 

Schranken brechen und Ketten entzwei. 

Sehen und Sehnen wird uns frei. 

Altes Europa aus Traum und Nacht, 
ewges Europa ist aufgewacht". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 

Information: MM2. Standesbeamtin Beuler > Neuruppin (28/X/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG § 61, also 
grundordnungswidrig, die Angabe des Todesdatums, lenkte auf Vorhalt 
jedoch ein. Später stellte sich heraus, daß beim Standesamt Neuruppin nur 
das Datum der Beurkundung im damaligen Hohen-Viecheln vorliegt, die erst 
dreieinhalb Jahre nach Ableben aufgrund einer Nachricht der 
Kreispolizeibehörde Wismar erfolgte. 


Alter bayerischer Präsentiermarsch (Berlin, 12/VIII/36, Militär- 
Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. F. Ahlers). 


Alter Jägermarsch aus den Befreiungskriegen (1813; DtldS, 
10/VII/33; Berlin, 12/VIII/36, Militär-Festkonzert zur Olympiade, MK der 
Wachtruppe Berlin, Dgt. F. Ahlers). 

In: 

Jung Deutschland I (1933); [Sc] Neue Marschmusik II (1934). 


Alter Landsknechtsmarsch 

In: 

[Sc] Neue Marschmusik II (1934). 


Alter norwegischer Jägermarsch (DtldS, 29/VII/33, von 
Schallplatten). 


Alter Zapfenstreich (Anfang des 18. Jh.; Berlin, 12/VIII/36, Militär- 
Festkonzert zur Olympiade, MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. F. Ahlers). 


Altes Burschenlied 


= Ich trag ein frischen frohen Mut 


Altes Sonnwendlied 


= Nun kommt daher die Sonnenwend 




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127 


Alte und neue Soldatenlieder. Mit Spielanleitung für diatonische 
Handharmonika in leichter Bearbeitung von A. Holzschuh (1940) [SL, AH]. 

Inhalt: 

1. Es leben die Soldaten. - 2. Wenn die Soldaten durch die Stadt 
marschieren. - 3. Ein Heller und ein Batzen. - 4. Morgen will mein Schatz 
verreisen. - 5. Regiment sein Straßen zieht. - 6. Wenn wir marschieren (Ei 
darum wink mein Madel). - 7. Des Morgens zwischen drein und vieren. - 8. 
Musketier sind lust ge Brüder. - 9. (Lisa) Des Morgens, des Morgens um 
halb viere. - 10. Schatz, mein Schatz, reise nicht so weit von hier. - 11. 

Mein Regiment mein Heimatland. - 12. Es wollt ein Mädchen früh aufstehn. - 
13. Ist alles dunkel. - 14. Drei Lilien. - 15. Heut geht es an Bord. - 16. Ein 
Schifflein sah ich fahren. - 17. F. Silcher: Steh ich in finstrer Mitternacht. - 
18. C. M. v. Weber: Was glänzt dort vom Walde? - 19. J. Haack: Wir sind 
die alten Krieger. - 20. Ginner: An unseren Alpenmonturen. - 21. Wer steht 
auf stillem Posten. - 22. A. Hauert: Blaugrau mit dem roten Spiegel. - 23. K. 
Schiefer: Wir sind die Flaksoldaten. - 24. W. Steinmetzger: Vom Osten bis 
zum deutschen Rhein. - 25. Peter Schmitz: Glutrot sank die Sonn . - 26. Wir 
sind Kanoniere im blaugrauen Kleid. - 27. W. Becker: Im Herbst die Vögel 
flogen. - 28. G. Pallmann: Die Nacht ist still und dunkel. - 29. G. Pallmann: 
Wir sind die Funker der Deutschen Armee. - 30. B. Wübbecke: Alle 
aufgepaßt, alle Tritt gefaßt - 31. Wir sind die Männer vom Nachrichtenkorps. 

- 32. W. Bischoff: Frühmorgens, wenn der Tag erwacht. - 33. Wir sind die 
Pioniere. - 34. H. Tschage: Wo schimmernd weit die Weichsel fließt. - 35. 
Kameraden, auf zu Pferde. - 36. W. Kutschbach: Wenn das dritte Bataillon 
Harzer Jäger. - 37. Wir sind vom ersten Steirischen Schneeschuh-Bataillon. 

- 38. W. Scherf: Kameraden, aufgesessen. - 39. Heydemarck: Und ziehen 
wir durchs Städtchen. - 40. G. Pallmann: Jetzt Mützen ab, es steigt ein Lied. 

- 41. R. Bender: Das Meer ist unsre Liebe. - 42. Ade zur guten Nacht. - 43. 
Auf dem Berge so hoch da droben. - 44. Hamburg ist ein schönes 
Städtchen. - 45. Heute scheid ich, morgen wand r ich. - 46. Mayer: Es 
donnern die Motoren. - 47. G. Rath: Es donnern unsre Motoren. - 48. Heute 
gehts zum Fliegen raus. - 49. Knoppe: Hell soll es erklingen. - 50. W. 
Schubert: Seht ihr die weißen Möven? - 51. H. Otten: Fliegen, hei, wie ist 
das schön! - 52. G. Rath: Hört ihr den Donner heulender Motoren. - 53. G. 
Pallmann: In silberner Bläue und Wolken. - 54. Eines Abends in der 
Dämmerung. - 55. Die See ist schwarz. - 56. Mein Herz gehört der Fliegerei. 

- 57. G. Pallmann: Nach England wolln wir fliegen. - 58. v. Müller: Heraus, 
Kameraden, und frisch ans Werk. - 59. G. Pallmann: Soldaten, hei, die 
müssen singen. - 60. v. Müller: Die Tochter vom Kantinenwirt. - 61. Im 
Vorfeld grunzt das Minenschwein. - 62. v. Müller: Zur Sommerszeit im 
Heidekraut. - 63. R. Küssel: Wer kennt nicht die dicke Kathrine. - 63. 
Lippe-Detmold. - 64. R. Küssel: Entzückt hat mich dein Fahrgestell. - 65. Es 
kann ja der K-Einze. - 66. G. Pallmann: Nun, Tambour, stramm das Fell 
gerührt. - 67. Deutsche Krieger müssen singen. - 68. Der Frühling ist 
gekommen. - 69. Kameraden, wir marschieren. - 70. H. Krause: Weine 
nicht, Angelika. - 71. G. Heiler: Holde Maid, schön war die Zeit. - 72. Bei 
Sedan auf der Höhe. - 73. Leb wohl, Rosmarie. - 74. K. Straesser: Wenn im 
Tal die Rosen blühn. - 75. M. Möckel: Das Leben ist ein Würfelspiel. - 76. O. 




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128 


Vaupel: Am Bergeshang ein Häuschen steht. - 77. Jetzt kommt die Zeit. - 
78. W. Lachner: In einem kleinen Unterstand. - 79. S. Zehendner: Ich steh 
auf Wacht. Der Regen rauscht. - 80. H. Stahl: Bei Mlawa war der erste 
Strauß. - 81. An der Weichsel gegen Osten. - 82. Götz: Wildgänse rauschen 
durch die Nacht. - 83. G. Wolters: Es leuchten am Himmel die Sterne. - 84. 
H. Ernst: Bei den Soldaten drunten. - 85. K. Keßler: Im Ostland nachts am 
grauen Stein. - 86. J. Jäschke: Es liegt ein Grab in Polenland. - 87. F. 
Silcher: Morgenrot, Morgenrot. - 88. F. Silcher: Ich hatt einen Kameraden. - 
89. K. L. T. Gläser: Flamme empor! - 90. Deutschland, Deutschland über 
alles. - 91. Wir treten zum Beten. Für 2 Spieler. - 92. G. Piefke: Preußens 
Gloria. - 93. Egerländer Marsch. - 94. W. Thiele: Unsere Marine. 


Althessischer Reitermarsch 


siehe: Hessen 


Althoff 

Durchs Brandenburger Tor. Marsch (RS Königsberg, *20/IV/35, MZ der 
SS-Standarte 36, Dgt. Korpsführer Knüppel). 


Althoff, Fritz (Friedrich) 

Duisburg, 15. März 1892 - Mülheim/Ruhr, 11. Februar 1967 (durch 
Freitod). 

Sohn eines Handwerkers; Musikpädagoge, 1912-54 Volksschullehrer für 
Musik in Duisburg, u. a. an der Ev. Schule Neuenkamp und an der 
Mozartschule Neudorf. 

Nach 1945 Mitglied des städt. Musikausschusses in Duisburg 
W e r k e: z. B. Sinfonie, "Rondo burlesque"; Volksliedbearbeitungen, 
Feuerwehrmarsch. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB ab l/VIII/33, NSV und RLB. 

Unter der Fahne schreiten wir (T: Max Barthel), für 3stimmigen Kinder¬ 
oder FrCh mit Klavier (1943) [E]. 

Information: LdCh (Geburtsdatum: 15/V/92). 


Altmann, Georg 
(?) - (?), 1974. 

Militärmusiker; zunächst Musikoberfeldwebel in Dresden, ab 1/III/38 
Musikmeisteranwärter, ab l/VIII/38 MM. Dann Leiter des Musikkorps der 
I./ Flak-Rgt. 23 in Dresden, dann Merseburg, später Radebeul, das im März 
1939 nach Bildung des "Reichsprotektorats Böhmen und Mähren" in die 
annektierte Tschechoslowakei verlegt war. 


Lied des Flugmeldedienstes: Im Unterstand, auf hohem Turm (eigner 
T). Kriegslied , Satz: Gefr. Finken (1940). 




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129 


Information: Laut Historischem Stadtarchiv Merseburg (19/1/98) konnte 
Altmann in den Einwohnerbüchern zwischen 1929 und 1945 nicht gefunden 
werden. 


Altmann, Karl J. 

Flörsheim bei Mainz, 15. Oktober 1883 - Frankfurt-Höchst, 9. November 
1965. 

Schulmusiker und Chorleiter in Frankfurt a. M., hier seit 1931 Dirigent des 
Altmannschen Frauenchors. 

Nach 1945 weiterhin in Frankfurt, seit 1948 i. R. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutschland, steig auf: Steig auf, ein Bergesflammenzeichen (T: J. 
Kamp). Ein nationaler Weihegesang für MCh (1934) [AO]. 

Information: FA, LdCh. 


Altmann, Wilhelm 

Adelnau/Provinz Posen, 4. April 1862 - Hildesheim, 25. März 1951. 

Sohn eines Superintendenten; Dr. phil. (Geschichte), Musikologe und 
Musikschriftsteller in Berlin, zuletzt Direktor der Musik-Abt. der Preuß. 
Staatsbibliothek, ab 1927 i. R. Nach 1933 Mitarbeiter des Jüdischen 
Kulturbundes, ab Spielzeit 1933/34 Kapellmeister und Solorepetitor der 
Kulturbundoper. 

W e r k e: u. a. Editionen von Partituren und Briefen, so "Karl Maria von 
Weber, Schriften in Auswahl" (1936); Werkkataloge, so das Verzeichnis von 
Werken für Klavier vier- und sechshändig sowie für zwei und mehr Klaviere 
(Leipzig, 1943); Tonkünstlerlexikon (1912-14). 

Von Gerigk/Stengel als "Halbjude" denunziert. 

Altmann durfte jedoch mit Sondergenehmigung des Ministers 
arbeiten. 

Für einen deutschen Opernspielplan ("Die Musik" XXV/12, September 
1933). 

9. Juli 1934: 

Altmann sendet die Libretti "Helga" und "Das Nothemd" des 
"Dichterkomponisten Pg. Prof. Dr. Victor v. Woikowsky-Biedau" an Dr. 
Goebbels mit Bitte, sich für die Aufführung dieser Opern einzusetzen 
(Quelle: BA R 55/ 1168. Blatt 127). 

April 1937, Laudatio: 

"(....) Erwähnt man zu diesen zahlreichen Veröffentlichungen noch die 
ausgedehnte editorische Tätigkeit, die laufenden, von weiten musikalischen 
Kreisen beachteten Opernstatistiken und die zahlreichen Aufsätze (...), 
erwähnt man ferner, daß Prof. Altmann selbst an der Gründung der 
>Musik< beteiligt und jahrelang deren Konzertreferent war, so ist damit 
ganz kurz und nicht einmal vollständig das 

Lebenswerk eines Forschers und Musikers Umrissen, der in seinem 




A Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 130 

fast unerschöpflichen Willen und rastlosen Schaffensdrange, in der 
Sachlichkeit und Klarheit seiner Schreibweise, in seiner stets bekundeten 
völkisch-nationalen Gesinnung und als lauterer, stets hilfsbereiter Mensch 
der jungen Generation ein Vorbild ist. Wir wünschen ihm noch viele 
gesegnete Jahre!" (Hermann Killer: Wilhelm Altmann, der 
Fünfundsiebzigjährige. "Die Musik" XXIX/7, April 1937). 

Mit Unrecht zu wenig berücksichtigte oder vergessene Opern 
("Deutsches Musikjahrbuch" 1937. Berlin, 1937). 

Zitat: 

"(...) Daß neuerdings Bittners einaktiges deutsches Singspiel >Das 
höllische Gold< (1916) nicht mehr gegeben wird, liegt unstreitig nur daran, 
daß darin die Figur eines edlen jungen Juden vorkommt, dem die 
Wuchergeschäfte seines Vaters ein Greuel sind; man braucht aus dem 
Juden nur einen nach Deutschland verschlagenen Armenier oder Griechen 
zu machen, um den Anstoß zu beheben" (S. 68). 

Information: DNML, DML, FA, SML. 


Altpreußische Heeresmärsche. Hgb. in Originalbesetzung von 
Johann Wolfgang Schottländer (1942) [V]. 


Altstadt - Grupp (-Schütze), Grete 
Mainz, 17. Juni 1900 - Wiesbaden, 16. November 1983. 

Tochter eines Juweliers; Schülerin u. a. von W. von Bausznern und B. 
Sekles, Konzertpianistin und Musiklehrerin in Wiesbaden, ab 1928 auch 
Musikreferentin von "Zeitschrift für Musik" und "Wiesbadener Tagblatt". 

Nach 1945 weiterhin Klavierpädagogin und ab 1954 wieder 
Musikkritikerin in Wiesbaden, gründete sie 1952 die Ortsgruppe Mainz- 
Wiesbaden des Verbands der Gemeinschaften der Künstler und 
Kunstfreunde (Gedok). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 1930-33 Leiterin der MA des KfdK, Ortsgruppe 
Wiesbaden. 

Mai 1932: 

Grete Altstadt wirkt als Solistin mit im KfdK, Ortsgruppe Wiesbaden, 
bei dessen erstem Abend mit altklassischer Vokal- und Instrumentalmusik 
im Anschluß an den Vortrag "Der Kampf um die deutsche Seele" von Dr. 
Werner Kulz, Leiter Westdeutschland des KfdK. 

5. September 1933: 

Das Funkorchester Frankfurt, Leitung R. Merten, bietet das 
Klavierkonzert Op. 12 von d Albert. Solistin: Grete Altstadt (SWF, 5/IX/33). 

Information: DML, KDMK. Laut Ordnungsamt Wiesbaden (14/VII/98) 
gebe es keinen Meldeeintrag zu Altstadt-Schütze. 


Alwers, Fred 




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Gebt Raum, ihr Völker, unserm Schritt (T: F. Dahn). Aus: W. Gollhardt, 
"Sankt Georg" (1931). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wir ziehen, ein gebrochen Heer, 
aus Romas falschen Toren, 
wir tragen nur den König mit, 
die Krone ging verloren". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941). 

Volkers Nachtlied: Die lichten Sterne funkeln (T: E. Geibel). 

Textprobe (5. Strophe): 

"Ihr Kön ge, sonder Zagen 
schlaft sanft, ich halte Wacht; 
ein Glanz aus alten Tagen 
erleuchtet mir die Nacht. 

Und kommt die Früh im blut gen Kleid: 

Gott grüß dich, grimmer Schwerterstreit! 
dann magst du, Tod zum Reigen 
uns geigen!" 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Wir singen 
(1934; onA ). 


Alwin, Karl 

Königsberg i. Pr., 15. April 1891 - Mexico City, 15. Oktober 1945. 
Dirigent in Wien, Schüler von H. Kaun, ab 1920 Kapellmeister an der 
Staatsoper, 1924 Professor. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als "Jude Alwin Pinkus" 
denunziert. 

Seit der Emigration 1938 zunächst Begleiter von Jan Kiepura, dann 
Dirigent in Mexico City. 

Information: DNML, DML, FA, RML, SML. 


Am Abend, eh ich schlafen geh. Aus dem Elsaß und Lothringen. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 101/102 a (1938); RJF, Liederblatt der HJ 101/102 
(1941). 


A Mädle hot a d Gäs eitao. Volkslied, Schwaben. 
In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Amar, Licco 

Budapest, 4. Dezember 1891 - Freiburg i. Br., 19. Juli 1959. 




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Sohn eines Kaufmanns; Schüler von Henri Marteau, Geigenvirtuose in 
Frankfurt a. M., Gründer und bis zur Auflösung 1929 Primarius des Amar- 
Quartetts, seit 1927 Konzertmeister des Frankfurter Sinfonieorchesters, 
1930 zeitweise Lehrer am Konservatorium Ankara. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Amar emigrierte 1933 zunächst nach Paris, war ab 1935 Professor am 
Konservatorium Ankara und kehrte 1957 als Lehrer an der Musikhochschule 
Freiburg nach Deutschland zurück. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML, SML, MGGS. 


Ambrosch, Anton 
1839 - 1886 

Parade-Defiliermarsch. 

In: 

Marschperlen III (1943). 


Ambrosius, der brave Kosake 


= Am Ural 


Ambrosius, Hermann 

Hamburg, 25. Juli 1897 - Engen, 25. Oktober 1983. 

Sohn des Abteilungsleiters einer Oberpostdirektion; Schüler u. a. von H. 
Pfitzner, Musikpädagoge und Komponist. Seit 1926 Theorielehrer am 
Konservatorium Leipzig, 1925-42 Referent und Tonmeister der Mirag, dann 
RS Leipzig. Weil seine Einnahmen aus "ernsten Konzerten" 1942/43 auf Null 
zurückgegangen waren, erhielt er 1.000 RM aus dem Staatszuschuß für E- 
Komponisten. 1943-45 Lehrer an der Städt. Musikschule für Jugend und 
Volk; 1939-40 und 1944-45 zur Wehrmacht einberufen. 

1945 Privatmusiklehrer und Chordirigent in Engen/Hegau. 

W e r k e: u. a. "Balders Tod" Op. 61 nach Texten der Edda für 
Solostimmen, MCh und Orchester; bis 1935 7 Sinfonien, 9. Sinfonie ("Die 
Gotische") (1944); "Menschenwandern" (T: K. Eggers), Chorwerk (1934). 

NSDAP seit 4/III/33, Nr. 2.994.125; 1936 k. Gauobmann Mitte der RMK. 

1934 

Deutsche Tanz-Suite für Orchester (Leipzig, 12/IV/34, Konzert der 
Kulturpolit. Abt. der NSDAP) [S&C]. 

Arbeit - Freiheit (T: K. Eggers), Chorzyklus in drei Teilen für MCh und 
Orchester (Leipzig, 4/XI/34). 

Junge Aktivisten: Seht unsre Fahne wehen, schwarz wie der Tod (T: K. 
Eggers). MCh aus dem Zyklus "Arbeit - Freiheit" (u. a. Leipzig, *28/VI/35, 
beim 2. Sächs. Sängerfest, Ausführende: Mche des Kreises 5, Dgt. G. 
Wohlgemuth). 

Textprobe: 




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"(...) Wer sich der Fahne der Freiheit verschreibt, 
muß kämpfen und wandern, wohin sie ihn treibt. 

Wir formen die Zukunft, 
wir tragen das Licht, 
wir sind Deutschlands Priester, 
wir klagen nicht. 

Wenn uns das Opfer das Leben nimmt, 
wir sind die Boten zum Siege bestimmt". 

Abschied (T: K. Eggers). MCh aus dem Zyklus "Arbeit - Freiheit" (u. a. 
Leipzig, *28 und *29/VI/35, zum 2. Sachs. Sängerfest, Dgt. R. Wächter). 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Wir kämpfen weiter im blutigen Streite 
und schreiten fort durch Leid und Nacht. 

Du fehlst uns, Kamerad, zur Seite, 
du fehlst uns in der letzten Schlacht. 

Wir beten noch einmal, Kamerad, 
und geloben vor Gott aufs neue, 
vor Gott, der den Kampf befohlen hat, 
dem Volke und dir die Treue" 

Arbeitssoldaten: Die deutsche Not schickt uns ins Land (T: K. Eggers). 
MCh aus dem Zyklus "Arbeit - Freiheit" (1935; u. a. Leipzig, *29/VI/35, zum 
2. Sächs. Sängerfest, Dgt. R. Wächter). 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) und gibt uns Axt und Spaten, 
drückt uns das Fähnlein in die Hand, 
uns Arbeitskameraden. 

Wir ziehen von den Städten aus, 
darin die Menschen sterben, 
und bauen selbst ein neues Haus 
für unsrer Sehnsucht Erben". 

In: 

Die Feier der jungen Front 3 (1935). 

Das große Schweigen - Menschenwandern (T: K. Eggers) aus dem 
Zyklus "Menschenwandern" (UA: Leipzig, 3/XII/34, Neue Leipziger 
Singakademie, Dgt. 0. Didam). 

5. Dezember 1934, Bericht: 

"(...) Daß Ambrosius den klassischen und vorklassischen Stil 
beherrscht, konnte man erneut feststellen. Offenbar strebt er auch mit 
diesen Werken einem überpersönlichen Ausdruck zu; aber hier liegen zwei 
Gefahren, die sich denn auch deutlich offenbarten: einmal wird aus dem 
überpersönlichen allzu leicht ein unpersönlicher Stil, zum andern geraten 
solche Werke unversehens in eine instrumentale, also nicht vokale 
Stimmführung. Ist schon die weite Lage des >Menschenwandern< eine 
Klippe für den Chorgesang, so zeigt die Fuge >Das große Schweigen< durch 
die notwendig werdende Instrumentalunterstützung, daß die 
Klangvorstellungen des Komponisten sich mit Bedingtheiten des 




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134 


Chorgesanges nicht immer decken. (...)" (sch. = Kurt Schwerdt: Leipziger 
Chor-Komponisten. "Neue Leipziger Zeitung", 5/XII/34). 

1935 

21. Februar 1935: 

Das Gewandhausorchester Leipzig, Dgt. Paul Schmitz a. G., bietet 
"zum ersten Male" das Sinfonische Vorspiel von Ambrosius. 

Arbeiter, Bauern, Soldaten (T. K. Eggers). NS-Kampflied (u. a. Leipzig, 
*29/VI/35, zum 2. Sachs. Sängerfest, :Dgt. R. Wächter). 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 

"(...) Zukunft steht fordernd vor euch: 

Hammer, Gewehre und Spaten 
schaffen das neue Reich, 
ihr dürft nicht feiern, nicht warten, 
ihr müßt zusammen nun stehn. 

Laßt eure Freiheitsstandarten 
trotzig im Winde wehn! 

Lassen auch bittere Sorgen 

oftmals das Herz traurig sein, 

glaubt an das Deutschland von morgen. 

Deutschland wird euer sein. 

Nehmt die Gewehre, die Spaten 
in eure schwielige Hand! 

Arbeiter, Bauern, Soldaten, 
kämpft für das deutsche Land". 

Die Halle des Ruhms: Wir gaben eurer Stimme Gewalt (T: H. Böhme). 
Kantate für gemischten Chor, Volkschor, Sprechchor, Bariton und 
Blasorchester (UrS: RS Leipzig, *9/XI/35, als Reichssendung, Arno 
Schellenberg (Bar), Sprechchor der HJ, Funkchor und Leipziger 
Sinfonieorchester, Dgt. Curt Kretzschmar; DtldS, RS Leipzig, Breslau, 
Hamburg, Saarbrücken, Stuttgart, *9/XI/38). 

1. November 1935, Einführung: 

"Der Tod ist jedem Menschen gewiß. Wer aber die Gemeinschaft und 
ihre Idee höher achtet als sein Leben, aus dessen Opfertod entspringt neue 
Lebenskraft, die die Gemeinschaft im Glauben an ihre Idee fest 
zusammenschweißt und sie befähigt, selbst auch unter größten Opfern ihrer 
Idee den Sieg zu erfechten. Dies ist das wunderbare Mysterium der Toten 
an der Feldherrnhalle, die für die Bewegung am 9. November 1923 ihr 
Leben opferten. 

Herbert Boehme hat dies Geschehen in Form einer Kantate zu einem 
künstlerischen Erlebnis gestaltet, das den Hörer unmittelbar in den 
Bannkreis nationalsozialistischen Opfergeistes einfängt. Unterstrichen wird 
diese künstlerische ethische Wirkung durch die Musik von Hermann A m b r 
o s i u s, die in klarer und reiner Ausdrucksform dieser Dichtung eine der 
musikalischen Kunst gemäße monumental-sinfonische Gestalt gibt. Die 
Neugestaltung eines Geschehens von innen heraus in einer Kunst, die ihre 
eigenen Gesetze hat, wie dies bei der Musik der Fall ist, entsteht nicht 




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135 


dadurch, daß man Kompromisse schließt zwischen diesen Gesetzen und den 
durch die Dichtung vorgeschriebenen stimmungsmäßigen oder 
bewegungsmäßigen Grundlagen, sondern die Musik muß auf Grund der 
Dichtung sich von selbst eigengesetzlich gestalten. Hermann Ambrosius 
drückt ihr den Stempel des Neuen auf, das für den Aufbau der 
musikalischen Kunst fruchtbarer sein will, als alle Stilexperimente" ("RRG- 
Presse-Mitteilungen" Nr. 483, l/XI/35. Blatt 15-16). 

1936 

Das Lied der Tat (T: R. Oehring), Kantate für S, T, B, Sprecher, gemCh. 
und Orchester (RS Leipzig, 29/IV/36). 

Festmusik für Volksinstrumente (Bremen, 1936, Gaukulturwoche der 
NSDAP Weser-Ems; Karlsruhe, *5/VI/37, Fest der Volksmusik, AEG- 
Sinfonieorchester Berlin, Verein zur Förderung der Zupfmusik Berlin, 
Spielgruppe des Konservatoriums der Reichshauptstadt, Dgt. E. G. 
Naumann). 

1937 

Die Leipziger Musiktage 1937 ("Mitteilungsblatt der NS-Kulturgemeinde" 
Leipzig XVI/9, Maien 1937. S. 5-6). 

Zitat: 

"Wie war es doch noch vor wenigen Jahrzehnten mit der Kunst? Von 
Jahr zu Jahr wurde dem deutschen Volke eine andere Mode als das neue 
non plus ultra angepriesen, jedes Jahr wurde ein neues >Genie< entdeckt 
und >gemacht<, und jedes Jahr mußte immer wieder festgestellt werden, 
daß es höchste Zeit wurde, es nächstes Jahr anders zu machen. Und mit 
einer bewundernswerten Geduld blieb das musikliebende Publikum dennoch 
den Konzertsälen treu, immer von dem Willen beseelt, endlich doch zu 
verstehen, was die >neue Musik< eigentlich zu bedeuten hatte, und was 
deren Schöpfer damit besagen wollten. Bis es schließlich offenbar wurde, 
daß die Kunst wie auch viele andere geistige Gebiete ausgenutzt werden 
sollte, um im Volke den Boden für den jüdischen Kulturbolschewismus 
vorzubereiten. Da blieb das Publikum den Konzertsälen bei neuen Werken 
fern, an diesem Ungeist wollte es keinen Teil haben. 

Heute ist nun freilich die Sachlage eine völlig andere, auch für den 
Künstler. Er schafft, beseelt von dem Glücksgefühl, ein Berufener zu sein, 
zur Mitarbeit an dem großen kulturellen Aufbauwerk des Neuen Reiches. 

Sein Werk gehört dem Volke, und das Volk kann und darf das Vertrauen 
haben, daß die heutige künstlerische Schaffenskraft im Deutschen Reiche im 
Dienste des Volksganzen steht. Die heutige Kunst soll nicht mehr etwas 
Fremdes für den deutschen Volksgenossen sein. (...)" (S. 5-6). 

*10. Mai 1937: 

Die Leipziger Musiktage, veranstaltet von NSKG und NSG "Kraft durch 
Freude" bieten die 8. Sinfonie für Orchester von Ambrosius (UA). 

Fünf Stücke für Bläser. 1. Feierliches Vorspiel - 2. Deutscher Tanz - 3. 
Lied - 4. Deutscher Tanz - 5. Fuge (Teilaufführung: Karlsruhe, *6/VI/37, 

Fest der Dt. Volksmusik, Musikverein Durlach, Dgt. MZF Dankwardt) [VB]. 
In: 

Frisch geblasen! 9. 




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1938 

Festliches Vorspiel für Militärmusik (1938; UA: Leipzig, *12/1/39, Konzert 
für das WHW) [EL]. 

1939 

*15. Mai 1939: 

In der Volksmusikveranstaltung der Reichsmusiktage Düsseldorf ist 
Ambrosius mit zwei Werken vertreten: Konzert für zwei Solo-Mandolinen, 
Solo-Mandola und Zupforchester und "Bunte Folge". 

Musik zum Hörspiel "Der Schicksalsweg der Grete Minde" von Peter 
Hüchel (RS Leipzig, 22/VI/39). 

7. Dezember 1939: 

Das 8. Gewandhauskonzert, Dgt. H. Abendroth, bietet - erstmals - die 
"Deutsche Tanzsuite" von Ambrosius. 

1942 

15. Oktober 1942: 

Das 4. Anrechtskonzert des Gewandhauses Leipzig, Dgt. H. 

Abendroth, bietet die Konzertante Sinfonie für Klavier und Orchester von 
Ambrosius (UA); Solist: selbst. 

1943 

Musik für Lebensfeiern, für Orgel (1943) [P]. 

1944 

Feiermusik für Streichquartett (1944) [P]. 

1. Geburtsfeiern: Pastorale - - Danza gagliarda. - 2. Ehefeiern: Canto 
solnenne. - Tempo di Minuetto. - 3. Totenfeiern: Elegia (D-moll). - Marcia 
funebre. - Canto mesto (E-moll). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK (mit nur drei der oben 
genannten Titel) , RML, LdCh, LdBl (31988, ohne Todesmeldung ), MGGS. 


Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum (T: Wilhelm 
Müller, 1823). 

Vgl. Franz Schubert. 

In: 

Heil Hitler! (1933); Wir wollen singen (1933); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934, nurT, onA ); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften ( 2 1933, 41934 ); Singkamerad (31935, 8 1937); Deutsche 
Lieder für die Jugend ( 2 1935); Was Deutschland singt (1936; nur T, 
onA ); Flieger-Liederbuch (1938; nurT, onA ). 


Ameln, Heinz (Heinrich) 

Kassel, 16. November 1901 - Offenbach, 8. August 1980. 

Sohn eines Privatsprachschuldirektors; 1919 mit einer Wandervogel- 
Hundertschaft beim schlesischen Grenzschutz, 1923 Chorleiter für die 
Jugendmusikbewegung und 1925 Geschäftsführer der Vereinigung zur 




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Erhaltung der Jugendburg Ludwigstein. 1929 übernahm er vom Vater die 
Berlitz-Schule in Kassel, siedelte am l/IX/32 nach Hannover über und 
gründete hier die Berlitzschule, seit 1/1/33 vorübergehend in Kassel und ab 
15/X/33 abermals in Hannover. Seit l/XI/41 in Berlin-Grunewald. 1939 zur 
Wehrmacht einberufen und ab 1941 mit der kulturellen Truppenbetreuung 
für den Südabschnitt der Ostfront betraut, 1944 in Sowjet. 
Kriegsgefangenschaft in Rumänien. 

1946 nach Deutschland entlassen und in Wiesbaden Sprachenlehrer 
an der Sprachenschule des Vaters, hier Kirchenchorleiter an der Bergkirche 
und in Wiesbaden-Bierstadt. Leiter von Singewochen und Chorwochenenden 
der Evangelischen Kirche von Hessen-Nassau. 1950 Geschäftsführer des 
Amtes für Kirchenmusik in Frankfurt a. M., hier auch wohnhaft, zeitweise 
verantwortlich für Vorbereitung und musikalische Gestaltung der ev. 
Morgenfeiern im HR. Zuletzt i. R. in Offenbach. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.515.216. 1933-41 Musikreferent bei der 
Gauleitung Südhannover-Braunschweig der NSG "Kraft durch Freude". 
Werkleute singen. Lieder der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" (mit 
Geleitwort vom Reichsleiter der DAF, Dr. Robert Ley), hgb. im Auftrag des 
Gaues Südhannover-Braunschweig von Heinz Ameln (1936) [B = B.A. Nr. 
999]. Viele Sätze stammen von W. Hensel. 

Im Bibliotheksexemplar der PH Ludwigsburg sind die Seiten 2-4 - eben 
der deutlich NS-belastete Text - herausgeschnitten. 

Inhalt: 

1. W. Hensel: So gelte denn wieder Urväter Sitte. - 2. Deutschland, 
Deutschland, über alles. - 3. Die Fahne hoch. - 4. Melodie 1578, bei A. 
Valerius: Uns ward das Los gegeben. - 5. auf die gleiche Melodie nach W. 
Hensels Vorschlag: Wenn alle untreu werden. - nur T: Volk ans Gewehr (4. 
Strophe: Ein Ende der Not). - nur T: Brüder in Zechen und Gruben. - nur T: 
Brüder, zur Sonne, zur Freiheit. - 6. nach einer Melodie von 1836: Es sei 
mein Herz und Blut geweiht. - 7. F. Dietrich: Nimmer wird das Reich 
zerstöret. Kanon zu 3 Stimmen. - 8. J. Walther, 1561: Wach auf, wach auf, 
du deutsches Land. - 9. K. Ameln: Wir wollen ein starkes, einiges Reich. - 
10. Melodie 1767: Ich habe Lust, im weiten Feld. - 11. aus der Arbeitsfront: 
Markt und Straßen sind voll Jubel. - 12. um 1700: Wer jetzig Zeiten leben 
will (Satz: F. Dietrich). - 13. G. Hannabach: Wir fragen nicht nach Rang und 
Stand. - 14. E. Sommer: Wir stehn am Werk. - 15. aus der Arbeitsfront: 
Männer der Arbeit. Kanon. - 16. auf die Melodie "Wann wir schreiten Seit an 
Seit": Nicht Gerede, nicht Geschrei - 17. A. Wirdel: Wanderer sind wir ins 
Morgenrot. - 18. W. Rahlfs: Wir sind die Kolonnen der Straße, wir roden uns 
Bahn in das Weit.- 19. W. Hensel: Wir stehn zu dir in Glück und Leid. - 20. 

K. Schüler, 1934: Wir alle durch Blut und Boden verwandt. - 21. H. 
Napiersky: Es dröhnet der Marsch der Kolonne. - 22. H. Spitta, 1933: Heilig 
Vaterland. - 23. H. Baumann: Wer zur Fahne rennt . - 24. Lied und Tonsatz 
16. Jh.: Wir zogen in das Feld. - 25. W. Hensel: Die Trommeln und die 
Pfeifen. - 26. Melodie 1556: Unser liebe Fraue vom kalten Brunnen. - 27. 
Fliegendes Blatt, 18. Jh.: Sollt ich einem Bauern dienen. - 28. Regiment sein 
Straßen zieht. - 29. Ch. J. Zahn: Reiterlied (Satz: F. Dietrich). - 30. J. Riehl: 




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Kameraden, wir marschieren . - 31. aus Hannover: Aus Lüneburg sein s wir 
ausmarschiert. - 32. vom Niederrhein, auf die Melodie der "Rewelge": Es 
leben die Soldaten. - 33. im gleichen Ton: Des Morgens zwischen drein und 
vieren. - 34. Melodie von 1915: Herzog Öls. - 35. aus dem Schönhengstgau: 
Ein Knab von achtzehn Jahren. - nurT: 0 Straßburg. - 36. aus Schwaben: 
Ein schwarzbraunes Mädchen. - 37. aus Franken: Vivat, jetzt gehts ins Feld. 

- nurT: Lippe-Detmold. - 38. in Ostpreußen viel gesungen: Der Preußen 
König. - nurT (nach L. Ch. Erk): Ihr lustigen Hannoveraner. - 39. aus 
Flandern: Wer will mit uns nach Island gehn. - 40. aus Nordmähren: Es 
ritten drei Ritter wohl über den Rhein. - 41. aus dem Glatzer Ländchen: 
Glückauf! Der Steiger kommt. - 42. aus Franken und Thüringen: Wir 
Bergleute hauen fein (Satz: W. Hensel). - 43. W. Hensel: Kohle, schwarze 
Kohle graben wir. - nurT (Hertzberg) : Wir sind die Männer vom 
Bauernstand. - 44. aus Nordmähren: Im Märzen der Bauer (Satz: W. 
Hensel). - 45. nach einem alten Ansingelied: Guten Tag auch zu diesem 
Fest. - 46. Melodie überliefert: Nun kommen wir gegangen. - 47. alte 
Melodie aus Böhmen: Die Zeit ist reif, es dreht das Sonnenrad. - 48. K. L. 

T. Gläser, 1791: Flamme empor! (Satz: W. Hensel). - 49. Chr. Praetorius, 
1574: Flamme empor. Kanon zu 4 Stimmen. - 50. F. Dietrich: Flamme 
lodre. Kanon zu 2 Stimmen. - 51. in der DAF entstanden: Wo wir auch 
weilen. Kanon der KdF-Urlauber. - 52. A. Valerius, 1626: Wir treten zum 
Beten. - 53. nach Silcher, 1836: Kein seligr Tod ist in der Welt. - 54. aus 
dem Paderborner Gesangbuch, 1617: Der grimmig Tod mit seinem Pfeil. - 
55. Fliegendes Blatt, 1638: Es ist ein Schnitter. - 56. W. Gneist: Es tagt, der 
Sonne Morgenstrahl. - 57. W. Hensel: Wohlauf, wohlan! - 58. 
Mitteldeutschland: Ade zur guten Nacht. - 59. in ganz Deutschland: Kein 
schöner Land in dieser Zeit. - 60. 17. Jh.: Hört, ihr Herrn! - 61. J. A. P. 
Schulz, 1790: Der Mond ist aufgegangen. - 62. 0. Rummel: Der Tag steht 
an der Wende (Satz: 0. Rummel). - 63. um 1600: Der Winter ist 
vergangen. - 64. aus dem Rheinland: Jetzt fängt das neue Frühjahr an. - 
65. 16. Jh.: So treiben wir den Winter aus. - 66. aus Bayern und Franken: 
Heut ist ein freudenreicher Tag. - 67. aus Franken: Auf, du junger 
Wandersmann. - 68. W. Hensel: Jetzt geht es in die Welt. - 69. aus 
Mitteldeutschland: Es, es, es und es. - 70. in ganz Deutschland verbreitet: 
Gehn wir mal in grünen Wald. Kanon. - nur T: Auf der Lüneburger Heide. - 
71. W. Hensel: Wie lustig ist s im schönen, grünen Wald. Kanon. - 72. 
Nordböhmen: Mein Büchslein am Arm. - nur T: Der Jäger in dem grünen 
Wald. - nur T: Ein Jäger aus Churpfalz. - 73. aus Mitteldeutschland: Es blies 
ein Jäger wohl in sein Horn. - 74. Niederdeutsch: Gut n Abend, gut n Abend. 

- 75. mdl. überliefert: Froh zu sein. - 76. Melodie überliefert: (Quodlibet) So 
geht es im Schnützelputz Häusel. - 77. M. Schiensog: Laß regnen. Kanon. - 
78. mdl. überliefert: Ich armes welsches Teuflein. - 79. mdl. überliefert: 
Schlaget eine Nachtigall . - 80. K. G. Hering: C-a-f-f-e-e. Kanon. - 81. F. 
Dietrich: Ein Ochs ging auf die Wiese. Kanon. - 82. F. Dietrich: Der Müller 
tut mahlen. Kanon. - 83. aus dem Bergischen: Auf einem Baum ein 
Kuckuck. - 84. aus Pommern: Ich will euch erzählen. - 85. Rundgesang, 
1609: Ihr lieben Brüder mein. - 86. Norddeutschland: Von n Pastor sin 
Kauh. - 87. aus Franken: Wie sind mir meine Stiefel geschwolln. - 88. 




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Dithmarscher Tanzlied: Ich weiß ein fein brauns Mägdelein. - 99. 
Nordböhmen: Jetzt fahrn wir übern See. - 90. Schönhengstgau: Es wollt ein 
Fuhrmann fahren. 

Nachwort: 

"Die Frage nach der Notwendigkeit der Fierausgabe eines >KdF<- 
Liederbuches wird von all denen, die in der volkskulturellen Arbeit in der 
NS-Gemeinschaft >KdF< stehen, ohne weiteres bejaht werden. Den sich 
aus der Feierabendgestaltung des schaffenden Menschen ergebenden 
Anforderungen sind die vorhandenen Liederbücher nur teilweise gewachsen. 
Wir benötigen aber gerade in der KdF-Arbeit eine Liederauswahl, die den 
noch nicht lange in der volkskulturellen Arbeit stehenden Helfern 
richtungweisend an die Hand gegeben werden kann. Es versteht sich, daß 
dem einstimmigen Lied der Vorzug gegeben wurde, weil ja für die KdF- 
Singkreise vornehmste Aufgabe ist, das erarbeitete Liedgut an die Betriebs¬ 
oder Dorfgemeinschaft weiterzugeben und Wegbereiter für die >singende 
Gemeinschaft< zu sein. Daneben wurden auch die besonderen Aufgaben der 
Werkscharen, der kulturellen Kerntruppen in den Betrieben, berücksichtigt 
und zur Anregung einige mehrstimmige Sätze aufgenommen. Diese Sätze 
stammen meist von Walther Hensel, dem wir für seine jahrelange 
Pionierarbeit auf dem Gebiete des deutschen Volksliedes gerade heute 
besonders zu danken haben. 

Die getroffene Auswahl der Lieder erfolgte auf Grund der Erfahrungen 
in der Liedarbeit der letzten beiden Jahre im Gau Südhannover- 
Braunschweig. Das hierbei Erreichte ist der tatkräftigen Mithilfe der NS- 
Formationen und der DSB-Chöre bei den Gemeinschaftssingen wesentlich zu 
verdanken. Ihnen möge dieses Liederheft, das unter Mitarbeit von Dr. 

Konrad Ameln herausgegeben wurde, ein Zeichen des Fortschreitens der 
Arbeit und damit ein Dank für ihren Einsatz zum Besten des deutschen 
Liedes sein. 

Hannover, im April 1936 / Heinz Ameln" (S. 61). 

September 1936, Besprechung: 

"Ein in der Auswahl gediegenes Liederheft, das neben dem deutschen 
Volkslied der Vergangenheit neue Kampf- und Bekenntnislieder und andere 
neue Weisen auf zeitnahe Texte bringt. Verwunderlich bleibt, daß in einem 
für die Deutsche Arbeitsfront bestimmten Liederbuch so wenig von unseren 
schönen und oft fröhlichen Handwerkerliedern zu finden ist" (Walter Rein: 
Werkleute singen. "Die Musikpflege" VII/6, September 1936. S. 265). 

Information: Helga Holle, Tochter von Heinz Ameln, beantwortete eine 
Anfrage vom 26/III/98 erst ein halbes Jahr später; der Leiter des 
Stadtarchivs Lüdenscheid, Dieter Saal, beschaffte inzwischen 
dankenswerterweise Ort und Datum des Ablebens von Heinz Ameln. 


Ameln, Konrad 

Neuß, 6. Juli 1899 - Lüdenscheid, 1. September 1994. 

Sohn eines Direktors, Dr. phil. Freiburg i. Br. 1924 (Beiträge zur Geschichte 
der Melodien "Innsbruck, ich muß dich lassen" und "Ach Gott, vom Himmel 
zieh darein"); Musikpädagoge, Komponist, Herausgeber und 




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Musikschriftsteller, zunächst Dozent für Musik an der PA Elbing, 1932 an der 
PA Dortmund, 1933 nimmt Ameln an der Führerkonferenz der beiden 
Zweige der Jugendmusikbewegung mit W. Blankenburg, F. Jöde, H. Just, 
Katharina Liegnitz, F. Reusch, K. Vötterle und Hermann Zenckteil, die so 
"im neuen Reich" zusammengefaßt werden sollen. 1933 jedoch aus 
politischen Gründen beurlaubt. 1935 Chordirigent und Orchesterleiter in 
Lüdenscheid, auch Leiter von Singwochen des Arbeitskreises für Hausmusik; 
1939-45 Kriegsteilnehmer bei der Waffen-SS. 

Nach 1945 in Lüdenscheid führend im Arbeitskreis für Hausmusik und 
bis 1973 Leiter des Kammerorchesters der Lüdenscheider Musikvereinigung. 
1949-1957 Dozent an der Landeskirchenmusikschule Hannover und 
Rheinland. 

W e r k e: u. a. Ausgaben alter Musik. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.261.371, auf Antrag vom 15/VI/37. 

Das Lied vom neuen Reich: Wir wollen ein starkes, einiges Reich, wofür 
unsre Väter gefallen (T: H. Claudius, 1933), für 3 gleiche Stimmen (1934) 
[B]. 

Textprobe (Refrain der 2. Strophe): 

"Dafür marschieren wir, ich und du, 
und hunderttausende dazu. 

Und wollen dafür sterben". 

In: 

Wohlauf Kameraden! (1934); Das Männerlied 14 (1934); "Fränkische 
Sängerzeitung" IX/14 (15/VII/34, S. 150); Kameraden, wir marschieren 
(1935); Glück ab, Kameraden! (1935); Deutsches Frauenliederbuch (1935); 
Werkleute singen (1936); Neue Lieder des deutschen Volkes 2 (1936); 

Unser das Land (1937); Singkamerad, Anhang München (1939); Der junge 
Chor 1 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 21 (Januar 1940). 

16. Mai 1933, Vorgabe: 

"(...) Sie wissen, dass die >Singgemeinde< als ein Organ des aus der 
Böhmerland-Bewegung herausgewachsenen >Finkensteiner Bundes< von 
Anbeginn eine völkische und nationale Haltung eingenommen hat und dass 
diese sich in unserer Einstellung zu allen Fragen der Volksmusik stets 
ausgewirkt hat. Diese stille völkische Arbeit ist unter einer sozialistischen 
Regierung stets durchgeführt worden und war damals nicht nur schwierig, 
sondern auch besonders notwendig. Es wäre aber meiner Ueberzeugung 
nach falsch zu glauben, dass sie heute minder wichtig oder gar überflüssig 
geworden sei. Vielmehr halte ich sie jetzt für nötiger als je, denn wenn jetzt 
nicht der nationalen Führung eine von unten her aufbauende Arbeit für 
unser Volkstum entgegenkommt, dann besteht die grosse Gefahr, dass die 
äusserlich >Gleichgeschalteten< das Wesen unseres Volkes bestimmen, 
dass wir in dem äusserlichen nationalen >Betrieb< stecken bleiben und der 
von den Führern gewollte nationale Aufbau nicht gelingt, weil er von der 
Gefolgschaft vielfach nicht begriffen wird. 

Ich glaube, dass wir deshalb ein gewisses Recht haben, uns als 
Mitkämpfer zu fühlen, die es nicht nötig haben, sich heute äusserlich 
gleichzuschalten, wie dies beispielsweise einige Leute aus dem Kreis um 




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Jöde zu tun versuchen, dass wir auch nicht in den aufgeregte Ton der 
Tagespresse zu verfallen brauchen, sonderen in aller Ruhe und Festigkeit 
sagen sollten, was wir im gegenwärtigen Augenblick zu sagen haben. (...)" 
(Konrad Ameln an Hugo Distier, 16/V/33. Quelle: Stiftung Konrad Ameln, 
Sängermuseum Feuchtwangen). 

15. Juli 1934, Empfehlung: 

"Das Lied vom neuen Reich. 

Zu dem glaubensstarken Lied von Hermann Claudius, dem als Dichter 
bekannten Enkel des Wandsbecker Boten Matthias Claudius, schuf eine aus 
der Singwochenarbeit des >Reichsbundes Volkstum und Heimat< bekannte 
Persönlichkeit, Konrad Ameln, eine eindrucksvolle Weise" ("Fränkische 
Sängerzeitung" IX/14, 15/VII/34. S. 150). 

Unsern Toten, die fürs Vaterland gefallen (T: H. Claudius). Chorlied 
zum Gedächtnis der Gefallenen, einstimmig (1935) [B]. 

Feuersprüche (Texte: G. Stammler) (1935) [B]. 

In: 

Singend wollen wir marschieren (21936). 

Feuerspruch: Mein erster Spruch heißt: Heil dem Manne, der nicht dem 
Wind vertraut wie diese Glut! (T: G. Stammler), für Vorsänger oder 
einstimmigen Chor. Aus: "Feuersprüche". 

Textprobe (4. Strophe): 

"So sage ich Heil! Heil allem Offenbaren, 
das aus des Lebens reiner Tiefe stammt! 

Heil jedem Brand, der durch die Not zum Klaren, 
aus Qualm und Asche in den Himmel flammt!" 

In: 

Deutsches Frauenliederbuch (1935); Neue Lieder des deutschen Volkes 14 
(1936); DSB, Singendes Volk 27 (1938). 

Werkleute singen. Lieder der NS-Gemeinschaft "Kraft durch Freude" 
(1936), hgb. von Heinz Ameln. Mitarbeit: Konrad Ameln. 

Rückblick, 1963: 

"Es erschien damals am 3. I. 33 in der National-Zeitung (Essen, 
Dortmund, Münster u. a. Orten) unter der Überschrift >Personalpolitik an 
der Pädagogischen Akademie< ein Artikel, der unter Berufung auf das Buch 
von Walter Kühn, >Die deutsche Tonkunst im Aufbau der deutschen 
Kultur<, mich als unfähigen >Musikpädagogen< bezeichnete, den angeblich 
die Studenten >ganz offiziell< ablehnten. In Wirklichkeit hatte ich aber - 
gemeinsam mit anderen Dozenten, z. B. Hermann Schafft, Hans Pflug u. a. - 
mich gegen die Machenschaften der Anhänger des Nationalsozialismus 
gewehrt. Bei der sog. Machtergreifung wurden wir dann zeitweise von SA in 
Haft genommen, später >beurlaubt< und schließlich aufgrund des 
>Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums< entlassen" 
(Konrad Ameln an Fred K. Prieberg, 16/VIII/63). 

Information: DML, FA, MM2, KDMK (ohne Angabe von Werktiteln) , 

RML, LdCh, MGG. 




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Am Holderstrauch. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Am kühlen Strande. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Am Morgen, am Morgen, da wandert sichs so schön. Soldatenlied 
nach dem Manöver, onA. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Am Necker, am Necker, dö ischt a jedes gern (T: Friedrich Richter, 
1811-1865). Aus Schwaben, für 2 Singstimmen. 

In: 

Lieder für die Grundschule (1938); Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Am Ural, da bin ich geboren, bin eines Kosaken Sohn. Wort und 
Melodie aus der Wetterau, 1892. Titel: Kosakenlied oder Ambrosius, der 
brave Kosake. 

In: 

Heijo, der Fahrwind weht (1933); Der Kilometerstein (51937). 


Am Walde, da kam ich vorüber. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Am Weihnachtsbaume die Lichter brennen; wie glänzt er festlich, 
lieb und mild (T: Hermann Kletke, 1841). Titel: Weihnachtsspruch. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, ^ 1934 ; nurT). 


Anacker, Walter 

Nun hebt ein neuer Frühling an (T: H. Anacker). Eine kleine 
Feierkantate für mehrstimmigen Mannschaftschor, Bläser, Pauken (auch 
Trommeln) und Sprecher (1939) [ZVNSDAP]. 

Lied der Panzerdivision: Der dunklen Wagen lange Reih, die 
Panzerdivision (T: Hugo Fischer). Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 




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"Die Division liegt vorne an 
mit Schneid und mit Gewalt. 

- Der Panzer ist des Führers Mann; 
nicht Panne gibts noch Halt! 

Marie, Marie, das Herz wird warm. 

Zu Ende geht der Krieg. 

Dann legt das Glück dir in den Arm 
den Panzer und den Sieg". 

In: 

Neue Kriegslieder (1940). 

Matrosenliebe: Der Ozean, das ist kein Teller Suppe (T: M. Barthel). 
Kriegslied. 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 

Englandflug: Gepanzert in schimmernde Wehre (eigner T). Kriegslied. 
Fassung: G. Pallmann. 

In: 

Volk in Waffen (1941). 

Willst du der letzte sein?: Der Würfel ist gefallen (T: H. Fischer). 
Kriegslied. 

Textprobe (1. und 3. Strophe): 

"(...) die Fehde angesagt; 
den Frieden uns zu stören, 
hat Rußland frech gewagt. 

Die Juden und die Yankees 
und Englands Krämerpack, 
die soll der Teufel holen! 

Wir tun sie in den Sack, ja Sack. 

Ihr Männer und ihr Frauen 
im weiten deutschen Reich, 
ihr Buben und ihr Mädel: 

Wer tuts dem Führer gleich? 

Er trägt für uns das Schwerste, 
wer tritt da noch nicht ein, 
der Führer ist der Erste, 
willst du der Letzte sein?" 

In: 

Landser-Lieder (1942). 


An blauer Ostsee weißem Strand, wo rauh die Winde wehen, liegt 
Pommern (T: Ulrich Schmidt, Flieger-Ortsgruppe Stralsund). Der Melodie 
"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker) aufgesetzt. 

In: 

Flieger-Lieder, Flieger-Landesgruppe II (1934); (1934; nurT). 




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Anday, Rosette 

Budapest, 22. Dezember 1902 - Wien, 18. September 1977. 

Tochter eines Universitätsprofessors; Schülerin u. a. von E. Hubay, seit 
1921 Opernsängerin (Alt) an der Staatsoper Wien, seit 1932 Österreichische 
Kammersängerin. 

Von Brückner/Rock als Jüdin denunziert. 

1938 in Emigration, ab 1945-61 wieder an der Wiener Staatsoper, 
zuletzt i. R., Trägerin des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die 
Republik Österreich. 

Information: DML, FA, KDMK, RMLE. Das DBJ 1941, Register, 
verzeichnet die Sängerin als Mitglied der Städtischen Wiener Volksoper, 
doch ist sie hier nicht erwähnt. 


An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, mein Sohn. 
In: 

Flieger-Liederbuch (1938; nurT, onA ). 


An der böhmischen Grenz hats an Fuhrmann verwaht. Scherzlied 
aus Bayern. 

In: 

Der Kilometerstein (51937). 


Anderluh, Anton 

Klagenfurt/ Kärnten, 11. März 1896 - Klagenfurt (A), 4. Januar 1975. 
Sohn eines Werkführers; Musikpädagoge und Volksliedforscher in 
Klagenfurt, Oberstudienrat, 1930 Veranstalter bzw. Leiter von Singwochen 
in Tanzenberg, ab 1932 am Turnersee, 1935-37 in Drauhofen, dann auch in 
Klagenfurt; seit 1922 Musiklehrer an der Bundes-LBA (Lehrer- und 
Lehrerinnen-Akademie), später dessen Direktor bis 1945, Bratschist im 
Klagenfurter Streichquartett und Musikreferent der "Klagenfurter Zeitung", 
1939 vorübergehend zur Wehrmacht eingezogen, zuletzt Hauptmann. 

Nach 1945 weiterhin in Klagenfurt, Lehrer an der Realschule und am 
Realgymnasium. Vom österr. Bundespräsidenten mit dem Titel Professor 
geehrt. 

Werke: Bearbeitung und Edition kärntner Volksmusik, so 30 
Kärntnerlieder, für gemischten Viergesang gesetzt (Wien, 1937), Lieder und 
Tänze aus Kärnten (Klagenfurt, 1942) und Kärntner Lieder für 3 gleiche 
Stimmen (Wien, 1942), auch "Kärntens Volksliederschatz" in zwölf Bänden 
(Klagenfurt, 1960-1974); Bühnenmusik; Lieder, so Kindergartenlieder 
(1953); Präludien und Fugen für Orgel; Aufsätze über Volkslied und 
Volksmusik in Kärnten. 

NSDAP seit l/V/38, Nr. 6.161.770, auf Antrag vom 19/V/38. 1939-45 
Landesleiter der RMK Gau Kärnten, und Beauftragter des Gauleiters für das 
Kärntner Musikschulwerk, Leiter des Gauausschusses für Volksmusik in 




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Kärnten, u. a. im August/ September 1938 Dozent bei der volkskundlichen 
Schulungswoche der NSG "Kraft durch Freude", Gau Kärnten, in Drauhofen. 
Volkslied und Schule ("Das deutsche Volkslied" XL/1-2, Januar-Februar 
1938). 

Zitat: 

"(...) Der Volksschullehrer und alle Singlehrer unseres Volkes haben 
im Volksliede aufzuwachsen, haben mit ihm groß und reif zu werden, haben, 
wenn sie als Jünger unter das Volk gehen, aus vollen Händen und 
übervollem Herzen zu schenken. Sie alle haben vom heiligen Feuer wahrer 
Liebe zu unserem Volksliede zu lodern, denn nur wer brennt, kann zünden. 
Der Lehrer ist der Mittler zwischen den Geschlechtern, er hat den Faden 
wieder zu knüpfen, wenn er gerissen, er hat der Wahrer des Guten und aller 
wirklichen Werte unseres Volkes zu sein. Er hat die Wahl, in seine Hand ist 
das Schicksal unserer Volkslieder gelegt, und für die Jugend, für das Volk ist 
das Beste gut genug" (S. 6). 

Lieder aus Kärnten für unsere Soldaten, hgb. von A. Anderluh 
(Klagenfurt, 1941). 

Information: DML, FA. 


Anders, Erich 

Teutschenthal bei Halle, 29. August 1883 - Hamburg, 8. Januar 1955. 
Pseudonym von Erich Freiherr Wolff von Gudenberg, Sohn eines Gelehrten; 
Schüler u. a. von M. Reger, zunächst 1933/34 Intendant des Altmärk. 
Landestheaters Stendal, 1934 in Berlin Komponist und Disponent des 
Bühnennachweises für Kapellmeister, auch selbständiger Bühnenvermittler. 

1945-48 Leiter der Konzertdirektion J. A. Böhme in Hamburg, danach 
freischaffend. 

W e r k e: die Opern "Venezia" Op. 16 (Frankfurt a. M., 1917), "Anselmo" 
Op. 18, "Mandragola" Op. 19, "Tod und Leben" Op. 25 (Szene für Musik; 
Hannover, 1920), "Kormak", "Maria" (auf eigne Dichtung, 1934); 
Schauspielmusik; Lieder, so auf Texte von St. George (1940); 
Streichquartett; Suiten und andere Orchesterwerke, so "Figaro-Figurinen" 
Op. 65 (1936), Gotische Rhapsodie Op. 73 und "Rokoko-Miniaturen" Op. 81 
(1939); Instrumentalkonzerte, so Oboenkonzert Op. 68 (1937); auch 
Opernbearbeitungen. 

NSDAP seit 1/1/32, Nr. 893.993; Referent der RMK, Fachschaft Dirigenten, 
1935 Abteilungsleiter in der RTK. 

Musik zum Hörspiel "Horst Wessel" von Paul Beyer nach dem Buch von H. 
H. Ewers (Reichssendung, *20/IV/33). 

Im Dom. Bekenntnislied für Bariton und Orchester (Schles. FSt., *l/V/33; 
FSt. Berlin, 7/VII/33, in der Sendung "Neue vaterländische Lieder"). 

28. Oktober 1935: 

Das 1. städt. Kammerkonzert im Alten Rathaussaal zu Dortmund, 

Dgt. W. Sieben, bietet - "zum ersten Male"- die "Spitzwegbilder" von 
Anders für Tenor und Orchester. 

17. November 1937: 




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Das 2. Sinfoniekonzert der Weimarischen Staatskapelle, Dgt. Paul 
Sixt, bietet das Capriccio von Anders (UA). 

Op. 76. Landsknechtskantate: Die wilden Magdelin laß ich stahn (T: R. 
Euringer), für Bariton und Orchester (1938; UrS: RS Köln, 20/VI/38) [ZL]. 
*16. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen 1939 in Düsseldorf bietet das Stadt. 
Orchester Essen, Dgt. A. Bittner, das Konzert für Oboe und Orchester Op. 

68 (Neufassung) von Anders. Solist: Baptist Schlee (Oboe). 

1. Februar 1940: 

Das Stadt. Orchester Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet "Figaro- 
Figurinen" Op. 65 von Anders. 

18. November 1940: 

Das 2. Sinfoniekonzert des Dt. Nationaltheaters Osnabrück, Dgt. Willy 
Krauß, bietet - erstmals - "Rokoko-Miniaturen" von Anders. 

5. Dezember 1940: 

Ein Stadt. Konzert in Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet Konzertino für 
Orchester von Anders (UA). 

9. Dezember 1940: 

Das 4. Anrechtskonzert der Stadt Flensburg, Dgt. Otto Miehler, bietet 
- "zum ersten Male" - "Spitzwegbilder" von Anders. 

10. März 1941: 

Das 4. Sinfoniekonzert der Gauhauptstadt Posen, Dgt. H. Roessert, 
bietet "Spitzwegbilder" von Anders; Solist: H. Roswaenge. 

Information: DNML, DML (Geburtsdatum: 29/VII) , FA, MM2, KDMK, 
RML, LdCh, MGGS. 


An der Saale hellem Strande 


siehe: F. E. Fesca 


Andersch, Hans Günther 
Breslau, 3. Dezember 1906 - ? 

Schüler von L. Kreutzer und L. Schrattenholz, Pianist und Musiklehrer in 
Berlin-Steglitz, Thorwaldsenstr. 36 (1937). Während des Krieges zur 
Wehrmacht einberufen, zuletzt - Stand 27/IX/44 - bei der Stammkompanie 
des Panzer-Pionier-Ersatz-Btl. 208. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Ein einig Volk. Marsch (RS Breslau, *2/X/38, 17/X/38). 

Information: FA. Laut WASt (9/VI/00) keine weitere Nachricht. 


An der Weichsel gegen Osten da stand ein Soldat auf Posten (T: 
volkstümlich). Soldatenlied, Melodie nach 1831. Titel: Auf Posten. 

Das Kopfthema diente dem Sender Danzig 1934 als Pausenzeichen. 
Textprobe (4. und 5. Strophe): 

">Bist du treu dem Vaterlande, 
so gibt mir einen Kuß zum Pfande<. 




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>Wirst vom Pferd absteigen müssen, 
wenn du meinen Mund willst küssen<. 

>Küssen muß ich dich auf Posten, 
soll es gleich mein Leben kosten. 

Ei, so mag uns Gott bewahren 
vor so vielen Feindesscharen<." 

In: 

Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933); Jungdeutschlands Lieder 
(1934); Soldatenlieder (1934); Deutschland über alles! 2 (1934); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Neues Deutschland 2 (1937); Singen ( 5 1937); 
Soldaten-Liederbuch (1938); Kameradschafts-Lieder (1939; nurT); Alte 
und neue Soldatenlieder (1940). 


An der Weichsel gegen Osten stand ein Hitlermann auf Posten. 
"Altes Soldatenlied", Titel "Auf Posten". Textparodie, Melodie des vorigen. 
In: 

Schlesisches SA-Liederbuch (51933; nurT, Variante: "An der Oder"); 
Deutsche Kampf- und Volkslieder (1933). 


An die Abendsonne 


= Goldne Abendsonne 


An die deutsche Nation 


= Frisch auf in Gottes Namen 


An die Knarren, auf die Karren! (T: Winter, Motorsturm 6/M 10). 
Eingereicht zum SA-Sturmlieder-Wettbewerb. Einstimmig und mit 
Klavierbegleitung [VV]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Über Felder, durch die Wälder braust die M.S.A. 

Kleine Pannen, große Kannen, Spiritus ist da. 

Platzt auch hinten mal der Schlauch, 
valleri juchheirassa, besser dort 
als vorn im Bauch, valleri, juchhei!" 

M.S.A. = Motor-SA. 

In: 

Lieder der Pommerschen SA (51934). 


An die Mutter 


= Wenn du noch eine Mutter hast 


An die Natur 


= Süße heilige Natur 




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Anding, Johann Michael 
1810 - 1879 

Mein Vater war ein Wandersmann und mir steckt s auch im Blut (T: 
Friedrich Sigismund).Wanderlied. 

In: 

Deutsche Lieder (1940). 


Andre, Johann 
1741 - 1799 

Bekränzt mit Laub (T: M. Claudius). 
In: 

Singende Mannschaft (1940). 


Andre, Ludwig 
1858 - 1924 

Unter deutscher Flagge. Marsch (u. a. SWF, 16/V/33; Schles. FSt., 
28/V/33). 


Andreas Hofer 


= Zu Mantua in Banden 


Andreas Hofers Abschied (vom Leben) = Ach Himm I, es ist 

verspielt. 


Andreß, Walter Josef 
Wien, 2. Februar 1904 - Wien, 2. Juli 1982. 

Sohn des Obmanns des Männerchors der Wiener Staatsoper, Klarinettist 
und Komponist in Wien, bis 1935 auch Theaterkapellmeister und 
Gastdirigent. 

Auch nach 1945 in Wien, zuletzt i. R. 

W e r k e: u. a. Musikalischer Prolog Op. 40; Sinfonien. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Kriegsmarsch (RS Wien, 28/III/40). 

Information: KDMK (mit falschem Nachnamen: Andres). 


An einem Bach, der da rauschend floß. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 




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An einem Bach, der rauschend schoß. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


An einem schönen Morgen. 

In: 

Unser das Land (1937). 


An einem Sonntagmorgen in aller Herrgottsfruah. Wanderlied, onA. 
In: 

Heijo, der Fahrwind weht (1933). 


An Gamsbock han i g schoss n. Jägerlied. Titel: Der lustige Schütz. 
In: 

Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Anger, Pepi (Josef) 

Graslitz/ Böhmen (Österreich), 21. Februar 1887 - ? 

Kapellmeister, Leiter des Saxofonorchesters der Firma V. Köhlerts Söhne 
in Hübelpeint bei Graslitz/Sudetenland; auch Leiter des MZ der 
Kameradschaft "Kyffhäuser-Bund 1858" (1/38). 

NSDAP seit l/XI/38, Nr. 6.645.747, auf Antrag vom 5/1/39. 

Egerländer Liedermarsch, für Saxofonorchester (RS München, 20/V/39, 
aus Bayreuth). 

Der Titel feiert die von Hitler erzwungene Abtretung des 
Sudetenlandes durch die Tschechoslowakei im Oktober 1938. 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Graslitz gehört 
wieder zu Tschechien 


Anheisser, Siegfried 

Düsseldorf, 9. Februar 1881 - Berlin, 16. Juni 1938. 

Dr. phiI., Musikforscher, Dramaturg und Oberspielleiter in Köln, bis 1933 
auch Sendeleiter des Westdeutschen Rundfunks (Werag), dann in Berlin 
Übersetzer französischer und italienischer Opernlibretti. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Eindeutschungen und Neuübersetzungen jüdischer oder von Juden 
bearbeiteter Operntexte, z. B. zu Werken Mozarts. 

1935, Förderung: 

"So fördert die NS.-Kulturgemeinde die Neubearbeitungen 
Mozartscher Opern durch Siegfried Anheißer, der in vorbildlicher Weise auch 
den von jüdischen Librettisten geschriebenen Text erneuert und von 




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semitischen Floskeln befreit hat" (Walter Stang: "Grundlagen 
nationalsozialistischer Kulturpflege". Berlin, 1935. S. 31). 

Stang war Amtsleiter des Amtes für Kunstpflege In der Reichsleitung 
der NSDAP und Leiter der NSKG. Das Zitat stammt aus seiner Rede zur 
Eröffnung der 2. Kulturtagung der Reichstagung der NSKG 1935 in 
Düsseldorf. 

17. Februar 1937, Anheißers Kampf: 

"Es denkt in Deutschland kein Mensch daran, die alten Da-Ponte-Texte 
durch neue zu ersetzen, ebensowenig wie etwa den der >Zauberflöte< mit 
ihren freimaurerischen Anklängen. Es handelt sich um die deutschen 
Übersetzungen der italienischen Texte Da Pontes, die von Fiermann Levi, 
einem Juden, stammen, und die wie fast alle älteren Opernübersetzungen 
sehr schlecht sind. Das ist von je allgemein anerkannt worden, ja diese 
elenden Opernübersetzungen haben für uns den schrecklichen Begriff des 
>Operndeutschs< entstehen lassen. So gilt auch Anheißers Kampf seit etwa 
zwölf Jahren der Ausrottung dieses Operndeutschs (...). 

Daß der frühere schlechte Übersetzer des Deutschen Mozart der Jude 
Fiermann Levi ist, kann uns in unserm Kampfe nur bestärken; ist doch auch 
Anheißers Erneuerungswerk von je durch Juden und Judengenossen 
angegriffen worden! - Und jeder Deutsche wird uns beipflichten, daß es 
heute wirklich als >ein Schandfleck für Deutschland< anzusehen ist, wenn 
es immer noch deutsche Bühnen gibt, die die schlechten Levischen 
Übersetzungen spielen, wo eine gute deutsche Übersetzung vorliegt, nur, 
weil in ihren Mauern >mehr oder weniger Prominente verzweifelt vor dem 
Umlernen bangen, mit einigen ewig Gestrigen den Namen ihres 
Schutzpatrons Levi auf die Türen malen und mit dem Worte Tradition , auf 
deutsch Schlendrian, dem frischen Luftzug deutschen Geistes jede Ritze 
verstopfen möchten<." ("Gleichgeschalteter Mozart". Deutsche Theater- 
Zeitung" Nr. 21, 17/11/37; in Anlehnung an: "VB", 13/11/37). 

Hat Casanova am Textbuch von Mozarts "Don Giovanni" 
mitgearbeitet? ("Die Musik" XXX/5, Februar 1938. S. 303). 

Februar 1938, Belanglos: 

" Es ist auch belanglos, daß Mozarts >Don Giovanni< oder >Cosi fan 
tutte< unter Mitwirkung des Juden da Ponte als Textschreiber entstanden. 
Abgesehen davon, daß hier nicht nur die Musik, sondern ebenso der Text 
den Stempel mozartischen Geistes trägt, während der Jude nur 
Flandlangerdienste geleistet hat, wäre auch bei einer anderen Sachlage ein 
Angriff auf diese Werte abwegig. Es überschreitet die Grenze des Zulässigen 
in jedem Falle, wenn tantiemehungrige Bearbeiter sich klüger dünken als 
eins der größten musikdramatischen Genies und ganz oder teilweise 
veränderte Flandlungen unterlegen und überhaupt mit dem überlieferten 
Organismus des Werkes nach Gutdünken verfahren. Flier ist eine Lücke im 
Schutzsystem für das Kunstwerk, die möglichst bald geschlossen werden 
muß" (Flerbert Gerigk: Musikpolitische Rundschau. "NS-Monatshefte" IX/83, 
Februar 1938. S. 182). 

16. Dezember 1938, Ablehnung: 

"Dr. Lange verwies darauf, daß auch der Minister bereits aufgrund des 
Vortrages von Dr. Drewes die Angelegenheit geprüft und gebilligt habe. Er 




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stützte sich ferner darauf, daß für das Ministerium die Ablehnung Anheissers 
durch einige prominente Theaterleiter, er nannte Tietjen und Clemens 
Krauss, bestimmend gewesen sei für die Ablehnung Anheissers. Mein 
Einwand, daß wir uns seit Jahren vergeblich darum bemühen, die 
Argumente dieser Künstler gegen Anheissser kennen zu lernen, glaubte Dr. 
Lange damit entkräftigen zu können, daß die Künstler der Praxis eben nicht 
gewohnt seien, ihre Gedanken konkret zu benennen. 

(...) Er war sehr überrascht von mir zu hören, daß ich im Anschluß an 
das soeben erschienene nachgelassene Buch von Anheisser, in dem er sich 
in streng wissenschaftlicher Weise mit sämtlichen bisherigen 
Mozartübersetzungen auseinandersetzt, eine erneute Propagierung 
Anheissers in weltanschaulicher und kulturpolitischer Richtung vorbereite. Er 
fürchte, daß damit ein Gegensatz zu der Entscheidung des 
Propagandaministeriums in Erscheinung treten könne" (Betrifft: 
Mozartübersetzungen. Bericht von Dr. Gerigk über ein Gespräch mit Dr. 
Lange, 16/XII/38. Quelle: BA NS 8/ 243. Blatt 5). 

Fritz Chlodwig Lange war neuer Referent für musikal. Opernfragen in 
Abt. M des RMVP. In der Frage der "Entjudung" Mozarts stimmten Goebbels 
und Rosenberg überein, stritten aber um die Kompetenz. Dieser setzte mit 
eifriger Hilfe Gerigks auf Anheisser, jener auf die neue Übersetzung von 
Schünemann. Daß Schünemann einige Jahre später für das Amt Rosenberg 
tätig war, könnte taktisch geplant gewesen sein. 

1939, Nachruf: 

"Schon vor der Machtübernahme ging Anheißer daran, die Operntexte 
Mozarts von allen Verfälschungen und allem Ballast zu reinigen, der immer 
wieder die Wirkung dieser Meisterwerke der deutschen Oper hemmte. Sein 
Ziel war es, der deutschen Sprache auch in den Opern Mozarts, die er unter 
dem Zwang der Mode italienisch schreiben mußte, endlich zu ihrem 
wohlverdienten Recht zu verhelfen. Anheißer durfte es noch erleben, wie in 
den letzten Jahren trotz aller anfänglichen Widerstände sein >deutscher 
Mozart< mehr und mehr auf den Bühnen heimisch wurde. Mit der 
Neugestaltung der >Gärtnerin aus Liebe<, deren Fragment er durch den 
Fund des Urtextes wiederherstellen konnte, begann sein Lebenswerk. >Don 
Giovanni<, >11 re pastore<, >Figaros Hochzeit< und >Cosi fan tutte< 
folgten (...). 

Auch Rossinis >Barbier von Sevilla< hat Anheißer bearbeitet und die 
bisher von jüdischer Hand eingefügten Rezitative neugeformt" ("Deutsches 
Bühnenjahrbuch" 1939, S. 118). 

Information: FA. 


Anke van Tharaw 


siehe: F. Silcher 


An meine Mutter 


= Königin, herzlich mir 


An mein Mädchen 


= Ich hab auf Wacht im Feindesland 




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An mein Vaterland 


= Von des Rheines Strand 


Anna Susanna 


= Lütt Anna Susanna 


Ännchen von Tharau 


siehe: F. Silcher 


Annemarie: Im Feldquartier, auf hartem Stein siehe: K. Ramrath, 

F. Hollaender. 


Annemarie, wo geht die Reise hin? Soldatenlied mit 
aktualisierenden Textvarianten. Titel: Herzigs Marianderl. 

Textprobe (5. bis 9. Strophe): 

"Annemarie, was wird dein erster Sohn? 

>Mein Sohn wird Kommunist, 
weil er ein Raufbold ist<. 

Annemarie, was wird dein zweiter Sohn? 

>Mein Sohn wird Staatsparteiler, 
die hab n die größten Mäuler<. 

Annemarie, was wird dein dritter Sohn? 

>Mein Sohn wird Pazifist, 
weil er ein Feigling ist<. 

Annemarie, was wird dein vierter Sohn? 

>Mein Sohn wird Präsident, 
weil er den Barmat kennt<. 

Annemarie, was wird dein fünfter Sohn? 

>Mein Sohn wird Demokrat, 
weil er nen Vogel hat<". 

Julius Barmat war Unternehmer beim Bau der Berliner 
Untergrundbahn, wobei es Unregelmäßigkeiten gab, die 1928 im Geschenk 
einer teuren Villa an ihn gipfelten und zum öffentlichen Skandal führten. 

In: 

Heil Hitler! (1933); Soldatenlieder (1934); Deutsche Lieder der NSBO und 
der DAF (21934); Soldaten singen (1936); Singen ( 5 1937); Soldaten- 
Liederbuch (1938); Liederbuch der Luftwaffe (1939; Variante: "wo gehst du 
hin"); Du und deine Harmonika (1940). 


Annmarie, kumm danz mit mi. 




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In: 

NSLB, Unser Lied 1 (31935); Unser das Land (1937). 


Anno 48 


= Gehts, Buam, trinkt s a weng 


An Österreich 


= Du deutsches Brudervolk 


Anrath, Herbert 

Markneukirchen, 17. Dezember 1900 - Köln, 16. Dezember 1982 
Sohn eines Friseurs; Schüler u. a. von W. Davisson, Orchestermusiker in 
Köln. Geiger, ab 1926 1. Konzertmeister des Städt. Orchesters; Primarius 
des Gürzenich-Quartetts, Lehrer an der Musikhochschule Köln. 

NSDAP seit l/XII/31, Nr. 769.201. 

Information: DML, KDMK. 


Anraths, Heinz 

Aachen, 15. September 1903 - Mönchengladbach, 19. Januar 1965. 
Dirigent, zunächst in Wuppertal, 1933/34 1. Kapellmeister des 
Landestheaters Süd-Ostpreußen in Allenstein, 1935/36 Gastdirigent und 
Chorleiter in Krefeld mit Wohnsitz Wuppertal, 1937 Operndirektor in 
Oberhausen; 1939 Städt. Musikdirektorin München-Gladbach, Leiter des 
Städt. Musikvereins "Liedertafel", des Städt. Orchesters, des Städt. 
Gesangvereins "Cäcilia", und Direktor der Jugendmusikschule und der 
Volksmusikschule. 

Auch nach 1945 weiterhin in München-Gladbach/ Mönchengladbach. 

NSDAP seit 1/III/33, Nr. 1.578.888; 1939 Städt. Musikbeauftragter für 
München-Gladbach. 

Information: KDMK, LdCh. 


An Rhein und Ruhr marschieren wir = Durch Groß-Berlin... 


An Schlosser hot an G seilen g hot (T: J. Grübel, 1800). Aus 
Nürnberg, u. a. in: Erk, "Die deutschen Volkslieder" II (1841). 
Textvarianten. Titel: Meister und Gesell. 

Vgl. Karl Friedrich Zelter. 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Lobeda- 
Singebuch 1 (1936); Wir wandern und singen! (1937). 




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Anschütz, Fritz (Friedrich) 

Neunkirchen, 3. August 1889 - Neunkirchen, 24. Januar 1958. 

Er kam 1912 aus Stuttgart nach Neunkirchen, hier Generalagent einer 
Versicherung und Amateurkomponist; 1935-48 städtischer Angestellter. 

NSDAP seit l/VI/33, Nr. 2.699.372. 

Alle Titel Manuskript. 

Bringt die Gründe zum Erklingen! (T: Hans von Langermann), MCh/ 
gemCh (1933). 

Lied der deutschen Front an der Saar: Unser Deutschland (T: G. 
Schüler), für gemCh (1934). 

Mahnung an die deutsche Saar: Die Kette zerbrach (T: Adolf Kirschner). 
MCh (1934). 


Ansingelied 


= Veile, Rose, Bliämelein! 


Ansorge, Joachim 

Weimar, 24. Juli 1893 - Wien, 22. Juli 1947. 

Sohn des Komponisten und Klaviervirtuosen Konrad Ansorge; Pianist und 
Klavierpädagoge, Lehrer am Institut für Schul- und Kirchenmusik in 
Königsberg, 1938 Professor an der Musikhochschule Berlin. 

Nach 1945 zuletzt in Wien. 

NSDAP seit 1/III/33, Nr. 1.512.061, und SA. 

13. Dezember 1938, Mitkämpfer: 

"Dem bekannten Pianisten und Pädagogen Joachim Ansorge hat der 
Führer und Reichskanzler die Dienstbezeichnung Professor für die Dauer 
seiner Tätigkeit an einer deutschen Musikhochschule verliehen. J. Ansorge, 
der seit Jahren am Hochschulinstitut für Musikerziehung in Königsberg tätig 
war, hat kürzlich eine Berufung an die Staatlich-Akademische Hochschule 
für Musik in Berlin erhalten, Ansorge ist alter Parteigenosse und hat bereits 
vor der Machtübernahme in den Reihen der SA. mitgekämpft" ("VB" Nord 
Nr. 347, 13/XII/38). 

Information: FA. 


Antolitsch (Antolic), Hans (Johann) 

Wien, 18. April 1905 - Wien-Ottakring, 21. April 1996. 

Kapellmeister, Stand 1933/34: am Stadttheater Liegnitz , dann bis 1940 am 
Stadttheater Neiße; 1940-44 Musikal. Oberleiter des Staatsorchesters und 
1. Kapellmeister des Staatstheaters des Generalgouvernements in Krakau. 
Ab 22/1/45 wieder in Wien. 

Nach 1945 weiterhin in Wien, zuletzt i. R. 


NSDAP seit 31/III/33, Nr. 1.533.217. 




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Anton, F. Max 

Bornstedt bei Eisleben, 2. August 1877 - Bonn, 18. August 1939. 

Schüler u. a. von James Quast, Dirigent, 1922-32 Stadt. GMD in Bonn, dann 
hier i. R. 

W e r k e: u. a. Konzert für Cello und Orchester C-dur Op. 35 (1933). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 22. Ekkehard. Ein Mysterium für sechs Solostimmen, Chor und 
Orchester (eigner T) (RS München, *30/1/35, Sprecher, mehrere Sänger, 
der verstärkte Funkchor, Funkorchester, Dgt. Hans A. Winter). 

Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh. 


Anton, Karl 

Worms, 2. Juni 1887 - Weinheim, 21. Februar 1956. 

Sohn eines Kaufmanns; Dr. phil. Halle 1912 (Beiträge zur Biographie Carl 
Loewes). Pfarrer und Musikwissenschaftler, seit 1919 Professor, Dozent an 
der Hochschule für Musik und Theater in Mannheim, Musikreferent der 
Zeitschrift "Badische Kirchenmusik" u. a. 

Nach 1945 in Weinheim an der Bergstraße. 

NSDAP seit Februar 1933, Nr. 2.543.200. 

Information: DML, FA, KDMK, RML. 


Anton, R. 

SA-Lieder-Marschalbum für Harmoniemusik (1933) [HK]. 

1. Auf, auf zum Kampf. - 2. Es zog ein Hitlermann hinaus. - 3. Brüder in 
Zechen und Gruben. - 4. Mein Regiment, mein Vaterland. 

Auf Adlers Flügeln. Fliegermarsch (RS Hamburg, *8/111/38, aus Bremen). 
In: 

[HK] Standard-Marsch-Album (1935). 

Information: Mutmaßlich identisch mit Konzertmeister Richard Anton 
vom Stadttheater Mainz. 


Antonius, Richard 
Bearbeiter und Komponist. 

W e r k e: u. a. Zyklon-Galopp; "Singvögelchen", Polka für zwei 
Piccoloflöten; Völkerversöhnungsmarsch (Ravag, 1933). 

In Treue vereint. Marsch (Norag, *26/V/33; Sender Danzig, *20/IV/38; 
DtldS, 28/XII/38, Mittagskonzert des MK der Schutzpolizei der Freien Stadt 
Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 




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W. Finger: Weckruf an Bord. Marsch. Für Orchester: R. Antonius (1935) 
[VfdM]. 

Am Hünenstein. Ouvertüre (Sender Danzig, 20/VII/38, *19/IV/39, MK der 
Schutzpolizei des Freistaats Danzig, Dgt. E. Stieberitz). 

F. Seelhorst: Mit Kraft durch Freude. Marsch. Für Blasmusik: R. Antonius 
(1938) [GH]. 

Klänge aus Italien. Marsch (Sender Danzig, 8/VII/39). 

Argentinischer Marsch (Sender Danzig, 15/VII/39). 

Information: Der Wirkungsort des Komponisten - Danzig oder ein 
ostpreußischer Ort - ließ sich bislang nicht ermitteln. 


Antwerpen, stolze Magd, laß jetzt die Freier ein (T: L. Thoma). 

Kriegslied, onA , vielleicht vom Hgb. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Du allerschönste Zier, 
nach dir steht unser Sinn, 
weil wir dich so begehren, 
was hilft dir all dein Wehren, 
dein Trotz geht bald dahin". 

Antwerpen fiel am 9. Oktober 1914 in die Hände der deutschen 

Angreifer und mußte im November 1918 wieder geräumt werden. 

In: 

Vor uns das Reich (31933). 


An Weichsel, San und Warthe (Anthologie) siehe: G. 

Waldmann 


Anzer, Hans (Pseudonym) 


= Peter Arenz 


Apel, Willi 

Könitz/ Westpreußen, 10. Oktober 1893 - Bloomington, Ind. (USA), 14. 
März 1988. 

Schüler von L. Kreutzer, B. Eisner, M. Meyer-Mahr und Edwin Fischer. 
Mathematiker, Pianist und Musikschriftsteller, zunächst ab 1928 
Gymnasiallehrer in Berlin, noch bis 1936. Dr. phil. Berlin 1936 (Akzidentien 
und Tonalität in den Musikdenkmälern des 15. und 16. Jahrhunderts). 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel ("Willi Appelbaum") als Jude 
denunziert. 

1936 in die USA emigriert, hier 1936-43 an der Longby School of 
Music in Cambridge, Mass., dann 1938 zugleich dort Lektor an der Harvard 
University, 1950-63 Professor für MW an der Indiana University in 
Bloomington, 1972 deren Ehrendoktor in Musik, 1982 Ehrendoktor der 
Universität von Padua 

Information: KDMK, RML, SML, FA2. 




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Apsel, Erich 

Groß-Steegen, 13. September 1897 - ? 

Versicherungsanwalt in Pillau, 1939 in Braunsberg, 1940 in Königsberg, 
1942 in Warschau, 1943 in Krakau, 1944 wieder in Braunsberg. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.536.080; MZF der NSDAP-Ortsgruppe Pillau bis 
1939. 

Mein Memelland. Marsch (RS Königsberg, 15/XI/35). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Braunsberg fiel an 
Polen. 


Aramesco, Leonardo 
Bukarest, 27. Januar 1898 - ? 

Sohn eines Kaufmanns; 1927 lyrischer Tenor an den Stadt. Bühnen Essen, 
dann Rundfunktenor in Köln-Langenberg bis 1933. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Danach emigrierte Aramesco. 

Information: DML. Ober Aramescos Verbleib fehlt jede Nachricht. Yad 
Vashem, Gedenkstätte und Informationszentrum, ignorierte eine Anfrage 
vom 7/VII/01. 


Arbeit 


= Ruhm und Ehre 


Arbeit is ut. Feierabendlied. 
In: 

NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


Arbeiter, Bauern, sie schmieden aufs neu . Kanon zu 4 Stimmen, 

onA. 

In: 

Lieder für Schulfeiern 5 (1936). 


Arbeiter-Bundeslied = Der Gott, der Eisen wachsen ließ 


Arbeiterkampflied = Auf, Arbeitsmann! Laß unsmarschieren! 


Arbeiterlied = Der Hammer ruht, es schweigt das Erz 


Arbeitsdienst 


= In Sonnenglut und Sonnenglast. 




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Arbeitsdienst 


= Wir lagen lange auf der Straße 


Arbeitsdienst-Liederbuch (Anthologie) siehe: Paul Schmidt 


Arbeitsmannen, schließt die Reihen (T: Erich Weber). NS- 
Arbeitsdienstlied, der Melodie "Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters) 
aufgesetzt. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wenn uns aber Schicksalswalten 
einst in aller Welt zerstreut, 
woll n wir uns re Treue halten 
bis in alle Ewigkeit. 

Wo wir wirken, wo wir streben, 
wo im Lebenskampf wir steh n: 

Hitlers Geist bleibt in uns leben, 

Hitlers Geist wird nie vergeh n!" 

In: 

Wir singen (1934). 


Archimed von Syrakusa (T: mdl. überliefert). Scherzlied auf das 
Schicksal des Archimedes, der Melodie "Als die Römer frech geworden" 
(Gungl) aufgesetzt. 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935). 


Archiv für Musikforschung. Hgb. mit Unterstützung des Staatlichen 
Instituts für deutsche Musikforschung von der Deutschen Gesellschaft für 
MW, Jg. I, 1 (1936). Vierteljährlich. Redaktion: Rudolf Steglich, ab Jg. VI 
(1941) Hans Joachim Therstappen. Die Publikation endete mit dem 
Doppelheft VIII/2-4, 1943 [B&H]. 


Arconi, F. 

Vaterland, Heimatland, Vaterland (T: Kurt S. Richter). Marschlied. 
Singblatt, zus. mit N. Schultze: Panzer rollen in Afrika vor (1941) [SL]. 


Arend, Max 

Köln-Deutz, 2. Juli 1873 - Köln, 4. März 1943. 

Sohn eines Kaufmanns; Dr. jur., seit 1918 in Köln Rechtsanwalt am 
Oberlandesgericht, Schüler u. a. von F. Wüllner und A. Mendelssohn, 




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Musikschriftsteller und Gluck-Forscher in Köln-Braunsfeld, auch Begründer 
einer Gluck-Gesellschaft und 1913 einer "Gluckgemeinde". 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

5. Oktober 1937, Appell: 

"(...) Der Stil Glucks, der auf künstlerischer Wahrheit und Reinheit und 
auf unerbittlichem Vordringen zu den höchsten Zielen seiner heiligen Kunst 
gegründet ist, der sich in seherischer Inspiration uns fremder Kunstmittel 
von zurückhaltender Keuschheit bedient, kann uns nicht geläufig sein, weil 
die Bühnen nur selten eine Aufführung, und es darf gesagt werden, noch 
seltener eine gute Aufführung bringen. Dieser Stil ist natürlich auch nicht, 
wie leichte Ware, schnell oberflächlichem Sinn zugänglich, sondern 
erschließt sich nur dem, der sich ihm voll hingibt. Um voll zu wirken, hat 
diese Kunst nötig, ihren Stil in der Beleuchtung einer Reihe von 
verschiedenen Werken in Erscheinung treten zu lassen und damit einen 
tiefen und dauernden Eindruck zu schaffen" (Max Arend an Dr. "Göbbels", 
5/X/37. Quelle: BA R 55/ 20108. Blatt 72). 

Arend warb für intensive Ehrungen zum 150. Todestag Glucks, 
kollidierte jedoch mit den Interessen des Ministers , weil er zugleich 
vorschlug; Gluck durch eine Briefmarke zu feiern , die ausgerechnet die von 
dem französischen Bildhauer Jean-Antoine Houdon geschaffene Porträtbüste 
abbilden sollte. 

Information: DNML, DML, FA. Das Historische Archiv der Stadt Köln 
(ll/V/98) kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen” eine 
Forderung von 40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit” an , 
obwohl das Grundgesetz unbehinderte Information verspricht; setzte die 
Forderung auf Antrag jedoch aus. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen 
und Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 
gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" ans Dezernat 
Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht > brach also 
Verwaltungsrecht. Erst der erneute Antrag zum Oberstadtdirektor erbrachte 
Aussetzung der Gebühren. 


Arendt, Paul 

Zwickau, 30. März 1903 - Bamberg, 23. Mai 1994. 

Textilkaufmann, seit 1923 in Sulzbach/ Oberpfalz, hier Gründer eines 
Versandhandels für Ausrüstungen, Fahnen und Abzeichen, Spezialhaus, in 
dem er NS-Waren - so Flitlermützen, Sturmfahnen, Fleeresgut aller Art, 
Parteiabzeichen, Flakenkreuz-Bierzipfel, FHitlerbilder, Hitler-Füllbleistifte, 
Flitler-Zigarettenspitzen, aber auch Stahlruten und Schlagringe - führte. 
Später Begründer eines Modehauses mit Filialen in Nürnberg, Bamberg und 
Altenburg, ab 1936 in Nürnberg. 1934-36 Bürgermeister von Sulzbach- 
Rosenberg. Auch Autor, Fierausgeber und Verleger, der für seinen Verlag 
schon spätestens 1932 mit dem Schlagwort "Nazi-Verlag" warb. 

W e r k e: u. a. "Die Flitler-Bewegung räumt auf - mit Bonzen, Prassern und 
Großverdienern!" (280.-330. Tsd., Sulzbach 1933); "Macht Deutschland 




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vom Bonzen frei"; "Eiserne Front oder Braune Front"; "So sieht das dritte 
Reich aus". 

NSDAP seit 5/II/26, Nr. 29.514. Stand 1926: Mitglied des Bezirkstages 
Oberpfalz für die NSDAP. 

Das kleine Nazi-Liederbuch. Fierausgeber (1923) [SV]. Später als: 
Deutschland erwache! Das kleine Nazi-Liederbuch. Ausgabe A (1923, 
291931, 551932 ), Ausgabe B ( 51931). Nur Texte [Nationalsozial. 
Sportversand Arendt, Sulzbach]. 

Die Ausgabe B, 8. Auflage , enthielt die Zeilen "Rosa Luxemburg 
schwimmt im Kanal , Karl Liebknecht hängt am... Baum” (Vgl. Braunbuch 
über Reichstagsbrand und Hitler-Terror. S. 163). 

Inhalt (551932): 

Horst-Wessel-Lied. - (Sturmsoldaten:)Ihr Sturmsoldaten jung und alt (mit 
Schwärzungen wegen Verbot). - (Gansser): Noch ist die Freiheit nicht 
verloren. - (Mährer): (Deutsches Arbeiter-Lied) Es pfeift von allen Dächern. 

- (Schulten): (Landsknechtslied) Weit laßt die Fahnen wehen. - In Sowjet- 
Rußland, im hohen Norden. - (Kampflied der Nationalsozialisten) Wir sind 
das Heer vom Hakenkreuz. - Brüder in Zechen und Gruben. - (Borkum-Lied) 
Wir grüßen heut im frohen Lied dich, Borkums schönen Strand. - Als die 
gold ne Abendsonne. - alte Landsknechtsmelodie: (Lärm an!) Das alte Reich 
zerrissen, entehrt die blanke Wehr. - auf die Melodie "Kamerad, reich mir 
die Hände": (Sturmlied) Grau durch die müden Gassen schreitet der Alltag 
her. - auf die Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum, des Hitlers 
braune Schar. - auf die Melodie "Kamerad reich mir die Hände": (Siegen 
oder Sterben) Kommt herbei, ihr Streiter, nehmt das Gewehr zur Hand. - 
auf die Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker) : 
(Hakenkreuzlied) Wirtragen stolz das Hakenkreuz und fordern unsre 
Rechte. - (Rheinlied) Auf, zum Rhein, ihr deutschen Brüder. - (Kunoth): 
(Borkumer Allerlei) Laßt tönen laut den frohen Sang, hinaus in alle Welt. - 
auf die Melodie "In Anhalt liegt ein Städtchen": (Sturmlied der 59er) 
Seehausen ist ein Dörfchen im teuren Sachsenland. - (Gansser): 
(Deutschland erwache) Sturm! Sturm! Sturm! Los ist die Schlange. - auf die 
Melodie "In Freiburg sind viele gefallen": (Den Toten des 9. November 
1923) In München sind viele gefallen. - auf die Melodie "Strömt herbei, ihr 
Völkerscharen" (Peters) : (Hessen-Weckruf) Hessenvolk, du Volk der Treue. 

- auf die Melodie "Da streiten sich die Leut herum "(Kreutzer) : Weil unser 
Volk den Kopf verlor. - (Depolo): (Hitlerjäger) Wir Jäger lassen schallen ein 
froh gewaltig Lied. - Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. - auf die 
Melodie "Zu Mantua in Banden": (Hitler-Garde) Das Vaterland braucht 
Männer, es liegt in argem Streit. - auf die Melodie "Bin ein fahrender Gesell" 
(Waldmann) : (Sturmkolonnen) Heil, mein Lieb, der Morgen graut. - 
8Barmat- und Kutisker-Lied) Ich bin ein Jude, kennt ihr meine Nase? - auf 
die Melodie "Es geht bei gedämpfter Trommel Klang" (Silcher) : (Adolf 
Hitler-Lied) Ihr Brüder, nun senket in Trauer das Haupt. - auf die Melodie 
"Der Gott, der Eisen wachsen ließ" (Methfessel) : Gabs darum eine 
Hermannsschlacht und all die Türkenkriege. - Ein Heldengesang nach der 
Weise "Zu Mantua in Banden": (Schlageterlied) Bei dumpfem 




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Trommelwirbel, zu Benrath an dem Rhein. - auf die Melodie des Horst- 
Wessel-Liedes: Sei mir gegrüßt, Du starbst den Tod der Ehre! 

Durch Kampf zum Sieg! Kampf- und Freiheitsliederbuch vom 
Erwachenden Großdeutschland. Gewidmet "Dem großen Volksmann Hitler 
Dem großen General Ludendorff Dem deutschen Helden Schlageter und 
unseren 11 deutschen Blutsbrüdern vom 8/9. November 1923". 

Herausgeber (1-71926) [SV]. 

Inhalt (nur Texte): 

(Hitler-Lied) Kamrad reich mir die Hände, fest wolln zusamm wir stehn 
(Hakenkreuz am Stahlhelm). - auf die Melodie "Kamerad reich mir die 
Hände": (Das neue Hitlerlied) Kommt herbei ihr Streiter, nehmt das Gewehr 
zur Hand. - auf die Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum, des Hitlers 
tapfre Schar. - auf die Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel) : (Hitler-Lied) Ein herrliches Vermächtnis ruht in unsern jungen 
Herzen. - auf die Melodie: "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker) : 
(Hakenkreuzlied) Wirtragen stolz das Hakenkreuz und fordern unsre 
Rechte. - auf die Melodie des Deutschlandliedes: (Rheinlied) Auf, zum 
Rhein, ihr deutschen Brüder. - auf die Melodie "Zu Mantua in Banden": 
(Hitler-Garde) Das Vaterland braucht Männer, es liegt in argem Streit. - auf 
die Melodie "Feinde ringsum" (K. L. Gläser, 1791): (Kampflied aller 
Völkischen) Flamme empor! Leuchte, du loderndes Zeichen. - auf die 
Melodie "Heil dir im Siegerkranz" (Carey) : (Ludendorff-Hymne) Heil dir, du 
deutscher Held! - auf die Melodie "Ich hatt einen Kameraden" (Silcher) : 
(Heil Ludendorff-Hitler) Heil, Hitler, kühner Degen, du hast den Sturm 
gefreit. - auf die Melodie "Bin ein fahrender Gesell" (Waldmann) : 
(Sturmkolonnen) Heil, mein Lieb, der Morgen graut, Tambour schlägt mit 
Wonnen. - auf die Melodie "Es geht bei gedämpftem Trommelklang" 

(Silcher) : (Adolf Hitler-Lied) Ihr Brüder, nun senket in Trauer das Haupt. - 
auf die Melodie "Zwei Freunde ziehen Hand in Hand" (Waldmann) : (Hitler- 
Marschlied) Nun rührt die Trommel rüstig an, das Hakenkreuz laßt wehn. - 
auf die Melodie des DHB-Marsches "Steht fest zusammen": 
(Befreiungsmarsch) Steht fest zusammen, haltet aus. - auf die Melodie "Wie 
ein stolzer Adler" (Spohr) : (Hakenkreuz voran) Steiget mit der Sonnen 
Hakenkreuz empor, ziehn die Sturmkolonnen. - auf die Melodie "Der Gott 
der Eisen wachsen ließ" (Methfessel) : Gabs darum eine Hermannsschlacht 
und all die Türkenkriege. - (Kunoth): Borkumlied: Laßt tönen laut den 
frohen Sang. - auf die Melodie "Wohlauf, Kameraden" (Zahn) : Die Rache 
wird kommen, wir sagen es frei! Wir sind keine Judenknechte. - (Gansser): 
(Sturmlied der NSDAP) Sturm! Sturm! Sturm! Los ist die Schlange der 
Höllenwurm. - auf die Melodie "Ich schieß den Hirsch": (Freikorpssoldaten) 
Wir sind der Rache schwarzes Korps! Wir gehn zum Sturme vor. - auf die 
Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" (Zahn) : (Kampflied) Wirtragen 
am Arme das Hakenkreuz im schwarz-weiß-roten Bande. - auf die Melodie 
"Da streiten sich die Leut herum" (Kreutzer) : Weil unser Volk den Kopf 
verlor und seine Wehr zerbrach. - Oberlandlied I (Depolo) : Wir Jäger lassen 
schallen ein froh gewaltig Lied. - Es zog ein Regiment vom Oberland herauf. 
- auf die Melodie "Prinz Eugen": (Hermann) Preis dir, Hermann, 
Volkserretter. - Oberlandlied II: Marie, Marie werde ich genannt, meine 




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Mutter hab ich nie gekannt (Annemarie). - auf die Melodie "Stimmt an mit 
hellem hohen Klang" (Methfessel) : (Kampflied der Nationalsozialisten) Wir 
sind das Heer vom Hakenkreuz. - (Jungdeutsches Ordenslied) Über unsern 
Häupten wehet unsre Fahn vom Wind bewegt. - auf die Melodie "Kein 
schönrer Tod "(Silcher) : (Schlageterlied I) Kein größer Schmach als Feind 
im Land, die deutsche Frauen schänden. - auf die Melodie "Zu Mantua in 
Banden": (Schlageterlied II) Bei dumpfem Trommelwirbel zu Benrath an 
dem Rhein. - (Wilhelm): (Die neue Wacht am Rhein) Es braus ein Ruf wie 
Donnerhall. - Es lebt der Schütze froh und frei (Vom Schlesischen 
Beobachter Breslau eingesandt). - (Thum): Vom Barette schwankt die 
Feder. - (Loewe): Fridericus Rex, unser König und Herr. - auf die Melodie 
"Wie ein stolzer Adl er"(Spohr) : (Lied des Blücherbundes) Wie aus alten 
Sagen leuchtet Siegfrieds Schild. - Deutschland, Deutschland über alles. - 
Ich hab mich ergeben mit Herz und mit Hand. - Wir treten zum Beten vor 
Gott, den Gerechten. - (Hakenkreuz am Arme) Freunde kommt, reicht uns 
die Hände, fest woll n beisammen wir steh n. - auf die Melodie "Stimmt an 
mit hellem hohen Klang" (Methfessel) : (Arbeiterlied - Deutschösterreich) 
Der Hammer ruht, es schweigt das Erz. - auf die Melodie "Der Gott der Eisen 
wachsen ließ" (Methfessel) : (Arbeiter-Bundeslied) Der Gott, der Eisen 
wachsen ließ, auch deutsche Arbeit wollte. - auf die Melodie "Ich bin ein 
Preuße" (Neithardt) : (Scharnhorstmarsch) Ich bin beim Scharnhorst, Bund 
der jungen Mannen. - auf die Melodie "Steh ich in finstrer Mitternacht" 
(Silcher) : (Wehrwolfwache) Steh ich als Werwolf in der Nacht weit fern von 
Hause auf der Wacht. - auf die Melodie "Vom Barette schwankt die 
Feöer"(Thum) : (Hitlerjugend) Mit dem schwarz-weiß-roten Banner, 
Hakenkreuz auf Eichenblatt. - auf die Melodie "Kamerad, reich mir die 
Hände": (Lied der rheinischen Jungens) Wir sind die rhein sehen Jungen, 
Hitler ist unser Held. - Du junger Tambour schlage ein, es gilt jetzt tapfer zu 
marschieren! - auf die Melodie "0 Deutschland hoch in Ehren" (Pierson) : 
(Denkt dran) Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit. - auf die 
Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und frei" (Becker) : (Marschlied der S. 
A.) Frisch auf Genossen seid zur Hand, die ihr Feldgrau getragen! - auf die 
Melodie "Du kleiner Tambour" (Wehrwolf-Sturmlied) Wir sind die schwarze 
Schar der Not, der Totenkopf ist unser Zeichen. - auf die Melodie "Vom 
Barette wallt die Feder" (Thum) : (Lied der Roßbach-Radfahr-Kompagnie) 
Unsre Räder blitzen in der Sonne, wenn wir fahren über Berg und Tal. - auf 
die Melodie "Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd" (Zahn) : (Freiheitslied) Es 
brauset der Sturm, das Hakenkreuz weht. - auf die Melodie "Es braust ein 
Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm) : (Rheintreue) Es gellt ein Schrei durchs 
deutsche Land: Der Franzmann greift mit frecher Hand. - auf die Melodie 
"Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker) : (Du Arbeitsmann wach 
auf!) Du Arbeitsmann der Stirn, der Faust, wach auf aus deinen Träumen! - 
auf die Melodie "Wirtraben in die Weite" (Jahn) : (Schlageter-Jugend) Wir 
kämpfen für die Freiheit, für Vaterland und Volk. - (Hymnus der nationalsoz. 
Freiheitsbewegung Großdeutschland) Heil unserm Hitler, Heil! Die Freiheit 
sei sein Teil! - auf die Melodie "Ist es denn nun wirklich wahr": (Marschlied 
für Frontring-Verbände) Achtung! Links! Rechts! Tritt gefaßt! - auf die 
Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm) : (Die Wacht unterm 




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Hakenkreuz) Es hallt ein Ruf durchs deutsche Land: Wir schwören fest in 
Hitlers Hand. - auf die Melodie "Stimmt an mit hellem hohen Klang" 
(Methfessel) : (Kreuzritterlied) Von Gau zu Gau dröhnt Glockenklang, die 
Deutschkreuzfahnen rauschen. - auf die Melodie "Lustig ist das 
Zigeunerleben": (Freikorps-Lied) Lustig ist das Freikorps-Leben, horido- 
horido. - auf die Melodie "Vom Barette schwankt die Feder" (Thum) : 
(Republike) In der freien Republike, nebenbei >das Vaterland<, macht der 
Jude die Musike. 

Liederbuch der NSDAP, hgb. im Auftrag der Parteileitung (91930). 
Neuauflage von "Durch Kampf zum Sieg" [ZVNSDAP]. 

1933, Die Arisierung: 

"Mit dem Köfferle ging ich dann in die Kronenstraße von Berlin, das 
war damals die große Konfektionsstraße, zur Firma Glas und Grätz, und dort 
habe ich die 200 000 RM bei einem Notar unseren jüdischen Vorgängern 
übereignet mit der Bitte, möglichst schnell abzuhauen aus Deutschland. Und 
die haben es auch getan. Damals zahlte man nur 15% Reichsfluchtsteuer. 
Und es hätte jeder jüdische Mann und jede jüdische Frau unter 15% 
Reichsfluchtsteuer damals ausreisen können. Fünfzig meiner Freunde, 
denen ich dazu geraten habe, haben es gemacht (...)" (Rede Paul Arendts 
beim 50jährigen Firmenjubiläum. "Wenn", Monatsblatt der Arendtleute, Nr. 
13, Oktober-November 1973. S. 13). 

In seiner Rede vergaß Arendt zu erwähnen , daß die Reichsmark eine 
Binnenwährung unter Ausfuhrverbot war > weswegen emigrierende Juden 
das Geld - nicht zuletzt als ''Reichsfluchtsteuer'' - zurücklassen mußten , und 
ob er etwa nach 1945 den "entjudeten" Betrieb den rechtmäßigen 
Eigentümern oder ihren Erben zurückerstattete. 


Arens, Paul (Pseudonym) = Richard Eichel 


Arensberg 

Das Spiel beginnt. Marsch (Norag, 31/III/33). 
In: 

Potsdamer Blasmusik 1 (1933). 


Arenz, Peter 

Godesberg, 8. Februar 1888 - Wachtberg, 8. September 1979. 
Komponist und Musikpädagoge, Musiklehrer, auch Textautor in Bad 
Godesberg. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in Wachtberg. 

Werke unter Pseudonym Hans Anzer: U-Musik. 


NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.617.192, auf Antrag vom 24/XII/37. 

Fliege zur Sonne, deutscher Aar!: Glorreicher Tag tilgte die Schmach 
(eigner T). Klavierlied (1934) [BP]. 




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Die Trommel ruft. Chor. 

F. J. Hanselmann: Es ziehn am weiten Himmelsband (Flieg, kühner 
Flieger, flieg!). Fliegermarsch. Für Harmoniemusik mit SaxStn.: H. Anzer 
(1941) [Hanselmann, Zennern]. 

Information: FA. 


Argonnerlied: Argonnerwald um Mitternacht, ein Pionier steht auf 
der Wacht (T: Franz Buschhaus, 1892-1925). Kriegslied, dessen 
Urheberrechte lange von H. A. von Gordon, Hamburg, beansprucht wurden, 
tatsächlich komponiert vom Hornisten Steinhaus aus Lethmate, 
Lothringisches IR 1/135 (RS Breslau, *9/XI/36, als Reichssendung "Das 
Antlitz der kämpfenden Mannschaft"). Titel "Argonnerwald 1915" [Sc]. 
Fassung: Anton Häussler. Mehrere Textversionen. 

Tondokument - vom 30/VI/37, 8/VII/40 - im DRA: 1570010-06, 
1931328-19 

Ausführende: 1) Singschar der Kradschützenkompanie der 
Aufklärungsabteilung 3, Stahnsdorf, mit Blasorchester Kurmark; 2) MCh der 
RS Stuttgart und Frankfurt, MCh der Württembergischen Staatstheater, 
RAD-GauMZ 26, Dgt. Otto Wendt. 

Aus dem von Ludwig Andersen hinzugedichteten neuen Text (4. und 
5. Strophe): 

"Er frug nicht lang warum und wie, 
tat seine Pflicht wie alle sie. 

In keinem Liede ward s gehört, 
ob er geblieben oder heimgekehrt. 

Du Pionier um Mitternacht, 

heut steht ganz Deutschland auf der Wacht: 

in Treue fest, im Wollen rein, 

als eine neue, starke Wacht am Rhein!". 

Ludwig Andersen war das Pseudonym von Dr. Ludwig Strecker , Chef 
von Schott; Mainz. 

In: 

Liederbuch der NSDAP (211933); Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 
(1933); S.A. Liederbuch (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und 
Arbeitsdienst (1933); Heil Hitler! (1933); Blut und Ehre (1933; "1915 an der 
Westfront entstanden"); Liederbuch Hamburgischer SA (61933); Deutsche 
Kampf- und Volkslieder (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); SA-Sturmlieder 
(1933); Schlesisches SA-Liederbuch (51933); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941, "Worte und Weise von Dr. H. A. von 
Gordon"); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); Deutsche 
Lieder der NSBO und der DAF (21934); Lieder der Pommerschen SA 
(51934); Wir singen (1934); Volk singt (1934; T: "Hermann A. v. Gordon" 

); Lieder von heute (1934); Lieder der SS Pommerns (1934); Deutschland 
über alles! 2 (1934; Text und Musik: H. A. von Gordon); NS-Volks- 
Liederbuch ( 2 1934; mit unrichtiger Urheberangabe: Gordon für den Text, 
Hermann Männecke für die Melodie); Was die SA singt (1935); Deutsche 




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Lieder für die Jugend ( 2 1935); Deutsche Jugend zur Sonne, zur Freiheit 
(1935; Urheber: H. A. von Gordon ); Singkamerad ( 3 1935, 8 1937); Mit Herz 
und Hand fürs Vaterland (1935); Was Deutschland singt (1936); Soldaten- 
Liderbuch (1936); Soldaten singen (1936); RJF, Liederbuch Gebiet 
Nordmark (1936); Singen ( 5 1937); Soldaten singen alte und neue Lieder 
(1937; Urheber: H. A. von Gordon ); Und wenn wir marschieren ( 3 1937); 
Soldaten-Liederbuch (1938); Kameradschafts-Lieder (1939); SA-Liederbuch 
( 2 1939; "Das Lied entstand im November 1914 im Pionierbataillon 30 im 
Kreise der Kameraden um den Pionier Andreas Schott nach einer älteren 
Matrosenweise"); Liederbuch der Luftwaffe (1939); Heidelberger Liederblatt 
(1940; "Pionierlied aus dem Weltkrieg, 1914"); Soldatenliederbuch (41940 
); Lied über Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941; 
"Pionierlied aus dem Weltkriege"); Musikbuch A, B (1941; von Gordon 
zugeschrieben); Lied über Deutschland ( 5 1941); Im gleichen Schritt und 
Tritt (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941; "Pionierlied aus dem Weltkrieg, 
1914"); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941; nurT). 

Information: Regelmäßig werden die beiden tatsächlichen Urheber 
totgeschwiegen. Laut GEMA, Direktion Dokumentation (10/V/88), ist das 
musikalische Original des Liedes frei, Textdichter: Hermann Albert von 
Gordon, Rechtsinhaber für den Text: MV B. Schotts Söhne. Dies bedeutet, 
daß bei den Entgelten des ehedem vorgeblichen Musikurhebers der Verleger 
mitkassierte. 


Argonner Marsch, onA (Reichsprogramm aus Berlin, *12/XI/44). 


Arguto , d 


siehe: Rosebery d Arguto 


Arierfarben 


= Blauer Himmel - goldne Sonne 


Arlt, (Richard Arthur) Gerhard 

Rauscha/ Krs. Görlitz, 28. August 1899 - München, 5. März 1968. 
Konzertsänger (Bar) und Musikpädagoge in Liegnitz, Dirigent der 
Singakademie und des Lehrergesangvereins, akadem. Musiklehrer an der 
Herzog-Heinrich-Oberrealschule, 1939 Studienrat. 

1945-47 Dozent an der PH Göttingen, seit 16/X/47 Studienrat an der 
Mädchenoberschule Holzminden. Seit 1962 in Grünwald. Zuletzt i. R. in 
München. 

NSDAP seit 14/IX/37, Nr. 4.943.098, auf Antrag vom 14/IX/37. 
Kreischorleiter im DSB. 

Deutschland, Vaterland. Lied (RS Breslau, 20/1/35). 

Information: DML, KDMK. Laut Standesamt Görlitz (12/XI/97) liege der 
Geburtsort im jetzigen Polen; die Register befänden sich beim Standesamt I 
Berlin, doch gäbe es keinen Todesvermerk. Das Einwohnermeldeamt 




A Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 166 

Grünwald (4/III/98) verlangte für die Meldeauskunft 15 DM Gebühr; der 
Antrag vom 12/III/98 auf Aussetzung der Forderung blieb gegen 
Verwaltungsrecht unbeschieden. Aus Rechtsgründen verbot sich die 
Zahlung. 


Armeemärsche 


siehe: Heeresmärsche 


Arnals, Alexander d 

Hamburg, 29. Juni 1871 - Berlin-Schöneberg, 29. Dezember 1947. 
Theatersänger, Regisseur, Professor; 1925-27 stellv. Intendant am 
Stadttheater Düsseldorf, anschließend Gesangslehrer in Berlin, bildete u. 
a. Tino Pattiera, Leo Schützendorf, Willi Domgraf-Fassbaender, Cläre Dux 
und Elisabeth Rethberg aus; seit l/IV/33 Spielleiter, dann Oberregisseur am 
Dt. Opernhaus Berlin bis zur Pensionierung am l/VII/44. 1933-40 auch 
Lehrer an der Musikhochschule. 

Nach 1945 auf der "Schwarzen Liste" der US-Militärregierung. 

NSDAP seit l/VI/32, Nr. 1.363.867; förderndes Mitglied der SS seit l/IV/34, 
Nr. 909.507; KfdK und Beisitzer in dessen Fachgruppe Oper, Berlin. 
Lebenslauf: 

"(...) In Düsseldorf herrschten unterschiedlich politische Störungen. 
Durch die Festinszenierung der Jahrtausendfeier im Malkasten trat ich sehr 
stark in die Öffentlichkeit und meine deutsche, allen jüdischen Elementen 
starke feindliche Gesinnung, welche besonders in der Zeit der 
Franzosenherrschaft, ungeschminckt dem Treiben dieser 
Unterweltmenschen gegenüber zum Ausdruck kam, schürte die 
Feindseligkeit gegen mich sehr. Mit knapper Not entging ich damals einer 
Verhaftung durch die Franzosen. Bald siegte die jüdische Verhetzung und 
ich hatte die Konsequenzen zu ziehen: ich ging (...)" (Fehler im Original. 
Quelle: BA Bestand RKK, Namensakte d Arnals; ferner BA R 55/ 973). 

22. Juni 1933, Einladung: 

"Ich bitte Sie, dem neugegründeten deutschen Bühnen- und Film-Klub 
im Haus der Presse die Freude zu machen, unserem Ehren-Vorstand, der 
von Ihnen keine weitere Arbeit verlangt, beizutreten. Eine Liste der anderen 
Ehren-Vorstands-Mitglieder liegt zur gefl. Einsicht bei" (Bund 
nationalsozialistischer Bühnenkünstler, Benno von Arent, an Alex d Arnals, 
22/VI/33. Quelle: BA R 55/ 973. Blatt 104). 

Information -.Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Die Genossenschaft Deutscher 
Bühnenangehöriger, Hamburg, Herr Dräger, teilte der Notenarchivarin der 
Deutschen Oper Berlin, Frau Wenkei, mit, in den Sterbelisten sei d Arnals 
nicht aufzufinden. 


Arndt - Ober, Margarete 




A 


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167 


Berlin, 15. April 1885 - Bad Sachsa, 17. März 1971. 

Schülerin vor allem ihres Gatten Arthur Arndt, Sängerin (Alt), zunächst an 
der Berliner Hofoper, 1913-17 an der Metropolitan Opera New York. 

Fürstlich Lippische Kammersängerin und als solche 1937 mit einer auf den 
23/11/12 rückdatierten Genehmigung von Hitler bestätigt. Mitglied der 
Deutschen Staatsoper Berlin bis 1944, war sie auch im Sommer 1942 für die 
letzte Saison der Richard-Wagner-Festspiele in der Zoppoter Waldoper 
engagiert. 

Nach 1945 i. R. in Bad Sachsa/Harz. 

NSDAP seit 1931, Nr. 855.882. NSBO der Staatsoper; KfdK, Beisitzerin der 
Fachgruppe Oper, Berlin. 

14.Januar 1933: 

Der KfdK beruft u. a. Margarete Arndt-Ober in sein Leitungsgremium. 
Information: DNML, FA2. 


Arnika 


= Auf derÄlm, da blüaht 


Arnold 

MZF der HJ Niederschlesien in Haynau. 

Wir ziehn auf stillen Wegen. Walzer (Schles. FSt., 2/VIII/33, 
Monstrekonzert der vereinigten Stadtkapellen Jauer-Wohlau-Haynau- 
Münsterberg, Dgt. des Titels: selbst). 

Der Titel orientiert sich an dem gleichnamigen SA-Lied von Werner 
Altendorf. 


Arnold, Friedrich Wilhelm 
1810 - 1864 

Gottvertrauen: Der alte Gott, der lebet noch.! Was willst du, Herz, 
verzagen (T: onA ). 

In: 

Stimmt an! (1934; "nach F. W. Arnold"). 


Arnold, H. 

Frisch auf, Alemannen! (T: Emil Ritter). NS-Kampflied (1933) [NSDAP- 
Liederbuch]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Frisch auf, Alemannen! Mit eisernem Mut 
befrein wir die Heimat vom Wahne! 

Wir schirmen und grüßen in heiliger Glut 




A 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


168 


den Geist um die Hakenkreuzfahne". 

In: 

S.A. Liederbuch (1933); Lieder der nationalen Erhebung (1934). 


Arnold, Ilse siehe: Ilse Lang 


Arnold, Richard 

Walheim am Neckar, 16. September 1875 - Ludwigsburg, 1. April 1951. 
Musikpädagoge und Chorleiter, zunächst Lehrer in Ludwigsburg. Stand 
1932: Dirigent des Vaterländischen Gesangvereins "Ehrenfeld" in Stuttgart; 
in Ludwigsburg Leiter des MGV. 

Werke: Männerchöre, Volksliedbearbeitungen. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.340.848. 

Der brave Kamerad: Wir fragen nicht nach Rang und Stand (T: C. 
Wanner). MCh [ES]. 

Halt Wacht!: Schreit unser Los auch himmelwärts (T: H. Baum). MCh 
[ES]. 

Treueschwur: Der Fahne treu in Not und Nacht (T: onA ). MCh [ES]. 

Marschlied der Deutschen Arbeitsfront: Laßt die alten Götzen sterben 
(T: Raban Sylvius). MCh (1933) [L&Z]. 

Und wieder ward es Maienzeit nach langer, langer Wintersnot (T: Franz 
Mäding). MCh (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des 
DSB). 

Liebe und Wein: Hoholla! Frau Wirtin, den Laden tu auf und grüße den 
fröhlichen Zecher (T: W. Daniel) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB). 

Das Vaterlandslied: Ich weiß ein Lied, das tönet (T: Emil Schimpke). MCh 
(u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB) [Sta]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Und hab ich einst geendet, 
dies sei mein letztes Wort, 
bestattet meine Reste 
an einem kühlen Ort; 
nicht Trauerlieder singet 
an meines Grabes Rand, 
singt meiner Lieder Liebstes: 

Das Lied vom Vaterland". 

Ein schwarzbraunes Mädchen hat ein Feldjäger lieb. Volkslied. Für 
MCh: R. Arnold (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des 
DSB). 

Marschiert, Kameraden, marschiert (T: Raban Sylvius). MCh (1938) 
[L&Z]. 

Das Ganze sammeln! Fanfarenmarsch (RS Hamburg, 28/IX/38). 




A Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 169 

Bleib deutsch, du herrlich Land am Rhein! (T: Fritz Carl Ferber). 
Chorlied (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwab. Liederfest des DSB; RS 
Stuttgart, 14/V/39). 

Information: FA, LdCh. 


Arnstein, Klara (Cläre) 

Hannover, 24. Juni (Mai?) 1910 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS- 
Aktion. 

Chansonniere in Berlin, ab 1934 Auftritte beim Jüdischen Kulturbund als 
"Mädel mit der Ziehharmonika". 

Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Auschwitz deportiert. 

31. Juli 1940, Kontrolle: 

"(...) Von mir geprüfte Chansons, wie im Falle Arnstein, können 
durchgegeben werden, doch bin ich für die Vorprüfung auf Eignung 
persönlich voll verantwortlich. (...)" (Rücksprache im RMVP am 31/VII/40 
Aufzeichnung von Fritz Wisten. Quelle: Archiv der Akademie der Künste 
Berlin, Signatur 74/86/5001,75). 

Es handelte sich um eine Anordnung von Erich Kochanowski. 


Aronson, Willy Max 

Königsberg, 23. September 1893 - KZ Auschwitz, verschollen nach NS- 
Aktion. 

Sänger, Bariton, in Berlin. Ab 1933 mitwirkend im Jüdischen Kulturbund, in 
der Spielzeit 1938/39 Chormitglied der Kulturbundoper. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" nach 
Auschwitz deportiert. 


Aronstein geb. Spanier, Hilde (Hildegard) 

Geseke, 3. Mai 1904 - Minsk, verschollen nach NS-Aktion. 

Konzert- und Opernsängerin in Wuppertal. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 

Während des Krieges zwecks "Endlösung der Judenfrage" in den Osten 
deportiert. 

Information: Gerigk/Stengel nennt den l/IX/02 als Geburtsdatum! 


Artillerie mit schwarzen Kragen, Fels in Schlachten, kühn im 
Wagen. Kriegslied, der Melodie "Prinz Eugen der edle Ritter" aufgesetzt. 
In: 

Kameradschafts-Lieder (1939; nurT). 


Artillerie-Lied 


= Das Feuerrohr aus Erz gegossen 




A 


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Artilleristen sind lust ge Brüder, haben frohen Mut (T: angelehnt 
an "Musketier seins lustge Brüder"). Soldatenlied onA zur Melodie , aber 
wohl gesungen auf "Musketier seins lustge Brüder". 

In: 

Kameradschafts-Lieder (1939; nurT). 


Asche, Alfred (Bernhard) 

Stephanshain/ Krs. Schweidnitz, 16. Juni 1888 - ? 

Sohn eines Kgl. Hegemeisters und Revierförsters; Musikpädagoge, seit 1921 
Lehrer an der öffentlichen Volksschule Breslau, 1925 akadem. Musiklehrer 
am Elisabeth-Gymnasium und Chordirigent in Breslau, 1931 
Mittelschullehrer, 1936 Leiter des Deutschen Chors, dann eines eigenen, 
1939 Oberschullehrer an der Viktoria-Schule. 

NSDAP seit l/IV/33, Nr. 1.685.003; 1919-20 beim Grenzschutz Ost, 2. 

MGK, Schützen-Rgt. 93. 1934 Chorkreisführer des RVdGemChe 
Deutschlands (RMK). 

Information: DML. Keine weitere Nachricht; das damalige Breslau fiel an 
Polen. 


Aschenborn 

Der Fliegerkamerad. Marsch (RS Hamburg, 28/1/39). 

Stolze Luftfahrt. Marsch (RS Berlin, 28/III/39, MK des Luftgau- 
Nachrichten-Rgts. 7, Dgt. MM Gustav Maiß). 


Ascher, Leo 

Wien, 17. August 1880 - New York, 15. Februar 1942. 

Dr. jur. in Wien; Schüler von R. Fuchs und F. Schmidt, Kapellmeister und 
Operettenkomponist in Wien. 

Von Brückner/Rock ("verh. mit d. Tochter Luise des Rabbi Frankl") 
und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1938 emigrierte Ascher in die USA. 

Fanfare militaire (Orag, 2/IV/33, MK der SA-Standarte 128, Dgt. G. 
Meinke). 

Diese Aufführung ist ein Beispiel dafür > daß zunächst durchaus noch 
Stücke jüdischer Komponisten ins Programm kamen. Dies hörte mit der 
Tätigkeit der RMK fast gänzlich auf. 

Information: DNML, DML, FA, RML. Das rororo-Musikhandbuch (1973) 
hat das Todesdatum 25/11/42. 




A 


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A Schlosser hot an Gsellen ghot. Spottlied aus Schwaben und 
Franken. 

In: 

Der Kilometerstein (51937; Textvariante: "hat ein G seilen g hat"); Lied 
über Deutschland ( 5 1941; "Lied in Nürnberger Mundart von J. K. Grubel, 
1800"). 


A schöns, schöns Häusel. 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 


As ick lest to Markt güng. 

In: 

NSLB, Unser Lied 1 (31935). 


As in Harfst ik riden müßt ut Schwerin (T: Willy Seemann), Fassung 
nach einem hessischen Volkslied: G. Pallmann. Titel: Winterlied. 

In: 

Kriegslieder des deutschen Volkes (1939). 


A s schönste Bleamerl. Aus der Truppe. 
In: 

Soldatenliederbuch (41940). 


Asshauer (Assauer) 

Adjutanten-Marsch (RS Köln, 9/VI/37, aus Oeynhausen, 27/VII/39 aus 
Bad Driburg, Städtisches Orchester Recklinghausen, Dgt. B. Hegmann). 


Assmann, Hermann 

Solingen, 23. Dezember 1890 - Burscheid, 24. Dezember 1954. 
Chordirigent und Komponist, 1919 Gründer des Assmann-Musikvereins in 
Frankfurt a. M., später Orchesterdirigent in Burscheid bei Köln, auch 
Musikverleger. 

W e r k e: u. a. Oper und Operette; Suite für Violine und Klavier; Sinfonietta 
für Streichorchester; Männerchöre. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Das ewige Deutschland: Ewig Deutschland, schmerzdurchläutet (T: 

Reinh. Brauer). MCh (1938) [K&S]. 

Information: LdCh, FA2. 




A 


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Assmus (Kalau vom Hofe-Assmus), Karl 
Wiesbaden, 21. November 1888 - Baden-Baden, 1. Juni 1954. 

Dirigent, Schüler von Hans Sitt am Konservatorium Leipzig, zunächst 
Orchestermusiker, Geiger, dann Konzertmeister, zuletzt Stadt. 

Kapellmeister in Baden-Baden, 1. Kapellmeister der Städtischen Schauspiele 
bis 1940. 

1952-54 mit dem Wiederaufbau des Symphonie- und Kurorchesters 
Baden-Baden beauftragt, auch Sachbearbeiter und Kapellmeister am SWF. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Weihespiel "Der Runenstein" von Albert Herzog (Baden-Baden, 
26/VII/33). 

26. August 1933: 

Assmus leitet ein Mittagskonzert des Städtischen Kurorchesters 
Baden-Baden mit Rundfunk-Übertragung: 1. Fürst: Badenweiler Marsch. - 2. 
Boieldieu: Ouvertüre zu "Die weiße Dame". - 3. Blon: "Strandbilder" (In den 
Dünen - Traumweben - Wellenspiel - Tanz der Fischermädchen). - 4. 
Großmann: Czardas aus der Oper "Der Geist des Woiwoden". - 5. Wagner: 
Einleitung zum 3. Akt und Brautchor aus "Lohengrin". - 6. Schreiner: "Ein 
Schumann-Album", Fantasie. - 7. Ziehrer: "Wiener Mad In", Walzer 
(Südfunk, 29/VIII/33). 


Ast, Max W. 

Wien, 3. September 1875 - Wien, 9. April 1964. 

Schüler von R. Fuchs, Musikdirektor in Wien, seit 1924 musikal. Leiter der 
RAVAG, des österr. Rundfunks, dann i. R., doch zeitweise am privaten 
Horak-Konservatorium für musikgeschichtliche Vorträge engagiert. 

Auch nach 1945 in Wien. 

NSDAP seit l/VII/40, Nr. 8.122.321, auf Antrag vom 5/IV/40. 

Am Lagerfeuer. Marsch (?) (RS Wien, 2/IV/40). 

Information: FA. 


Attenhofer, Carl 
1837 - 1914 

Mein Vaterland, wach auf!: Noch ruhn in weichem Morgenglanz die Täler 
weit (T: Fr. Rohrer) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 

Aus dem Text (3. Strophe): 

"Doch wenn des Krieges Fackel glüht, 
der Freiheit Aar, von Gott gesandt, 
weit hin durch Feld und Auen zieht, 
dann klinge laut der Ruf durchs Land: 

Wach auf, mein liebes Heimatland, 




A 


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173 


mein liebes Vaterland, wach auf!" 

Am Rhein: Es schlagen des Rheines Wellen melodisch an den Strand (T: 
Otto Hausmann) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwab. Liederfest des 
DSB). 

Waldkönig: Im grünen Wald bin ich zu Haus, ein freier Jägersmann (T: 
Jos. Huggenberger) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 


Auer, Albert (Eugen) 

Wittershausen über Horb, 1. Mai 1868 - Ludwigsburg, 26. Januar 1958. 
Sohn eines Pfarrers; Musikalienhändler und Inhaber des Musik- und 
Buchverlages A. Auer in Stuttgart. Schloß sich am l/V/35 mit Lausch & 
Zweigle zu einem Großsortiment mit Konzertagentur zusammen. 

Von Brückner/Rock I fälschlich als Jude denunziert. 

Nach 1945 weiterhin i. R., zuletzt in Ludwigsburg. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.230.836; 1930-34 in der DNVP. Bis 1935 
Bezirksobmann Gau Württemberg der Reichsfachschaft Musikalienhändler 
(Reichsverband der Deutschen Musikalienhändler in der RMK). 

Ein einig Volk, Chorwerk, onA , im Juni 1933 dem RMVP eingereicht. 

10. Juli 1936, Richtigstellung: 

"In dem von uns herausgegebenen >Handbuch der Judenfrage< (39. 
Auflage 200 000) wurde die Konzert-Agentur Albert Auer, Stuttgart, in der 
Reihe der jüdischen Unternehmungen an zwei Stellen aufgeführt. Wir haben 
uns in der Zwischenzeit überzeugt, daß der Gründer dieser Firma Albert 
Auer, Stuttgart, wie auch die derzeitigen Inhaber, die 
Herren Friedrich und Alfred Zweigle und Franz Lausch rein arischer 
Abstammung sind. Die Aufführung der Konzert-Agentur Albert Auer in der 
Reihe der jüdischen Unternehmungen ist also zu Unrecht erfolgt und wird in 
den kommenden Auflagen des >Handbuch der Judenfrage< gestrichen. 

Hammer-Verlag Theodor Fritsch, Leipzig" (Annonce in mehreren 
Musikzeitschriften, z. B. "AMZ" LXIII, 10/VII/36. S. 473). 

Information: Standesbeamtin Dangelmaier , Stuttgart (24/III/98), stellte 
für diese Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich bestimmte 
Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr'' in Rechnung und setzte 
sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Auerbach, Alfred 

Stuttgart, 6. September 1873 - Stuttgart, 31. Januar 1954. 
Schauspieler; ab 1899 an den Städtischen Bühnen Frankfurt a. M., 1905 
zunächst Lehrer für Schauspiel am Hochschen Konservatorium, seit 1906 
hier Leiter der Sprech- und Mimikklassen. Zum 31/VIII/33 vom Ausschuß 
zur Reorganisation des Dr. Hochschen Konservatoriums aus rassistischen 
Gründen gekündigt. 

In den folgenden Jahren widmete er sich dem Sprech- und 
Musiktheater im Jüdischen Kulturbund als Dramaturg, Sprecher bei 




A 


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174 


konzertanten Opernaufführungen, Autor von musikalischen Hörspielen und 
Theaterstücken und von Texten für Rosy Geiger-Kullmann. Mit Hilfe von Th. 
Mann gelang ihm 1940 die Emigration in die USA. 

1951 kehrte Auerbach nach Deutschland zurück und ließ sich in 
Stuttgart nieder. 

W e r k e: u. a. Text der Kantate "Ruth und Boas" von Rosy Geiger- 
Kullmann für Klavier, S, A und Bar (UA: Frankfurt a. M., 18/III/36, im 
Jüdischen Kulturbund). 

Information: Das DBJ 1933/34 verzeichnet Auerbach noch in den 
Rubriken Nachweis über gastierende und zeitweise unbeschäftigte 
Bühnenangehörige" und "Nachweis über frühere Bühnen-Künstler und - 
Künstlerinnen, Vorstände usw." . 


Auerbach, Cornelia-Charlotte 

Breslau, 24. August 1900 - Berlin-Zehlendorf, 21. Oktober 1997. 

Tochter eines Musikpädagogen und Konzertbegleiters; Schülerin von Max 
Reger und Julius Weismann, Dr. phil. Freiburg i. Br. 1928 (Die deutsche 
Clavichordkunst des 18. Jahrhunderts), zeitweise in Rostock. Pianistin, 
Musiklehrerin und Musikwissenschaftlerin in Berlin-Zehlendorf. Ihr letzter 
öffentlicher Auftritt als Blockflötistin mit dem Harlan-Trio lag knapp vor 
Weihnachten 1933. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jüdin denunziert. 

Sie überlebte das Regime - wiewohl 1934 aus der RMK ausgeschlossen 
- unter dem Schutz der "privilegierten Mischehe" seit 1929 mit dem 
Bratschisten Hans Schröder. Durch eine List gelang es, vom 
Reichssippenamt bescheinigt zu bekommen, daß sie nur "Halbjüdin" sei; 
dies erleichterte ihre Lage so weit, daß sie 1944-52 - illegal bis zum Ende 
des Regimes - als Organistin in dem mecklenburgischen Dorf Dargun wirken 
konnte; sie arbeitete ab 1945 im Kulturbund zur demokratischen 
Erneuerung mit. Dann wieder in Berlin, hier 1954-59 Leiterin der Sektion 
Musik an der Deutschen Akademie der Künste der DDR. Bald nahm sie ihren 
Wohnsitz in Berlin-West und lehrte nach 1961 an dortigen 
Volksmusikschulen. 

Erinnerung 1983: 

Man habe verabredet, den erlösenden Status der "Halbjüdin" durch 
einen - das Regime beschämenden - Trick zu gewinnen; Cornelias Mutter 
habe einen Jugendfreund aufgetrieben und mit dessen freundlicher Hilfe 
eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben, daß Cornelia nicht die leibliche 
Tochter ihres Ehemannes sein könne. Allerdings sei das rote J in den 
Papieren auf dem Polizeirevier doch stehengeblieben, so daß sie hier immer 
noch als "Volljüdin" galt (Gespräch Fred K. Priebergs mit Cornelia Schröder, 
3/XI/83) 

Dieser Hergang erklärt die Sondergenehmigung und endliche RMK- 
Würdigkeit. 

Information: DML. Das Landesarchiv Berlin (9/IV/03) benötigte 
zehneinhalb Monate für die Feststellung , man habe nichts über C. Auerbach. 




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Eine Anfrage beim zuständigen Bezirksamt (13/X/03) ging - ohne 
Abgabenachricht - weiter ans Landeseinwohneramt Berlin, das korrekt 
Auskunft gab (21/X/03), doch 11.76 Euro Verwaltungsgebühr forderte. Mit 
der Mahnung stieg der Betrag auf 16.76 Euro. Aus Rechtsgründen verbot 
sich die Zahlung. 

Es ist politisch kriminell, daß die Stadt Berlin die lexikographische 
Würdigung eines NS-Opfers durch eine verfassungswidrige Sondersteuer für 
Berufsausübung des Lexikographen bestraft oder unterbindet und zugleich 
Millionen in protzige Monumente für Opfer steckt. 


Auerbach, Ernst 
Chordirigent in Leipzig. 

NSDAP (Vgl. "Die Musikpflege" V/6, September 1934. S. 233); jedoch kein 
Eintrag in ZKNSDAP. 1934 Leiter des Chorkreises 1 Leipzig des RVgemChe 
Deutschlands. 

Information: Kein Eintrag im DMK 1942. 


Auerbach, Eugen 

Elberfeld, 5. August 1898 - KZ Auschwitz, 6. Januar 1944 (ermordet von 
SS). 

Sohn eines Kaufmanns; Komponist und Theorielehrer in München. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Information: DML, FA. 


Auers, Otto (Hans Georg) 

München, 9. Februar 1883 - Zandt, 3. Juni 1965. 

Diplomlandwirt in Neuhof-Treptow/ Rega, Amateurkomponist. 

Nach 1945 zuletzt in Zandt/ Oberpfalz. 

NSDAP seit l/V/32, Nr. 1.143.415. 

Dr. Goebbels-Marsch, onA , am 8/V/33 dem RMVP eingereicht. 

Vgl. Otto Auers jun. 

Das Promi gab das Werk ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der 
Preuß. Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/VII/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 
patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 
diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BA R 55/ 1160. Blatt 
27). 




A 


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Information: Der Todesfall ist beurkundet beim Standesamt Zandt 
unter Nr. 4/1965.. 


Auers, Otto Georg 
München, 20. Oktober 1906 - ? 

Sohn des vorigen; Musiker in München, 1937 in der Jutastr. 10. 

NSDAP seit 1/III/33, Nr. 1.508.147. 

Hinaus aufs freie Meer. Marsch (RS München, 7/X/38). 

Die Zuordnung ist unsicher , vielleicht stammt der Marsch auch von 
Auers sen. 

Information: Kein Eintrag in DMK 1942. Das Stadtarchiv München 
(17/IX/98) hat nach 1937 keinen Meldeeintrag mehr; bei der WASt 
(9/VI/00) befinden sich keine Aufzeichnungen. Anderweitig meldete das 
Kreisverwaltungsreferat München , Einwohnermeldewesen (26/IX/O 1, 
26/VI/02), O. Auers sei im Melderegister nicht zu ermitteln. Das 
Geburtsstandesamt München hat keinen Todesvermerk. 


Auf am Wasa graset d Hasa, ond em Nekker gampet d Fisch. Aus 
August Lämmle, "Württembergische Volkslieder". 

Vgl. Aufm Wasa. 

In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938); SS-Liederbuch (61940, 91941). 


Auf, Ansbach-Dragoner. 

Vgl. Preußen, Friedrich II., König von 
In: 

Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934); Volk singt (1934); Jungvolk-Lieder 
(21934); Soldatenlieder (1934); Singkamerad (31935, 8 1937); RJF, 
Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); SA-Liederbuch (21939); Lied über 
Deutschland 3 (1940). 


Auf, Arbeitsmann! Laß uns marschieren! (T: onA ). 

"Arbeiterkampflied", der Melodie des Wolgaliedes aufgesetzt. 
Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Woll n keine Judenführer haben! 

Das soll ein deutscher Arbeitsmann! 

Der wird wie wir gehungert haben, 
der so wie wir auch schuften kann! 

Warum denn das, du Arbeitsmann? 

Ein deutsches Herz nur helfen kann! 

Mit Bank und Börse knechten Juden 
den Arbeitsmann der ganzen Welt! 




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Sie schuften nicht, sind wie die Luden, 
die unser Schweiß lebendig hält. 

Und geht es, Arbeitsmann, dir schlecht, 
das nennt der Jude Menschenrecht!". 

In: 

Liederbuch der NSDAP (211933); SA-Sturmlieder (1933); SA. SS.- 
Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); Das kleine SA-Sturm- 
Liederbuch (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Deutsche Kampf- und 
Volkslieder (1933); Sieg-Heil! (1933; Bearbeitung: L. Weninger); Liederder 
Arbeit (1934); Lieder der Pommerschen SA (51934); Lieder der SS 
Pommerns (1934). 


Auf auf, du junger Stoßtruppmann = Ihr Sturmsoldaten, 

jung und alt 

Auf, auf, ich bin bereit, zum Reisen kommt die Zeit. Wanderlied aus 
Zobten bei Löwenberg. Aus: Hoffmann und Richter, "Schlesische 
Volkslieder" (Leipzig, 1842). Titel: Ausfahrt. 

In: 

Der Ring (1935). 


Auf, auf, ihr Brüder und seid stark. "Das Afrikalied". Vom Anfang 
des 19. Jh. 

Textprobe (4. Strophe): 

"An Deutschlands Grenze füllen 
wir mit Erde noch die Hand. 

Drum segeln wir gelassen fort, 
denn Gott ist hier und Gott ist dort. - 
Es ruft der ferne Strand". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 56 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 56 (1937); Ihr 
Deutschen, wollt ihr wachen! (1938); Lied über Deutschland 3 (1940); Lied 
über Deutschland ( 5 1941). 


Auf, auf, ihr Brüder von der Infanterie. Soldatenlied. 

In: 

Soldatenlieder (1934; Variante: "von der Artillerie"); Im gleichen Schritt 
und Tritt (1941). 


Auf, auf, ihr Brüder, wann bekommen wir ein Geld? Altes 
Soldatenlied. 

In: 

Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 




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Auf, auf, ihr deutschen Mannen, es geht zum letzten Streit (T: 
Horst Neumann, SA-Standarte 4/6), der Melodie "Ich hab mich ergeben" 
aufgesetzt. 

Textprobe (2. und 4. Strophe): 

"Das Hakenkreuz muß siegen 
nach all der bitt ren Not. 

Auf unsrer Fahne steht es, 
für Freiheit, Arbeit, Brot. 

Standarten und Fahnen 
flattern uns voran. 

Auf, auf, ihr Volksgenossen, 
der Führer zeigt die Bahn!" 

In: 

SA-Sturmlieder (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933; Melodie angebl. von 
Paul Fischbach); NSBO-Kampflieder-Buch (1933); 100 ausgewählte SA- 
Sturm- und Marschlieder (1934; nurT).. 


Auf, auf, ihr Hirten, nit schlofet so lang. Weihnachtslied aus Tirol. 

In: 

DSB, Singendes Volk 18 (1936); Deutsche Lieder (1940); Das Kindelwiegen 
(1943). 


Auf, auf, ihr Tiroler und spannt eure Büx. 

In: 

Im gleichen Schritt und Tritt (1941); Hellau! (1942). 


Auf, auf, ihr Wandersleut, zum Wandern kommt die Zeit! 
Wanderlied aus Nordböhmen, nach: Hoffmann und Richter, "Schlesische 
Volkslieder mit Melodien" (Leipzig, 1842); auch in Adolf König, 
"Heimatlieder aus Nordböhmen" und W. Hensel, "Strampedemi" (Kassel, 
1929). 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Unsere Lieder (51933); Wir wollen singen (1933); 
Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Jungvolk-Lieder 
(21934); Voran in Reih und Glied! (1934); Neues Singen 1 (1934); Lobeda- 
Singeblatt 4 (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Singkamerad (31935, 8 1937); Deutsches 
Frauenliederbuch (1935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); Die weiße Trommel 
( 2 1935); Lieder des Volkes (61936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); 
Niederdeutschland (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 3 (30. April 1936); 
Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst 
(1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Und wenn wir marschieren 
( 3 1937); Wir wandern und singen! (1937); Lieder der Frauenschaft 4 
(1938); RJF, Liederblatt der HJ 38 (1938); Lieder für die Grundschule 




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(1938); Unsere Lieder (71938); Das neue Männerchor-Liederbuch des DSB 
(1938); RJF, Unser Liederbuch (61941); Klingend Erbe (1941); Liederblätter 
der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 


Auf, auf Kameraden, brav Soldaten! Frisch drauf, jetzt ist die Zeit. 
Aus einer Handschrift, 1690. Titel: Lied der kaiserlichen Soldaten. 

Textprobe (8. Strophe): 

"So müßt ihr marschieren, avancieren, 
auch durch Eisen, Blut und Flamm 
erhöhen eures Kaisers Nam". 

In: 

Kämpfende Mannschaft (1934); Soldatenlieder (1934); Soldaten, 
Kameraden (1935); Lied über Deutschland 3 (1940); Steirisches Liederblatt 
1 (1940); Lied über Deutschland ( 5 1941); Lieder unseres Volkes (1943; 
Kanonfassung: Ch. Lahusen). 


Auf, auf Kameraden, brav Soldaten! Frisch darauf, jetzt ist die 
Zeit! "Nach einem alten Soldatenliede", Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 

Es leben die Soldaten 2 (1940). 


Auf, auf, Tiroler Schützen, und ladet eure Büchsen. Kriegslied. 
Vgl. Auf, auf, ihr Tiroler. 

In: 

Hellau! (1942). 


Auf, auf zum fröhlichen Jagen, auf in die grüne Heid! (T: G. B. 
Hanke, 1724). Jägerlied für das Hubertusfest des Grafen von Sporck mit 
einer später von K. Liebleitner im Metnitztal aufgez. Melodie aus Kärnten, 
erstmals gesungen am 30/X/1723. Ursprünglich Weise des frz. Jagdliedes 
"Pour aller ä la chasse, faut etre matineux", einer neuen Nutzung des Liedes 
"O la folle entreprise du prince de Conde" (1568) zur Belagerung von 
Chartres, das auch dem Lied "Wilhelmus von Nassauen" zugrundeliegt. 
Nachdruck u. a. in: W. Hensel, "Der singende Quell" (1925). 

In: 

Lieder der Deutschen (1932); Das Soldatenlied (1932); Wir wollen singen 
(1933); Lager-Lieder (1933); Unsere Lieder (51933); Singendes Volk 4 
(1933); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); Soldatenlieder (1934; 
Variante: "Frischauf zum"); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, 
Textausgabe 1941); Liederbuch des Turner-Musikant (1934); Ähre und 
Spaten (1934); Stimmt an! (1934); Deutsche Lieder der Nation und des 
Volkes (1934); Lieder für alle 15 (1934); Heraus, ihr Kampfgesellen! 

(1934); Wohlauf Kameraden (1934); Wir singen (1934); Die weiße 
Trommel ( 2 1935); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Glück ab, Kameraden! 




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(1935); Neues Singen 2 (1935); Niederdeutschland (1936; Textdatum: 
1727); Lieder für Werk-Frauengruppen 1 (1936); Lieder des Volkes 
(61936); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Lied über Deutschland (1937, 

5 1941); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); RJF, Wir Mädel singen 
(1937, 21938 ); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 17-18 (1937), 
39-42 (1942); Unsere Lieder 2 (1937); Unsere Lieder (71938); 
Marschierende Jugend ( 2 1938); RJF, Liederblatt der HJ 38 (1938); RJF, 
Unsere Lieder-Weimar (1938); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher 
Mädel (1938); Das neue Soldaten-Liederbuch 2 (1939); SA-Liederbuch 
( 2 1939); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 17-18 (1939); 
Stimmt an! II (1939); Singende Mannschaft (1940); Das zweite neue 
Soldaten-Liederbuch (1940); Kernlieder des REM (1940); Deutsche Lieder 
(1940); Soldatenliederbuch (41940); Lied über Deutschland 3 (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Im gleichen Schritt und Tritt (1941); DAF, 
Singendes Volk 3 (Oktober 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, 
Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Lieder unseres Volkes (1943); Mein 
Schätzlein hör ich singen (1944). 


Auf, auf zum Kampf, zum Kampf sind wir geboren. Soldatenlied 
nach mdl. Überlieferung sächsischer Regimenter und aus Oberhessen und 
der Wetterau, vor 1892; später unter Beibehaltung der zwei ersten 
Strophen als Kampflied der SA adaptiert in Umdichtung von Adolf Wagner 
(u. a. Harz, *30/IV/33, zur "Deutschen Mainacht" von HJ und BdM). Auch 
in "Stolz ziehn wir in die Schlacht" (1915). Ferner 1941 Kriegsversion von H. 
Niel .Aufnahme: NS-Schallplatten-Industrie 2004 (1933). 

Tondokument - vom 30/IV/33 und vom ll/IX/41 (Kriegsversion) - im 
DRA: 1820112-33, 1820112-39, 1870683-16. 

Ausführende: 3) Sänger der Chöre von Staatsoper Berlin und Dt. 
Opernhaus, Blasorchester des RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel. 

Textprobe (1. und 6. Strophe): 

(...) auf, auf zum Kampf, zum Kampf fürs Vaterland! 

Dem Adolf Hitler haben wirs geschworen, 
dem Adolf Hitler halten wir die Treu 

(reichen wir die Hand). 

Wir fürchten nicht den Donner der Kanonen, 
ob er uns gleich zum Untergange droht. 

Drum wollen wirs noch einmal wiederholen: 

Der Tod im Feld ist doch der schönste Tod". 

Textprobe, SA-Version (6. Strophe): 

"Horst Wessel fiel, ja fiel, das Opfer roter Horde, 
die viehisch ihn in Berlin erschossen hat. 

Doch können sie den Freiheitswillen nicht morden, 
schon wendet sich ja das Schicksalsblatt". 

Textprobe, Kriegsversion von Herms Niel (3. und 4. Strophe): 

"Wir fürchten nicht des Satans Divisionen, 
wir fürchten nichts, nicht einmal große Welt, 




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auch Herr Stalin wird nicht mehr lange thronen, 
und dann wird Churchill restlos kaltgestellt. 

Der Frontsoldat steht fest wie eine Eiche, 
der Frontsoldat hat manches schon erlebt, 
und war er auch schon morgen eine Leiche, 
er kämpft und siegt, damit die Heimat lebt". 

In: 

Was der Deutsche singt (1932; "Soldatenlied"); Heil Hitler! (1933); 
Liederbuch der NSDAP (211933); S.A. Liederbuch (1933); Neues 
Deutschland 1 (1933); Jung Deutschland I (1933); Deutsche Wehr- und 
Soldatenlieder (1933; onA ); Sturm- und Kampfliederbuch (1933); SA- 
Sturmlieder (1933); Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das 
Jungvolk (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); NSBO-Kampflieder-Buch 
(1933); Das kleine SA-Sturm-Liederbuch (1933); Freiheitslieder des Dritten 
Reiches für Schulen (1933); Heil Hitler Dir! 2 (1933; nurT, in beiden 
Versionen); Schlesisches SA-Liederbuch (51933); Vorwärts SA. (21933); 
Soldatenlieder (1934); 50 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 
Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); Lieder von heute (1934); 
Lieder der Pommerschen SA (51934); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934); Wir singen (1934); Lieder der SS Pommerns (1934); 
Stahlhelm- und Vaterlands-Lieder (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch (1934); 
NS-Volks-Liederbuch ( 2 1934); Ähre und Spaten (1934); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935; onA ); Deutsche Lieder für die Jugend ( 2 1935); Was die 
SA singt (1935); Mit Herz und Hand fürs Vaterland (1935); RJF, Liederbuch 
Gebiet Nordmark (1936); Soldaten Kameraden (1936); Was Deutschland 
singt (1936); Singen ( 5 1937); Wir wandern und singen! (1937); Das Lied 
im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Singend marschieren wir (1938); SA- 
Liederbuch (21939); SS-Liederbuch (61940, 91941). 


Auf, bleibet treu und haltet fest, so wird euch mehr gelingen (T: E. 
M. Arndt, 1813). Treuelied, der Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen ließ" 
(Methfessel) aufgesetzt. 

In: 

Stimmt an! (1934; nurT). 


Auf, bleibet treu und haltet fest, so wird euch mehr gelingen (T: E. 
M. Arndt, 1813). Treuelied, der abgeglichenen Melodie "Ein neues Lied wir 
heben an" (Luther, 1523) aufgesetzt. 

Vgl. Martin Luther. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Denn Treue steht zuerst, zuletzt 
im Himmel und auf Erden: 

Wer ganz die Seele dreingesetzt, 
dem soll die Krone werden. 

Drum mutig drein und nimmer bleich! 




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Denn Gott ist allenthalben. 

Die Freiheit und das Himmelreich 
gewinnen keine Halben". 

In: 

Mein Vaterland (1934); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); NS-Volks- 
Liederbuch (21934); Deutschland über alles! 2 (1934); Wohlauf Kameraden 
(1934); Glück ab, Kameraden! (1935; "Weise nach Martin Luther"); NSLB, 
Unser Lied 2 ( 2 1935); Singkamerad (81937, 8 1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Von deutschem Glauben ( 3 1939); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Aufblick 


= Wachet auf, ihr deutschen Lieder 


Auf, Brüder, auf, beginnt das Lied der Weihe (T: K. Pfaff). 
Festgesang, der Melodie "Wo Mut und Kraft" aufgesetzt. Titel: Des 
Deutschen Schwur. 

In: 

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933; nurT). 


Auf, Brüder, auf zum Streit! Soldatenlied. 
In: 

Soldatenlieder (1934). 


Auf, Brüder, schließt die Reihen und stehet Mann für Mann (T: onA 
). Lied für den Freiwilligen Arbeitsdienst, der Melodie "0 Deutschland hoch 
in Ehren" (Pierson) aufgesetzt. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Seid wahr in Wort und Taten, 
kämpft gegen Trug und Schein, 
das Vaterland, es rief nach euch, 
drum schließet fest die Reih n. 

Verliert nicht aus den Augen 
das große, hehre Ziel, 
dem Vaterland zu dienen, 
nichts sei euch da zuviel. 

Unentwegt 
Hände regt 

in der neuen großen Zeit, 

allezeit dienstbereit 

für des Reiches Herrlichkeit. 

Laßt fahren Bruderhaß und Neid, 
all Zwietracht und Uneinigkeit! 

Gebt wieder Herz und Hand 
dem teuren Vaterland". 




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In: 

Das Lied des Arbeitsdienstes (1933; nurT, "mündlich überliefert"); Lieder 
der Arbeit (1934). 


Auf, Christenmensch, auf, auf zum Streit (T: Johann Scheffler, 
1624-1677). Geistliches Kampflied aus einem Gesangbuch aus Dresden, 
1694. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) auf, auf zum Überwinden! 

In dieser Welt, in dieser Zeit 
ist keine Ruh zu finden. 

Wer nicht will streiten, trägt die Krön 
des ewgen Lebens nicht davon". 

In: 

Wehr und Waffen (1936). 


Auf dem Berg so hoch da droben, da steht ein Schloß. 
Volkstümliches Heimatlied, 19. Jh. Titel: Bodenseelied. Auch in Gollhardt, 
"Sankt Georg". 

In: 

Heil Hitler! (1933); Alte deutsche Volkslieder (1933); Deutsche Jugend 
heraus! (Kassel, 1933); Deutsche Lieder der NSBO und der DAF (21934); 
Niederdeutschland (1936); Soldaten-Liederbuch (1936); Unsere Lieder 
(71938); Liederbuch der Luftwaffe (1939, Klavierausgabe 1940); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Alte und neue Soldatenlieder (1940); Das 
zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); Lied über Deutschland ( 5 1941); 
Hellau! (1942). 


Auf dem Berge, da wehet der Wind, da wiegt die Maria ihr Kind. 
Marienlied aus Oberschlesien. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (H1915). 
In: 

Liederbuch des BDM (1934; Variante: "gehet"); NSLB, Unser Lied 2 
( 2 1935); Singkamerad (31935, 8 1937); Das Lied im Deutschen 
Arbeitsdienst (1937); Das Kindelwiegen (1943). 


Auf dem Bergle bin ich gsessen (T: Goethe, "Schweizerlied", 
hochdeutsche Version). Kanon. 

In: 

Liederbuch des BDM (1934); Singkamerad (31935, 8 1937). 


Auf dem Meer bin ich geboren. Matrosenlied. 
In: 

Soldatenlieder (1934). 




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Auf dem Rheinstrom bin ich gefahren. 
In: 

Lieder von heute (1934). 


Auf dem Schlachtfeld, fern im Osten neigt der Tag dem Abend zu 
(T: onA ). Nach dem Gesang der Truppe im Weltkrieg bei der 1 Schwadron 
des Husaren-Rgts. 18 aufgez. 

In: 

Die Wehrmacht singt (1939). 


Auf dem Wedding und in Moabit, in Lichtenberg und in Neukölln 
(T: Hans Brüssow). SA-Kampflied, onA. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Auf dem Wedding und in Moabit, 

in Lichtenberg und in Neukölln 

wir riefen zum Kampf, 

da marschierten sie mit, 

und die Nacht, die muß sich erhell n. 

Prolet von Berlin, du reihest dich ein. 

Kamerad, sei bereit, 

es kommt die Zeit, 

und Deutschland muß unser sein!" 

Der Text nennt die traditionell kommunistischen Stadtviertel Berlins 
und die Tatsache , daß hier am Ende viele ",rote" Gegner zur SA überliefen. 
In: 

Zum Kampfe für die Freiheit! (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und 
Marschlieder (1934; nurT). 


Auf den Feldern ziehn die Pferde, onA. 
In: 

Volk singt (1934). 


Auf den Rabenklippen bleichen Knabenrippen. Studentische 
Schauerballade. Titel: Um Mitternacht zu singen. 

In: 

Der Kilometerstein (51937). 


Auf der Alm 


= Meine größte Freud ist die 


In: 


Auf der Älma geits Kälma. 




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Hellau! (1942). 


Auf der Älm, dä blüaht a groaße Blum-blum-blum. Blumenlied aus 

Tirol. 

In: 

Hellau! (1942). 


Auf der Älm, dä gibts koa Sünd. 

In: 

Hellau! (1942). 


Auf der Back ist alles wohl, Laternen brennen. Ruf des 
Ausguckpostens auf deutschen Segelschiffen beim Glasen, nach einer 
Aufzeichnung von Obermaat Rinkel. Titel: Die Wache ruft. 

In: 

Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941). 


Auf der grünen Wiese hab ich sie gefragt. Scherzlied. 
In: 

Der Kilometerstein (51937). 


Auf der Lüneburger Heide siehe: L. Rahlfs, H. Heeren 


Auf der Mauer, auf der Lauer sitzt ne kleine Wanzen. Scherzlied. 
In: 

Der Kilometerstein (51937). 


Auf der Schanzen von Lublin 


= Und auf der Schanzen 


Auf der schwäbschen Eisenbahne. Volkslied aus Schwaben. 
In: 

RJF, Musikblätter der HJ 6/7 (1935). 


Auf der Wanderschaft = Mit frohem Mut und heiterm Sinn. 


Auf der Wildbahn: Auf der Wildbahn bin s ich gefahren. 
In: 

Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 




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Auf de schwäbsche Eisebahne gibt s gar viele Haltstatione. 
Volkslied (Dialektfassung). 

In: 

RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936; nurT); Der Kilometerstein 
( 5 1937); Unsere Lieder (71938); Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); 
Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Auf, deutsche Schmiede (Text und Musik: onA ). Lied der HJ. Titel: 
Gott, Freiheit, Vaterland. 

In: 

Wir schreiten über die Straßen 2 (1935). 


Auf Deutschlands Bergen wehen Hitlerfahnen (T: Albert 
Sauerland). Huldigungslied, aufgesetzt der Melodie "Ich bin ein Preuße" 
(Neithardt). Titel: Des Volkes Lied. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Dem Deutschen Volke ward ein Held gegeben, 
der Not und Hader siegreich überwand. 

Er rief es auf zu neuem reinen Leben. 

Er rettet es von des Verderbens Rand. 

Sein Reich kann nicht vergehen, 

Gott selbst läßt es erstehen. 

Durch Gott ward unserm Volk der Held gesandt. 

Heil Hitler! Heil! Heil Volk und Vaterland!" 

In: 

Heil Hitler Dir! 1 (41933; nurT). 


Auf die Martinsgans 


= Martin, lieber Herre 


Auf die Reeperbahn bin ich gegangen (Auf Urlaub bin ich 
gegangen). Soldatenlied. 

In: 

Soldatenlieder (1934). 


Auf dieser Welt hab ich kein Freud, ich hab ein Schatz, der ist sehr 
weit (T: aus "Des Knaben Wunderhorn"). Soldatenabschiedslied, einer 
Volksmelodie aus Thüringen aufgesetzt. Titel: Ach schönster Schatz, war ich 
bei dir. Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (H1915). 

Vgl. Einst ging ich über Berg und Tal. 

In: 




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Lager-Lieder (1933); Soldatenlieder (1934); Soldaten-Liederbuch (1936); 
Wir wandern und singen! (1937); Singend marschieren wir (1938); Es leben 
die Soldaten 55 (1942); Singt alle mit! (1944). 


Auf, dreh dich, mein Rädchen, noch fehlt am Gewand (T: nach R. 
Koch). Frauenlied. 

In: 

HM-Liederbuch (1933/34). 


Auf, du junger Wandersmann, jetzo kommt die Zeit heran. 
Gesellenlied; Melodie und Text um 1840 von Ditfurth in Franken aufgez. und 
gedruckt in "Fränkische Volkslieder" (1855), später in: W. Hensel, 
"Finkensteiner Liederbuch" (1923), neu gefaßt. Identisch mit: "Auf, ihr 
Brüder, seid wohl dran!" 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Wir wollen singen (1933); Liederbuch der NS- 
Frauenschaften (21933, 41934; "aus Böhmen"); Unsere Lieder (51933); 
Liederbuch des BDM (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Jungvolk-Lieder (21934); Glück ab, Kameraden! 
(1935); NSLB, Unser Lied 1 (31935); DSB, Singendes Volk 8 (1935); 
Singkamerad (31935, 8 1937); Niederdeutschland (1936); Werkleute singen 
(1936); Lieder des Volkes (61936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); 
RJF, Liederblatt der HJ 58 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 58 (1937); Das 
Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Wir wandern und singen! (1937); 
Unser das Land (1937); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); Lieder der 
Frauenschaft 4 (1938); Marschierende Jugend (21938); Unsere Lieder 
(71938); Singend hinaus (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (22. Juni 
1939); Stimmt an! II (1939); Singende Mannschaft (1940); Kernlieder des 
REM (1940); Deutsche Lieder (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942); Lieder unseres 
Volkes (1943). 


Auf einem Baum ein Kuckuck saß. Bergisches Lied, aufgez. um 
1830, aus: Erk-Irmer, "Deutsche Volkslieder" (1838) und Erk-Böhme, 
"Deutscher Liederhort" (1856/1893). Titel: Kuckuck und Jägersmann oder 
Der arme Kuckuck. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ); Uns geht die Sonne 
nicht unter (1934, Textausgabe 1941); NSLB, Unser Lied 1 (31935); 
Singkamerad (31935, 8 1937); Werkleute singen (1936); Lieder des Volkes 
(61936); Lieder für Werk-Frauengruppen 4 (1937); Unser das Land (1937); 
Lieder für die Grundschule (1938); Marschierende Jugend (21938); Lieder 
der Arbeitsmaiden (1938); Stimmt an! II (1939); Lied über Deutschland 
( 5 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Lieder unseres Volkes (1943). 




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Auf einem hohen Berge, da liegt ein blauer Stein. Kinderreigenlied 
aus Westfalen. 

In: 

Lieder des Volkes (61936). 


Auf einem schönen grünen Wasen ließ Prinz Karl zur Tafel blasen 
(Prinz Karls Feldzug 1796 gegen die Revolution). Aus Vorarlberg. 

Der Titel feiert die Kämpfe des österreichischen Erzherzogs Karl im 
zweiten europäischen Koalitionskrieg gegen Bonaparte. Eine Textvariante 
(aus: "Des Knaben Wunderhorn") mit Bezug auf den kurmainzischen 
Hofkanzler und Minister von Albini, der den Kampf des Mainzer Landsturms 
gegen die französischen Eindringlinge 1799 anführte. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Posaunen und Trompeten schallen, 
alle Kanonen auf einmal knallen, 
daß sich erhebt die ganze Welt. 

Bomben und Haubitzen blitzen, 
die Festung Straßburg muß Blut 

schwitzen; 

durch das Feuer wird sie verzehrt". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Wir marschieren 
(1937); Hellau! (1942). 


Auf einsamen Wegen und Stegen, wer reitet bei Tag und bei 

Nacht. "Lied der Baltischen Landwehr (1919)". Aus: W. Gollhardt, "Sankt 
Georg" (1931). Titel: Baltische Wacht. 

Das Lied feiert die Freikorpszeit. 

Textprobe (Refrain): 

"Ja, das ist die ja die Baltische Wacht. 

Marsch voran alle Mann, 
und wir ziehen weiter, 
hurtig sind, wie der Wind 
Engelhardtsche Reiter". 

In: 

Folget der Fahne und dem Führer (1934); Singkamerad (21934, 21935 ; onA 
, Textvariante); Soldaten singen (1936); Soldatenliederbuch (41940; 
Textvariante). 


Auferstanden, auferstanden ist der Herr aus Grabesnacht! Titel: 
Auferstanden! (Ostern 1933), onA. 

In: 

Lieder der christlichen Kampfschar (1933). 




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Auf, es lacht der Frühlingsmorgen. Wanderlied, aufgesetzt der 
Melodie "Setzt zusammen die Gewehre". 

In: 

Unsere Lieder (71938). 


Auf Frankreichs Feldern = Es war auf Frankreichs Feldern 


Auf gellt ein Schrei, Jungvolk herbei! Vaterländisches Kampflied. 
Titel: Jungvolk steht auf. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Not ruft uns auf: Jungvolk zuhauf! 

Die Lande durchbrausen soll es: 

Jungvolk steht auf! 

Und wir lassen uns nicht beugen 
und nicht brechen unsern Mut, 
für das Vaterland zu zeugen 
mit dem letzten roten Blut. 

Jungdeutschland, zuhauf! 

Jungvolk steht auf!" 

In: 

Trum, trum (21933; nur T, onA ). 


Aufgesessen, Kanoniere - zugleich, zugleich!. Marsch der deutschen 
Batterien, Kriegslied, onA. 

Tondokument - von 1941 - im DRA: 1801834-08.. 

Ausführende: Chor mit MK des Luftnachrichten-Rgts. beim 
Oberbefehlshaber der LW, Dgt. E. Kiesant. 


Aufgesessen, weiße Reiter, faßt das scharfe Christusschwert. "Lied 
der weißen Reiter" (1927), onA. 

In: 

Lieder der christlichen Kampfschar (1933). 


Auf großer Fahrt (Anthologie) 


siehe: G. Nowottny 


Auf, grüner Jung, reck deine Glieder (T: Karl Seidelmann). 
Matrosenlied, von G. Schulten der englische Seemannsweise "What shall we 
do with a drunken sailor" aufgesetzt. In: "Die schwarze Fahne der Piraten" 
(1933). 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935); Der Kilometerstein (21937); Lied über 
Deutschland (1937); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940). 




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Auf grün Heid 


= Es saß ein schneeweiß Vögelein 


Auf Heid und Sand in Hammerstein keimt eine junge Saat (T: Paul 
Lang). Arbeitsdienstlied, aufgesetzt den Melodien "Ich schieß den Hirsch im 
wilden Forst" und - Zwischenverse - "Von Berg und Turm laut an die 
Glocken Sturm". Titel: Lied der Arbeitsfreiwilligen. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Der deutschen Arbeit hohes Lied 
stimmt, Brüder, mit mir an. 

Aus deutscher Schmiede kam das Schwert, 
ihr Brüder, denkt daran. 

Es wächst herauf ein neu Geschlecht, 
das nichts vergessen hat. 

Stimmt, Brüder, mit mir an das Lied 
vom grauen Heer der Tat". 

In: 

Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937; nurT). 


Auf, Hitlerleute, schließt die Reihen! Zum letzten Kampf sind wir 
bereit (T: unbekannt), als "Lied vom Nationalen Sozialismus" seit 1930 der 
Melodie der "Internationale" aufgesetzt, Titel auch: Deutschlands Nationale 
oder Hitlernationale. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Auf rotem Grund in weißem Felde 
weht unser schwarzes Hakenkreuz (...). 

Der nationale Sozialismus 
wird Deutschlands Zukunft sein". 

In: 

Was der Deutsche singt (1932; auf eine "Volksweise"); Unter Hitlers Fahnen 
(1932); Sturm-und Kampflieder-Buch (1933; nurT, Variante: "Nun, 
Hitlerleute"). 


Auf, ihr Brüder, auf und singt. Kanon zu 4 Stimmen, aus: F. Jöde, 
"Der Kanon" III. 

In: 

Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936); Liederbuch der Kriegsmarine 1 
(1940; onA ); Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Auf, ihr Brüder, seid wohl dran! Jetzo kommt die Zeit heran, die 
Wanderzeit. Wanderlied aus Würzburg, zuerst in: Ditfurth, "Fränkische 
Volkslieder" (1855). Identisch mit "Auf, du junger Wandersmann". 

In: 

Der Ring (1935). 




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Auf, ihr Buben, könnts denn schlafen. Weihnachtslied aus Ebensee, 
Oberösterreich. 

In: 

Lieder des Volkes (61936). 


Auf, ihr Hirten, von dem Schlaf bei so schöner Zeiten. 
Weihnachtslied aus Tirol. 

In: 

Deutsche Lieder (1940). 


Auf, ihr Jäger, auf und wacht und seid auf die Jagd bedacht. 
Jägerlied, aus Ditfurth, "Fränkische Volkslieder". Variante des vorigen. 
In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Auf, ihr wilden Männer, wacht und seid auf die Jagd bedacht! 
Melodie und Text um 1840 von Ditfurth in Franken aufgez. 

In: 

Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, Kameraden! (1935); NSLB, Unser 
Lied 2 ( 2 1935); Niederdeutschland (1936; onA ). 


Auf, Jungmädchen und Jungmannen (T: 0. Michelet), der Melodie 
"Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters) aufgesetzt. Titel: Lied der 
deutschen Jugend. 

In: 

Deutsche Jugend heraus (2. Folge, 1933); Deutsche Lieder für die Jugend 
( 2 1935). 


Auf, Kameraden, mutig voran. Die Fahne flattert stolz im Wind. 
Bekenntnislied, onA. Titel: Lied der Standarte 51. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Hitler soll unser Führer sein, 
er führet uns hinauf zum Licht. 

Er brannt ins deutsche Herz hinein 
mit glühender Flammenschrift: 

Frei sein soll unser Vaterland, 
frei sein und stark und rein. 

Fest steh n wir mit erhob ner Hand, 
frei muß die Heimat sein!" 

In: 

Schlesisches SA-Liederbuch (51933; nurT). 




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Auf, Kameraden, schließt die Reihen. Schwäbisches SA-Kampflied, 

onA. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Herren soll n im deutschen Reiche 
künftig auch nur Deutsche sein! 

Jüd scher Würger, du entweiche! 

Unser Volk sei stark und rein! 

Schwab sehe Dichter, schwäb sehe Denker 
sangen deutscher Treue Ruhm. 

Herr der Schlachten, Himmelslenker, 
sieh dies junge Heldentum. 

Ob auch Mord und Lüge wüten, 
gläubig wir zum Führer stehn. 

Nie kann man den Geist verbieten! 

Für Groß-Deutschland kämpft Sturm Zehn. 

Im Vernichtungshaß der Klassen 
Judas goldener Thron besteht. 

Drum heraus zum Kampf der Rassen, 
daß das dritte Reich ersteht". 

In: 

S.A. Liederbuch (1933). 


Auf, laßt uns singen, singen im Chor (T: F. Jöde). Kanon zu 3 
Stimmen, einer Melodie von L. Cherubini aufgesetzt. Aus: Jöde, "Der 
Kanon". 

In: 

Lieder der Werkschar (1935; T onA ); Lieder des Volkes (61936); Auf, laßt 
uns singen! (1936); Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Auf, laßt uns singen! Liedblatt, hgb. vom Musikreferat Gau 
Kurhessen für die Musikpflege in der NS-Frauenschaft (Gau Kurhessen), 
Kassel (1936) [K]. 

Inhalt: 

1. Volkstümlich: Fangt euer Handwerk fröhlich an. - 2. H. Baumann: Und 
die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit . - 3. Weberlied, aus Nordmähren: Es 
ritten drei Reiter wohl über den Rhein. - 4. aus Franken: Schäfer sag, wo 
tust du weiden. - 5. Kommt, das Essen ist bereitet. Kanon. - 6. E. Rabsch: 
(Alter Erntespruch) Neues Brot im neuen Jahr. Kanon. - 7. H. Baumann: 
Hohe Nacht der klaren Sterne . - 8. K. Sydow, 1934: (Lied des 
Märchenmanns) Märchenmann, erzähl uns was. - 9. aus dem Münsterland: 
(Dornröschen) Surre, surre, Rädchen, schnurre. - 10. Wir wolln zum guten 
Meister gehn und seine fleißge Arbeit sehn. - 11. volkstümlich: (Zum 




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Beschluß) Laßt euch nicht verdrießen, einmal muß man schließen. Kanon. - 
12. H. Baumann: Der Mond hat leis gelacht. 


Auf, marsch, marsch! Durch Mühen und Gefahren rennen wir. 
Kampflied, onA. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Auf zum Sieg laßt uns die Streiter rufen, 
ohne Rast empor die steilen Stufen. 

Jo hei jo! 

Unsre Burg soll unser Wollen weisen, 
alle, die uns helfen, woll n wir preisen. 

Jo hei jo!" 

In: 

Ähre und Spaten (1934; nurT). 


Aufm Wasa graset d Hasa. Scherzhaftes Liebeslied, schwäbisch. 
Auch in: "Der Zupfgeigenhansl" (H1915). 

Vgl. Auf am Wasa. 

In: 

Hellau! (1942). 


Auf nach Pommern ziehn wir heut , ziehn wir voller Lust und Freud 
. Heimatlied, entstanden 1932 im Lager Klein Zastrow bei Greifswald. Titel: 
In dem schönen Pommernland. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) Nach dem schönen Pommernland 
sei dieser Marsch benannt. 

0 du schönes Pommernland, 
du bist in der ganzen Welt so weit 

und breit bekannt; 
ein jeder mag dich seh n so gern. 

Drum eilen die Leut von nah und fern". 

In: 

Ähre und Spaten (1934); Lieder der Pommerschen SA (51934; nurT). 


Auf nach Ungarn! = Wir suchen die schimmernden Weiten 


Auf, nun schwinget euch im lustigen Tanz. Tanzlied aus 
Schweden. Aus: Schulten, "Schwedische Volkslieder". 

In: 

RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Lied über Deutschland ( 5 1941). 




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Auf Posten 


= An der Weichsel gegen Osten 


Auf silbernen Rossen 


= Nächtens auf silbernen Rossen 


Auf, singet und trinket den köstlichen Trank. Nationales 

Triumphlied, Volksmelodie. Titel: Teuts Söhne. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Noch schnarchten Roms Krieger, 

besieget vom Wein, 

noch wähnten sie, Sieger 

der Deutschen zu sein, 

da stürmten wie Wetter, 

wie Wirbel im Meer 

des Vaterlands Retter, 

Teuts Söhne, daher. 

Juvivallerallerallera, 

beim Bierkrug von Stein". 

In: 

Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934). 


Auf stiller Wacht 


= Es war auf der Polen Erde 


Auf, Sturmsoldaten, jung und alt = Ihr Sturmsoldaten 


Auf tirolerischen Almen. 

In: 

Hellau! (1942). 


Auf unsrer Wiese gehet was, watet durch die Sümpfe (T: H. v. 
Fallersleben, 1843). Volksweise, Rätsellied. 

In: 

Singkamerad (31935, 8 1937); Lieder für die Grundschule (1938); Klingend 
Erbe (1941). 


Auf Urlaub bin ich gegangen 


= Auf die Reeperbahn 


Auf, Volk der Frei n und Frommen, hell leuchtet dir der Tag (T: 
Hermann Ohland). Vaterländisches Lied, aufgesetzt einer Melodie aus 
Leipzig, 1615. 




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195 


In: 

Von deutschem Glauben ( 3 1939). 

Auf zum Rhein, ihr deutschen Brüder, hin zum Rheine laßt uns 
ziehn! Hakenkreuz und Sturmeslieder soll n an deinen Ufern wehn (T: Franz 
Müller). "Rheinlied", der Melodie des Deutschlandliedes aufgesetzt. 
Textprobe (5. Strophe): 

"Seht, die Judenknechte zittern, 
der Verräter sinkt in Staub, 

Frankreich wird im Sturm zersplittern, 
wenn der Freiheitsmorgen graut". 

In: 

Durch Kampf zum Sieg! (71926); Deutschland erwache! (551932); Was der 
Deutsche singt (1932; nurT, onA ). 


Auguste-Viktoria-Marsch (RS Leipzig, 11/1/38). 

Der Titel feiert die letzte deutsche Kaiserin (1858-1921) und steht im 
Rundfunkprogramm unter dem Komponistennamen Funk. 


Auler, Wolfgang 

Dortmund, 21. Mai 1904 - Bad Münstereifel, 20. August 1986. 
Musikpädagoge, Chorleiter und Organist, auch Cembalist; ab 1927 Organist 
in Berlin, so an der St. Jacobi-Kirche, und Chordirigent, 1936-39 Lehrer an 
der Hochschule für Lehrerbildung Hirschberg, 1939-41 am Bruckner- 
Konservatorium Linz, 1941-45 an der Staatsmusikschule Braunschweig, 
zugleich Staatsdomorganist. 

1945-48 weiterhin an der Staatsmusikschule Braunschweig, 1949-53 
Leiter des Instituts für ev. Kirchenmusik an der Musikhochschule Köln, dann 
Organist und Kantor der Johanniskirche in Witten/ Ruhr. 1961 KMD. Ab Mai 
1969 i. R. zuletzt im Seniorenzentrum in Bad Münstereifel. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.075.918, jedoch 1934 gestrichen. 1938 Mitglied 
der Orgelarbeitsgemeinschaft im Kulturamt der RJF. 

20. Mai 1933, Bekenntnis: 

"Auf der Grundlage beiliegender Thesen fühlen wir uns gedrängt, offen 
auszusprechen, dass einzelne Berater der nationalen Bewegung, 
insbesondere der Glaubensbewegung >Deutsche Christen<, Bestrebungen 
vertreten, die, wenn sie sich durchsetzen sollten, nicht nur eine Verkennung 
der eigentlich tragenden Kräfte des deutschen Volkstums und des 
nationalen Wollens bedeuten würden, sondern auch ernstesten Schaden für 
die Kirche mit sich bringen müssten. Insbesondere beklagen wir, dass 
mancherorts augenblicklich mit falscher Front, nämlich gegen unsere dem 
neuen Geist innerlich verwandte Erneuerungsbewegung gekämpft wird, 
wobei mit Bedacht Namen ausgespielt werden, die mit der religiösen 
Grundidee und dem liturgischen Stil unserer Bestrebungen nicht das 
geringste zu tun haben. 




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196 


Die unverantwortlichen Angriffe der Herren Hans Georg Görner und 
Oberingenieur Herzberg in Wort und Schrift zwingen uns zu der Erklärung, 
dass wir aus Verantwortung für die Sache der evangelischen Kirchenmusik 
davor warnen, diese Herren als Berater der nationalen Bewegung und der 
Deutschen Christen zu verwenden. Ihr Kampf gegen die deutsche 
Orgelbewegung bedeutet eine starke Gefährdung wahrhaft deutscher 
Kirchenmusik" (Wolfgang Auler im Auftrag der Unterzeichner an Dr. 
Goebbels, 20/V/33. Quelle: BA R 55/ 1138. Blatt 37). 

Die Unterzeichneten Kirchenmusiker > u. a. Karl Straube, Wolfgang 
Reimann, Günther Ramin, Erwin Zillinger, Christhard Mahrenholz, Oskar 
Söhngen, Walter Kraft > Paul Kickstat, Fred Hamei, OscarWaicker, Richard 
Liesche, Gerhard Schwarz, Wilibald Gurlitt und Hugo Distier, wollten sich 
nicht durch Görner und Genossen auf der nationalen Schiene überholen 
lassen und legten ein zweckdienliches Bekenntnis ab: 

"Wir bekennen uns zu der gemeinschaftsgebundenen Kraft aller 
Kirchenmusik, wie wir sie vor allem in der Musik unserer evangelischen 
Kirche von Luther über Schütz bis Bach und an den Meisterorgeln dieser Zeit 
erlebt haben. Unsere Bewegung ist nicht zuletzt im Kampfe gegen 
zersetzende Kräfte des Liberalismus und Individualismus entstanden. Wir 
lehnen es ab, daß unserem Volk eine bürgerlich-liberale Kunst als 
Kirchenmusik dargeboten wird, die nicht aus der Gemeinschaft 
herausgeboren ist. Eine zuchtlose, selbstgenießerische Musik, die den 
einzelnen nicht über sich selbst hinaus in die Gemeinde hineinstellt, hat in 
der Kirche kein Heimatrecht und hat auch mit dem künstlerischen Wollen 
des jungen Deutschland nichts gemein. Wir bekennen uns zur volkhaften 
Grundlage aller Kirchenmusik. Wir lehnen es ab, daß unserem Volk eine 
nichtbodenständige, kosmopolitische Kunst als deutsche evangelische 
Kirchenmusik dargeboten wird" (Abdruck: Die Orgelbewegung im neuen 
Deutschland. "Lübecker Anzeiger und Zeitung", 13/VII/33). 

Diese Erklärung vom 17./18. Mai 1933 bezog sich auf das Flugblatt 
"Kirchenmusik im dritten Reich". 

Zur Stellung der Tasteninstrumente innerhalb der gegenwärtigen 
Musikübung ("Deutsche Musikkultur" IV/1, April-Mai 1939. S. 40 ff.). 

Zitat: 

"(...) Im Neuaufbau der deutschen Musikkultur ist dadurch die 
Orgelkunst, neben dem Chor das wichtigste Fundament derselben, vor 
Konzert und Oper in den Hintergrund getreten. Das ist bedauerlich genug, 
um so mehr, als sich in den Kämpfen um eine klangliche Neuorientierung 
der Orgel die deutsche Organistenwelt als einer der aktivsten Teile unserer 
Musiker überhaupt bewährt hat. Es hieße sich der Kräfte einer 
jahrhundertealten Tradition berauben, wenn nicht auch dieser Teil der 
deutschen Künstlerschaft voll in den Aufbau eingesetzt würde. Hier liegen 
noch offene Fragen, die gelöst werden müssen, in Hülle und Fülle vor. Vor 
allen Dingen braucht die Orgelkunst wieder einen umfassenden Auftrag, der 
ihr in der gegenwärtigen Lage wohl nur von der politischen Gemeinschaft 
gegeben werden kann. (...)" (S. 41). 




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197 


Auler sah im kirchlichen Bereich, der den Kulturpolitikern zwar 
unangenehm aber noch nicht abzuschaffen war, keine Arbeitschance mehr 
und rief daher nach Staat und Partei. 

Information: KDMK, RML, FA2. Der DMK 1942 nannte Auler weder als 
Lehrer der Staatsmusikschule in Braunschweig noch im 
Adressenverzeichnis. Das Stadtarchiv Witten (7/X/97) teilte mit, es habe 
kein Sterbedatum ermitteln können. Das Standesamt Dortmund ignorierte 
eine Anfrage vom 28/X1/97, brach also Verwaltungsrecht. 


Aulich, Bruno 

Duisburg, 19. Mai 1902 - Gauting, 24. Oktober 1987. 

Nach abgebrochenem Studium der MW, Pädagogik und Literaturgeschichte 
in München nebst unvollendeter Dissertation über das "klassisch-epigonale 
Streichquartett" zunächst Musiker - 3. Bratscher - im studentischen 
Münchner Orchesterverein Studentenhaus, dann dessen 1. Konzertmeister. 
1929 Ansager, 1933 in München Programmreferent des Bayerischen 
Rundfunks als Leiter der Tanzmusik; hier baute er das 
Rundfunktanzorchester auf und gründete die Münchner Funkschrammeln. 
1936 holte ihn Intendant G. 0. Stoffregen als Leiter der Abteilung 
Unterhaltung zum Deutschlandsender nach Berlin, wo er u. a. die großen 
Opernsendungen betreute. 1939-40 wirkte er beim Neuaufbau des Senders 
Danzig mit. Dann, wieder in Berlin, musikal. Berater in der 
Reichssendeleitung, 1942 schließlich in der Programmredaktion des 
Großdeutschen Rundfunks Vertreter des Gruppenleiters "Ernste, aber 
allgemein verständliche Musik" (Schulz-Dornburg), ab Oktober des Jahres 
auch für die deutsch-italienischen Austauschkonzerte des Reichsrundfunks 
zuständig, 1944 selber Gruppenleiter. 

Zum 15/XI/45 erhielt Aulich seine Entlassung wegen "faschistischer 
Artikel" in mehreren Heften des "Reichsrundfunk". Im November 1947 
lehnte die Berliner Entnazifizierungskommission seinen Antrag auf 
Entlastung ab; er habe zwar weder der NSDAP noch einer ihrer 
Gliederungen angehört, jedoch nationalsozialistisches Gedankengut 
verbreitet. 1950 versuchte der neue Musikabteilungsleiter des Berliner 
Rundfunks, Harry Goldschmidt, Aulich als stellv. Hauptabteilungsleiter 
durchzusetzen. Er durfte dann im Funkhaus Grünau, einer Außenstelle des 
DDR-Rundfunks, als Aufnahmeleiter, Dirigent und Violinsolist arbeiten. Hier 
dirigierte er u. a. die Musik-Umrahmung der Feierstunden zum Jahrestag 
der Oktoberrevolution (5/XI/49), zum 70. Geburtstag Stalins (20/XII/49) 
und zum Andenken an die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl 
Liebknecht (21/1/50). Zuletzt lebte Aulich i. R. in Gauting. 

Werke: "Das stillvergnügte Streichquartett", Mitautor Ernst Heimeran; 
Fassung von D. Schostakowitschs "Weltfriedenslied" (1948); 

Hörspielmusiken im DDR-Rundfunk, so zu "Mort pour la France" (1950) über 
Rekrutierungen für die Fremdenlegion in Westdeutschland oder "Die letzte 
Schicht" (1952) überden Wettbewerb zweier Stahlarbeiterbrigaden um 
Steigerung der Produktion von Grobblech; "Festlicher Auftakt zu Stalins 




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Geburtstag 1949" für gr. Orchester; Musik zur Revue "An beiden Ufern der 
Spree" überden Aufbau in Berlin/ DDR, zus. mit P. Dessau und E. Roters 
(UA: Berlin, 25/1/52). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

28. Juni 1934: 

Aulich leitet das Tanzfunkorchester in der Sendung "Von der 
ausgerechneten Banane bis zur pfeifenden Johanna" von Peter Paul Althaus 
(RS München, 28/VI/34). 

Kleine Musikkunde für jedermann. Sendereihe von B. Aulich (RS 
München, vierzehntäglich ab Januar 1936). 

Zitat: 

"Den drei Jahren nationalsozialistischer Herrschaft verdankt eine gute, 
neuentstandene Unterhaltungsmusik ihre Entstehung und eine Reihe von 
Begabungen haben sich ihren Platz im 

Melodiengedächtnis unseres Volkes erobert. Wer 
das leugnet und nicht wahr haben will und sich auf frühere Zeiten beruft, wo 
es auch keine Unterhaltungsmusik gegeben haben soll, dem sei gesagt, daß 
gerade in den Zeiten, da der Höhenflug einzelner Genies die Erde nicht 
mehr sah, die Volksmusik sich handfest auf den 
Boden derTatsachen stellte. Wenn man diese 
Unterhaltungsmusik mit der heutigen vergleicht, so braucht bei 
gerechter Würdigung der sozialen Zusammenhänge gar kein Minus für 
unsere Zeit dabei herauskommen. (...)" ("Kleine Musikkunde für 
jedermann". RRG-Presse-Mitteilungen" Nr. 488. Blatt 9) 

Volkstümliche Musik im Äther ("Deutsches Musikjahrbuch" 1937. S. 
130-135). 

Zitat: 

"(...) Wenn wir vorurteilsfrei und ehrlich sei wollen: das Volk singt den 
sogenannten Schlager, seine Tanzmusik ist die rhythmisch betonte 
neue deutsche Tanzmusik. Den Schlager könnte man als das Volkslied 
unserer Tage bezeichnen. Die Feinde und Bekämpfer dieser Anschauung 
gehören entweder der älteren Generation an oder sind durch ihre 
persönliche Neigung zur Kunstmusik und Musik unserer Vergangenheit so 
befangen, daß es ihnen unmöglich ist, den wirklich herrschenden Tatsachen 
Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. (...)" (S. 133). 

In Sachen Tanzmusik ("Volksfunk" VII/14, 4/IV/37). 

Zitat: 

"Ungerechterweise hat man die rhythmische Musik den Negern 
zugeschoben. Wer diese Musik als die der Ureinwohner Afrikas ansieht, 
beweist mir, daß er nie eine echte Negermusik gehört hat. Der neue Stil 
dieser Musik ist typisch amerikanisch. Der Neger - an und für sich 
musikalisch sehr lernfähig - hat diese Musik dem Amerikaner vormachen 
müssen. Das geschah nicht aus rassischen Gründen, denn ein Amerikaner 
wird sich von einem Neger nie etwas aufzwingen lassen, sondern der Neger 
verstand diese Musik am besten zu verkaufen. Verkaufen kann man nur, 
wenn man Absatz für seine Waren hat. Das wußten auch die Juden, und es 
ist daher kein Wunder, daß im Jahre 1933 fast die gesamte mit der 




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Erzeugung des Schlagers beschäftigte Industrie - anders kann man diese 
Tätigkeit nicht nennen - in den Händen dieser Leute war, denen an der 
Tanzmusik alles gleichgültig war, was nicht geschäftlichen Charakter trug. 
Es stellte sich dann auch sofort heraus, daß nach dem Umschwung eine 
bewußt deutsche Tanzmusik nur in ganz geringem Umfang vorhanden war. 
Um alle Mißverständnisse auszuschließen: Die Juden hatten weder diese 
Musik erfunden, noch ihren Stil bestimmt; sie hatten sie lediglich 
verschachert und ihre Haltung auf einen Tiefstand gebracht, der am besten 
aus der Seichtheit der den Tanzliedern zugrundeliegenden Texte sich 
bestimmen läßt. 

(...) Es ist selbstverständlich, daß diese Musik in einer Zeit, wo die 
Postkutschen durch Deutschland fuhren, einen anderen Charakter haben 
mußte wie heute, wo rhythmisch stampfende Maschinen, Rennwagen und 
Flugzeuge das Lebenstempo der Menschen bestimmen. Die neue deutsche 
Tanzmusik tut weiter gar nichts, als diesem Umstand sowohl in der 
Klangfarbe, als dem ihr eigentümlichen starren Rhythmus Rechnung zu 
tragen. Infolgedessen sind es vorzugsweise die jungen Menschen, die die 
Wesensart dieser neuen Musik begreifen, schätzen und lieben gelernt 
haben, während die ältere Generation die gemütliche und nach ihren 
Begriffen wohllautende Musik nicht missen mag. 

Wer heute behauptet, daß der deutsche Rundfunk >Jazz<-Musik 
spielen läßt, soll sich darüber klar sein, daß er über zeitnahe 
Unterhaltungsmusik nie gründlich nachgedacht hat, und daß er kein 
Verständnis für die gegenwärtige Einstellung des Menschen zur Maschine 
und zum Tempo unserer Umwelt gefunden hat" (S. 28). 

29. Februar 1940, Beurteilung: 

"(...) Ein ganz unrühmliches Kapitel ist ein Herr der 
Programmgestaltung. A u I i c h ist sein Name, er sitzt seit einigen Jahren 
hier in Berlin, kam aus München und soll schon die tollsten Dinge hier 
verbrochen haben. Wenn ich persönlich nicht das Glück gehabt hätte diesen 
Herrn vor dem besten Funkorchester kennenzulernen, wäre ich nie im 
Stande gewesen zu glauben, dass es Menschen gibt, die sich mit einer 
derartigen Frechheit und Dirigentenunfähigkeit vor ein Kulturorchester 
stellen können und die ersten Kräfte belehren wollen, wie man diese oder 
jene Stelle auf einem Blas- oder Streichinstrument zu spielen hat. An 
praktischer Kulturarbeit kann der Mann nachweisen., dass er eine 
Jazzkapelle im Münchner Sender leitete und mit aller Raffinesse einige 
Hörspiele, nach dem Muster >Man nehme< zusammenstellte. (...)" (Fritz 
Straub an R. Schulz-Dornburg, 29/11/40. Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg. 
Historisches Archiv, Signatur NL 17/11). 

Der Absender, 1. Hornist im Großen Rundfunkorchester Berlin mit 
zeitweiligem Kapellmeisterdienst > monierte , daß Au lieh ans Pult strebte , 
ohne irgendeine dirigentische Ausbildung vorweisen zu können. 

23.Januar 1944: 

Im besetzten Brüssel leitet Aulich ein Konzert der Philharmonie 
Brüssel außer Abonnement mit Musik zu Tanz und Ballett. 

11. Oktober 1944 , Aufgabe: 




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"(...) Herr Aulich sollte einen neuen Komponisten für das Anacker-Lied 
suchen. Herr Traeder hat ein Lied von Kurt Eggers, das viel mehr die 
Situation trifft als das Anacker-Lied. Die Angelegenheit Anacker ist damit 
erledigt (...)" (Fritzsche-Sitzung im Haus des Rundfunks, ll/X/44, Protokoll. 
Quelle: BA R 55/ 556. Blatt 74). 


Aus deinen blauen Augen. Volkslied aus Hessen. 
In: 

Alte deutsche Volkslieder (1933). 


Aus dem Himmel ferne, wo die Engel sind, schaut doch Gott so 
gerne. Kinderlied. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934; nurT). 


Aus der Heimat in die Weiten. Kampflied. 
In: 

Heraus, ihr Kampfgesellen! (1934). 


Aus der Jugendzeit, aus der Jugendzeit klingt ein Lied mir immerdar 
(T: F. Rückert, 1830). Vertonungen von Moritz Hauptmann (Op. 49 Nr. 6) 
und Robert Radecke (Op. 22 Nr. 1, 1859). 

In: 

Heil Hitler! (1933); Liederbuch der NS-Frauenschaften ( 2 1933, 41934; nur 
T, onA ); Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 
Deutsche Lieder für die Jugend ( 2 1935). 


Aus der Kraft des Glaubens vom völkischen Sieg. Feiergestaltung 
des NSD-Studentenbundes (Berlin, *30/1/39, in der Musikhochschule) mit 
Texten u. a. von Hitler, E. M. Arndt, Hutten, E. Fichte, Baldur von Schirach; 
Musik von H. Spitta, W. Rein und G. Maasz. 

Die sieben Teile: 1. Zeit um Ulrich von Hutten - 2. Zeit des 30jährigen 
Krieges - 3. Nationale Not und Selbstbesinnung um 1813 - 4. Dunkle Zeit im 
19. Jahrhundert (Vorbereitung des Weltkrieges) - 5. Der Weltkrieg - 6. 
Heimkehr (Vorbereitung des dritten Reiches) - 7. Aufruf zum Mitgestalten 
der Gegenwart. 


Aus dunkler Nacht auflodern hell die Flammen (T: nach Emil Heß, 
aus "Der Tag", 26/III/33) NS-Huldigungslied, einem Präludium von J. S. 
Bach aufgesetzt, Fassung: E. Dahlke. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Mit Hakenkreuz die Fahnen wehen 




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und feiern Deutschlands Auferstehen". 

In: 

Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933); Lieder für Schulfeiern 13 
(1936). 


Aus einer Ziege werden zwei (T: Walter von Müller), einer 
ungenannten Melodie von F. Kuhlau aufgesetzt. Titel: Frühling in der Rhön. 
In: 

Flieger sind Sieger (31941). 


Ausharren = Wer ausharrt bis ans Ende 


Aus hochbetrübtem Mut und Herz ein klagend Lied zu singen. Lied 
über den 30jährigen Krieg, onA. Titel: Ein Lied von deutscher Not und 
Hoffnung. 

Textprobe (4. Strophe): 

"0 Jammer groß, o Herzeleid! 

Aus Gsang in Klag und Heulen 
verkehrt hat sich zu dieser Zeit 

dein Freud 
in Gschrei der Eulen. 

Tausendsechshundertzwanzig Jahr 
deins Leids Anfang die Jahrzahl war, 
dein Freud ist weggenommen. 

Wo ist die teutsche Einigkeit, 
deins Heldenmuts Standhaftigkeit, 
die Lieb deinr selbst hinkommen?" 

In: 

Kämpfende Mannschaft (1934). 


Aus Lüneburg sein s wir ausmarschiert, zu Schleswig sein wir 
einquartiert. Kriegslied aus Hannover um 1864, zum Andenken der 
Schlacht bei Schleswig gegen die Dänen am 8. Mai jenes Jahres. Erstdruck 
in: "Der Zupfgeigenhansel" (101913). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und als der andre Tag anbrach 
und wir das Schlachtfeld genau besahn, 
da waren alle Berge so rot 
von lauter, lauter Dänenblut. 

Sie mußten sterben mit Hurra." 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Die Fahne hoch! (1933); Trum, trum (21933); Blut 
und Ehre (1933); Wir wollen singen (1933); Uns geht die Sonne nicht unter 
(1934, Textausgabe 1941); Jungdeutschlands Lieder (1934; "Volksweise" 




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aus Hannover); Soldatenlieder (1934); Die weiße Trommel ( 2 1935); 
Singkamerad ( 3 1935, 8 1937); Niederdeutschland (1936); Werkleute singen 
(1936); Soldaten singen (1936); RJF, Liederblatt der HJ 28 (1936); Neues 
Deutschland 2 (1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Soldaten- 
Liederbuch (1938); RJF, Unser Liederbuch (61941). 


Aus meines Herzens Grunde sag ich dir Lob und Dank in dieser 
Morgenstunde. Choral, Hamburg, 1598. 

In: 

NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Ausreden 


= Wenn man dir nichts beweisen kann 


Aus tiefer Not schrei ich zu dir, Herr Gott, erhör mein Rufen. 
Kirchenchoral auf dem 130. Psalm, auf die Melodie "Herr, wie du willst, so 
schicks mit mir", Straßburg, 1525. 

In: 

Christliche Kampflieder der Deutschen (1933); NSLB, Unser Lied 2 ( 2 1935); 
Lobeda-Singebuch 1 (1936); Evangelisches Feldgesangbuch (1939, 1940). 


Autenrieth, Otto 

Hornberg/ Schwarzwald, 6. September 1868 - Heidelberg, 15. Oktober 
1942. 

Sohn eines Oberlehrers; Musikpädagoge in Heidelberg, Oberstudienrat, 
Organist an der Johanneskirche und Lehrer an der Staatlichen LBA. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB, aber kein Eintrag, Gaufachschaftsleiter 
und Musikreferent des NSLB, Gau Baden, und stellv. Gauführer des DSB. 
Information: DML. 


Ave Maria. Geistlicher Kanon. 
In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936). 




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Baarz, Hermann 

Göllen, 5. Januar 1871 - Zepernick, 29. April 1941. 

Militärmusiker und Pistonvirtuose; ab l/X/99 Stabstrompeter und MM beim 
Trompeterkorps des FeldAR 19, ab l/XII/03 beim 1. Garde-Dragoner-Rgt. in 
Berlin, am l/XI/10 OMM, jedoch 1918 demobilisiert. Nach Kriegsende leitete 
er eine Freikorpskapelle, später - Stand 1932 - das eigene "Baarz- 
Orchester" in Bochum; danach in Berlin Inhaber der Kneipe "Zum Schultheiß 
am Kreuzberg", auch Leiter eines Musikkorps der Sicherheitspolizei. 1936 
reaktiviert als StMM und Leiter des Musikkorps des Flak-Rgts. 12 in Berlin- 
Lankwitz. Stand 1938: bei der 2. Abteilung, Flak-Rgt. 22 Döberitz. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Fahnenruf. Marsch für Heroldstrompeten und Kesselpauken (Berlin, 1935; 
DtldS, 25/11/38, 19/VII/39). 

Unsere Fußartillerie. Marsch für Heroldstrompeten (Berlin, 1935; DtldS, 
19/VII/39). 

Information: LdBI. Das Stadtarchiv Bochum ignorierte eine Anfrage 
vom 12/VI/98, teilte auf Erinnerung am 16/VII/99 nur mit, es könne keine 
Angaben über Baarz machen; laut Einwohneramt Bochum, Zentraler 
Auskunftsdienst (2/VIII/99), sei keine Auskunft möglich, da Kriegswirkung 
die Meldeunterlagen vor l/VI/45 vernichtet habe. 


Bacchus soll uns Führer sein. Titel: Deutsches Trinklied. 
In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936). 


Bach, Carl Philipp Emanuel 
1714 - 1788 

Gott ist mein Lied, er ist der Gott der Stärke (T: Ch. F. Geliert). Eine 
weitere Vertonung stammt von Beethoven. 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 

Singkamerad ( 3 1935, 8 1937); Stimmt an! II (1939). 

Neujahrslied: Er ruft der Sonn und schafft den Mond, das Jahr darnach zu 
teilen (T: Ch. F. Geliert). Frei nach der geistlichen Ode "Am neuen Jahre" 
bearb. von Erwin Lendvai. 

In: 

Lobeda-Singebuch 1 (1936). 

Bach, E. (Pseudonym) = Erich Wintermeier 




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Bach, Erwin Johannes 

Hildesheim, 13. Oktober 1897 - Berlin (DDR), 9. August 1961. 
Lehrersohn; Klavierpädagoge und Kompositionslehrer an der Hochschule für 
Musik in Berlin. 

Von Gerigk/Stengel als Jude ("eigentlich Hirsch") denunziert. 

1934 emigrierte Bach nach Swerdlowsk, hier Professor am 
Staatskonservatorium, 1935-38 am Staatskonservatorium Odessa, 1938-40 
an Staatlichem Musiktechnikum und Universität Tomsk, dann bis 1942 am 
Staatlichen Wissenschaftlichen Institut für Musik und Theater in Leningrad, 
nach Taschkent evakuiert und hier bis 1947 Lehrer am 
Staatskonservatorium. 1947 in Berlon (Ost) Leiter der Internationalen 
Musikleihbibliothek. 

Information: DML, FA, KDMK. 


Bach, Johann Sebastian 
1685 - 1750 

Vgl. Aus dunkler Nacht auflodern hell die Flammen 

1932 

Dudelsackweise aus der Gavotte II der G-moll-Suite, für 3 Flöten oder 
Geigen oder Tastenspiel. 

In: 

Lieder der Deutschen (1932). 


1933 

Befiehl du deine Wege. Choral (Mirag, *20/IV/33, MZ der SS-Standarte 
48, Dgt. Max Pausch). 


1934 

BWV 79. Zum Beschluß: Nun laßt uns Gott dem Herren Dank sagen und 
ihn ehren (T: Ludwig Helmbold, 1532-1598). Aus der Kantate "Gott der Herr 
ist Sonn und Schild". 

In: 

Die Singstunde 62 (1934). 

5. Juli 1934, Urphänomen des Deutschtums: 

"Die von Alfred Rosenberg geleitete Nationalsozialistische 
Kulturgemeinde< (...) hält ihre erste Reichstagung in Eisenach ab, Die Wahl 
dieser schönen thüringischen Stadt, die ein bedeutendes geschichtliches 
Erbe mit gegenwartslebendigem Sinn verwaltet, erscheint, wenn man das 
Ziel der NS-Kulturgemeinde, dem Geist unserer Zeit wieder eine eigne 
deutsche Form zu geben, ins Auge faßt, nicht zufällig. Denn Eisenach ist der 
Geburtsort eines deutschen Genius, der dem Geist seiner Zeit eine so 
überwältigend deutsche Gestalt zu geben vermochte, wie es in der ganzen 
so reichen deutschen Geistesgeschichte vielleicht kein zweites Mal mehr der 
Fall gewesen ist, und der eben darum über seine Zeit hinaus in die Ewigkeit 




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und über sein Land hinaus in die ganze Welt drang, in der gestalteter Geist 
überhaupt zu den wirkenden Mächten des Daseins gehört: Johann Sebastian 
Bachs. Bach ist ein Urphänomen der Musik und ein Urphänomen des 
Deutschtums; in seiner Musik kann sich nur deutscher Geist verkörpern, es 
gibt auf der Welt nichts andres, was als überindividuelles Bewußtsein hinter 
der Matthäus-Passion, der H-Moll-Messe, der >Kunst der Fuge< stehen 
könnte. 

(...) Es ist für die NS-Kulturgemeinde vergleichsweise leicht, ihr 
Programm an der Auswahl derjenigen unsrer vorhandenen Kulturgüter zu 
orientieren, die für die deutsche Gegenwart von besonderer Bedeutung sind. 
Der weitaus schwierigere Teil der Aufgabe besteht darin, die künstlerischen 
Kräfte zu wecken, die in der Gegenwart selbst schlummern. Auch von ihnen 
bergen vielleicht manche einen >Schrecken< in sich, den zu überwinden im 
Augenblick noch nicht jedem gegeben ist, selbst wenn er dem alten 
deutschen Schrecken Luthers und Bachs verwandt ist. Das große geistige 
Werk wächst immer, das haben Hitler und Goebbels zahllose Male 
ausgesprochen, im genialen Einzelmenschen; Aufgabe des Staates ist es, 
ihm die Möglichkeiten des Schaffens nach Kräften frei zu halten, Aufgabe 
einer Kulturgemeinschaft aber, in ihren Mitgliedern die Empfänglichkeit und 
Ehrfurcht dafür zu wecken, den Boden zu bereiten, in dem das Werk des 
großen Einzelnen hineinwächst in die Tiefe des Volkes" (KHR = Karl Heinz 
Ruppel: Kulturarbeit im neuen Deutschland. Erste Reichstagung der NS- 
Kulturgemeinde. "Kölnische Zeitung", Abendblatt, 5/VII/34). 

1935 

1935: 

In der Monatsschrift der Nordischen Bewegung, "Rasse" II/9, August 
1935, S. 331-333 f., ersccheinen unter dem Titel "Werk und Rasse bei 
Johann Sebastian Bach" die Beiträge "Nordische Wesenszüge der Bachschen 
Kunst" von Richard Eichenauer und "Rassenmerkmale in der körperlichen 
Ersche9inung Johann Sebastian Bachs" von Michael Hesch. 

Januar 1935: 

Der Berliner Musiklehrer Paul Neubert verlangt in seinem Aufsatz 
"Für eine Neu-Dichtung der Kantatentexte Bachs?" in "Die Musik" XXVIII/4, 
Januar 1935, neue Texte für die Kantaten von Bach. 

27. Juli 1935, Ehrung: 

"Am 27. Juli ließ die NS-Kulturgemeinde Leipzig zum 185. Todestage 
Johann Sebastian Bachs an der ehemaligen Wirkungsstätte des Meisters in 
Leipzig eine Gedenktafel anbringen, die ein Werk des Leipziger Bildhauers 
Zalisz ist" (Ehrungen. "ZfM" CII/10, Oktober 1935. S. 1066). 

August 1935, Auszeichnung: 

"Der Führer und Reichskanzler zeichnete das 3. Orchesterkonzert im 
Rahmen des Reichs-Bachfestes unter Leitung von Prof. Abendroth mit seiner 
Anwesenheit aus. Dem Führer wurde bei dieser Gelegenheit die neu 
gestiftete Bach-Plakette überreicht, die in Zukunft den um die Pflege der 
Werke Bachs besonders Verdienten verliehen werden soll" ("ZfM" CII/8, 
August 1935. S. 840). 

*9. November 1935: 




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Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung leitet Buschkötter 
mit Kammerchor und Gr. Orchester des RS Köln eine "Festliche Musik", u. 
a.: Bach, "Brandenburgisches Konzert" Nr. 3, erster Satz, und Konzert in D- 
moll für 2 Violinen, gespielt von August Kreuter und Rudi Rhein (RS Köln, 
*9/XI/35, als Reichssendung). 

Dezember 1935, Einzig deutsche Lebenshaltung: 

"Diese neue Bachschau findet die Möglichkeit ihrer Verwirklichung 
durch die neue Einstellung zur deutschen Geschichte, die durch die 
nationalsozialistische Revolution eingeleitet ist. Diese Geschichtsbetrachtung 
sucht nicht nach Stilen, sondern nach der Erkenntnis des übergeordneten 
deutschen Wertes. 

(...) Für ihn stand nicht der Mensch im Mittelpunkt des Tuns, der sich 
aus freier gegenseitiger Übereinkunft in eine staatliche Ordnung begibt und 
seine natürlichen Rechte beansprucht, für ihn war im mittelalterlichen Sinne 
Welt und Obrigkeit die gültige und sinnvolle Spiegelung der >Ordnung von 
Gott<, für ihn war der größte Meister nicht ein Einzelfall menschlicher 
Begabung, sondern, wie er selbst, nur ein Glied in der >prästabilierten 
Flarmonie<, die der Urheber aller Dinge als Ausgang und Ende alles 
Erkennens und Seins ist. Die Musik Joh. Seb. Bachs ist uns heute Beispiel 
der einzig deutschen Lebenshaltung, die alle ihre Lebensfunktionen aus 
einer übergeordneten Idee sich speisen läßt, in der die Person in den 
geheimnisvollen Ring von Blut und Glauben zurückschwingt, in der die Kunst 
nicht dem privaten Bekenntnis, der privaten Idee, sondern dem dienenden 
Bewähren in der deutschen Gemeinschaft verpflichtet ist" (Werner Körte: 
Johann Sebastian Bach. Der Weg seines Werkes bis zur Gegenwart. "NS- 
Monatshefte" VI/69, Dezember 1935. Auch als Sonderdruck verbreitet). 

1936 

Bourree, 2stimmig, aus dem Notenbüchlein der Anna Magdalena Bach. 

In: 

Feiernd Volk 1 (1936). 

16. März 1936: 

Im 6. Sinfoniekonzert 1935/36 der NSKG Leipzig bietet das Leipziger 
Sinfonie-Orchester, Dgt. H. Weisbach, "Die Kunst der Fuge" von Bach, 
Fassung: W. Graeser. 

27. März 1936, "Volkstümlich": 

"Im Dritten Reich ist Bach volkstümlich geworden" (Bildlegende unter 
dem Foto einer Bach-Büste, in "Die Musik-Woche" IV/13, 27/III/36. S. 6). 
*9. November 1936: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung leitet Hermann 
Stange ein Morgenkonzert des Gr. Orchesters des Deutschlandsenders, u. a. 
Bachs Violinkonzert in E-dur, Solist G. Kniestädt (DtldS, *9/XI/36, als 
Reichssendung). 

1937 

Trinkspruch. 

In: 

DSB, Singendes Volk 22 (1937). 




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BWV 212. Bauernkantate: Einleitungsmusik - Mer hahn en neue Oberkeet 
- Wir gehn nun, wo der Tudelsack. Bearbeitung: G. Nowottny. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 23 (11. Februar 1937). 

1938 

Feierliche Musik. Nach dem Notenbüchlein für Anna Maria Bach, Fassung: 
R. Fleyden. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 76 (1938). 

Sonata aus der Kantate Nr. 182. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 114 (1938). 

Oktober 1938, Johann-Sebastian-Bach-Preis: 

"Die Reichsmessestadt Leipzig hat einen alljährlich zu vergebenden 
Musikpreis in Höhe von 5000 RM für eine Sinfonie oder sinfonische 
Dichtung, für eine Oper, für Kammermusik oder für eine 
zusammenhängende Liedfolge geschaffen, der als Johann-Sebastian-Bach- 
Preis der Reichsmessestadt Leipzig jeweils am 21. März, dem Geburtstage 
des Meisters, zur Verteilung gelangt. Zur Bewerbung sind Komponisten 
deutschen Blutes zugelassen" ("ZfM" CV/10, Oktober 1938. S. 1071). 

1939 

*11. Februar 1939: 

Der RS Leipzig überträgt aus der Thomaskirche zu Leipzig die 
Bachfeier der Reichsmusiktage der HJ. Mitwirkende: Thomanerchor, 
Mitglieder des Gewandhausorchesters, Günter Ramin (Orgel), Dgt. Karl 
Straube (RS Leipzig mit DtlS, RS Köln, Saarbrücken, Stuttgart, Wien und 
Sender Danzig, *11/11/39). 

1940 

Musik für zwei Soloinstrumente und unbezifferten Baß. Nach dem 
Autograph in der Berliner Staatsbibliothek bearbeitet von J. Altemark. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 134 (1940). 

BWV 244. Wenn ich einmal soll scheiden. Choral aus der 
"Matthäuspassion". 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

1941 

1941: 

Die "Zeitschrift für Deutschkunde" 1941, S. 330-332, bringt von 
Ehrenfrid Muthesius den Aufsatz "Bach und der deutsche Geist". 

Muthesius behauptet u. a., die Polyphonie Bachs sei "unüberbietbare , 
ewig gültige Verwirklichung nordisch-germanischer Geistesart im deutschen 
Volk” (Teilabdruck: Wulf, S. 233). 

BWV 212. Ach, es schmeckt doch gar zu gut. Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 




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BWV 212. Mer hahn ne neue Oberkeet. Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 

BWV 212. Fünfzig Taler bares Geld trockner Weise zu verschmausen. 

Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 

BWV 212. Wir gehn nun, wo der Tudelsack in unsrer Schenke brummt. 
Aus "Bauernkantate". 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Toccata und Fuge in D-moll für Orgel. Für LW-Orchester: SS-Schütze L. 
Stiel (1941). 

1942 

BWV 244. So kommt nun her an den Mittagstisch (T: W. Cramm), auf 
eine Melodie aus "Bauernkantate". 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Spielmusik für drei bis vier Instrumente: Kanon - Sinfonia - Sinfonia - 13. 
Fuge aus dem "Wohltemperierten Klavier" - Kanon aus "Das musikalische 
Opfer". 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 579/580 (1942). 

Sechs Fughetten aus der Klavierübung, 3. Teil, für Orgel, Klavier oder 
Instrumentalgruppen. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 581/582 (1942). 

Zwei Sinfonien für Streichorchester, aus den Kantaten 198 und 68. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 583/584 (1942). 

8. Februar 1942, Beistand: 

"(...) Es gibt Augenblicke im Menschenleben, in denen man Beistand 
braucht. Bach kann ihn geben und baut mit an dem inneren Gesetz deines 
Lebens: und das bedeutet für den Gefolgsmann des Führers: Pflicht, Opfer, 
Sieg! 

Bachs Musik kommt aus Ewigkeiten voll Kraft und Schönheit und 
Siegesgewißheit und wird manchem - das weiß ich als Teilnehmer des 
Weltkrieges - wiedertönen in der Stunde der Entscheidung!" (F. A. 
Hauptmann: Ansprache vor Junkern der Waffen-SS und Verwundeten in der 
Thomaskirche zu Leipzig, 8/II/42. Abdruck unter dem Titel "Johann 
Sebastian Bach und wir" in: "ZfM" CX, 1943. S. 104). 

BWV 205. Herbst-Kantate. Textliche Neufassung der Kantate "Der 
zufriedengestellte Aeolus" von Theodor Häring im Auftrag von H. Grischkat 
unter Benutzung einer Umdichtung von Wilhelm Voigt (Stuttgart, September 
1942, zum Bachfest). 

Frühlings-Kantate. Textliche Neufassung der Kantate "Schleicht, 
spielende Wellen" von Theodor Häring im Auftrag von H. Grischkat unter 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 209 

Benutzung einer Umdichtung von Wilhelm Voigt (Stuttgart, September 

1942, zum Bachfest). 

Präludium und Fuge in H-moll für Orgel (Leipzig, *8/XI/42, zur Einleitung 
der Feierstunde zum 9. November, Organist Hans Strobach). 

*9. November 1942, Bericht: 

"Die von der Kreisleitung Leipzig der NSDAP, veranstaltete Feierstunde 
vereinigte im Großen Festsaal des Gewandhauses neben zahlreichen 
Ehrengästen die gesamte Führerschaft der Partei und ihrer Gliederungen, 
um der für Großdeutschland gefallenen Helden zu gedenken. Während rings 
um das Podium die Fahnen der Bewegung einen eindrucksvollen Abschluß 
des sonst nur schlicht, aber eben deshalb einprägsam geschmückten 
Raumes bildeten, marschierten nach Fanfarenruf aus der Ferne die in 
Leipzig beheimateten Feldzeichen ein. J. S. Bachs Präludium und Fuge in h- 
moll, bewegt und kraftvoll gespielt von Hans Strobach, klang auf und 
verlieh der Feierstunde die ernst-männliche Einstimmung, auf die das 
anschließende Führerwort einging, das vom Opfer aller Helden sprach, die 
für Deutschland fielen. (...)" (Feierstunde des 9. November. "Leipziger 
Neueste Nachrichten" Nr. 313, 9/XI/42). 

14. November 1942, Hausmusik: 

"In diesem Jahr wird der Tag der Deutschen Hausmusik zum 
zehntenmal begangen. Er findet am 14. November statt und steht im 
Zeichen Johann Sebastian Bachs" ("Die Musikpflege" XIII/1, April 1942. S. 
21 ). 

1943 

1943, Assoziationen: 

"Aus dem vertiefenden Erlebnis des Kampfes, in dem er als 
mitverantwortliches Glied wirkt, empfindet gerade der einfache, 
unverbildete Mann ohne viel Worte, daß auch die Musik unserer großen 
Meister aus einem Ringen mit dem Schicksal hervorgegangen ist, selbst da, 
wo sie lächelnd und unbeschwert scheint. Der Zucht, Lebendigkeit und 
Klarheit etwa der Brandenburgischen Konzerte Bachs fühlt er sich innerlich 
zugehörig, da er aus ihnen den soldatischen Geist des großen Königs in 
gleicher Weise hört, wie er ihn im eigenen militärischen Tagewerk ständig 
erlebt" (Generalmajor Paul Winter: Musikpflege in der Wehrmacht. 

"Jahrbuch der deutschen Musik" 1943. S. 57-58). 

Ein feste Burg ist unser Gott (T: M. Luther), für Orgel. 

In: 

Das Orgelbuch (1943). 

Bach, Wilhelm 

Bad Homburg, 10. Dezember 1891 - Gießen-Wieseck, 17. Februar 1950. 
Sohn eines Kriminalassistenten; Kapellmeister und Musikpädagoge, 1921 
Leiter des Städtischen Orchesters Hanau, dann Freikorpskämpfer (Oberland, 
1922-28), später freischaffender Musiker. 

Nach 1945 zuletzt in Gießen. 


NSDAP seit l/VIII/32, Nr. 1.276.390. 1932 polit. Leiter; SS seit 20/V/33, 
1935 Untersturmführer und MZF SS-Standarte 2 Frankfurt a. M. 1933 Leiter 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 210 

der Ortsgruppe Hanau des Reichskartells der deutschen Musikerschaft; 1934 
Leiter der Kreismusikerschaft Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern der 
RMK. 


Bach, Wilhelm Friedemann 
1710 - 1784 

Zwei Sonaten für 2 Flöten oder Flöte und Violine. 

Empfohlen in ",Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 


Bachmann, (Eduard Hermann) Rudolf 
Zwickau, 26. Februar 1897 - Essen-Werden, 6. August 1966. 
Kapellmeister in Duisburg, Solorepetitor, ab 1933 in Trier Leiter des 
Orchesters Trierer Berufsmusiker, ferner Dirigent des gemischten Chors 
"Liederkranz Trier 06" und Privatmusikerzieher für Klavier, Violine und 
Dirigieren. 1940 nach Homberg/ Krs. Mörs übergesiedelt. 

Nach 1945 weiterhin in Homberg, aber am 15/VII/46 abgemeldet 
nach Breslau (!). Später und zuletzt i. R. in Essen-Werden. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.851.742, jedoch 1934 ausgetreten; Wiedereintritt 
zum l/VIII/35. 

Marsch 1930 (eigner T), onA , am 31/VII/33 an Dr. Goebbels eingesandt 
(Quelle: BA R 55/ 1160). 

Junges Deutschland. Marsch für Harmoniemusik/ Kavalleriemusik/ 
Orchester/ Salonorchester (Werag, 23/IX/33). 

Mackensen-Marsch (RS Frankfurt, 29/VIII/35). 

Der Titel feiert August von Mackensen (1849-1945), 

GeneraIfeldmarschall und im Weltkrieg 1914-18 Armeeführer im Osten, in 
Serbien und Rumänien; er sympathisierte mit Hitler und war bis 1935 
Ehrenvorsitzender des NS-Deutschen Frontkämpferbundes.. 

Vom Vertrieb Parrhysius, Berlin, als "Musik der nationalen Erhebung" 
empfohlen. 


Bachmeier, Lorenz 

Pfarrkirchen, 9. September 1879 - München, 18. Mai 1942. 
Musikpädagoge, Studienrat am Ludwigs-Gymnasium München. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 

Und ihr habt doch gesiegt! Chor zu drei bis fünf Stimmen mit 
Streichorchester und Klavier (u. a. München, *19/111/36, in der Städtischen 
Singschule). 


Back, Gilbert 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


21 1 


Philippopel/ Mazedonien, 10. Januar 1902 - Santa Monica, Cal. (USA), 

11. Dezember 1967. 

Orchestermusiker, Geiger im BPhO. 

Von Brückner/Rock (B/R I: "Gilbert Bach") und Gerigk/Stengel als 
Jude denunziert. 

Back schied zum 31/XII/35 wegen rassistischer Verfolgung als 
"Volljude" aus, erhielt jedoch 15.625 RM Abfindung. Er emigrierte nach 
Ankara, dann in die USA. 

19. August 1935, Ausschluß: 

"Gemäß § 10 der I. Durchführungsverordnung zum 
Reichskulturkammergesetz vom 1. November 1933 (RGBl. I-S. 797) lehne 
ich Ihren, mir zur endgültigen Entscheidung vorgelegten Aufnahmeantrag 
ab, da Sie die nach der Reichskulturkammergesetzgebung erforderliche 
Eignung im Sinne der nationalsozialistischen Staatsführung nicht besitzen. 

Durch diese Entscheidung verlieren Sie mit sofortiger 
Wirkung das Recht zur weiteren Berufsausübung auf jedem zur 
Zuständigkeit der Reichsmusikkammer gehörenden Gebiete. 

Gegen diese Entscheidung steht Ihnen das Recht der schriftlichen 
Beschwerde bei dem Herrn Präsidenten der Reichskulturkammer, Berlin W 
8, Wilhelmplatz 8-9, zu" (Der Präsident der RMK, Raabe, an Back, 
19/VIII/35. Quelle: BA Namensakte Back). 

Mit Rückendeckung von Furtwängler spielte Back entgegen der 
Bedingung der Ausschlußverfügung noch bis Jahresende weiter im 
Orchester. 

Erinnerung, korrekt, 1947: 

"(...) daß meine jüd. Kollegen und auch ich das Orchester freiwillig 
verlassen haben. 

Furtwängler tat alles um uns weiter in unseren Stellungen halten zu 
können, obwohl dies keinesfalls ohne Risiko u. Gefahr für ihn möglich war. 
Als ich darauf bestand, das Orchester zu verlassen, setzte Furtwängler bei 
den Behörden eine Abfindungssumme für mich durch, die es mir ermöglicht 
hätte, einige Jahre zuwarten zu können, um mir eine neue für mich 
geeignete Existenz zu schaffen. Furtw. bewirkte sogar die Bewilligung für 
mich, den Betrag ins Ausland zu transferieren, was in dieser Zeit bereits als 
fast ausgeschlossen galt. Ich möchte dazu noch bemerken, daß es Ende 
1935 in Deutschland fast als Hochverrat galt, Juden in irgendeiner noch so 
geringen Weise behilflich zu sein" (Back, Notarielle Erklärung an Eides Statt, 
Los Angeles, 27/1/47. Quelle: AP). 


Backbord hing am Arm ein Mädchen mit nem schlanken 
Fahrgestell (T: Günter Praus). Fliegerlied, der Melodie "Liegt ein Dörflein 
mitten im Walde" aufgesetzt. Titel: Flieger Emil vom Urlaub zurück. 

In: 

Flieger sind Sieger (31941). 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


212 


Backe, backe Kuchen. Kinderlied. 
In: 

Singkamerad, Anhang München (1939). 


Backes, Lotte 

Köln, 2. Mai 1901 - Berlin (DDR), 12. Mai 1990. 

Tochter eines Ingenieurs und einer Amateurkomponistin; Pianistin und 
Komponistin in Düsseldorf, ausgebildet in Berlin, so von Georg Schumann 
und Max Trapp, ab 1936 ständig in Berlin. Ihre Manuskripte fielen 1945 dem 
Krieg zum Opfer. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin, nun Berlin (Ost), dann in den Westteil 
der Stadt übergesiedelt. Sie erhielt 1983 das Bundesverdienstkreuz. 

W e r k e: u. a. Oratorien, so "Sankt Dominikus" (UA: Budapest, 1934, bei 
der Festveranstaltung des Dominikanerordens zur 700-Jahrfeier der 
Heiligsprechung des Ordensgründers), Psalmen und Motetten; Orgelmusik 
und Klaviermusik; Kammermusik wie Sonate für Trompete und Orgel oder 
Ballade für Flöte, Harfe und Klavier (1960). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Lied des unbekannten Soldaten: Nun liegst du bleich und stumm (T: L. 
Streil), für gemCh (1940) [St]. 

Information: FA. Standesbeamtin Niewerth, Köln (10/11/98), 
verweigerte das Todesdatum und berief sich rechtsordnungswidrig auf das 
verfälschte PStG § 61. Damit raubte sie dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Das 
Historische Archiv der Stadt Köln (ll/V/98) kündigte "für die Bearbeitung 
von schriftlichen Anfragen” eine Forderung von 40 DM "pro halbe Stunde 
aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das Grundgesetz unbehinderte 
Information verspricht, setzte die Forderung auf Antrag jedoch aus, sah sich 
aber (18/VI/98, Dr. Illner) zu Angaben außerstande, "da keine Kongruenz 
zwischen dem angebenen Geburtsdatum, -ort bzw. Zeitrahmen vorliegt oder 
herzustellen ist". 

Das Frauenarchiv Musik ignorierte eine Anfrage vom 20/X/98. 


Backhaus, Wilhelm 

Leipzig, 26. März 1884 - Villach/ Kärnten (A), 5. Juli 1969. 

Pianist - Schüler von Eugen d Albert - und Klavierpädagoge in Berlin, 
zeitweilig in Bioggio bei Lugano. 

Nach 1945 auch freischaffend, dann i. R. in Lugano. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Reichskultursenator (Stand: 27/V/38); 
Präsidialbeirat der Kameradschaft der deutschen Künstler e.V. 

Mai 1933: 

Backhaus begleitet Hitler auf Einladung auf dem Flug nach München. 
1. Juni 1933: 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


213 


Backhaus gibt auf Hitlers Wunsch ein Sonderkonzert in der 
Philharmonie Berlin. 

März 1934: 

"Der 1. Juni 1933 war nach Backhaus Worten der Ehrentag seiner 
Laufbahn, denn hier spielte er in der Philharmonie zu Berlin vor Adolf Hitler. 
Der Führer hatte Backhaus im Mai bei einer Gesellschaft kennengelernt und 
war seinem Spiel mit solcher Aufmerksamkeit und Hingerissenheit gefolgt, 
daß er ihm mit dem Dank zugleich die Aufforderung übermittelte, ein 
Konzert zu geben, dem er beiwohnen werde" (Friedrich W. Herzog: Der 
Pianist der Totalität. Wilhelm Backhaus zum 50. Geburtstag. "Die Musik" 
XXVI/6, März 1934. S. 401). 

*30.Januar 1935: 

Zum Jahrestag der Machtergreifung konzertiert Backhaus in Kiel. 

Im Namen der Solisten! ("Die Musik-Woche" IV/13, 27/III/36. S. 6). 
Zitat: 

"Niemand liebt die deutsche Kunst und insbesondere die deutsche 
Musik glühender als Adolf Hitler. Deutsche Musik und vaterländischer Wille 
sind untrennbar miteinander verbunden. Alle deutschen Musiker müssen 
und werden einmütig am 29. März Adolf Hitler ihre Stimme geben". 

Es handelte sich um Wahlwerbung zum 29. März. 

*20. April 1936: 

Hitler ernennt Backhaus zum Professor. 

September 1937: 

Backhaus erhält vom Adjutanten des Führers eine Einladung als 
Ehrengast zum RPT 1937. 

6. April 1939, Tagung: 

"Während der Tagung gewährte Prof. Wilhelm Backhaus, der als 
Pianist die von der jungen Generation angestrebte Vereinigung des 
vollendeten Virtuosen und der künstlerischen Persönlichkeit darstellt, eine 
Unterredung, in der vordringliche Kulturfragen zur Sprache kamen. 
Backhaus wehrte sich gegen die Ansicht, daß der qualifizierte künstlerische 
Nachwuchs heute nicht mehr vorhanden sei und betonte, daß vielmehr die 
zur Erhaltung der großen Tradition notwendigen berufenen jungen Künstler 
nur nicht immer ausreichend Gelegenheit haben, ihre Leistung der 
Öffentlichkeit darzubieten. Dies sei ein äußerer, leicht ausgleichbarer 
organisatorischer Mangel und nicht etwa ein Anzeichen für das Ausbleiben 
des künstlerischen Schöpfertums. Auf Einladung von Backhaus nahmen die 
Hochschulgruppenführer geschlossen an seinem Beethovenabend in der 
Philharmonie teil" (Musikfragen der Gegenwart. Arbeitstagung der 
Musikstudentenführer der Musikhoch- und Fachschulen. "VB" Nord Nr. 96, 
6/IV/39). 

Geist des Lebendigen. Abschluß der Salzburger Kulturtage (der 
Hitlerjugend) ("MNN", 18/V/42). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML, MGG. 


Bade, Wilhelm 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


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De Eikbom (T: Fritz Reuter). 

In: 

Wir wandern und singen! (1937). 


Bader, Ernst 

Stettin, 7. Juni 1914 - Hamburg, 10. August 1999. 

Sohn eines landwirtschaftlichen Kaufmanns; Texter, Schauspieler, 
Komponist und Kabarettist in Berlin; 1936 zur Wehrmacht einberufen, im 
Kriege zuletzt Oberleutnant und Ordonnanzoffizier beim Armeestab des 
Panzer-Rgts. 3 , am 15/VII/45 an der britisch-sowjetischen 
Demarkationslinie von den Briten sistiert und schließlich nach Berlin 
entlassen. 

Nach Hamburg übergesiedelt, wieder Musik-Kabarettist und 
Confererencier , so im "Trichter" auf der Reeperbahn und - auch als 
künstler. Leiter - im "Colibri" auf der Großen Freiheit. 1951 Werbechef des 
Sikorski-Verlages. 1958 freier Autor und Schlagertexter in Garstedt bei 
Hamburg. 1970-88 Dozent an der Hochschule für Musik und Theater, doch 
verkaufte er sein Garstedter Haus und lebte seither im Altenheim Scheel in 
Norderstedt. 

Werke: vornehmlich deutsche Fassungen von Schlagertexten, u. a. "Am 
Tag als der Regen kam" (1959; Gilbert Becaud), "Milord" (1961; Edith Piaf), 
"Mein Ideal" (1962; Charles Aznavour); Operettenfassung von "Charleys 
Tante". 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Wir sind die schwarzen Soldaten: Hell strahlt die Sonne, es lacht uns 
die Welt (eigner T). Kriegslied. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Stehn wir am Feind im erbitterten Krieg, 
halten wir eisern zusammen. 

Deutschland ist unser und unser der Sieg, 
steht auch die Erde in Flammen. 

Vorwärts im Panzer bei Tag oder Nacht, 
fürchterlich trifft unser Schlag". 

In: 

Singende Front (21941). 

Information: RMLE, FA2. 


Baeker (Baecker), Carl (Karl) 

Militärmusiker; zunächst Musikleiter beim Garde-Jäger-Bataillon, 1933 in 
Potsdam, zeitweise Verleger in Grünheide, Mark Brandenburg, dann 
Oberfeldwebel und Musikleiter der Fliegerhorstkommandantur Nordhausen, 
1937 zur Musikmeisterausbildung an die Musikhochschule Berlin 
abkommandiert. Seit l/VIII/39 MM, ab 1/II/42 OMM. 1939-44 Leiter des 
Musikkorps des 1. Btl, Luftnachrichten-Rgt 2 Braunschweig-Querum. 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 215 

1933 MZF der SA-Standarte 252 Nordhausen; Stand 1935: der SA-Brigade 
38 Halle. 

Heil-Hitler-Marsch: Aus tiefster deutscher Not heraus (eigner T). MCh 
(1933; RS Leipzig, *20/IV/34)) [VNM]. 

Baeker reichte das Werk am 21/III/33 und nochmals am 9/V/33 dem 
RMVP ein. 

Das Promi gab es ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, Kunst und 
Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der Preuß. 
Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/VII/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 
patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 
diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BA R 55/ 1160. Blatt 
27). 

Anker-Propeller. Marsch (1941; RS Böhmen, 12/XII/40) [EKB]. 

Information: Die Gemeindeverwaltung Grünheide ignorierte die Anfrage 
vom 25/IX/97 und brach damit Verwaltungsrecht; das Stadtarchiv 
Braunschweig (8/VII/98) bedauerte, keine Angaben machen zu können. 


Baentsch, (Wilhelm Otto) Helmut 
Mägdesprung, 6. November 1895 - Tutzing, 15. Dezember 1973. 
Konzertpianist und Komponist in München. 

Nach 1945 weiterhin in München, seit April 1947 in Tutzing, zuletzt 
hier i. R. 

W e r k e: u. a. Tanzliedspiel (München, 1939). 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.942.039. 

Marsch der Arbeit (RS München, 24/V/37). 

Information: Der Standesbeamte Eisenschenk; München I (12/XI/97), 
berief sich auf das verfälschte PStG § 61 und behauptete zudem, der 
Sterbeeintrag könne "ohne Angabe von näheren Daten” nicht ermittelt 
werden. Das Kreisverwaltungsreferat München, Einwohnermeldestelle , Frau 
Scheinost, ließ wissen (26/XI/97), Meldeauskünfte kosteten je 20 DM. 
Rechtsgründe verboten die Zahlung. 


Baer, (Max Ewald) Hans 

Wansleben, 9. November 1883 - Halle/ Saale (DDR), 2. Oktober 1960. 
Militärmusiker; MM, ab l/XI/36 OMM und Leiter des Trompeterkorps der 
Nachrichten-Lehr- und Versuchs-Abteilung Halle, zum l/IV/39 StMM. 
Nach 1945 weiterhin in Halle i. R. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Heil, Deutschland! Marsch (RS Leipzig, 4/XI/35, TrK der 
Nachrichtenschule Halle, Leitung: selbst). 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


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Märsche: Licht empor! - Flammenzucken - Ein Heldenherz. In: Acht 
zeitgemäße effektvolle Märsche, für Blasmusik leicht spielbar (1936) [E&C]. 
Information: Hesses Musikerkalender 39 nennt ihn Hans Behr. 


Bahar s Schlager, Heft 3, für Gesang und Klavier (1944) [Ba]. 
Darin u. a.: 

W. Bochmann: Tausend Schiffe, tausend Masten wiegt die weite See (T: H. 
U. Metzger), Lied. - W. Bochmann: (Die alte Segelmarie) Aber wir, wir 
singen das alte Lied (T: H. U. Metzger). Seemannslied. 


Bahl, Harry 

Die Türen auf, die Fenster auf, SA zieht durch die Stadt (T: Erich Niere). 
SA-Lied. 

Textprobe (2. Strophe): 

"SA, SS marschieren fest, 
bis an die graue Front. 

Das Volk aus alter Knut 

befrei n, das ist es, was uns frommt. 

Die Faust geballt, zum Schlag bereit, 
wenn uns ein Unhold naht; 
so kämpfen wir für Euer Wohl 
und für den deutschen Staat". 

In: 

Wir singen (1934). 


Bahl, Harry 

Altona, 20. März 1894 - Hamburg-Nord, 3. Februar 1968. 
Schiffsmusiker in Hamburg. 

Nach 1945 weiterhin in Hamburg, ab 1959 i. R. 

NSDAP seit 1/1/34, Nr. 3.397.181. 

Seefahrt ist not. Marsch (RS Frankfurt, 25/VIII/38, aus Bad Orb). 

Mit Volldampf voraus! Marsch (RS Frankfurt, 9/VI/39, aus Bad Orb). 


Bahlmann, Otto 

Braunschweig, 22. Oktober 1878 - Wiesbaden, 18. Juni 1951. 
Musikverleger in Leipzig - Inhaber des Verlages J. Schuberth & Co. - und 
Leiter des Konzertvereins für Volksmusik. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in Wiesbaden. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Freiheitsgeist. Marsch für Mandolinenorchester (Orag, 18/III/33; RS 
Leipzig, 8/VIII/39). 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


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Berchtesgadener Marsch (RS Leipzig, 13/VII/35, MZ der RAD-Gruppe 
161, Dgt. Horst Wolf). 

Information: FA (mit Geburtsmonat November). Das Geburtsdatum hier 
folgt Sächsischem Staatsarchiv Leipzig (17/VI/98) und Standesamt 
Wiesbaden (20/XII/99). 


Bahre, August 

Wietzen bei Nienburg, 10. Januar 1888 - Hannover, 30. Januar 1986. 
Musikpädagoge und Komponist in Hannover; Schulmusiklehrer - Stand 
1932: an der Leibniz-Schule; Dirigent des MGV Hannover-Groß-Buchholz. 
Werke, teils unter dem Pseudonym Erich-Lutz Marten: U-Musik, so 
Charakterstücke, Intermezzo für Blasmusik. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Er beantragte vergebens Künstlerdank-Beihilfe. 
Komposition onA , im Juni 1933 dem Preuß. Ministerium des Innern 
angeboten (Quelle: BA R 55/ 1159). 

Unsere Jugend marschiert voran! Elite-Marsch (1935; RS Hamburg, 
19/X/34) [0]. 

Hurra, unser Luftschutz! Marsch (RS Hamburg, 24/VIII/35). 

Unter deutschen Fahnen. Marsch (RS Stuttgart, 18/XI/35). 

Unser Rhein. Elite-Marsch (1935) [0]. 

Furchtlos und treu. Marsch (1935) [0]. 

Deutsches Morgenrot. Marsch (RS Hamburg, 7/II/36). 
Kameradentreue. Marsch (RS Köln, 25/X/37; RS Breslau, *20/IV/39, Kl. 
Rundfunkorchester, Dgt. E. J. Topitz) [0]. 

Soldatentreue. Bundesmarsch der Gruppe XI des Deutschen 
Soldatenbundes (RS Hamburg, 19/IX/37). 

Unsere Kleinsten exerzieren. Charakterstück. Für Blechmusik: M. 
Schröder (1937) [BK]. 

Vier Fanfarenmärsche über deutsche Lieder: 1. Up ewig ungedeelt. - 2. 
Heil dir, o Oldenburg. - 3. Westfalenruf. - 4. Mein Niedersachsen. Für 

Harmoniemusik: M. Schröder (1937) [Fritz Horst, Altona]. 
Fliegerkameraden. Marsch. Für Militärmusik: F. J. Breuer (1938; RS 
Frankfurt, 3/VII/39) [E&C]. 

Wehrmacht voran! Marsch (RS Frankfurt, 3/IV/39). 

Information: FA2, LdBl (ohne Vornamen , Biografisches und 
Lebensdaten). 


Bajer, Hans 

Nürnberg, 19. Oktober 1890 - Berlin, ? 

Musikpädagoge, im Brotberuf Bankbeamter; Musiklehrer, seit 2/VII/40 in 
Blankenfelde/ Krs. Teltow, auch Komponist, Dirigent, Musikreferent und 
Musikschriftsteller in Berlin. 

Nach 1945 in Berlin-Wilmersdorf. 




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Kein Eintrag in ZKNSDAP. SA seit 1930, auch mit Führerrang; NSKK seit 
1934. 

1930 

Das Liederbuch der NSDAP, im Auftrag der Parteileitung hgb. (1930) 
[ZVNSDAP]. 

1932 

Was der Deutsche singt. Deutsche Kampf- und Freiheitslieder und 
andere. Zusammengestellt, bearbeitet und hgb. von Hans Bajer (SA- 
Liederbuch) (1932) [Nationaler Schallplatten-Dienst, Berlin]. 

Inhalt: 

1. Soldatenlied (Kampflied der SA): Auf, auf zum Kampf. - 2. Die 
Hitlernationale (Volksweise): Auf, Hitlerleute, schließt die Reihen. - 3. eigne 
Melodie (= Hans Büchner? ): Braun ist unser Kampfgewand (Herbstlied der 
SA). - 4. Liebetraut, nach Motiven der blühenden goldenen Zeit: (Hitlers 
Getreue) Braun sind die Hemden. - 5. auf die Melodie "Brüder in Zechen 
und Gruben": Brüder, formiert die Kolonnen. - 6. eigne Melodie: Brüder in 
Zechen und Gruben. - 7. auf die Melodie "Brüder in Zechen und Gruben": 
Brüder, zur Sonne und Freiheit. - 8. auf die Melodie "Zu Mantua in Banden": 
(Hitlergarde) Das Vaterland braucht Männer (T: F. M.). - 9. eigne Melodie 
(= Gansser): (Männer und Buben) Das Volk steht auf, der Sturm bricht los. 
- 10. A. Methfessel: (Weckruf) Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - 11. auf 
die Melodie "Ich schieß den Hirsch": (Treu zu Hitler) Der Schwur erschallt, 
der Sturm bricht los. - 12. auf die Melodie des Deutschlandliedes: (Deutsche 
Freiheit) Deutsche Schwestern, deutsche Brüder. - 13. eigne Melodie (= 
Bruno Schestak): (Heil Hitler dir) Deutschland erwache aus deinem bösen 
Traum. - 14. Horst-Wessel-Lied. - 15. auf die Melodie "Wir sind die 
Sturmkolonnen": Die Fäuste fest geschlossen. - 16. auf die Melodie "So 
scheiden wir": (Hitlerscharen) Die Hitlerscharen heißen wir. - 17. auf die 
Melodie "Argonnerwald": (SA marschiert) Durch Groß-Berlin marschieren 
wir. - 18. auf die Melodie "Du kleiner Tambour, schlage ein": Entrollt die 
Fahnen blutgetränkt. - 19. H. Sandhop: (Das Lied vom braunen Hemd) 
Erdbraun ist unser Sturmgewand. - 20. eigne Melodie oder auf die Melodie 
"Wir sind die Sturmkolonnen": Es braust durch unsre Tage. - 21. auf die 
Melodie "O Deutschland hoch in Ehren "(Pierson): (Kampflied der SA) Es 
braust ein Ruf durchs weite Land, das deutsche Volk erwacht . - 22. auf die 
Melodie "Es braust ein Ruf wie Donnerhall" (Wilhelm): (Hinein in die SA) Es 
braust ein Ruf mit aller Macht. - 23. C. Wilhelm: (Hitlerwacht am Rhein) Es 
braust ein Ruf wie Donnerhall. - 24. eigne Melodie (Fritz Mährer): (Berliner 
Jungarbeiter-Lied) Es pfeift von allen Dächern. - 25. auf die Melodie "Brüder 
in Zechen und Gruben": Marschlied. - 26. Melodie vom Sturm 62 (Bezirk 
Burg Reichenfels in Thüringen): Fest steht der Sturm gegründet. - 27. auf 
die Melodie "Feinde ringsum" (Gläser): (Kampflied) Flamme empor, leuchte 
du loderndes Zeichen. - 28. auf die Melodie "Der Gott, der Eisen wachsen 
ließ" (Methfessel): Gab s darum eine Hermannsschlacht? - 29. auf die 
Melodie "Ich schieß den Hirsch": Gebt Raum des Hitlers tapfrer Schar. - 30. 
auf die Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker): Heil 
Hitler rufts in allen Gau n, ein großes Volkserwachen. - 31. eigne Melodie 
(H. Bajer) oder auf die Melodie "Es pfeift von allen Dächern": (Wir sind die 




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219 


Sturmkolonnen) Heraus, ihr Kampfgesellen in eurer braunen Tracht. - 32. 
Florian Majewski: (Das Lied der Sturmkolonnen) Heraus, verführte 
Volksgenossen. - 33. eigne Melodie (nach H. Bajer): Herbei zum Kampf, 
ihr Knechte der Maschinen. - 34. auf die Melodie "Ich bin ein Preuße" 
(Neithardt): (Unsere Fahne) Ich führ das Hakenkreuz auf weißem Grunde. - 
35. eigne Melodie (= Giovinezza): (Hitlerleute, Faschistenmarsch): In dem 
Kampfe um die Heimat. - 36. auf die Melodie "Im Wald und auf der Heide": 
In harten Kampfestagen, da gilt nur kühnstes Wagen. - 37. eigne 
Melodie (Depolo): (Die Hitlerleute, Lied des Sturm 5) Kamraden, laßt 
erschallen ein sturmgewaltig Lied. - 38. auf die Melodie "Kamerad, reich mir 
die Hände" ( = nach Ernst Hanfstaengl): (Siegen oder Sterben) Kommt 
herbei, ihr Streiter. - 39. auf die Melodie "Ich schieß den Hirsch": Laßt, 
Brüder, hoch das Banner wehn - 40. Volksweise: (Bürger-Weckruf) 

Mahnend rufen wir durch das Land. - 41. S. Breu: (Vor dem Wettkampf) 

Mit gleichem Schritt in Reih und Glied. - 42. auf die Melodie "Wann wir 
schreiten" (Englert): Nicht Gerede, nicht Geschrei. - 43. auf die Melodie 
"Im grünen Hain": Nur ein Ruf gilt, das ist der Ruf "Erwacht"! - 44. auf die 
Melodie "Vom Barette schwankt die Feder" (Thum): Rot wie Blut ist unsre 
Fahne, Marschlied. - 45. auf die Melodie "Brüder in Zechen und Gruben": 
(Sturm Hilmerich) Schaffendes Deutschland, erwache. - 46. A. Pardun: 
Siehst du im Osten das Morgenrot. - 47. H. Ganßer: (Deutschland erwache) 
Sturm, Sturm, Sturm! - 48. auf die Melodie des Hohenfriedberger 
Marsches: (Sturmfanal) Vom Sturmwind bewegt unser Hakenkreuzpanier. - 
49. eigne Melodie: War einst ein junger Sturmsoldat . - 50. auf die Melodie 
"Lützows wilde Jagd" (Weber): (SA marschiert) Was zieht dort unten die 
Straße herauf . - 51. Volksweise: Wer will mit uns zum Kampfe ziehn, wenn 
Hitler kommandiert. - 52. eigne Melodie (nach H. Bajer): Wir einfachen 
Männer der Arbeit sind immer zum Kampfe bereit. - 53. auf die 
Melodie "Zu Mantua in Banden": (Feme-Lied) Wir fordern für die Feme. - 54. 
auf die Melodie "Stimmt an mit hellem hohem Klang" (Methfessel): 
(Kampflied der Nationalsozialisten) Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. - 
55. W. Hann, Nauen: Wir sind das letzte Aufgebot (eigner T), auch auf die 
Melodie "War einst ein junger Sturmsoldat". - 56. auf die Melodie "Ich bin 
ein Preuße" (Neithardt): Sturmkolonnen) Wir sind des Hitlers braune 
Sturmkolonnen . - 57. auf die Melodie "Wir sind des Geyers schwarze 
Haufen" (Sotke): (Drauf und dran!) Wir sind des Hitlers braunes Heer . - 
58. eigne Melodie (nach H. Bajer): (Kampflied der SA) Wir sind die 
Sturmkolonnen, wir gehen drauf und dran. - 59. auf die Melodie "Wir 
traben in die Weite" (Jahn): (Berittene SA) Wirtraben in die Weiten, im 
Wind der Wimpel weht. - 60. auf die Melodie "Brüder in Zechen und 
Gruben": (Freiheitslied) Wir tragen das Banner der Freiheit. - 61. auf die 
Melodie "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (V. E. Becker): 
(Hakenkreuz-Lied) Wirtragen stolz das Hakenkreuz. - 62. auf die Melodie 
"Wirtraben in die Weite" (Jahn): (Siegreiches Hakenkreuz) Wir ziehn n in 
dichten Reihen, die Fahne weht im Wind. - 63. auf eine alte 
Landsknechtsmelodie: (Lärm an) Das alte Reich zerrissen, entehrt die 
blanke Wehr. - 64. eigne Melodie (W. Kieling): (Des Kaisers Reiterei) Der 
Wind streicht über Felder. - 65. (Sotke): (Landsknechtslied) Die Bauern 




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wollten Freie sein. - 66. W. Gättke: (Die Landesknechtstrommel) Trum, 
trum, terum tum tum . - 67. eigne Melodie (Willi Jahn): Wirtraben in die 
Weite. - 68. eigne Melodie (nach K. H. Muschalla): Der Hitlerkamerad (Über 
Gräber vorwärts): Als die goldne Abendsonne. - 69. auf die Melodie "Zu 
Mantua in Banden": (Schlageter-Lied) Bei dumpfem Trommelwirbel. - 70. 
auf die Melodie des Wolgaliedes: (Letzte Ehre, letzter Gruß) Bruder, der von 
uns geschieden. - 71. auf die Melodie des Deutschlandliedes: (Neues 
Deutschland) Deutschland, auch durch Nacht und Nöte. - 72. J. Haydn: 
Deutschland, Deutschland über alles (T: Fallersleben, 4. Strophe von A. 
Matthäi). - 73. auf die Melodie des Deutschlandliedes: (Deutschland 
erwache) Deutschland, Deutschland über alles war dein stolzes 
Losungswort. - 74. Volksweise: Es zog ein Hitlermann hinaus. - 75. auf die 
Melodie "Heil dir im Siegerkranz" (Carey): (Nationalhymne des Dritten 
Deutschen Reiches) Heil dir, du deutscher Aar. - 76. auf die Melodie des 
Niederländischen Dankgebetes: (Deutsches Bittgebet) Herr, der du gegeben 
hast . - 77. H. Höhne: (Deutscher Kriegschoral) Herr Gott! Du großer Herre 
Gott! - 78. Volksweise: Das Lied vom guten Kameraden. - 79. auf die 
Melodie "Es geht bei gedämpfter Trommel Klang" (Silcher): (Adolf-Hitler- 
Lied) Ihr Brüder, nun senket in Trauer das Haupt. - 80. nach H. Bajer und 
auf die Melodie "In Freiburg sind viele gefallen": (Den Toten des 9. 
November 1923) In München sind viele gefallen . - 81. auf die Melodie 
des Niederländischen Dankgebets: (Deutscher Notschrei) In tiefster Not 
treten. - 82. auf die Melodie "Ich bin ein Preuße" (Neithardt): (Preußenlied 
der braunen Bataillone) Mein armes Preußen, deine neuen Farben . - 83. H. 
Ganßer, 1925: Noch ist die Freiheit nicht verloren. - 84. auf die Melodie "Es 
geht bei gedämpfter Trommel Klang" (Silcher): (Das Lied der schwarzen 
Fahne) Schwarz ist die Sorge . - 85. H. Bajer: Sieh dort die heil ge 
Stätte, Horst Wessels letzte Ruh (Horst Wessel) (T: Elke Heimdall; Bajer 
fügte die Strophen 1, 6 und 10 hinzu). - 86. S. Breu: (Die deutsche Arbeit) 
So weit wie Falken fliegen . - 87. auf die Melodie "Ich hatt einen 
Kameraden" (Silcher): (Dem Gedenken Albert Leo Schlageters) Treu bis zur 
letzten Stunde . - 88. eigne Melodie (nach H. Bajer oder von R. Götz): 
(Sturmführer Wessel) Von all unsren Kameraden . - 89. eigne Melodie 
(M. Englert): Wann wir schreiten Seit an Seit. - 90. Franz Ohlhanns: (Das 
neue Lied vom Rhein) Was wallest du stumm durch den blühenden Hain. - 
91. Volksweise: (Erneuter Schwur) Wenn alle untreu werden. - 92. Melodie 
des Niederländischen Dankgebets: (Deutsches Gebet) Wir heben die Hände. 

- 93. eigne Melodie: (Lied der Standarte 4, Berlin) Du kleiner Tambour, 
schlage ein. - 93. eigne Melodie (H. Heeren): ( Der Reitersmann) Es blühen 
die Rosen, die Nachtigall singt . - 94. eigne Melodie (nach H. Bajer): (Auf 
Frankreichs Feldern) Es war auf Frankreichs Feldern dicht bei der 
Festung Metz. - 95. eigne Melodie (H. Bajer) oder auf "Es pfeift von allen 
Dächern": (Wir sind die Sturmkolonnen - Lied der Standarten): Es ziehen 
die Standarten hinaus zum alten Tor. - 96. Volksweise: Es zog ein Regiment 
vom Oberland herauf. - 97. auf die Melodie "Bin ein fahrender Gesell" (L. 
Waldmann): Heil, mein Lieb, der Morgen graut . - 98. eigne Melodie (nach 
Hans Bajer): (Lied des Sturms 2, Berlin) So hell das Auge, so ehern die 
Stirn (T: Horst Wessel). - 99. Auf die Melodie "Ich schieß den Hirsch": 




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(Radfahrkompanie) Wir sind die Radfahrkompanie . - 100. auf die Melodie 
des Deutschlandliedes: (Rheinlied) Auf zum Rhein, ihr deutschen Brüder. - 
101. auf die Melodie "Strömt herbei, ihr Völkerscharen" (Peters): (Lied der 
Deutsch-Österreicher) Durch die Lüfte rauscht ein Mahnen. - 102. auf die 
Melodie "0 Deutschland hoch in Ehren" (Pierson): Es klingt wie eine Sage. - 
103. Volksweise: (Schützenlied) Es lebt der Schütze froh und frei. - 104. 
auf die Melodie "Zu Mantua in Banden": (Südtiroler Freiheitslied) Es starrt 
von Feindeshorden . - 105. auf die Melodie des Deutschlandlieds: 
(Bayernlied) Gott mit dir, du Land der Bayern. - 106. J. Wagner, Bochum 
1931: (Sturmlied der westfälischen Nationalsozialisten) Hab acht, du Welt, 
ein neuer Geist (eigner T). - 107. auf die Melodie "Laßt tönen laut den 
frohen Sang" (Kunoth): (Kampflied der Friesen) Heil dir, du stolzes 
Friesenland. - 108. auf die Melodie "Strömt herbei, ihr Völkerscharen" 
(Peters): (Hessen-Weckruf) Hessenvolk, du Stamm der Katten. - 109. A. H. 
Neithardt: Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben. - 110. eigne Melodie 
(Peters): (Westfalenlied) Ihr mögt den Rhein, den stolzen, preisen. - 111. 
Volksweise: (Schlesierlied) Kehr ich einst zur Heimat wieder. - 112. eigne 
Melodie (Büchsenschütz): Märkische Heide. - 113. auf die Melodie "O 
Straßburg": (Treue um Treue) 0 Danzig, o Danzig . - 114. K. G. Bellmann: 
Schleswig-Holstein, meerumschlungen. - 115. auf die Melodie "0 
Straßburg": Verraten, erschlagen. - 116. auf die Melodie "Freiheit, die ich 
meine" (Groos): (Das Pommernlied) Wenn in stiller Stunde Träume mich 
umwehn. - 117. auf die Melodie "Laßt tönen laut "(Kunoth): (Borkumlied) 
Wir grüßen heut im frohen Lied. - 118. auf die Melodie "Der Gott, der Eisen 
wachsen li eß"(Methfessel): (Hitler-Lied) Ein herrliches Vermächtnis ruht. - 
119. auf die Melodie "Bin ein fahrender Gesel \"(Wa\dmann): Hitler-Jugend, 
stolz und frei. - 120. eigene Melodie (Carl Strauß) oder auf die Weisen "Wir 
sind die Sturmkolonnen" oder "Es pfeift von allen Dächern": (Lied der HJ) 
Hört ihr die Trommel schlagen. - 121. auf die Melodie "Im grünen Hain": 
(Unser die Zukunft!) Ihr zwingt uns nicht (T: aus "Der unbekannte SA- 
Mann"). - 122. auf die Melodie "Im schönsten Wiesengrunde": Im festen 
Tritt marschieren wir. - 123: Ernst Volker: (Thüringer Schulgebet) Vater, in 
deiner allmächtigen Hand. - 124. auf die Melodie "Wohlauf, Kameraden" 
(Zahn): Wir Jungen marschieren mit wuchtigem Schritt. 

Märsche von H. Bajer: 125. Horst-Wessel-Marsch. - 126. Horst- 
Wessel-Gedenkmarsch. - 127. Marsch der Sturmkolonnen: Heraus, 
verführte Volksgenossen (Melodie: Florian Majewski, T: K. H. Muschalla). - 
128. Sturmmarsch der westfälischen SA (Melodie und T: Adolf Wagner). 

- 129. Brandenburger Marsch (Melodie und T: G. Büchsenschütz). 

Lieder von H. Höhne: 130. Die blauen Dragoner. - 131. (Bruder 
Straubinger) Die Stadt muß ich verlassen. - 132. Leichter Sinn. - 133. (Ein 
freier Mann) Eine Mark noch in der Tasche. - 134. (Sehnsucht) Hundert 
weiße Möven.- 135. (Leichter Sinn) Ich schere mich den Teufel was. - 136. 
(Wiederkehr) Im Zickzack geht mein Spielmannsweg. - - 137. (Irgendwo) 
Irgendwo am Wiesensaume. - 138. (Gebet) Laß mich nicht drunten sterben. 

- 139. (Valet) Nun trinket Valet. -140. (Der Vagabund) Staubig die Stiefel 
und schmutzig der Rock. 

Aus dem Vorwort: 




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"Zum Geleit! 

Wieder wandert ein bunter Strauß Melodien hinaus in die Welt, nicht mit 
heiteren, frohen Klängen für ein lustiges, sorgenloses Völkchen, sondern 
geboren aus einer Zeit tiefster Erniedrigung und härtester Unterdrückung 
für ein mutiges Jungdeutschland, das den eisernen Willen in sich trägt, dem 
heiligen Vaterlande unter Führung der Besten der Nation selbst unter 
Einsatz des Lebens den alten Ehrennamen und die frühere Achtung in der 
Welt zurückzuerobern. Unsere gefallenen Kameraden lauschen den trutzigen 
Kampf- und Freiheitsliedern, welche die letzten Schläfer wachrütteln sollen 
für den deutschen Freiheitsmorgen. 

(...) Mögen sich diese Lieder Eingang verschaffen in die deutschen 
Herzen und den Weg bereiten helfen für Deutschlands großer Zukunft! Das 
walte Gott!" 

Handschriftliche Notizen des Herausgebers , nämlich Verlags- und 
Autoren vermerke , aus dem Exemplar der Bayerischen Staatsbibliothek sind 
hier mit eingearbeitet. Die Textausgabe (1.-10. Tsd, 1932) weicht etwas 
von Bajers Klavierausgabe ab und enthält noch: 
a) auf die Melodie "Es pfeift von allen Dächern" (Wir sind die 
Sturmkolonnen): Wir sind die deutsche Jugend, des Vaterlandes Hort (T: 
Peter Holm). - b) A. Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot (Kampflied 
der Standarte 7) (eigner T). - c) Paul Pietzner-Clausen: Hakenkreuzschwur 
(T: H. M. Eckert). 


1933 

1933: 

Bajer leitet mit dem Solisten Heinz Marten (Tenor) und dem NSD- 
Marschorchester die Funkaufnahme von P. Pietzner-Clausens 
"Triumphmarsch der erwachten Nation" und "Hakenkreuzschwur". 

Tondokument im DRA: 1570018-02, 1570012-05. 
Horst-Wessel-Marsch (Schles. FSt., 26/III/33, SA-Standartenkapelle 22 
Gleiwitz, Dgt. MZF Georg Sturm) [VfdM]. Bearbeitung u. a. für Akkordeon 
[HT]. 

Mutmaßlich identisch mit folgendem Titel. 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1570012-16. 

Ausführende: Kapelle der Obersten SA-Führung-Ost, Leitung: selbst. 
Horst-Wessel-Gedenkmarsch über "Die Fahne hoch". Für 
Salonorchester u. a.: Max Schröder (1933; Orag, *20/IV/33, "Treuschwur 
der SA mit einleitenden Worten über Horst Wessels Tod"; RS Leipzig, 
*23/11/35, von Schallplatte) [VfdM]. 

Vom Verlag Parrhysius als "Musik der nationalen Erhebung” 
empfohlen. 

In: 

Jung Deutschland II (1933); Ruhmreiche Banner I (1934). 

Lisa: Des Morgens, des Morgens um halb viere weckt uns der Unteroffizier. 
Marsch und Scherzlied [VfdM]. 

Aus dem angepaßten Text (Kehrreim und 5. Strophe): 

"(...) zwölf Jahr , dann geht s der Heimat zu. 

Lisa, Lisa, nun schenke dem Hitlermann 




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das Feuerwasser ein! 

Der Hauptmann kam geritten 
auf einem Ziegenbock, 
da dachten die Rekruten, 
es war der liebe Gott". 

In: 

Neues Deutschland 1 (1933); SA. SS.-Liederbuch (1933); Jung Deutschland 
II (1933); 100 ausgewählte SA-Sturm- und Marschlieder (1934); 

Liederbuch der SA-Marine (1934; nurT, onA ); 50 ausgewählte SA-Sturm- 
und Marschlieder (1934); [Sc] Neue Marschmusik I (1934); Was 
Deutschland singt (1936; nurT, onA ). 

1934 

Treuschwur. Fanfarenmarsch und Lied, zus. mit Florian Majewski. Für 
Militärmusik: H. Krüger-Burghardt (1934) [VfdM]. 

Denkt dran: Es klingt wie eine Sage aus längst vergangner Zeit (T: 
onA ). 

In: 

Wir singen (1934). 

Nicht Gerede, nicht Geschrei (T: onA ). 

Bajer war nicht der Urheber der Melodie; diese ist identisch mit 
Michael Englerts "Wann wir schreiten Seit an Seit". 

In: 

Wir singen (1934). 

Seit an Seit: Wann wir schreiten Seit an Seit (T: H. Claudius). 

Nicht Bajer; sondern M. Englert war Urheber der angebenen Melodie. 
In: 

Wir singen (1934; T onA ). 

Altniederländisches Dankgebet oder deutsches Gebet? ("Die Musik" 
XXVII/1, Oktober 1934. S. 39-41). 

Zitat: 

"(...) Man erkannte, daß es sich um eine ganz artfremde Textformung 
handelte, die aus der echten, blutsmäßigen Schöpfung eines uns 
stammverwandten Volkes etwas gemacht hatte, was mit dem 
ursprünglichen Werk nichts mehr zu tun hatte. 

(...) Weyl war vermutlich jüdischen Blutes und Geistes, sein eifrigster 
Förderer hieß Saphir, sein Biograph heißt Frenkel; er tat sich besonders als 
Übersetzer leichtfertiger französischer Stücke und als allbeliebter, 
federgewandter Gelegenheitsdichter hervor. 

Kann es wundernehmen, daß der Feder eines solche Mannes nur ein 
uns innerlich fremdes, berechnend-gesinnungstüchtiges Produkt 
entstammen kann? (S. 39, 40). 

Bajer empfiehlt, das Niederländische Dankgebet durch Ernst Volkers 
"Vater, in deiner allmächtigen Hand", eines der Frickschen Schulgebete, zu 
ersetzen. 

Deutschland erwache! Horst-Wessel-Marschalbum (121934). [ZVNSDAP]. 

1936 




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Wie das erste SA-Liederbuch entstand ("Die Musik" XXIX/1, Oktober 
1936. S. 26-28). 

Zitat: 

"Der Gedanke, unsere schönsten SA-Lieder allen Stürmen unseres 
Vaterlandes zugänglich zu machen, bewog mich im Sommer 1930, ein 
erschöpfendes SA-Liederbuch für Klavier herauszubringen. Bislang 
bestanden nur kleine Texthefte, meist ohne Noten. 

(...) Es gab wohl ein paar Marschalben für Klavier, die neben 
Soldatenliedern und -märschen höchstens ein halbes Dutzend SA-Lieder 
enthielten (Eher-Verlag, Sunnwend-Verlag), ein ausgesprochenes SA- 
Liederbuch für Klavier existierte aber noch nicht. Der Plan war gefaßt, nun 
ging es an die Arbeit. Zunächst wurden die Lieder aufgezeichnet, die ich in 
unserem sangesfreudigen Niederschönhauser Sturm kennengelernt habe. 
Außerdem sammelte ich wertvolles Material bei anderen Berliner Stürmen, 
indem ich mir die neuen Lieder von meinen Kameraden Vorsingen ließ, sie 
gleichzeitig zu Papier brachte und anschließend den Männern auf der im 
Sturmlokal meist vorhandenen >Drahtkommode< mit voller Begleitung 
vorspielte. Etwaige kleine Unebenheiten in der Melodie wurden sofort 
ausgemerzt. Auf diese Weise erhielt ich eine Sammlung von wahrhaft 
volksverbundenen Weisen, d. h. die nach dem Gehör aufgezeichneten Lieder 
entsprachen in jeder Hinsicht der Wort- und Tonfassung, wie sie sich die SA 
geformt hat. 

(...) Mein nordisch-germanisches Rassegefühl war mir maßgebend, 
daß keine volks- und artfremden Singweisen aufgenommen wurden, wie wir 
sie heute in manchen Liederbüchern jüngeren Datums wiederfinden, deren 
neue Liedschöpfungen angeblich einen neuen deutschen Liedstil 
ankündigen, im Grunde ihres Wesens aber nichts anderes sind als der 
Abklatsch des altrussischen Volksliedes sowie des gregorianischen Kirchen- 
und synagogalen Tempelgesanges. 

(...) Das Liederbuch schien seinen Weg zu machen, bis mich im 
Oktober 1932 die Nachricht vom Konkurs des Schallplatten-Dienstes 
überraschte. Damit war der Vertrieb des Buches sowie das mühsam 
aufgebaute Exportgeschäft der ersten nationalsozialistischen Schallplatten, 
die auch meinen Namen als Komponist und Dirigent in alle Welt 
hinaustrugen, mit einem Schlage besiegelt. Die noch vorhandenen 
Restposten des Liederbuches wurden in Berlin und Leipzig reißend 
abgesetzt. 

(...) >Was der Deutsche singt< ist heute nirgends mehr erhältlich" (S. 
26, 27, 28). 

Ruhmesblätter in der Geschichte des SA.-Liedes I ("Die Musik" 

XXIX/3, Dezember 1936. S. 169-176). 

Zitat: 

"Trotziger Stolz und heilige Glaube sind die Lieder eines hoffenden 
Volkes. Adolf Hitler. 

Mit diesen Worten, dem parteiamtlichen Liederbuch der NSDAP, zum 
Geleit gegeben, hat der Führer die Kampf- und Freiheitslieder der Bewegung 
für alle Zeiten eindeutig gekennzeichnet. Darum ist eine SA.- 
Liedersammlung kein Liederbuch im üblichen Sinne des Wortes. Während 




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man zum letzteren oft greift, um sich eine Mußestunde am Klavier oder mit 
der Klampfe unterhaltsam zu gestalten, erfüllte das SA.-Liederbuch in der 
Kampfzeit einen weit höheren Zweck: Dieses Vademekum in der 
Brusttasche aller Braunhemden bedeutete für uns SA.-Männer gleichsam 
eine heilige Schrift von kraftspendender Wirkung. In unseren Liedern 
besaßen wir unsere treuesten Kameraden, die uns immer aufs neue 
aufrichteten und uns inneren Halt gaben, auch Mahner zugleich, 
auszuharren in treuer Gefolgschaft zu unserem Führer. Es schien von den 
kernigen Texten und stählernen Rhythmen eine geheime Kraft auszugehen, 
die uns stets anspornte zu unermüdlichem Kampfesmut und größter 
Opferbereitschaft. Kein Buch vermag von jener Epoche mit all ihren 
Gefahren und Entbehrungen, Prüfungen und Hoffnungen eine so getreue 
Vorstellung zu erwecken wie gerade ein SA.-Liederbuch, dessen Lieder in 
glühender Sprache mit dem Herzblut ihrer Verfasser niedergeschrieben 
worden sind, nicht ein Erzeugnis ihrer freien Fantasie, sondern wahrstes 
Erlebnis im Kampfe gegen die Feinde des Vaterlandes" (S. 169-170). 

1937 

Ruhmesblätter in der Geschichte des SA.-Liedes II ("Die Musik" 
XXIX/4, Januar 1937. S. 257-267). 

*20. April 1937: 

In der Laienmusizierstunde des RS Berlin mit Liedern der Bewegung, 
gibt Bajer Auskunft über die Geschichte einiger NS-Kampflieder. 

1938 

Militärmarsch (DtldS, *21/V/38). 

Verbotene Lieder der Bewegung in der Kampfzeit ("Die Musik" 
XXX/12, September 1938. S. 800). 

1939 

Heraus, ihr Kampfgesellen (T: H. Anacker). Eigne Melodie. [ZVNSDAP]. 
Vgl. A. K. 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Du Bursch mit graden Knochen, 
zieh mit als Kamerad! 

Daß Deutschlands Not gebrochen, 
ist keiner je zu schad. 

Die Lerchen jubilieren, 

Trompeten schmettern drein. 

Wenn Hitlerleut marschieren, 
da lacht der Sonnenschein, 
ja wenn Hitlerleut marschieren, 
ei, da lacht, ei, da lacht 

der Sonnenschein!" 

In: 

SA-Liederbuch (21939). 

Zur Geschichte des ersten SA.-Liederbuches ("Völkische 
Musikerziehung" V/l, Januar 1939. S. 38). 




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Lieder machen Geschichte ("Die Musik" XXXI/9, Juni 1939. S. 586-597) 
(Teilabdruck: Wulf, S. 244-247). 

Das Lied der SA ("Leipziger Tageszeitung" Nr. 29, *29/1/39, S. 41-42). 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. Das Landeseinwohneramt Berlin 
(23/1/04) ließ wissen, zu Bajer gebe es in den wegen Kriegswirkung nur zu 
geringen Teilen erhaltenen Meldeunterlagen vor Mai 1945, den 
Meldeunterlagen aus Berlin (West) und der neu erstellten Meldedatei keine 
Angaben, obwohl der Antrag mehr als drei Monate vorher nicht beim 
Landeseinwohneramt, sondern bei einem Bezirksamt gestellt war und 
Abgabenachricht nichgt erfolgte, verlangte man 6, 14 Euro Gebühren. Aus 
Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Bajuvarische Hungerserenade = Warum gibt s denn koane 

Weißwurst 


Baibus 

Belgrad-Marsch (RS München, 5/IV/39, MK des IR 63, Ingolstadt, Dgt. 
OMM Karl Wildner). 


Baldamus, Willy 
Berlin, 4. Oktober 1890 - ? 

Kapellmeister in Berlin, Inhaber des Erato-Verlages. 

W e r k e: u. a. Serenade, Tanz- und Stimmungslieder, Operette, Märsche 
etc. 

NSDAP seit Dezember 1932, Nr. 1.399.700. Er erhielt 1937 300.- RM 
Künstlerdank-Zuwendung; der weitere Antrag wurde abgelehnt. 
Deutschlands Heil! Marsch (Orag, 7/V/33; BR, 7/IX/33, von 
Schallplatten). 

Unter Fahnen und Standarten. Marsch. Für versch. Besetzungen: Willy 
Ortleb (1937) [MVE]. 

Reichspommernlied: Heilge Sehnsucht meiner Lieder (T: Walter 
Schröder). 

In: 

Singend marschieren wir (1938). 

Deutsche Fliegerhelden: Kamerad, nun heißt es starten (eigner T). 
Kriegslied. 

Tondokument - vom 18/VII/42 - im DRA: 1870683-07. 

Ausführende: Chor eines Landesschützen-Btl, MK des Rgts. General 
Göring, Dgt. Hans Friess. 

Information: FA. Laut Landesarchiv Berlin (30/VII/98) enthält die 
historische Einwohnermeldekartei von Berlin den Vermerk vom 18/11/48: 

",Haus ausgebombt, Verbleib nicht feststellbar". Das Standesamt 




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Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin (5/XI/03) , Schurig und Witt , teilte mit: 
"(...) zur Ermittlung der von Ihnen gesuchten Personenstandsbeurkundung 
werde ich eine Umfrage bei allen Berliner Standesämtern durchführen. 

Diese Umfrage ist gebührenpflichtig und beträgt für diesen/diese zu 
suchenden Personenstandsfall/Personenstandsfälle insgesamt 20,00 Euro . 

Insofern ist es auch in Ihrem Interesse, die Überweisung der Gebühr 
so bald wie möglich zu veranlassen, da die Ermittlungen erst nach Eingang 
der von Ihnen gezahlten Gebühr eingeleitet werden. (Bearbeitunqszeit 
durch die einzelnen Stasndesämter ca. 8 Monate) " ( unterstrichener Text ist 
zusätzlich fett gesetzt). 


Bald fällt von diesen Zweigen das letzte Laub herab (T: 
Fallersleben). Volksweise, 2stimmig. 

In: 

Deutsche Lieder (1940). 


Baldij, Zia 

Hauseigentümerin in Berlin, türkische Staatsbürgerin. 

Deutsch-türkischer Freundschaftsmarsch, onA , am 13/VI/34 mit 
Widmung an Dr. Goebbels eingesandt. 

Information: Das Adreßbuch 1939 nennt Zia Baldij nicht mehr. 


Bald gfreut mi die Älma 


= I bleib nimmer alloan 


Bald gras i am Acker. Volkslied aus Schwaben. 
In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Bald gras ich am Neckar, bald gras ich am Rhein (T: aus "Des 
Knaben Wunderhorn"). Volkslied, eine Textvertonung stammt von Gustav 
Mahler. 

In: 

Wir wollen singen (1933); Flieger-Liederbuch (1938; nurT, onA ). 


Bald scheiden wir aus diesem Kreis(e) und legen ab den 
Ehrenrock (T: onA ). Reservistenlied. Auch in: "Stolz ziehn wir in die 
Schlacht" (München, 1915). Variante: Bald scheiden wir. 

Textprobe (6. Strophe): 

"Und ruft das Vaterland uns wieder 
als Reservist und Landwehrmann, 






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so legen wir die Arbeit nieder 
und folgen unserer Fahne dann". 

In: 

Soldatenlieder (1934); Deutsches Marine-Liederbuch (1935); 
Kameradschafts-Lieder (1939); Im gleichen Schritt und Tritt (1941). 


Balke, Rudolf 

Schwelm, 19. April 1874 - Lübbecke, 6. März 1958. 

Kaufmann, Ingenieur, zuletzt Rentner in Rostock, ab 29/X/29 in Bad 
Oeynhausen, Amateurkomponist. 

Ab 7/V/45 wegen Räumung der Innenstand für die britische 
Besatzungsmacht in Schnathorst, 1952 wieder in Bad Oeynhausen, 
schließlich ab 26/XI/53 in Lübbecke, zuletzt hier i. R. 

Neues Deutschland. Lied, onA , im Juni 1933 dem RMVP eingereicht 
(Quelle: BA R 55/ 1160). 

Information: Laut Einwohnermeldeamt der Stadt Bad Oeynhausen 
(2/X/97) sei Balke weder bei ihm noch beim Standesamt zu ermitteln 
gewesen; das war die Unwahrheit > denn Stadtarchivar Quaschny (4/111/02) 
entnahm der vorhandenen Einwohnerkartei mehrere An- und Abmeldungen 
mit Geburtsangaben. 


Ball, Karl Willy 

Güsten, 10. Dezember 1873 - ? 

Militärmusiker; seit 15/V/97 Musikleiter beim III./IR 75, ab 3/VI/01 
Stabstrompeter und MM beim Ulanen-Rgt. 15, später beim Ulanen-Rgt. 16 
in Salzwedel, 1919 noch an die Brigade-Nachrichten-Abteilung 2 der 
Reichswehr abgegeben, doch in Ruhestand versetzt, Kgl. Musikdirektor a. 
D., dann Dirigent des Musikvereins Wiesbaden. Wohnung (1934/35): 
Mittelheimer Str. 15 

W e r k e: u. a. "Mein Deutschland, dich liebe ich, für dich kämpfe ich", 
sinfonische Dichtung; "Dramatisches Vorspiel" (UA: Wiesbaden, 6/VI/36, 
Ausführende: Kurorchester Wiesbaden). 

Frei der Rhein. Marsch (RS Frankfurt, 14/V/39). 

Der Titel feiert die Aufhebung der Besetzung des Rheinlandes durch 
die Sieger des ersten Weltkriegs. 

Mit Mut und Kraft. Marsch (RS Frankfurt, 22/V/39). 

Information: Kein Eintrag im DMK 1942. Stadtarchiv Wiesbaden und 
Hessisches Hauptstaatsarchiv (21/VI/00) verfügen über keine Information 
zu Ball. 


Ballade vom Wassermann 


= Es freit ein wilder Wassermann 




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Baltische Wacht = Auf einsamen Wegen und Stegen 


Baltzer, Erwin 

Babelsberg-Nowawes, 22. April 1907 - ? 

Sohn eines Beamten, Konzertpianist und Dirigent, zunächst in Mühlheim; 
1933/34 Repetitor am Hamburgischen Staatstheater; 1934/35 Leiter des 
Städtischen und Theater-Orchesters Greifswald, dann ohne Engagement, 
1937 gastierender Künstler in Berlin; 1937/38 Korrepetitor an der Berliner 
Staatsoper; 1941/42 1. Kapellmeister am Opernhaus Graz; 1942/43-44 
Kapellmeister und stellv. Musikal. Oberleiter am Opernhaus der Stadt Wien. 

Nach 1945 weiterhin in Wien, 1955 nach Ludwigshafen abgemeldet, 
hier Gastdirigent der Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz und des 
Mannheimer Nationaltheater-Orchesters. Verzogen nach Unbekannt am 
2/XII/60. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.899. 573. 

Musik zu Shakespeares "Sommernachtstraum" unter Verwendung von 
Material aus Webers "Oberon" (Stadttheater Greifswald, 1934). 

Information: Laut Stadtverwaltung Ludwigshafen (3/VIII/99) enthalte 
Einwohnerdatei wie Archivkartei nichts zu Baltzer; dies war die Unwahrheit; 
denn später (10/V/04) kannte man plötzlich das Abmeldedatum. Laut 
Mitteilung des Standesamts Ludwigshafen (11/IX/O3) an die Universität Kiel, 
Institut für MW, stehe beim Heiratseintrag 1956 kein Todesvermerk. 


Balzer, Hugo 

Duisburg, 17. April 1894 - Ratingen, 3. April 1985. 

Sohn eines Industriellen; Schüler von Fritz Steinbach, Dirigent, 1929-33 
Opernkapellmeister in Freiburg i. Br. Die NSDAP-Fraktion im Rathaus 
verlangte schon im September 1932 - vergeblich - aus wirtschaftlichen 
Erwägungen, die Stelle des GMD abzuschaffen. Pressedruck führte dann 
dazu, daß der Oberbürgermeister ihm mit Vertragsablauf, also zum 
31/VIII/33 kündigte. Balzer hatte jedoch nach einem Probedirigieren in 
Düsseldorf Anfang März - zunächst mit Dreijahresvertrag - bereits die 
Stelle des dortigen GMD erhalten. Seit 1/1/35 Leiter des aus dem Buths- 
Neitzel-Konservatorium gebildeten Robert-Schumann-Konservatoriums der 
Stadt Düsseldorf; Hitler verlieh ihm zum Tag der Deutschen Kunst am 
*15/VII/39 den Titel Professor. Balzer war mit Gastvertrag vom 13. Februar 
bis 13. Juli 1944 1. Kapellmeister am Deutschen Theater im besetzten Den 
Haag. 

1945-48 Dirigent des Städtischen Orchesters Detmold, dann Musikal. 
Oberleiter des Stadttheaters Düsseldorf. In Hösel i. R. mit Gastkonzerten 
befaßt. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.973.664. 1934 Ratsherr der NSDAP und 
Fachgruppenreferent für Musik bei der NSKG Gaugruppe, Düsseldorf; 1936 
Städt. Musikbeauftragter für Düsseldorf. 




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1933 

31. März 1933, Nachricht: 

Balzer setzt die im Frühjahr 1933 in Freiburg schon zur Uraufführung 
angenommene Oper "Christophorus" von F. Schreker nach Rücksprache mit 
diesem "bis auf weiteres" ab ("AMZ" LX/13, 31/III/33. S. 195). 

Eine Zweckmeldung , da keine Rücksprache dokumentiert ist. 
Antijüdische Aktion ging ohne Einwilligung der Betroffenen vor sich. 

1935 

3. April 1935: 

Balzer leitet das vierte der fünf Konzerte des BPhO für die NSKG. 
Solist: Alfred Floehn, Klavier. 

*6. Juni 1935: 

Zur Reichstagung der NSKG in Düsseldorf leitet Balzer das 1. 
Festkonzert: 1. A. Jung: Passacaglia für gr. Orchester und Orgel. - 2. R. 
Wagner-Regeny: Sommernachtstraum-Musik (UA). - 3. Fl. Dransmann: 
"Einer baut einen Dom". Mitwirkende: Stadt. Orchester, Chor des Stadt. 
Musikvereins, Düsseldorfer MCh, Sprechchor des Arbeitsdienstlagers Rhein- 
Wupper, Rudolf Watzke (Bar), Flenk Noort (T), FHildegard Flennecke (A). 
*11., Juni 1935: 

Zur Reichstagung der NSKG in Düsseldorf leitet Balzer das 2. 
Festkonzert: 1. J. Weismann: Vorspiel zum "Sommernachtstraum" (UA). - 
2. Otto Straub: "Altdeutsche Minnelieder" für S, Bariton und acht 
Instrumente. - 3. E. Peeters: Konzertmusik für Klavier und Orchester (UA). 

- 4. A. Jung: Festmusik für Orchester. Mitwirkende: Elsa Wieber (S), G. 
Flüsch (Bar) und Fleinrich Nelting (Klavier). 

1936 

27. Februar 1936: 

Das BPhO, Dgt. Balzer, konzertiert für Berliner Konzertgemeinde und 
Konzertring der NSKG. Solist: W. Gieseking (Klavier). 

April 1936, Einsatzbereitschaft: 

"Überaus günstig ist die Entfaltung des Düsseldorfer Musiklebens vor 
sich gegangen, dem auch die NS.-Kulturgemeinde eine besondere 
Aufmerksamkeit schenkt. Flugo Balzer hat die Führung der Oper und des 
Konzerts mit Energie und Umsicht seit 1933 in die Fland genommen und der 
langen und verhängnisvollen Rivalität von Weisbach und Florenstein eine 
Ende bereitet. 

(..) Zugleich bekundete er mit seiner aktiven Teilnahme an der 
Düsseldorfer Reichstagung der NS.-Kulturgemeinde 1935 seine 
Einsatzbereitschaft für das Kulturschaffen der neuen Zeit und den 
Kulturgedanken des nationalsozialistischen Staates" (Richard Litterscheid: 
Dirigenten im deutschen Westen. "Die Musik" XXVIII/7, April 1936. S. 494- 
495). 

1937 

*3. November 1937: 

Im Opernhaus Düsseldorf bietet Fl. Balzer zur Rheinischen 
Gaukulturwoche die Oper "Magnus Fahlander" von F. von Borries (UA). 




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1938 

*22. Mai 1938: 

(1) Das Städt. Orchester Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet zur 
Eröffnungsfeier der Reichsmusiktage 1938 Paul Graeners "Feierliche Stunde" 
(UA) vor den Ansprachen des Oberbürgermeisters der Stadt und des 
Präsidenten der RMK Raabe und danach den ersten Satz der C-dur-Sinfonie 
von R. Wagner. 

(2) Das Städt. Orchester Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet zu den 
Reichsmusiktagen die Ostmark-Ouvertüre von Otto Besch, die Rhapsodie für 
Orgel und Orchester von J. Rietz, das Romantische Konzert für Bratsche und 
Orchester von H. J. Sobanski und die Rhapsodischen Sinfonie von Paul Juon 
(alle in UA). 

*24. Mai 1938: 

Das Städt. Orchester Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet im 2. 
Orchesterkonzert der Reichsmusiktage A. Irmlers Sinfonische Fantasie nach 
Rilkes "Weise von Liebe und Tod", das Klavierkonzert "Castelli romani" von 
Josef Marx, die Geigenmusik von B. Blacher und Passacaglia und Fuge von 
Hans Bullerian. Solisten: W. Gieseking (Klavier), Max Strub (Violine). 

*25. Mai 1938: 

Zu den Reichsmusiktagen in Düsseldorf bieten Städtisches Orchester, 
Chor der Städtischen Bühnen und Chor des Städtischen Musikvereins, Dgt. 

H. Balzer, die Kantate "Von deutscher Seele" von H. Pfitzner. Die Solisten: 
Helene Fahrni (S), Elisabeth Hoengen (A), August Seider (T) und Helmut 
Schweebs (B). 

*29. Mai 1938: 

Im 3. Sinfoniekonzert der Reichsmusiktage in Düsseldorf bietet H. 
Balzer den Sinfonischen Prolog "König Ödipus" von Max von Schillings, W. 
Egks Kantate "Natur - Liebe -Tod", Capriccio und Fantasie von Th. Berger - 
alle in UA -, das Cellokonzert von Max Trapp und die Sinfonietta von G. 
Schwickert (UA). 


1939 

*14. Mai 1939: 

(1) Das Städt. Orchester, Dgt. H. Balzer, bietet zur Eröffnungsfeier 
der Reichsmusiktage in Düsseldorf als Auftakt zu den Reden von Gauleiter 
Florian und Staatssekretär Hanke die "Uraufführung" der Einleitung zum 2. 
Akt und des Marsches aus "Tarpeja" von Beethoven. 

(2) Das Städt. Orchester, Dgt. H. Balzer, bietet im 1. Sinfoniekonzert 
der Reichsmusiktage das Violinkonzert Op. 88 von Paul Juon und das zweite 
Orchesterkonzert Op. 36 von Max Trapp (UA). 

*20. Mai 1939: 

Das Städt. Orchester, Dgt. H. Balzer, bietet im 3. Sinfoniekonzert der 
Reichsmusiktage das Triptychon für Orchester Op. 19 von E. Wolf-Ferrari, 
Introduktion und Chaconne für Violine und Orchester von H. Erdlen (UA) 
und Sinfonische Gesänge nach Nietzsche-Dichtungen für Bariton und 




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Orchester von H. Simon (UA), ferner die Sinfonie der großen Stadt von P. 
Höffer. Die Solisten: H. H. Nissen (Bar) und S. Borries (Violine). 

*21. Mai 1939: 

Das Städt. Orchester, Dgt. H. Balzer, bietet zur Kulturpolit. 
Kundgebung der Reichsmusiktage in Düsseldorf von Paul Graener "Prinz 
Eugen, der edle Ritter" Op. 106 (UA). 

1940 

17. Dezember 1940. 

Balzer leitet ein Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Brüssel 
und bietet "Fidelio". 

Eine Wiederholung fand am 19/XII/40 statt. 

18. Dezember 1940: 

Balzer führt Städt. Orchester und Orchester der Oper Düsseldorf zu 
einem Gastspiel ins besetzte Brüssel und bietet Werke von Weber und 
Brahms. 

1941 

9.Januar 1941: 

Das 6. Konzert der Stadt Düsseldorf, Dgt. H. Balzer, bietet das 
Klavierkonzert Nr. 3 in C-dur Op. 26 von S. Prokofjew; Solist: Karlrobert 
Kreiten. 

25. Februar 1941: 

Bei einem Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Brüssel bietet 
Balzer "Die Fledermaus" von J. Strauss. 

27. Februar 1941: 

Bei einem Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Antwerpen 
bietet Balzer abermals "Die Fledermaus". 

2. März 1941: 

Bei einem Gastspiel im besetzten Antwerpen beim dortigen 
Philharmonischen Orchester bietet Balzer "Tod und Verklärung" von R. 
Strauss, das 5. Klavierkonzert von Beethoven und Bruckners Vierte. Solist: 
Eugen Traey. 

1942 

18. Dezember 1942: 

Das BPhO, Dgt. H. Balzer, bietet - erstmals - die Toccata von 0. 
Gerster. 

1944 

29. Februar 1944: 

Bei einem Gastspiel der Oper Düsseldorf im besetzten Antwerpen 
bietet Balzer den "Rosenkavalier" von R. Strauss. 

15. Mai 1944: 

Im besetzten Belgien bietet Balzer a. G. ein Konzert der Philharmonie 
Antwerpen mit Werken von Bach-Respighi, Weber, Flaydn und Beethoven. 

Geschichtsfälschung I, 1972: 

In seiner Dissertation "Die nationalsozialistische Kulturpolitik in 
Düsseldorf 1933-1945" (Düsseldorf, 1972) behauptet Walter Rischer, Balzer 
habe sich "fern von jeder Weltanschauung" gehalten (S. 61). 




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Geschichtsfälschung II, 1981: 

"In Anerkennung seiner pädagogischen Leistung, wie Dekan 
Kirchmeyer hervorhob, wurde Balzer 1939 der Professortitel verliehen. Eine 
Auszeichnung, die nur für Angehörige großer Musikschulen oder 
Parteigenossen in Frage kam, beides traf für ihn nicht zu" (Karlheinz 
Welkens: Späte Ehrung für Gründer Prof. Balzer. "Rheinische Post", l/X/81). 

Es geschah gar nicht so selten , daß sich ein Musikhistoriker - Hellmut 
Kirchmeyer war zuvor als solcher überzeugend ausgewiesen - in das üble 
Spiel der Geschichtsfälscher einschaltete , obwohl er das Instrumentarium 
zur Feststellung der Fakten meisterte. Wenn er schon nicht wußte , daß 
Balzer Mitglied der NSDAP war > hätte ihn doch die Tatsache nachdenklich 
machen müssen , daß lediglich Hitler den Titel zuerkennen konnte. Überdies 
gab es 1935 keine andere Partei als die NSDAP , für die Balzer Ratsherr 
hätte sein können. 

Geschichtsfälschung III, 1983: 

"(...) Von den Nazis wurde er aus seiner Stellung gedrängt, konnte 
jedoch in dem damaligen Dirigentenkarussell infolge des 
nationalsozialistischen Umbruchs den Posten des GM für Oper und Konzert 
in Düsseldorf erhalten" (Dr. Theodor Hundt, Troisdorf, an Fred K. Prieberg, 
30/VIII/83). 

Dr. Hundt war zu der Zeit Mitarbeiter einer Kölner Kulturzeitschrift und 
gab - ohne eigne Recherche - wieder > was ihm Balzer in Interviews erzählt 
hatte. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, RML, SML. 


Bamberg 

Deutschlands Heldenheer. Marsch (Orag, 27/VIII/33, TrK der 1. Preuß. 
Nachrichten-Abt., Dgt. Koruhn). 


Bamberger, Carl 

Wien, 21. Februar 1902 - New York, 19. Juli 1987. 

Sohn eines Fabrikanten; Dirigent, Schüler von H. Schenker und F. 
Buxbaum. 1927 2. Kapellmeister unter Karl Böhm am Landestheater 
Darmstadt, später 1. Kapellmeister am Raimund-Theater in Wien, 1930-35 
Gastspiele in der UdSSR, 1936 an der Kairoer Oper. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 
Bamberger emigrierte 1937 in die USA und war hier dann Leiter des 
Orchesters und der Opernschule am Mannes College of Music in New York 
City. 

Information: DML, KDMK, FA2, RMLE. 


Bamert 




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Mein Deutschland. Marsch für Volksinstrumente (RS Hamburg, 
26/XII/36). 

Pommerntreue. Marsch für Volksinstrumente (RS Hamburg, 26/XII/36). 


Bammer, Johannes 

Nikolsburg/ Mähren, 31. Mai 1888 - Bonn, 17. März 1988. 

Sohn eines Weinbauern und Gastwirts; Dr. jur. Prag 1913, Jurist und 
Volkswirt, ab 1920 Syndicus von Arbeitgeberverbänden in Rumburg in 
Nordböhmen, 1939 Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der 
deutschen Industrie im Sudetenland, Sitz Reichenberg. Nebenberuflich 
Komponist, als solcher u. a. Schüler von H. Gäl, A. Häba und V. Noväk. 

Mit dem "Abschub" der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei 
zunächst 1946-49 in Löbau/ Sachsen, 1949 in Rüdesheim, 1958 in Frankfurt 
a. M., 1963 in Höchberg bei Würzburg, seit 1975 in Bonn. 

Werke: Klavierstücke, Lieder, besonders Kinderlieder, und Chöre; 
Kammermusik 

NSDAP (It. BDC1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Zwölf Lieder der Zeit, nach neuen Texten, für Gesang und Klavier (1937) 
[FK, dann T]. 

Texte , wo nicht anders angegeben , von A. Nicanders , der zuweilen 
auch Nieanders genannt wird. 

Inhalt: 

1. Spruch. - 2. Kameraden: Kameraden, ihr seid Träger. - 3. Ein Sturm 
ging über heiliges Land. - 4. Den Riegel zurück. - 5. Bauernlied: Wenn 
wir hinterm Pfluge schreiten. - 6. Und unsere Pflüge sind stählerne 
Scharen. - 7. Der Herr schuf die Erde. - 8. Wir singen nach ewigen 
Noten. - 9. Wir legen unsere Hände. - 10. Aufbruch: Das Dunkel ist 
gewichen (T: B. Landeck). - 11. Wirtragen ein Licht (T: F. Höller). - 12. 
Die Tat steht groß. 

Wirtragen ein Licht (T: Franz Höller). Chorversion (u. a. Teplitz- 
Schönau, 21/V/38, bei den Sudetendeutschen Musikfesttagen). 

Nachdem der Chor beendet war > mußte das Eröffnungskonzert wegen 
Intervention der tschechoslowakischen Behörden abgebrochen werden. 
Textdichter Höller war zudem Kulturbeauftragter von Hitlers 
sudetendeutschem Wegbereiter Konrad Henlein. 

Wacht auf: Kläglich ich schrei, ihr Deutschen: Wacht auf! (T: Christoph 
Hosmann von Elbogen, um 1565), für einstimmigen Chor und 2 Trmpeten 
und 2 Posaunen. Trutzlied für die Sudetendeutschen. 

In: 

Männerweisen 3 (1938). 

In seiner Monografie "Der Komponist Johannes Bammer" 
(Schriftenreihe zur sudetendeutschen Musik 4, Dezember 1982. S. 41-53) 
hat Widmar Hader dieses Werk "vergessen". 

Information: DML, FA, MM2, KDMK, LdCh. 




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Bannack, Ernst 

Essen, 19. Oktober 1897 - Essen, 9. Mai 1969. 

Kapellmeister und Privatmusikerzieher für Geige, Posaune, Klavier in Essen. 
Auch nach 1945 in Essen, zuletzt i. R. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.470.297, auf Antrag vom 24/VI/37. 

Es zog ein Hitlermann hinaus. Marsch (Werag, 17/VII/33, MZ der SS- 
Standarte 25 Essen, Dgt. E. Gedenk). 

Information: Standesbeamter Stuhldreier, Essen I (8/X/97'), 
verweigerte mit falscher Zitierung des PStG, also rechtswidrig, die Angabe 
des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um das Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Bannerlied 


= Wir singen das Lied von der Fahne 


Bannerlied des Arbeitsdienstes = Laßt nur die Bonzen in Amt 

und Stuben brüten 


Banthau, Arthur 

Danzig, 29. Juli 1885 - Münster, 21. November 1948. 
Angestellter in Münster, Laienkomponist. 

NSDAP seit l/IV/40, Nr. 7.958.799, auf Antrag vom 7/1/40. 
Unser Zeppelin. Marsch (Werag, 2/II/33). 

Die Fahne hoch! Marsch (Werag, 8/VI/33). 

Marsch der Landsknechte (Werag, 21/VI/33). 


Bär, Lothar 

Bodenbach/Böhmen, 6. August 1901 - Mainz, 25. November 1979. 
Schüler von K. Striegler und P. Büttner, Komponist und Musiklehrer in 
Kötzschenbroda bei Dresden, zeitweilig in Berlin, hier 1940/41 einer der 
Musikvorstände der kurzlebigen Märkischen Operettenbühne. 

Nach 1945 in Wiesbaden, ab l/IV/57 dann in Mainz. 

Werke: Operetten und Revuen, so "Um uns dreht sich Berlin" (1937); 
Kammermusik, Orgelstücke, Lieder und Chöre. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein (T: N. Becker). 
Trutzlied. 

Vgl. Sie sollen ihn nicht haben. 

In: 

Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; T: onA ). 

Hell lohen Freiheitsflammen hinauf zum Himmelszelt (T: Gustav 
Reeckjr., Berlin). Bekenntnislied (1933). 




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Textprobe (2. Strophe): 

"Des Reiches ruhmbedeckter Schild 
glänzt neu in alter Pracht; 
und die Nationen merken auf, 
ein Volk ist nun erwacht! 

Es hat die Fesseln abgelegt, 
mit Macht das Steuer sich bewegt, 
den rechten Kurs zum Ziel!" 

In: 

NS-Volks-Liederbuch (21934). 

Information: DML, FA, KDMK, LdCh. 


Barber, Walter 

Berlin, 17. April 1889 - Leipzig (DDR), 12. Oktober 1967. 

Kapellmeister und Komponist in Leipzig. 

Nach 1945 weiterhin in Leipzig, zuletzt i. R. 

Werke: Märsche. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. MZF des RLB Leipzig. 

Mein Sachsenland. Marsch für Militärmusik (1934). 
Hitler-Göring-Marsch (RS Leipzig, 18/VI/35, MZ des RLB Leipzig, 

Leitung: selbst). 

Op. 12. Luftschutz, mein Stolz! Festlicher Marsch für Militärmusik (1937) 
[P]- 

Der Titel feiert ein Vorhaben des NS-Staats, das bald nach 1933 
begann und dem Volk vorspiegeln sollte , der - bereits vorbereitete - 
Luftkrieg sei ja gar nicht so schlimm. 

Op. 13. Spielmannslust. Signalmarsch für Spielmannszug und MK (1937) 
[P]- 


Bärenreiter - Verlag 


siehe: Karl Vötterle 


Baresel, Alfred 

Leipzig, 10. Januar 1893 - Frankfurt a. M., 7. November 1984. 

Major der Reserve; Musikpädagoge und Musikschriftsteller und -kritiker in 
Leipzig, 1921-39 Klavierlehrer am dortigen Konservatorium und ab 1922 
Musikreferent der "Neuen Leipziger Zeitung", 1925/26 deren 
Feuilletonredakteur, dann Redakteur im Verlag Wilhelm Zimmermann. 

Nach 1945 zunächst Musikkritiker, 1946 beim "Südostkurier" in 
Reichenhall, ab 1951 Lehrer am Händelkonservatorium in München, dann in 
Berchtesgaden-Schönau, 1956 Redakteur der "Frankfurter Neuen Presse" in 
Frankfurt a. M., dann i. R. 

Werkeu.a.: "Jazzbuch" (Leipzig, 1925, 61928); Biographien über Haydn 
und Verdi (beide 1930); auch Libretti, so zur Operette "Das Mädchen aus 
dem Jenseits" von Kurt Schildt (Jauer, 1/III/33); "Robert Teichmüller und 




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die Leipziger Klaviertradition" (Leipzig, 1939). 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.336.171, auf Antrag vom l/XII/37. 
Geschichtsfälschung, 1999: 

"(...) "Alfred Baresel, der von Gerigk seltsamerweise nicht aufgeführt 
wird (...). Unter seinen seit 1953 erschienenen Musikerkurzbiographien 
wirkt besonders die über Richard Strauss merkwürdig unpolitisch für einen 
Autor, dem von den Nazis so übel mitgespielt worden war (...)" (Eva 
Weissweiler in ihrem Kommentar zum Reprint von Stengel/Gerigks "Lexikon 
der Juden in der Musik". Köln, 1999. S. 89, 90). 

Die Autorin unterließ es, ihre Quelle zu verifizieren, und fiel daher - 
anders als Dr. Gerigk - prompt auf die falsche Angabe zu Baresel bei 
Joachim Bake ("Die Juden in der deutschen Tagespresse von 1918-1933", 
Berlin, 1940. S. 46) herein, der sie noch eigne - blind und falsch geratene - 
Zutaten über politische Unterdrückung des Pg. Baresel anfügte. 


Barmas, Issay 

Odessa (Rußland), 2. Mai 1872 - London, 3. Juli 1946. 

Schüler von Joseph Joachim, Violinpädagoge in Berlin, u. a. am Klindworth- 
Scharwenka-Konservatorium, Professor und Primarius seines eignen 
Streichquartetts. 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1933 emigrierte Barmas nach England. 

Information: DNML (Geburtsdatum: 19/IV) , DML, FA, RML. 


Barmat- und Kutisker-Lied 


= Ich bin ein Jude 


Barner, A. 

1835 -1910 

Waldkonzert: Konzert ist heute angesagt im frischen grünen Wald (T: G. 
Ch. Dieffenbach, 1822-1901), für zwei oder mehrere Singstimmen. 

In: 

Lieder für die Grundschule (1938). 


Barner, Willi 

Maschinen-Hauptgefreiter der Kriegsmarine, Gelegenheitskomponist. 

Vorpostenlied: Wer fährt dort einsam sein Karree (eigner T). 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 




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Barre 

Schlageters Mahnung: Deutschland erwache! (T: Bussewitz). Marsch und 
Lied (Südfunk, 3/VIII/33, von Schallplatte). 

Tondokument - von 1933 - im DRA: 1570010-18. 

Ausführende: Mannschaftschor mit Kapelle des SS-Sturmbanns XII, 
Untergruppe Ost, Berlin, Dgt. M. Ewers. 

Textprobe (1. Strophe): 

"Deutschland, erwache, Deutschland erwache; 
hell strahlt das Morgenrot, 
es lautet das Gebot: 

Deutschland erwache, Deutschland erwache; 

Brüder, vereinigt euch im Dritten Reich". 


Bartelmann 

Stramm und schneidig. Marsch (Orag, 26/III/33, Orchester des 
Opernhauses Königsberg, Dgt. Hrubetz, *8/XI/33). 

Information: Das Rundfunkprogramm buchstabiert ab und an auch: 
Bartelm us. 


Bartelmäs, Eugen Frieder 

Kornwestheim, 10. Januar 1910 - ohne Ort und Datum, 1945 (im 
Fronteinsatz vermißt und zum 31/XII/45 für tot erklärt). 

Ursprünglich Chemotechniker in Mettingen, dann in Stuttgart, 1936 in Berlin 
und in Kornwestheim; Laienkünstler, Autor und Komponist. 

W e r k e: u. a. "Die Brautfahrt", Tanzspiel mit Gesang und Instrumenten 
(1934); Spiele; "Gott, Freiheit, Vaterland", Sprechchöre der Hitlerjugend, 
hgb. zus. mit Richard Noethlichs (1934; 61936 ); Text zur Deutschen 
Landsknechtskantate "Das Fähnlein der schwarzen Knechte" von H. 

Majewski (1935). 

NSDAP seit l/VII/28, Nr. 93.526. Er erklärte am 31/VIII/29 seinen Austritt, 
trat aber am l/IX/31 erneut ein, 1936 wegen unterlassener Monatsmeldung 
gestrichen, jedoch am 19/VI/39 wiederaufgenommen. 

Wir schreiten über die Straßen. Lieder der Hitlerjugend, Gebiet 
Württemberg, hgb. (Stuttgart, 0 . J. = 1935 ). 

Heft 1. 

u. a. W. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Straßen. - W. Gättke: Und wenn 
wir marschieren. - Maritta Vohrer: Das Lied der Hitlerjugend (T: 

Bartelmäs). - (Götz): Der Trommelbube. - H. Brucklacher: Der Fahn han 
ichs geschworen (T: Oskar Riegraf). - onA = H. Stephani , Op. 66, 3: 

Hörst du den Sturm durch die Wälder reiten? - M. Vohrer: Nachtfahrt: Wir 
schreiten durch tiefdunkle, schweigende Nacht (T: Bartelmäs). - onA = 
Eberhard Fröhlich: Froh laßt unsre Wimpel flattern. - F. Alwers: Laßt euch 
nicht irren (T: H. Kutzleb). 




B 


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239 


Heft 2 (i. A. des Gebietes Württemberg), 
u. a. onA: (Gott Freiheit Vaterland) Auf, deutsche Schmiede. - Hans 
Dannenmann: Das letzte Aufgebot (T: Bartelmäs). - Chr. Wirsching: 
Schwarz ist die Nacht (T: R. Noethlichs). - onA = Blumensaat: Unser die 
Sonne. - M. Vohrer: (Jungvolk voran!) Strahlendes, flutendes Sonnengold 
(T: Bartelmäs). - Vier Lieder der Mädel: 1. Wir sind die braune 
Mädchenschar (T: A. Klickermann), 2. Hans Dannenmann: Wo deutsche 
Männer kämpfen, stehen wir Frauen bereit (T: Bartelmäs), 3. H. 
Dannenmann: Deutschland, Deutschland, als alle dich quälten (T: 0. 
Wendnagel), 4. M. Dannenmann: Auch wir Frauen wollen helfen (T: 
Bartelmäs). 

Die Reichssturmfahne. Geschichten, Lieder und Balladen um das Reich 
(1936) [AS]. 

Information: Laut Standesamt Kornwestheim (20/III/00) sei dem 
Geburtseintrag (Nr. 5/1910) kein Todesvermerk beigeschrieben. Die WASt 
(26/111/03) hat keinen Eintrag. 


Bartelmus 


siehe: Bartelmann 


Bartels, Heinz 

Kapellmeister der Operette, Korrepetitor am Staatl. Landestheater Gotha- 
Sondershausen. Im Kriege - Stand 1940/43 - zur Wehrmacht einberufen. 

Über endlos stillen Weiten (eigner T). Kriegslied. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) schallt der Marschtritt durch die Nacht. 

Kämpfer sind es, die da schreiten, 
stärker als des Satans Macht. 

Heißa, das sind Kerle, 

die da ziehn in den Morgen hinein. 

Sie holn herunter die Sterne, 
um ihr Leben, ihr Leben 
neuen Kämpfen zu weihn". 

In: 

Landser-Lieder (1942; Bearbeitung: G. Pallmann). 

Information: Im Kreis- und Stadtarchiv Gotha existierte nach Auskunft 
(25/VIII/97) des Landratsamts Gotha , Zentralamt , nicht einmal in den 
Adreßbüchern ein Heinz Bartels. Das Theater Gotha ignorierte eine Anfrage 
vom 14/XI/97. Laut Einwohnermeldeamt Gotha (17/VIII/98) seien weder im 
laufenden Register noch im Archiv zu Bartels Unterlagen vorhanden. Die 
WASt (8/III/04) hat keine Meldung. 


Barth, Hermann 

Luxemburg, 30. April 1866 - Ruhlsdorf, 6. Juni 1946. 




B 


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240 


Sohn eines Kgl. Garnisonverwaltungs-Oberinspektors; sprachkundiger 
Autor, Bühnendichter und Lyriker in Ruhlsdorf über Bernau bei Berlin, früher 
Pfarrer, nun i. R. Amateurkomponist. 

Werke: Biographien, so "Johann Sebastian Bach" (Berlin, 1901, 1902), 
"Göring" (1933) und "Kube" (1933, über Gauleiter Wilhelm Kube ); 
"Sommersonnenwende" (1933); Gedichte, so "Der heilige Rausch" (1935, 
1936), "Deutsches Heim" (1936); religiöse Literatur, so "Aus dem Gesetz 
zum Glauben" (Siegen, 1938) und "Christus ist die Mitte" (Siegen, 1939); 
Übersetzungen aus dem Arabischen, Persischen, Türkischen usw. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Adolf Hitler: Auf, auf, mein Volk! (eigner T). Huldigungslied, "Eigene 
Tonweise des Verfassers" (1933) [PS]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Ein echter Mann, ein fester Mann, 
zweischneidig Schwert sein Wort, 
ein Mann, der mir das Herz gewann 
und wird der Freiheit Hort. 

Heil, Adolf Hitler, nun wird 

mein Sehnen wahr: 

Deutschland wird, das neue, 
du bringst uns das deutsche Jahr". 

In: 

Deutschland glaub an s Glück (1933). 

Information: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender” 1943. 


Barth, Karl 

Swinemünde, 4. Januar 1889 - ? 

Komponist in Berlin. Am 24/XI/44 zur Wehrmacht abgemeldet. 

W e r k e: u. a. Unterhaltungs- und Filmmusik; Romantische Orchestersuite; 
Lieder. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Nordische Ballade. Konzertstück für Salonorchester (1944) [HT]. 
Information: FA. 


Barth, Kurt 

Breslau, 4. Mai 1888 - Zeitz (DDR), 12. Februar 1971. 

Schüler von G. Riemenschneider, Dirigent, bis 1933 Musikdirektor in 
Flensburg, 1934 Leiter der Sommerkonzerte der Dresdner Philharmoniker in 
Bad Pyrmont, ab 1935/36 Stadt. Musikdirektor in Zwickau mit Wohnsitz 
Bockwa. 

1948-60 Musikdirektor und Musikal. Oberleiter am Theater der Stadt 
Zeitz, hier Leiter der Singakademie, auch des Riedelchors Leipzig. 1960 
GMD. 




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Werke:u. a. Kammermusik und Orchesterwerke, so "Heitere Sinfonietta" 
(1937); "Von den letzten Dingen", Mysterium; Psalm 103 für gemCh; 
"Karfreitag", sinfonische Legende mit MCh; "Symphonia vitae" (1963). 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.773.188, auf Antrag vom 17/VI/37. 

*15. Februar 1940: 

"Zum Heldengedenktag im März" bietet das Stadt. Orchester Zwickau, 
Dgt. K. Barth, "Tod und Verklärung" Op. 24 von R. Strauss und die 3. 
Sinfonie "Eroica" Op. 55 von Beethoven. 

*30.Januar 1941: 

Das Städt. Orchester Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet eine Wagner- 
Gedächtnisfeier - "Zum 10. Todestage von Frau Cosima Wagner am 1. April 
1940 und zum 10. Todestage von Siegfried Wagner am 4. August 1940" - 
mit Werken von Siegfried Wagner und R. Wagners "Siegfried-Idyll". 

Das Gedenken an Cosima und Siegfried ließ sich passend mit dem Tag 
der Machtübernahme Hitlers vereinen. 

*20. März 1941: 

Das Städt. Orchester Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet zum 
Heldengedenktag einen Beethoven-Abend: "Egmont"-Ouvertüre, 
Violinkonzert und Fünfte; Solist: Walter Davisson (Violine). 

*6. November 1941: 

Das Städt. Orchester Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet "Zum Gedenktag 
für die Gefallenen der Bewegung" die 3. Sinfonie "Eroica" von Beethoven 
und das "Schicksalslied" von Brahms. 

*12. März 1942: 

Das Städt. Orchester Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet "Zum 
Heldengedenktag am 15. März" - erstmals - Wolf-Ferraris "Triptychon" 
(Vorgesang - Den toten Helden - Gebet) und mit dem Kammerchor Kröhnes 
"Tod fürs Vaterland" für Alt, Chor und Orchester, ferner die Rhapsodie für 
Alt, MCh und Orchester von Brahms; Solistin: Louise Richartz. 

Glaube an Deutschland. Oratorium für Sopran, Bariton, gemCh, 
Soldatenchor, Kinderchor und Orchester mit den Teilen Auferstehung - 
Berufung - Erfüllung. Dem Oberbürgermeister von Zwickau gewidmet (UA: 
Zwickau, 7/V/42). 

13. Mai 1942, Bericht: 

"(...) wie der glücklich gewählte Titel des äußerst wirksamen Werkes 
lautet, pulsiert in den schlichten Soldatenweisen, in der durchsichtigen 
Dreistimmigkeit der Kinderchöre und steigert sich zu hinreißender Wucht in 
den polyphon gehaltenen Massenchören. Er ist auch das Leitmotiv in den 
Solopartien. Barth (...) weiß mit diesem großen Chorwerk dem Geist der 
Zeit ergreifenden Ausdruck zu geben" (E. O. Matthes: Kurt Barth: "Glaube 
an Deutschland". "Leipziger Neueste Nachrichten" Nr. 138, 18/V/42). 

*5. November 1942: 

Der Beethoven-Abend der Stadt Zwickau "zum Gedenken der 
Gefallenen der Bewegung", Dgt. K. Barth, bietet Leonoren-Ouvertüre Nr. 3, 
3. Klavierkonzert - Solist G. Puchelt - und 5. Sinfonie. 

*11. März 1943: 




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"Zum Heldengedenktag" der Stadt Zwickau bietet K. Barth: 1. K. 
Striegler: "Heldische Musik", Lieder mit Orchester (erstmals). - 2. H. 
Bräutigam: "Tänzerische Suite" (erstmals). - 3. P. Gerhardt: "Heldenfeier 
und Totenklage" - dem gefallenen Helmut Bräutigam gewidmet (UA). 

*4. November 1943: 

Das Konzert zum "Gedenken der Gefallenen der Bewegung" der Stadt 
Zwickau, Dgt. K. Barth, bietet das Violinkonzert von Beethoven und 
Bruckners Fünfte. 

*2. März 1944: 

Das Konzert "Zum Heldengedenktag" der Stadt Zwickau, Dgt. K. 
Barth, bietet Glucks Ouvertüre zu "Iphigenie in Aulis", Regers Lied "An die 
Hoffnung" und Ochesterlieder von Schubert, gesungen von Gertrude 
Pitzinger (Alt), und die Eroica von Beethoven. 

Information: FA, LdCh. 


Barth, Paul 

Herold im Erzgebirge, 20. Januar 1893 - Karl-Marx-Stadt (DDR), 27. Mai 
1970. 

Musikpädagoge, Studienrat an der Adolf-Hitler-Schule in Chemnitz. 

Nach 1945 weiterhin in Chemnitz, später Karl-Marx-Stadt, 1958 i. R. 
W e r k e: u. a. ein Singspiel, Klavierstücke, Lieder und Männerchöre. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.409.407, Polit. Leiter der NSDAP. NSLB seit 
l/IV/33. 

Musik als Ausdruck der Rassenseele. Vortrag (Leipzig, 24/IV/39, vor 
der Gesellschaft für Rassenhygiene). 

Information: FA (ohne Geburtsdatum). 


Barthe, Engelhard 

Hamburg, 29. September 1906 - Hamburg-Wandsbeck, 9. Januar 1977. 
Schüler von E. Lendvai und J. Haas, Organist in Hamburg, 1928-31 in 
Bergedorf an St. Petri und Pauli, KMD der Probstei Altona, 1931 Kantor von 
St. Katharinen; 1939 Leiter der Altonaer Singakademie und der 
Volksmusikschule, auch Dirigent des Chors der Hamburger 
Volksbildungsstätte, dann deren Musikabteilungsleiter. 

Auch nach 1945 in dieser Funktion, 1953 KMD und Organist der 
Verheißungskirche in Hamburg-Niendorf, seit 1965 i. R. 

Werke: Lieder, Kantaten, geistliche Konzerte; Volkslied- und 
Choralbearbeitungen. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Totendienst: Unter der Erde, unter den Wassern liegen der Toten viele 
Geschlechter (T: R. G. Binding). Der Text ist zu sprechen und durch die 
Liedmelodie "Wir wollen uns verschweigen" zu umrahmen (1931). 

In: 

Die Singstunde 120 (1938). 




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Zur Arbeit: Pack zu, pack zu, nimm ihn in deine Faust (T: Georg Zemke). 
Werklied (1933). 

In: 

Die Singstunde 78 (1935). 

Wozu such ich den Weg. MCh. 

In: 

DSB, Liederbuch für Männerchor (1938). 

Information: FA ("Engelbert"), KDMK, RML, LdCh, FA2. 


Bartholemy, Josef 

Aachen, 15. Juli 1896 - Bonn, 16. Januar 1970. 

Musikpädagoge, Gymnasialmusiklehrer in Siegburg an der Staatlichen 
Oberschule für Jungen; ab 1939 in Bad Godesberg, auch Leiter der 
städtischen Konzerte. 

Nach 1945 zuletzt in Bonn. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.133.428, und NSLB seit l/IV/33; 1939 Städt. 
Musikbeauftragter für Bad Godesberg. 

"Ein neues Volkslied" (eigner T), onA , am 12/IX/33 an Dr. Goebbels 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1164). 

Festlicher Marsch (RS Köln, 15/11/40). 

19. Februar 1942: 

Die Textautorin Hanna Schaffganz-Spindler überreicht dem 
Reichsdramaturgen ihr Textbuch zu Bartholemys Operette "Das Gelächter zu 
Kolberg"; jedoch lehnte die Reichsmusikprüfstelle es als nicht gelungen ab 
(Quelle: BA R 55/ 20206 a. Blatt 271-272). 


Bartök, Bela 
1881 - 1945 

Ungarischer Komponist, der im NS-Staat immer wieder zu hören war, da 
Ungarn als befreundetes Land galt. Der Boykott setzte - mit Verzögerung - 
erst ein, als er 1940 in die USA emigrierte. 

1933/34: 

In einem Kammerkonzert zeitgenössischer Musik in Nürnberg bietet A. 
Kalix die Klaviersuite Op. 14 von Bartök. 

6 . Oktober 1933: 

Das Sendekonzert "Ungarische Musik" des SWF Frankfurt bietet u. a. 
von Bartök "Bilder aus Ungarn" und "Tänze aus Siebenbürgen". 

Ausführende: das Funkorchester, Dgt. H. Rosbaud (SWF, 6/X/33). 

24.Januar 1936: 

Im 3. Kammerkonzert für zeitgenössische Musik in Nürnberg spielt A. 
Kalix - erstmals - 15 ungarische Bauernlieder für Klavier von Bartök. 

März 1937: 




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Beim Internationalen Musikfest in Baden-Baden bietet H. Albert die 
Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartok. 

Herbst 1937: 

Bartok verurteilt - aus Rechtsgründen - scharf die Sendung einer 
seiner Klavieraufnahmen beim Ungarischen Rundfunk durch den deutschen 
und italienischen Rundfunk. 

8 . November 1937: 

Beim Zeitgenössischen Musikfest der Stadt Lübeck bietet H. Dressei 
die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartok. 

30. und 31. Januar 1938: 

Das 7. Philharmonische Konzert, Dgt. Furtwängler, bietet - erstmals - 
die Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartok. 

12. März 1938. 

"(...) Das große Ereignis aber war die >Musik für Streichinstrumente, 
Celesta und Schlagzeug< von Bartok. Dieser ist der Führer der modernen 
Ungarn. Sein Stil, hart an der Atonalität, geht konzessionslos eigene Wege, 
sowohl rhythmisch wie harmonisch gibt diese Musik manches Rätsel auf. Die 
Problematik ist indes nur imstande, das Interesse an solchen Werken zu 
erhöhen, weil aus diesen abseits der breiten Straße laufenden Schöpfungen 
neue Anregungen geschöpft werden können (...)" (F. J. Ewens: Aus dem 
Berliner Musikleben. "DSBZ" XXX/11, 12/III/38. S. 149). 

Es ging um die Aufführung im 7. Philharmonischen Konzert. 

28. März 1938 (Unterstreichung = Kursivsatz im gedruckten Original): 

"Diesem ungerechten, widersinnigen und einzig aus materiellen 
Gründen diktierten Verfahren gegenüber, bleibt mir nichts anderes üprig, als 
gegen jede Aufführung meiner Werke in Deutschland Protest zu erheben in 
denen Volkslieder und Volkstänze benutzt sind und solche Aufführungen 
soweit es mir möglich ist zu verhindern (...)" (Zitat bei Sophie Fetthauer: 
Musikverlage im "Dritten Reich" und im Exil. Hamburg, 2004. S. 58-59). 

Die STAGMA hatte entschieden , für autonome Kompositionen auf der 
Basis ungarischer Volksmusik nur den kargen Bearbeiterbetrag zu zahlen , 
nicht den vollen Urheberbetrag. 

April 1938: 

Das Internationale Musikfest in Baden-Baden bietet Volkslieder für 
Singstimme und Orchester von Bartok. 

13. April 1938: 

"(...) Was nun meine spezielle Lage anbetrifft, so ist sie vorläufig eine 
ziemlich böse, denn nicht nur mein Verlag (U. E.) ist jetzt ein Naziverlag 
geworden (man hat die Inhaber und Leiter einfach hinausgeworfen), 
sondern auch die A. K. M. (Gesellschaft für die Aufführungsrechte), der ich 
angehöre (auch Kodäly), ist ja eine Wiener Gesellschaft, die jetzt - ebenfalls 
>nazifiziert< wurde. Eben vorgestern erhielt ich den berüchtigten 
Fragebogen, mit Fragen über Großväter usw., dann: >Sind sie 
deutschblütig, rassenverwandt oder nichtarisch?< Natürlich wird dieser 
Fragebogen weder von mir noch von Kodäly ausgefüllt: unser Standpunkt 
ist, daß solche Fragerei (!) rechts- und statutenwidrig ist" (Bartok an Müller- 
Widmann, 13/IV/38. Zitat bei Sophie Fetthauer: Musikverlage im "Dritten 
Reich" und im Exil. Hamburg, 2004. S. 60). 




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23. April 1938: 

Der Westend-Chor Leipzig, Dgt. Joseph Schwinn, bietet einen Zyklus 
slowakischer Volkslieder im Satz von Bartok. 

1. Juni 1939: 

Der Rundfunk bietet "Bilder aus Ungarn" von Bartok (RS Breslau, 
l/VI/39). 

1940: 

(1) Bartok geht aus politischen Gründen in die USA und erhält am 
25/XI/40 den Doktorgrad h. c. in Musik der Columbia-Universität, New York. 

(2) Das 3. Konzert der Staatskapelle Berlin, Dgt. Karajan, bietet das 

2. Klavierkonzert von Bartok. 

31. März 1940: 

Der Rundfunk sendet Bartoks Volkslied "Von meinem schönen 
Vaterlande" (RS Wien, 31/III/40). 

11. Oktoberl940: 

Im 2. Freitagskonzert der Saison, Dgt. F. Konwitschny, bietet das 
Opernhaus- und Museumsorchester Frankfurt Bartoks Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta. 

20. Januar 1941: 

Im Sendeprogramm stehen die "Siebenbürgischen Tänze" von Bartok 
(RS Böhmen, 20/1/41). 

5. Februar 1941: 

Im Sendeprogramm steht der Schnelltanz aus den "Rumänischen 
Volkstänzen" von Bartok (RS Böhmen, 5/II/41). 

3. Mai 1941: 

"(...) Nach neuester Information ist es nicht ganz ausgeschlossen, daß 
eine Maßnahme gegen die Aufführung Bartokscher Werke erfolgt. Bei 
Vergebung von Aufführungen ist deshalb vorläufig Vorsicht geboten, vor 
allen Dingen nach Berlin. Es darf einstweilen auch innerhalb 
Großdeutschlands keinerlei Reklame für Bartok gemacht werden (...)" (UE, 
Abt. Leipzig, E/CK, an UE Wien, 3/V/41. Quelle: Sächsisches Staatsarchiv, 
Leipzig, Bestand Peters 4645. Zitat bei Sophie Fetthauer: Musikverlage im 
"Dritten Reich" und im Exil. Hamburg, 2004. S. 263). 

7. Juni 1941: 

"Ich werde den Vorgang bei sich bietender Gelegenheit noch einmal in 
Berlin besprechen. Aus dem Schlußpassus des Briefes Bartok könnte 
immerhin auf ein Ressentiment gegen Deutschland und Italien geschlossen 
werden, zumal wenn der Briefschreiber sowieso mit einem gewissen 
Fragezeichen versehen wird. 

Bis auf weiteres muß, wie gesagt, eine Werbung oder Aufführung von 
Bartok an sichtbarer Stelle vermieden werden" (UE, Abt. Leipzig, E/CK, 
7/VI/41. Quelle und Zitat wie oben). 

Bartok hatte aus politischen und rechtlichen Gründen - allerdings 
erfolglos - Aufführungen seiner Werke unter Verwendung ungarischer 
Volksmusik mit Protestbriefen zu verhindern gesucht. 

1943, Beurteilung: 




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"(...) ist heute vor allem durch tiefes Eingreifen in die bodenständige 
Volksmelodik und ihre tänzerische Rhythmik der repräsentativste Tonsetzer 
der Magyaren. B. ist zugleich namhafter Volksliedforscher, hat sich aber 
leider sehr deutschfeindlich eingestellt" (MM2. S. 63). 

29.Januar 1943: 

Am Vorabend des Zehnjahresfeier der Machtübernahme bieten die 
Münchener Philharmoniker, Dgt. Kabasta, - erstmals - die Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta von Bartok. 

1. Februar 1943: 

Die UE Wien verständigt die UE Leipzig von Bartok-Aufführungen: 2. 
Streichquartett, gespielt vom Vegh-Quartett, und Musik für 
Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta in Wien, Berlin und München. 

7. Juli 1943: 

"Aus Wien erhalte ich folgende Äusserung zu der Frage Bartok: Im 
Januar 1938 hat bereits Bartok selbst gegen ein Gerücht, er habe sich an 
Aufführungen in Deutschland und Italien desinteressiert gezeigt, oder solche 
sogar verbieten wollen, folgendermassen wörtlich Stellung genommen: 

Vor vier Wochen erhielt ich vom Ungarischen Radio ein 
Engagementsformular, in welchem ich als Pianist zu mehreren Aufführungen 
verpflichtet wurde und welches die ganz merkwürdige Bestimmung enthielt, 
dass die Radio-Direktion sich das Recht vorbehält, meine solistischen 
Produktionen sowohl direkt als auch auf Wachsplatten ausländischen Radio- 
Gesellschaften ohne Entgelt anzubieten. Ich habe in meinem Brief diesen 
Punkt in Bezug auf Italien und Deutschland nicht angenommen. Ich musste 
dies tun, weil ich von den Radio-Stationen dieser zwei Länder noch niemals 
zu pianistischen Leistungen eingeladen worden bin. Es geht nicht an, dass 
Radio-Gesellschaften, die sich für meine pianistischen Leistungen nicht 
interessieren, meine pianistischen Leistungen von unserem Radio evtl, als 
Austauschobjekt erhalten sollen. (...)" (RMVP an Auswärtiges Amt, 7/VII/43. 
Quelle: BA R 55/ 20608. Blatt 503). 

7. März 1944: 

Die UE Wien stellt bei der RMK, Fachschaft Musikverleger, Antrag auf 
Druckgenehmigung für "Ungarische Bauernlieder" und "Tanz-Suite" von 
Bartok. 


Bartsch, Franz 
Dirschau, 9. November 1892 - ? 

1930 Lehrer an der kath. Schule Eduardstraße in Mülheim/ Ruhr, 1934 in 
Duisburg Hamborn, seit 16/III/40 in Bromberg, dann in Wirsitz/ Gau 
Danzig, Lubichau/ Krs. Preußisch Stargard und in Dirschau. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.486.789. NSV, NSLB seit l/IV/33. 

Lied onA , am 20/VII/33 dem RMVP angeboten (Quelle: BA R 55/ 1161). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Dirschau fiel an 
Polen. Das Bürgeramt Mülheim/ Ruhr (4/III/98) verlangte für eine 
Meldeauskunft 20 bis 30 DM an Gebühren und lehnte (20/III/98), gez. 
Schneider; den Antrag auf Aussetzung der Gebühren ohne Begründung ab. 




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Auf Widerspruch vom 7/VII/98 gegen einen weiterhin ablehnenden Bescheid 
des Oberstadtdirektors Predeick durch Herrn GehI entschied die 
Bezirksregierung Düsseldorf > (17/IX/98), Frau Hümbs, ebenfalls negativ. 
Dies belegt, daß Geld dort wichtiger ist als Kultur und die 
Persönlichkeitsrechte des Grundgesetzes! 


Barysch, Kurt 

Maschinen-Obergefreiter der Kriegsmarine. 

U-Boot bei Nacht: Wenn über des Ozeans Wogen das Silber der Sterne 
erwacht (eigner T). Kriegslied. 

Textprobe (4. und 5. Strophe): 

"Geschärft sind nun all unsre Waffen, 
jetzt, Tommy, jetzt komm nur heran, 
stumm schauen aus unseren Klappen 
Torpedos dich liebevoll an. 

Ja so kämpfen wir, ja so kämpfen wir, 
ja wir kämpfen gegen Engelland. 

So kämpfen Großdeutschlands Männer 
gegen Engellands Tyrannei 
und brechen dem britischen Löwen 
die Knochen im Leibe entzwei. 

Ja so siegen wir, ja so siegen wir, 
ja so siegen wir über Engelland". 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Basan, Alfred 
(?), 24. Mai 1897 - (?), 1943 

Militärmusiker; zunächst - Stand 1925 - Musikmeisteranwärter, seit l/IV/27 
MM, Leiter des Musikkorps des Ausbildungsbataillons des IR 5 in Greifswald, 
dann beim Musikkorps des III./ IR 1 in Stettin, Ab l/IV/37 OMM und Leiter 
des Musikkorps des III./ IR 92, wieder in Greifswald. Seit 1/1/41 StMM. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Pommern-Marsch (RS Hamburg, 18/XI/34, MK des III./ IR 1, Leitung: 
selbst). 

Standarte 49. Marsch (RS Hamburg, 18/XI/34, MK des III./ IR 1, Leitung: 
selbst; die Nummer der Standarte ist im Programm wohl verdruckt ). 

Die Jäger kommen. Marsch mit Benutzung des 27er Jäger-Marsches von 
Sibelius (UA: Greifswald, 30/III/38). 

Die Militärmusik im Dritten Reich I ("DMMZ" LXI/4, 28/1/39. S.37-38). 
Die Militärmusik im Dritten Reich II ("DMMZ" LXI/5, 4/II/39. S. 52-53). 




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Die Militärmusik im Dritten Reich ("Militär-Musiker-Kalender" 1939 
XXXVII. Jahrgang. Berlin, 1939. S. 127-132). 

Zitat: 

"Als durch unseren Führer das große Werk vollendet wurde, als die 
Stunde anbrach, die uns als das geschichtliche Datum des 30. Januar 1933 
immer in Erinnerung bleiben wird, begann auch für die deutsche 
Militärmusik eine neue Zeit. Ein neuer Militärmarsch erklingt. Seine 
wuchtigen Klänge begleiten die Nation auf ihrem großen Marsche. Im 
Rhythmus dieser ersten Melodie des Dritten Reiches marschiert das neue 
deutsche Volk im gleichen Schritt und Tritt" (S. 127). 


Basedow 

Komponist in Stralsund. 

SA marschiert. Marsch (RS Hamburg, 29/VII/34). 


Baser, Friedrich 

Metz, 24. Februar 1893 - Baden-Baden, 4. Juni 1990. 

Sohn eines Unternehmers; Musiklehrer und Musikreferent in Heidelberg, 
Violinvirtuose und zeitweise Mitglied des Württembergischen 
Landestheaterorchesters in Stuttgart, Mitarbeiter von "Die Musik", "VB" und 
"Der Führer". Ab 1943 in Berlin. 

Ab 1946 Musikkritiker in Baden-Baden beim "Badischen Tagblatt" und 
freischaffender Musikschriftsteller mit Spezialgebiet Brahms und örtliche 
Musikgeschichte. Er erhielt 1982 auf Gemeinderatsbeschluß den mit 5000 
DM dotierten Preis der Stadt Baden-Baden. 

NSDAP seit 1/1/41, Nr. 9.217.952, auf Antrag vom ll/XII/41. 1942 Lektor 
für Musik im ARR, Hauptstelle Musik, dann Hauptamt Schrifttum. 

Richard Wagner als Künder der arischen Welt ("Die Musik" XXVI/2, 
November 1933. S. 85) (Teilabdruck: Wulf, S. 283). 

Hector Berlioz und die germanische Seele ("Die Musik" XXVI/4, Januar 
1934). 

Bruckners Siegeszug an den Rhein ("Die Musik" XXVI/6, März 1934). 
Zitat: 

(...) Um so inniger wollen wir beim Bruckner-Fest am Rhein der 
schicksalsverbundenen Brüder an der Donau gedenken, da sie um ihr 
Deutschtum kämpfen müssen, wie wir vor zehn Jahren an Rhein und Ruhr. 
Aus ihren Reihen erwuchsen uns Anton Bruckner und Adolf Hitler: sie 
werden sich freimachen. Dann soll durch beide große Schlagadern deutscher 
Kultur, Donau und Rhein, ein einziger Herzschlag pulsen". 

Die Musik bei den Heidelberger Festspielen 1934 ("Signale für die 
musikalische Welt" XCII/36-37, 5/IX/34). 

Händel als sozialer Standeskamerad ("DMMZ" LVII/12, 23 /III/35. S. 
165). 




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Musik zwischen den Völkern und Rassen ("Die Musik" XXVIII/6, März 
1936). 

Rasse und Geschichte in der Oper ("Deutsche Dramaturgie" 1/6, Juni 
1942. S. 125 f.). 

Zitat: 

"(...) Diese Verfälschung wurde dann bald ganz offen hinübergetragen 
in neue Opern, wie Marschners >Templer und Jüdin<, wobei der Templer 
nur als gewissenloser Lüstling hingestellt wurde, vor dem die unnahbare, 
ach so keusche Jüdin erst durch den von ihr zur Hilfe gerufenen Ivanhoe, 
den stolzen, angelsächsischen Helden, gerettet werden konnte. Solche 
Blüten konnte der Toleranztaumel seit 1789 selbst bei Walter Scott in 
seinem >Ivanhoe< treiben (...)" (S. 127). 

Das Ringen um die deutsche Volksoper ("Deutsche Dramaturgie" 1/12, 
Dezember 1942). 

Zitat: 

"Voraussetzung einer Volksoper bleibt aber der große 
Verschmelzungsprozeß zur deutschen Volksgemeinschaft, die gestählt und 
gegen alle Wetter erhärtet aus den Gluten dieses Weltkriegsabschlusses 
hervorgehen wird. Damit wächst zugleich der Mythos unserer Zeit in all 
unser Fühlen, Träumen, Denken und Handeln hinein, lebendig weiterwirkend 
in unserer Kunst. Sie befruchtet wiederum unsere großen national¬ 
sozialistischen Feiern, die das Erhabene des Gemeinschaftserlebens im 
größten Rahmen spiegeln; ihr buntfarbiges Gegenstück, das Erhabene 
ergänzend durch die bunte Fülle des Lebens, ist dann die Volksoper, die in 
Klängen, Gestalten, Tänzen, Bildern und aufeinanderprallenden 
Gegensätzen samt ihren Lösungen all das einfängt, was oft unbewußt die 
Volksseele bewegt und durch symbolische Opernkunstmittel ins Bewußtsein 
gehoben werden soll" (S. 287-288). 

Information: FA. Der Nachruf von rei-: Sein Leben galt der 
Musikgeschichte ("Badische Neueste Nachrichten", 8/VI/90) sparte sorgsam 
Basers Berliner Zeit und jede Erwähnung seiner antisemitischen Arbeiten 
und politischen Funktionen aus. 


Bassalig, Erwin (Franz Felix) 

Thorn, 7. Januar 1903 - Palma de Mallorca (E), 22. Oktober 1981. 
Volksschullehrer - Schulamtsbewerber - in Breslau, seit 1932 an der 17. 
Volksschule. Im Kriege Soldat und Gefreiter der Wehrmacht in einem 
Baubataillon, am 1/1/45 Zugang zur 1. Kompanie, Bau-Pionier-Btl. 101. 

Nach 1945 zunächst in Bodenkirchen Landkreis Vilsbiburg, , ab 
4/III/70 in Landshut, dann ab 7/IV/78 zur Klimakur auf Mallorca. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.206.671, auf Antrag vom 25/V/37. 
Bausoldaten-Marsch: Schipp, schipp, hol weg, schlag zu! (Mit Hacke und 
mit Spaten in braungebrannter Hand) (eigner T). 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 




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Bassermann geb. Rothschild, Florence 
London, 5. Juli 1863 - Frankfurt a. M., 6. Februar 1942 (durch Freitod 
angesichts der Deportation). 

Pianistin, Schülerin von Clara Schumann, und Klavierpädagogin, bis 1933 
Musiklehrerin (Klavier) an Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt. 
Information: DML. 


Bassermann, Hans 

Frankfurt a. M., 20. September 1888 - Cincinnati, Ohio (USA), 12. 

Februar 1978. 

Sohn eines Violinvirtuosen und einer Pianistin; Schüler von Henri Marteau 
und Carl Flesch, Geiger, Konzertmeister des BPhO, dann des 
Gewandhausorchesters Leipzig, bis Herbst 1933 in Weimar Musikpädagoge 
und Professor, danach in Frankfurt a. M. für den Jüdischen Kulturbund 
Konzertmeister von dessen Orchester und Primarius des Kulturbund- 
Quartetts. Bassermann schrieb noch 1933 polemisch gegen Jöde und gegen 
Dofleins Geigenschulwerk ("ZfM" C/10, Oktober 1933, S. 1069 f.). 

Von Brückner/Rock und Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling 
denunziert. 

Gleichwohl emigrierte Bassermann nicht sofort. 1936-37 
Konzertmeister in Genf bei E. Ansermet, 1937-38 in Palästina beim 
jüdischen Orchester Toscaninis, 1944 in den USA, ab 1952 Professor am 
Florida Southern College in Lakeland mit Wohnsitz Winter Park, Florida. 

5. Mai 1933: 

Die "AMZ" LX/18 druckt einen politisch-denunziatorischen Angriff 
gegen Fritz Jöde, u. a. mit Unterschrift von Hans Bassermann. 

21. Juli 1933: 

In der Sendung Virtuose Violinmusik spielt Bassermann, am Flügel 
begleitet von Bruno Hintze-Reinhold, Werke von Mozart, Brahms, Reger, 
Manuel de Falla und Sarasate (DtldS, 21/VII/33). 

2. Oktober 1933, Ein Fremdling?: 

"(...) Diese Eliminierung berührt einen Menschen wie grausame Ironie, 
der niemals - weder innerlich noch äußerlich - etwas mit dem Judentum zu 
tun hatte. 

(...) Wie zwecklos und lächerlich ist überhaupt meine Leistung! Über 
den Furtwänglerbeschimpfer Stuckenschmidt, bis zur Revolution 
zersetzender Faktor, heute Beethovenschwärmer, dem Schillings vergebens 
das Handwerk zu legen versuchte, regte ich mich in Wort und Schrift auf. 
Heute schreibt Herr Stuckenschmidt noch frisch und gesund, und Niemand 
nimmt ihm etwas übel; ich aber, der ich stets konzessionslos und unbeirrt 
eine anständige musikalische und streng nationale Richtung verfolgte, 
werde nach jahrzehntelanger irriger Meinung, ein Deutscher zu sein, wegen 
"Überfremdung" abgebaut, bin also ein Fremdling" (Hans Bassermann an 
Gustav Havemann, ohne Datum = etwa 2/X/33. Quelle: BA Namensakte 
Havemann). 

Information: DML, FA, KDMK. 




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Bastian, Albert 

Saarbrücken, 29. August 1898 - Saarbrücken, 16. September 1975. 
Unterhaltungsmusiker, Kapellmeister, und Privatmusikerzieher für Klavier in 
Saarbrücken, Musikdirektor, Dirigent des MGV von 1865 in St. Arnual und 
des MGV von 1887 in Scheidt/ Saar; Organist der ev. Kirche in Scheidt. 

1940 im besetzten Norwegen. 

Nach 1945 Chorleiter in Leipzig, dann wieder in Saarbrücken und ab 
1951 Kapellmeister der Bergkapelle Fischbach. 

W e r k e: u. a. Tanzmusik (Tangos); Ouvertüren wie "Lachende Jugend" 
und "Die Hochzeit des Pierrot" (1939). 

NSDAP seit l/IX/32, Nr. 1.293.022. 1940 Sachbearbeiter für Schallplatten, 
Reichsrundfunkgesellschaft, beim Reichskommissar für die besetzten 
norwegischen Gebiete in Oslo. 

23. Februar 1936: 

Das Rundfunk-Unterhaltungsorchester Saarbrücken, Dgt. Bastian, 
bietet Hans Gäls "Intermezzo" (RS Saarbrücken, 23/11/36). 

Lied der Männer vom Westwall: Jetzt haben wir Schippe und Hacke 
geschwungen (T: Richard Kunze und die 12. Kompanie des IR 118), für 
Gesang und Klavier (1939) [ZVNSDAP]. 

Tondokument - vom 12/XII/39 - im DRA: 1801834-02. 

Im DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus" 
(Potsdam , 2000) ist das Aufnahmedatum nunmehr der 12/XII/38. 

Ausführende: Kurt Mühlhardt (Gesang), MCh und gr. Blasorchester. 
Textprobe (4. Strophe): 

"Wir standen nicht abseits als Deutschlands Soldaten 
in dieser schweren, großen Zeit. 

Wir reichten die Hände den Männern des Spaten 
und waren zu jeder Stunde bereit. 

Wir haben mit Liebe zum Führer geschaut, 

und wir haben für Deutschland die Festung gebaut. 

Wir wolln sie schützen, wir Männer in Grau, 
wir siegen, sterben im Westwallbau". 

In: 

Heute wollen wir ein Liedlein singen (41941). 

Information: LdCh, LdBI. 


Bathe, Fritz 

Deutschland, Vaterland! (T: M. Barthel). MCh (1937) [WD], 
Kampflied: Schlagt die Pauken, schlagt die Trummen, schwenkt die 
Fahnen hoch im Wind (T: F. D. C. Weber). Bekenntnislied zum *29. März 
1936 für einstimmigen Chor mit Klavier/ Orchester (1937) [WD]. 
Textprobe (1. Strophe): 

"Heute soll die Welt es hören, 
daß wir abermals beschwören, 




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daß wir wieder Deutsche sind". 

In: 

Lieder für Schulfeiern 12 (1936). 

O, du mein Deutschland! (eigner T). Marsch für einstimmigen MCh mit 
Klavier/ Orchester (1937) [VM]. 

Deutschlands Tote: Sie trugen in ihren Seelen (T: Maria Kahle). MCh 
(1939) [H]. 

Steh fest, Germanenreich!: So lang der grüne Rhein erbraust (T: Robert 
Hamerling). MCh (1941) [E]. 


Batterie-Lied 


= Es kann ja der K-Einze den Aufsatz 
nicht lassen 


Batzem, August 

Köln, 26. August 1889 - Köln, 29. Januar 1976. 

Sohn eines Versandmeisters; Schüler von Josef Becker, Volkssänger in Köln, 
im bürgerlichen Beruf Betriebsbeamter und Kameralist, 1944 in Oberkassel 
bei Düsseldorf. 

Nach 1945 abermals in Köln, hier zuletzt i. R. 

Werke: Rheinlieder und Karnevalslieder, so "Annemarie" 

NSDAP seit l/IV/33, Nr. 1.760.077. 

Erinnerungen an den bunten Rock. Potpourri (Südfunk, 26/IV/33, von 
Schallplatte). 

Information: FA. Das Historische Archiv der Stadt Köln (ll/V/98) 
kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Forderung 
von 40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an , obwohl das 
Grundgesetz unbehinderte Information verspricht , setzte die Forderung auf 
Antrag jedoch aus. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 
gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" ans Dezernat 
Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht , brach also 
Verwaltungsrecht. Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor erbrachte 
Aussetzung der Gebühren. 


Bauer, A. 

Heilige Flamme: Hört die Walzen, hört die Pressen! Wie das Eisen knirscht 
und kracht (T: F. Oppenberg). 

In: 

Lied der Werkscharen 17 (1937); DSB, Singendes Volk 35 (1939). 

Wir Arbeitskameraden: Die Trommel gellt, Terumtumtumtum; die 
schweren Schritte hallen (T: F. Oppenberg). 

In: 

Lied der Werkscharen 19 (1937); DSB, Singendes Volk 35 (1939). 




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Wir sind in eins verschworen und stehn in Reih und Glied (T: Fritz Fink). 
In: 

Lied der Werkscharen 24 (1938/39). 


Bauer, Anton 

Mallersdorf/Niederbayern, 23. Januar 1893 - Freising, 30. Oktober 1950. 
Musikpädagoge in München, 1924 in Rosenheim, dann Studienrat am 
Gymnasium Freising, Komponist und Privatmusikerzieher (Gesang, 
Streichinstrumente), Tanzforscher und -Sammler. 

W e r k e: ein Lehrbuch für atonale Satztechnik (1923); Klavierstücke im 
atonal-futuristischen Stil (1924); Messen; Chöre und Lieder, so "Das neue 
Deutschland" (1926); Herausgeber von Volkstänzen, so Oberbayerische 
Schuhplattler. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.014.370, auf Antrag vom 14/IX/37. 
Hitler-Hymne: Heil dir im Führerglanz (T: A. Huber), für Gesang und 
Klavier (1935) [HD]. 

Marschbuch für Spielleute der SA und der Hitler-Jugend. 40 

Marschlieder und 10 Märsche, für 2 Flöten (Querpfeifen) und Trommel 
bearbeitet (1935) [HD]. 

Information: DML, FA, MM2, RML, LdCh. 


Bauer, (Franz) August (auch: August Franz) 

Mönchberg/ Amt Obernburg, 7. Dezember 1883 - ? 

Volksschullehrer, dann Hauptlehrer in Würzburg, Organist, Chordirigent, 
Leiter des Liederkranz Würzburg, (Stand 1942) Friedrichstr. 6. 

W e r k e: u. a. eine Deutsche Pfingstmesse. 

NSDAP (It. BDC-Auskunft 1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB, 
Gausachbearbeiter für Musikerziehung im NSLB Gau Mainfranken. 1938 
Landschaftsleiter der Fachschaft Volksmusik der RMK (Reichsverband für 
Volksmusik), Gau Mainfranken, sowie Bezirksleiter für Würzburg. 
Singkamerad. Schul-Liederbuch der deutschen Jugend. Hgb. von der 
Reichsamtsleitung des NSLB. Anhang für den Gau Mainfranken, bearbeitet 
von F. A. Bauer (1937) [ZVNSDAP]. 

Der Ruf von der Grenze (T: H. Menzel). Kantate für Sprecher, Chor und 
Orchester (Bayreuth, 17/VII/37, Eröffnungsfeier der Austauschlager 1937 
des NSLB in der Weihehalle des Hauses der deutschen Erziehung, 
gleichzeitig DtldS). 

19. Juli 1937, Bericht: 

"(...) Nach der Ansprache des Gauleiters trugen das Gau- 
Streichorchester Bayerische Ostmark und ein Chor der HJ und der Erzieher 
des NSLB, Kreiswaltung Bayreuth, die Kantate Herybert Menzels >Der Ruf 
von der Grenze< in der Vertonung von August Bauer, Würzburg, vor. Unter 
der Leitung des Komponisten gestaltete sich diese wohlgelungene 
Aufführung zu einem wirklichen Erlebnis. Der wunderbare Zusammenklang 




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von Chor, Sprecher und Orchester, die festlich-ernste Stimmung in einem 
Haus, das in der Geschichte des neuen Deutschlands einen so 
hervorragenden Platz einnimmt, und die hier neugewonnene Erkenntnis von 
der Sendung unseres Volkes im Osten des Reiches ließen allen Zuhörern die 
politische und kulturelle Bedeutung der Austauschlager des NSLB bewußt 
werden. (...)" (Grenzlandarbeit der deutschen Erzieher. "Bayerische 
Ostmark" Nr. 166, 19/VII/37). 

Acker der Grenzmark: Hie hebet an das Lied von den heiligen Ackern der 
Grenzmark (T: Hermann Gerstner). Kantate für Chor, Sprecher und 
Blasinstrumente. Gauleiter Fritz Wächtler gewidmet (1942; Eßlingen, 
14/V/38, Großkundgebung des NSLB) [DV]. 

Information: Der Standesbeamte Schuster beim Bürgermeisteramt 
Mönchberg (15/X/87) teilte mit, Bauer sei nicht am 7/XII/83 in Mönchberg 
geboren, wie der Meldebogen im Stadtarchiv Würzburg aber ausweist. Das 
Amt für öffentliche Ordnung (23/XII/97), Sachgebiet Meldewesen, der Stadt 
Würzburg, gez. Oehrlein, konnte Bauer "weder aus unseren derzeitigen noch 
den Archiv-Unterlagen" ermitteln, stellte jedoch für diese Auskunft 15 DM 
Gebühr in Rechnung. Weitere Nachfrage (19/VIII/99) begegnete einer 
neuen Forderung, die jedoch auf Antrag ausgesetzt wurde unter Mitteilung, 
Bauer habe im Einwohnerbestand Würzburgs nicht ermittelt werden können. 
Laut Friedhofsverwaltung Würzburg (20/11/01) nicht in der Grabkartei 
nachweisbar. 


Bauer, Fritz 

Kassel, 21. November 1877 - Kassel, 7. Dezember 1938. 

Komponist in Kassel. 

Werke: Lieder, Chöre und Märsche; viel Unterhaltungs- und Tanzmusik 
für Handharmonika, so "Weihnachtsmanns Ankunft" (1943) oder das 
Intermezzo "Hans im Glück" (1943); Harmonikalehrgänge. 

NSDAP (It. BDC1980), jedoch kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Heil und Sieg: Dem Heer, aus deutschem Geist geboren (T: onA ). SS- 
und SA-Marsch für Gesang mit Klavier/ Salonorchester/ Militärmusik (1933; 
RS Frankfurt, 2/III/35, 4/VII/36, *30/IV/38) 

Die braune Armee: Einst ein Häuflein von Getreuen (T: H. Vockrodt). 
Marsch für Gesang und Klavier/ Salonorchester/ gr. Orchester/ Militärmusik 
(1933; Mirag, 17/VIII/33; RS Frankfurt, *20/IV/37) [PW, dann PB]. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) - heute ein Millionenheer! 

Männer, die den Kampf nicht scheuen, 
schaut die braune, stolze Wehr! 

Durch der Besten Blut verbunden 
mit dem Führer bis zum Tod, 
haben wir den Weg gefunden, 
der herausführt aus der Not". 

Deutsche Ostfront. Marsch (RS Frankfurt, 18/XII/35). 




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Bauer, Georg 

Schlüsselfeld/Oberfranken, 1. März 1892 - Bamberg, 30. Juni 1973. 
Musikpädagoge, Lehrer in Bamberg, dann hier Musikstudienrat; auch 
Chorleiter, so des "Bamberger Liederkranz". Zeitweise Mitglied des 
Musikausschusses des Fränkischen Sängerbundes. 

Nach 1945 weiterhin in Bamberg, zuletzt i. R. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 3.971.044. 

15. April 1936, Selbstlob: 

"Das Bestreben, wieder aus dem unerschöpflichen Born des 
Volksgutes zu schöpfen, veranlaßt auch unsere Chorvereinigungen mehr 
denn je, die Pflege des Liedes wieder auf das Volk zu beziehen, die 
volkhaften seelischen Kräfte wieder freizulegen und eine neue echte 
Volkskunst zu schaffen, die in dem Madrigalstil der vorbachischen Zeit ihre 
Wurzeln hat. Von diesem Gesichtspunkt ausgehend unternahm es der 
verdienstvolle Dirigent des >Bamberger Liederkranz<, Georg Bauer, seine 
Sänger und - eine leider nur recht spärlich erschienene Zuhörerschaft mit 
einem eigenen Abend in Geist und Wesen dieser klingenden 
Renaissancekunst einzuführen. Vor jeder Nummer gab der Chorleiter eine 
kurze, treffende Erläuterung über den betreffenden Meister und sein Werk. 
Daß er für diese musikkundlichen Einführungen, bei denen er geschickt jede 
trockene Lehrhaftigkeit vermied, das nötige Rüstzeug mitbringt, bewies er 
mehr als durch Worte durch die Tat: Die von ihm stammende Fassung des 
alten Volksliedes >Waldvögelein< atmet in ihrem ausgezeichnet 
geschriebenen Satz ganz und gar den Geist des Madrigals, trägt die 
künstliche Patina einer von den Kirchentonarten her bestimmten 
Harmonisierung und wird auch dem alten Stilprinzip gerecht, daß die 
Textunterlegung sich nach der motivischen Imitation zu richten hat. (...)" 
(Georg Bauer: Ein Abend mit alter Musik in "Liederkranz" Bamberg. 
"Fränkische Sängerzeitung" XI/8, 15/IV/36. S. 91). 

Mit dem Liederkranz Bamberg bot Bauer am 17/VII/36 beim 
Fränkischen Sängerfest dann auch Madrigale von Luca Marenzio, Baldassare 
Donati und Giovanni Gastoldi. 


Bauer, Hannes (Johann) 

Jonsdorf/Zittau, 20. Februar 1890 - ? 

Schüler von Albert Fuchs und S. Karg-Elert, Musikpädagoge und 
Chordirigent, seit 1911 städt. Musikfachlehrer und Komponist in Leipzig, 
Dresdner Str. 33, dann Breitenfelder Str. 10. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.798.692, auf Antrag vom 23/XI/37. 

Op. 30 Nr. 3. Die heilige Flamme: Wir, aus Erde, staubgeboren (T: H. 
Lersch), für FrCh (1933) [D]. 

Ans Vaterland, ans teure, schließ dich an (T: Schiller), für Gesang mit 
Klavier/gemCh/ MCh (1936) [ML, 1933, dann Ho]. 




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Information: FA, LdCh (beide mit falschem Geburtsdatum). Laut 
Urkundenstelle beim Landkreis Löbau-Zittau in Zittau (6/II/98) sei dem 
Geburtseintrag kein Todesvermerk beigeschrieben. Die 
Einwohnermeldebehörde der Stadt Leipzig (9/VIII/00) teilte mit > Bauer sei 
in den Meldeunterlagen nicht zu ermitteln. Auch beim Standesamt Leipzig 
und beim Sächsischen Staatsarchiv existiert kein Hinweis. Das Sächsische 
Staatsarchiv (15/IX/00) hat nur die Abschrift einer undatierten Meldekarte 
mit den obigen Wohnadressen, doch ohne sonstige Angaben. Das 
Friedhofsamt Leipzig (28/XI/O2) gab Fehlanzeige. 


Bauer, Hermann 

Einsender in Karlsruhe, Dr. med., prakt. Arzt und Stadtarzt. Wohnung 
(1942): Gartenstr. 44. 

Lied der Deutschen, onA , im Mai 1933 dem RMVP angeboten (Quelle: 
BAR 55/ 1158). 

Information: Bis 1942 im Adreßbuch Karlsruhe, danach nur noch seine 
Witwe. Der Standesbeamte Lieder, Karlsruhe (7/VII/98), teilte mit, ein 
Sterbefall Bauer sei 1941-43 nicht beurkundet, und stellte für diese 
Auskunft und fünf weitere ohne Ankündigung des Gebührenanfalls 36 DM in 
Rechnung, verzichtete nach Antrag jedoch. Das Amt für Einwohnerwesen 
der Stadt Karlsruhe (ll/IX/98) konnte - auch im Archiv - keine Anmeldung 
ermitteln. 


Bauer, Otto 

Deutsche Lieder der Nation und des Volkes. Ergänzungsheft zum 
Liederbuch für Lyzeen, Oberlyzeen, Frauenschulen und Studienanstalten, 
sowie für mittlere und höhere Mädchenschulen. Zusammen mit Gustav Kühn 
und Paul Mies hgb. 31 Seiten (1934) [Quelle & Meyer, Leipzig]. 

Vgl. Deutsche Lieder der Nation und des Volkes. 


Bauer, Rudolf 

Hameln, 29. Februar 1880 - Tübingen, 20. Oktober 1971. 

Sohn eines Bankiers und einer Konzertsängerin; Orchestermusiker, 
zunächst in Hannover, seit 1907 in Kiel, hier bis 1944 Bratschist und 
Kammermusiker im Städtischen Orchester, Privatmusikerzieher für Geige 
und Viola, auch Mitarbeiter der Zeitschrift "Die Musikwoche". Seit 23/VII/44 
in Bad Homburg. 

Nach 1945 weiterhin in Bad Homburg, hier i. R., doch auch noch 
Musikreferent beim "Taunusboten", 1959 im Seniorenheim Rind sches 
Bürgerstift, zuletzt in Tübingen im Pauline-Krone-Heim. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 




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Vom Wesen deutscher Musikauffassung ("Die Musikwoche", 2/XII/39. 
S. 637). 

Bauer wendet sich gegen "artfremde", "entartete” und 
"fremdrassische" Musik und unterstreicht das seelische Tonalitätsgefühl 
(Teilabdruck: Wulf, S. 332-333). 

Information: KDMK (ohne Geburtsdatum). Weder das Rind sehe 
Bürgerstift noch die Stadthistorikerin Bad Homburgs, Gerta Walsh, konnten 
1996 irgendwelche Informationen über Rudolf Bauer ermitteln; das 
Standesamt Bad Homburg ignorierte eine Anfrage vom 25/IX/97, erteilte 
dann (12/V/99) Fehlanzeige; das dortige Einwohnermeldeamt (8/VI/98) gab 
an, Bauer sei nicht gemeldet gewesen und berief sich auf Verluste von 
Unterlagen - 1945! Der dortige Stadtladen (16/VI/98) erklärte, Bauer sei 
nicht gemeldet gewesen und auch im Archiv nicht zu finden. Das 
Standesamt Hameln (Poststempel 21/VII/98), teilte mit, die "Geburt eines 
Rudolf Bauer ist im Jahr 1880 in Hameln" nicht beurkundet", eine, wie sich 
herausstellte, korrekte Auskunft, da der Geburtsname nicht Bauer lautete., 
sondern Silberschmidt. 


Bauer, bind den Pudel an. Kinderlied. 
In: 

Klingend Erbe (1941). 


Bauerfeld, Fritz (Friedrich) 

Voigtstett/Krs. Sangerhausen, 31. Oktober 1872 - Rostock, 3. Mai 1945 
(durch Freitod). 

Militärmusiker; ab 4/XII/91 Stabshoboist und zum 15/III/00 MM beim 
Deutschen Ordens-IR 152 in Marienburg, seit 21/XII/l 1 OMM, ab ll/VIII/12 
beim 1. Garde-Rgt. Potsdam. Nach 1918 beim Musikkorps des III./ IR 5 
Rostock, ab l/IV/36 StMM. Seit 31/III/39 i. R., zuletzt von Hitler zum 
Musikinspizienten ernannt.. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Das 3. Bataillon. Signalmarsch (Doberan, 1933). 

Dezember 1933: 

Zugunsten des WHW bietet Bauerfeld Curt Hotzeis Festspiel "Ins Feld, 
in die Freiheit gezogen" mit sechs Sprechern, der Musik des 
Reichswehrbataillons Rostock, dazu Spielmannszug und Soldatenchor. 
Deutschlands Aufbruch. Marsch (NDR, 4/III/34, MK des III./ IR 5, 
Leitung: selbst). 

Im Dritten Reich. Signalmarsch mit Spielleuten (u. a. Warnemünde, 
1935). 

21. September 1935, Besprechung: 

"(...) Sein Marsch >Im Dritten Reic h<, ein Signalmarsch, bei 
dem auch die Spielleute mitwirken, ist recht und schlecht eine Vertonung 
des Aufbruches der Nation. Er wird beherrscht von einer hinreißenden und 
kampfesfreudigen Melodie. Der jetzt von uns allen erlebte und empfundene 




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258 


moralische Aufstieg und die Entschlossenheit des deutschen Volkes sind in 
diesem Marsch sozusagen ehern verkörpert. Der Marsch wird sicherlich auch 
weiterhin im Lande ertönen und mit Begeisterung gehört werden. (...)" (A. 
R.: Großkonzert in Warnemünde. "DMMZ" LVII/ 38, 21/IX/35). 

19. August 1938: 

Bei Hitlers Besuch auf dem Truppenübungsplatz Groß-Born leitet 
Bauerfeld den musikalischen Teil des Großen Zapfenstreichs, erhält dafür 
ein signiertes Bild des Führers mit Einladung zu den Bayreuther Festspielen. 
Oberst von Tippelskirch. Marsch. 

Der Titel feiert den nachmaligen General der Infanterie Kurt von 
Tippelskirch , später Chef der Heeresgruppe Weichsel , deren Reste er 1945 
der US-Armee übergab. 

Tondokument - vom Juli 1941 - im DRA: B003500743. 


Bauermann, Willy (Wilhelm Gottlieb) 

Halle/Saale, 21. April 1876 - Frankfurt a. M., 19. September 1961. 
Kapellmeister, Musikdirektor und Privatmusikerzieher in Offenbach am Main, 
seit 1944 in Oberursel. 

Nach 1945 zunächst noch in Oberursel, dann i. R., seit 1946 in 
Wenkheim bei Werbach, seit 30/IV/52 in Frankfurt. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Einig und treu. Marsch (RS Frankfurt, 22/XI/38). 


Bauernlied. 

In: 

Singendes Volk 18 (1934). 


Bauernstand 


= Merket auf, ihr Christenleut 


Baum, Edgar 

Jungvolkmarsch: Seht, wie die Wetter sich ballen (T: Ferdinand Wilkes), 
bearbeitet für Klavier. 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1870641-18. 


Baum, Immo 
Einsender in Leipzig. 

Erwachen deutscher Jugend (T: Pg. Max Käppler). Marschlied onA, am 
28/VII/33 an Dr. Goebbels eingesandt. 




B 


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259 


Baum, Wilhelm 

Parademarsch im Schritt = HM III A, 64. 

In: 

Heeresmärsche 5. 

Marsch im Trabe des FeldAR Nr. 12 = HM III B, 38. 
In: 

Heeresmärsche 3, Heeresmärsche 5. 

Marsch im Galopp des FeldAR Nr. 12 = HM III B, 47. 
In: 

Heeresmärsche 3; Heeresmärsche 5. 


Baumann, Anton 

Wien, 30. Juli 1890 - in seinem Landhaus am Attersee, 7. Februar 1941. 
Sohn eines Bezirksvorstehers; Opernsänger, 1933/34 an der Städtischen 
Oper Berlin, von Hitler am *30/1/37 zum Kammersänger ernannt, ab 1938 
Intendant der Städtischen Volksoper Wien. 

NSDAP seit 4/III/33, Nr. 1.387.548. 

28. März 1940: 

"Über das Dirigier-Gastspiel Gilbert Gravina, der an unserem Institut 
am Sonntag, dem 24. ds. die >Meistersinger< dirigierte, kann ich berichten, 
dass Graf Gravina das Werk in hervorragender Wiedergabe herausbrachte. 
Aus diesem Grunde möchte ich den Grafen öfter zu Gastspielen an der 
städtischen Wiener Volksoper heranziehen. (...) Die Reisekosten übernimmt 
die Wiener Volksoper" (Intendant Baumann an RMVP, 28/III/40. Quelle: BA 
R 55/ 20503. Blatt 451). 


Baumann, Hans 

Amberg, 22. April 1914 - Murnau, 7. November 1988. 

Sohn eines Beamten; Lehrer, Dichter und Musiker, ohne musikalische 
Fachausbildung bis auf Klavier- und Orgelunterricht an der LBA, 1933 Lehrer 
an der einklassigen Volksschule in Voithenberg, Bayerischer Wald, 1934 in 
Berlin, 1935-37 zur Wehrmacht in Potsdam einberufen, zuletzt Feldwebel d. 
R., 1939 in Passau, dann Leutnant im IR 82 und als Kompanieführer 
Kriegsteilnehmer. Zum *9/XI/41 verlieh ihm der Reichsstatthalter und 
Gauleiter von Hamburg die Hälfte des Dietrich-Eckart-Preises. 

Nach 1945 in Murnau erfolgreicher Kinderbuchautor unter Pseudonym 
Hans Westrum. 

W e r k e: u. a. Gedichtbände, so "Wir zünden das Feuer", und Dramen wie 
"Alexander" oder "Der Turm Nehaj" (UA: Wien, 31/X/41); Mütterkantate 
(1936); die Schauspiele "Kampf um die Karawanken" (1938), das Passauer 
Nibelungenspiel "Rüdiger von Bechelaren" (UA: Feierstätte Passau, 
l/VII/39) und die Soldatenlegende "Der Bärenhäuter" (UA: Bielefeld, 
25/X/42). 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 260 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.662.179. HJ, Fähnleinführer. 1934-35 
Hauptreferent und Sachbearbeiter für Jungvolkfragen im Amt für 
weltanschauliche Schulung der RJF in Berlin, 1937 Referent für 
auslandsdeutsche Kulturarbeit im Kulturamt der RJF. 1935 Bewerber beim 
SS-Sturm 11/75, 1937 SS-Anwärter, 1941 von der SS-Polizeidivision zur 
Schutzpolizei Hamburg entlassen. 

Alle Texte , wo nicht anders angegeben, stammen vom Komponisten. 

1933 

Macht keinen Lärm. Gedichte ohne Melodien, "Den schweigsamen 
Werkleuten am Dom des Reiches" gewidmet (1933) [J. Kösel & F. Pustet, 
München]. 

Darin - S. 46 - "Und heute gehört uns Deutschland und morgen die ganze 
Welt". 

Kameraden fragen nicht lange: woher? nicht lange: wo bist du 
geboren? (1933 für sein Fähnlein im Bayerischen Wald). Dann auch in: 
"Trommel der Rebellen" (1935), "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die 
Morgenfrühe" (1936). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Kameraden fragen nicht lange: Warum? 

Warum die Haut denn wagen? 

Denn Deutschland ist stolz 

und Deutschland ist stumm 

und läßt sich von keinem erst fragen". 

In: 

Vier Lieder (1935); RJF, Liederblatt der HJ 22 b (1935); Lieder für die 
Landjugend 1 (1936); Wir werden weitermarschieren (1936); Lied über 
Deutschland (1937, 5 1941); Die Fahrt (1937); RJF, Junge Gefolgschaft 2 
(1938); Die Singstunde 118 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 16 (10. November 1938); Das Bannorchester 
(1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Kameradschaft im 
Lied 10 (1940); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 13 (1940); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Es leben die Soldaten 22 (1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Das Orgelbuch (1943); Musikblätter der 
Reichsfrauenführung 16 (1944). 

Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft, und die Fahne weht dort im 
Winde. Trutzlied (1933). Dann auch in "Trommel der Rebellen" (1935) und 
"Horch auf, Kamerad" (1936). Für MZ: A. von Beckerath [V]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft, 
und die Fahne weht dort im Winde! 

Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft, 
daß jeder seinen Platz wohl finde! 

Kamerad, und fall ich, so stehst du für zwei 
und wirst meinen Leib auch noch decken. 

Dann will ich schlafen, bis Deutschland frei, 
dann sollt ihr mich wieder wecken". 


In: 




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261 


Die Singstunde 80 (1935); RJF, Musikblätter der HJ 13 (1935); RJF, 
Liederblatt der HJ 9 (1935); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); RJF, 
Junge Gefolgschaft 1 (1936); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); 
Volksliedsingen im Schulfunk 8 (15. Juli 1937), 16 (1939); Die Fahrt 
(1937); Lieder der Mannschaft 11 (1938); Stimmt an! I (1939; 
"Neufassung");Lieder der Bewegung für Blasorchester 12 (1939); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); RJF, 
Unser Liederbuch (61941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942). 
Pflug und Schwert: Schwinget den Hammer (1933). In: "Die 
Morgenfrühe" (1936). 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) das Eisen ist rot, 
den Pflug für den Jammer, 
das Schwert für die Not! 

Eisern sind beide, 
so sind sie sich gleich, 
so wollen wir schmieden 
ein Deutsches Reich!" 

In: 

RJF, Liederblätter der HJ 57 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 57 (1937); Die 
Singstunde 118 (1938); Lied über Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941). 

Siegeslied: Es zittern die morschen Knochen der Welt vor dem roten Krieg 
(1933), aus: "Unser Trommelbube" (1934), "Horch auf, Kamerad" und "Die 
Morgenfrühe" (1936) (Reichssendung, *9/XI/37, MZ der SA-Brigade 30, 

Dgt. J. Fuhsel) [V]. 

Tondokument - vom 29/III/38 und 15/XII/38 - im DRA: 1570011-14, 
1870596-02. 

Ausführende: 1) Soldatenchor mit RAD-ReichsMZ, Dgt. H. Niel; 2) 
SoldatenCh mit MK des II./IR 39. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Und liegt vor dem Feind in Trümmern 
die ganze Welt zu Häuf, 
das soll uns den Teufel nicht kümmern, 
wir bauen sie wieder auf. 

Wir werden weiter marschieren, 
wenn alles in Scherben fällt, 
denn heute gehört uns Deutschland 
und morgen die ganze Welt". 

Landgewinn, also Expansion der Grenzen und der Macht war ein 
typischer Topos der NS-Ideoiogie. 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Was die SA 
singt (1935; nur T, onA ); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Glück ab, 
Kameraden! (1935; onA , "aus dem Kameradschaftshaus der Kölner 
Studentenschaft mündlich überliefert, mitgeteilt von Dr. Karl Segler"); RJF, 
Liederblatt der HJ 16 (1935), 118 (1943); RJF, Musikblätter der HJ 13 
(1935); Die weiße Trommel ( 2 1935); Singen im NSKK (1936); RJF, 




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Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 
1936); Wir werden weitermarschieren (1936); Ruhmreiche Banner II 
(1936); Lieder für Schulfeiern 14/15 (1936); Lieder für die Landjugend 1 
(1936); Soldaten Kameraden (1936); RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936); 
Liederbuch der SA (61936; nur T, onA ); Lieder der Mannschaft 3 (1936); 
Singkamerad ( 8 1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Neues 
Deutschland 2 (1937; mit neuer 4. Strophe); Lieder der Zeit 1 (1937); 
Unsere Lieder 4 (1937); Flieger-Liederbuch (1938; nurT, onA ); SA- 
Liederbuch ( 2 1939); Stimmt an! II (1939; Variante: "Wir werden niemals 
weichen, marschieren Mann für Mann"); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Soldatenliederbuch (41940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Volk in Waffen 
(1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941; mit entschärftem Refrain: 
"Die Freiheit stand auf in Deutschland und morgen gehört ihr die Welt"); 
Hellau! (1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43). 

Eine neue vierte Strophe sollte 1936 den negativen politischen Effekt 
deutscher Aggression und Expansion abbauen: 

"Sie wollen das Lied nicht begreifen, 
sie denken an Knechtschaft und Krieg 
- derweil unsre Äcker reifen. 

Du Fahne der Freiheit, flieg! 

Wir werden weitermarschieren 
wenn alles in Scherben fällt; 
die Freiheit stand auf in Deutschland 
und morgen gehört ihr die Welt!" 

Die Strophe täuscht > denn nach wie vor ist die Expansion der NS- 
Macht mitgedacht. 

Es zittern die morschen Knochen. Marsch-Fantasie über ein Kampflied. 
Tondokument vom 24/11/38 im DRA: 1570011-13 . 

Ausführende: MK des Wach-Rgts. Berlin, Singschar der 
Kradschützenkompanie der Aufklärungs-Abt. 3 Stahnsdorf, Dgt. F. Ahlers. 

1934 

1934, Selbstbiografie: 

"Mitten in der Steinpfalz, in der neunhundertjährigen Stadt Amberg, 
hat mich 1914 die beste Mutter der Welt geboren. Ein mächtiger Aprilsturm 
war mein erstes Wiegenlied. Als mein Vater zum erstenmal aus dem Krieg 
heimkam, konnte ich schon auf seine Schultern klettern. Dabei stieß ich 
meinen Kopf gegen seinen Stahlhelm. Diese Eisenhaube, ein verrostetes 
Seitengewehr, zerfetzte Handgranaten und Soldaten waren meine ersten 
Freunde, da ich sieben Jahre in einer Kaserne aufwuchs. Im letzten Jahr war 
ich Waldschulmeister in einem Holzhauerdorf des Böhmerwaldes. Baldur von 
Schirach hat mich nach Berlin berufen. Aber das Bauernblut in mir läßt mir 
keine Ruhe. Ich werde schaffen und schaffen, bis ein Stück Boden mir 
gehört" (In: Herbert Böhme, "Rufe in das Reich", Berlin 1934. S. 365-366). 
Den Müttern: Setzt ihr euren Helden Steine, baut ihr einem Mann das Mal. 
Lied zum Muttertag (1934). Auch in "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die 
Morgenfrühe" (1936) [V ]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und so fanden sie das Leben 




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mitten aus Gewalt und Tod, 
und so konnten sie es geben 
einem Volk als Morgenrot". 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 6 (1937), 57 (1944); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 6 (1937); Unser das Land 
(1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); RJF, Liederblatt der HJ 53, 64 
(1937); RJF, Musikblätter der HJ 64 (1937); Unsere Lieder 3 (1937); Die 
Singstunde 118 (1938); Lieder der Frauenschaft 1 (1938); RJF, Junge 
Gefolgschaft 4 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); Volksliedsingen im 
Schulfunk 14 (13. Oktober 1938), 17 (1939); Das Bannorchester (1939); 
Singende Mannschaft (1940); Singebuch für Frauenchor (21940); 

Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); Musikbuch A, B (1941); SS- 
Liederbuch (91941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Frisch gesungen, 
Musikbuch A ( 291941 ); DAF, Singendes Volk 10 (Mai 1942); Das Orgelbuch 
(1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); Von Volk und Reich (1944); 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 16 (1944). 

Soldaten tragen Gewehre, Soldaten tragen den Stahl. Marschlied, auch 
mit Blasorchester (1934; u. a. Braunschweig, 23/X/36, zur Eröffnung des 3. 
Reichsmusikschulungslagers der HJ), aus: "Trommel der Rebellen" (1935), 
"Die Morgenfrühe" (1936), dann auch in "Horch auf, Kamerad" (1936). 1936 
für Blasmusik: E. Lauer, dann für Spielschar: K. Brüggemann [V ]. 
Tondokument - vom 28/III/38 - im DRA: 1870637-13. 

Ausführende: Chor der HJ-Rundfunkspielschar Berlin mit 
Streichquartett, Dgt. G. Nowottny. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und hebt der Tod seine Hand 
einst zum Gruß an des Helmes Rand, 
dann stürmen Soldaten das Sterben 
und bauen aus Sternen ihr Land". 

In: 

Vier Lieder (1935); RJF, Liederblatt der HJ 22 b (1935); RJF, Liederbuch 
Gebiet Nordmark (1936); Lieder der Bewegung für Blasorchester 2 (1936); 
Lieder der Mannschaft 1 (1936); Lieder für Schulfeiern 2 (1936); Wir 
werden weitermarschieren (1936); RJF, Eine Flamme ward gegeben (1936); 
Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Volksliedsingen im Schulfunk 25 (10. 
März 1938); Lieder vom Führerthing (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 2 
(1938); SA-Liederbuch (21939); Das Bannorchester (1939); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); 
Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 13 (1940); Lied über Deutschland 
3 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Choral: Nun laßt die Fahnen fliegen in das große Morgenrot. Bekenntnislied 
(1934; RS Breslau, *9/XI/36, als Reichssendung "Das Antlitz der 
kämpfenden Mannschaft"). Dann in: "Trommel der Rebellen" (1935), "Die 
Morgenfrühe" (1936) und "Horch auf, Kamerad" (1936). Für Musikzug: G. 
Blumensaat [V ]. 

Tondokument - von 1936, September 1938 - im DRA: 1890828-27, 
1820113-32 . 




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Ausführende: 1) Bielefelder Kinderchor mit Orgel, Dgt. Friedrich 
Oberschelp. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Denn mögen wir auch fallen, 
wie ein Dom steht unser Staat. 

Ein Volk hat hundert Ernten 
und geht hundertmal zur Saat. 

Deutschland, sieh uns, wir weihen 
dir den Tod als kleinste Tat, 
grüßt er einst unsre Reihen, 
werden wir die große Saat". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); RJF, Liederblatt 
der HJ 24 (1935), 118 (1943); Der Ring (1935); Lieder für Schulfeiern 9, 
14/15 (1936); RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Lieder des Volkes 
(61936); Lieder für die Landjugend 1 (1936); Uns geht die Sonne nicht 
unter, Neue Folge 1 (1936); Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936); 
Lieder der Mannschaft 8 (1937); Singkamerad (81937); Die Fahrt (1937); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude 14-15 (1937), 57 (1944); Die 
Fahne der Gemeinschaft I (1937); Lied der Werkscharen 16 (1937); RJF, 

Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Männerweisen 1-2 (1938); RJF, 
Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); Unsere Lieder (71938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 22 (27. Januar 1938); RJF, Junge Gefolgschaft 
2 (1938); Marschierende Jugend (21938); Das völkische Lied (1939); DSB, 
Kernlieder (1939); DSB, Singendes Volk 33 (1939); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); SA-Liederbuch (21939); Evangelisches 
Feldgesangbuch (1939, 1940); Stimmt an! II (1939); Lieder unseres Volkes 
(1940, 1943); Singende Mannschaft (1940); Kernlieder des REM (1940); 
Deutsche Lieder (1940); Lieder für Frauengruppen 25 (1940); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); 
Frisch gesungen, Musikbuch A ( 291941 ); Musikbuch A, B (1941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Lied über 
Deutschland ( 5 1941); RJF, Musikblätter der HJ 576/578 (1942); Kernlieder 
der NSDAP (1942/43); Das Orgelbuch (1943); Neues Orgelbuch (1943); 
Singt alle mit! (1944). 

Unser Trommelbube. Neue Lieder in Wort und Weise von H. Baumann 
(1934) [V]. 

Empfehlung: 

"Zackige Lieder, Sprüche und Kanons aus dem Leben der 
Jungvolkfähnlein". (Verlagswerbung in: Cleff, "Die weiße Trommel", 21935 ). 
Vor Tische: Herrgott, du weißt um alle Not. Aus: "Unser Trommelbube" 
(1934). Titel: Bei der Mittagsrast. 

In: 

Der Ring (1935); Unser das Land (1937). 

Nun reißen wir am Glockenstrang, ihr alle sollt uns hören. Aus "Unser 
Trommelbube" (1934) [V]. 

Textprobe (1. Strophe): 




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"(...) und mit uns für ein Leben lang 
den Schwur für Deutschland schwören. 

Wir haben Deutschland 

tausend Jahr ersehnt 
und heut erhalten! 

Reißt an, reißt an am Glockenstrang, 
nur heut noch muß er halten!" 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935); Lied über Deutschland (1937); Unsere Lieder 1 
(1937); Volksliedsingen im Schulfunk 17/18 (24. November 1938). 

Der Mond hat leis gelacht, weil er sich bis zum Morgen die halbe Sonn 
mußt borgen. Aus: "Unser Trommelbube" und "Die helle Flöte" (1939) [V ]. 
In: 

Auf, laßt uns singen! (1936); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Zwanzig 
Lieder (1938); SS-Liederbuch (61940, 91941). 

Trimpele, willst unter die Soldaten gehn, mußt du dir einmal unsre 
Stiefel ansehn. In: "Unser Trommelbube", auch in: "Horch auf, Kamerad". 

In: 

Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Kinderliedersingen 11 (1937); Lieder 
unseres Volkes (1940, 1943). 


1935 

Das Jahr überm Pflug. Liedersammlung, nur Texte. 
Bergbauernweihnacht (1935, 1944). Lieder, Melodie- und 
Instrumentalausgabe vom Komponisten, mit Sätzen für ein bis drei 
Singstimmen, zwei Flöten und Gitarre von F. Biebl [K]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 

Die Ausgabe 1944 ist von Fritz Jöde für Klavier mit überlegtem Text 
gesetzt und mit kleinen Vor-und Nachspielen versehen. 

1, Schau nur, wie hell heut. - 2. Neamd hat gwacht - 3. Geh, Joseph, mach 
Tür zu. - 4. Kinderl mein. - 5. Schlaf doch, mein Kinderl. - 6. Schau nur an, 
ich scheuch dir. - 7. Jetzt schläfst bald. - 8. Grüß dich Gott. - 9. Kinderl, 
wann ich dich anschau. - 10. Ihr heilign drei König. - 11. Wir sind die drei 
König von irgendwoher.- - 12. Kaum ist das Kinderl in d Krippen einzogn. 
Neamd hat gwacht, wie auf dNacht s heilige Kinderl is wordn. Aus: 
"Bergbauernweihnacht" (1935, 1944) und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

Lieder unseres Volkes (1943). 

Schlaf doch, mein Kinderl, und strampfel nit bloß. Aus 
"Bergbauernweihnacht" und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

Zünde an die Kerzen (1939). 

Jetzt schläfst bald, sonst britsch ich dir n Hintern gscheit voll. Aus 
"Bergbauernweihnacht" (1935, 1944) und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

Das Kindelwiegen (1943). 

Einfahrt: Schwer von den Garben schwanken die Wagen, hott, ho-hott! 
Erntelied, aus "Bauernlieder" (1935). 




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266 


Textprobe (3. Strophe): 

"Nun mag der Winter über uns wachsen, 
hott, ho-hott! 

Heut liegt ein ganzes Jahr auf den Achsen, 
hott, ho-hott!" 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 10/11 (27. August 1936); Lieder für die 
Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); Lied über Deutschland 
(1937, 5 1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 4-5 (1937); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1 (1937); RJF, Wir Mädel 
singen (1937, 21938 ); RJF, Liederblatt der HJ 48 (1938), 97/98 (1940); 

RJF, Musikblätter der HJ 97/98 a (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
DAF, Singendes Volk 12 (Juli 1942). 

Der Ruf aus dem Osten. Kantate und Thingspiel für die Feierstätte vor 
der Veste Oberhaus bei Passau (1935). 

In den Ostwind hebt die Fahnen, denn im Ostwind stehn sie gut . Aus 
"Ruf aus dem Osten" (1935), hier mit Posaune und drei Trompeten. Dann 
auch in "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" (1936) [V]. 

Tondokument - vom 25/V/39, von 1941 - im DRA: 1570012-21, 81 
U 3839/006. 

Ausführende: 1) Blasorchester Carl Woitschach, Dgt. C. Woitschach; 

2) MK des Wach-Btl. Großdeutschland, Dgt: Guido Grosch. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) dann befehlen sie zum Aufbruch, 
und den Ruf hört unser Blut. 

Denn ein Land gibt uns die Antwort, 
und das trägt ein deutsch Gesicht, 
dafür haben viel geblutet, 
und drum schweigt der Boden nicht". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 26 (1935), 83/84 (1939); Lieder für die Landjugend 
1 (1936); Unsere Lieder 4 (1937); Lied über Deutschland (1937); Unser das 
Land (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 9/10 (12. August 1937), 10/10 a 
(17. August 1939); Lieder für Frauengruppen 5 (1937), 11 (1938) 25 
(1940); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 14-15 (1937); Die 
Fahne der Gemeinschaft I (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); 

RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938; nurT); RJF, Junge Gefolgschaft 3 
(1938); Auf großer Fahrt (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Pflichtlieder 
des Bundes Deutscher Mädel (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); RJF, 
Musikblätter der HJ 83/84 (1939); Das Bannorchester (1939); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Die Bläserkameradschaft (1940); SS- 
Liederbuch (91941); RJF, Unser Liederbuch (61941); An Weichsel, San und 
Warthe (1941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); DAF, Singendes Volk 
14 (September 1942); 15/16 (1943); Musikblätter der Reichsfrauenführung 
10/11 (1942); Landser-Lieder (1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); 

Das Deutsche Hausbuch (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944). 




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Trommel der Rebellen. Meist einstimmige Lieder in Melodie und Text, 
gewidmet "Dem jungen Orden", dazu Gedichte und Sprechchöre (1935) 

[V]. 

Inhalt (nur Lieder): 

1. Als Jungen wurden wir Soldaten. - 2. Nun laßt die Fahnen fliegen. - 3. 
Soldaten tragen Gewehre. - 4. (Die neue Ritterschaft) Hört ihr das ferne, 
das schwere Gewittern. - 5. (Kameraden) Kameraden fragen nicht lange: 
woher? - 6. (Das Lied von der ewigen Schlacht) Unsre Fahne um tausend 
Tote brennt. - 7. (Ritterliches Morgenlied) Zu Pferde! Sonst kommt uns der 
Morgen zuvor. - 8. (Fahnenruf) Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten Mann. 
- 9. (Der junge Orden) Wir tragen das Erbe aus alter Zeit. - 10. Horch auf, 
Kamerad, die Trommel ruft. - 11. Wir bauen wieder Burgen durchs ganze 
Land. - 12. (Bauerntrotz) Brechen könnt ihr uns. - 13. Dies Land bleibt 
deutsch. - 14. Wer zur Fahne rennt. - 15. Das Werk ist unsre Feier. - 16. 
(Den Toten und doch Lebenden) An euch rührt kein Feiger. 

Rebellen: Als Jungen wurden wir Soldaten, die niemals die Fahne 
verraten. Aus: "Trommel der Rebellen" (1935). 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Den einen Schwur, den wir schwören, 
der soll dem Führer gehören: 

Rebellen! Rebellen! 

haben den Tod und den Teufel zu Gesellen. 

Rebellen haben das Gestern vergessen, 
sie bauen das Morgen, 

vom Glauben besessen: 
vom Glauben ans ewige Reich". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); 
RJF, Liederbuch Gebiet Nordmark (1936); Singkamerad (81937); Hellau! 
(1942); RJF, Liederblatt HJ (1943; nurT, "Verfasser unbekannt"). 

Die neue Ritterschaft: Hört ihr das ferne, das schwere Gewittern, spürt 
ihr den Boden von Kolonnen erzittern?. Aus: "Trommel der Rebellen" 

(1935). 

Das Lied von der ewigen Schlacht: Unsre Fahne um tausend Tote 
brennt, doch wir sind ein Heer, das den Tod nicht kennt. Aus: "Trommel der 
Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Ritterliches Morgenlied: Zu Pferde! Sonst kommt uns der Morgen zuvor - 
wir wollen entgegen ihm reiten!. Aus: "Trommel der Rebellen" (1935) und 
"Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Uns aber kämmt nun der Nachtwind durchs Haar, 
wirteilen die nebligen Wellen. 

Dem Mutigen wird zum Freund die Gefahr, 
sie werden die besten Gesellen". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 7 
(1943). 




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Fahnenruf: Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten Mann. Aus: "Trommel 
der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936). 

Der junge Orden: Wirtragen das Erbe aus alter Zeit: Ein Schwerterorden 
hat uns geweiht. Aus: "Trommel der Rebellen" (1935). 

Textprobe: 

"Ostland, wir hören den Schrei - 
Ostland, wir stürmen dich frei". 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 10/10 a (17. August 1939). 

Wir bauen wieder Burgen durchs ganze Land. Kanon, aus: "Trommel der 
Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Bauerntrotz: Brechen könnt ihr uns, doch biegen sollt ihr uns niemals. 

Aus: "Trommel der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Lied über Deutschland (1937, 5 1941). 

Dies Land bleibt deutsch, denn wir halten die Wacht. Kanon zu 3 
Stimmen, in: "Trommel der Rebellen" (1935). 

Fahnenchoral: Wer zur Fahne rennt, wem die Fahne brennt. Aus: 
"Trommel der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wer zur Fahne schwört, 
wer die Fahne hört, 
kann durch Feindesschwert 
leicht verderben. 

Dennoch wirst du wehn, 
weil wir auferstehn 
und in unserm Volk 
niemals sterben". 

In: 

Der Ring (1935); Kameraden, wir marschieren (1935); Werkleute singen 
(1936); Lieder des Volkes (61936); Wir werden weitermarschieren (1936); 
Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, Junge Gefolgschaft 2 (1938); 

Der junge Chor 1 (1940). 

Das Werk ist uns Feier, wir beten mit glühenden Hämmern, zum Dom 
wird das Reich Kanon zu 3 Stimmen, aus: "Trommel der Rebellen" (1935) 
und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Den Toten und doch Lebenden: An euch rührt kein Feiger, für ihn dürft 
ihr tot sein. Kanon zu 4 Stimmen mit zwei Geigen, Bratsche und Cello, in 
"Trommel der Rebellen" (1935) und "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Der Ring (1935); DAF, Singendes Volk 4 (November 1941); Musikblätter der 
Reichsfrauenführung 16 (1944). 

Und ihr rufenden Fanfaren findet die Jungen all, die sich das Stürmen 
bewahren (1935). Auch in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Und ihr rufenden Fanfaren 




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findet das weite Feld, 
ruft, ihr guten Fanfaren: 

Jungen gehört die Welt! 

Und ihr leuchtenden Fanfaren 
findet das Morgenrot, 
findet uns treu in Gefahren 
stehen in Leben und Tod". 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 28/29 (1935); Volksliedsingen im Schulfunk 7 (22. 
Juni 1936); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, Liederblatt der HJ 41 
(1938); RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Das Bannorchester (1939); RJF, 
Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Die Bläserkameradschaft 
(1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Im ganzen Land marschieren nun Soldaten, Helm und Gewehre bereit. 
Kriegslied (1935; u. a. RS Köln, *9/XI/37, in der Reichssendung 
"Kampflieder einst und jetzt"). Aus: "Horch auf, Kamerad" und "Die 
Morgenfrühe" (1936). 

Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 

"Und so marschieren wir trotz Tod und Teufel, 

Stolz wird im Herzen uns laut, 

stolz tragen wir Helm und die Gewehre, 

weil uns die Heimat vertraut. 

Aber nun horch: da vorne die Trompete! 

Das ist ein heller Schrei. 

Laßt allen Gram getrost im Graben liegen, 
das macht die Herzen frei". 

Baumann reagierte mit diesem Titel auf die Wiedereinführung der 
Wehrpflicht > die Hitler am 16. März 1935 verkündete , und die 
"Wiedergewinnung der Wehrhoheit". 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 7 (22. Juni 1936); Liederblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 29 (1937); RJF, Liederblatt der HJ 41 (1938); RJF, 
Junge Gefolgschaft 3 (1938); Lieder vom Führerthing (1938); Liederder 
Mannschaft 11 (1938); Das Bannorchester (1939); Das neue Soldaten- 
Liederbuch 2 (1939); SA-Liederbuch (21939); RJF, Junge Gefolgschaft, 
Bläserausgabe (1939); Die Fahne der Gemeinschaft II (1939); Lied über 
Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (61940, 9194-1); Das zweite neue 
Soldaten-Liederbuch (1940); Kameradschaft im Lied 4 (1940); Heute wollen 
wir ein Liedlein singen (41941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); Lied 
über Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Hohe Nacht der klaren Sterne. Lied zur Wintersonnenwende, in: "Horch 
auf, Kamerad" (1936), "Die Morgenfrühe" (1936) und "Die helle Flöte" 
(1939). Für Musikzug: A. Beckerath [ZVNSDAP]. Tondokument - 

von 1938, vom 15/XII/40, von 1942, 27/XI/42, Dezember 1942, 7/XII/42, 
18/XII/43, 21/XII/43 - im DRA: 1570017-04, 1870621-20, 1870679-04, 
4214157-01, 1681206-03, 1870670-25, 4217142-01. 4319696-01. 




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Ausführende: 1) Chorkameradschaft der Musikhochschule Berlin mit 
Kammerorchester, Dgt. G. Blumensaat; 2) Bielefelder Kinderchor, Dgt. F. 
Oberschelp; 3) Kinderchor mit Instrumentalgruppe; 4) Mozartchor der 
Berliner HJ; 5) eine HJ-Rundfunkspielschar Berlin, Dgt. W. Träder; 6) 
ungenannter Chor; 7) Kammerchor Waldo Favre, Chor des HJ-Bannes 24, 
Mozartchor der Berliner HJ, Rundfunkspielschar 3 der HJ und Gr. Berliner 
Rundfunkorchester, Dgt. Hermann Lüddecke; 8) Wiener Sängerknaben und 
Wiener Philharmoniker. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Mütter, euch sind alle Feuer, 
alle Sterne aufgestellt, 

Mütter, tief in euren Herzen 
schlägt das Herz der weiten Welt". 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Volksliedsingen im Schulfunk 
19/20 (17. Dezember 1936), 18 (2. Dezember 37), 18 a (8. Dezember 
1938), 18 (Dezember 1939); RJF, Liederblatt der HJ 53 (1936), 77 (1939), 
99/100 (1940); Auf, laßt uns singen! (1936); RJF, Musikblätter der HJ 53 
(1936), 77 (1939), 99/100 a (1941); Instrumentalblätter der NSG "Kraft 
durch Freude" 7-9 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 7-9 (1937); Die Singstunde 109 
(1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); Lieder 
der Mannschaft 8 (1937); Unsere Lieder 6 (1937); RJF, Junge Gefolgschaft 
4 (1938); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Liederblatt der 
Ostmark 15 (1938); Lieder der Frauenschaft 1 (1938); RJF, Pflichtlieder des 
Bundes Deutscher Mädel (1938); Lieder der Bewegung für Blasorchester 11 
(1938); Unsere Lieder (71938); Marschierende Jugend (21938); Das 
völkische Lied (1939); Tut auf das Tor (1939); SA-Liederbuch (21939); 

DSB, Singendes Volk 34 (1939); Von deutschem Glauben ( 3 1939); Stimmt 
an! II (1939); Nun brennen viele Kerzen (1939); Lieder unseres Volkes 
(1940, 1943); Sing- und Spielmusik für Jugend und Volk 13 (1940); 
Kameradschaft im Lied 11 (1940); Kernlieder des REM (1940); Deutsche 
Lieder (1940); Sonnwendfeier 3 (1940); Singebuch für Frauenchor (21940); 
Lied über Deutschland ( 5 1941); SS-Liederbuch (91941); Es leben die 
Soldaten 24, 45/46 (1941); DAF, Singendes Volk 5 (Dezember 1941), 15/16 
(1943); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch 
(71941); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das Kindelwiegen (1943); Das 
Orgelbuch (1943); Neues Orgelbuch (1943); Wir singen zu Weihnachten 
(1943); Unsere Weihnachtslieder (1943); Deutsche Kriegsweihnacht 
(31943, 41944 ); Singt alle mit! (1944); Mein Schätzlein hör ich singen 
(1944); Im Kerzenschimmer (1944). 

Die Weihnacht kommt gegangen und macht die Fenster auf. Jullied in: 
"Der helle Tag" (1938). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wir zünden froh die Kerzen 
mit unsern Händen an, 
und haben unsre Herzen 
den Sternen aufgetan". 




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In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Unsere Lieder 11 (1938); RJF, 
Liederblatt der HJ 77 (1939), 99/100 (1940); RJF, Musikblätter der HJ 77 
(1939), 99/100 a (1940); Tut auf das Tor (1939); Volksliedsingen im 
Schulfunk 19 (Dezember 1940); Liebliche Weihnacht, Wunder des 
Leuchtens (1940); Das Kindelwiegen (1943). 

Wandert alle Welt zu einem guten Stern. "Weihnachtslied" in: "Die 
helle Flöte" (1939). 

Tondokument - von 1941 - im DRA: B003134970. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Wandern wir zum Wald und zu der Nacht hinein, ja, 
schneit vom hohen Flimmel her der Schnee und helle 

Schein. 

Wandern wir in dieser stillen Nacht zum Kind, ja, 
weil in seiner kleinen Hand die Stern geborgen sind". 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); Volksliedsingen im Schulfunk 
19/20 (Dezember 1939); RJF, Liederblatt der HJ 99/100 (1940); RJF, 
Musikblätter der HJ 99/100 a (1940); Das Kindelwiegen (1943). 

Es schneit, was da nur schneien kann, es wettert blank vom Himmel 
drein. Winterlied, in: "Der helle Tag" (1938). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Da schneit es lauter Sterne her, 
der Berg hat seine böse Last, 
da schneit ein Stern auf jeden Ast, 
nun wird dem Wald die Krone schwer". 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935; 1944); Tut auf das Tor (1939); RJF, 
Liederblatt der HJ 107/108 (1941); RJF, Musikblätter der HJ 107/108 
(1941). 

Tut auf das Tor, und mit dem Morgenschein so tretet in die hohe Halle ein 
(1935). In: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Von diesem klaren Feuer überloht - 
glaubt es, daß Leben stärker ist als Tod". 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944); RJF, Musikblätter der HJ 30 
(1935), 53 (1936); RJF, Liederblatt der HJ 53 (1937); Die Singstunde 109 
(1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); RJF, Hohe Nacht der klaren 
Sterne (1938); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Das 
Bannorchester (1939); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 
(1939), 43-49, 50-54 (1942); Tut auf das Tor (1939); SS-Liederbuch 
(61940, 91941); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 23-27 
(1940); Kameradschaft im Lied 12 (1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 3 (1942); Das Kindelwiegen (1943); 
Das Orgelbuch (1943); Von Volk und Reich (1944); Im Kerzenschimmer 
(1944). 




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Am Feuer zu singen zur Wintersonnenwende: Ihr habt uns das Brot 
genommen. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und hättet ihr alles genommen, 
was man uns nehmen kann, 
so fingen wir morgen zu bauen 
und morgen zu pflügen an. 

Ihr habt uns die Nächte dunkler 
als selbst der Winter gemacht. 

Doch wir glauben an eine Sonne 
auch in der finstersten Nacht". 

In: 

Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 3 (1935). 

1936 

Das Feuertor. Thingspiel für die Feierstätte vor der Veste Oberhaus bei 
Passau (1936). 

Fahnenlied, 3stimmig. 

In: 

Lieder der Zeit (1936). 

Nun laßt die Fahnen fliegen, für 3 Instrumente. 

In: 

Feierlieder (1936). 

Die Morgenfrühe. 53 Lieder (1936; Neudruck 1939, 5 1941) [V]. 

Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit, wenn die Winde um die 
Berge singen (1936). Auch in: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" 
(1939). 

Tondokument - vom 10/III/37 - im DRA: 1870567-03. 

Ausführende: Rundfunkspielschar der HJ Berlin. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wie ein blanker Acker ist die Erde jetzt. 

Her zu uns, daß wir die Saat beginnen! 

Ein Hunger ist in die Augen gesetzt, 
neue Lande, neue Lande 

wollen wir uns gewinnen". 

Landgewinn , also Expansion der Grenzen und der Macht war ein 
typischer Topos der NS-Ideologie. 

In: 

Auf, laßt uns singen! (1936); RJF, Liederblatt der HJ 54 (1937); RJF, 
Musikblätter der HJ 54 (1937); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
4-5 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1 (1937; 
Kleiner Marsch und Lied); Lieder für Frauengruppen 6 (1937), 25 (1940); 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 1 (1937), 10/11 (1942); 
Volksliedsingen RS Berlin 2 (1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Lied über Deutschland (1937); 
Volksliedsingen im Schulfunk 4 (20. Mai 1937); Lieder der Arbeitsmaiden 
(1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); Unsere Lieder 9 (1938); Lieder 
vom Führerthing (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 




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(1938); Lieder der Frauenschaft 1 (1938); Auf großer Fahrt (1938); 

Zwanzig Lieder (1938); Die Singstunde 118 (1938); DSB, Singendes Volk 
31 (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Stimmt an! II 
(1939); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); Deutsche Lieder (1940); 
Singende Mannschaft (1940); Kernlieder des REM (1940); RLF, Unser 
Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); DAF, Singendes 
Volk 12 (Juli 1942); Kernlieder der NSDAP (1942/43); Das Deutsche 
Hausbuch (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); Liederbuch der 
Bundeswehr (1958, 1963). 

Der helle Tag ist aufgewacht, nun laßt die Träume in der Nacht. 
Schlachtreiterlied (1936). In: "Der helle Tag" (1938) [V]. 

Tondokument - vom 10/III/37 - im DRA: 1890832-17. 

Ausführende: Rundfunkspielschar der HJ, Berlin. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Nun hebt die Schwerter in das Licht, 
einen Tapfern läßt der Himmel nicht, 
wer s ehrlich meint, wird nicht fallen, 
wer es ehrlich meint, 

ist mit uns vereint". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 54 (1937), 83/84 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 
54 (1937), 83/84 (1939; Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 4-5 
(1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); Instrumentalblätter der NSG 
"Kraft durch Freude" 1 (1937); Volksliedsingen RS Berlin 3 (1937); Die 
Fahrt (1937); RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, 
Unsere Lieder-Weimar (1938); Lieder der Frauenschaft 5 (1938); Lieder 
vom Führerthing (1938); RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); 
Soldatenliederbuch (4l940);Singende Mannschaft (1940); SS-Liederbuch 
( 61940 , 91941 ); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); Lied über Deutschland 
( 5 1941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 7 (1943). 

Nur der Freiheit gehört unser Leben, laßt die Fahnen dem Wind!. 
Bekenntnislied (1936), in: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Der helle Tag" 
(1938). Für Musikzug von G. Blumensaat [V]. 

Tondokument - vom 8/XII/36, 3/II/39, Februar 1943 - im DRA: 
1870637-15, 1890827-25, 1681206-05. 

Ausführende: 1) Chor der Rundfunkspielschar der HJ Berlin mit MK 
des Rgts. General Göring, Dgt. Paul Haase; 2) Josef Müller-Blattau (Bar); 3) 
Rundfunkspielschar der HJ Berlin mit MK der FIHKdtr Gatow, Dgt. Willi 
Träder. 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Daß dem Lande die Sorgen versinken, 
darum stehen wir auf; 
unsre Helme das Morgenrot trinken, 
eure Herzen reißt auf! 

Freiheit ist das Feuer, 




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274 


ist der helle Schein, 
so lang sie noch lodert, 
ist die Welt nicht klein". 

Texte wie diese spiegeln die sinnverfälschende Aneignung der Vokabel 
"Freiheit" durch die Hitlerdiktatur zwecks Täuschung des Volkes und zumal 
der Jugend. 

In: 

Lieder der Mannschaft 3 (1936); Volksliedsingen im Schulfunk 16 (5. 
November 1936), 22/22 a (2. Februar 1939); RJF, Liederblatt der HJ 54 
(1937); Die Fahne der Gemeinschaft I (1937); RJF, Musikblätter der HJ 54 
(1937), 576/578 (1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 1-2 
(1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 (1937); Lieder 
für die Landjugend 2 (1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, 

Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); RJF, 
Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); Unsere Lieder (71938); 
RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938; nur T); RJF, Junge Gefolgschaft 4 
(1938); Lieder der Frauenschaft 2 (1938; onA ); Lieder vom Führerthing 
(1938); Marschierende Jugend ( 2 1938); Auf großer Fahrt (1938); Stimmt 
an! II (1939); Das Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft, 
Bläserausgabe (1939); SA-Liederbuch (21939); Lieder unseres Volkes 
(1940, 1943); Heute wollen wir ein Liedlein singen, Ergänzungsblatt 1 
(1940); Lieder für Frauengruppen 19, 25 (1940); Soldatenliederbuch 
(41940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); Chorliederbuch für die 
Wehrmacht (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); Musikbuch A, B (1941); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs-Liederbuch (71941); DAF, 
Singendes Volk 12 (Juli 1942), 15/16 (1943); Musikblätter der 
Reichsfrauenführung 10/11 (1942); Hellau! (1942); Kernliederder NSDAP 
(1942/43); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Das Orgelbuch (1943); 
Neues Orgelbuch (1943); Singt alle mit! (1944). 

Die Trommel ruft zur Fahne: Ein Ruf an alle, die noch ruhn! (RS 
München, *20/IV/36). 

Horch auf, Kamerad. Liedersammlung (1936, 2 April 1937) [V]. 

Zitat des Nachworts: 

"Ein Wort zu den Liedern 

Die Erde ist zu allen Zeiten sparsam gewesen mit gewaltigen Dingen und 
wenn ein Mann eine Tat auf sich nimmt, die der Rede wert ist, so will die 
Welt der Vielen zumeist nichts davon wissen, kriegt es mit einer 
Heidenangst zu tun und läßt sie so etwa hinter ihrem Rücken geschehen. 
Und wenn ihr die Sache über den Kopf hinauswächst, dann beginnt sie von 
ihr reden wie von einem Wunder und will ihr damit das Gewaltigste 
abfeilschen wie ein Händler: Daß diese Tat so einfach ist wie der Wille, der 
sie in die Welt setzte und daß es zu jeder Tat nichts weiter braucht als einen 
Mann, der einer aus dem Ganzen ist. Jene eine Tat hat diese Lieder 
aufgeweckt. So sollen sie auch nichts weiter, als diese Sache des Einen 
Mannes, die keine andere ist als die Sache unseres Volkes, von allen 
geringen Zweifeln und aller Unklarheit reinhalten helfen. Sie sollen aber 
auch nichts weniger. 

Am Todestage Horst Wessels Potsdam 1936" (S. 91). 




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Inhalt: 

1. Horch auf, Kamerad, die Trommel ruft. - 2. Kameraden fragen nicht lange 
woher? - 3. Mein Vater war ein guter Soldat. - 4. Soldaten tragen Gewehre. 

- 5. Unsre Fahne um tausend Tote brennt. - 6. Es zittern die morschen 
Knochen. - 7. Vier Jahre waren wir alle grau. - 8. Falbhannes ist gut 
mannesgroß. - 9. Du fremder Soldat, auch nach dir fragt eine Mutter jeden 
Tag. - 10. Im ganzen Land marschieren nun Soldaten. - 11. Wieder stehen 
nun Burgen auf. - 12. Jungen, laßt euch nicht irren. - 13. Und ihr rufenden 
Fanfaren findet die Jungen all. - 14. Wir sind gekommen mitten her aus 
Nacht und Sorgen. - 15. Junges Volk, tritt an vor deiner Stunde. - 16. Wo 
wir stehen, steht die Treue. - 17. Wer zur Fahne rennt, wem die Fahne 
brennt. - 18. Wir treten ohne Gewehre an. - 19. Zu Pferde! Sonst kommt 
uns der Morgen zuvor. - 20. Eh daß der Bauer untreu wird, eh muß die Erd 
vergehen. - 21. Jungbauern her! Hier wartet die Fahne. - 22. Wenn Bauern 
marschieren, ist schwere Zeit. - 23. Ans Herrentor den Fehdebrief. - 24. 

Ruf: Brüder in Deutschlands Grenzen. - 25. Antwort: Brüder jenseits der 
Grenzen. - 26. In den Ostwind hebt unsre Fahnen. - 27. Im Osten steht 
unser Morgen. - 28. Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten Mann. - 29. Wir 
bauen wieder Burgen durchs ganze Land. - 30. Ans Werk! Und laßt die 
Hämmer singen. - 31. Das Werk ist uns Feier. - 32. An euch rührt kein 
Feiger. - 33. Setzt ihr euren Helden Steine. - 34. Hohe Nacht der klaren 
Sterne. - 35. Tut auf das Tor und mit dem Morgenschein. - 36. Der Mensch 
gewann das Feuer von der Erde. - 37. Unter Sternen ist gut schweigen. - 
38. Stürmt eure Berge! - 39. Haltet eurer Herzen Feuer wach. - 40. Du 
Feuer, flieg in jedes Haus. - 41. Der Berg ist lange stumm und tot. - 42. 
Feuer steh auf dieser Erde. - 43. Nun laßt die Fahnen fliegen in das große 
Morgenrot. - 44. Als Wächter sind wir hergestellt. - 45. Nun steht der Dom, 
nun steht er ganz im Licht. 

September 1936, Besprechung: 

"Es wird schon selten sein, daß ein Liederbuch schon vor seinem 
Erscheinen in seinem besten Teile lebendiger Besitz der singenden Jugend 
ist. Und es wird selten sein, daß einer - Dichter und Liedersänger in einer 
Person - rund 50 Lieder schafft, von denen die allermeisten kraftvoll und 
eindringlich sind. Gewiß ist der stoffliche Umkreis des Liederbuches 
begrenzt, aber innerhalb dieser Begrenzung dringt Hans Baumann zu einer 
Echtheit und darum Stärke des Ausdrucks vor, die ihn zum Sprecher, zum 
Liedersänger der Jugend gemacht haben. Es sind Lieder der jungen 
Generation, kämpferisch und gläubig, gewachsen aus dem tiefen und echten 
Erleben einer großen Zeit" (Walter Rein: Hans Baumann, Horch auf 
Kamerad. "Die Musikpflege" VII/6, September 1936. S. 265). 

Mein Vater war ein guter Soldat, und ich muß noch ein besserer 
werden. Militärisches Werbelied in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 22 (28. Januar 1937); Lied über Deutschland 
(51941). 

Unsre Fahne um tausend Tote brennt. Bekenntnislied, in: "Horch auf, 
Kamerad" (1936) (RS Frankfurt, 3/1/38). 




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Vier Jahre waren wir alle grau, wir sind durch vier Winter gegangen. In: 
"Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Vier Jahre waren wir alle grau, 
nur die Erde ist rot geworden. 

Dies rote Band geht von Ost 

nach West 

und geht von Süden zum Norden". 

In: 

Lieder der Mannschaft 11 (1938). 

Falbhannes ist gut mannesgroß, läuft schneller als eines Bauern Roß. 
Kriegslied aus: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Du fremder Soldat, auch nach dir fragt eine Mutter jeden Tag. Kampflied 
in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Wieder stehen nun Burgen auf wie immer wenn Deutschland erwacht: 
Jungvolk stellt seine Fahne auf. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wieder krachen die Tore auf, 
von innen sind sie gesprengt. 

Jungvolk hebt seine Fahnen auf, 
daß sie kein Feind mehr beengt". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 4 (1938); RJF, Liederblatt der HJ 36 b (1938). 
Jungen, laßt euch nicht irren! Wer unser Feuer raubt, hört unsre Waffen 
klirren. Jung ist, wer mit uns glaubt. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Wir sind gekommen mitten heraus aus Nacht und Sorge. In: "Horch 
auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (Refrain): 

"Für unsre Fahnen stürmen wir 
ein helles Morgen, 
und unsre Fahnen tragen wir 
in neues Licht". 

Junges Volk, tritt an zu deiner Stunde, eine zweite wird dir nicht 
gegeben. Sturmlied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Junges Volk, Marschieren heißt dein Beten, 
dein Choral erbraust mit Hammerhieben". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); RJF, Liederblatt der HJ 27 (1938). 

Wo wir stehen, steht die Treue, unser Schritt ist ihr Befehl. Marschlied 
(1935; RS Breslau, *9/XI/36, als Reichssendung "Das Antlitz der 
kämpfenden Mannschaft"). In: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die 
Morgenfrühe" (1936). Für Militärmusik. Für Musikzug: G. Blumensaat [V]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wenn wir stürmen, singt die Treue, 
und ihr Singen zündet an, 
und wir glühen wie die Fahne, 
daß ihr jeder folgen kann". 




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In: 

Die Fahne der Gemeinschaft I (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); 
RJF, Musikblätter der HJ 28/29 (1938); RJF, Liederblatt der HJ 41 (1938); 
RJF, Junge Gefolgschaft 3 (1938); Unsere Lieder (71938); RJF, Pflichtlieder 
des Bundes Deutscher Mädel (1938); Auf großer Fahrt (1938); 
Marschierende Jugend ( 2 1938); Das Bannorchester (1939); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); SS-Liederbuch (61940, 91941); Lieder 
unseres Volkes (1940, 1943); RJF, Unser Liederbuch (61941); Liederblätter 
des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Neues Orgelbuch (1943); Das 
Orgelbuch (1943); Von Volk und Reich (1944); Liederblätter der NSG "Kraft 
durch Freude" 57 (1944). 

Wir treten ohne Gewehre an, marschieren ohne Waffen. Marschlied 
(1936). In: "Horch auf, Kamerad" (1936). Für Musikzug: G. Blumensaat [V]. 
Textprobe (4. Strophe): 

"Die Toten gehn bei der Fahne mit, 
solang wir weitermarschieren, 
die Toten haben den festen Tritt, 
daß wir den Schritt nicht verlieren". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 25 b (1935); RJF, Musikblätter der HJ 16 (1935); 
Lieder für die Landjugend 1 (1936); Uns geht die Sonne nicht unter, Neue 
Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 14-15 (1937); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, Junge 
Gefolgschaft 3 (1938); RJF, Wir Mädel singen (21938); RJF, Junge 
Gefolgschaft, Bläserausgabe (1939); Das Bannorchester (1939); RJF, Unser 
Liederbuch (61941). 

Eh daß der Bauer untreu wird, eh muß die Erd vergehen. Treuelied, in: 
"Horch auf, Kamerad" (1936) und "Bauernlieder". 

Textprobe (2. Strophe): 

"Eh daß der Bauer untreu wird, 
eh muß er selbst verderben - 
doch Bauerntreu und Bauerntrotz 
sind stärker als das Sterben". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941); 
Lieder für die Landjugend 2 (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); 
Unser das Land (1937); RJF, Liederblatt der HJ 48 (1938); Lieder vom 
Führerthing (1938); Singende Mannschaft (1940); Lieder unseres Volkes 
(1940, 1943); Das Orgelbuch (1943); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 57 (1944). 

Jungbauern her!: Jungbauern her! Hier wartet die Fahne. Bauernmarsch, 
in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937). 

Wenn Bauern marschieren, ist schwere Zeit, dann werden die 
schwarzen Fahnen weit. Kampflied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 
Textprobe (3. Strophe): 

"Und stehn wir auf, ist das Reich in Not - 




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war keiner bereit, der ihm Waffen bot. 

Dann schreiten wir unsern Mäherschritt 
und schneiden das Unkraut 

mit weitem Schnitt". 

In: 

Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ). 

Ans Herrentor den Fehdebrief, auf den Turm das schwarze Tuch! Der 
Bauer bricht vor, der bis heute schlief. Kampflied, in: "Horch auf, Kamerad" 
(1936). 

In: 

Lied über Deutschland (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); 
Marschierende Jugend (21938). 

Ruf: Brüder in Deutschlands Grenzen, ihr kennt die Sehnsucht nicht. 
Auslandsdeutsches Bekenntnislied, in "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Unser das Land (1937). 

Antwort: Brüder jenseits der Grenzen. Deutsches Bekenntnislied, in 
"Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Unser das Land (1937). 

Im Osten steht unser Morgen, steht Deutschlands kommendes Jahr. 
Landnahmelied in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Dort wartet gute Erde, 
die niemals Saaten trug, 
dort stehn keine Höfe und Herde, 
dort ruft das Land nach dem Pflug". 

Der Text spiegelt vor > im Osten warte leeres Land geradezu auf 
deutsche "Kultivierung". 

In: 

Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Lieder für Frauengruppen 19, 25 (1940); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Landser-Lieder (1942); 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 10/11 (1942); Das Orgelbuch (1943); 
Lieder der Mannschaft 1 (1944). 

Unsre Fahne fällt erst mit dem letzten Mann. Trutzruf, in: "Horch auf, 
Kamerad" (1936). 

Ans Werk! Und laßt die Hämmer singen, der helle Morgen bricht herein. 
Arbeitslied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

In: 

Lieder für Werk-Frauengruppen 2 (1936). 

Der Mensch gewann das Feuer von der Erde, so ward sie Acker und zu 
seinem Herde. Feuerlied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Unter Sternen: Unter Sternen ist gut schweigen, denn ihr Wort ist 
Ewigkeit. Aus: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Unter Sternen wachsen Taten 
nach der Sterne Ebenmaß, 




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die der Erde Atem leihen, 
wenn ein Fieber sie zerfraß". 

In: 

Unser das Land (1937); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Die 
Singstunde 118 (1938); Tut auf das Tor (1939); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 7 (1943). 

Stürmt eure Berge! Feuer befehlen euch und rufen, daß ihr nicht stehen 
bleibt an den Stufen. Feuerlied, in: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Lied des Wächters: Haltet eurer Herzen Feuer wach durch alle schwere 
Not. Feuerlied in: "Horch auf, Kamerad" (1936) und "Die Morgenfrühe" 
(1936) [V]. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Haltet eurer Herzen Feuer 
heilig über alle Zeit, 
künden muß es, daß ihr treuer 
als die hellsten Sterne seid". 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 20 (1935); RJF, Eine Flamme ward gegeben 
(1936); Lieder für Schulfeiern 4 (1936); RJF, Liederblatt der HJ 29 (1936); 
RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 1-2 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 
(1937), 23-27 (1940); Unser das Land (1937); RJF, 

Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Tut auf das Tor (1939); SS- 
Liederbuch (61940, 91941); Ein Menschlein ward geboren! (1942); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 3 (1942), 7 (1943); Liederblätter 
der NSG "Kraft durch Freude" 50-54 (1942), 57 (1944); Kernlieder der 
NSDAP (1942/43); Neues Orgelbuch (1943); Das Orgelbuch (1943); Von 
Volk und Reich (1944). 

Du Feuer, flieg in jedes Haus (1936). Feuerlied in: "Horch auf, Kamerad" 
(1936) und "Die helle Flöte" (1939). Für Chor und Kammerorchester: G. 
Blumensaat. 

Tondokument - von 1938 - im DRA: 1570016-25. 

Ausführende: Chorkameradschaft und Kammerorchester der 
Musikhochschule Berlin, Dgt. G. Blumensaat. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 20 (1935); RJF, Liederblatt der HJ 29 (1936); 
Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936); RJF, Eine Flamme ward gegeben 
(1936); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, Wir Mädel singen (1937, 
21938); Unser das Land (1937); Die Singstunde 118 (1938); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Das Bannorchester (1939); Sing- und Spielmusik für 
Jugend und Volk 13 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941); Von Volk und 
Reich (1944). 

Ankunftslied am Feuer: Der Berg ist lange stumm und tot, da wir ihn 
ganz vergessen. Nun soll er wieder werden rot. Feuerlied, in: "Die 
Morgenfrühe" (1936) und "Horch auf, Kamerad" (1936) [V]. 

In: 

Musikblätter der HJ 20 (1935); RJF, Eine Flamme ward gegeben (1936); 

RJF, Liederblatt der HJ 29 (1936); Liederblätter der NSG "Kraft durch 




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Freude" 1-2 (1937); Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 2 
(1937); Unser das Land (1937); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938); RJF, 
Das Bannorchester (1939); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, Unser 
Liederbuch (61941). 

Deutschland drüben, dir gehören diese Berge, die uns tragen. Lied für 
Ausländsdeutsche, aus: "Die Morgenfrühe" (1936) und "Der helle Tag" 
(1938). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Deutschland drüben, unsre Feuer 
dürfen nicht mehr lodernd gehen. 

Doch ein Brand geht ungeheuer: 

Feuer uns im Herzen stehen, 

Glocken uns im Blute gehen - 
das ist mehr!" 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 74 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 74 (1938); 
Volksliedsingen im Schulfunk 16 (November 1939); RJF, Unser Liederbuch 
(61941). 

Feuer steh auf dieser Erde. Sonnenwendkantate (1936). In der Reihe 
"Junges Volk" [ZVNSDAP]. 

Feuerchoral: Feuer steh auf dieser Erde wie ein aufgerichtet Schwert, das 
den Neid und alles Unheil weit von diesem Acker wehrt. Feuerlied in: "Horch 
auf, Kamerad" (1936). 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Deutschland, wie sie dich verstehen: 

Tausendmal bist du verkannt! 

Doch du schweigst und stehst im Werke, 
bis du allen Spott gebannt. 

Trägst das Feuer deines Glaubens 
mitten in die Dunkelheit, 
bis die Glut die Menschen aufruft 
und das Land den Sternen weiht". 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 20 (1935; RJF, Eine Flamme ward gegeben (1936); 
RJF, Liederblatt der HJ 29 (1936); Lieder der Mannschaft 8 (1937); RJF, Wir 
Mädel singen (1937, 21938 ); Unser das Land (1937); DSB, Singendes Volk 
27 (1938); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Stimmt an! II (1939); 
Sonnwendfeier 1 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Als Wächter sind wir hergestellt mitten ins Herz der alten Erde: Ein 
junges Volk, daß Freiheit werde. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

Nun steht der Dom, nun steht er ganz im Licht, wir haben eine neue Burg 
bekommen. In: "Horch auf, Kamerad" (1936). 

1937 

Kamerad, gib mir die Hände. 

In: 




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Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, Liederblatt der HJ 76 (1938); 
RJF, Musikblätter der HJ 76 (1938). 

Spruch von Morgen und Abend: Wir schauen stumm ins Morgenrot. 

In: 

Unser das Land (1937). 

Land unter diesen Sternen, die hoch wie die Treue sind. In: "Der helle 
Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939) [V]. 

Textprobe (3. und 4. Strophe): 

"Land über tausend Jahren, 
die Ströme nach den Meeren gehn, 
und heben sich Gefahren, 
du wirst gehütet stehn. 

Du Land aus unserm Herzen, 
in deinen Bergen wächst das Erz. 

Sieh uns, wer dich will treffen, 
der trifft in unser Herz". 

In: 

Unsere Lieder 6 (1937); Volksliedsingen im Schulfunk 3 (13. Mai 1937); 

Lied über Deutschland ( 5 1941); Das Orgelbuch (1943); Von Volk und Reich 
(1944). 

Die neuen Burgen. Drei Kantaten junger Mannschaft (1937) [V]. 

Und haben wir die Treue und nichts sonst auf der Welt, das ist genug 
(1937. In: "Der helle Tag" (1938). 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 76 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 76 (1938), 
574/575 (1942); RJF, Wir Mädel singen (21938); RJF, Unser Liederbuch 
(61941); RJF, Liederblatt HJ (1943); Das Orgelbuch (1943); Musikblätter 
der Reichsfrauenführung 16 (1944); Liederblätter der NSG "Kraft durch 
Freude" 57 (1944); Von Volk und Reich (1944). 

Ruf aus dem Osten. Kantate für Posaune und 3 Trompeten (1937; RS 
Königsberg, 12/X/37). 

Wollt ihr mich etwa hören, ich blas, was mir gefällt [V]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Ich hab nen dicken Schädel, 
und meine Flöt ist gut - 
ich pfeif auf alle Mädel, 
denn das ist eine Brut!" 

In: 

Lied über Deutschland (1937, 5 1941). 

Ei, du kleines Peterle, was bist du dumm!. In: "Die helle Flöte" (1939) [V 

]■ 

In: 

Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Kinderliedersingen 11 (1937); SS- 
Liederbuch (61940, 91941). 

Heinerle, dir laufen ja die Gänse nach, hast du epper Haberkorn in 
deinem Sack. Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 




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282 


Lied über Deutschland (1937, 5 1941); Kinderliedersingen 11 (1937); 
Klingend Erbe (1941). 

Bauernnot: Kind, die Sterne gehen weit, du hast große Augen. In: 
"Bauernlieder". 

Textprobe (4. Strophe): 

"Kaltes Haus und hartes Brot - 
laß das Fragen gehen. 

Einmal wirst du alle Not 
gut und recht verstehen". 

In: 

Unser das Land (1937); RJF, Hohe Nacht der klaren Sterne (1938); Tut auf 
das Tor (1939). 

Bauernruf: Der Herrgott gibt s Leben, wir geben das Brot, drum stehen 
wir Bauern am nächsten bei Gott. Kanon zu 2 Stimmen. 

In: 

Unser das Land (1937); Lieder für die Landjugend 2 (1937); RJF, Wir Mädel 
singen (1937, 21938 ). 

Bauernwiege: Wind vom Acker und vom Korn klopft an unsre Mauer. In: 
"Bauernlieder". 

Textprobe (3. Strophe): 

"Viele Not und schlechte Zeit 
in dreihundert Jahren, 
und viel Bauern wurden groß 
mitten in Gefahren". 

In: 

Lieder für die Landjugend 2 (1937); Unser das Land (1937); RJF, Hohe 
Nacht der klaren Sterne (1938); RJF, Wir Mädel singen (21938); Tut auf 
das Tor (1939); SS-Liederbuch (91941); Ein Menschlein ward geboren! 
(1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 50-54 (1942). 

Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt verschneit. Neujahrslied (1937). 
In: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939) [V]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Ein Jahr wird nun verloren 
in unsrer Erde Schoß, 
wird neu und jung geboren 
und leuchtet, leuchtet groß". 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 19/20 (22. Dezember 1938), 20/21 (Januar 
1941); Unsere Lieder 11 (1938); Liebliche Weihnacht, Wunder des 
Leuchtens (1940); RJF, Liederblatt der HJ 99/100 (1940), 109/110 (1941); 
RJF, Musikblätter der HJ 99/100 a (1940), 109/110 (1941); Lied über 
Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941); Das Orgelbuch 
(1943); Deutsche Kriegsweihnacht (31943); Unsere Weihnachtslieder 
(1943). 

1938 

Wir werden weiter marschieren. Marschfassung des Liedes "Es zittern 
die morschen Knochen" für Musikzug (u. a. Reichssendung, *30/1/38). 




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Ihr rufenden Fanfaren. Eine Liedkantate: 1. Und ihr rufenden Fanfaren - 
2. Im ganzen Land marschieren nun Soldaten - 3. Soldaten tragen Gewehre 
- 4. Wo wir stehen, steht die Treue. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 28/29 (1935). 

Der helle Tag. Lieder (1938, 61940 , 81942 ) [V]. 

Inhalt: 

1. Der helle Tag ist aufgewacht. - 2. Der Nebel steigt im Fichtenwald und 
rücket vor den Himmel. - 3. Und die Morgenfrühe, das ist unsere Zeit. - 4. 
Da kommt der helle Tag herein zur Tür und zu dem Tor. - 5. Am Weg dort 
hinterm Zaune blüht eine eigne Welt. - 6. Von allen blauen Hügeln reitet der 
Tag ins Land. - 7. Im Wald ist schon der helle Tag. - 8. Herrgott, bewache 
unsern Zorn, erhalt uns tapfre Seelen. - 9. Daß morgen ein fröhliches 
Wetter werd, macht die Teller leer und blank. - 10. Der Mond hat leis 
gelacht. - 11. Wenn kein Nacht nimmer kam, könnt kein Tag nit bestehn. - 
12. Gute Nacht, Kameraden, bewahrt euch diesen Tag. - 13. Jung sind die 
Birken und leuchten am Wege weit in ihrer blanken Reih. - 14. So fröhlich 
wie der Morgenwind ist unser Herz bestellt. - 15. Es geht eine helle Flöte. - 
16. Morgen, du hast ein großes Tor, die Nacht muß da hinaus. - 17. Was 
kommen die Wolken so hoch gezogen. - 18. Es schneit, was da nur schneien 
kann. - 19. Das Korn, das leuchtet im Sommerwind. - 20. Das Brot bleibt 
uns das ganze Jahr. - 21. Wir schneiden das silberne Korn. - 22. Hinterm 
Lusen funkelt der Wald und die Fichten blitzen bald. - 23. Die Weihnacht 
kommt gegangen und macht die Fenster auf. - 24. Weihnacht macht die 
Türen weit, Himmel stehen offen. - 25. Ein ganzes Jahr ist wie ein Korn. - 
26. Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt verschneit. - 27. Immer 
wandern wir zu Sternen. - 28. Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn, das ist ein 
rechter Anbeginn. - 29. Der Fröhlichkeit die Türen auf. - 30. Jüngst warn die 
Sterne am Arberwald. - 31. Der hölzerne General, ja was hat der für eine 
Schlacht geschlagen. - 32. Die Brandung ruft, es braust der Strand. - 33. 
Nun laßt um die Masten die braunen Segel schlagen. - 34. Frei wie die See, 
wie der Himmel blank. - 35. Eine dunkle Flöte kommt den Berg hervor. - 36. 
Ein Bauer fährt in die Tannen, zu schlagen altes Holz. - 37. Wir graben, wir 
graben das dunkle Erz. - 38. Steigt der Morgen über den Wald, kommt er zu 
den Soldaten. - 39. Du Land, deine Adler sind wach. - 40. Land unter diesen 
Sternen, die hoch wie die Treue sind. - 41. Bald werden die Burschen reiten, 
auf den Feldern bleibt das Korn. - 42. Tapferes Baltenland, deine 
leuchtenden Felder schweigen. - 43. Der Nebel fällt ins Jahr und in das helle 
Land. - 44. Neben unsern Birken große Wälder dunkeln. - 45. Es hat der 
Krieg ein großes Feld, er sät und erntet wacker. - 46. Was glänzt so weit 
über Moor und Sand, wenn die Nebel schweigen. - 47. Fähnlein Norkus, tritt 
an! - 48. Ihr Brüder im Lande, am sicheren Feuer. - 49. Deutschland 
drüben, dir gehören diese Berge. - 50. Ihr lieben Hügel Böhmens, behaltet 
euer Licht. - 51. Böhmen, bleibe treu, du alte Krone. - 52. Und haben wir 
die Treue und nichts sonst auf der Welt. - 53. Burgen müssen stehen, daß 
das Recht im Rechte bleibt. - 54. Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 55. 
Kameraden, hebt die Fahne, laßt die Trommeln brausend gehn. - 56. 
Morgen, Kameraden, bleibt uns nur der graue Tag. 




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Der Nebel steigt im Fichtenwald und rücket vor den Himmel, da reiten 
durch das Tal, da reiten vor den Berg neunhundert blanke Schimmel. 
Reiterlied (1938), in: "Der helle Tag" (1938). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Der Nebel steigt, der Nebel fällt, 
ein Jahr kommt nach dem andern. - 
Wir reiten durch die Welt, 
wir haben unser Feld 
in Böhmen und in Flandern". 

In: 

Lieder der Frauenschaft 5 (1938); RJF, Unsere Lieder-Weimar (1938); 
Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 28-29 (1939); RJF, Liederblätter 
der HJ 71/72 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 71/72 (1938); Das 
Bannorchester (1939); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); RJF, Unser 
Liederbuch (61941); Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Es geht eine helle Flöte, der Frühling ist über dem Land. In: "Der helle 
Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 4 (2. Juni 1938); Die Singstunde 118 (1938); 
RJF, Liederblatt der HJ 71/72 (1938), 91/92 (1940); RJF, Musikblätter der 
HJ 71/72 (1938), 91/92 a (1940); RJF, Wir Mädel singen (21938); 

Singebuch für Frauenchor (21940); Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Das Korn, das leuchtet im Sommerwind. Sommerlied. In: "Der helle 
Tag" (1938). 

In: 

Klingend Erbe (1941). 

Da kommt der helle Tag herein. In: "Der helle Tag" (1938) 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 

Von allen blauen Hügeln reitet der Tag ins Land, er reitet mit wehenden 
Zügeln. In: "Der helle Tag" (1938). 

Textprobe (4. Strophe): 

"Nun stößt seine blitzende Klinge 
der Morgen ins Firmament, 
entfaltet sein blaues Banner, 
darinnen die Sonne brennt". 

In: 

RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ 81 (1939); Lied über Deutschland ( 5 1941); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 7 (1943); Mein Schätzlein hör ich singen (1944); 
Liederbuch der Bundeswehr (1958). 

Im Wald ist schon der helle Tag, hoe-tjo-i-ri, und funkelt auf den 
Lärchenschlag. Morgenlied aus: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" 
(1939). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Jetzt kommt herein die beste Stund, hoetjoiri, 
die Tannen blitzen auf im Grund, hoetjoiri. 

Der Kuckuck schreit im Holze draußen, 




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unser fröhlicher Gesell, 

im Morgenwind die Gipfel sausen, hoetjoiri!" 

In: 

RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ 81 (1939), 91/92 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 6 (22. Juni 
1939); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Lied über Deutschland ( 5 1941); 
Liederbuch der Bundeswehr (1958, 1963). 

Daß morgen ein fröhliches Wetter werd, macht die Teller leer und 
blank. Tischlied, in: "Der helle Tag". 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Ein fröhlich Herz, ein fester Sinn. In: "Der helle Tag" (1938). 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 

Wenn kein Nacht nimmer käm, könnt kein Tag nit bestehn. Kanon zu 3 
Stimmen, aus "Der helle Tag" (1938). 

Textprobe: 

"(...) wenns kein Regen nit hätt, 
wär die Sonn auch nit schön, 
und das Leid ist wohl da, 
daß wir d Freud recht verstehn". 

In: 

RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ; Dialektfassung: "Wann koa Nach 
nimmer kam"); Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Unsere Lieder 10 (1938); 
RJF, Unser Liederbuch (61941); Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Gute Nacht, Kameraden, bewahrt euch diesen Tag (1938), aus: "Der 
helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939) [V]. 

Textprobe (2. Strophe): 

"Gute Nacht, Kameraden, 
bewahrt ein festes Flerz! 

Und Fröhlichkeit in euren Augen, 
denn fröhlich kommt der Tag 
daher wie Glockenschlag, 
und für ihn sollt ihr taugen". 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1937); Lieder der 
Frauenschaft 5 (1938); Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (4. August 1938); 
RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Unsere Lieder- 
Weimar (1938); Lieder für Frauengruppen 13 (1938), 25 (1940); RJF, 
Liederblatt der HJ 71/72 (1938), 83/84 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 
71/72 (1938); 83/84 (1939), 539 (1941); Das Bannorchester (1939); 
Instrumentalblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1939); Unsere 
Lieder 12 (1939); Lieder unseres Volkes (1940); Singende Mannschaft 
(1940); Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); SS-Liederbuch (61940, 
91941); Lied über Deutschland ( 5 1941); Heute wollen wir ein Liedlein 
singen (41941); RJF, Unser Liederbuch (61941); RJF, Unser Kriegs- 
Liederbuch (71941); Es leben die Soldaten 57 (1942); Hellau! (1942); 
Musikblätter der Reichsfrauenführung 10/11 (1942); Kernlieder der NSDAP 




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(1942/43); Deutsche Jugend im Osten 1 (1943); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 7 (1943); Das Orgelbuch (1943); Mein Schätzlein hör 
ich singen (1944); Liederbuch der Bundeswehr (1958, 1963, 1976). 

Jung sind die Birken und leuchten am Wege weit in ihrer blanken Reih. 
Frühlingslied, in: "Der helle Tag" (1938). 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 

So fröhlich wie der Morgenwind ist unser Herz bestellt (1938). 
Frühlingslied, in: "Der helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ 81 (1939), 91/92 (1940); RJF, Musikblätter der HJ 81 (1939), 91/92 a 
(1940); Volksliedsingen im Schulfunk 25 (16. März 1939); Lied über 
Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941; mit Variante: "So 
glücklich"); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 39-42 (1942). 
Hinterm Lusen funkelt der Wald und die Fichten blitzen bald. Aus: "Der 
helle Tag" (1938) und "Die helle Flöte" (1939). 

In: 

RJF, Pflichtlieder des Bundes Deutscher Mädel (1938); RJF, Liederblatt der 
HJ 77 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 77 (1939); Volksliedsingen im 
Schulfunk 18 (Dezember 1940); Lied über Deutschland ( 5 1941); Das 
Kindelwiegen (1943). 

Weihnacht macht die Türen weit, Himmel stehen offen. Aus: "Der helle 
Tag" (1938). 

Textprobe (1. bis 3. Strophe): 

"(...) und ein Licht voll Fröhlichkeit 
hat die Erd getroffen. 

Weihnacht macht die Fenster hell, 
zündet an die Kerzen, 
und die Sterne sind zur Stell, 
wandern in die Herzen. 

Weihnacht macht das Herz bereit, 
hört es lauter pochen, 
mitten aus der Dunkelheit 
wird ein Jahr gebrochen". 

In: 

Unsere Lieder 11 (1938). 

Ein ganzes Jahr ist wie ein Korn in dieser großen Zeit und Welt. Aus: 
"Der helle Tag" (1938). 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 1/2 (28. April 1938). 

Der Fröhlichkeit die Türen auf, ein Lied für den Abend gesungen. 
Abendlied, aus: "Der helle Tag" (1938). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Es gehn die Sterne jede Nacht, 
wie die Wolken im Winde treiben, 




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doch wer sein Herz 

nur recht bewacht, 
dem werden die Sterne bleiben". 

In: 

Unsere Lieder 13 (1940). 

Die Brandung ruft: Die Brandung ruft, es braust der Strand, nun werden 
die Segel gerichtet. Aus: "Der helle Tag" (1938). 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Ade, du Heimat, wer liebt dich mehr 
als wir über brausendem Grabe, 
denn wir ersegeln das Meer; das Meer - 
es wird deine Morgengabe. 

Die Herzen richten wir wetterwärts. 

Wir sind unter Sternen geboren, 

uns braust im Blute ein stürmender März, 

wir haben kein Segel verloren". 

In: 

Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940). 

Nun laßt um die Masten die braunen Segel schlagen, wir wollen im 
Wetterden blanken Hans befragen. Seemannslied (1938), aus "Der helle 
Tag" (1938). 

Textprobe (3. Strophe mit Refrain): 

"Leb wohl, alte Liebe! 

Die Flut ist kühl am Grunde. 

Im wandernden Sande, 
da wartet unsre Stunde. 

Heho! Kappt die Taue, 

der Sturm gibt unsre Herzen frei. 

Wir segeln an tausend Gefahren 
und lachend am Tod vorbei". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 86 (1939); RJF, Musikblätter der HJ 86 (1939); 
Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); 
Lied über Deutschland ( 5 1941); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Tapferes Baltenland, deine leuchtenden Felder schweigen. In: "Der helle 
Tag" (1938). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Tapferes Baltenland, 

Rigas Türme zum Himmel ragen, 

Herrgott, heb deine Hand, 
daß sie bald unsre Feuer tragen. 

Denn wir wissen die Feuer noch, 
die weit über Kurland verlohten, 
sie schlagen in unseren Herzen hoch 
und fordern dies Land für die Toten". 

In: 

Landser-Lieder (1942). 




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Der Nebel fällt ins Jahr und in das helle Land, wir reiten nach den Birken 
vom Memelstrand (1938), aus: "Der helle Tag" (1938). 

In: 

Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 

Es hat der Krieg ein großes Feld, er sät und erntet wacker. Kriegslied, 
in: "Der helle Tag" (1938) und "Morgen marschieren wir" (1939). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Und blitzt das Schwert 

beim letzten Schlag, 
dann wird die Nacht zerspringen, 
und heller als derWind am Tag 
ist unsrer Kinder Singen. 

Wir reiten in den Tod, 
wir reiten für das Leben, 
so ist uns jede Not 
in unsre Hand gegeben". 

In: 

Volksliedsingen im Schufunk 5 (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Hellau! (1942). 

Wir tragen die Spaten: Was glänzt so weit über Moor und Sand, wenn die 
Nebel schweigen. Für den baltischen Landdienst. Aus: "Der helle Tag" 
(1938). 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Dies Land behält das Angesicht, 

das wir ihm gegeben, 

das verwischen die Jahre und Zeiten nicht, 

das wächst über unser Leben. 

Wirtragen die Spaten in das Licht, 
ins Neuland auf schwankenden Pfaden, 
daß morgen Brot aus der Erde bricht, 
morgen, Kameraden". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 74 (1938); RJF, Musikblätter der HJ 74 (1938); RJF, 
Junge Gefolgschaft 5 (1940); Lieder unseres Volkes (1940, 1943); 
Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Lieder der Mannschaft 1 
(1944). 

Ihr Brüder im Lande, am sicheren Feuer. Aus: "Der helle Tag" (1938). 
In: 

Musikblätter der Reichsfrauenführung 16 (1944). 

Ihr lieben Hügel Böhmens, behaltet euer Licht. Geschrieben für die 
Sudetendeutsche Partei. In: "Der helle Tag" (1938). 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 93/94 (1940); RJF, Musikblätter der HJ 93/94 a 
(1940). 

Böhmen, bleib treu! Marsch über das gleichnamige Lied (RS Böhmen, 
5/XII/40). 




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Kameraden, hebt die Fahnen, laßt die Trommeln brausend gehn. 
Kriegslied, in: "Der helle Tag" (1938) und "Morgen marschieren wir" 

(1939). 

Textprobe (2. Strophe mit Refrain): 

"Kameraden, neue Straßen 
wachsen unsern Strömen nach, 
gläubig die Fanfaren blasen, 
denn in uns bleibt Deutschland wach. 

Führer gib die Marschbefehle, 
die uns kein Zweifel bricht. 

Leuchtend steht vor unsrer Seele 
Deutschland groß im Morgenlicht". 

In: 

Die Fahne der Gemeinschaft II (1939); RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); 
Lied über Deutschland 3 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 24 (Februar 
1941); Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942); Lieder der 
Mannschaft 1 (1944). 

Im Wald ist schon der helle Tag. Kleine Morgenmusik auf das Lied. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 81 (1939); 91/92 a (1940). 

Burgen müssen stehen. Für Orgel. 

In: 

Neues Orgelbuch (1943). 

1939 

Die helle Flöte. Liedersammlung auf eigne Texte (1939) [V]. 

Inhalt ( politisch entschärfte Edition , 1950 ): 

Morgenlieder 

1. So fröhlich wie der Morgenwind. - 2. Und die Morgenfrühe, das ist unsere 
Zeit. - 3. Von allen blauen Hügeln reitet der Tag ins Land. - 4. Jung sind die 
Birken und leuchten am Wege. - 5. Es geht eine helle Flöte. - 6. Im Wald ist 
schon der helle Tag. - 7. Was kommen die Wolken so hoch gezogen. - 8. Im 
Korn da leuchtet der Sommerwind. 

Frühjahrslieder 

9. Sag, warum scheint im Frühjahr die Sonne so hell. - 10. Wars das 
Schneeglöckchen, das silbern schlug. - 11. Schlüpft das wespenflinke Wiesel 
durch Hecke und Zaun. - 12. Vöglein kann sich wohl schwingen in den 
Wipfel. - 13. Wer von den Vögeln ist der allergrößte Schalk? - 14. Grün sind 
die Blätter, rot sind die Rüben. - 15. Waren von Silber, stäuben jetzt von 
Gold. - 16. Die Grille kann geigen auf silberner Geige. 

Liebeslieder 

17. Falken sind geschwind, hurtig ist der Wind. - 18. Hast du dein Häubchen 
am Abend verloren. - 19. Am Weg dort hinterm Zaune blüht eine eigne 
Welt. - 20. Noch stehn die Zweige kahl und sind noch blind. - 21. Goldner 
Wein, du sollst versöhnen. - 22. Wie ein Vogel ist meine Lieb. - 23. Die 
Sonn hat ein goldnes Gesicht. 

Wiegenlieder 

24. Kommt gelaufen ohne Schnaufen. - 25. Fällt ein Sternlein vom Himmel. 

- 26. Schlaf nur, mein Schätzchen. - 27. Vöglein im Windgebraus hat doch 




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sein Nest. - 28. Vöglein fliegt fort, Vöglein kommt wieder. - 29. Bienlein 
fliegt und nimmer seine Flügel schont. - 30. Schau nur an, ich scheuch dir 
weg a jede Fliegn. - 31. Schlaf mein Kindchen, schlaf ein. - 32. Jetzt schläfst 
bald, sonst britsch ich dir n Hintern gscheit voll. - 33. Sonne ist schon 
aufgegangen. 

Kinderlieder 

34. Wenns Kindlein greint, die Wolke weint. - 35. Hab ein Schifflein, keine 
Segel. - 36. Siebenhundert Schimmel, hühott hühott hühott. - - 37. 
Osterhas, Osterhas legt in das grüne Gras Eier gemalt. - 38. Ei, du kleines 
Peterle. - 39. Sonn erwacht, Bienlein macht gleich sich auf die Reise. - 40. 
Der Käfer im Panzer, wie stellt er es an. - 42. Auf der Kugweid, wo Kühlein 
grasen. - 43. Was schlüpft durch die Bäume. - 44. Wenns Äpfel regnet, 
wenns Birnen schneit. - 45. Wer baut die breiteste Brück aus einem Stück. - 
46. Sagt nur, wieviel weiße Hemden hat der Schneemann an. - 47. Nur 
dem Spatzenvolk geschieht es recht. - 48. Bin nur ein Räuplein. - 49. 
Schleicht der rote Fuchs ums Haus. - 50. Wollt im Winter ein Brieflein 
schreiben. 

Abendlieder 

51. Die weiten Wälder schlafen schon. - 52. Der Mond hat leis gelacht. - 53. 
Wo die Sterne glühen still. - 54. Gute Nacht, Kameraden, bewahrt euch 
diesen Tag. 

Winterlieder 

55. Der Winter hat über Nacht. - 56. Aus dem verschneiten Wald kommt der 
Knecht Ruprecht bald. - 57. Jüngst warn die Sterne am Arberwald. - 58. 
Meislein ans Fenster pickt. - 59. Hinterm Lusen funkelt der Wald. - 60. Du 
Feuer, flieg in jedes Haus. - 61. Ein Jahr muß nun vergehen in alle Welt 
verschneit. 

Weihnachtslieder 

62. Wird wieder sein, daß Sternenschein. - 63. Gehn wir den Steig, tief 
verschneit. - 64. Wandert alle Welt zu einem guten Stern. - 65. In 
allerliebster Nacht ist nun das Jahr gefangen. - 66. Hohe Nacht der klaren 
Sterne. - 67. Hohe Zeit der großen Lieb! - 68. Welken die Zweig in der 
Stubenmitt. - 69. Nur noch die Elstern. 

Bergbauernweihnacht 

70. Schau nur, wie hell heut der Himmel ausschaut! - 71. Kinderl, wann ich 
dich anschau. - 72. Ihr heilign drei König, ihr habt ein Stern. - 73. Neamd 
hat gwacht wie auf dNacht. - 74. Kinderl mein, deck dich mit Strohbüscherl 
zu. - 75. Geh Joseph, mach Tür zu. - 76. Schlaf doch, mein Kinderl, und 
strampfel nit bloß. - 77. Grüß dich Gott, mein liebs Kinderl. - 78. Kaum ist 
das Kinderl in dKrippen einzogn. - 79. Wir sind die drei König von irgendwo 
her. 

Ferner weitere Lieder auf Texte von Goethe, Mörike, Eichendorff, C. F. 
Meyer, J. P. hiebei, M. Claudius, P Rosegger, Max Mell. 

Kommt gelaufen ohne Schnaufen, liebe Männer und Fraun. In: "Die helle 
Flöte" (1939). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Laß die Stern am Himmel funkeln, 
heller leuchtet ein Schein, 




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vor den Augen eines Kindes 
ist das Sternenlicht klein". 

In: 

Ein Menschlein ward geboren! (1942); Liederblätter des 
Reichsarbeitsdienstes 2 (1942); Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 
50-54 (1942); Unsere Weihnachtslieder (1943). 

In allerliebster Nacht ist nun das Jahr gefangen. Julfeierlied, in: "Die 
helle Flöte" (1939). 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941); Das Kindelwiegen (1943). 

Das Jahr überm Pflug. Ein Bauernchor (21939) [ZVNSDAP]. 

Vor dem Führer: Wir kommen im Morgenlicht geschritten auf den Plan. 
Lied zum Geburtstag Hitlers (1939). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Wir kommen im jungen Jahr, 
die Stirnen klar vom Wind, 
das Wagnis und die Gefahr 
die Weggefährten sind. 

Des Himmels Banner wehn 
und grüßen unser Land, 
da wir vor dem Führer stehn 
in der Herzen hellstem Brand". 

In: 

Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); RJF, Musikblätter der HJ 574/575 
(1942); Das Orgelbuch (1943). 

Morgen marschieren wir. Liederbuch der deutschen Soldaten, im Auftrag 
des Oberkommandos der Wehrmacht hgb. von H. Baumann. 

Melodieausgabe (1939, Klavierausgabe von Ferdinand Lorenz 1942; zugleich 
Sonderdruck für das OKW, Abteilung Inland, nur zum Gebrauch innerhalb 
der Wehrmacht) [V]. 

Darin von Baumann (auf eignen T): 

Morgen marschieren wir. - Im ganzen Land marschieren nun 
Soldaten. - Der Nebel steigt im Fichtenwald (1938). - Der helle Tag 
ist aufgewacht (1936). - Es hat der Krieg ein großes Feld. - Junge 
Regimenter. - Der Nebel fällt ins Jahr. - Verwegne Fallschirmjäger. - 
Schweigen die Hörner. - Gute Nacht, Kameraden. - Horch auf, 
Kamerad. - Kameraden, hebt die Fahnen. - Nur der Freiheit gehört 
unser Leben. - Nun laßt die Fahnen fliegen. - Es zittern die morschen 
Knochen (Originalfassung). - Kameraden fragen nicht lange. - 
Soldaten tragen Gewehre. - In den Ostwind hebt die Fahnen. - Setzt 
ihr euren Helden Steine. - Hohe Nacht der klaren Sterne. - Wo wir 
stehen, steht die Treue. 

Ferner u.a.: 

H. Napiersky: Jetzt müssen wir marschieren. - W. Jahn: Kamerad, nun laß 
dir sagen. - W. Altendorf: Was fragt ihr dumm? - Willie Jahn: Wir traben in 
die Weite. - J. Kluge: Graue Kolonnen ziehen in der Sonnen. - H. Napiersky: 
Es dröhnet der Marsch der Kolonne . - 0. Leis: Kamraden, die Trompete 
ruft. - F. Marquardt: Eine Kompanie Soldaten. - G. Spree: Es fuhrein Zug 




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Soldaten (T: Will Vesper, d.h. sein Gedicht "Vom Untergang des Regimentes 
L." = List > das Regiment Hitlers) . - R. Götz: Wildgänse rauschen durch die 
Nacht . - R. Götz: Stelzt vor dem Zuge ein langer Mann. - H. Heeren: 

Morgen marschieren wir in Feindesland. - G. Blumensaat: Die dunkle Nacht 
ist nun vorbei. - E. L. von Knorr: Hart dröhnt der Schritt der Bataillone. - G. 
Schulten: Es tropft von Helm und Säbel. - H. Bräutigam: Viel 
hunderttausend Soldaten. - E. E. Buder: Weit ist der Weg zurück ins 
Heimatland . - E. Lauer, 1940: Soviel Rosen blühn im Garten. - W. Kieling: 
Der Wind weht über Felder. - R. Götz: Es klappert der Huf am Stege. - Vom 
oberschlesischen Grenzschutz mdl. überliefert: Das Heer zog durchs 
Gebirge. - R. Götz: Wie oft sind wir geschritten. - A. Zschiesche: Wenn die 
bunten Fahnen wehen. - H. Spitta, 1937: Jede Kugel, ja die trifft nicht. - 
Volkslied aus der Grafschaft Glatz: Der Fleischer mit der Fleischbank (S. 

126: "Es steht nichts im Wege, statt >Himmelloch< >Luftschutzkeller< oder 
>Unterstand< zu setzen und militärische Strophen anzufügen"). - H. Lang: 
Scheinen die Sterne. - H. Spitta: Heilig Vaterland. - H. Spitta, 1937: 
Deutschland muß leben. - Arno Pardun: Siehst du im Osten das Morgenrot. 

- W. Altendorf: Wir ziehn auf stillen Wegen. - H. Spitta: Lang war die Nacht. 

- W. Altendorf: Der Himmel grau und die Erde braun. - W. Altendorf: Ein 
junges Volk steht auf. - Fritz Sotke: Auf, hebt unsre Fahnen. - H. Napiersky: 
Lasset im Winde die Fahnen wehn . - G. Blumensaat: Die roten Fahnen 
brennen im Wind. - W. Gättke: Und wenn wir marschieren. - P. Hermann: 
Und ist unser Banner vom Sturme zerfetzt. - H. Spitta, 1936: Das Banner 
fliegt (Refrain: Der Führer, der Führer hat gerufen). - H. Kinzel: Ich zieh in 
einen heiligen Krieg. - M. Bischoff, 1937: Herrgott, wenn einst zum letzten 
Schlag. - H. Niel: Heute wollen wir ein Liedlein singen. - H. Niel: Kamerad, 
wir marschieren im Westen. - G. Brendel: Im Osten hat begonnen ein neuer 
Tag zu blühn. - H. Hagemeister: Nach Ostland geht unser Ritt. - H. Kinzel, 
komp. in Krakau, September 1939: Wir stoßen unsre Schwerter nach Polen 
tief hinein. - H. Spitta: Bei Tuchei in der Heide.. - E. Lauer: Ich weiß ein 
Grab in Flandern. - H. Spitta, 1935: Nichts kann uns rauben. - H. Spitta: 
Erde schafft das Neue.. - Will Decker: Wir tragen das Vaterland in unsern 
Herzen.. - G. Blumensaat: Deutschland, heiliges Wort. - E. L. von Knorr, 
1934: Wir Werkleute all. - H. Spitta, 1935: Morgensonne lächelt auf mein 
Land. - Deutschland über alles. - Horst-Wessel-Lied. 

Morgen marschieren wir, rüstet Mann, Geschütz und Pferde!. Kriegslied 
aus: "Morgen marschieren wir" (1939). 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Morgen marschieren wir, 

in den Sattel, unerschrockne Reiter! 

Winde wandern um die Erde, 

Feinde wittern unsre Pferde, 
ja, die heiße Schlacht. 

Morgen marschieren wir. 


Morgen marschieren wir, 

in den Morgen schwanket unser Banner. 

Fliegt ein Adler, wenn wir reiten, 




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mahnt uns, für das Land zu streiten, 
daß das Banner bleibt. 

Morgen marschieren wir". 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 95/96 (1940), 113/114 (1942); Lieder unseres 
Volkes (1940, 1943); Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Junge 
Gefolgschaft 5 (1940); SS-Liederbuch (61940, 91941); RJF, Musikblätter der 
HJ 95/96 (1940), 113/114 (1942); Lied über Deutschland (51941); 
Kameraden laßt uns singen (21942). 

Schweigen die Hörner, verhallen die Rufe. Kriegslied aus: "Morgen 
marschieren wir" (1939). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Trauern die Felder. Über die Tannen 
weht der verglühende Atem der Schlacht. 

Reiter horchen empor und bannen 
neuen Trotz in die Lichter der Nacht". 

In: 

Lied über Deutschland 3 (1940); Lied über Deutschland ( 5 1941); RJF, 
Liederblatt der HJ 113/114 (1942); RJF, Musikblätter der HJ 113/114 
(1942); Kameraden laßt uns singen (21942); Hellau! (1942). 

Junge Regimenter fechten tapfer am Weichselstrand. Kriegslied aus: 
"Morgen marschieren wir" (1939). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Junge Regimenter grüßen England 
mit nacktem Schwert, 
aufwacht ein Stürmen; keiner, 
der die Fahrt uns wehrt". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 5 (Juni 
1940); Lied über Deutschland 3 (1940); SS-Liederbuch (91941); 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Verwegne Fallschirmjäger. Kriegslied aus: "Morgen marschieren wir" 
(1939). 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

1940 

28. Mai 1940: 

Unter dem Titel "Der große Wagen" singen die Jungmädel der 
Rundfunkspielschar 12 die neuesten Lieder von Baumann mit fröhlichen 
Zwischenversen. Dgt. Ruth Driebes (RS Danzig, 28/V/40). 

Silberne Wolken laden blitzend zum Englandflug. Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Wir Flieger grüßen Engelland mit Tod und heißem Erz. Kriegslied. 

In: 

Kameraden, laßt uns singen (21942). 




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Das Meer haßt Engelland (U-Bootlied): Graue Fluten schlagen über das 
stählerne Boot. Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Stürmend vorzubrechen gegen Übermacht, 
bis zur letzten Heimkehr uns die Sonne lacht! 

Das Herz ist entbrannt, 

Furcht verbannt, 

das Meer haßt Engelland". 

In: 

L1942); RJF, Liederblatt der HJ 115/116 (1942); RJF, Musikblätter der HJ 
115/116 (1942). 

Englands dämmernde Küsten weckte ein Drachenkiel. Kriegslied. 
Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Englands schimmernde Kreide 
küßte Oraniens Mund, 

Schwerter und Helme sanken 
in der blutigen Felder Grund. 

Die Eisensaat ist verdorben, 
heimlich wandert ein Brand, 
von deinem Haß umworben, 
kommen wir wieder, Engeland!" 

In: 

Lied über Deutschland 3 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 8/9 (Juli 
1940), 24 (Februar 1941); Kameraden laßt uns singen (21942). 

Hebt euch, Gefährten, von der kühlen Erd. 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Kameraden laßt uns singen (21942). 

Nun legt euch ruhig schlafen, der Mond mit seinen Schafen hält eine 
gute Wacht [V ]. 

In: 

SS-Liederbuch (61940, 91941). 

Vaterland, wir kommen. Neue Lieder (mit T) von Hans Baumann (1940, 
1942) [V]. 

Es handelt sich um fünf Lieder aus Anlaß der Umsiedlung der 
Bessarabien-Deutschen ins Generalgouvernement. Nr. 2 entstand am 11. 
Oktober 1940 an Bord des Donaudampfers "Passau", der für diese Aktion 
eingesetzt war. 

Inhalt: 

1. Maisfelder Bessarabiens im Morgenschein, Herbstsonne brennt, wir 
lassen die Höfe allein. - 2. Alte Heimat hinterm Pruth, Sonnenland am 
Meere. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Freudig leisten wir Verzicht, 
lassen Hof und Erde, 
aus dem Strome funkelt Licht, 
und im Aug brennt Zuversicht. 




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Glaube macht die Herzen stark, 

Führer, laß uns bauen, 

daß aus Feldern, arm und kar, 

wächst des Reiches neue Mark. 

Deutschland ruft die Söhne heim, 

Abschied wird genommen, 

Donau rauscht ihr altes Lied, 

Vaterland, wir kommen!" 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 105/106 (1941); RJF, Musikblätter der HJ 105/106 a 
(1941); Lied über Deutschland ( 5 1941). 

3. Schwingt ein Schiff die Donau nieder, Tag und Nacht hinab zum 
Meer. 

In: 

Lied über Deutschland ( 5 1941). 

4. Nebel raucht im Morgengrauen, aus den weiten Donauauen steigt die 
Sonne schön. - 5. Wehen Winde vom Osten, funkelt der Tag, blitzt die 
Nacht. 

Das graue Heer umdämmert im Morgenschein der Krieg, in unsre Herzen 
hämmert des Führers Ruf den Sieg. Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Des Führers Hände halten 
das Banner unversehrt, 
vor allen Feindgewalten 
bewacht ihn unser Schwert. 

Das junge Heer umwittert 
der alten Feinde Haß. 

Wenn die Heerfahrt dröhnt 
und zittert, 
wird Englands Kreide blaß". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 5 (1940); Lied über Deutschland 3 (1940); 
Liederbuch der Kriegsmarine 2 (1940); Volksliedsingen im Schulfunk 24 
(Februar 1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 (1941); Kameraden laßt 
uns singen (21942). 

Im ganzen Land marschieren nun Soldaten. Kriegslied. Für 
3stimmigen MCh: E. L. von Knorr (1940) [T]. 

1942 

Vorwärts nach Osten!: Wir standen für Deutschland auf Posten. 
Kriegslied. 

In: 

Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 1 (1942; nurT). 

Auf wird gesessen. Neue Lieder (Melodie mit Text): 1. Geschwind zu 
Pferd. - 2. Wolkenverhangen ist der Himmel. - 3. Polen rasch 
durchreiten. - 4. Zu raschem Ritt bestellt (1942) [V]. 

Geschwind zu Pferd. Aus "Auf wird gesessen" (1942). Kriegslied [V]. 
Textprobe (3. Satz): 




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"Uns lockt der Flüsse blaues Band, 
uns rufen hell die Weiten, 
für unser liebes Vaterland 
ins Morgenrot zu reiten". 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942); RJF, Junge Gefolgschaft 6 (1943). 
Hohe Nacht. Weihnachtslieder in Sätzen für Gesang und Klavier von Franz 
Biebl und Paul Winter (1942) [V]. 

1. Hohe Nacht der klaren Sterne. Satz: P. Winter. - 2. Die Weihnacht 
steigt ins Tal. Satz: P. Winter. - 3. In allerliebster Nacht. Satz: F. Biebl. 

- 4. Ein Jahr muß nun vergehen. Satz: F. Biebl. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 

Die Weihnacht steigt ins Tal. Julfeierlied. 

In: 

Deutsche Kriegsweihnacht (31943). 

Junge Regimenter. Neue Lieder (Melodie mitT) (1942) [V]. 

1. Junge Regimenter fechten tapfer. - 2. Morgen marschieren wir. - 
3. Nebel deckt die Wiesen. - 4. Hebt euch, Gefährten. 

Junge Soldaten. Neue Lieder (Melodie mit Text) (1942) [V]. 

1. Als Jungen wurden wir Soldaten. - 2. Kamerad, gib mir die Hände. 

- 3. Geraubtes Land erkämpft das Reich. - 4. Schweigen die Hörner. 
Nach Ostland zu fahren. Neue Lieder (Melodie mit Text) (1942) [V]. 

1. Nach Ostland zu fahren. - 2. Wo Deutsche kämpfen. - 3. Nun wird 
zu eng das weite Land. - 4. Erde, dir zu eigen 
Nach Ostland zu fahren, entbrennt der Mut. Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"(..) Das Reich beginnt, 
wo Fechter sind, 
die feindumringt bewahren 
Deutschland als Herz der Welt". 

In: 

Kameradschaft im Lied 19 (1941); Kameraden laßt uns singen (21942). 

Nun wird zu eng das weite Land. Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Nur der Freiheit gehört unser Leben, für Klavier mit Text bearbeitet von 
Fritz B. Metzger (1942) [V]. 

Haltet das Schwert bereit. Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Die Weihnacht kommt. Weihnachtslieder, mit einfachen Sätzen für 
Tasteninstrumente oder Flöten und Geigen von H. Baumann [V]. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 

Stille Zeit der Zuversicht. Neue Lieder (Melodie mit Text) (1942) [V]. 

1. Winter kommt geschritten. - 2. Die Weihnacht steigt ins Tal. - 3. 
Hohe Zeit der großen Lieb! - 4. Der Winter verweht, die Finsternis 
geht. - 5. Alle Bangnis, alle Sorgen. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 




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Jung sind die Birken. Lieder in Sätzen für 2 bis 3 gleiche Stimmen. 
Bearbeitung und Vorwort: F. Biebl (1942) [V]. 

1. Tut auf das Tor. - 2. Von allen blauen Hügeln. - 3. So fröhlich wie der 
Morgenwind. - 4. Morgen, du hast ein großes Tor. - 5. Jung sind die Birken. 
- 6. Es geht eine helle Flöte. - 7. Das Korn, das leuchtet im Sommerwind. - 
8 . Was kommen die Wolken. - 9. Hinterm Lusen funkelt der Wald. - 10. Der 
Mond hat leis gelacht. 


1943 

Hoch am hellen Himmel sich die Stern bewegen. 

Textprobe (2. Strophe): 

"In den hellen Himmel 
wandern die Gedanken, 
hell sind uns re Sterne, 
daß wir nimmer wanken". 

In: 

Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 7 (1943). 

1944 

Bergbauernweihnacht, für Klavier mit überlegtem Text gesetzt und mit 
kleinen Vor- und Nachspielen versehen, mit Vorwort von Fritz Jöde (1944) 
[K]. Das gleichnamige Liederheft erschien erstmals 1936. 

Die Lieder: 

1. Schau nur, wie hell heut. - 2. Neamd hat gwacht. - 3. Geh, Joseph, mach 
Tür zu. - 4. Kinderl mein. - 5. Schlaf doch, mein Kinderl. - 6. Schau nur an, 
ich scheuch dir. - 7. Jetzt schläfst bald. - 8. Grüß dich Gott. - 9. Kinderl, 
wann ich doch anschau. - 10. Ihr heilign drei König. - 11. Wir sind die drei 
König von irgendwoher. - 12. Kaum ist das Kinderl in d Krippen einzogn. 

Ja, liebe nur den Baum. 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Wirbelt Schneegestöber. 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Wären nicht die lieben Sterne. 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Mütter, nun treten wir vor euch an. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Müssen wir von euch zum Sturme gehn, 
ihr habt uns niemals verloren, 
tragen wir in uns euer Ehrenmal, 
denn ihr habt Soldaten geboren". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Stille Stund . 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) willst den Mund 




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siegeln mit den Himmelszeichen, 
laß den Atem Gottes streichen 
und die Seele offen sein!" 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Nur der Freiheit gehört unser Leben. Lieder. Hgb. von der 
Propagandakompanie der Armee Busch. Melodie mit Text: 

1. Nur der Freiheit gehört unser Leben. - 2. Nach Ostland zu fahren. - 
3. Nun laßt die Fahnen fliegen. - 4. In den Krieg will ich reiten. - 5. 
Und die Morgenfrühe das ist unsere Zeit. - 6 . In den Ostwind hebt 
die Fahnen. - 7. Wind vom Wolchow bläst uns ins Gesicht. - 8. 
Kamerad, gib mir die Hände. - 9. Wolkenverhangen ist der Himmel. - 
10. Die hohe Zeit der Lieb. - 11. Wo die Sterne glühen still in Gottes 
Hand. - 12. Heut ist der allerliebste Tag. - 13. Hast du dein Häubchen 
am Abend verloren. - 14. Winter kommt geschritten. - 15. Kommt 
gelaufen ohne Schnaufen. - 16. Hohe Nacht der klaren Sterne (1943). 
[Alemannen-Verlag, Stuttgart]. Nicht im Handel. 

In den Krieg will ich reiten. Kriegslied aus: "Nur der Freiheit gehört 
unser Leben" (1944). 

Textprobe (5. Strophe): 

"Dann reiten wir singend durchs herbstliche Feld 
und gewinnen im Sattel die leuchtende Welt". 

In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 7 (1944). 

Der ganze Berg fängt an zu singen. Lieder (1944). Für Mädelstimmen: 

G. Wolters. 

Im Osten steht unser Morgen. Sechs Ostlandlieder, für Gesang mit 
Klavier oder versch. Instrumenten. Bearb.: P. Winter. 

1. Nun wird zu eng das weite Land. - 2. Nach Ostland zu fahren. - 3. 
In den Ostwind hebt die Fahnen. - 4. Im Osten steht unser Morgen. - 
5. Wo Deutsche kämpfen. - 6. Erde, dir zu eigen (1944) [V]. 

Geschichtsfälschung I, 1962: 

"Mit Ausnahme der morschen Knochen (nachweisbar eben kein 
Hitlerjugendlied, auch wenn es die Hitlerjugend später sang, aber was sang 
sie nicht alles...) und von einem Gedicht, das damals kein Mensch kannte, 
in dem jedoch ein Vers von einem >Führer< (also doch wohl: >dem 
Führer<) zu singen versucht, habe ich bei sorgfältigem Durchblättern aller 
Lieder, die je unter dem Namen Baumann gedruckt wurden, kaum eines 
gefunden, das nicht gradsogut heute gedruckt werden könnte. 

(...) Aber daß Hans Baumann >HJ-Kampflieder< geschrieben habe, ist 
eine Behauptung, die einer Nachprüfung nicht standhält. Hat er nicht" 
(Rudolf Walter Leonhardt: Der Dichter und Dramatiker Hans Baumann. "Die 
Zeit" Nr. 9, 2/III/62). 

Leonhardt hat leider einäugig gelesen. Baumanns Mengen von HJ- 
und NS-Kampfliedern sind oben dokumentiert. Eine ganz andere Sache ist , 
daß Baumanns Frau, die Geigerin Liesl Zog!mann, 1943 - während er an der 




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299 


Ostfront stand - ihre jüdische Lehrerin Lotte Harburger versteckte , ohne sie 
allerdings retten zu können. 

Rückblick, 1963: 

"Wie eng die Verzahnung Bündische Jugend-H.J. war, zeigt z. B. 
folgendes: Ich trat 1935 in die damals offiziell nicht mehr bestehende 
Deutsche Freischar (Eichhof) in Berlin ein, die als Teil der Berliner 
Rundfunkspielschar weiterlebte. Wir mieteten uns ein Haus am Deutschen 
Ring in Tempelhof und lebten dort hündisch" (H. Baumann an Fred K. 
Prieberg, ohne Datum = 1963 ). 

Geschichtsfälschung II, 1975: 

"(...) Widerstandstätigkeit: Eintritt in die verbotene Freischar, Gruppe 
Eichhof, 1934; Nichterscheinen, als ihm NS-Literaturpreise verliehen werden 
sollten" (Hinrich Jantzen: "Namen und Werke. Biographien und Beiträge zur 
Soziologie der Jugendbewegung", Band 3. Frankfurt a. M., 1975. S. 22). 

Nachdem Winfried Mogge, Leiter des Archivs der deutschen 
Jugendbewegung, im Jahrbuch Nr. 15 dieses Archivs (1986) die miserable 
Praxis der politischen Verschleierung durch Jantzen generell angegriffen 
hatte , brach dieser "unter Protest" den Kontakt zum Archiv ab. 

Die Gruppe Eichhof war nach Auflösung der Jugendbünde 1933 zur HJ 
übergetreten und bis 1936 eigenständige Gebietsspielschar. 

Erinnerung, 1980: 

"(...) die neue Zeit, der neue große Aufbruch verlangte einen neuen 
Ausdruck, der im Vergangenen nicht mehr gefunden werden konnte. Sie 
fanden ihn in neu geschaffenen Liedern, die die Frische des Morgens hatten, 
des Morgens einer neuen Zeit. Zu dieser Jugend gehörte die Morgenfrühe, 
das Erwachen des Tages. Diesen Morgen sangen sie an. >Und die 
Morgenfrühe, das ist unsere Zeit<, dichtete Hans Baumann. So wurde die 
neue Zeit dieser Jugend in den neuen Liedern schöpferisch. Plötzlich sind 
Dichter da, in der Uniform der Jugend, der Hitler-Jugend, die dichten 
können, und so echt im Herzton wie das alte Volkslied. Das ist eines der 
Phänomene der Zeit!... 

(...) Als Obergebietsführer und Amtschef hielt ich meine Hand über 
ihn, der seiner besonderen Katholizität wegen so oft aus seinem Gebiet 
angeschossen wurde. Ich sagte: >Wer so dichten kann, der kann auch so 
katholisch sein<. Ich nannte ihn den >Wälderbub<. Er kam ja aus dem 
Bayerischen Wald. In der Großstadt Berlin meinte ich durch ihn das 
Rauschen der unendlichen Wälder zu hören, wie sie Adalbert Stiffter 
gedichtet hat. Es war so etwas Naiv-ursprüngliches in ihm, was das zu hoch 
gegriffene Wort vermied. Der Naturton und Herzton klangen durch. In ihnen 
dichtete er, ohne irgendwo im Wort steigern zu müssen. Wohl ihm, wohl 
uns, wenn es so war! Herzinnigkeit trat mit ihm zu der aufgeblasenen 
Phrase, mit der andere dichteten, die aber nicht zur Jugend gehörten (...)" 
(Hellmut Stellrecht: Die Hitler-Jugend - Wesen und Werk. Typoskript um 
1980, unveröffentlicht. S. 233, 234. Quelle: Archiv der deutschen 
Jugendbewegung, Burg Ludwigstein). 

Information: MM2, RML, LdCh, SML. 




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300 


Zitat aus RML ( 12 1959), hgb. von Prof. Dr. Joseph Müller-Blattau, S. 119, 
nur Andruck, nicht publiziert: 

"B. ist einer der bedeutendsten politischen Sänger< unserer Zeit. 
Worte und Melodie eines Liedes fügen sich ihm in selten zu findender 
Einheit. Viele seiner Lieder wurden bereits wenige Wochen nach ihrer 
Entstehung in allen deutschen Gauen diesseits und jenseits der 
Reichsgrenzen gesungen und halfen mit, die politische Gegenwart zu 
gestalten" (Quelle: AP). 


Baumann, Ludwig 

Eggenstein bei Karlsruhe, 26. Juni 1866 - Karlsruhe, 30. Oktober 1944. 
Sohn eines Chirurgen; Schüler von Philipp Wolfrum. Musikpädagoge, 
Studienrat, Musikdirektor und Musikschriftsteller. Seminarmusiklehrer, 
Hoforganist und Chordirigent in Karlsruhe, 1935 in Säckingen, 1936 in 
Baden-Baden, zeitweise in Achern und Sasbachwalden. 

Werke: vielgesungene Chöre, z. B. "Mein Badnerland". 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.547.806. NSLB seit 1/1/34. 

Deutsches Gelöbnis: Auf, lasset uns niederringen (T: onA ). MCh [FM]. 
Die deutsche Seele: Mein Vaterland, mein Vaterland, wie lieb ich dich (T: 
J. Fiekinger). MCh (1936) [SD]. 

Arbeitskameraden: Kamerad, schlag zu! (T: Max Steege). MCh (1937) 
[H]. 

Liedessegen: Auf ihr Brüder, ehrt die Lieder, sie sind gleich den guten 
Taten (T: Goethe, aus "Deutscher Parnaß") (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, 
beim Schwab. Liederfest des DSB). 

Der Morgen: Im Nebelschleier ruht die Welt (T: M. Schneider) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwab. Liederfest des DSB). 

Walderwachen: Noch liegt der Wald im tiefen Traum (T: F. Wildt) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwab. Liederfest des DSB). 

Nacht auf dem Meer: Brausende Winde, schäumender Gischt! T: Georg 
Richter) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 
Information: DML, FA, LdCh. 


Baumert - Ossadnik, Edith 
Liegnitz, 21. September 1902 - ? 

Tochter eines Kaufmanns; Konzert- und Oratoriensängerin (Sopran) und 
Gesangspädagogin in Liegnitz, dann in Breslau wohnhaft und hier auch 
Mitglied des Chors des Reichssenders. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.546.717, auf Antrag vom 9/VII/37. Leiterin des 
Singekreises der NS-Frauenschaft in Liegnitz. 

Information: DML. Keine weitere Nachricht; das damalige Breslau fiel an 
Polen. 




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Baumgarten, Kurt (Curt) 

Stand 1933: Schauspieler, Sänger und Sprecher beim Leipziger Rundfunk. 
1934 Referent für Bunte Abende in der Abteilung Unterhaltung des RS Köln, 
auch Spielleiter, wohnhaft in Köln, Hülchrather Str. 3; 1940 SS- 
Kriegsberichterstatter. 

8. August 1933: 

Baumgarten leitet die Stunde der Nation "Der deutsche 
Waffenschmied. Ein Lebensbild Alfred Krupps" (Reichssendung von Werag, 
8/VIII/33). 

9. August 1933: 

Baumgarten besorgt die szenische Leitung der (Werag, 

9/VIII/33).Sendung "Deutscher Tanz in Dichtung und Musik" 

Für Deutschland, Kamerad (Texte: H. J. Nierentz, K. Bröger, H. Anacker 
u.a.). Liedzyklus (etwa 1935), begutachtet im Lektorat der Hauptstelle 
Musik des ARR. 

Wir braunen Soldaten marschieren (T: Helmut Jährling). SA-Lied 
[ZVNSDAP]. 

Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Wenn jemals von ruchlosen Händen 
das Reich unsres Führers bedroht, 
dann stehen wir braunen Soldaten. 

Marschieren ins Morgenrot. 

Und Sieg weht von unseren Fahnen! 

Das Hakenkreuz leuchtet voran, 
darüber die Heerschar der Ahnen. 

Auf, vorwärts! Mein Deutschland, tritt an!" 

In: 

Lieder der Mannschaft 4 (1936); SA-Liederbuch (21939). 

Information: Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und 
Europaangelegenheiten in Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den 
archivierten Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor 
gerichtete Antrag vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung" an das 
Dezernat Wirtschaft und Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht , brach 
also Verwaltungsrecht. Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor 
erbrachte Aussetzung der Gebühren , jedoch keine biographischen Daten. 
Das Sächsische Staatsarchiv (11/X/00) teilte mit, in der alten Meldekartei 
Leipzigs sei Baumgarten nicht enthalten. Keine Meldung im WASt 
(19/XII/01). Weder im Bestand des DRA Potsdam-Babelsberg noch des DRA 
Frankfurt/M. (30/1/03) ist Baumgarten nachweisbar. 


Baumgartner, Wilhelm 
1820 - 1867 




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302 


An mein Vaterland: 0 mein Heimatland, o mein Vaterland! wie so innig, 
feurig lieb ich dich! (T: Gottfried Keller). 

Hier besang Keller nicht die Schweiz, sondern Germania, Deutschland! 
In: 

Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933). 

Kein Hälmlein wächst auf Erden, der Himmel hat s betaut (T: Emil 
Brachvogel, 1824). 

Als Textautor verzeichnet Julius Lerche, "Das Wort zum Lied”, 2000 
der beliebtesten Konzertlieder im Texte (Berlin, 31930) Friedemann Bach, 
dem auch eine Vertonung zugeschrieben wurde. Diese, mit Fragezeichen 
abgedruckt in Fritz Jöde, "Frau Musica" (Berlin, 1929), ist identisch mit der 
später für den Urheber Wilhelm Baumgartner angegebenen. 

Die korrekte Version Baumgartners gibt: Ignaz Heim, "Sammlung von 
Volksgesängen für gemischten Chor", 1. Band (52. Ausgabe für 
Deutschland, Zürich, o. J. = ca. 1900), S. 220. 

In: 

Singendes Volk 18 (1934); Singkamerad (21934, 3 1935, 8 1937); Liederbuch 
für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938; als Textautor ist der Komponist genannt ). 


Baumhof, Josef (Roland Philipp) 

Köln, 22. April 1909 - Konstanz, 23. September 1983. 

Schüler von Heinrich Lemacher und Wilhelm Maler, Musikpädagoge. Stand 
1935: Studienrat an der Knabenoberschule Köln-Deutz. Auch Musikreferent 
des "Westdeutschen Beobachters". 

Nach 1945 Lehrer an der Heimschule Klosterwald, 

Landerziehungsheim Wald-Hohenzollern, dann i. R., zuletzt in Konstanz. 

W e r k e: z. B. Musik für Klavier und kleines Orchester (1932); Kantaten 
und Volksliedsätze. 

NSDAP seit l/IV/40, Nr. 7.584.438. 

Musikalische Ausgestaltung der Edda-Frühlingsfeier (T: Erich Bockemühl) 
(WDR, 24/III/34). 

Die Trommel ruft (T: Hannes Kraft). Kantate für Sprecher, Sprechchor, 
Singechor, drei Melodieinstrumente und Trommel (Köln, 1936). 

Der Trommelbube: Bin der Trommelbube, zieh dem Zug voran (T: 

Hannes Kraft). Aus "Die Trommel ruft". 

Textprobe (2 Strophe): 

"Klingt in meinem Blute 
harter Trommelschlag. 

Müssen wir verderben - 
werd als erster sterben, 
ob ich auch nit mag". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Jungen folgen der Trommel Klang: Immer im Schritt (T: Hannes Kraft). 
Aus "Die Trommel ruft". 




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Textprobe (2. Strophe): 

"Trommel singt immer das gleiche Lied. 

Immer im Schritt. Immer im Schritt. 

Führt uns Jungen dem Sieg entgegen. 

Dahin, wo uns die Freiheit glüht. 

Kamerad, komm mit". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Wir Jungen: Wir Jungen sind alle von gleicher Art (T: Hannes Kraft). HJ- 
Lied aus "Die Trommel ruft" 

Textprobe (3. Strophe): 

"So dröhne, du Trommel, und rausche, du Tuch. 

Und Führer, so sollst du uns sehen; 
im Kampf gegen Schande und Teufel und Tod, 
so folgen wir Jungen des Führers Gebot, 
und werden ewig so stehen!" 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Kampfruf: Morgen umlodert die Höhen, und unsre Banner wehen (T: 
Hannes Kraft). HJ-Lied aus "Die Trommel ruft". 

Textprobe (2. Strophe): 

"Trommeln durchdröhnen die Lande. 

Wir Jungen, wir hassen die Schande. 

Die Schande schlagen wir tot! 

Und müssen auch Tausende sterben, 
und müssen wir alle verderben - 
wir folgen des Führers Gebot!" 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter, Neue Folge 1 (1936, Textausgabe 1941). 
Der Väter Gut: Zu Lehen, zu eigen! (T: Carola Schiel, geb. 1898 in 
Berlin). Eigner Satz. 

In: 

Unser das Land (1937). 

Es leben die Soldaten! Drei Soldatenlieder (1938). 

Neue Musik zur Feier ("Die deutsche Schulfeier", Leipzig, 1938. S. 247). 
Die Sonne ist gesunken, der Riese Tag legt sich zur Ruh (T: H. Claudius). 
Textprobe (1. Strophe): 

"(...) Er deckt sich mit den dunklen Wolken 

schläfrig zu. 

Die Menschen stecken eilig Licht nun an bei Licht. 

Der Tag ist eingeschlafen. Ihn kümmert es nicht. 

Er hebt die Hand im Schlafe bis an die Sterne weit 
und mißt mit stummem Finger sein Stück 

Unendlichkeit". 

In: 

Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940). 

Schlaflied: Trockne, trockne deine Zähren (T: H. Paesler). Wiegenlied zur 
Julfeier. 




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Textprobe (2. Strophe): 

"Liederfüll n die Segel prall, 
weit die Wimpel bauschen. 

Lächle du, lächle du, nach überall 
Bug und Steuer rauschen. 

Schattental und Sonnenland 
breiten ihren Hafen. 

Schlaf, mein Kind, schlaf, mein Kind. 

Knirscht dein Traumboot 

durch den Sand, 
wirst du ruhig schlafen". 

In: 

Liebliche Weihnacht, Wunder des Leuchtens (1940). 

Information: LdCh. Die Standesbeamtin Adam, Köln (8/1/98), verlangte 
Nachweise eines "öffentlichen Auftrags" samt Auftraggeber, Standesbeamtin 
Seidel, Köln (4/XI/99), Nachweis des rechtlichen Interesses (Schuldtitel, 
Grundbuchauszug, Kontoeröffnungserklärung, Bestallung, Pflege- oder 
Betreuungserlaubnis, Kreditvertrag oder Versicherungsschein) - als ob GG 
Art. 12 nicht existiere. Das Historische Archiv der Stadt Köln (ll/V/98) 
kündigte "für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Gebühr von 
40 DM "pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit" an, obwohl das 
Grundgesetz ungehinderte Information verspricht, setzte die Forderung auf 
Antrag jedoch aus, sah sich aber (18/VI/98, Dr. Illner) zu Angaben nicht 
imstande, "da keine Kongruenz zwischen dem angebenen Geburtsdatum, - 
ort bzw. Zeitrahmen vorliegt oder herzustellen ist". Bedarf es akademischer 
Ausbildung, um Arbeitsunlust so zu demonstrieren ? 


Bausznern, Waldemar von 
1866 - 1931 

Hinaus in die stürmische, schäumende See! Lebt wohl nun, ihr Städte 
und Dörfer (T: Max Bewer). Kriegslied, erstmals im Kriegsliederheft 1 [DJ]. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Wie stürmt unser Panzer so kühn und so schnell, 
wie leuchten die Augen so frisch und so hell! 

Wie schön, für Deutschland zu fahren! 

Und sind auch die Meere vom Feinde erfüllt, 
der rings mit Geschützen entgegen uns brüllt, 
wirtreiben ihn donnernd zu Paaren!" 

In: 

Soldatenlieder (1934). 

Der Sturm brach ein in deutsches Land, nehmt kaltes Eisen in die Hand 
(T: Rudolf Herzog). Kriegslied, Erstdruck: Kriegsliederheft 1 [ DJ]. 

Die Garde marschiert - Grenadier, Füsilier! Übern Rhein, übern Rhein, 
übern Rhein! (T: Hans Brennert). Kriegslied, erstmals in Kriegsliederheft 1 
[DJ]. 




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Von erst so wölln wir loben Marjam. Reiterlied, 16. Jh. Satz, 3stimnnig: 
W. von Bausznern. 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935). 

Es geht wohl zu der Sommerzeit. Kriegslied, 17. Jh. Satz, 3stimmig: W. 
von Bausznern. 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935). 

Deutschland: Deutschland! 0 heil ger Name, o süßer Klang! (T: H. von 
Fallersleben), für Gesang und Klavier/ diverse Chorbesetzungen (u. a. 
Düsseldorf, *23/V/38, bei den Reichsmusiktagen; RS Frankfurt, 29/V/38, 
Vereinigter MCh Triberg, Dgt. A. Meisterhans; Stuttgart, *Juli 1938, beim 
Schwab. Liederfest des DSB). In: Bausznern, Zehn Lieder für unsere 
deutschen Kinder (1936); Deutscher Liedergarten 4 (1938) [H]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Deutschland! Deutschland! Daheim und ferne, 

stets denk ich dein; 

dein ist mein Leben, 

dein soll es, soll es sein! (...)" 

In: 

Deutsche Marsch- und Fahrtenlieder (1933); Wegweiser zur Musik 2 (1933); 
Von Vaterland, Heimat, Helden und Soldaten (1933); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Deutsche Feierklänge (1935; 4stimmiger Satz); 
Schlesische Jugend singt (1936); Und wenn wir marschieren ( 3 1937); 
Marschierende Jugend ( 2 1938); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); 
Stimmt an! II (1939); Deutsche Lieder (1940). 

Die sei ge Stadt: Es hallen silberne Glocken (T: Friedrich Lienhard) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest des DSB). 


Bautruppen-Liederbuch (Anthologie) siehe: E. Keppler 


Bayer, Anton 

Wien, 2. Mai 1896 - Regensburg, 28. März 1941. 

Schüler u. a. von R. Heuberger, F. Schreker und Franz Schmidt, Dirigent 
und Komponist in Wien, seit 1927 Kapellmeister am Stadttheater 
Regensburg. 

Werke: Bühnenmusik, Kammermusik, Klavierstücke; Lieder, auch mit 
Orchester. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Präsentiermarsch (BR, 30/XI/33). 

Dr.-Otto-Schottenheim-Marsch (u. a. Regensburg, April 1937, Konzert 
des MK des IR 20, Dgt. Fritz Maas). 

Unsere Wehrmacht. Marsch (?) (RS Böhmen, 1/II/41). 

Information: DML, FA. 




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306 


Bayer, Friedrich 

Wien, 22. März 1902 - Wien, 26. Oktober 1954. 

Sohn eines städtischen Hauptkassenvizedirektors; Dr. phil. Wien 1926 (Über 
den Gebrauch der Instrumente in den Kirchen- und Instrumentalwerken von 
W. A. Mozart). Schüler von R. Heger und J. Marx, Komponist, 

Musikpädagoge und Musikreferent, so für den "VB" Wien. 1938 
Hauptfachlehrer - Professor - für Theorie an der Reichshochschule für Musik 
in Wien. 

W e r k e: u. a. die Oper "Dorothea" (Wien, 14/VI/40); Ballettsuite für 
Orchester (1939); "Das Erntefest", Ballett (Dresden, 3/IV/41); Sinfonietta 
(1936); Sinfonien; Klavierkonzert B-moll (1934); Kammermusik und Lieder; 
Streicherserenade (1937); Burgenländer Tänze für Orchester (1938). 

NSDAP seit 27/IX/32, Nr. 1.214.540; 1932 Leiter des Ringes völkischer 
Tondichter bei der NS-Künstlerschaft, Gau Wien. 1938 Leiter des "Bundes 
deutscher Komponisten aus Österreich", der den aufgelösten, weil jüdisch 
geleiteten "Österreichischen Komponistenbund" ablöste. 

Deutschland. Sinfonische Dichtung für gr. Orchester (Wien, UA: 

*18/IV/33, Festkonzert für Hitler). 

Deutsche Kantate (T: Hans Stolzenburg). Kantate für MCh, Bariton-Solo, 
Orchester und Orgel (Wien, 1936). 

Generalfeldmarschall Göring in der Staatsoper ("VB" Wien, 28/III/38). 
Zitat: 

"(...) Fidelios Siegesfinale ist eine Prophetie, eine Vorahnung, fast 
möchte man sagen eine Vorwegnahme des Aufbruches der Nation im 
deutschen Reich des 20. Jahrhunderts. Kein Wunder, daß sich die helle 
Begeisterung des festlich gestimmten Publikums gegen Schluß zu 
frenetischem Jubel steigerte wie ihn die schönsten Abende der Staatsoper 
nur ganz selten zu erleben in der Lage waren. Gleichlaufend mit der 
Handlung des Stückes erlebte man noch einmal die einzelnen Phasen und 
den endgültigen Sieg der nationalsozialistischen Revolution. Es war eine 
erhebende Befreiungsfreier, ein Gottesdienst zum Dank an den Schöpfer, 
der uns arme, kleine, gequälte Menschen mit dem Genie des Führers 
beschenkt hat. Stürmische Hervorrufe der Mitwirkenden, Ovationen für den 
Generalfeldmarschall und unsere Regierung, das war das abschließende, 
äußere Bild dieser Festvorstellung". 

Der Mißbrauch gerade Beethovens als musikalisches Symbol für NS- 
Staat und NS-Geschichte war ständige Erfahrung , und kaum ein 
Kunstbetrachter schämte sich , derart penetrant zu politisieren. 

Die Wiener Symphoniker - Wegbereiter neuer deutscher Musik ("VB" 
Wien, 31/III/38). 

Deutsches Heldenlied für Orchester (1937; RS Wien, *21/V/38; Wien, 
16/1/40, im Veranstaltungsring der HJ,Wiener Symphoniker, Dgt. H. 
Weisbach). 

Das Werk enthält eine Verarbeitung des Horst-Wessel-Liedes und 
erhielt dennoch 1937 (!) den Preis der Wiener Konzerthausgesellschaft. 

Richard Wagner und der Nationalsozialismus ("VB" Nr. 71, Wien, 
26/V/38). 




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307 


Bericht über den "tiefgründigen" Vortrag gleichen Titels von Max 
Millenkovich-Morold. 

1938: 

"Die Musik" XXXI, S. 109, bringt den Aufsatz "Friedrich Bayer, ein 
Wiener Sinfoniker" von Andreas Ließ. 

Salzburg ehrt Josef Reiter ("VB" Nr. 168, Wien, l/IX/38). 

Zweites Konzert des NS.-Symphonieorchesters ("VB" Nr. 31, Wien, 
31/1/39). 

Willes "Königsballade". Zur bevorstehenden Uraufführung an der Wiener 
Staatsoper ("VB" Nr. 31, Wien, 31/1/39). 

Zitat: 

"(...) Am Donnerstag, den 2. Februar, wird das neueste Bühnenwerk 
eines jungen Tondichters an der Wiener Staatsoper aus der Taufe gehoben. 
Der bekannte Wiener Dichter und Dramaturg des Deutschen Volkstheaters, 
Otto Emmerich G r o h, hat in seinem Roman >Königsballade< (>Harald 
Haarfager<) die völkisch-politische Einigung Norwegens behandelt. Nun 
arbeitete er sein Buch über Anregung von Kammersänger Flelge R o s w a e 
n g e, einem Nordländer, zu einem dreiaktigen, in fünf Bildern gestalteten 
Opernlibretto um, für dessen Vertonung der junge Komponist und 
Kapellmeister Rudolf Wille aus Dessau gewonnen wurde. Die Handlung 
spielt in der zweiten Hälfte des IX. Jahrhunderts. Ort der Handlung ist 
Norwegen und Jütland. 

Der Wiener Staatsoper sind die besten verfügbaren Mitarbeiter gerade 
gut genug, um das Werk in würdiger Form herauszubringen. Die Hauptrollen 
wurden mit Helge Roswaenge in der Titelrolle, Esther R e t h y, Alfred 
J e r g e r, Georg M o n t h y, Dora K o m a r e k, Luise Helletsgrub 
e r, Franz W o rf f und anderen besetzt. Die musikalische Einstudierung 
liegt in den Händen des bewährten Theaterfachmannes und 
ausgezeichneten Bühnendirigenten Generalmusikdirektor Professor Leopold 
R e i c h w e i n. Wie wir hören, wird der Komponist, der seit einigen 
Wochen in Wien weilt und an den Proben seines Stückes teilnimmt, die 
Premiere selbst dirigieren, während Professor R e i c h w e i n die 
darauffolgenden Repertoirevorstellungen übernehmen wird. 

Ulrich Roller hat zu dem Werk in intensivster Zusammenarbeit 
mit Professor K a u t s k y prächtige Dekorationen und Kostüme geschaffen, 
die sich durch besonders strenge Stilreinheit auszeichnen. Erich v o 
n Wymetal, der Oberspielleiter der Staatsoper, ließ es sich angelegen 
sein, die Handlung des Stückes durch kunstvoll gestellte, wohldurchdachte 
Regie herauszuarbeiten. (...)" 

"Königsballade" brachte es auf gerade drei Aufführungen; die 
beabsichtigte historische Parallele zur "völkisch-politischen Einigung" durch 
Hitler dürfte in Wien eher Unlust erzeugt haben. 

In der Saison 1940/41 wurde Wille , inzwischen in Berlin, für die Dauer 
des Krieges zur Wehrmacht eingezogen. Der Bühnenbildner Ulrich Roller fiel 
1941. 

Hans Pfitzner und sein Werk ("VB" Nr. 124, Wien, 4/V/39). 

Atonalismus als artfremde Musik ("VB" Nr. 126, Wien, 6/V/39). 

Zitat: 




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"(...) Das Bestreben jedes Komponisten, in seinen Werken Talent, 
technisches Können und Phantasie zu zeigen, erscheint uns als 
Selbstverständlichkeit. Bei den atonalen Tonsetzern ist das nicht der Fall. 
Vergeblich sucht man in ihren Werken das Spiegelbild der künstlerischen 
Persönlichkeit. Diese Art von Selbstentäußerung kann nicht echt sein, muß 
zu denken geben. Welche Schlußfolgerung liegt daher näher als die, es mit 
musikalisch mittelmäßig oder gar Unbegabten zu tun zu haben? 

Zusammenfassend kann folgendes festgestellt werden: Das 
Tonsystem des Atonalismus beruht nicht auf naturgegebenen Gesetzen, 
sondern stellt ein künstliches Gebäude, eine Konstruktion dar, die von 
einigen wenigen Unentwegten ad hoc ersonnen wurde (daher durchaus nicht 
gerade so beschaffen sein muß, wie sie eben ist, sondern ebensogut auch 
anders gebaut sein könnte). Dadurch unterscheidet sich der Atonalismus 
wesentlich von der naturgebundenen, arteigenen Tonalität. 

(...) Die durch fremdrassige Elemente geleitete oder zumindest 
wesentlich beeinflußte geistige Führung unseres Musiklebens vor dem 
Umbruch, die zu einer außerhalb des Volkes stehenden musikalischen 
Richtung hinleitete, läßt es als selbstverständlich erscheinen, daß die 
Erfinder, Verfechter und Förderer des Atonalismus in den Reihen jenes 
jüdischen >Gastvolkes< zu suchen sind, dem wir alle >Fortschritte< der 
demokratischen Ära zu danken haben. Wem die Natur Musikbegabung in die 
Wiege gelegt hat, der wird sein >Talent< richtig verwalten und entfalten. 
Wem dies nicht gegeben war und wer trotzdem Komponistenruhm ernten 
wollte, der versuchte auf außermusikalischem Weg Karriere zu machen. Das 
war der Ursprung der entarteten Musik" (S. 6, 7). 

Bayer > promovierter Musikwissenschaftler , der es besser wissen 
mußte , verschweigt geflissentlich , daß die zwölfstufige temperierte 
Tonleiter > auf der auch die "tonale" Musik beruht > ohnehin ein Kunstprodukt 
ist , weswegen Charakterisierungen wie "naturgegeben" oder gar "arteigen" 
keinen Sinn machen. 

Ostmarktänze, für gr. Orchester (1940) [LL]. 

Dorothea. Oper (Wien, 14/VI/40). 

1940, Bericht: 

"(...) Der Textdichter Max Morold (Flofrat Millenkovich) hatte dem 
Komponisten ein Buch zur Verfügung gestellt, das an einem persönlichen 
Einzelschicksal den Aufbruch des deutschen Volkes in den Freiheitskämpfen 
1813 wider den korsischen Welteroberer formt und das, gerade im Hinblick 
auf die großen weltgeschichtlichen Ereignisse, die sich heute durch den 
Einmarsch unserer siegreichen deutschen Truppen in Paris vollenden, von 
ungeheurer zeitgemäßer Bedeutung wurde" (Willibald Berti in: "Neuigkeits- 
Weltblatt", Wien; Nachdruck in: "Deutsche Theater-Zeitung" Nr. 51, 1940. 

S. 2). 

8. April 1941, "Erntefest": 

"Eine schlichte Flandlung, die Willy F r ä n z I und Robert 
K a u t s k y entworfen haben, zieht im >Erntefest< vorüber. Inmitten 
bäuerlicher Umwelt entfaltet sich ein zärtliches Liebesspiel mit glücklichem 
Ausgang, reizvoll hineingestellt in die farbig urwüchsige Tracht Tirols. Eine 
getanzte Dorfkomödie gleichsam, deren musikalische Illustration von 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 309 

Friedrich Bayer, dem Wiener Kunstbetrachter stammt. Seine Musik 
atmet bewußt Volksnahe. Sie ist frei von einer zergrübelten Tiefe, dafür 
spritzig, melodiös, gesund, natürlich. KeinWunder, daß solche Einfälle die 
Dresdner Staatsoper zu sinnfälliger, tänzerischer Ausformung locken. (...)" 
(Günter Hausswald: In Dresden: "Das Erntedankfest". "Hamburger 
Tageblatt", 8/IV/41). 

23. April 1942: 

Der Musikverlag und Bühnenvertrieb J. Oertel übersendet dem RMVP 
den Klavierauszug des Balletts "Erntefest" von Bayer und bittet, 
Interessenten darauf aufmerksam zu machen (Quelle: BA R 55/ 20207. 

Blatt 171). 

Information: DML, FA. 


Bayerischer Avanciermarsch. 

Vgl. Adolph Scherzer 
In: 

Horst-Wessel-Marschalbum 1 (71933); Soldatenlieder (1934; mit T von 
Wilhelm Bornemann, 1767-1851). 


Bayerischer Präsentiermarsch = AM I, 102 (aufgenommen 1925). 
Fahnenmarsch von 1822/23. 

In: 

Heeresmärsche 2 (1933). 


Bayerischer Zapfenstreich = AM II, 245 (aufgenommen 1925). 
In: 

Heeresmärsche 2 (1933). 


Bayernlied 


= Gott mit dir, du Land der Bayern 


Bayreuth im Dritten Reich. Ein Buch des Dankes und der 
Erinnerung. Zeichnungen: W. Knoth, Vorwort: Wolfgang Golther (1933) 
[Alster-Verlag, Hamburg]. 

Vgl. Siegfried Scheffler. 


B( e )au ich af dea Goßn kimm. Mährisches Volkslied. 
In: 

Brünn ist nit hin (1939). 


Becce, Giuseppe 




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310 


Longino/Vicenza (Italien) , 3. Februar 1887 - Berlin, 5. Oktober 1973. 

Dr. phil., Kapellmeister und Komponist in Berlin. 

Werke unter Pseudonymen wie Francesco Ambra, Dr. Bechstein, 

Consalvo: Operetten, U-Musik und Filmmusik, so "Richard Wagner" (1913), 
"Ich heirate meine Frau" (UA: 16/XI/34), "Symphonie der Liebe" (UA: 
8/1/35), "Frau im Strom", Frauenroman in Wien (UA: 13/X/39), "Clarissa" 
psycholog. Frauenroman in Berlin (UA: 8/IX/41); "Allgemeines Handbuch 
der Filmmusik" (Berlin, 1927). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Film "Der Rebell", zus. mit Erik Meyer-Hellmund, Regie, u. a. 
Luis Trenker (1932). 

Der Film - Stoff von Trenker - behandelt dramatisches Geschehen 
während des Befreiungskampfes der Tiroler gegen die französische 
Besatzung 1809. 

Unsere Zeit ist endlich gekommen. Marsch und Marschlied (u. a. FSt. 

Berlin, 16/V/33, 2/VIII/33; Schles. FSt., 12/VI/33, von Schallplatte: 
Staatsorchester Berlin, Dgt. Franz Alfred Schmidt, Georg Gutzmer, Tenor, 
mit Chor) aus dem Film "Der Rebell". Aufnahme: NS-Schallplatten-Industrie 
Nr. 2038 (1933). 

Musik zum Horst-Wessel-Film "Hans Westmar, einer von vielen", zus. 
mit E. Hanfstaengl (UA: 13/XII/33). Zunächst unter dem Titel "Horst 
Wessel", jedoch in dieser Form von der Filmprüfstelle verboten, da er 
"weder der Gestalt Horst Wessels noch der nationalsozialistischen Bewegung 
als Trägerin des Staates gerecht wurde"; zugelassen erst nach Umarbeitung 
und Neutitelung. 1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film auf der Basis des Horst-Wessel-Buchs von H. H. Ewers feiert 
einen am Ende namenlosen Märtyrer der NS-Bewegung. 

Musik zum Spielfilm "Der verlorene Sohn", Regie: L. Trenker (UA: 
6/IX/34; Prädikat: Künstlerisch besonders wertvoll). 1945 Verbot durch 
Alliierte Militärregierungen. 

Der Film schildert ein Auswandererschicksal zwischen Tirol und New 
York. Der NS-Staat hintertrieb die Auswanderung junger arbeitsfähiger 
Bürger. 

Musik zum Ufa-Spielfilm "Der ewige Traum", historische Erzählung um 
Hochgebirge und Bergsteiger (UA: 20/XI/34; Prädikat: künstlerisch). 

Musik zum Luftsportfilm der Terra "Wunder des Fliegens" (UA: 14/V/35; 
Prädikat: Staatspolitisch wertvoll, volksbildend). 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Der Film propagiert unter Mitwirkung von Ernst Udet die NS-Idee 
"Volk, flieg du wieder", mit der die Luftrüstung des Regimes unterstützt 
werden sollte. 

Fliegerkameraden. Marsch und Marschlied (1935; RS Königsberg, 
3/IX/35) aus dem Film "Wunder des Fliegens". Titel auch "Udet-Marsch" 
[PB]. 

Musik zum Luis-Trenker-Film "Der Kaiser von Kalifornien" (1936; 
Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll). 1945 Verbot 
durch Alliierte Militärregierungen. 




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Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


31 1 


Der Film rühmt eine kolonisatorische deutsche Großtat unter 
Auswanderern im Kalifornien der Goldgräberzeit. 

Musik zum deutsch-italienischen Historienfilm "Condottieri", Regie L. 
Trenker (UA: 24/III/37; Prädikat: Staatspolitisch und künstlerisch wertvoll). 
1945 Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film schildert vor historischem Hintergrund Taten von Söldnern 
und ihren Anführern im Italien des 14. Jh. 

Musik zum Spielfilm "Salonwagen E 417" , zeitgeschichtliches 
Episodenstück, Regie P. Verhoeven (UA: 14/IV/39). 1945 Verbot durch 
Alliierte Militärregierungen. 

Der Film erzählt die Geschichte eines Eisenbahnwagens. 

Musik zum Luis-Trenker-Film "Der Feuerteufel" (UA: 5/III/40). 1945 
Verbot durch Alliierte Militärregierungen. 

Der Film handelt vor dem historischen Hintergrund der 
Befreiungskämpfe gegen Napoleon in Kärnten. 

Wir Kameraden der Berge: Fest und stark hält uns ein Band 
umschlungen (T: H. Knorr). Bergsteigerlied. 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Musik zum Film "Krischna", Abenteuerstück um einen Elefantentreiber in 
Indien und seine Familie (UA: 17/X/41; Prädikat: Volksbildend). 

Information: DML (Geburtsangabe: Padua, 3/II/81), FA 
(Geburtsangabe: Padua, 3/XII/81), RMLE. 


Becher 

Der deutsche Ozeanflieger. Marsch (Werag, 23/11/33). 


Bechmann, Hans 


siehe: Erich Neumann 


Beck, Curt 

Rostock, 4. März 1910 - Bremen, 22. Oktober 1989. 

Zunächst Buchhändler, dann Komponist in Rostock - Musikpreis der Stadt 
Rostock 1938.; während des Krieges bei der Wehrmacht. 

1945-48 Dramaturg an den Theatern Rostock und Wismar, bis 1957 
Musikkritiker der Rostocker Presse, 1958-76 bei Radio Bremen 
Programmgestalter und Leiter der Abteilung Oper und Symphonie. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Soldatenhymne für Bariton und Orchester (1939), gewidmet dem 
Gauleiter von Mecklenburg, Friedrich Hildebrandt. 

Information: Das Stadtamt Bremen (23/IV/98) korrigierte den 
Vornamen in Kurt. 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


312 


Beck, Georg 

Fürth, 5. Januar 1896 - Nürnberg, 5. Juni 1980. 

Musikpädagoge, am Konservatorium Nürnberg ausgebildet, Chormeister in 
Nürnberg. 

Nach 1945 später - Stand 1954 - in Fürth, ab 1969 in Nürnberg. 
NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.715.448. 

Der Glaube an das Vaterland, Partitur onA , am 16/V/33 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1160). 

Information: KDMK. Das Einwohneramt Nürnberg (19/VIII/98), gez. 
Richter > beantwortete eine Anfrage in diesem und acht weiteren Fällen mit 
der Forderung eines Kostenvorschusses von 180 DM. Den Antrag an den 
Oberstadtdirektor auf Erlaß der Gebühr lehnte das "Direktorium Recht und 
Sicherheit" der Stadt Nürnberg (18/IX/98), Dr. Frommer > ab, weil "kein 
hinreichender Grund" dafür vorliege; das beweist allerdings nur , daß das 
Verwaltungspersonal in Nürnberg Geld höher einschätzt als das kulturelle 
Image der Stadt. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Beck, Karl E. 

Mohlsdorf bei Greiz/ Thüringen, 11. September 1902 - Westenholz bei 
Delbrück/ Krs. Paderborn, 1. April 1945 (im Fronteinsatz gefallen). 
Musikpädagoge; Volksschullehrer, 1923 in Rositz, 1935 in Meuselwitz; auch 
Chorleiter. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen. 

Werke: Lieder, Chöre und Kantaten. 

NSDAP seit 1/III/30, Nr. 213.977. 

Erntedank (T: Fritz Fink). Kantate für MCh, 3 Trompeten und 2 Posaunen 
(Breslau, *Juli 1937, beim 12. Deutschen Sängerbundesfest) [Zs]. 
Information: LdCh. 


Beck, Matthias 

Temmels an der Mosel, 20. Dezember 1887 - Bingen, 18. November 
1957. 

Sohn eines Bildhauers; Musikpädagoge. Musikoberlehrer am Gymnasium 
Flomburg/Saar, hier auch Leiter der Sängervereinigung. 

Nach 1945 zuletzt i. R. in Bingen. 

Werke: Männerchöre, Frauenchöre und Lieder, zumal Heimatlieder. 

NSDAP seit l/VI/33, Nr. 2.694.380. 

Saarhymne: Wie schlagen deine Pulse (T: Just). (1933) [H]. 

Saarlied: Gottes Erde, weit und prächtig (T: Fr. Thamerus). 

In: 

Deutsch ist die Saar! (1934; nurT). 

Liederblätter des Gaues XIV im Deutschen Sängerbund, Nahe-Mosel-Saar. 
Im Auftrag der Gauleitung hgb. (Blatt 1-6 1934, Blatt 7 1935) [H]. 

Blatt 1. 




B 


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313 


Wir zogen in das Feld. Für 4stimmigen MCh und Trompete/ Klarinette: W. 
Leib. - Schenkenbachs Reiterlied: Vorerst so wölln wir loben. Für 
3stimmigen MCh: M. Beck. 

Blatt 2 (Für 4stimmigen MCh: W. Leib). 

Unser lieben Frauen vom kalten Bronnen. - Schatz, mein Schatz, reise nicht 
so weit von hier. 

Blatt 3 (Für 4stimmigen MCh: W. Leib). 

Ludwig Senfl: Mit Lust tat ich ausreiten. - L. Senfl: (Trabe dich Schimmel, 
trab) Ich soll und muß ein Buhlen hab n. - Wohlauf, ihr lieben G seilen. 

Blatt 4. 

H. von der Saar (- Hans Bongard): (Eines Volkes Stimme) Nun stehet 
Mann für Mann (T: F. H. = Fritz Hochstein ). - Wir kommen heim ins 
Vaterland (T: F. Fl.). - An der Saar die deutsche Front: Land vereinsamt und 
in Ketten (T: F. H.). - Glück auf der Saar!: Wir rufen (T: F. H.). 

Blatt 5. 

Philipp Stilz: Wir wollen heim. 

Blatt 6. 

Walter Rein: (Arm Saarvögelein) An der Brück an der Saar. - Deutsches 
Saarlied. Das Saarland steht in Blüten. 

Blatt 7. 

Hans Lang, Lied der Saardeutschen: Auf dem Winterberg steht. Ein- und 
zweistimmig mit Klavier. 

Wille zum Sieg (T: H. Anacker). Hymne für gemCh, Orgel, Bläser und 
Fanfaren (Karlsbad, 1942). 

Juli 1942, Bericht: 

"(...) Anackers >Wille zum Sieg< steigerte sich in der Komposition 
Matthias Becks zu unerhörter Wirksamkeit; das zeitnahe Werk zeigt die 
sichere Beherrschung aller hymnischen Chormittel durch den Komponisten. 
Vom musischen Standpunkt interessant ist die Steigerung des Werkes aus 
der Pentatonik der Alten zu modernster Klangführung, die den 
Grundgedanken des Werkes ausdrückt: der Wille zum Sieg ist Krönung aller 
Erkenntnis, Entwicklung der Werte aus der Frühzeit unseres Volkes! 
Orgelstimme, Bläser und Fanfaren führen und tragen den strahlenden, 
festlichen Glanz der Stimmen" (Margret Mainx: Uraufführung in Karlsbad. 
"Die Musikpflege" XIII/4-5, Juli-August 1942. S. 93). 

Den Müttern (T: H. Baumann). Kantate für Männer-, Frauen- und gemCh, 
Sprecher und Instrumente (1944) [HoK]. 

Information: DML, FA, LdCh. 


Beck, Oskar 

Webmeister in Bromberg/ Polen, Amateurkomponist. 

Deutsches Volkslied onA , im Juli 1933 dem RMVP eingereicht (Quelle: 
BAR 55/ 1160). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Bromberg gehört 
seither wieder zu Polen. 




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314 


Beck, Reinhold 

Hannover, 10. Januar 1881 - Thale (DDR), 11. Juli 1968. 

Sohn eines Königlichen Ballettdirigenten; zunächst Pharmazeut, dann 
Schauspieler, Chormeister und Kapellmeister, ab 1927 schließlich 
freischaffender Tonsetzer und Privatmusikerzieher in Thale/Harz. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Op. 31. Eine deutsche Ouvertüre, für gr. Orchester (um 1920; UrS: 
Norag, 14/V/33; MS). 

Op. 54. Feldlagerlieder aus dem 30jährigen Krieg (T: Börries von 
Münchhausen) (UrS: RS Hamburg, 22/V/34; MS). 

Op. 63. Drei Militärmärsche. MS. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, LdCh. 


Beck, (Peter) Walter (Walther) August 
Magdeburg, 10. Juni 1890 - Kassel, 29. Juni 1966. 

Sohn eines Privatiers; ausgebildet am Konservatorium Compes de la Porte 
in Halle. Dirigent, Kapellmeister in Regensburg, Würzburg, Darmstadt, seit 
1924 GMD in Magdeburg, jedoch im April 1933 zusammen mit dem 
Intendanten, dem 1. Kapellmeister, dem Dramaturgen und dem 
Verwaltungsdirektor aus politischen Gründen amtsenthoben; 1934-41 GMD 
am Staatstheater Bremen, 1941 in Hannover, 1942 in Berlin, wo er bei 
Eduard Spranger und Nicolai Hartmann Philosophie studierte. 1943/44 an 
der Pfalzoper Kaiserslautern. 

Nach 1945 auf der "Grauen Liste" der US-Militärregierung, ab Herbst 
1945 Gastdirigent des Sinfonieorchesters Hannover und des 
Niedersächsischen Sinfonieorchesters in Hannover, ab 1947 Gastauftritte in 
Kassel und anderswo mit Wohnsitz Hannover-Herrenhausen. Zuletzt i. R. in 
Kassel. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.448.524, auf Antrag vom 19/XI/37. 

3. Mai 1942: 

Im besetzten Belgien leitet Beck im Opernhaus Gent eine Aufführung 
der "Entführung aus dem Serail" bei den Flämischen Mozarttagen. 

4. Mai 1942: 

Im besetzten Belgien leitet Beck ein Konzert der Flämischen 
Mozarttage im Opernhaus Gent. 

14. Mai 1942: 

"(...) Die Propaganda-Abteilung Belgien vermittelte Herrn Beck eine 
>Lohengrin<-Aufführung in Antwerpen, eine >Carmen<-Vorstellung am 
Deutschen Theater Lille, die Neueinstudierung der >Entführung< in Gent 
(vier Vorstellungen) und ein Symphonie-Konzert, ebenfalls in Gent, im 
Rahmen des flämischen Mozart-Festes. 

Es muss leider gesagt werden, dass Herr Beck weder menschlich noch 
künstlerisch zu den flämischen Künstlern Kontakt gefunden hat, obschon er 
sich verhältnismässig lange in Flandern aufhalten konnte. - Er ist der irrigen 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 315 

Auffassung, dass die Flamen >falsch< sind, weil sie ihm aus dem Wege 
gehen. Niemand versagt ihm Achtung in künstlerischer und menschlicher 
Hinsicht, aber er fällt hier auf die Nerven und enttäuscht künstlerisch 
insofern, als er keineswegs eine Führerpersönlichkeit am Pult ist, die man 
hier ohne weiteres voraussetzt, wenn ein Deutscher als Gast ins Ausland 
geht. 

Es wird daher geraten und gebeten, von einem ständigen und einem 
gelegentlichen Aufenthalt Walter Becks in Flandern Abstand zu nehmen" 
(Quelle: BA R 55/ 20495. Blatt 325). 

Der Bericht beleuchtet die Situation des Künstlers - eines jeden 
Künstlers - im Gefolge der Wehrmacht in einem besetzten Land , wo ihn die 
Einheimischen "schneiden", obwohl er eine Führerrolle schon garnicht 
hervorkehrt. 

18. Mai 1942: 

Das RMVP, Abteilung Zeitschriftenpresse, leitet dem Deutschen 
Kulturdienst eine Pressenotiz zu, nach der Beck bei seinem Flandern- 
Gastspiel "großen Erfolg" erzielt habe (Quelle: BA R 55/ 20495. Blatt 331). 
29. Mai 1944, Problem: 

"Anläßlich einer Konzertreise traf ich in Kaiserslautern den 
>Generalmusikdirektor< Beck, der diesen Titel in Magdeburg u. Bremen 
vertraglich hatte, als Generalmusikdirektor auch im Aufträge des Prop- 
Ministeriums in Italien und Holland Gastspielopern dirigierte. 

Jedermann kennt ihn als >Generalmusikdirektor< u. tituliert ihn so. 

Da er im kommenden Winter in Kaiserslautern auch die Sinfoniekonzerte 
dirigieren muß, kam für Propagandazwecke die Titelfrage zur Sprache. Von 
der Stadtverwaltung erhielt er den Bescheid, daß laut Anordnung des 
Vertreters des Prop. Min. Pg. Hellriegel in Neustadt (Weinstraße) Beck, der 
als Operndirektor in Kaiserslautern verpflichtet ist, den 
>Generalmusikdirektor< nicht führen dürfe. Erfragte mich um meine 
Meinung. Da der >Generalmusikdirektor< als Titel verliehen wird, mußte ich 
Eurem Vertreter in N. Recht geben. Denn seine frühere Titelführung bezog 
sich auf Bremen u. Magdeburg. In der Öffentlichkeit ist er ohne diesen Titel 
gewissermaßen degradiert. Er hat um die Pfalzoper in Kaiserslautern große 
Verdienste, die von Publikum u. Presse anerkannt werden. 

Vieleicht besteht eine Möglichkeit ihn den Titel mit Rücksicht auf seine 
langjährige Tätigkeit als >Generalmusikdirektor< weiter führen zu lassen. 

Ich versprach Beck Dir diese Angelegenheit zu unterbreiten" 
(Havemann an Hinkel, 29/V/44, handschriftlich. Fehler im Original. Quelle: 
BA Namensakte Havemann). 

Solche Titel wurden in Friedenszeiten ausschließlich von Hitler 
verliehen. Dieser hatte jetzt andere Sorgen; die Invasion der Westalliierten 
stand bevor. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK. 


Becker 




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316 


Der freie deutsche Mann. MCh (u. a. BR, *18/VI/33 vom 17. 
Bundessängerfest des Sechsämter-Sängerbundes in Schirnding). 

Mein Heimatwald (u. a. BR, 18/VI/33). 


Becker 

Heil Hitler-Marsch (RS Leipzig, 27/XII/34, von Schallplatte). 


Becker 

Frisch, ganze Kompanie. Marsch (RS Wien, 22/III/39). 


Becker, Adolf 

Berlin, 16. Dezember 1870 - Berlin, 18. Juni 1941. 

Militärmusiker; 1897 Stabshoboist beim IR 150, MM beim Kaiser-Franz- 
Garde-Grenadier-Rgt. 2 in Berlin bis 1919, nun ans Pionier-Btl. 15 der 
Reichswehr überwiesen, zuletzt OMM in Berlin bis 1925, dann außer Dienst 
gestellt und Dirigent einer eigenen Unterhaltungskapelle. 

Werke: hauptsächlich Märsche, so "Maxim-Marsch" nach Motiven von 
Victor Hollaenders Revue "Die Herren von Maxim", "Rosenberg-Marsch". 

NSDAP seit l/IV/33, Nr. 1.770.784. 

Der Fahnenschwenker. Marsch (Norag, 28/VII/33). 

Zapfenstreich im Biwak. Marsch (Mirag, 9/III/33). 

Katzbach-Marsch. Neugestaltung eines alten Marschs des Yorckschen 
Korps von A. Becker (Orag, 25/III/33). 

Der Titel feiert die Schlacht an der Katzbach in Schlesien am 26. 
August 1813 , als ein Heer der Verbündeten unter dem Kommando Blüchers 
die Streitmacht Napoleons endgültig aus Schlesien vertrieb und 103 
Kanonen, 250 Wagen, zwei Adler erbeutete und 18.000 Gefangene machte; 
die Franzosen ließen mehr als 12.000 Tote und Verwundete auf dem 
Schlachtfeld. Das Original ist ein traditioneller Marsch des Yorckschen Korps. 
Kreuz und Krone. Marsch (u. a. Berlin, ll/VIII/36, Militär-Festkonzert zur 
Olympiade, gesamtes MK der Wachtruppe Berlin, Dgt. StMM Ahlers). 

Der Zehnkämpfer. Marsch für Blasmusik mit SaxStn. (1938; Berlin, 
10/VIII/38, MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. StMM Ahlers) [Bi]. 

Junge Front. Marsch für Blasmusik mit SaxStn. (RS Breslau, 26/X/38, 
RAD-GauMZ 10 Niederschlesien, Dgt. R. Horschler; RS Berlin, 8/1/39) [Bi]. 
Feldparade. Marsch für Blasmusik mit SaxStn. (1938) [Bi]. 

9. August 1941: 

Die "DMMZ" LXIII/32, S. 376-377, veröffentlicht Georg Kandlers 
Aufsatz "Das Geheimnis Adolf Beckers". 

Information: FA, LdBI. 




B 


Becker, Albert 
1834 - 1899 


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317 


Sommergesang: Geh aus, mein Herz und suche Freud (T: Paul Gerhardt) 
(u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwab. Liederfest des DSB). 


Becker, E. (Pseudonym) 


= Hans Ailbout 


Becker, Erik Heinrichs 

Komponist und Textdichter in München; im Kriege zur Wehrmacht 
einberufen, u. a. Kanonier einer schweren Feldhaubitzen-Batterie in 
Landshut. 

W e r k e: u. a. Unser Tag. Sprüche zum Tageslauf, 1939 [V]; Liedertexte 
(so für W. Stumme und H. Kohlheim). 

Alle Titel Im [ZVNSDAP]. 

Wenn wir durch die Stadt marschieren, fliegen schnell die Fenster auf. 
Kriegslied (Kanonierlied). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Werden wir dem Feind begegnen, 
wird er fliehen wie der Wind, 
und es wird Granaten regnen, 
wo wir mit Kanonen sind. 

Denn der Feind, der wird geschlagen, 
das ist so Soldatenart. 

Müssen wir das Leben wagen, 

Deutschlands Ehre bleibt gewahrt". 

In: 

Das Lied der Front 2 (1940); Soldatenliederbuch (41940). 

Von Kanonieren ist ein Lied erklungen, wenn sie marschieren, wird der 
Feind bezwungen (eigner T). Kriegslied "Meinerschweren Feldhaubitzen- 
Batterie gewidmet". 

Textprobe (2. Strophe): 

"An den Geschützen 
wolln wir mutig stehen, 
die Rohre blitzen, 
was auch mag geschehen. 

Granaten fliegen, 
wir müssen siegen, 
das Land zu schützen, 
das wir liebend sehen. 

In allen Städtchen 

gibts schöne Mädchen 

und der Soldat hat gerne einen Schatz. 

Wenn wir zum Sturme gehn 




B 


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318 


und vor dem Feinde stehn, 

ist >Barbara!< der letzte Ruf und Satz". 

Die heilige Barbara galt als Schutzpatronin der Artillerie, absurdes 
Beispiel für den Mißbrauch religiöser Vorstellungen durch das Militär. Noch 
gegen Ende des 19. Jahrhunderts hieß das Munitionsmagazin auf 
französischen Kriegsschiffen ",Sainte-Barbe 
In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Lied der Infanterie: Wer stürmt auf den staubigen Straßen vor (eigner 
T). Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wer kennt keine Furcht und keinen Schreck, 
da bleibt selbst dem Feinde die Spucke weg. 

Wer ist die Elite der ganzen Armee, 
bekannt von den Alpen bis an die See? 

Die Infantrie! 

Infantrie greift an, allzeit frisch voran, 

Mann für Mann!" 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Schön ist das Soldatenleben, würd es keinen Fußdienst geben (eigner 
T). Kriegslied. 

Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 

"Ist der Englischmann bezwungen 
und der deutsche Sieg errungen, 
ziehen freudig wir nach Flaus. 

Über Zeit und Raum 
noch im tiefsten Traum 
tönt das Lied heraus. 

Sprung auf marsch, marsch 

und hingelegt, 
daß hell der weiße Sand auffegt, 

Soldaten, ja Soldaten, 

Soldaten müssen sein!" 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Greift die Fahne, Kameraden, die in Purpurfarben facht (T: aus "Lied 
der Getreuen"). Kampflied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Schlagt die Trommel, Kameraden, 
harter Schwur ist jeder Schlag. 

Schreitet vorwärts, Kameraden, 

Freiheit ist der neue Tag!" 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Die Trommel hat gerufen mit aller ihrer Macht (eigner T). Kriegslied. 
Textprobe (2. Strophe): 

"Wir müssen nun marschieren, 




B 


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ob uns die Sonne lacht, 
ob Kugeln uns umschwirren, 
der Tod die Runde macht. 

Ihr Liebsten sollt es tragen, 
im Osten wird es tagen: 
die Trommel hat geschlagen 
mit aller ihrer Macht". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Die Trommeln, die dröhnen bei Tag und bei Nacht (eigner T). Kriegslied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Trompeten nun gellen 
und Hörner, die schrein. 

Und wir, wir marschieren 
ins Frührot hinein. 

Wir müssen marschieren, 
und nichts, das uns hält. 

Wir ziehen für Deutschland, 
für Deutschland zu Feld". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 

Wenn die Geschosse spritzen, ist hohe Kriegeszeit (eigner T). Kriegslied. 

Textprobe (Refrain): 

"Wir sind die Kanoniere 
der schweren Artillrie, 
in Landshut kennt ein jeder 
bald unsre Batterie". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940). 


Becker, Heini 
Geiger. 

Mitglied der HJ. 

Der Mann, der einen Hammer schwingt (eigner T). Vaterländisches 
Arbeitslied. Auch für Gesang mit Klavier: Adolf Becker (1936) [VfdM]. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Wir stehn im schlichten Arbeitskleid 
und rufen: Kameraden, das Ziel noch weit, 
die Kraft so nah , jetzt auf zu neuen Taten. 

Und ich mit euch und Ihr mit mir, 
marschiern wir Hand in Hand. 

Die Ehre dir und mir, 

für unser Vaterland". 


In: 




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Wir wandern und singen! (1937). 


Becker, Heinrich 

Im Krieg Unteroffizier der Wehrmacht. 

Bausoldaten: Man rief uns zum Wall in stählerner Zeit (T: Gefreiter Adolf 
Laub). Kriegslied. 

In: 

Bautruppen-Liederbuch (1941). 


Becker, Heinz (Heinrich Hermann) 

Mülheim/Ruhr, 10. August 1910 - Oberhausen, 23. Januar 1980. 

Schüler von M. Scheunemann, C. Ehrenberg und R. Trunk an der 
Musikhochschule Köln bis 1933; Chorleiter, Bearbeiter und Vereinsdirigent, 
z. B. des MGV Rhenania in Duisburg-Kaßlerfeld. Später in Mülheim-Styrum. 

Nach 1945 weiterhin in Mülheim, zuletzt i. R. in Oberhausen. 

W e r k e: u. a. Vier deutsche Volkslieder, für MCh bearbeitet, Op. 12 
(1935). 

NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.914.810, auf Antrag vom 7/XII/39. 

Op. 16. Nr. 1. Kamerad, schlag zu! (T: Max Steege). - Nr. 2. Volk: Volk, 
baue dein Vaterland (T: M. Steege) (1937). - Nr. 3. Bekenntnis: Nicht 
klagen und zagen, beginnen und wagen (T: M.Barthel) (1938). - Nr. 4. 
Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann (T: H. Lersch). MCh (1938) [H&C]. 
Op. 18. Vom Bauern: Nr. 1. Der Dengler (T: H. Burte). - Nr. 2. 
Jungbauernlied (T: W. Brockmeier). - Nr. 3. Heimaterde (T: Walter 
Quix). MCh (1939) [B&S]. 

Op. 21. Nr. 1. Dem deutschen Arbeiter: Kamerad, deine Hände sind rauh 
(H. Anacker). Zum Arbeitsjubiläum. MCh (1939) [H&C]. 

Information: KDMK (mit einigen Werken nach 1945) , LdCh. Das 
Bürgeramt Mülheim/Ruhr (4/III/98) verlangte für eine Meldeauskunft 20 bis 
30 DM an Gebühren , obwohl Becker auch in Altbeständen nicht zu ermitteln 
ist , und lehnte (20/III/98, gez. Schneider) den Antrag auf Aussetzung der 
Gebühren ohne Begründung ab. Auf Widerspruch vom 7/VII/98 gegen einen 
weiterhin ablehnenden Bescheid des Oberstadtdirektors Predeick durch 
Herrn Gehl entschied die Bezirksregierung Düsseldorf (17/IX/98), Frau 
Hümbs, ebenfalls negativ. Dies bedeutet , daß Geld dort wichtiger ist als 
Kultur und die Persönlichkeitsrechte des Grundgesetzes! Aus Rechtsgründen 
verbot sich die Zahlung. 


Becker, Otto 

Breslau, 24. Februar 1870 - Berlin, ? 

Sohn eines Tischlermeisters; seit 1910 Organist und Glockenist an der 
Garnisonkirche in Potsdam, zeitweise Orgellehrer an der Musikhochschule 




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Berlin. 1939 i. R., jedoch im August 1940 anstelle des zum Wehrdienst 
einberufenen Nachfolgers im Organistenamt Fritz Werner vertretungsweise 
wieder eingesetzt. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP 

Zehnkämpfer. Marsch (1938; Berlin, 10/VIII/38, zum Militär-Festkonzert 
im Zoo). 

Es geht gegen Engelland! (T: Lotte Rose). Kriegslied. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wir schießen die besten Flieger dir ab, 
wir senken die Schiffe ins Meeresgrab. 

Die Zeit deiner Herrschafz, England, ist um! 

Wir reißen das Rad des Schicksals herum". 

Information: DML, FA, KDMK (nur Totenliste) , LdCh (letztere beide mit 
falschem Todesdatum). 


Becker, Paul 

Worms, 23. Mai 1881 - Kiel, 11. September 1963. 

Sohn eines Studienrats; Schüler von A. Prüfer und L. Thuille, zunächst 
Marinegerichtsrat, ab 1920 in Kiel Musikreferent der Kieler Zeitung, auch 
Komponist. 

W e r k e: u. a. gesangspädagogische Publikationen für die Grundschule 
nach der Tonwortlehre von Carl Eitz; Lieder und Klavierstücke. 

Feuerleich: Ihr, versammelt im geweihten Kreis (T: E. Leibi), für 3 gleiche 
oder gemischte Stimmen mit Vor-, Zwischen- und Nachspiel für 3 Hörner 
oder andere Instrumente (1934) [VB]. 

In: 

Die Silberlanze (1934; Melodie und Text). 

K. Gläser: Flamme empor! 3stimmig: P. Becker. 

In: 

Mein Vaterland (1934). 

Lied der Schar: Es wirbeln die Trommeln (T: E. Leibi). Bekenntnislied 
(1935). 

Textprobe (2. Strophe): 

"Ihr, unsere Wimpel, seid sieghafte Zeichen 
des jungen aufsteigenden Geschlechts. 

Wir wollen nicht modern, 
nein, brennen und lodern! 

Wir blicken gradaus 

und nicht links und nicht rechts! 

Hie Manneszucht! Hie Treue, hart und klar! 

Und unser Glaube stark, unwandelbar: 

die Schar!" 

In: 

Wir wandern und singen! (1937). 

Ruf: Du mein heilig Land (T: E. Leibi). Für gemCh (1936) [VB]. 




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Information: DML, FA, KDMK (nur Zitat aus DML). Kein Eintrag im DMK 
1942. Das Standesamt Worms ignorierte eine Anfrage vom 20/XII/99, brach 
also Verwaltungsrechtverwies auf Erinnerung jedoch nach Kiel. Das 
Einwohnermeldeamt Kiel ignorierte eine Anfrage vom 13/IV/00 und 
reagierte erst auf Erinnerung vom 7 /IX/00. 


Becker, Reinhold 
1842 - 1934 

Hochamt im Walde: Wie ist s im Wald so kirchenstill (T: F. Brunold) (u. a. 
Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwab. Liederfest des DSB). 


Becker, Rolf 

Mitglied des RAD, Arbeitsgau 23 Thüringen. 

Ehre deutscher Arbeit! (eigner T). 

In: 

Singend wollen wir marschieren (21936). 


Becker, Valentin Eduard 
1814- 1890 

Wohlauf, die Luft geht frisch und rein, wer lange sitzt, muß rosten (T: 

J. V. von Scheffel). Wanderlied. Titel: Lied der fahrenden Schüler. 

In: 

Wir wollen singen (1933); Liederbuch der NSDAP (211933; nur T, 
onA ); Heil Hitler! (1933; nurT, onA ); Das Lied des Arbeitsdienstes (1933); 
Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933; nur T, 
onA ); S.A. Liederbuch (1933); Singkamerad (21934, 31935, 81937); 
Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Liederbuch 
des Turner-Musikant (1934); Wir singen (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch 
(1934); Vorwärts! Vorwärts... (1935); Was Deutschland singt (1936; nurT, 
onA ); Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Wir wandern und 
singen! (1937; "nach V. E. Becker"); Flieger-Liederbuch (1938; nurT, onA 
); Unsere Lieder (71938); DSB, Liederbuch für Männerchor (1938); SA- 
Liederbuch (21939; "Weise nach Valentin Eduard Becker"); Das neue 
Soldaten-Liederbuch 2 (1939); Kameradschafts-Lieder (1939; nurT, onA ); 
Das zweite neue Soldaten-Liederbuch (1940); Deutsche Lieder (1940); 
Soldatenliederbuch (41940; "nach V. E. Becker"); SS-Liederbuch (61940, 
91941); Singt alle mit! (1944). 

Was die Welt morgen bringt, ob sie mir Sorgen bringt, Leid oder Freud? 
(T: R. Baumbach). 

In: 

Wirsingen (1934; Text onA ). 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


323 


Becker, w. 

Die von der Panzerkompanie: Im Herbst die Vögel flogen gen Süden 
übers Land (T: Gefreiter Hans Linden). Kriegslied , zus. mit W. Tolksdorf. 
Auch auf Textpostkarte [K]. 

Textprobe (3. und 4. Strophe ohne Refrain): 

"Gen Prag ging es in Schnee und Eis, 
es war ein hartes Stück, 
und kehrten wir von dieser Reis 
zu Ostern nicht zurück. 

Als wieder Herbst im weiten Feld, 
lag Polens Macht und Wehr 
besiegt, geschlagen und zerspellt, 
war s auch mitunter schwer". 

In: 

Das Lied der Front 1 (1940); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Sechzehn neue Soldatenlieder (1940). 


Becker, Wilhelm 

Göttnitz/ Krs. Bitterfeld, 24. Juli 1885 - Heilbronn, 17. Januar 1955. 
Orchestermusiker, Kanzleisekretär und Musikdirektor, als Posaunist Mitglied 
des Städtischen Orchesters Heilbronn. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.461.124. MZF der SA-Standarte 122 Heidelberg. 


Beckerath, Alfred von 

Hagenau/Elsaß, 4. Oktober 1901 - München, 7. Januar 1978. 

Sohn eines Rittmeisters; Schüler u. a. von J. Haas, seit 1933, freischaffend, 
Musikpädagoge und Komponist in München, zunächst bis 1932 in Berlin 
Kapellmeister und Berater bei den Musikaufnahmen der Tobis-Film. 1937-42 
Musiklehrer am deutsch-englischen Landheim von Specht in Ambach in 
Oberbayern. 1942-46 zur Wehrmacht einberufen mit anschließender 
Kriegsgefangenschaft. 

1946 wieder in München; 1952 Träger des Münchner Musikpreises; 
1955-63 musikal. Leiter des Stadttheaters Ingolstadt; 1958 Musikvorstand 
des Theaters der Jugend in München. 

Werke: Lieder mit Klavier und anderen Instrumenten; Kammermusik (3 
Quartette, 2 Trios ); Stücke für alte Instrumente (Blockflöten, Gamben, 
Cembalo); Stücke für Orchester mit und ohne Solo; Musik für Rundfunk 
und Schauspiel, sowie zahlreiche Blasmusiken für Feier und Marsch; 
Filmmusik, so "Mit Dir durch dick und dünn" (UA: 9/III/34). 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 


1933 




B 


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324 


Musik zum Hörbild "Das Reich rettet Wien" von Alfons von Czibulka (BR, 
26/VII/33). Die Teile: 1. Türken vor Wien. - 2. Fest in Nymphenburg. - 3. 
Reich geht vor Land. - 4. Das Reich marschiert. 

1934 

Berghoch am Walde (T: H. Wirth), nach einer alten Melodie, für 
Singstimme oder Chor mit kl. Orchester oder Klavier. Vorspiel, Nachspiel 
und Satz: A. von Beckerath (1934) [V]. 

1935 

Es zittern die morschen Knochen. Marschfantasie über ein Kampflied 
von H. Baumann (1935). 


1936 

Zwei Feiermärsche für Blasorchester, Fanfaren und Pauken (1936). 
[ZVNSDAP]. 

Zwei Lieder zur Sonnenwende. Für Blasmusik [ZVNSDAP]. 

1. K. L. T. Gläser: Flamme empor! (T: Joh. H. Ch. Nonne). - 2. E. Lauer: Wir 
stehen um den Flammenstoß (T: H. Böhme), Sonnwendchoral. 

In: 

Lieder der Bewegung für Blasorchester 4 (1936). 

Langemarck: Wir haben ein Grab gegraben. Auf den Tod der jungen 
Kriegsfreiwilligen (T: Will Vesper). Für einstimmigen Chor und Bläser 
(1936). Auch als Liederblatt der Reihe "Junges Volk" [ZVNSDAP]. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Sie haben so brav gestritten, 
den bittren Tod erlitten, 
getrunken, als wäre er Wein. 

Sie liefen mit Gesänge, 
es war ihnen gar nicht bange, 
weit in den Feind hinein. 

Sie trieben ihn über die Eyser, 
da blühten die Lorbeerreiser 
rings auf dem flandrischen Feld. 

Und noch im Taumel des Falles 
klang Deutschland über alles, 
über alles in der Welt". 

In: 

Lieder der Mannschaft 11 (1938). 

1937 

Musik und musikalische Einrichtung für elf Teile der Hörfolge "Das 
deutsche Jahr". Ein Bericht vom Aufbau des Reiches. Buch: Andreas 
Weinberger. 

1. Folge: Bis zum Anbruch (RS München, *28/1/37). 

2. Folge: Fangetan (RS München, 26/11/37). 

3. Folge: Volk ans Gewehr (RS München, 30/III/37). 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


325 


4. Folge: Der Führer (RS München, *20/IV/37). 

6. Folge: Unsere Fahne ist die neue Zeit (RS München, 29/VI/37). 

7. Folge: Die Kunst im 3. Reich (RS München, 14/VII/37). 

8. Folge: Neue Wege - neue Kräfte (RS München, 18/VIII/37). 

9. Folge: Reich mir die Hand, Kamerad (RS München, 24/IX/37). 

10. Folge: Erde schafft das Neue (RS München, 27/X/37). 

11. Folge: Brüder, formiert die Kolonnen! Vom einsamen Fleldenopfer 
zum gemeinsamen Volksopfer (RS München, *25/XI/37). 

12. Folge: Das Reich und die Welt (RS München, 30/XII/37). 

In den ausgedruckten Programmen differiert die Zählung etwas 
gegenüber den Hörspielakten im Bestand Reichsrundfunk des BA. 

Zwei Musiken für Blasorchester. 1. Seid Soldaten! (T: Fl. Kohl; 
Werkscharlied 9). - 2. Horch, die Sirenen, die mahnen zur Tat! (T: G. 
E. Voß; Werkscharlied 10) (1937) [V]. 

Ich habe Lust im weiten Feld. Musik über ein altes Kriegslied [V]. 
Morgens rufen die Sirenen Marschmusik mit Liedstrophe von Erik 
Heinrichs, für Blasorchester [V]. 

Erntelied: Gutes Korn gab uns das Jahr (T: W. Brockmeier). 

Textprobe (3. Strophe): 

"Lobt die Ernte, lacht der Not: 

Sonne, Erde, Wind und Wolke 
brachten gutes Brot dem Volke! 

Ehrt und brechet stumm das Brot!" 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937; "Wolfgang Brockmeier"); Das völkische 
Lied (1939). 

Bauernlied: Wir Bauern wallen zum Bückeberg (T: Hermann Koch). 
Textprobe (4. Strophe): 

"Voran dem Volke der Bauer geht, 
der Sämann, der Wahrer des Blutes. 

Solang das Geschlecht der Bauern steht, 
du Deutschland, sei frohen Mutes. 

Zum Schwure die Hand laßt uns heben 

aufs neu, 

wir schwören dem Führer des Volkes Treu: 

Bauer voran!" 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 

Bauernehre: Über die Scholle, an der wir so hangen (T: A. 
Huggenberger). 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 

Zur Jahreswende: Unter Frost und Schweigen reift neues Leben (eigner 
T). Kanon. 

In: 

Fahne der Kameradschaft (1937). 


1938 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


326 


Vier Soldatenlieder. 1. G. Spree: Es fuhr ein Zug Soldaten. - 2. J. Kluge: 
Graue Kolonnen ziehn in der Sonnen. - 3. H. Heeren: Morgen marschieren 
wir in Feindesland. - 4. G. Schulten: Weit laßt die Fahnen wehen. Liedsätze 
für Blasorchester: A. von Beckerath (1938, 1940) [V]. 

Horch auf, Kamerad! Marsch mit dem Lied von H. Baumann, für 
Blasmusik (1937; RS Frankfurt, 3/V/38). In der Sammlung "Neue 
Marschmusiken" I [V]. 

Musik zu "Ein amerikanisches Schicksal". Tatsachenspiel aus dem Leben 
Horace Tabors und seiner Frau, für den Funk von Kurt Bork (RS München, 
8/III/38). 

Musik zu "Völkischer Beobachter". Geschichte einer Kampfzeitung von 
Andreas Weinberger. Musikalische Leitung: selbst (RS München, 29/III/38; 
RS Köln, *20/IV/38). 

Der Himmel grau. Feierlicher Marsch mit dem Lied von W. Altendorf, für 
Blasmusik (1938) [V]. 

Drei Lieder für unsere Weihnachtsfeiern, für Blasorchester/ Gesang und 
Klavier (1938) [ZVNSDAP]. 

1. H. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - 2. E. Lauer: Sonne kehr 
wieder (T: H. Böhme). - 3. H. Wirth: Berghoch am Walde. 

Es zittern die morschen Knochen. Marsch mit dem Lied von H. 

Baumann, für Blasmusik (1938) [V]. 

Zwei Lieder unseres Glaubens. Für Gesang mit Klavier. Für 
Blasorchester: A.von Beckerath [ZVNSDAP]. 

1. E. M. Henning: In unseren Fahnen lodert Gott (T: H. Menzel). - 2. R. 
Neubert: Deutschland, heiliges Deutschland (T: H. Menzel). 

In: 

Lieder der Bewegung für Blasmusik 8 (1938). 

Wohlan, die Fahne weht! Musik über ein altes Kriegslied (RS Köln, 
14/VII/38, Kölner Rundfunk-Blasorchester, Dgt. R. Schulz-Dornburg) [V]. 

Der Titel des Liedes beginnt: "Ich habe Lust im weiten Feld zu 
kämpfen mit dem Feind”. 

Übung zum Einstimmen für Blaskapellen, zus. mit Heinz Brandes. 
Sonderdruck aus "Die Volksmusik" (Ausgabe A, Juli 1938) [K]. 

1939 

Gedächtnismusik, für Blasorchester (1939) [L]. 

Die Verlagswerbung empfahl den Titel zum Heldengedenktag. 

1939, Selbstbiografie: 

"Ich wurde 1901 im Elsaß als Offizierssohn geboren und verlebte dann 
meine Kindheit und Schulzeit in Frankfurt am Main. An den Universitäten 
Freiburg und Frankfurt studierte ich Musikwissenschaft. Später wurde ich 
Schüler von Professor Joseph Haas an der Münchener Akademie der 
Tonkunst. Von 1925 bis 1932 arbeitete ich als Kapellmeister und 
Korrepetitor an verschiedenen Theatern und als Musikberater für 
Musikaufnahmen beim Tobis-Film, Berlin. Seit 1933 lebe ich in München als 
freier Komponist. - 

Meine Arbeiten umfassen: Lieder mit Klavier und anderen 
Instrumenten, Kammermusik (3 Quartette, 2 Trios usw.), Musiken für alte 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


327 


Instrumente (Blockflöten, Gamben, Cembalo), Musiken für Orchester mit 
und ohne Solo. - Viele Musiken für Rundfunk, Film und Schauspiel, sowie 
zahlreiche Blasmusiken für Feier und Marsch, >Volksliedsuite<, 
>Feiermärsche<, >Gedächtnismusik<, >Langemarck< (mit Chor), 
>Turmmusiken<. Eine Sinfonie ist in Arbeit" (Quelle: Lauer, "Das völkische 
Lied". München, 1939. S. 228). 

1940 

1940, Beurteilung: 

"Beckerath schickt mir seine >Kompositionen<. Das Komponieren 
scheint heutzutage ein Gesellschaftsspiel. Nur freilich hat die Gesellschaft 
kein Vergnügen daran, sondern ausschließlich der Komponist" (Furtwängler: 
Kalendernotiz im Taschenkalender 1940-11, Blatt 16. Quelle: 
Zentralbibliothek Zürich, Wilhelm-Furtwängler-Archiv). 

Jetzt ist die Mittagspause zuende, gleich geht es wieder weiter! Kanon 
zu 4 Stimmen. 

In: 

Liederbuch der Kriegsmarine 1 (1940). 

Ich habe Lust, im weiten Feld. Für Bläser: A. von Beckerath. 

In: 

Die Bläserkameradschaft (1940). 

1942 

An meinen Feind: Nun liegst du bleich und stumm vor mir (T: Ludwig 
Streit, als Oberleutnant im Westen gefallen). Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Landwehr: Als wir halbe Buben waren (T: J. Linke). Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

Lied der Schnellboote: Die Nacht droht schwarz, und weit ist die See (T: 
Jan Günn). Kriegslied. 

In: 

Kameraden laßt uns singen (21942). 

1943 

Lied der Flak: Wir sind gar flinke Soldaten (T: Rudolf Schmitt-Sulzthal), 
für Gesang mit Klavier (1943). Kriegslied [DM]. 

1944 

Tabak: Der Tabak ist ein edles Kraut, das jeden rechten Mann erbaut. 

Doch sehr das Leben es erschwert, wenn man es tagelang entbehrt (eigner 
T). Kanon zu 2 Stimmen. 

Der Titel spielt auf die kriegsbedingten Versorgungsnöte an; obwohl 
die Wehrmacht Vorrang hatte; der Rückzug setzte jedoch manche Regel 
außer Kraft. 

In: 

Ernte des Jahres (1944). 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


328 


Information: DML, FA, KDMK (Beckerath verschwieg dem Herausgeber 
sämtliche oben aufgelisteten Werke) , RML, LdCh, LdBl (31988, ohne 
Todesdatum ), MGGS. 


Beckes, Erich 

Arbeitsdienstlied: Wir sind der Arbeit Soldaten und bauen auf deutschem 
Land (T: onA ). 

Textprobe (4. Strophe mit Refrain): 

"So wir ein Mägdlein fragen: 
wer ist der Liebste dein? 

Er muß, wird sie dann sagen, 
vom Arbeitsdienste sein. 

Wir sind die Kämpfer der Arbeit, 
die Künder der neuen Zeit". 

In: 

Wir singen (1934). 


Becking, Gustav 

Bremen, 4. März 1894 - Prag, 9. Mai 1945 (ermordet). 

Sohn eines Großkaufmanns; Dr. phil. Berlin 1920 (Studien zu Beethovens 
Personalstil: Das Scherzothema), Musikwissenschaftler, ab 1930 o. 

Professor und Inhaber des Lehrstuhls für MW an der Deutschen Karls- 
Universität Prag. Obmann der Abteilung Tonkunst in der Deutschen 
Gesellschaft der Wissenschaften und Künste, sowie der Deutschen 
Kammermusik-Vereinigung Prag. 1938 richteten sich massive Vorwürfe von 
NS-Seite gegen ihn, weil er nach 1933 aus dem Reich emigrierte jüdische 
Studenten der MW als Doktoranden akzeptiert hatte; jedoch vermittelte 
Gaupropagandaleiter Höller. Gegen Kriegsende zum Volkssturm geholt. 

NSDAP seit l/IV/39, Nr. 7.165.012, auf Antrag vom 13/IV/39. 

Kleiner Beitrag zur musikalischen Kultur- und Stammeskunde der 
Sudetendeutschen ("Ackermann aus Böhmen" VI/1938. S. 457-462). 

Die Lage der sudetendeutschen Musik ("ZfM" CV/6, Juni 1938. S. 574- 
576). 

26. Januar 1941, Festrede von Becking: 

"In seiner Ansprache wies er auf die kulturelle Bedeutung der 
mährischen Landschaft als der Wiege einer immer wiederkehrenden 
Verjüngung der deutschen Kultur hin. Er verwies auf Richter und Stamitz als 
derartige verjüngende Geister, streifte Mozart, der sich ein halbes Leben 
lang gegen den Ansturm solcher traditionsloser Kräfte wehrte, bevor er in 
die Geschlechterfolge der großen deutschen Musiker hineinwuchs, sprach 
von Schubert als dem bedeutendsten Blutserben mährischen Geistes in der 
Musik. Er zeigte auf, wie immer wieder der Sinn für lebendigen Klang das 
Schaffen dieser mährischen Meister befruchtet und reihte hier den 
Preisträger, Felix Petyrek, in die Folge dieser verjüngenden klangfrohen 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


329 


Komponisten ein" (H.H.S. = Hans Heinz Stuckenschmidt: Festakt im 
Klementinum. Petyrek empfängt den Eichendorffpreis. "Der Neue Tag" Nr. 
26, Prag, 26/1/41). 

Beurteilung, 1966: 

""(...) seine zahlr. nach 1933 verf. Schriften standen immer deutlicher 
im Zeichen der >Heim-ins-Reich<-Parolen der sudetendeutschen 
Faschisten" (SML, Bandl, S. 92). 

Information: DNML, DML, FA, MM2, RML, SML , MGG. Tschechische 
Quellen klammern sich immer noch an das Märchen, Becking sei im Kampf 
gegen - tschechische - Aufständische gefallen. Zeugen erhärteten jedoch, 
daß Becking und andere Deutsche aus der Hanspaulka festgenommen, 
ausgeraubt und in einen Luftschutzbunker gesperrt wurden. Morgens am 
9/V fuhren Sowjetpanzer vorbei. Leute vom ''Volksausschuß'' verhörten die 
Sistierten und schickten einige nachhause. Mehr als 40, darunter einige 
Tschechen, starben unter den Feuerstößen einer Maschinenpistole, die ein 
Tscheche von einem Rotarmisten ausgeliehen hatte. Die Leichen wurden 
verscharrt und später verbrannt (Quelle: Peter Brömse: Das Fach 
Musikwissenschaft an der Prager Deutschen Universität 1869-1945. In: 
Musik und Musikwissenschaft. Veröffentlichungen der Sudetendeutschen 
Akademie der Wissenschaften und Künste. Band 10. München, 1980. S. 13- 
35). 


Beckmann, Hermann 
Einsender in Herford. 

Unserem Hindenburg. Lied onA , im Juni 1933 dem RMVP angeboten 
(Quelle: BA R 55/ 1159). 

Der Titel feiert Paul von Beneckendorff und Hindenburg (1847-1934), 
GeneraIfeldmarschall und 1914 Oberbefehlshaber der Armee, Sieger der 
Schlacht bei Tannenberg gegen die Russen, wurde 1925 zum 
Reichspräsidenten gewählt, abermals 1932; er setzte Hitler am 30/1/33 als 
Reichskanzler ein. 

Information: Da derzeit in Herford drei Bürger dieses Namens lebten, 
mußte die Identität offen bleiben. 


Beeneken, Adolf 


= Marc Roland 


Beero, Beero! Volkslied aus Schwaben. 
In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Beese, Albert 

Jatznick/ Uckermark, 16. November 1884 - ? 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


330 


Orchestermusiker; bis 1929 Leiter der Stahlhelmkapelle in Pasewalk, 1932- 
34 Geiger, dann Konzertmeister im Kulturorchester Magdeburg, 1937 
Aushilfe im Stadttheater-Orchester. 

NSDAP seit l/VII/31, Nr. 572.210, jedoch 1936 wegen "wilder Ehe" 
ausgeschlossen; sein Antrag auf Künstlerdank-Zuwendung wurde abgelehnt. 
Beese arbeitete zeitweise für die Gaudienststelle der NSG "Kraft durch 
Freude" als Geiger und Komponist von Bühnenmusiken gegen eine 
Monatsgage von 500 RM.. 

Huldigungs-Fanfare für gr. Blasorchester, am 22/IX/33 dem RMVP 
eingereicht mit der Bitte, "mir die Genehmigung erteilen zu wollen, dieselbe 
unter dem Titel: >Huldigungs-Fanfare< für den Kanzler und Führer des 
Volkes Adolf Hitler erscheinen zu lassen ev. mir einen, dafür in Frage 
kommenden Verlag, nachweisen zu wollen" (Quelle: BA R 55/ 1164. Blatt 
17). 

Das Ministerium lehnte die Stellungnahme ab. 

Information: Laut Stadtarchiv Magdeburg (28/1/98) sind keine 
Meldeunterlagen vor 1953 überliefert. Das für den Geburtsort zuständige 
Standesamt Pasewalk (5/V/98) teilte mit, Auskunft aus den 
Geburtenbüchern sei wegen Kriegsverlust nicht möglich. Das Ordnungsamt, 
Einwohnermeldeabteilung, Magdeburg (18/VIII/98) ließ wissen, zu Beese 
seien keine Melde- und Archivunterlagen mehr vorhanden. 


Beethoven, Ludwig van 
1770 - 1827 

Der Komponist, der sich nicht mehr wehren konnte, war schon lange vor 
1933 politisch mißbraucht, wie das folgende Beispiel zeigt: 

5. Oktober 1918: 

"Beethovens >neunt e<, die tiefste Offenbarung musikalischen 
Geistes, klingt aus in einem Jubelhymnus an die Freude. 

Wenn dereinst der >schöne Götterfunke< des Friedens erstrahlt und 
das >Seid umschlungen Millionen< den nach treuester Pflichterfüllung 
Heimkehrenden entgegenklingt, so braucht D u nicht beschämt beiseite 
stehen, sofern auch Du deine Pflicht getan! 

Deine Pflicht: Zeichn e!" (Text neben einer Zeichnung von 
Beethovens Porträt. "Preußisches Verwaltungs-Blatt". Band 40, Nr. 1, 
5/X/18. S 1. Provenienz: Ulrich Biomann). 

Zweck war die Zeichnung von Kriegsanleihe, also von privaten Mitteln 
zur Fortsetzung des verlorenen sinnlosen Krieges - obwohl die deutsche 
Regierung zwei Tage zuvor ein Waffenstillstandsangebot an Präsident Wilson 
gerichtet hatte und der Krieg knapp vier Wochen später zu Ende war. Die 
Anleihe - seit 1914 rund 98 Milliarden Mark - ging natürlich in Verlust. 


26. März 1927: 


1927 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


331 


Der "VB" bringt den Artikel "Beethoven" von Alfred Rosenberg; dieser 
betont die "Vorherrschaft des Deutschen Beethoven" und daß der Musiker 
"für uns den treibenden Willen zu deutscher Gestaltung abgeben kann und 
muß". 

1932 

1932, Nordisch gefärbtes Heldentum: 

"(...) Daß ihn auch außerhalb der großen Symphonien vor allem die 
Welt nordisch gefärbten Heldentums anzog, beweisen u. a. die Gestalten, 
die ihn zu musikalischem Schaffen anregten: Prometheus, Coriolan, 

Leonore, auch Egmont - um diese erhabene Welt kreisen seine 
Künstlergedanken. Und überkühne Bezwingerträume rangen in seinem 
Geiste noch um Geburt und Formung, als ihm der Allbezwinger unter Blitz 
und Donner den Meißel aus der Hand riß; wir wissen es aus den Entwürfen 
zu einer zehnten Symphonie. (...)" (Richard Eichenauer: "Musik und Rasse". 
München, 1932. S. 212). 


1933 

Marsch des Yorkschen Korps 1813 = AM II, 37. Militärmarsch Nr. 1 in 
F-dur (1809; u. a. Orag, DtldS, FSt. Berlin, SWF, Norag, Werag, Mirag, 
*l/V/33, MK der 1. Preuß. Nachrichten-Abt., Dgt. OMM Koruhn; RS Köln, 
*20/IV/37; Reichssendung, *30/1/38). Aufnahme: NS-Schallplatten- 
Industrie Nr. 2038 A (1933). 

Tondokument - vom 2/VI/40 - im DRA: B003122610, B003148473. 
In: 

Heeresmärsche 1 (1933); Horst-Wessel-Marschalbum 1 (71933); [Sc] Das 
goldene Marschbuch (1933); Sieg-Heil! (1933); [Sc] Neue Marschmusik II 
(1934); Marsch-Musik I (1937); Kamerad sing mit! (1940). 

*18. April 1933: 

In der Philharmonie zu Berlin leitet Julius Prüwer u. a. die 9. Sinfonie 
von Beethoven. Mitwirkende: Gertrud Baumann, Maria Peschken, Robert 
Bröll und Günther Baum, der Bruno Kittelsche Chor und das BPhO. 

Op. 55. Sinfonie Nr. 3 "Eroica" (Berlin, *20/IV/33, zur Morgenfeier der 
Städtischen Oper nach der Geburtstagsrede von Dr. Goebbels; München, 
*6/XI/35; "Zum Gedächtnis der Gefallenen an der Feldherrnhalle"; RS 
Leipzig als Reichssendung, *9/XI/35, Leipziger Sinfonieorchester, Dgt. H. 
Weisbach; RS Breslau, *13/111/38, Das gr. Rundfunkorchester, Dgt. E. 
Prade; Zwickau, *2/111/44, Konzert des Städtischen Orchesters, Dgt. Kurt 
Barth, zum Heldengedenktag; Berlin, *19/IV/44, BPhO, Dgt. 
Knappertsbusch, zum Geburtstag Hitlers). 

Op. 67. Sinfonie Nr. 5 in C-moll (Berlin, *20/IV/33, zur Morgenfeier des 
KfdK in der Staatsoper; Reichssendung, *9/XI/33; München, *7/111/36, 
Konzert der NSKG als "Auftakt zum Heldengedenksonntag 1936"; 
Reichssendung, *9/XI/37). 

Op. 72 a. Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 (BR, *20/IV/33; FSt. Berlin, 
*9/XI/33; Nürnberg, *5/IX/34 zur Kulturtagung des RPT nach der Rede 
Hitlers, NSRSO, Dgt. F. Adam). 

Triumphmarsch aus "Tarpeja" (Schles. FSt., *l/V/33). 




B 


Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 


332 


Op. 193 add. Germanias Wiedergeburt: Germania, Germania! Wie 
willensstark stehst du jetzt da! (T: H. von Treitschke). Vaterländisches Lied 
aus dem Singspiel "Die gute Nachricht" (1814). Bearbeitung: W. Herrmann 
[VB]. 

In: 

Deutschland über alles! (21933, 5 1933); NS-Volks-Liederbuch (21934); 
Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934). 

Op. 124. Die Weihe des Hauses. Ouvertüre (u. a. DtldS, *2/X/33; 
Nürnberg, *5/IX/34, zur Kulturtagung des RPT vor der Rede Hitlers, NSRSO, 
Dgt. F. Adam; Reichssendung, *30/1/38). 

Op. 84. Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel "Egmont" (FSt. Berlin, 
*28/VI/33, Funkorchester Berlin, Dgt. Eugen Jochum; DtldS, *2/X/33; 
Berlin, *15/XI/33, zur Feier der Eröffnung der RKK, BPhO, Dgt. Furtwängler; 
SWF, *9/XI/33; Nürnberg, *ll/IX/35, zur Kulturtagung des RPT; RS 
Stuttgart, *21/IV/36, BPhO, Dgt. Julius Prüwer, von Schallplatte; Nürnberg, 
*9/IX/38, beim RPT; RS Frankfurt, *9/XI/38; Nürnberg, *9/IX/38, beim 
RPT; RS Frankfurt, *9/XI/38). 

Op. 145 add. Zwei Märsche in F-dur (1809; Mirag, *9/XI/33; Berlin, 
*18/IV/34, im Frühlingskonzert der SS). 

Op. 48 Nr. 4. Die Ehre Gottes in der Natur: Die Himmel rühmen des 
Ewigen Ehre (T: Ch. F. Geliert, 1757) (1803; Orag, *9/XI/33; 
Reichssendung, *9/XI/37). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); 
Singkamerad, Anhang München (1939); Stimmt an! II (1939); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); RJF, Unser Liederbuch (61941). 
Op. 62. Ouvertüre zu "Coriolan" (Norag, *9/XI/33, Hamburger 
Philharmon., Dgt. Jose Eibenschütz; Nürnberg, *7/IX/38, beim RPT). 
Freundschaft ist die Quelle wahrer Glückseligkeit. Kanon zu 3 Stimmen. 
In: 

Lobeda-Singebuch 2 (1933); DSB, Singendes Volk 25 (1938); 
Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Deutsche Musik A, B (1941). 

Op. 52 Nr. 7. Marmotte: Ich komme schon durch manches Land avec que 
la marmotte. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften (21933, 41934 ). 

1934 

1934: 

(1) Sinfonie der nationalen Erhebung: 

"(...) So wäre denn die c-moll-Symphonie, sollte auch sie mit einem 
Worte bezeichnet werden, im Sinne unseres Programms als 
Symphonie der nationalen Erhebung anzusprechen. 

(...) Wir träfen den Sinn daher ebensogut, wenn wir sie 
>Revolutionssymphonie< benennen und in dem im Finale gezeichneten 
Helden jenen Bonaparte sehen, den Beethoven - wie ich im 
Beethovenjahrbuch ausgeführt - mit der Eroica zwar mit einer Widmung 
erfreuen, aber nicht als unmittelbaren Gegenstand der Dichtung betrachtet 




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wissen wollte. Diese Tatsache, sollte sie weiterhin Stützen finden, würde 
unsere innere Einstellung zu beiden Symphonien ganz erheblich 
beeinflussen, und das vage >Per aspera ad astra< in der c-moll-Symphonie 
würde, umgedeutet in das Bild des Existenzkampfes eines Volkes, das einen 
Führer sucht und endlich findet, sich in ein Sinnbild verwandeln, das gerade 
uns Deutschen der Gegenwart in voller Tageshelle entgegenleuchtet" 

(Arnold Schering: Zur Sinndeutung der 4. und 5. Symphonie von 
Beethoven. "Zeitschrift für Musikwissenschaft" XVI, 1934. S. 83. Zitat bei 
Heribert Schröder: Beethoven im Dritten Reich. Eine Materialsammlung. In: 
Beethoven und die Nachwelt. Bonn, 1986. S. 196). 

(2) Im Rahmen der Veröffentlichungen des Beethoven-Hauses in Bonn 
erscheint L. Schiedermairs Arbeit "Die Gestaltung weltanschaulicher Ideen 
in der Volksmusik Beethovens". 

Freu dich des Lebens. Kanon zu 2 Stimmen. 

In: 

Treu unserm Volke (1934); Liederbuch des Turner-Musikant (1934). 

Freude, schöner Götterfunken (T: Schiller). 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Und wenn 
wir marschieren ( 3 1937; 2stimmig). 

1934, Das Heroische: 

"Nordisch ist vor allem das Heroische, Heldische seiner Werke, das 
nicht selten zu titanischer Größe sich erhebt. Es ist bezeichnend, daß heute 
in einer Zeit nationaler Erneuerung Beethovens Werke am häufigsten 
gespielt werden, daß man fast bei allen Veranstaltungen heroischen Inhalts 
seine Werke hört. Die Eroica, die Fünfte und Neunte Symphonie, die 
Egmont- und Coriolan-Ouvertüre, sind zum typischen Ausdruck heroischer 
Gesinnung geworden. - Nordisch ist Beethoven in der völligen 
Selbständigkeit, mit der er seine eigenen Wege in der Musik geht. Er macht 
unter alles bis dahin Gewesene einen Strich. Nordisch ist ganz besonders 
sein Zug zur reinen Instrumentalmusik, zur absoluten Musik, in der er 
bisher das Größte geleistet hat. Nordisch ist, daß er alles ins 
Ungewöhnliche, Außerordentliche erhebt. Fast alles, was Beethoven 
schreibt, trägt den Stempel des Großartigen. - Nordisch ist das 
Tiefphilosophische seiner Musik. Beethoven ist der Philosoph der Musik, man 
könnte ihn ihren Platon nennen. Er führt die Musik aus dem Bereich des 
bloßen Tonspiels in das Reich der Ideenwelt" (Walther Rauschenberger: 
Rassenmerkmale Beethovens und seiner nächsten Verwandten. "Volk und 
Rasse" IX, 1934. S. 194-203). 

Rauschenberger war Bibliotheksdirektor > also musikalischer Laie. Ein 
Großteil der damaligen musikideologischen Auslassungen stammte vom 
Typus des Nichtfachmanns im Metier Musik. Die Zeitschrift gehörte dem 
Reichsausschuß für Volksgesundheitsdienst und der Deutschen Gesellschaft 
für Rassenhygiene. 

Februar 1934, Der "Revolutionär": 

"(...) Umstürzler und Aufbauer zugleich, wurde er von seiner eigenen 
Zeit bewundert als der große Klassiker, der die Tore der Romantik 




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erschlossen, von der nächsten als der große Romantiker, dem es gelungen, 
Romantizismus und Klassizismus zu schönster Einheit zu verschmelzen. 
Unserer eigenen Zeit aber erscheint er wie ein Leuchtturm, der dem von 
wirren Stürmen umhergeschleuderten Schifflein der Musik immer wieder 
den Weg zum sicheren Hafen einer nicht der Zeit und der Mode 
unterworfenen Kunst weist. Uns aber mehr als allen Früheren war es 
beschieden, den Menschen Beethoven in seiner ganzen geistigen und 
seelischen Größe zu erfassen. So klammerten wir uns in den Jahren 
schwerster nationaler Bedrängnis an ihn, der in höchsten Nöten doch seinen 
Glauben an die Menschheit und ihre Bestimmung nicht verlor, und so 
schöpfen wir aus ihm die Gewißheit, daß auch uns ein neuer Frühling 
beschieden ist" (Gustav Ernest: Beethoven, der Revolutionär. "Die Musik" 
XXVI/5, Februar 1934. S. 355). 

Op. 125. Sinfonie Nr. 9, Sätze 1 bis 3 (Berlin, *25/11/34, zum 
Heldengedenktag; München, *27/XI/35, zur Feier der Gründung der NSG 
"Kraft durch Freude", die Münchener Philharmon., Dgt. H. Weisbach; 
Düsseldorf, *21/V/39, Ausklang der Reichsmusiktage; München, *Juli 1939, 
Fest der Dt. Kunst; Berlin, *18/IV/43; Konzert des BPhO, Dgt. 
Knappertsbusch, zur Vorfeier von Hitlers Geburtstag). 

Die Mehrzahl der Aufführungen dieses Werkes schmückte jedoch nicht 
Staats- und Parteifeiern, sondern begleitete zivile Festtage, so Weihnachten, 
Sylvester oder Ostern. 

*9. April 1934: 

Das Orchester der Kulturpolit. Abteilung der NSDAP, Dgt. H. L. 
Kormann, bietet ein Konzert des Kreises Leipzig der NSDAP zum Besten des 
Hilfswerks "Mutter und Kind", so u. a. Beethovens "Wellingtons Sieg oder 
Die Schlacht bei Vittoria". 

*20. April 1934: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum "Geburtstag des Führers" 
Beethovens Oper "Fidelio". 

Op. 26. Sonate in As-dur, Marcia funebre (Thingplatz Stolzenau/ Weser, 

16. September 1934, als Begleitmusik zur Douaumont-Szene mit toten 
deutschen und französischen Soldaten bei der Uraufführung des Thingspiels 
"Die heilige Straße" von Albrecht Bergmann). 

Dieses "chorische Spiel für nationale Feste 1 ', das wenig Musik bot, 
benutzte das erste - römische - Reich und das zweite, die kurzlebige 
Republik, zu einer Apotheose des Dritten, des "ewigen" Reiches, das durch 
Hakenkreuzfahnen und Horst-Wessel-Lied dargestellt war 
16. Dezember 1934: 

Der "VB" bringt von P. Zschorlich den Artikel "Beethoven und wir", 
der den Komponisten der "Verehrung eines gereinigten Deutschlands" 
versichert (Abdruck: Wulf, S. 210). 

Zschorlich mißbraucht den Meister als ''Zeugen” gegen den 
"musikalischen Bolschewismus” der Kurt Weill, Alban Berg und Arnold 
Schönberg. 


*13. Januar 1935: 


1935 




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Zur Saarabstimmung bietet das Stadttheater Freiburg die Oper 
"Fidelio" von Beethoven. 

Op. 92. Sinfonie Nr. 7, "Trauermarsch" (Bayreuth, *9/111/35, zur 
Totenfeier für Gauleiter und Staatsminister Flans Schemm). 

Signor Abbate! Io sono, io sono, io sono ammalato. Kanon zu 3 
Stimmen. 

In: 

Die weiße Trommel ( 2 1935); Lobeda-Singebuch 1 (1936); Liederder 
Arbeitsmaiden (1938). 

Op. 121 b. Opferlied: Die Flamme lodert, milder Schein durchglänzt den 
düstern Eichenhain (T: F. von Matthisson, 1788) (1795; u. a. Kiel, 
*21/VI/35, zum 1. Nordmark-Liederfest; Freiburg i. Br., *4/VI/39, zur 
Feierlichen Kundgebung des Volksmusikfestes für den Gau Baden, Fassung: 
A. Lühmann, als Auftakt zur Ansprache von Reichsstatthalter Gauleiter 
Robert Wagner). 

In: 

Deutsche Feierklänge (1935; für Singstimme und Klavier/ Orgel); Lieder für 
Schulfeiern 7 (1936). 

Oktober 1935: 

"(...) Die Musik zu >Fidelio< gehört nach wie vor zu denjenigen 
Offenbarungen eines überragenden Geistes und einer tiefveranlagten und 
verantwortungsbewußten Seele, deren ewige Schönheit durch Worte nicht 
zu fassen ist. Eine rein musikalische Zergliederung kann wohl dem 
Wunderbau des technischen Gefüges einigermaßen gerecht werden. Der 
Adel und die sittliche Kraft indes, die diesen Tönen Beethovens innewohnen, 
erschließen sich nicht dem kalt abwägenden Verstände, sondern nur den 
Menschen, die mitzufühlen gewillt sind. (...)" (R. = Paul Rubardt: "Fidelio". 
Zur Aufführung im Neuen Theater. "Mitteilungsblatt der NS- 
Kulturgemeinde", Ortsverband Leipzig, XV/1, Gilbhardt 1935. S. 6). 

*9. November 1935: 

(1) Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten 
Kammerchor und Gr. Orchester des RS Köln, Dgt. Buschkötter, eine 
"Festliche Musik", u. a. Beethoven, Leonoren-Ouvertüre Nr. 2 (RS Köln, 
*9/XI/35, Reichssendung). 

(2) Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung bieten Chor und 
Gr. Orchester des RS München, Dgt. Hans A. Winter, einen "Feierlichen 
Ausklang", u. a. Beethoven, Op. 62 "Coriolan"-Ouvertüre" (RS München, 
*9/XI/35, Reichssendung). 


1936 

1936, Der ideelle Bund: 

"(...) Wenn eine brutal-sinnliche, rassefremde Musik uns eine Zeitlang 
des unlösbaren Zusammenhangs von hoher Musik und hoher Dichtung zu 
entfremden gedroht, so möge es jetzt Beethoven sein, der diesen ideellen 
Bund aufs neue stiftet und damit die uns nie verlorengegangene 
Überzeugung festigt, daß der wahre schöpferische Musiker nur unter dem 
Titel eines Dichters begriffen werden kann. Das Buch sei dem jungen 
Deutschland gewidmet, von dem ich glaube, daß es berufen sein wird, das 




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jetzt erst in Umrissen erkennbare neue Bild Beethovens weiter auszuführen, 
zu ergänzen und zu bewahren" (Arnold Schering: Beethoven und die 
Dichtung. Neue Deutsche Forschungen, Abteilung Musikwissenschaft, Band 
77. Berlin, 1936. Zitat aus dem Vorwort). 

Was für eine abstruse Hoffnung des Musikwissenschaftlers , der 
versuchte , das Oeuvre des Komponisten hermeneutisch als eine Art 
Programm-Musik nach poetischen Vorlagen zu deuten. Inhaltsästhetik 
diesen Schlages kam der NS-Kunstauffassung sehr nahe. 

14.Januar 1936: 

Bei der zweiten Kundgebung der RTK zur Kulturwoche des Gaus Köln- 
Aachen erklingt nach dem Fahneneinmarsch ein Satz aus Beethovens 
Streichquartett in A-Moll 
28. Januarl936, Neufassung I: 

Op. 136. Der glorreiche Augenblick. Kantate für vier Solostimmen, 
gemCh, Kinderchor und Orchester. Textlich umgearbeitet von R. Schulz- 
Dornburg, mit den Personen: Die deutsche Freiheit - Seherin - Genius - 
Führer des Volkes. (Stuttgart, *28/1/36, Festkonzert des SS-Abschnitts X; 

RS Köln, *20/IV/38; Reichssendung, *30/1/39). Mitwirkende: E. Schlüter, E. 
Floengen, Kurt Rodeck, G. Flüsch, das Gr. Orchester und der verstärkte Chor 
des RS Köln, die Eschweiler Singschar. Dgt. R. Schulz-Dornburg 
13. Februar 1936, Besprechung: 

"(...) Die Worte hatte Schulz-Dornburg mit Geschick und Geschmack 
der Gegenwart angepaßt" (SS als Förderer deutscher Kunst. "Das Schwarze 
Korps", Folge 7, 13/11/36). 

*20. April 1936: 

Im letzten Philharmonischen Konzert Furtwänglers bietet das BPhO u. 
a. die 3. Sinfonie von Beethoven. 

Op. 125. Sinfonie Nr. 9, Schlußsatz (Berlin, 1936, als Ausklang des 
Festspiels "Olympische Jugend"). 

Die Tonleiter: So singet, ich bitt euch, singt mir die Tonleiter vor. Kanon 
zu 3 Stimmen. 

In: 

Schlesische Jugend singt (1936). 

3. September 1936: 

Der "VB" druckt unter dem Titel "Neue Beethovendeutung?" von F. W. 
Fierzog eine massive Kritik von Arnold Scherings Studie "Beethoven und die 
Dichtung". 

Op. 68. Sinfonie Nr. 6 (Nürnberg, *10/IX/36, nach der Rede Alfred 
Rosenbergs zum RPT). 

*9. November 1936: 

Zum Gedenktag für die Gefallenen der Bewegung leitet Fiermann 
Stange ein Morgenkonzert des Gr. Orchesters des Deutschlandsenders, u. a. 
Beethoven, "Coriolan"-Ouvertüre (DtldS, *9/XI/36, Reichssendung). 
Dezember 1936, Verfälschung: 

"(...) Erst unserer Zeit blieb es Vorbehalten, das Beethovenbild zu 
verfälschen. Dem jüdischen Musikliteraten Paul Bekker, der vor mehr als 
einem Jahrzehnt der Musikpapst der frankfurter Zeitung<war, gelang es, 
seine Theorie vom Programmusiker Beethoven in einem vielbeachteten Buch 




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zu popularisieren und unheilvolle Verwirrung zu stiften. Heute können wir 
über diese Systemgröße, der es sogar zum Staatstheaterintendanten des 
schwarz-roten Preußen brachte, zur Tagesordnung übergehen. Paul Bekker 
ist emigriert und aus dem deutschen Kulturleben ausgemerzt. Eine 
ernsthafte Auseinandersetzung mit ihm dürfte schon von nationalpolitischen 
Gesichtspunkten aus überflüssig sein. Da berührt es immerhin merkwürdig, 
wenn ein deutscher Gelehrter im vierten Jahr der nationalsozialistischen 
Revolution den Juden wieder exhumiert und sich in einem Buch >Beethoven 
und die Dichtung< mit ihm auseinandersetzt, ohne zu betonen, daß es sich 
bei Bekker um einen Juden handelt. Denn aus der Rasse Bekkers erklärt 
sich ohne weiteres seine >Methode<!" (Friedrich W. Herzog: Schering 
contra Beethoven. "Die Musik" XXIX/3, Dezember 1936. S. 187). 

1937 

*30.Januar 1937: 

Das Badische Staatstheater Karlsruhe bietet zum "Tag der 
Machtübernahme" die Oper "Fidelio" von Beethoven. 

*17. Februar 1937: 

Zum Volkstrauertag bietet das Stadttheater Freiburg die Oper "Fidelio" 
von Beethoven. 

2. April 1937: 

Walther Vetter veröffentlicht seinen Beitrag "Eine politische 
Beethoven-Betrachtung" ("Festschrift Arnold Schering zum 60. Geburtstag. 
Berlin, 1937. S. 247 f.). 

18. und 19. April 1937: 

In der Berliner Philharmonie leitet Furtwängler ein Sonderkonzert mit 
der 9. Sinfonie von Beethoven. Mitwirkende: Erna Berger, G. Pitzinger, W. 
Ludwig und R. Watzke, der Bruno Kittelsche Chor und das BPhO. 

Anlaß der Aufführung war die Osterzeit > doch verstand die NS-Presse 
sie als Auftakt zu Hitlers Geburtstag. 

*20. April 1937: 

In der Feierstunde "zum Geburtstag des Führers" in Jena bietet das 
Stadt. Sinfonieorchester, Dgt. Ernst Schwaßmann, die 9. Sinfonie von 
Beethoven. 

April-Mai 1937, Ewig nordisch: 

Die "Deutsche Musikkultur" II/1, April-Mai 1937, S. 75, bringt Erich 
Wintermeiers Aufsatz "Beethoven? - Ja, Beethoven!", in dem er den 
"tragischen und darum ewig nordischen Heroismus" des Komponisten 
hervorhebt. 

Juli 1937, Denkmalspflege: 

"Der Führer und Reichskanzler hat vor einiger Zeit eine Summe von 
22 000 Reichsmark zur Verfügung gestellt für das von Prof. Breuer 
entworfene neue Beethoven-Denkmal in Beethovens Geburtsstadt Bonn, das 
sogenannte Ewigkeitsdenkmal des sitzenden Beethoven. Mit der Ausführung 
des Denkmals ist Prof. Dietrich beauftragt worden. Dietrich wird das 
Denkmal in einer Höhe von 2.50 Meter und einer Tiefe und Breite von 3 
Meter in Granit aushauen. Die Ausführung dürfte bald vollendet sein. 

Alsdann wird das neue Denkmal einstweilen im Bonner Stadtgarten 
Aufstellung finden" ("ZfM" CIV/7, Juli 1937. S. 848). 




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*16. Juli 1937: 

Zur Eröffnung des Tages der deutschen Kunst bietet das 
Gewandhausorchester Leipzig, Dgt. R. Trunk, vor der Festrede von Gauleiter 
und Staatsminister Adolf Wagner die "Leonoren-Ouvertüre" Nr. 3 Op. 72 von 
Beethoven. 

*10. Oktober 1937: 

Zur Gaukulturwoche bietet das Stadttheater Freiburg die 9. Sinfonie 
von Beethoven. 

*9. November 1937: 

Stadttheater Freiburg und Württemberg. Staatstheater Stuttgart 
bieten zum Gedenken für die Gefallenen der Bewegung die Oper "Fidelio" 
von Beethoven. 

Marsch aus "Die Geschöpfe des Prometheus" (u. a. RS Köln, *9/XI/37, 
Reichssendung "Kampflieder einst und jetzt"). 

*26. November 1937: 

Zum Jahrestag der NSG "Kraft durch Freude" bietet das Stadttheater 
Freiburg die Oper "Fidelio" von Beethoven 

1938 

1938: 

(1) Ouvertüre zur Oper "Fidelio". Für Militärmusik: B. Kutsch [EL]. 

(2) Josef Schmidt-Görg veröffentlicht seinen Aufsatz "Beethovens 
Ahnenerbe" ("Der deutsche Erzieher", Ausgabe Gau Westfalen-Nord. Der 
westfälische Erzieher VI, 1938. S. 140) und äußert darin Zweifel an den 
widerspruchsvollen Ergebnissen der musikalischen Rasseforschung. 

Schlacht. Aus "Die Schlacht von Vittoria" (RS Köln, *13/111/38, Kölner 
Rundfunkorchester, Dgt. R. Schulz-Dornburg). 

Op. 92. Sinfonie Nr. 7 in A-dur (RS Flamburg, *20/IV/38, Gr. 
Rundfunkorchester, Dgt. J. Röder). 

22. April 1938: 

Das MK des IR 109, Dgt. J. Heisig, bietet eine Morgenmusik aus 
Karlsruhe, u. a. Beethovens "Marsch des Yorckschen Korps". 

*20. bis 22. Mai 1938: 

In Bad Wildbad veranstaltet die RJF ein Beethoven-Fest der HJ unter 
Teilnahme prominenter Musiker. 

*28. Mai 1938: 

Das Festkonzert des BPhO, Dgt. H. Abendroth, bei den 
Reichsmusiktagen in Düsseldorf bietet die 9. Sinfonie von Beethoven. 
Mitwirkende: Ria Ginster (S), Lore Fischer (Alt), W. Ludwig (Tenor), R. 
Watzke (Baß) und der Kittelsche Chor aus Berlin. 

Juli 1938: 

Elly Ney schreibt einen begeisterten Aufsatz über ihre Erfahrungen 
beim Beethovenfest in Wildbad (Elly Ney: Das Erlebnis des Beethoven- 
Festes der Hitler-Jugend. "ZfM" CV/7, Juli 1938. S. 734 f.). 

10. Juli 1938: 




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Das Festkonzert des Schwab. Liederfestes des DSB in Stuttgart, Dgt. 
W. Nagel, bietet von Beethoven: "Die Ehre Gottes aus der Natur" für MCh 
mit Bläserbegleitung. 

16. Juli 1938, Fidel io aktuell: 

"(...) Da fühlte das Grenzvolk, das der Bühne in gerader Ebene 
gegenüber oder auf terrassenförmig ansteigenden Sitzen gegen die 
Wehrmauer hin den weiten Burghof füllte, w i r sind diese Gefangenen, wir 
Leute von Eupen-Malmedy, denen man das Licht des Lebens, die teure 
Heimat geraubt hat, die man absperrt von der Freiheit, von der Vereinigung 
mit den Brüdern jenseits der Grenzen! Jetzt genießen wir für ein paar 
Stunden die Freiheit, das Licht, wiedervereint mit unseren Brüdern; aber 
bald müssen wir wieder zurückkehren in den Kerker, in die Knechtschaft. 
Stumm saßen sie da, der Mann des Volkes und der Mann der Wissenschaft, 
und hatten nur einen Gedanken: Licht! Freiheit! Und ihre Brüder diesseits 
der unnatürlichen, aufgezwungenen Grenze, die Leute aus Monschau, 
Aachen, aus dem ganzen Rheinland, sie jubelten und sie seufzten mit ihren 
gefangenen Brüdern. 

Da verstand ein jeder, warum das gewaltige Werk Beethovens gerade 
hier die Tiefe der Seelen tiefer als irgendwo aufwühlen mußte, warum 
gerade diese Hohelied der Treue hier oben ein so stürmisches Echo 
erwerben mußte. (...)" (Ludwig Mathar: Grenzland und Grenzvolk in 
Beethovens >Fidelio<. "Kölnische Volkszeitung" Nr. 192, 16/VII/38). 

Die Oper kam zur Aufführung in der Weihestätte auf Burg Monschau, 
Spielleitung Anton Ludwig, musikalische Leitung Otto Söllner. 

25. Juli 1938: 

Das Sinfonieorchester der Obersten SA-Führung und der SA-Gruppe 
Hochland, Dgt. Franz Ständer, spielt im Rahmen der Uraufführung des 
Appells "Das Großdeutsche Reich" von Herbert Böhme die Coriolan- 
Ouvertüre - vor dem Fahnenspruch - und als Abschluß einen Satz aus der 
Sinfonie Nr. 5 von Beethoven. 

10. August 1938: 

Das Militär-Festkonzert des MK des Wach-Btl. Berlin, Dgt. StMM 
Ahlers, bietet u. a. von Beethoven den Großen Militärmarsch (1816), Marsch 
(Zapfenstreich) für türkische Musik (1809), Marsch des Yorkschen Korps. 
Oktober 1938, Der neue Mensch: 

"(...) eine junge Generation, künstlerisch und in ihrem Seelenleben an 
Beethoven ausgerichtet, wird keine Unsicherheit mehr kennen in der 
Bewertung künstlerischer, menschlicher Dinge. Sie wird sich und ihren Weg 
diesen und ihr ähnlichen Erscheinungen anpassen. Das ergibt aber eine 
Vereinigung von natürlicher Unbestechlichkeit der Jugend mit einem 
geläuterten Willen der Jugend, und eines Tages wäre der geläuterte 
deutsche Mensch, der Mensch, der von allen liberalistischen und 
fremdartigen Einflüssen und Erbgaben befreit ist, Wirklichkeit, der 
nationalsozialistische Mensch, der Nachwuchs, der die Zukunft tragen wird, 
wäre geschaffen. (...)" (Artur Haelßig: Ein Beethoven-Orchester der Hitler¬ 
jugend als Folgerung aus dem Beethovenfest der Hitler-Jugend in Bad 
Wildbad. "ZfM" CV/10, Oktober 1938. S. 1094-1096). 




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Haelßig, der Festspieldirigent, schlug vor, ein Beethoven-Orchester 
der Hitlerjugend als Reise-Ensemble zu gründen, um der Jugend die 
Kraftquelle Beethoven zu erschließen. 

Op. 80. Chorfantasie (RS Köln, *9/XI/38, Reichssendung; Chor und gr. 
Orchester des RS Köln, Dgt. R. Schulz-Dornburg). 

*9. November 1938: 

Das Badische Staatstheater Karlsruhe bietet zum Gedenken für die 
Gefallenen der Bewegung Beethovens Oper "Fidelio". 

Zwei Militärmärsche. Für Flarmoniemusik und SaxStn.: E. Schmidt- 
Köthen (1938) [0]. 

10. Dezember 1938: 

Die "DMMZ" LX/60, S. 633 f., bringt "Beethoven im Sudetenland" von 
Flans Engel, der zur Angliederung des Sudetenlandes daran erinnert, daß 
der Meister zur Kur gewöhnlich nach Teplitz, Karlsbad und Franzensbad 
gefahren sei. 


L. Schiedermair veröffentlicht seinen Artikel "Beethoven" ("Ewiges 
Deutschland". Monatsschrift für die deutschen Volksgenossen IV, 1939. S. 
266). 

*29.Januar 1939: 

Das Stadtorchester Wiener Symphoniker, Dgt. Anton Konrath, schließt 
sein von NSDAP und DAF veranstaltetes Konzert "Tondichter der Ostmark" 
mit Beethovens Leonoren-Ouvertüre Nr. 3; davor im Programm: E. Seidler: 
Lustspiel-Ouvertüre. - P. Königer: Metamoirphosen. - G. Bunkau: 

Variationen über ein altdeutsches Liebeslied für Sopran und Orchester. - E. 

L. Uray: Slawische Impresssionen. - Schubert: 7. Sinfonie H-moll, 
"Unvollendete". 

*30. Januar 1939, Festaufführung: 

"Der festlichen Erhöhung der sechsten Wiederkehr des Tages der 
nationalsozialistischen Erhebung, des 30. Januar, sollte nach dem Willen der 
Veranstalter, der Kreisleitung der NSDAP. Iserlohn, die Aufführung der 9. 
Symphonie im Rahmen eines großen Festkonzertes dienen. 

(...) Den Sinn und die Bedeutung dieser Feier- und Weihestunde im 
Geiste des großen Tonmeisters und in der Erinnerung an unsere Gegenwart, 
der durch das Werk und die Taten des Führers des deutschen Volkes der 
Charakter einer säkularen Größe gegeben worden ist, umriß nach dem 
triumphalen Ausklang der Beethovenschen "Phantasie" für Pianoforte, Soli, 
Chor und Orchester, die das Festkonzert eingeleitet hatte, Kreisleiter Pg. 
Menze, indem er nach herzlicher Begrüßung der Gäste und Künstler das 
musikalische Erlebnis dieses Abends in Beziehung setzte zu seinem 
eigentlichen Anlaß, der Feier des 30. Januar. 

(...) Die Aufführung der >Neunten Symphonie< bot eine noch 
überzeugendere Gelegenheit, das prachtvolle Zusammenwirken von Chor 
und Orchester zu bewundern. Es war, wie man sie auch betrachten mag, 
eine glänzende Leistung (...)" (Eine Feier- und Weihestunde. "Allgemeine 
Sänger-Zeitung" XXXIII/3, März 1939. S. 33). 




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Mitwirkende: Bergisches Landesorchester und Stadt. Musikverein 
Iserlohn, Dgt. Franz Hanemann. 

26. Februar 1939: 

L. Schiedermair hält zur Fünfzigjahrfeier des Vereins Beethovenhaus 
in Bonn in der Redoute zu Godesberg die Gedenkrede und betont, die 
Beethovenforschung habe "die nordische Haltung seines Geistes erkannt" 
(Abdruck in: "Neues Beethoven-Jahrbuch" 9, hgb. von Adolf Sandberger. 
Braunschweig, 1939. S.ll). 

Laut Bericht darüber (A. Henseler: 50-Jahrfeier des Vereins 
Beethovenhaus Bonn. "Kölnische Volkszeitung", 1/111/39) spielte bei der 
Feier ein Streichquartett vor einem blumenbekränzten Führerbild. 

*10. April 1939: 

Anton Konrath leitet das Konzert der Wiener Symphoniker zum 
Jahrestag der Volksabstimmung in der Ostmark und beginnt mit Beethovens 
Ouvertüre zu "Egmont" 

Tarpeja. Einleitung zum 2. Akt und Marsch ("UA": Düsseldorf, *14/V/39, 
bei Eröffnung der Reichsmusiktage vor Begrüßung durch den 
Oberbürgermeister und den Ansprachen von Gauleiter Florian und 
Staatssekretär Hanke). 

Adagio assai, bearbeitet von J. Altemark nach dem Autograph der Berliner 
Staatsbibliothek für 4 Blockflöten (oder andere Instrumente) und ein 
Begleitinstrument. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 127/129 (1939). 

10. Juni 1939, Neufassung II: 

"Die große Kulturkundgebung beim Gautag der NSDAP, brachte unter 
Hans Gahlenbecks Leitung noch eine besondere Überraschung: Beethovens 
>Glorreichen Augenblick< in der textlichen Neufassung durch die 
Rostockerin Marie-Luise Buschmann. Mit Glück hat sie das Werk aus seiner 
Gebundenheit an die Wiener Kongreßzeit erlöst und es sinnvoll zu dem 
geschichtlichen Tag von Potsdam 1933 in Beziehung gebracht" (Erich 
Schenk in: "AMZ" LXVI/35, l/IX/39. S. 516). 

*8. November 1939: 

Die Wiener Symphoniker, Dgt. Kabasta, bieten am Vorabend des 
Gedenktags für die Opfer von 1923 ein Beethoven-Programm: Leonoren- 
Ouvertüre Nr. 3, Violinkonzert und Fünfte. 

Op. 72. Fidelio (Stadttheater Darmstadt, Stadttheater Dortmund zur Feier 
der Opfer des *9. November 1923). 

1940 

1940: 

In "Nationalsozialistisches Bildungswesen" V, 1940, S. 247, erscheint 
der Aufsatz "Wehrgeistige Erziehung in der Musik", von Kurt Walther, 
Gaufachberater für Musik des NSLB, in dem er Beethoven für die Erziehung 
zu kämpferischem Ethos empfiehlt. 

Im Arm der Liebe ruht sichs wohl (T: Ueltzen). Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940); Deutsche Musik A, B (1941). 




B 


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342 


Die C-Dur-Skala. Kanon. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 

*21. April 1940: 

In der Berliner Philharmonie leitet H. Knappertsbusch die 9. Sinfonie 
von Beethoven. Mitwirkende: Esther Rethy, E. Hoengen, Rudolf Dittrich und 
Marjan Rus, der Bruno Kittelsche Chor und das BPhO. 

*9. November 1940: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum Gedenken der Gefallenen der 
Bewegung Beethovens Oper "Fidelio". 

17. Dezember 1940: 

Kurt Varges veröffentlicht seinen Artikel "Beethoven, der Deutsche" 
("Neues Wiener Tageblatt", 17/XII/40). 

1941 

1941, Geist des Heldentums: 

"(...) Beethovens Dritte Symphonie ist nicht deshalb ein 
Denkmal germanischen Fleldentums, weil sie den Namen >Eroica< 
führt, sondern weil aus ihren Tönen der Geist des 
Fleldentums spricht. 

(...) M e n d e I s s o h n ist nicht deshalb ein Vertreter 
jüdischer Musik, weil er einen >Elias< komponiert hat - denn 
altstamentliche Oratorien hat ein Fländel reihenweise geschaffen -, sondern 
weil der Geist seiner Töne Judentum atmet" (Richard Eichenauer: 
Musik - ein Ausdruck der Rasse. "Die Gesundheitsführung". Ziel und Weg. 
Monatsschrift des Flauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, Jahrgang 
1941. S. 8). 

26. Januar 1941: 

In seinem Artikel "Ludwig van Beethoven" ("Stuttgarter Neues 
Tageblatt", 26/1/41) nennt Fl. J. Moser den Chorsatz der 9. Sinfonie von 
Beethoven "die Idee einer Menschheit schlechthin - und das war so deutsch 
wie möglich gedacht". 

*31. Januar 1941: 

Vor Uraufführung des Dokumentarfilms "Sieg im Westen" im Ufa- 
Palast am Zoo in Berlin bieten Heeresmusikschüler der Musikhochschule, 

Dgt. OMM Oswald Glied, den Triumphmarsch aus der Musik zu "Tarpeja" von 
Beethoven. 

10. Mai 1941: 

Zur feierlichen Eröffnung des Dt. Theaters Lille bietet dessen eignes 
Ensemble Goethes "Egmont" mit der Musik von Beethoven. 

Die Sätze: 1. Ouvertüre. - 2. Lied: Die Trommel gerühret. - 3. Zwischenakt 
I. - 4. Zwischenakt II. - 5. Lied: Freudvoll und leidvoll. - 6. Zwischenakt III. 

- 7. Zwischenakt IV. - 8. Clärchens Tod. - 9. Melodrama. - 10. 
Siegessinfonie. 

7. Juni 1941: 

In seinem Artikel "Ludwig van Beethoven" ("Hamburger 
Fremdenblatt", 7/VI/41) erhebt H. J. Moser den Komponisten zum "Geist 
voll nordischer Tiefe". 




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343 


1942 

1942: 

(1) Wehrertüchtigung: 

"Eine unerbittliche Kampfbereitschaft und eine überwältigende 
Siegesgewißheit strahlt uns aus seinen Werken entgegen. Sie spiegeln die 
gleichen Spannungen und Schwingungen wider, die wir auch in der heutigen 
Zeit so stark erleben. 

Briefe unserer Soldaten beweisen, daß gerade sie durch das Erleben 
Beethovenscher Musik mitten im Kampfgeschehen berührt und gepackt 
werden von der unverletzten Darstellung des ewigen Gesetzes, welches 
ihren fanatischen Kampf- und Siegeswillen stärkt" (Elly Ney: Bekenntnis zu 
Ludwig van Beethoven. In: "Von deutscher Tonkunst", Leipzig 1942. S. 55). 

(2) Siegeszuversicht: 

"Wenn auch das Bekenntnis zur Tragik des deutschen Menschen, das 
einzelne deutsche Dichter und Musiker von heute in ihren Werken ablegen, 
von ihrem Standpunkt aus verständlicherweise anders lautet und ihr 
ethisches Verhalten zu den Schatten des Lebens außerhalb transzendenter 
Vorstellungen der musikalischen deutschen Klassik liegt, so wird dadurch 
Beethovens tragische Auffassung doch keineswegs in Frage gestellt. Auch 
Äußerungen aus den Reihen unserer heldenhaften Wehrmacht, die ja alle 
unsere großen Kulturgüter verteidigt, lassen keinen Zweifel, was ihnen 
Beethovens tragische Sinfonie nach wie vor bedeutet: Beispiel, Ansporn und 
Mahnung, Zuversicht des Sieges über die dunklen Dämonen, die das 
deutsche Leben umkreisen (...)" (Ludwig Schiedermair: Zu Beethovens 
Schicksalsidee. In: "Von deutscher Tonkunst", Leipzig 1942. S. 70). 

(3) H. J. Therstappen veröffentlicht in "Völkische Musik-Erziehung" 
VIII, 1942, S. 195, seinen Aufsatz "Beethoven und die Gegenwart" und 
ernennt den Komponisten zum "Symbol deutscher Selbstbehauptung". 

(4) G. Schünemann veröffentlicht in "Die Volksmusik" VII, 1942, S. 

74, seinen Aufsatz "Beethoven - Symbol deutscher Kraft" und erklärt den 
Komponisten zum "Sieger im Zeichen deutscher Kraft und 
Selbstbehauptung". 

1. Februar 1942: 

Hermann Unger veröffentlicht in der "Rheinisch-Westfälischen 
Zeitung", Essen, seinen Artikel "Feierstätte des deutschen Genius. In 
Beethovens Geburtshaus in Bonn". 

25. März 1942, Schonzeit für die Neunte: 

"Herr Hinkel gab dann eine Bestimmung des Herrn Ministers bekannt, 
daß im Bereich der ernsten Musik keine Werke aufzuführen sind, die sich 
nicht schon bewährt haben. Neue problematische Werke sollen nicht 
gebracht werden. Eine Aufführung der Neunten Symphonie soll für die 
nächste Zeit im Rundfunk ebenfalls unterbleiben" (Protokoll der 
Programmsitzung am 25/III/42. Quelle: BA R 55/ 695. Blatt 115). 

Dennoch hatte der Reichsrundfunk das Werk am 19/IV/42, dem 
Vorabend von Hitlers Geburtstag, wieder im Programm. 

*19. April 1942: 




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Zur Feierstunde der NSDAP in Berlin leitet Furtwängler die 9. Sinfonie 
von Beethoven im Anschluß an eine Geburtstagsrede von Dr. Goebbels. 
Mitwirkende: Erna Berger, G. Pitzinger, H. Roswaenge und R. Watzke, der 
Dt. Philharmonische Chor und das BPhO. 

*20. April 1942: 

Das Badische Staatstheater Karlsruhe bietet zum "Geburtstag des 
Führers" Beethovens Oper "Fidelio". 

5. Juli 1942: 

Die "DMMZ" LXIV/13-14 druckt den Aufsatz "Wenn ich Beethoven 
höre, werde ich tapferer", eine Untersuchung zum Thema "Kriegsmusik" von 
H. Unger (S.105-107). 

*27. September 1942: 

Die Dresdner Philharmonie, Dgt. van Kempen, bietet am 3. Jahrestag 
der Besetzung Warschaus durch die Wehrmacht und zur Eröffnung der 3. 
Deutschen Kulturtage in Warschau vor der Festrede des Stellvertretenden 
Leiters des Arbeitsbereichs Generalgouvernement der NSDAP Dr. Fischer die 
"Egmont"-Ouvertüre von Beethoven. 

9. Dezember 1942: 

"Nach einer hier vorliegenden Meldung sollte die Strassburger 
Hochschulwoche mit einer Aufführung der Oper >Fidelio< von Beethoven 
eröffnet werden. Von Seiten der Gaupropagandaleitung seien gegen die 
Aufführung des >Fidelio< aber Bedenken erhoben worden, da in dieser Oper 
Gefangene in Ketten Vorkommen und dies falsch ausgedeutet werden 
könne. Über die Auffassung herrsche unter den Beteiligten Verwunderung. 
Man vertrete die Auffassung, daß Beethovens Meisterwerk von solchen 
Einwänden unberührt bleiben müsse. (...)" ( 

Der Chef der Sicherheitspolizei und des SD an RMVP, Dr. Schlösser, 

9/XII/42. Quelle: BA R 55/ 20219. Blatt 40). 

Die Untersuchung ergab, daß es sich um ein Mißverständnis handele, 
das Werk weder abgesetzt noch von Demonstrationen gestört worden sei. 
Duo für Viola und Violoncello. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 

Drei Duos für Klarinette und Fagott (auch Violine und Violoncello). 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 

Trio für drei Violinen. 

Empfohlen in "Deutsche Kriegsweihnacht'' ( 21942 ) als Notentip. 

1943 

1943, Neufassung III: 

R. Schulz-Dornburg erarbeitet eine textliche Neufassung von 
Beethovens Kantate auf den Tod Kaiser Franz Josephs unter Benutzung von 
Texten Schillers, um ein "erschütterndes Requiem auf unsere Gefallenen" zu 
schaffen (Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, Historisches Archiv, NL 17/11). 
*18. und *19. April 1943: 

Das Staatstheaterorchester in Stuttgart, Dgt. H. Albert, bietet die 9. 
Sinfonie von Beethoven. 

*20. April 1943: 




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Das Stadttheater Freiburg bietet zum "Geburtstag des Führers" 
Beethovens Oper "Fidelio". 

Feierliche Musik (Equale) für 4 Posaunen, auch andere Bläser oder 
Streichinstrumente. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 590 (1943). 

Op. 72. Leonoren-Ouvertüre Nr. 3 (Berlin, *26/IX/43, zur Gedenkfeier 
für den gefallenen Dichter und SS-Frontberichter Kurt Eggers). 

Yorkscher Marsch. Militärmarsch Nr. 1 in F-dur (Berlin, *26/IX/43, 
Gedenkfeier für Kurt Eggers). 

Op. 61. Violinkonzert (Zwickau, *4/XI/43, Konzert des Städt. Orchesters 
Zwickau zum Gedenktag der Gefallenen der Bewegung, Dgt. Kurt Barth, 
Solist: Max Strub). 

1943/44: 

Alfred Zscheile veröffentlicht den Artikel "Riga erlebt Beethoven" 
("Ostland". Monatsschrift des Reichskommissars für das Ostland, 11/12, 
1943/44. S. 8). 

Anlaß war die Festaufführung der 9. Sinfonie in Riga zu Hitlers 
Geburtstag. 

1943: 

Max Unger veröffentlicht seinen Aufsatz "Beethovens vaterländische 
Musik" ("Musik im Kriege" 1/9-10, Dezember 1943-Januar 1944. S. 170- 
175). 

1944 

Allegro und Menuett, für 2 Flöten. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 594 (1944). 

*30.Januar 1944: 

Das Stadttheater Freiburg bietet zum "Tag der Machtübernahme" 
Beethovens Oper "Fidelio". 

18. Juli 1944, Welt von Feinden: 

"Noch immer hat das musikalische Kunstwerk als Ausdruck einer 
schöpferischen Persönlichkeit über alle philologischen Deutungsversuche 
triumphiert. Noch immer gilt Beethovens ehernes Bekenntnis: >Musik ist 
höhere Offenbarung denn alle Religion und Philosophie". Darum weiß das 
erlebnisfähige Herz nichts vom Zwiespalt zwischen den Instrumentalsätzen 
und dem gewaltigen Chorfinale der >Neunten<. Es lauscht im Widerspiel 
des eigenen Ichs den mitreißenden Klängen eines ringenden, kämpfenden 
und singenden Titanen. Das erfassen und das mitempfinden zu können, 
haben vergangene Generationen uns geholfen. Aber erst das aufrüttelnde 
Erlebnis des ersten Weltkrieges hat der >Neunten< den Weg ins Volk 
gebahnt; und heute in abermals bewegter Zeit, wo es gilt, in verschworener 
Gemeinschaft einer Welt von Feinden zu trotzen, da wollen wir uns freuen, 
wenn Braunschweigs Staatstheater alljährlich eine der großartigsten 
Schöpfungen deutschen Geistes zu Gehör bringt. (...)" (Albert Trapp: Die 
"Neunte" im Staatstheater. "Braunschweiger Tageszeitung" Nr. 166, 
18/VII/44). 

21. Oktober 1944: 




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Dr. Herbert Gerigk wendet sich an ARR, Abteilung Überstaatliche 
Mächte, und bittet um Auskunft über die Neigung Beethovens zur 
Freimaurerei (Quelle: ACDJC, Document CXLV-642). 


Beez, Wilhelm 
1856 - 1929 

Hacketäuer-Marsch (1886), zwischen 1933 und 1945 häufig gespielt (u. 
a. Werag, 13/X/33). T: 0 Hannes, wat en Haut! [T]. 

Der Titel feiert das 3. (Westfälische) IR Nr. 16 "Freiherr von Sparr", 
das diesen scherzhaften Beinamen trug. 

In: 

[Sc] Das goldene Marschbuch (1933). 

Information: LdBI. 


Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt. Kirchenchoral, 
bei B. Gesius (1603). 

In: 

Das Lied im Deutschen Arbeitsdienst (1937); Evangelisches Feldgesangbuch 
(1939,1940). 


Befreiungslied 


= Die Rache wird kommen 


Befreiungsmarsch 


= Steht fest zusammen, haltet aus 


Behle, Adolf 

Karlsruhe, 30. April 1894 - Karlsruhe, 9. November 1951. 
Chorleiter, Dirigent des Gesangvereins Liederkranz in Knielingen bei 
Karlsruhe. 

NSDAP seit 1/1/40, Nr. 7.857.994, auf Antrag vom 23/VIII/39. 

Fürs Vaterland. Chor (Südfunk, 25/V/33). 


Behnke, Johannes 
Lauenburg/Pommern, 26. Juni 1888 - ? 

Musiker und Dirigent in Stettin, zeitweise Leiter des Stettiner 
Konzertorchesters. 1943 erhielt er das KVK II ohne Schwerter. 

NSDAP seit l/IX/32, Nr. 1.290.101; SS seit l/XII/32, 1934 
Untersturmführer, 1935 Obersturmführer, 1937 Hauptsturmführer. MZF der 
SS-Standarte 9 Stettin. 

*20. April 1939: 




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Behnke leitet eine Morgenmusik des Stettiner Konzertorchesters zum 
Geburtstag Hitlers (RS Hamburg, *20/IV/39). 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Stettin fiel an 
Polen. 


Behnke, Kurt (Gustav August) 

Greifswald, 16. Januar 1905 - an der Westfront > 30. Juli 1941 (im 
Fronteinsatz gefallen). 

Bankbeamter und Herausgeber in Greifswald, 1935 in Stettin, 1939 in 
Koblenz. 

Werke: z. B. Front Heil! Eine Auswahl deutscher Lieder, 
zusammengestellt von Kurt Behnke - Jungstahlhelm Greifswald ( 2 1929). 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.541.032; SA, hauptamtlich mit Führerrang. 1939 
Mitarbeiter der Gauleitung Moselland der NSDAP in Koblenz. 

Heil Hitler! Ein deutsches Liederbuch, hgb. von Kurt Behnke, "Meinem 
Oberführer Theuermann gewidmet" (1.-10. Tsd., 1933) [G&P]. 

Lediglich Texte mit wenigen Notenbeispielen. Die 2. Auflage ist im Inhalt 
identisch bis auf den Austausch des Heine-Textes "Ich weiß nicht, was soll 
es bedeuten" nebst Parodie darauf zur Melodie "Wer will unter die Soldaten" 
(S. 52, Nummern 88 und 89). 

Titel mit Melodie sind numeriert. 

Inhalt: 

Ade zur guten Nacht. - Als die goldne Abendsonne. - Als ich gestern 
einsam ging. - Alte Kameraden auf dem Kriegespfad. - Am Brunnen vor 
dem Tore. - Annemarie, wo geht die Reise hin. - Argonnerwald. - Auf! Auf 
zum Kampf. - Auf dem Berg, so hoch da droben. - (Rahlfs): Auf der 
Lüneburger Heide. - Aus der Jugendzeit. - (Götz): Aus grauer Städte 
Mauern. - Bei Sedan auf den Höhen. - (Waldmann): Bin ein fahrender 
Gesell. - Brüder in Zechen und Gruben. - Burschen heraus. - (Stuntz): 

Das Käuzlein laß ich trauern. - Das Lieben bringt große Freud. - Das 
schönste Land der Welt. - (Pietzner-Clausen): (Das Lied der Deutschen 
Arbeitsfront) Auf Brüder, folgt den stolzen Fahnen zur Arbeitsschlacht. - 
(Zöllner): Das Wandern ist des Müllers Lust. - Das schwarzbraune Bier. - 
(Methfessel): Der Gott, der Eisen wachsen ließ. - Der mächtigste König im 
Luftrevier. - Der Mai ist gekommen. - Der Mensch soll nicht denken. - auf 
die Melodie "Der mächtigste König": Der Spießer, der prahlend. - (Kieling): 
Der Wind weht über Felder. - Des Morgens um halb vier. - Des Morgens, 
wenn ich früh erwach. - Deutschland, Deutschland über alles. - 1. Die 
Bauern wollten Freie sein. - 2. Die blauen Dragoner. - Die Fahne hoch. - 
Die Trommeln und die Pfeifen. - Drei Lilien, drei Lilien. - Drüben am 
Waldesrand. - auf die Melodie "Argonnerwald": Durchs Pommernland 
marschieren wir. - auf die Melodie von J. W. Lyra. 1942, auch von H. 
Reyher: (Reiselied) Durch Feld und Buchenhallen. - Ein Fähnrich zog zum 
Kriege. - Ein Heller und ein Batzen. - Ein Mägdlein wollte früh aufstehn. - 
Ein Schifflein sah ich fahren. - Ein feste Burg ist unser Gott. - Eine 
Seefahrt, die ist lustig. - Einst ein Jäger wollte jagen. - auf die Melodie "In 




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Hamburg, da bin ich gewesen": Einst sind wir so freudig geritten. - Es 
blühen die Rosen. - Es braust ein Ruf. - (Blumensaat): Es dröhnen die 
Trommeln (T: Baldur von Schirach). - (Silcher): Es geht bei gedämpfter 
Trommel Klang. - auf die Melodie "0 Deutschland hoch in Ehren" (Pierson) : 
Es klingt wie eine Sage. - Es lebt der Schütze froh und frei. - Es liegt eine 
Krone. - (Mährer): Es pfeift von allen Dächern. - Es stehen drei Birken auf 
der Heide. - Es steht an der Ostsee die eiserne Schaar. - Es war ein Knab 
gezogen. - Es war ein Mädel jung an Jahren. - Es war einmal ne Müllerin. - 
Es welken alle Blätter. - Es war einst ein Fähnrich. - auf die Melodie "Wir 
traben in die Weite" (Jahn) : Es ziehen die Standarten. - 3. Es zog ein 
Hitlermann hinaus. - Es zog ein Regiment vom Ungarland. - Es zogen drei 
Burschen. - (Gläser): Flamme empor. - Glückauf, der Steiger kommt. - 
Gold und Silber lieb ich sehr. - Hab mei Wage voll gelade. - Harre meine 
Seele. - auf die Melodie: "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker) : 
Heiho! Die Schüsse knallen hell. - Heimat, o Heimat. - (Koch): Heiß ist die 
Liebe. - Heute wollen wir ein Liedlein singen. - Heut geht es an Bord. - 
Horch, was kommt von draußen rein. - Ich bete an die Macht der Liebe. - 
Ich bin ein Gardeschütz. - Ich bin ein lust ger Grenadier. - Ich ging einmal 
spazieren. - Ich habe Lust, im weiten Feld. - Ich hab mich ergeben. - 
(Silcher): Ich hatt einen Kameraden. - Ich schieß den Hirsch. - Ich weiß 
einen Lindenbaum stehen. - Ihr Brüder, seid gegrüßt am Belt. - Ich weiß 
nicht, was soll es bedeuten. - auf die Melodie "Wer will unter die Soldaten" 
als Parodie: Ich weiß nicht, was soll es bedeuten. - Ick weit einen Eikboom. 

- Ihr Jäger laßt erschallen. - Ihr Sturmsoldaten jung und alt. - (Ramrath): 
Im Feldquartier. - Im grünen Wald. - Im Krug zum grünen Kranze. - Im 
schönsten Wiesengrunde. - Im Wald, im grünen Walde. - Im Wald und auf 
der Heide. - In dem Kampfe um die Heimat. - In einem kühlen Grunde. - In 
München sind viele gefallen. - auf die Melodie "Polenmädchen": In 
Pommern liegt ein Städtchen. - Ist alles dunkel. -(Jahn): Kam rad, nun laß 
dir s sagen. - Kam rad, reich mir die Hände. - Kehr ich einst in meine 
Heimat wieder. - Kein Tropfen im Becher mehr. - Kein schöner Land. - 
Kennt ihr nicht die schwarzen Uniformen. - Liebster Schatz, gestatte mir. - 
auf die Melodie "Feinde ringsum "(Gläser): Heimzug. - Lippe-Detmold. - 
Lustig ist das Zigeunerleben. -(Büchsenschütz): Märkische Heide. - 4. Mein 
Kamerad im Braunhemd du. - Mein Regiment, mein Heimatland. - auf die 
Melodie: "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" (Becker): (SS-Marschlied) 
Mit schwarzer Mütze, Totenkopf. - Morgen marschieren wir zu dem Bauern 
ins Nachtquartier. - Morgen marschieren wir ins Feindesland. - Morgen muß 
ich scheiden. - (Silcher): Morgenrot. - Musketier seins lust ge Brüder. - 
Muß i denn. - Nach der Heimat möcht ich wieder. - Nach Ostland geht 
unser Ritt. - 5. (Altendorf): Noch leis durch Schlesiens Wälder. - Nun ade, 
du mein lieb Heimatland. - Nun, kleiner Tambour, schlage an. - (Silcher): 
Nun leb wohl, du stille Gasse. - (Pierson): O Deutschland hoch in Ehren. - 

0 Straßburg. - Regiment sein Straßen zieht. - (Altendorf): Rollt nun die 
blutigroten Fahnen auf! - Sah ein Knab ein Röslein stehen. - Schatz, mein 
Schatz, reise nicht. - auf die Melodie "Märkische Heid e"(Büchsenschütz) : 
(Heil Schlesien) Schlesische Erde, schlesisches Land. - Schön ist die Jugend. 

- Sennesand, du heißer Sand. - Setzt zusammen die Gewehre. - 6. Siehst 




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du im Osten das Morgenrot (T: A. Pardun; 4. Strophe: Juda den Tod). - Sie 
sollen ihn nicht haben. - Soldat, du bist mein Kamerad. - Soll ich dir mein 
Liebchen nennen. - Sprung auf, marsch, marsch. - (Silcher): Steh ich in 
finstrer Mitternacht. - (Methfessel): (Weihelied) Stimmt an mit hellem 
hohem Klang. - (Thiele): Stolz weht die Flagge schwarz-weiß-rot. - 
(Gättke): Trum, trum, die Landsknecht ziehn herum. - Über die Heide geht 
mein Gedenken. - Und in Brandenburg auf dem Bethsee. - (Himmel): 

Vater, ich rufe dich. - Von allen den Kameraden. - auf die Melodie 
"Gardemarsch": Von allen den Mädchen so blink und so blank. - Heinz 
Thum: Vom Barette schwankt die Feder. - Von dem Berge rauscht ein 
Wasser. - (Borgmann): Unsere Fahne flattert uns voran.- 7. Fritz Jöde: 
Wann wir schreiten Seit an Seit. - Warum ist es am Rhein so schön. - Was 
die Welt morgen bringt. - Was zieht so einsam. - (Schulten): Weit laßt die 
Fahnen wehen. - Wenn alle Brünnlein fließen. - Wenn des Sonntags früh. - 
Wenn die Landsknecht trinken. - Wenn die Soldaten durch die Stadt 
marschieren. - Wenn ich den Wandrer frage. - Wenn in stiller Stunde. - 
Wenn wir marschieren. - Wer die Welt am Stab durchmessen. - (Stuntz; 
Spohr): Wie ein stolzer Adler. - Wie hat das Gott so schön bedacht. - 
(Sotke): Wilde Gesellen, vom Sturmwind durchweht. - Wir heben die Hände 
empor zum Schwur. - auf die Melodie "Wolgalied": (Lied der Eisernen 
Division) Wir kämpfen unter Russenfahnen. - auf die Melodie "Stimmt an 
mit hellem, hohem Klang "(Methfessel) : Wir sind das Heer vom Hakenkreuz. 
- (Sotke): Wir sind des Geyers schwarzer Haufe. - 8. Kurt Hurrle: 
(Badisches Arbeitsdienstlied) Wir sind die Sturmkolonnen. - dazu anderer 
Text: Wir sind die Sturmkolonnen. - Wir sind vom 1. bayerischen 
Schneeschuhbataillon. - (Jahn): Wirtraben in die Weite. - Wirtragen am 
Arme das Wikingerschiff. - Wir treten zum Beten. - Utz Utermann: (Immer 
nur vorwärts) Wir woll n treu zum Banner stehn. - W. Altendorf: Wir ziehn 
auf stillen Wegen. - Wir ziehen unsre Straßen. - auf die Melodie "Wir halten 
fest und treu zusammen": Wo deutsch man fühlt. - (V. E. Becker): 

Wohlauf, die Luft geht frisch und rein. - Wo sind die Jugendjahr geblieben. - 
Zehntausend Mann. - auf die Melodie "Ihr Kinderlein kommet": Zu Haus 
angekommen. - (Ludolf Waldmann): Zwei Freunde zogen Hand in Hand. - 
Chaussee-Potpourri. 

Die oberflächliche Laienart der Zusammenstellung dem Alphabet nach, 
dazu noch fehlerhaft und ohne Urhebernachweise , mit der ein SA-Mann 
einen Vorgesetzten Führer erfreuen wollte , erweist sich gleichwohl als 
besonders werbewirksam , weil derart zwischen harmlosen Volksliedern wie 
absichtslos das braune Kampflied und das antisemitische Hetzlied steht. 

Information: Der Todesfall ist nachträglich unter Nr. 1111/1942 beim 
Standesamt Koblenz beurkundet. 


Behr, Hans 


siehe: Baer 


Behr, Hermann 

Stuttgart, 7. April 1875 - Berlin, 8. April 1947. 




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350 


Sohn eines Architekten; zunächst Geiger, seit 1901 Kapellmeister des 
Orchestervereins Breslau; am l/VIII/37 zum Sängerbundesfest in Breslau 
von Hitler zum Professor ernannt. Leiter des Waetzoldschen MGV; Leiter 
von Schulungswochen, so der Grundschulungswoche für Musikerzieher in 
Breslau, Oktober 1941. 

Behr galt als "jüdisch versippt"; sein Schwager war Artur Schnabel, 
sein Sohn Carl mit einer Jüdin verheiratet. Dennoch nahm ihn die NSDAP 
auf und ernannte ihn RMK-Präsident Raabe zum Landesleiter der RMK. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.033.814; 1936-38 Landesleiter der RMK Gau XXIII 
Schlesien in Breslau, zugleich Leiter der Fachschaft IV; dann bis 1945 
Landesleiter der RMK Gau Niederschlesien. Gauchorleiter des DSB Gau IV 
Schlesien. 

19. Februar 1938, Absetzung?: 

"Der Präsident der Reichsmusikkammer, Herr Prof. Raabe, hat den 
Landesleiter Schlesien der Reichsmusikkammer, Herrn Prof. Behr, mit 
Wirkung vom 31. März ds. Js. seines Amtes entsetzt und sperrt sich 
zunächst gegen sein Weiterverbleiben in diesem Amt. Die Gründe dafür sind 
im Augenblick undurchsichtig. Jedenfalls lassen aber andere Momente, die 
mir bekannt wurden und die Herr Prof. Raabe im Augenblick noch nicht 
weiß, es zweifelhaft erscheinen, daß Prof. Behr als Landesleiter 
weiterverbleiben kann. Der Präsident der Reichsmusikkammer bringt mir 
nun als neuen Landesleiter Herrn Scherzer aus Gleiwitz in Vorschlag, gegen 
den sich bisher so ziemlich alle Stellen, die ich befragte, geäußert haben. 
Gelegentlich einer Rücksprache, die ich mit Reichskulturwalter Moraller in 
Berlin hatte, verwies er mich nun an Sie und sagte mir, Sie wären in de 
Lage, mir ein eingehenderes Urteil über Herrn Scherzer zu geben" (RPA 
Schlesien an den Regierungspräsidenten Rüdiger, 19/11/38. Quelle: BA R 
55/11. Blatt 80). 

Information: DML, FA, LdCh. 


Behr, Hermann 

Ammendorf/ Krs. Halle, 23. Juni 1896 - Bad Wildungen, 24. Juli 1969. 
Musikpädagoge, Chor- und Kapellmeister in Halle, ab 1938 in Beuchlitz. 
Nach 1945 in Bad Wildungen Komponist und Arrangeur, dann i. R. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 1.881.521. 

Parademarsch der braunen Armee, onA , im Juli 1933 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1160). 

Matrosenliebe: Wenn die Barkassen den Dampfer verlassen (T: Fritz 
May). 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 

"Wenn die Barkasse 
den Dampfer verlassen, 
dann bleibt der Matrose allein! 

Die Lichter verblassen, 
ganz fern sind die Gassen, 




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wie schwer ist es, einsam zu sein! 

Mein Mädel, noch zucken 

die Lippen, doch mucken, 

das darf ein Matrose sich nicht! 

Drum spiele ich leise 

die zärtliche Weise, 

sie ist so wie du ein Gedicht". 


In: 

Das Lied der Front 1 (1940); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940). 

Reiterlied: Wenn Galopp wir reiten durch die wilden, weiten Wälder (T: 

Gefr. Heinz Pfeiffer; das Original nennt jedoch RAD-Feldmeister Fritz- 

Erdmann Berg) [K]. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wenn die Schlacht geendet 

und sich zugewendet 

Sieg und Glück und Ruhm und Ehr , 

heimatwärts wir lenken, 

unsre Banner schwenken; 

um uns tost des Volkes Meer". 

In: 

Das Lied der Front 2 (1940). 

Leb wohl!: Ich zieh hinaus beim Morgengraun (eigner T). 

In: 

Volk in Waffen (1941). 

Information: LdCh. 


Behr, Theodor 

St. Johann, 17. Februar 1901 - Berlin-Charlottenburg, 9. Februar 1959. 
Musiklehrer und Konzertsänger(Bariton) in Saarbrücken, auch mit Liedern 
zur Laute. 

Nach 1945 zuletzt in Berlin. 

NSDAP seit l/VI/36, Nr. 6.926.795, auf Antrag vom 22/VII/36. 

Es kämpft ein Volk in harter Wehr im Saarland um die deutsche Ehr. 
Saarlied mit Begleitung von Pfeifen und Rührtrommel. 

Textprobe (1. und 2. Strophe): 

"(...) und gegen Schmach und Schande. 

Es hebet auf zum Schwur die Hand: 

Nur mit dem deutschen Vaterland 
verknüpfen uns starke Bande. 

Der welsche Geist versucht mit Macht 
im Westen Deutschlands hohe Wacht, 
das Saarvolk, zu gewinnen. 

Doch Mann für Mann an uns rer Saar 




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bekennen sich zum deutschen Aar. 
Und fest steh n unsre Zinnen!" 

In: 

Deutsch ist die Saar! (1934). 


Behrend, Fritz 

Berlin, 3. März 1889 - Berlin, 29. Dezember 1972. 

Sohn eines Kohlengroßhändlers; Schüler von Ph. Rüfer und E. Humperdinck, 
Orchestermusiker und Komponist in Bremerhaven, hier Waldhornist des 
Stadttheater-Orchesters. Später in Berlin als freischaffender Komponist und 
Kompositionslehrer. 

Nach 1945 weiterhin in Berlin. 

Werke: Sinfonien; Bühnenwerke, so das Fastnachtsspiel "Der schwanger 
Bauer" von Hans Sachs Op. 53 (1934), "Die lächerlichen Preziosen" nach 
Moliere Op. 57 (1934), die Oper "Almansor" Op. 61, "Dornröschen" Op. 76, 
Märchenoper (1936); Orchesterstücke. 

Mutig voran! Marsch für Blasmusik (1939?; DtldS/RS Berlin, 21/IV/40, 
Bremer Hafenkonzert) [0]. 

Zum Appell. Marsch für Blasmusik (1939?; RS Hamburg, 18/IV/39; 
DtldS/RS Berlin, 31/III/40, Bremer Hafenkonzert) [0]. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK. Das Verzeichnis der 
Musiknachlässe in Deutschland (Berlin, 2000) nennt das falsche Todesjahr 
1939. 

Geschichtsfälschung, 2001: 

"(...) Out of favour during the Third Reich. (...)" (John Morgan, 

Andrew D. McCredie: Namensartikel. "The New Grove Dictionary of Music". 
London/New York, 2 2001). 


Behrendt, Franz 

Wonzow, 15. Mai 1876 - Freyburg/ Unstrut, 27. April 1935. 

Zunächst Kaufmann und Musikalienverleger, dann Arbeiter in Freyburg. 

NSDAP seit l/VII/31, Nr. 578.058. 

SA-Marsch - Wilson-Friedensmarsch - Marsch zum 1. Mai: Wir leben 
jetzt im dritten Reich (Ehret die Arbeit) - Schlageter-Gedächtnislied: So 
viele Totenkreuze stehn (Musik: Alfried Röth) - Hakenkreuzflaggen- 
Marsch, sämtlich auf eigne Texte, im August 1933 der Reichskanzlei 
eingereicht, weil er sich durch Verkauf der Lieder "einen neuen Erwerb 
schaffen" wolle, und am 9/X/33 noch einmal "Herrn Reichsminister Dr. 
Goebbels". 

Zitat: 

"Ich bin weder Tonkünstler noch Dichter. Wenn die Kunst Grund zur 
Kritik findet, so liegt das Mehr außerhalb meines Könnens. Mich befriedigt 
es, daß der Führer diese Arbeit schätzt. Da auch Sie Herr Reichsminister im 




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Volk den Ruf genießen, Daß Sie, wie der Führer, auch die kleinste Arbeit 
eines Arbeiters schätzen, habe ich das Vertrauen, das, wenn sich diese 
Kompositionen in der Richtung der Führung bewegen, ich die Erlaubnis 
erhalte" (Behrendt an Dr. Goebbels, 9/X/33. Fehler im Original. Quelle: BA 
R 55/ 1165 Blatt 185). 

Marsch zum 1. Mai: Wir leben jetzt im dritten Reich. Hurra! Die 
Arbeitsfront, die merkt es gleich (eigner T). 

Textprobe (5. Strophe mit Refrain): 

"Jetzt ist das große Ziel erreicht, Hurra! 

Der Führer niemals wankt noch weicht. Ja, ja. 

Es hämmert seine starke Faust. 

Schaut hin, wie der Marxist gehaust. 

Ehret die Arbeit, achtet den Arbeiter. 

So sprach der Führer am ersten Mai, 

Symbol für alle Zeit dies sei, 

wir werden fest zusammenstehn 

und lassen Deutschland nicht untergehn". 

In: 

Wir singen (1934). 


Behrendt, G. 

SA-Mann im Sturm 1 in Königsberg. 

Führer und Vaterland. SA-Lied (RS Königsberg, 5/IX/35). 


Behrendt, Gustav 

Musikpädagoge und Musikpublizist in Berlin, Studienassessor an der 
Menzelschule (Oberschule für Jungen) in Berlin NW 87. 

Musikerziehung als Erziehung zur Gemeinschaft ("Zeitschrift für 
Schulmusik", Jahrgang 1934. S. 89 ff.) 

Das nationalsozialistische Liedgut ("Die Musikpflege" VII/11, Februar 
1937. S. 425-433). 

Zitat: 

"(...) Erst die nationalsozialistische Bewegung konnte diese Aufgabe in 
ihrer ganzen Forderung erfüllen. Denn sie allein hat wahrhaft 
volksgebundene Haltung mit der Anerkennung des Wertes des individuellen 
Führertums vereinigt. So konnte im Dritten Reich das neue Volksliedgut aus 
dem Erleben der Volksgemeinschaft, aus der Gesamtheit des deutschen 
Volkes entstehen. Die neuen Lieder klingen uns heute aus den Kolonnen der 
marschierenden Mannschaften entgegen. Das große Erlebnis der völkischen 
Einigung schuf sie: Frisch, ungekünstelt, spontan hervorbrechend. Es sind 
die politischen Kampf- und Freiheitslieder, die sich aus der unmutigen 
deutschen Seele losgerungen haben. Sie sind geschaffen, um Menschen in 
ihrem Denken und Tun zusammenzuschweißen gegen die internationalen 




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Massen. Tiefe deutsche Mannhaftigkeit und das Sehnen nach Wehrhaftigkeit 
kommt in ihnen zum Ausdruck. Und ebenso ist das Singen selbst nicht 
schön im Stimmklang, sondern aus kämpferischem Herzen urwüchsiger 
Ausdruck des männlichen Wollens. Viel neues Liedgut ist dabei entstanden, 
nicht immer vollwertig; aber das Gute überwiegt durchaus. Deutschland ist 
erwacht, und mit ihm das singende Deutschland" (S. 425-426). 

Behrendt untersucht u. a. die Genealogie des Horst-Wessel-Liedes, 
jedoch war er so wenig mit seinem Stoff vertraut, daß er viele Namen falsch 
buchstabierte. 

Wir wandern und singen! Liederbuch der NS-Gemeinschaft >Kraft durch 
Freude< (1937). Lautensätze: G. Behrendt. 


Behrendt, Martin 
Feldwebel der Wehrmacht. 

Auf Hieb und Stich: Leis regt der Wind die Schwingen (eigner T). 
Kriegslied. 

Textprobe (5. und 6. Strophe): 

"Weit recke deine Flügel. 

Nun, Rußland, wehre dich! 

Faßt fester Zaum und Zügel, 
es geht auf Hieb und Stich! 

Leis regt der Wind die Schwingen, 
herbstgolden ruht die Welt. 

Soldatenlieder klingen, 

Soldaten ziehn ins Feld". 

In: 

Landser-Lieder (1942). 


Behrens, August 

Köln, 3. Dezember 1865 - Frankfurt a. M., 3. Juni 1956. 

Musikpädagoge in Frankfurt a. M. 

Nach 1945 weiterhin in Frankfurt, zuletzt i. R. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Der deutsche Rhein. Marschlied onA, am 10/V/33 dem RMVP eingereicht. 

Das Promi gab das Werk ans Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung weiter. Dieses schaltete die Musikabteilung der 
Preuß. Akademie der Künste ein, pauschales Urteil, 3/VII/33: 

"Wir sind nicht in der Lage über jede der Kompositionen ein eigenes 
Gutachten abgeben zu können, weil diese Werke jeder individuellen Züge 
entbehren. Kompositionen dieser Art werden zu Hunderten verfertigt und 
kommen in Bezug auf künstlerische Qualität gar nicht in Frage. Die 
patriotische Einstellung der Einsender ist unverkennbar, leider entspricht 




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diesem Wollen kein entsprechendes Können" (Quelle: BA R 55/ 1160. Blatt 
27). 


Behrens, Walter 

Die Wacht am Meer. Marsch der Flakartillerie im Luftgau XI Hannover 
(1941) [PB]. 

Das weiße Schiff: Mädel, auf dem Sonnendeck (T: Eberhard Moes). 
Marinelied. 

Textprobe (3. und 5. Strophe): 

"Wieder fahr ich übers Meer, 

Kurs auf England geht die Reise. 

Aus der Ferne - Ferne - weht es her, 
klingt mir so erinnrungsschwer 
des Vergangnen junge Weise. 

Heute braust des Krieges Sturm 
um der Masten schlanke Spitzen, 
und aus jedem - jedem - Panzerturm 
droht, ein böser Urzeitwurm, 
der Kanone Todesblitzen". 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Behrens, Wilhelm 

Stoitze/ Krs. Uelzen, 29. April 1887 - Bremen, 4. Juni 1980. 

Sohn eines Lehrers; Musikpädagoge - Oberschullehrer - und Erfinder eines 
Notenschriftsystems in Bad Oeynhausen, zeitweise Organist der ev. Kirche; 
1927-45 Musiklehrer an der Luisenschule (Höhere Mädchenschule). 

Danach noch bis 1950 in gleicher Stellung, dann i. R. Seit 1964 in 
Bremen, hier abl977 in einem Altersheim. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Das Lied vom Führer: Ihr streitbaren Männer von deutschem Geblüt 
(eigner T). 2stimmig (1934) [G&S]. Im Juli 1933 dem RMVP eingesandt 
(Quelle: BA R 55/ 1160). 

Das Notenschriftsystem unterbreitete der Erfinder 1935 ebenfalls dem 
RMVP, dessen Abteilung M es gutachtlich prüfte, jedoch als zu kompliziert 
ablehnte. 

Information: DML. 


Bei dem Donner der Kartaunen, Bomben und Granatensprühn, darf 
ein Kriegsmann sich nit saumen. Kriegslied aus Franken nach älterer 
Handschrift mitgeteilt von Ditfurth in: "Volks- und Gesellschaftslieder des 
17. und 18. Jahrhunderts" (1872). 




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Textprobe (2. Strophe): 

"Dann muß er gar tapfer fechten, 
schießen, hauen, stechen drein; 
nie sich fürchten, ob zur Rechten, 
links auch viel gefallen sein. 

Ob zur Stell gar die Höll 
einher auf ihn stürmen wöll, 
soll er doch gar ritterlich 
selbst dem Teufel halten Stich". 

In: 

Kämpfende Mannschaft (1934); Wohlauf Kameraden (1934); Glück ab, 
Kameraden! (1935); Soldaten, Kameraden (1935); Kameraden, wir 
marschieren (1935); RJF, Musikblätter der HJ 35 (1935); Lieder des Volkes 
(61936); Lobeda-Singeblatt 24 (1936); RJF, Liederblatt der HJ 28 (1936); 
Neues Deutschland 2 (1937); Lied über Deutschland (1937); SA-Liederbuch 
(21939); Es leben die Soldaten 3 (1940); Kameradschaft im Lied 3 (1940); 
SS-Liederbuch ( 6 1940, 9 41); Lied über Deutschland 3 (1940); RJF, Unser 
Liederbuch ( 6 1941). 


Bei der Linden bin i s gsessn, bei der Linden sitz i s gern. Aus 
Kärnten und Oberbayern. Zuerst in: G. Neckheim, "Echte Kärntnerlieder" 
(1891). 

In: 

Lieder unseres Volkes (1943). 


Bei der Nacht. Mährisches Volkslied. 
In: 

Brünn ist nit hin (1939). 


Bei der schönsten Sommerszeit. Titel: Der Gugger. Volkslied aus 
Tirol-Vorarlberg. 

In: 

Hellau! (1942). 


Bei dumpfem Trommelwirbel zu Benrath an dem Rhein, da ging ein 
blühend Leben zum jähen Tode ein (T: onA ). Titel: Schlageterlied. Der 
Melodie "Zu Mantua in Banden" aufgesetzt. 

Tondokument - ohne Datum - im DRA: 1890820-24. 

Ausführende: Bariton mit SA-Blaskapelle, Dgt. G. Groschwitz. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Du deutscher Andreas Hofer, 
du Perle deutscher Treu, 
dein Glanz kann nie verblassen, 
wird immer wieder neu. 




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Alldeutschland schwört, trotz aller Not, 
zum Dank für den Märtyrertod: 

Die Rache, sie ist mein!" 

In: 

Durch Kampf zum Sieg! ( 7 1926); Deutschland erwache! (551932); Was der 
Deutsche singt (1932); Schlesisches SA-Liederbuch ( 5 1933; nurT, Variante: 
"Bei dumpfer Trommel Wirbel"); Neues Deutschland 1 (1933); Sieg-Heil! 
(1933); NS-Volks-Liederbuch (21934; T: L. Eck); Lieder von heute (1934); 
Singkamerad (21934, 3 1935, 8 1937); Liederbuch für Dt. Frauen und 
Jungmädchen-Verbände (1934; nurT, Variante s. o.); Deutsche Lieder für 
die Jugend ( 2 1935); Vorwärts! Vorwärts... (1935; nurT). 


Bei einem Wirte wundermild, da war ich jüngst zu Gaste (T: L. 
Uhland, 1811). "Volkslied", onA. Auch von R. Strauss vertont. 

In: 

Liederbuch der NS-Frauenschaften ( 2 1933, 41934 ); Flieger-Liederbuch 
(1938; nurT). 


Beier, Walter 

Artillerie-Gefreiter der Kriegsmarine. 

Janmaaten-Flaklied: Was fliegt dort brausend die Küste an (T: die 
Komponisten), zus. mit Marine-Artillerist Gerhard Krohn. 

In: 

Blaujacken-Lieder (1941). 


Bei ins afn Land. 

In: 

Hellau! (1942). 


Beil, Hermann 

Helden der Luft. Marsch für LW-Musik, Fassung: H. Männecke (1942) 
[W&C]. 

In: 

Neues Sanssouci 73 (1942). 


Beil, Walter (Friedrich) 

Dresden, 4. Dezember 1894 - Dresden (SBZ), 11. Dezember 1948. 
Kapellmeister in Dresden, Stand 1933: Dirigent der "Soldatenkapelle 100", 
später auch Privatmusikerzieher (Violine, Klavier, Trompete). 




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NSDAP seit l/XI/29, Nr. 170.142. SA; Sturmführer, MZF der SA-Standarte 
100 Dresden. 

24. März 1933: 

Die Soldatenkapelle 100, Dgt. Beil, bietet im Rundfunk u. a. B. 
Schestaks "Sachsenmarsch der NSDAP" (Mirag, 24/III/33). 

Sturmmarsch (Mirag, 24/III/33). 

Grenzvolk hält Wacht. Marsch über das neue Sachsenlied von Heinz 
Steinbrecher (RS Leipzig, *12/XI/36, *5/VIII/37). 

Wenn die Fahnen und Standarten (T: G. Schumann). Kampflied für 
Chor, zus. mit H. Steinbrecher (RS Leipzig, *5/VIII/37). 

Information: Das Stadtarchiv Dresden (11/III/98) gab an , keine 
Nachricht über Walter Beil zu haben; laut Standesamt Dresden (8/X/98) 
gäbe es für Beil es keine Hinweise zu Ehe oder Tod im Register. 


Beilschmidt, Curt 

Magdeburg, 20. März 1886 - Leipzig (DDR), 7. März 1962. 

Schüler u. a. von Hans Sitt, Pianist, Musikschriftsteller und Komponist in 
Leipzig, hier 1923 Gründer und Dirigent des Orchestervereins der 
Musikfreunde, des gemischten Chors "Orpheus" und des Frauenchors 
Harmonie; 1943 Lehrer an der Städtischen Musikschule für Jugend und 
Volk. 

1946-56 Dozent an der Staatlichen Musikhochschule Leipzig und 
weiterhin Leiter des Orchestervereins der Musikfreunde, 

Rundfunkkomponist, Chorleiter. 

Werke: sechs Opern auf eigne Texte; Lieder, Kantaten, Klavierstücke, 
Blasmusik, auch U-Musik für Orchester; Sinfonietta für Zupforchester 
(1939). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

1933 

Musik zum Hörspiel "Der Heimkehrer" von Friedrich Griese (Mirag, 
18/VIII/33, als Stunde der Nation). 

Ernst Schicketanz: Spiel vom Frohnauer Hammer (T: Hans Reh). 
Rundfunkfassung, Dgt. C. Beilschmidt (Mirag, 13/X/33). 

1934 

Musik zur Funkdichtung "Junges Schreiten" von Rudolf Maczurat (RS 
Leipzig, 21/XI/34). 

1935 

Ehrenmal gefallener Dichter (T: Franz Konrad Hoefert). Oratorium zum 
Heldengedenktag (RS Leipzig, *17/111/35, in der Reihe "Das ewige Reich der 
Deutschen", musikalische Leitung: selbst). 

Trommeln dröhnen durch deutsches Land. Lied. Musik.Wort. Gestaltet 
von R. Wächter (T: Karl Robert Popp) [AS]. 

In: 

Die Feier der jungen Front 3 (1935). 




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Op. 91 a. Vor- und Nachspiele (Schlußmusik) zu den Feierstunden Wir 

suchten Deutschland und Wir halten die Treue, für Harmonium und 
Klavier. 

In: 

Bekenntnis zum Reich (1935). 

Op. 91 b. Vor- und Nachspiel (Schlußmusik) zur Feierstunde Die Fahne 
geht voran, für Harmonium und Klavier. 

In: 

Bekenntnis zum Reich (1935). 

Vorspiel zum Lied Wenn alle untreu werden, für Harmonium und Klavier. 
In: 

Bekenntnis zum Reich (1935). 

Heraus! Wir Jungen! Der Tag erwacht! Auf, Kameraden! Besiegt ist die 
Nacht (T: Fritz Abt). Morgenlied. Satz: C. Beilschmidt. 

In: 

Bekenntnis zum Reich (1935). 

Chor der Jungen: Wir ziehen die Straßen über das Land (T: onA ). 
Fassung: C. Beilschmidt. 

In: 

Bekenntnis zum Reich (1935). 

Es sei mein Herz und Blut geweiht (T: onA ). Melodie von 1817. Satz: 

C. Beilschmidt. 

Es handelt sich um das Weihelied der schwarzen Freischar 1813 auf 
Worte von Friedrich Schlegel. 

In: 

Bekenntnis zum Reich (1935). 

1936 

E. Höffner: Olympia-Kämpfer. Marsch. Für Orchester: C. Beilschmidt 
(1936) [FS]. 

1937 

9. Mai 1937: 

Die Leipziger Musiktage von NSKG und NSG "Kraft durch Freude" 
bieten das "Alpenquintett" Op. 48 für Flöte, Oboe, Klarinette, Fagott und 
Horn von Beilschmidt . 

9. Mai 1937: 

Die Leipziger Musiktage von NSKG und NSG "Kraft durch Freude" 
bieten "Neue Musik auf Volksinstrumenten", u. a. - Dgt. Beilschmidt - von 
ihm "Arkadischer Frühlingsreigen" für Bandonionorchester und in Teil-UA 
Sinfonietta in D-Dur für Zupforchester. 

1940 

E. Höffner: Wer glaubt, allein zu beherrschen. Kriegslied. Fassung: C. 
Beilschmidt (1940) [FS]. 

28. Dezember 1940: 

Die Jungmädel der HJ-Rundfunkspielschar Leipzig, Dgt. Beilschmidt, 
bieten das Kinderliedersingen "Von allerlei Tieren" (RS Leipzig, 28/XII/40). 
Information: DNML, DML, FA, RML, LdCh. 




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Bei Luzern dem Rigi zua. Volkslied aus Schwaben. 
Vgl. Vo Luzern uf Wäggis zue. 

In: 

Schwäbisches Liederbuch ( 4 1938). 


Bei meines Buhlen Haupte da steht ein goldner Schrein. 
Wahrscheinlich altes Reigenlied, 1536 erstmals gedruckt. 

Vgl. Und in dem Schneegebirge. 

In: 

Lieder der Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland ( 5 1941). 


Beim Kronenwirt ist heute Jubel und Tanz, tjo, dideltjo. 
Hochzeitslied aus der Mark Brandenburg. 

In: 

Deutsche Volks- und Kampflieder für die HJ und das Jungvolk (1933); Uns 
geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); Unser Liederbuch 
(71938). 


Beim Mondenschein 


= Gestern beim Mondenschein 


Bei Modlin wohl an der Weichsel, da ist zerwühlt der Sand (T: 
Unteroffiziere Barth, Britzkow und Manlick). Kriegslied , der Melodie "Bei 
Sedan auf der Höhe" aufgesetzt. 

Textprobe (5. Strophe): 

"Der Pole ward geschlagen 
von starker deutscher Hand, 
der Infantrist steht Posten 
für Führer und Vaterland". 


In: 

Neue Kriegslieder (1940). 


Beim Start mit deiner Wolkenbarke (T: Günter Praus). Fliegerlied, 
der Melodie eines niedersächsischen Volksliedes aufgesetzt, in einer 
Aufzeichnung nach dem Gesang der Truppe bearbeitet: G. Pallmann. Titel: 
Flugregeln für Lebensmüde. 

In: 

Flieger sind Sieger (31941). 


Beim Waschen zu singen 


= Unrasiert und fern 




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Bein, Ottilia 

Göttingen, 10. September 1899 - Göttingen, 27. April 1970. 
Musikpädagogin; Diplommusiklehrerin mit Hauptfach Klavier in Göttingen. 
Nach 1945 weiterhin in Göttingen; 1966 verehelichte Polenz. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP; Kreismusikreferentin der NS-Frauenschaft 
Göttingen. 


Bein, Wilhelm 

Sarstedt bei Hannover, 22. Juni 1883 - Bad Grund, 26. Januar 1966. 
Musikpädagoge, seit 1919 in Hannover Musiklehrer, 1924 akadem. 
Musiklehrer am Kaiser-Wilhelm-Gymnasium, dann auch am Goethe- 
Realgymnasium, später an der PH; Chorleiter, Dirigent des Silcherbundes 
Hannover und der Liedertafel Döhren. 

Nach 1945 hier wieder Dozent an der PH, 1948 i. R., jedoch Leiter des 
Kleefelder MGV und ab 1950 der "Liedertafel von 1888" in Hannover- 
Döhren. Landeschormeister des DAS. Er erhielt 1953 das 
Bundesverdienstkreuz. Zuletzt in Bad Grund. 

Von Brückner/Rock I fälschlich als Jude denunziert. 

Werke: Lieder, so Heimatlieder; viele Männerchöre. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP; NSLB seit l/IX/33. 

Unser Kanzler: Du hast uns stets aufs neue (T: F. Holzapfel). 

Einstimmiger Chor (1933). 

Alle folgenden Titel bei [HH]: 

Deutsches Lied: Deutsches Lied, du klingst so traut (T: Maros), für 
versch. Chorbesetzungen. 

Unser Glaube: Unsre Kraft ruht in der Stille (T: Fritz Fink). MCh 
Zum Muttertag: Denk, daß eine deutsche Mutter (T: A. Leinemann). Lied 
für Gesang mit Klavier/ Harmonium. 

Kamerad: Uns trägt der gleiche Boden (T: Fritz Fink). MCh (1937). 

Volk und Arbeit: Wir sind in der Welt nicht! (T: Rudolf Behrens), für MCh 
mit FrCh/ Kinderchor ad libitum (1938). 

Sonntagsseele: Laß ihn draußen nur hetzen und hasten (T: LUlu von 
Strauß und Torney) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. Liederfest 
des DSB). 

Dem deutschen Volk: Deutsches Volk, du Volk der Lieder (T: E. Oest), für 
gemCh (1939). 

Den gefallenen Helden: Ihr starbt für uns (T: Fritz Fink). MCh (1939). 
Deutschland voran! (Nun lasset uns singen). Marsch mit Benutzung des 
gleichnamigen Liedes (H. Dankeismeyer), für Gesang mit Klavier; für 
Blasmusik: W. Genger (1940). 

Information: DML, FA, KDMK, LdCh. 


Beinghaus, Josef 

(?), 9. März 1914 - Gummersbach, 6. November 1980. 




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Amateurkomponist in Derschlag/ Rheinland. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Das neue Deutschland. Marsch, onA , im Juni 1933 dem RMVP 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1159). 

Information: "(...) weil in diesem konkreten Fall Angehörige des 
verstorbenen Herrn Beinghaus sich mir gegenüber dahingehend geäußert 
haben, daß sie eine Weitergabe von Daten des Verstorbenen ausdrücklich 
nicht wünschen" (Der Standesbeamte Horn, Gummersbach, unter 
rechtswidriger Umgehung des PStG an F. K. Prieberg, 21/VIII/96); das 
Friedhofsamt Gummersbach (18/III/98) teilte mit, eine Beisetzung auf 
einem der städtischen Friedhöfe von Gummersbach sei nicht nachweisbar; 
das Einwohnermeldeamt (5/V/98), Frau Bekaan, versuchte zunächst, mit 
der falschen Behauptung irrezuführen, das Meldegesetz des Landes 
Nordrhein-Westfalen verbiete Auskün fte zur Geburt, setzte auf Antrag 
jedoch 15 DM Gebühr aus und ließ sich von der rechtlichen Vorhaltung 
überzeugen. Das Melderegister nennt als Geburtsort: unbekannt. 


Beinroth, Fritz (Friedrich Wilhelm) 

Lübeck, 21. April 1911 - Baunatal/ Krs. Kassel 21. Februar 1994. 

Dr., Musikdirektor und Leiter des Musikschulorchesters Sangerhausen, auch 
Komponist; 1941 in Bad Frankenhausen/ Thüringen. 

1952 Direktor der Volksmusikschule Merseburg, zuletzt i. R. in 
Baunatal. 

Werke: "Musikgeschichte der Stadt Sondershausen von ihren Anfängen 
bis zum Ende des 19. Jahrhunderts" (Innsbruck, 1943); 1. Sinfonie in Es- 
dur (1954). 

NSDAP seit l/IV/41, Nr. 9.054.982, auf Antrag vom 6/1/41. MZF des Banns 
266 der HJ, Leiter der HJ-Musikschule Sangerhausen. 


Bei Sedan auf der Höhe steht ein Kanonier auf Wacht (T: Gefreiter 
Kurt Moser, 29. Oktober 1870, in der Kirche zu Villepinte). Kriegslied mit 
zahlreichen Varianten, Melodie wohl nach Hans Eulers Tirolerlied "Horch, 
Marthe, draußen pocht es"; auch in: "Stolz ziehn wir in die Schlacht", 
Soldatenlieder (München, 1915). Titel: Der sterbende Reiter. 

Textprobe (3. und 6. Strophe): 

"Ein Soldat geht auf und nieder 
und besah die Leichenschar, 
die noch gestern um die Stunde 
gesund und munter war. 

Deutsche Männer: deutsche Helden! 

Großer Gott, wir loben dich. 

Deutsche Freiheitskämpfer sterben, 
aber weichen tun sie nicht!" 




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Diese sechste Strophe war ein zeitgemäßer Nachtrag zur originalen 
Ballade über einen sterbenden Krieger. 

In: 

Heil Hitler! (1933; nurT, onA ); Singendes Volk 6 (1933; Variante: "Bei 
Sedan wohl auf den Höhen, da stund nach blutger Schlacht in später 
Abendstunde ein Badner auf der Wacht"); Volk singt (1934; "Mündlich von 
Lagerleiter Dickhut, Scheuen"); Soldatenlieder (1934); Stimmt an! (1934; 
onA ); Liederbuch der SA ( 6 1936; nurT; Variante: "steht ein Krieger auf der 
Wacht"); Neues Deutschland 2 (1937); Soldaten-Liederbuch (1938; 

Variante: "da stand nach blut ger Schlacht in der letzten Abendstunde ein 
Schütze auf der Wacht"); Die Wehrmacht singt (1939; onA , nach dem 
Gesang der Truppe aufgez.); Liederbuch der Luftwaffe (1939; Variante: "Bei 
Sedan wohl auf den Höhen"); Alte und neue Soldatenlieder (1940); 
Soldatenliederbuch (41940; Variante: "Bei Sedan wohl auf den Höhen"). 


Bei uns auf der Älm is a Lebn, holdio-e-i-di. Volkslied aus Altenberg 
im Raxgebiet (Steiermark). Aus: Kelbetz, "Steirer Lieder". 

In: 

Lobeda-Singeblatt 13 (1935). 


Bei Waterloo, da fiel der erste Schuß. Lied der schwarzen 
(Totenkopf-) Husaren. Kriegslied, zuerst 1815 gesungen, nach: 
Erk-Böhme, "Deutscher Liederhort" (1856/1893). Mehrere Textvarianten. 

Die Melodie ist identisch mit der des Titels "Herzog Oels". 

Vgl. Herzog Oels der tapfere Held. 

In: 

Das Soldatenlied (1932); Deutsche Wehr- und Soldatenlieder (1933; 
onA ); Uns geht die Sonne nicht unter (1934, Textausgabe 1941); 
Soldatenlieder (1934); Singkamerad (31935, 8 1937); Volksliedsingen im 
Schulfunk 4 (14. Mai 1936); Lied über Deutschland (1937, 5 1941); RJF, 
Liederblatt der HJ 39 (1938); Lied über Deutschland 3 (1940); SS- 
Liederbuch ( 6 1940, 91941); RJF, Unser Liederbuch ( 6 1941); RJF, Unser 
Kriegs-Liederbuch ( 7 1941; nurT). 


Bekedorf, Görly (Georg) 

Hannover, 23. April 1890 - ohne Ort und Datum (vermißt nach 
Kriegseinwirkung). 

Sohn eines Konzertsängers und Chordirigenten; Chorleiter, zunächst in 
Hannover. Dann - mutmaßlich mit Wohnsitz Frankfurt - bis 1943 Dirigent 
der Sängervereinigung "Harmonia-Hammonia", des Schubertquartetts in 
Heusenstamm und des Gesangvereins "Liederzweig" in Weiskirchen bei 
Offenbach. 


Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutsche Hymne. MCh (RS Frankfurt, 7/VII/35). 




B Handbuch Deutsche Musiker 1 933-1 945 364 

Unter der Fahne. Chorlied (RS Frankfurt, 27/VI/37). 

Information: DML. Laut Institut für Stadtgeschichte in Frankfurt a. M. 
(21/VII/98) seien dort auch in den Adreßbüchern keine Informationen zu 
Bekedorf vorhanden. 


Bekenntnis zum Reich (Anthologie) siehe: K. H. Richter 


Bekker, Paul 

Berlin, 11. September 1882 - New York, 7. März 1937. 

Geiger und Musikpublizist, 1927-32 Generalintendant der Staatstheater 
Wiesbaden und Kassel. 

Von Brückner/Rock (I: Arier, aber antideutsch und Emigrant) und 
Gerigk/Stengel als jüdischer Mischling denunziert. 

Bekker emigrierte 1933 nach Paris und ging 1934 weiter in die USA, 
wo er als Musikkritiker und Dozent der New School for Social Research in 
New York wirkte. 

26. Juli 1935, Denunziation: 

"Bekker, Paul (Deutschenhetzer, Jude)" (NSKG, Amt für 
Kunstpflege, Rundschreiben Nr. 6, Liste der Musik-Bolschewisten, 

26/VII/35. Quelle: BA NS 15/ 187). 

1941, Ausbürgerung: 

"Durch Erlaß des Reichsinnenministers vom 3. 3. 1936 wurde Bekker 
auf Grund des § 2 des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und 
die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit ausgebürgert. Die 
Begründung der Entscheidung hatte folgenden Wortlaut: 

>Paul Bekker, Musikschriftsteller, jüdischer Abstammung, zuletzt 
Intendant des Staatstheaters in Wiesbaden, wo er eine rücksichtslose 
Günstlingswirtschaft unter Bevorzugung jüdischer Stammesgenossen trieb. 
Durch die Auswahl und die kulturbolschewistische Aufmachung der 
Darbietungen trat er bewußt in scharfen Gegensatz zu dem deutschen 
Kunstempfinden. Nach der nationalsozialistischen Erhebung wurde er 
Mitarbeiter an der Pariser Emigrantenpresse. In seinen Machwerken streut 
er die niedrigsten Verdächtigungen gegen das künstlerische Wollen 
Deutschlands und seiner führenden Männer aus<" (Gerigk/Stengel, Spalte 
27). 

Information: DML, FA, MM2 ("hj."), RML, MGG. 


Belagerung von Kufstein = Nun wollt ihr hören singen 


Belisar-Marsch. Parademarsch des IR Nr. 139 (RS Leipzig, 
*9/XI/34, Reserve-MZ der SS-Standarte 48, Dgt. Paul Steinbach). 


Belker, Paul 




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Essen, 22. Juli 1901 - Wuppertal-Ronsdorf, 9. November 1976. 

Sohn eines Schreinermeisters; Schüler von H. Abendroth, F. Bölsche und A. 
von Othegraven, Dirigent, ab 1923 Städt. Musikdirektor in Gelsenkirchen- 
Buer, dann auch des Konservatoriums Gelsenkirchen, 1935 am RS 
Frankfurt, auch Leiter des Cäcilienvereins, 1938 Städt. Musikdirektor und 
Operndirektor am Stadttheater Kiel. 

1945-50 hier musikal. Oberleiter, auch Intendant, dann Gastdirigent. 
1954-67 1. Kapellmeister am Opernhaus Essen, dann nur noch als Gast, seit 
1968 i. R., zuletzt in Wuppertal. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. Belker war k. Kreisreferent der NSKG. 

10. März 1935: 

Chor und Orchester von RS Frankfurt, Dgt. Paul Belker, bieten die 
Große Messe Nr. 3 F-moll von Bruckner. Mitwirkende: Ria Ginster (S), 
Margret Kramer (A), Ernst Bauer (T), Johannes Willy (Baß) (Quelle: 
Schallaufnahmen der Reichs-Rundfunk G. m. b. H., Signatur: Ffm 
22851/70). 

Information: DML, KDMK, LdCh (alle mit Geburtstag: 25/VII). 
Standesbeamter Stuhldreier, Essen I (8/X/97), verweigerte mit Berufung 
auf das verfälschte PStG, also rechtswidrig, die Angabe des Todesdatums. 
Damit raubte er dem Künstler das postum welterwirkende Recht auf Präsenz 
In der Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein Grundrecht auf 
ungehinderte Berufsausübung. 

"Wer ist wer?" (11. Ausgabe, 1951) gibt das Geburtsdatum 25/VII/01 
an, die "Neue Ruhrzeitung" (7/VII/67) - Franz Felden anläßlich des 
Ruhestands - den 25/VI/01. 


Belling, Walter 
Berlin, 21. November 1881 - ? 

Cellist, Kapellmeister des Norddeutschen Lloyd auf dem Dampfer "Dresden"; 
ständiger Wohnsitz Lehe, dann (1939) Bremerhaven-Geestemünde, 
Claussenstr. 23. 

NSDAP seit l/VII/35, Nr. 2.498.317. 

Jungdeutschland. Marsch. - Heil Hitler!: Heil Hitler! Dir folgen wir mit 
Mut. Hymne. Beide, Hitler gewidmet, onA , am 20/VII/33 an Dr. Goebbels 
eingereicht (Quelle: BA R 55/ 1162). 

Im Begleitschreiben nannte sich Belling bereits Pg. 

Heil Deutschland! Marsch. 

Deutschlands Wehr. Defiliermarsch für Militärmusik (1935?) [Universum 
Verlags-AG, Basel]. 

Information: Kein Eintrag im DMK 1942. Das Stadtarchiv Bremerhaven 
(17/IV/00) ermittelte lediglich die Adresse von 1939. Die Public Relations 
des damaligen Arbeitgebers, heute Hapag-Uoyd (16/V/00), konnte wegen 
Kriegsverlust seines Archivs keine Angaben machen. Die 
Seeberufsgenossenschaft in Hamburg, deren Mitglied Belling war, ignorierte 
eine Anfrage vom 24/V/00. Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von 




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Berlin (5/XI/03) , Sch urig und Witt , teilte mit: "(...) zur Ermittlung der von 
Ihnen gesuchten Personenstandsbeurkundung werde ich eine Umfrage bei 
allen Berliner Standesämtern durchführen. 

Diese Umfrage ist gebührenpflichtig und beträgt für diesen/diese zu 
suchenden Personenstandsfall/Personenstandsfälle insgesamt 20,00 Euro . 

Insofern ist es auch in Ihrem Interesse, die Überweisung der Gebühr 
so bald wie möglich zu veranlassen, da die Ermittlungen erst nach Eingang 
der von Ihnen gezahlten Gebühr eingeleitet werden. (Bearbeitungszeit 
durch die einzelnen Standesämter ca. 8 Monate) " (unterstrichener Text ist 
zusätzlich fett gesetzt ). 


Bellingrodt (Bellingroth), Paul 
Barmen, 1. August 1875 - Herford, 14. April 1951. 

Sohn eines Kaufmanns; Pastor und Jugenderzieher, 1909 bei der "Inneren 
Mission" Westfalen und Leiter des "Rettungshauses" in Schildesche, hier 
Rektor der Präparande. 1924 Direktor des Ev. Kirchlichen Erziehungsvereins 
der Provinz Westfalen in Schweicheln-Bermbeck und Leiter der 
Schweicheiner Anstalten. Liedkomponist. 

1946 i. R. zuletzt in Herford. 

W e r k e: u. a. "Im Siegerland" (eigner T), Lied; Dichtungen, zwei 
Krippenspiele 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Deutsche Jugend, heraus: Es rauscht durch deutsche Wälder, es raunt 
aus Rohr und Ried (T: Th. König). "Freiheitslied" von 1921 aus dem 
Liederbuch "Ein neues Lied" des Evangelischen Reichsverbandes weiblicher 
Jugend im Burckhardthaus-Verlag, Berlin-Dahlem. Später auch in 
politisierter Version. Titel: Deutsches Jungvolk, heraus! oder Hitlerjugend 
heraus! [Ho]. 

Vgl. Es rauscht durch Stadt und Felder. 

Textprobe, original (5. Strophe): 

"Und will der Mut erbleichen, 
die Herzen himmelan! 

Des heilgen Kreuzes Zeichen 
geht unserm Weg voran. 

Kein Sturmwind soll uns biegen, 
wir fechtens ehrlich aus; 
zu kämpfen und zu siegen: 

Deutsche Jugend, heraus!" 

In: 

Die Fahne hoch! (1933); Deutschland über alles! (21933); Das Lied des 
Arbeitsdienstes (1933); Unsere Lieder ( 5 1933; nurT, onA ); Deutschland 
über alles! ( 5 1933); Deutsche Jugend heraus (1. Folge, 1933; nennt 
Bellingrodt auch als Textautor ); Trum, trum (21933; onA ); Deutsche 
Jugend heraus! (Kassel, 1933; "Bellingrodt"); HM-Liederbuch (1934; "nach 
P. Bellingrodt"); Liederbuch des BDM (1934); Uns geht die Sonne nicht 
unter (1934, Textausgabe 1941); Stimmt an! (1934); Jungvolk-Lieder 




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(1934); Saarvolk singt (1934); Lieder der nationalen Erhebung (1934); 
Singkamerad (21934, 21935 , 8 1937; nennt Bellingroth auch als Textautor ); 
Deutsche Lieder der Nation und des Volkes (1934), Jungvolk-Lieder (21934; 
nurT, onA ); Schutz- und Trutz-Lieder-Buch (1934); Heraus, ihr 
Kampfgesellen! (1934); Volk singt (1934); NS-Volks-Liederbuch (21934); 

HJ singt (1934); Deutsche Jugend zur Sonne, zur Freiheit (1935); Vorwärts! 
Vorwärts... (1935; nennt "Bellingrodt" auch als Textautor ); Und wenn wir 
marschieren ( 3 1937; nennt "Bellingrodt" auch als Textautor ); Deutsche 
Lieder (1940; eigner T); Sonnwendfeier 2 (1940; T: Th. Bellingroth). 

Information: Die Geburtsurkunde schreibt Bellingrodt; der Todesfall ist 
beim Standesamt Herford Stadt Nr. 245/1951 beurkundet. 


Bellman, Carl Michael 
1740 - 1795 

Abendlied: Tritt vor, du Gott der Nacht, und dämpf der Sonne Glühen 
(eigner T, deutsche Fassung: Hans von Gumppenberg). Aus "Fredmans 
Singer". 

In: 

Der Ring (1935). 


Bellmann, Bruno 

Königsberg/Pr., 7. November 1872 - ? 

Angestellter, dann Privatmusikerzieher für Gesang in Königsberg, Wohnung 
(1942): Am Stadtwald 15. 

NSDAP seit l/XI/32, Nr. 725.276. 

Rüber über den Kanal: Auf, Kameraden, eilig nun an Bord (eigner T). 
Kriegslied. 

Tondokument - vom 6/1/41 - im DRA: 1570015-01. 

Ausführende: Soldatenchor mit StabsMK des Wach-Btl. der LW Berlin, 
Dgt. StMM Teichmann. 

Der DRA-Katalog "Politische Musik in der Zeit des Nationalsozialismus" 
(Potsdam , 2000) nennt für den Titel auf S. 120 , jedoch nicht im Register > 
einen Musikurheber Bruns. 

Textprobe (Refrain): 

"Ob auf dem Land, Meer, in der Luft, 
wir folgen, wenn der Führer ruft! 

Mit Sturmgebraus tönt das Fanal: 

Rüber, rüber über den Kanal!" 

Information: Keine weitere Nachricht; das damalige Königsberg fiel an 
UdSSR bzw. Rußland. 


Bellmann, Carl Gottlieb 
1772 - 1862 




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Schleswig-Holstein, meerumschlungen, deutscher Sitte hohe Wacht! 

(T: K. F. Straß, M. F. Chemnitz, 1844). Vaterländisches Fleimatlied (RS 
Breslau, *9/XI/36, als Reichssendung "Das Antlitz der kämpfenden 
Mannschaft"). Bearbeitung: Flanns Steinkopf. 

Tondokument - vom ll/VI/41 - im DRA: 1870619-04. 

Ausführende: Chor und Kammerorchester des Dt. Opernhauses Berlin, 
ein KinderCh, Dgt. H. Steinkopf. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Von der Woge, die sich bäumet 
längs dem Belt am Ostseestrand, 
bis zur Flut, die ruhlos schäumet 
an der Düne flüchtgem Sand. 

Schleswig-Flolstein stammverwandt, 
stehe fest, mein Vaterland!" 

In: 

Was der Deutsche singt (1932); Liederbuch der NSDAP (211933; nurT, onA 
); Liederbuch Flamburgischer SA (1933; nurT); Deutsche Kampf- und 
Volkslieder (1933); Deutsche Lieder im Wehr- und Arbeitsdienst (1933; nur 
T, onA ); Liederbuch der SA-Marine (1934; nurT, onA ); Liederbuch für Dt. 
Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Arbeitsdienst-Liederbuch 
(1934; nurT, onA ); Soldatenlieder (1934); Deutsches Marine-Liederbuch 
(1935); Niederdeutschland (1936; "nach K. G. Bellmann"); Singen im NSKK 
(1936); Soldaten singen (1936; "nach K. G. Bellmann"); Soldaten- 
Liederbuch (1936); Wir wandern und singen! (1937; mit irriger Angabe des 
Musikurhebers ); Marschierende Jugend (21938); Liederbuch der 
Kriegsmarine 1 (1940); Lied über Deutschland ( 5 1941; "nach K. G. 
Bellmann"). 


Belstler, Hans 

Stepperg/ Nürnberg, 18. Dezember 1893 - Rosenheim, 22. Dezember 
1982. 

Hauptlehrer in München. 

Nach 1945 weiterhin in München, zuletzt in Rosenheim i. R. 

W e r k e: u. a. ein Erdkundebuch für Schulen. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.200.520, auf Antrag vom 4/VI/37. NSLB seit 
l/IX/33. 

Sonnwendfeier. Sammlung von Feuersprüchen, Bekenntnissen, Liedern 
und chorischen Feiern. Hgb. zus. mit Wilhelm Albert (1940) [DVW]. 

Darin in Zusammenstellung von Hanns Belstler: 

I. Deutsche Sonnwend, mit folgenden Chorliedern : 

I. K. L. T. Gläser: Flamme empor. - 2. P. Dorscht: (Feuerruf) Roter Brand, 
glühe auf! - 3. Praetorius: Flamme empor, leuchte uns (Kanon) oder 4. 
Baumann: Feuer steh auf dieser Erde, oder 5. H. Spitta: Heilig Vaterland. - 
Zum Feuersprung nicht benannte Volksmusik und zum Abmarsch nicht 
spezifizierte Spielmannsmusik mit Marschliedern. 

II. Sommersonnwend - das Fest der deutschen Jugend. 




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1. P. Bellingrodt: Es rauscht durch deutsche Wälder. - 2. P. Dorscht: Roter 
Brand, glühe auf! - 3. K. L. T. Gläser: Flamme empor. - 4. Ludwig Vogt: Es 
glüht ein roter Schein auf nachtgrauen Zelten. - zum Beschluß das 
Deutschland- und Horst-Wessel-Lied. 

III. Deutsche Sonnwend-Weihnacht. 

1. H. Baumann: Hohe Nacht der klaren Sterne. - Chr. Praetorius: Flamme 
empor! (Kanon) oder K. L. T. Gläser: Flamme empor. - 2. Max Böhm: In 
festlicher Julnachtstunde, wann stirbt das alte Jahr. 

Information: Der Standesbeamte Birgmeier, Stepperg (4/VIII/97), 
verweigerte mit Berufung auf das verfälschte PStG § 61 die Nennung des 
Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum weiterwirkende 
Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den Lexikographen um sein 
Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Standesbeamter 
Eisenschenk; München I (12/XI/97), berief sich auf die gleiche Verfälschung 
und behauptete zudem, der Sterbeeintrag könne "ohne Angabe von näheren 
Daten” nicht ermittelt werden. Das Kreisverwaltungsreferat München, 
Einwohnermeldestelle, Frau Scheinost, ließ wissen (26/XI/97j, 
Meldeauskünfte kosteten je 20 DM. Die Information kam gratis auf anderem 
Weg. 


Beltz, Hans 

Bützow/Mecklenburg, 23. Januar 1897 - Berlin, 24. September 1977. 
Sohn eines Organisten; Schüler von R. Teichmüller und Stephan Krehl, 
Konzertpianist und Musikpädagoge, seit 1929 Lehrer und 1934 Professor an 
der Akademie für Kirchen- und Schulmusik Berlin, 1939 zur Wehrmacht 
eingezogen, aber uk-gestellt; Gastspielaufträge vom RMVP. Er erhielt 1940 
den Musikpreis der Reichshauptstadt. Am 6/XII/44 meldete er sich freiwillig 
zum Volkssturm. 

1952-62 Professor an der Musikhochschule Berlin, danach i. R. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSBO seit 3/III/33. 

Information: DML, FA, MM2, KDMK. Laut Referat für 
Meldeangelegenheiten, Paß- und Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in 
Berlin (9/IV/84) als in Berlin gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 


Bemsel, Konrad 

München, 9. Juni 1901 - Neu-Ulm, 6. September 1972. 

Sohn eines Braumeisters; Musikdirektor, Geiger und Komponist zunächst in 
Reutlingen, hier 1928 Konzertmeister, dann Leiter des Städtischen 
Orchesters, und in Ravensburg, hier Leiter des MGV Ravensburg; 1939 in 
Weingarten, 1940 wieder in Ravensburg. 

1945 hier von der französischen Besatzungsmacht unter politischer 
Anschuldigung inhaftiert; nach seiner Freilassung spielte er in einer Vier- 
Mann-Kapelle im Schloß Montfort, Langenargen. 1954 verschaffte ihm ein 
Kriegskamerad und Geiger in seiner Brauerei in Oberkirchberg Krs. Ulm 
(Möhle-Bier) zunächst eine Außendienststelle und nahm ihn dann als 




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kaufmännischen Angestellten in die Betriebsleitung. Bemsel gründete dort 
eine Musikvereinigung und leitete sie bis 1961. 

Werke: Operetten, so unter Pseudonym Konrad Bastini "Apachen im 
Frack" (1928; über 250 Aufführungen); Opern, Märsche, Chöre und 
Kantaten; eine Rhapsodie. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.427.057; Leiter der Kreiskapelle der NSDAP 
Ravensburg. 

Marschbereit. Marsch für Handharmonika (1939) [AH]. 

Information: LdBl (ohne Biografisches und Lebensdaten). 


Benatzky, Ralph (Rudolf Franz Josef) 

Mährisch-Budwitz (Österreich), 5. Juni 1884 - Zürich (CH), 16. Oktober 
1957. 

Sohn eines Schulmeisters; Dr. phil. (Germanistik) Wien 1911, Operetten- 
und Filmkomponist in Berlin, Unterhaltungsmusiker, Schüler von Felix Mottl, 
auch Bühnenautor, 1910 Leiter des Münchner Kabaretts "Bonbonniere, 1925 
in Berlin Arbeit für Erik Charell und dessen "Großes Schauspielhaus", 1926- 
27 fürs Wiener Stadttheater; 1933 zeitweilig in Paris, 1935 mit alternativem 
Wohnsitz in Thun (Schweiz). 

Von Brückner/Rock I voreilig als Jude denunziert, jedoch im Juli 1938 
trotz seiner 1929 verstorbenen jüdischen Frau, der Chansonniere Josma 
Selim (= Hedwig Fischer), und der zweiten Frau Melanie geb. Hoffmann, 
geschiedene Rothmüller, rehabilitiert durch Dr. Goebbels. Als "nichtarisch 
Versippter" war er mit ministerieller Sondergenehmigung für die Bereiche 
RMK, Reichsfilmkammer und RTK tätig. 

Dessenungeachtet ging er 1938 in die USA, lebte vom Dezember 1938 
bis Mai 1940 wieder in der Schweiz und siedelte dann endgültig in die USA 
über, wo jedoch der Erfolg ausblieb. Bis zum Kriegseintritt der USA 
veranlaßte Zarah Leander die UFA immer wieder, Benatzky mit der Musik 
für ihre Filme zu beauftragen, zuletzt "Damals" zus. mit Lothar Brühne (UA: 
3/III/43).1946 kehrte er nach Europa zurück und ließ sich in Zürich nieder. 
W e r k e: u. a. Chansons für Josma Selim, Wienerlieder, Singspiele, 
Operetten, so "Bezauberndes Fräulein" (1933), "Der Silberhof" nach 
Charlotte Birch-Pfeiffer (Mainz, 4/XI/41), Musik zum "Weißen Rössl" (1930), 
daraus zahlreiche "Evergreens"; die musikalische Komödie "Zirkus Aimee" 
(Zürich, 1932); Bearbeitungen, so "Casanova" von Johann Strauß (1928); 
Filmmusik 

1934 

September 1934, Denunziation I: 

"Es ist wohl der Gipfel der Verantwortungslosigkeit, wenn das 
deutsche Nationaltheater in Weimar noch mitten in dieser Spielzeit das 
>Weiße Röss l<, die jüdische Kitschoperette von Benatzky, auf die Bühne 
zerrt. Einige Male sogar in geschlossenen Vorstellungen für die NS- 
Kriegsopferversorgung" (Karl Schönemann: "Deutsches Theater". 
Bemerkungen zur Spielzeit 1933/34. "ZfM" CI/9, September 1934. S. 961). 
14. Oktober 1934: 




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"Wie ich in dem Mitteilungsblatt des Verlages Felix Bloch Erben lese, 
soll die Operette >Das kleine Cafe< von Ralph Benatzki, das auf eine 
Vorlage des französischen Juden Tristan Bernard zurückgeht, in Hamburg 
zur Aufführung angenommen worden sein. Bitte erkundigen Sie sich doch 
einmal vertraulich und unter der Hand, welche Bühne diese Operette plant" 
(RMVP, Dr. Schlösser, an Landesstelle Hamburg des RMVP, Steinhaus, 
14/X/34. Fehler im Original. Quelle: BA R 55/ 20170. Blatt 310). 

22. Oktober 1934: 

"(...) teile ich Ihnen mit, dass die Operette >Das kleine Cafe< vom 
Thalia-Theater Hamburg gespielt wird und leider einen ausserordentlichen 
Erfolg hat. In dieser Woche wird es beispielsweise fast jeden Tag gegeben. 
Wie Sie wissen, ist das Thalia-Theater (Direktor Paul Mundorf) ein 
Privattheater. Die Kritik der Zeitungen war allseits gut und zustimmend, 
besonders auch in diesem Falle die der nationalsozialistischen Presse" 
(Quelle: BA R 55/ 20170. Blatt 318). 

28. November 1934, Denunziation II: 

"(...) Gotha-Sondershausen spielte für die NS-Kulturgemeinde Ralph 
Benatzkys >Bezauberndes Fräulein<. Benatzky (>Weißes Röss l!<), dessen 
arische Abstammung höchst zweifelhaft ist, kommt für Veranstaltungen der 
NS-Kulturgemeinde nicht in Betracht" (K = Kraemer. Bericht des 
Kulturpolitischen Archivs für die Abt. Programmüberwachung während der 
Monate Oktober und November 1934, 28/XI/34. Quelle: BA NS 15/ 86). 

Es war gängige Technik der Denunziation , ohne Beweise die arische 
Abstammung anzuzweifeln; dann brauchte kein Beweis mehr erbracht zu 
werden. 

1935 

4. Juli 1935: 

"(...) Mein Berliner Bureau verständigt mich eben, dass die 
Reichstheaterkammer die Abschlussgenehmigungen zu der Benatzky- 
Operette >Der König mit dem Regenschirm< (...) verweigert hat. Herr Dr. 
Lange stelle, nach Anfrage, es anheim sich direkt mit Ihnen in Verbindung 
zu setzen. (...). 

Es handelt sich doch in beiden Fällen wirklich nicht um Kunst, oder um 
Theater im höheren, oder wirklichen Sinne, sondern um blosse - 
entschuldigen Sie die Blasphämie - >Unterhaltungslitteratur<. 

Es handelt sich also wirklich nicht darum, vermeintliche Werte zu 
retten, wenn ich Sie bitte, das Schicksal dieser beiden Stücke freizugeben, 
sondern um den Versuch, Sie zu bewegen, die beiden Stücke im Interesse 
der Kasseneinnahmen der Bühnen freizugeben. (...). 

Benatzky hat sein Buch und seine Partitur tatsächlich ganz allein 
geschrieben. Erging tatsächlich aus einem alten und abgespielten Lustspiel 
aus, aber, wie Sie sich durch Lektüre jederzeit überzeugen können, von 
diesem Lustspiel blieb nicht eine Zeile bestehen, kaum die Grundidee. (...)" 
(Georg Marton Verlag, Dr. Erdei, an RMVP, Dr. Schlösser, 4/VII/35. Fehler 
im Original. Quelle: BA R 55/ 20176. Blatt 121). 

11. August 1935: 

"(...) Mein musikalisches Lustspiel >Der König mit dem Regenschirm< 
ist im Buch, in den Gesangstexten und in der Musik ganz allein von mir 




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verfasst und, ausser dem Verlag, ist Niemand an den Erträgnissen des 
Werkes beteiligt. 

Ich bin, über Ihren Wunsch, gerne bereit Änderungen vorzunehmen 
und wäre Ihnen für diesbezügliche Mitteilungen außerordentlich verbunden. 
Gegebenen Falles stehe ich auch zu mündlicher Aussprache, nach Maßgabe 
meiner Zeit, wann immer Sie es wünschen zur Verfügung. (...)" (Benatzky 
an RMVP, Dr. Schlösser, ll/VIII/35. Quelle: BA R 55/ 20176. Blatt 3). 

Dieses Schreiben dokumentiert die allgemeine Verunsicherung unter 
Komponisten angesichts Denunziationen und Eingriffen von oben. 

16. September 1935, Boykott: 

"Bezüglich Benatzki nahm ich bisher an, daß er den Ariernachweis 
erbracht habe und Schweizer sei. Infolgedessen habe ich ihn aus 
außenpolitischen Gründen, wenn auch sehr mit Maß, mit dem einen oder 
anderen Werke noch durchgelassen. Es kann sein, daß ein paar solche 
Zulassungen noch laufen und abgewickelt werden müssen. Dann aber halte 
ich mich selbstverständlich streng an diese Anweisung, welche mir nur 
erwünscht ist" (RMVP, Abt. VI, Reichsdramaturg Dr. Schlösser, an 
Staatskommissar Hinkel, 16/IX/35. Quelle: BA R 56 1/ 11). 

Hinkel hatte mit Sonderauftrag des Ministers am 1 l/IX/35 eine erste 
Boykottliste jüdischer Musiker herausgegeben , auf der Benatzky und einige 
weitere ''arische” Künstler figurierten. 

1936 

21. Juni 1936, Denunziation III: 

"Ich erlaube mir, Sie darauf hinzuweisen, dass Ralph Benatzki bei dem 
Film >Die Puppenfee< (z. Zt. im Atrium) als Komponist beteiligt ist. 

Vielleicht ist es zweckmässig, die Reichsfilmkammer aufmerksam zu 
machen, dass Benatzki als Volljude auf der >Liste keinesfalls erlaubter 
Werke< steht. Die Gefahr für das Theater ahne ich insofern, als es doch 
Intendanten geben könnte, die sich unter Berufung auf die >Filmfreiheit< 
mit der Anfrage auf Aufführungserlaubnis an uns wenden. 

Oder >quod licet Film non licet teatro?<" (Schreiben von Niessen an 
Dr. Schlösser, 21/VI/36. Quelle: BA R 55/ 20187. Blatt 296). 

Der Komponist stand irrtümlich oder mit denunziatorischer Absicht auf 
die Liste. 

1938 

4. Juli 1938, Untersuchung: 

"(...) Frage, weshalb Benatzky nicht mehr aufgeführt werden darf. Dr. 
Schlösser kann mir nur eine ganz vage Antwort geben. Ich lasse nun den 
Fall richtig untersuchen" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 5/VII/38. S. 
472). 

Der Eintrag macht klar , daß der Boykott am Minister vorbei organisiert 

war. 

12. Juli 1938, Unrecht: 

"(...) Benatzky ist kein Jude. Er ist zu Unrecht be.. worden. Ich 
rehabilitiere ihn und lasse eine Untersuchung anstrengen gegen die, die ihn 
zu Unrecht beschuldigt haben" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 
12/VII/38. S. 478). 




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14. Juli 1938, Freigabe: 

"(...) Hanke hat die betroffenen Stellen im Falle Benatzky zur Rede 
gestellt. Benatzky ist nun freigegeben. Schlösser und Drewes sind hier zu 
stur" (Goebbels Tagebuch III, Eintrag vom 15/VII/38.S. 481). 

1940 

30. April 1940, Denunziation IV 

"(...) Nachdem im Lexikon verschiedene Benatzkys genannt sind, 
wundere ich mich, daß in Programmen und Spielplänen auch heute noch 
immer Ralph Benatzky erscheint? Ist Ralph Benatzky wirklich arischer 
Abstammung? (...)" (Karl Blessinger an Dr. Gerigk, 30/IV/40. Quelle: BA NS 
15/21). 

Dem Denunzianten entging , daß die Intervention des Ministers in Dr. 
Gerigks Lexikon bereits berücksichtigt war. 

5. Dezember 1940: 

Die Vereinigung der Bühnenverleger teilt der Reichsdramaturgie mit, 
eine Wiener Bühne wolle die Operette "Mit dir allein auf einer einsamen 
Insel" von Benatzky aufführen. Das 1929 erschienene Werk habe ein 
Libretto vom "Volljuden" Arthur Rebner (Quelle: BA R 55/ 20203 a). 

1941 

3.Januar 1941: 

"Das Buch ist weder geistreicher noch dümmer als die Mehrzahl der 
neueren Operettentexte und könnte, sofern die Tatsache, daß der Verfasser 
Arthur Rebner Jude ist ein Verbot nicht rechtfertigen sollte, im großen und 
ganzen toleriert werden. Notwendig wären allerdings eine Anzahl kleinerer 
Retuschen an Stellen, die politische Anspielungen enthalten, vor allem 
wären die Bezugnahmen auf die K. u. K. Armee, Österreich und auf die USA 
zu beseitigen. 

Die Musik dürfte durch den Namen Benatzky hinreichend 
charakterisiert sein und gibt zu Bedenken keinen Anlaß" (RMVP, Dr. Mayer, 
Gutachten zu "Mit dir allein auf einer einsamen Insel", 3/1/41. Quelle: BA R 
55/ 20203 a. Blatt 386). 

18.Januar 1941: 

"Da das oben genannte Werk bereits im Jahre 1929 erschienen ist, 
braucht die Buchautorschaft des Juden Arthur Rebner - nachdem auf dem 
Gebiet der Operette üblichen Gepflogenheiten - kein grund zur Ablehnung 
zu sein, zumal die Musik des Werkes von Benatzky ist. (...)" 
(Reichsdramaturgie an Vereinigung der Bühnenverleger, 18/1/41. Fehler im 
Original. Quelle: BA R 55/ 20203 a. Blatt 387). 

25. März 1941: 

"In Antwort auf Ihr Schreiben vom 18. 3. 1941 teilen wir Ihnen mit, 
daß Ralph Benatzky nicht Jude ist, zumindest liegen bis zur Zeit noch keine 
Unterlagen über eine mögliche jüdische Abstammung vor. Infolgedessen ist 
er auch gar nicht in >Lexikon der Juden in der Musik< aufgezeichnet! Bitte 
erteilen Sie eine dementsprechende Antwort auf die unerhörten Äußerungen 
des Herrn Trepmann und weisen Sie darauf hin, daß seine beiden Postkarten 
Dokumente einer gewissen geistigen Unzulänglichkeit darstellen, da er nicht 




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imstande ist, ein Lexikon richtig zu lesen" (ARR, Amt Musik, an Institut der 
NSDAP zur Erforschung der Judenfrage, 25/III/41. Quelle: BA NS 15/ 21 a). 

Anfrager M. Trepmann führte in Kleve eine Musikalienhandlung. 

26. November 1941, Denunziation V: 

Unteroffizier Thomazik heischt vom ARR, Hauptstelle Musik, 
Aufklärung wegen einer Liste der NSG >Kraft durch Freude< , in der 
Benatzky unter jüdischen Komponisten aufgeführt war. Er fehle jedoch im 
Lexikon der Juden in der Musik außer im Titelverzeichnis unter >Drei 
Musketiere<, Revue von Riesenfeld und R. Benatzky (Quelle: BA NS 15/ 21 
a). 

Der Eintrag im Titelverzeichnis gilt dem jüdischen Texter Hugo 
Riesenfeld. 

Information: DNML, DML (beide Geburtsjahr: 1887), FA, KDMK 
(Geburtsjahr: 1887), RML, SML, MGG, LdBI. 


Benda, Hans von 

Straßburg, 22. November 1888 - Berlin, 13. August 1972. 

Sohn eines Hofkapellmeisters; Schüler von Adolf Sandberger, 
Orchesterdirigent; bis 1934 Leiter der Musikabteilung der Funkstunde Berlin. 
1935-39 vom RMVP als 1. Geschäftsführer und künstler. Leiter des BPhO 
eingesetzt; zum *30/1/37 von Hitler zum GMD ernannt. Gründer und Leiter 
des Berliner Kammerorchesters. 

1948-52 Leiter des städt. Sinfonieorchesters Valencia (Spanien), 
1954-58 Leiter der MA des SFB. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP, dagegen von Daniel Gillis, "Furtwängler and 
America", S. 71, als Parteigenosse bezeichnet; war vor 1933 
deutschnational, dann in KfdK und - Stand 1934 - NSOG. Er erbrachte 
jedoch für sich und seine Frau keinen Abstammungsnachweis. 

Volkslied und Volksgut. Festgestaltung mit Texten von W. Blachetta 
(Berlin, *21/VIII/33, zur Funkausstellung) mit HJ-Chören und SA- 
Musikzügen, Dgt. von Benda, in der Messehalle II. 

1934: 

Hans von Benda leitet mit dem Gesangssolisten Willi Domgraf- 
Fassbaender (Bar), dem Chor der Städt. Oper und einem Orchester die 
Funkaufnahme von H. Hermanns "Mahnung". 

Tondokument im DRA: 1931512-04. 

1934, Beurteilung I: 

"(...) V. Benda stand vor der Machtübernahme mit verschiedenen 
Systemgrößen, u. a. mit dem jüdischen Intendanten der Funkstunde Berlin, 
F I e s c h, in Verbindung. Im übrigen trat er politisch wenig hervor. 

Nach der Machtergreifung hat sich B. überraschend schnell umgestellt 
und sich als Nationalsozialist ausgegeben. 

Ausgesprochen nachteilige Tatsachen wurden seither über ihn nicht 
bekannt. Als Mitglied einer Freimaurerloge oder logenähnlichen Vereinigung 
ist v. B. in den bisher hier ausgewerteten Verzeichnissen nicht erfaßt. 




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Auszug aus dem Strafregister wurde nicht eingeholt" (Eintragung auf 
der RMK-Karteikarte von Benda, SS-Oberscharführer Schleier, undatiert = 
1934. Quelle: BA Namensakte von Benda). 

31. Juli 1935, Auftrag: 

"Hiermit beauftrage ich als alleiniger Gesellschafter der G. m. b. H. 
den Musikreferenten bei der Reichsrundfunkgesellschaft Hans von Benda, 
zur Zeit im Sennelager bei Paderborn, III. Btl. Inf. Rgt. Potsdam, mit der 
zunächst k. Wahrnehmung der Geschäfte des 1. Geschäftsführers des 
Orchesters (...)" (Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda 
an das BPhO, 31/VII/35. Quelle: Faksimile in Peter Muck, Einhundert Jahre 
Berliner Philharmonisches Orchester, 2. Band. Tutzing, 1982. S. 122). 

Für seine Tätigkeit als eines von drei Mitgliedern der Geschäftsführung 
mit Dreijahresvertrag erhielt von Benda - Stand Oktober 1939 - eines 
Jahreseinkommen von 14.170.80 RM. 

Oktober 1939, Beurteilung I: 

"(...) In der Folge besuchte ich sogar eines seiner Konzerte, wobei ich 
ihn als geschmackvollen, aber dirigentisch recht ungeschickten und im 
übrigen harmlosen Amateur kennen lernte. 

(...) Wenn auch Dirigieren von jeher für Scharlatane und Nichtskönner 
eine Art Eldorado dargestellt hat, so hat doch auch dies eine Grenze. In der 
Systemzeit gab es Dirigenten wie Karl Maria von Gatz oder Heinz Unger, die 
allgemein belächelt, von niemandem ernst genommen, trotzdem es 
verstanden, in der Oeffentlichkeit eine gewisse Rolle zu spielen. Das Können 
dieser, die immerhin grosse Sinfonien von Bruckner und Mahler dargestellt 
haben, hat das von Benda immer noch weit überragt. Soll wirklich im 
heutigen Deutschland - seinen Mitteln und Möglichkeiten nach - das 
musikalisch hochstehendste Land der Welt - der Dilettantismus in Reinkultur 
geduldet, ja gefördert werden? (...)" (W. Furtwängler: Lieber die Tätigkeit 
Hans von Bendas als künstlerischer Leiter des Berliner Philharmonischen 
Orchesters. Denkschrift, undatiert = Oktober 1939. Typoskript, 10 Seiten. 

S. 1, 8. Quelle: WFA, Nachlaß). 

Adressat oder Absendevermerk fehlen. Der Konflikt, den die 
Denkschrift spiegelt, war entstanden, weil von Benda gegen die Absprache 
bei seiner Verpflichtung beim BPhO auf dem Dirigieren bestand und in 
seinem Kammerorchester Musiker aus dem BPhO auch auf häufigen 
Konzertreisen einsetzte. Benda schied zum 22/X11/39 aus. 

25. Oktober 1939, Hintergründe: 

"(...) Wenn Dr. Drewes noch immer die Absicht hat, Herrn von B. zum 
Präsidenten der Reichsmusikkammer zu machen, so ist das gegen mich 
gerichtet. Es soll der musikalischen Öffentlichkeit gezeigt werden, was 
geschieht, wenn Furtwängler einen Mann wie Benda heraussetzt" 
(Furtwängler in einer Besprechung mit den Orchestervertretern Wolfram 
Kleber und Lorenz Höber. Protokoll, 25/X/39. Quelle: WFA). 

27. Oktober 1939, Beurteilung II: 

"Für mich war Herr v. B. ein absoluter Dilettant, dessen Begabung 
gerade so weit reichte, eine Sinfonie von Friedrich dem Großen auswendig 
zu dirigieren" (Orchestervorstand Wolfram Kleber. Protokoll einer 
Besprechung zwischen W. Furtwängler, Georg Diburtz, Werner Buchholz, 




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Peppermüller, Machulla, Wolfram Kleber und Arthur Tröster am 27/X/39. 
Quelle: NL Furtwängler, Abschrift im AP). 

19. Januar 1941, Nationale Kulturarbeit: 

"Bendas künstlerische Qualitäten sind in Prag bekannt; er hat sein 
kleines Orchester in guter Form gehalten, er beherrscht seine Partituren bis 
in viele Feinheiten des Stils. Aber noch wichtiger als die ästhetische Leistung 
ist bei seinem Musizieren die erzieherische. Durch seine Art, Musik an das 
Volk heranzutragen, werden tausend Vorurteile zerstört, tausend Menschen 
für eine der edelsten Geistesgaben gewonnen. Das ist wirkliche nationale 
Kulturarbeit. Und dafür können wir ihm und seinen trefflichen Musikern nicht 
nachdrücklich genug danken. Auf Wiederhören!" (H. H. Stuckenschmidt: 
Konzert für Soldaten. Hans von Benda in Prag. "Der neue Tag", 19/1/41). 

27. Oktober 1944: 

Eine Ministervorlage dieses Tages schlägt die Uk-Stellung der 
Mitglieder des Kamerorchesters Hans von Benda vor (Quelle: BA R 55/ 
20616. Blatt 109-110). 

Information: FA, MM2, KDMK ("kstlr. Leit. Berliner Philharm. Orch."), 
RML, SML. 


Bender, Erich 

F. Sotke: Leuchte, scheine, goldne Sonne. Instrumentalsatz: E. Bender. 
In: 

RJF, Junge Gefolgschaft 1 (1936); Das Bannorchester (1939). 

Deutscher Frühling. Liedsätze: E. Bender. 

In: 

RJF, Musikblätter der HJ 91/92 a (1940) 


Bender, Gertrud 

Ludwigshafen, 15. Oktober 1892 - Stuttgart, 5. April 1965. 
Kammersängerin, Sopran, bis 1933 an der Staatsoper Stuttgart, 1936 - als 
Frau von Joseph Rosenstock - Emigration über Tokio nach den USA, hier 
persönliche Gesellschafterin der Baronin Rothschild. Sie kehrte schließlich 
nach Deutschland zurück. 


Bender, Rudolf 

Stand 1933: Student der Schulmusik an der Musikhochschule Köln, 1936 
Reifeprüfung für das künstlerische Lehramt; 1936/37 Beginn eines Studiums 
der Kirchenmusik. Im Kriege Soldat der Wehrmacht. 

1933: 

Bender besorgt für Schott, Mainz, den leichten Klaviersatz der 
volkstümlich-vaterländischen Marsch-Anthologie Allen voran! 




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Seemannslied: Das Meer ist unsre Liebe, der Sturm ein lust ger Gesell 
(eigner T). Kriegslied (1940), auch mit Klavier [K]. 

Textprobe (2. und 3. Strophe): 

"Du Wind, blas uns die Segel, 
uns zieht s nach Engeland. 

Dort wollen wir uns holen 
ein kühnes Siegespfand. 

Und haben wir geschlagen 
das falsche Albion, 
dann bist du, deutsches Mädel, 
wohl unser schönster Lohn!". 

In: 

Das Lied der Front 2 (1940); Der Frontchor II (1940); Alte und neue 
Soldatenlieder (1940); Soldatenlieder von Front und Heimat (1940); 
Liederbuch der Kriegsmarine 3 (1941); Das neue Soldaten-Liederbuch 3 
(1941); Blaujacken-Lieder (1941). 

C. Carl: Mussinan-Marsch. Für Geige und Klavier: R. Bender (1940) [Sc]. 
25 Marsch- und Soldatenlieder, hgb. von R. Bender (1942). 

Laut RPA Berlin, Kulturpolitische Information Nr. 32 vom 31/VII/42, ist die 
Erwähnung und Verbreitung dieses Liederbuchs unerwünscht (Quelle: BA 
Zeitungssammlungen). 

Das Verbot griff so perfekt > daß die Bibliotheken der BRD über kein 
einziges Exemplar mehr verfügen. 


Bender, Wilhelm 

Frankfurt a. M., 10. Februar 1911 - bei Saloniki (Griechenland), 23. März 
1944 (im Fronteinsatz gefallen). 

Musikpädagoge und Kirchenmusiker in Berlin, auch Chorleiter und 
Glockenmeister; Organist und Chordirigent der Parochialkirche, 
Studienassessor in Berlin, zeitweise auch Leiter der im Aufbau begriffenen 
Abteilung Schulmusik der Musikhochschule Frankfurt a. M. Dann jedoch zur 
Wehrmacht einberufen. 

Werke: Kammermusik, Hörspielmusik, Stücke für Blockflöte, Kinderlieder, 
Chorsätze etc. 

NSDAP seit 1/III/40, Nr. 7.547.723, auf Antrag vom 23/1/40. 

Nichts kann uns rauben Liebe und Glauben zu diesem Land (T: K. 
Bröger). Bekenntnislied (1935). 

In: 

Wir wandern und singen! (1937). 

Der eine fragt: "Was kommt danach?", der andre fragt nur: "Ist es 
recht?" Und also unterscheidet sich der Freie von dem Knecht (T: Th. 

Storm) (1935). 

In: 

Wir wandern und singen! (1937). 

Wo die Räder der Maschinen sausen (T: Fritz Fuck). Arbeitslied (1935). 




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Textprobe (2. Strophe): 

"Wunderwerke, die dem Ganzen dienen, 
schenken täglich wir dem Vaterland, 
und das Herz im Rhythmus der Maschinen 
schließt den Bruderbund mit Kopf und Hand. 
Und in stahlgegoss ner Einheit münden 
Mensch und Werk nun miteinander groß. 

Uns re Werke sollen von uns künden, 
wir sind unbekannt und namenlos". 

In: 

Wir wandern und singen! (1937). 

Information: LdCh, FA2. 


Benecke, Otto 

Braunschweig, 11. Dezember 1896 - Bad Nauheim, 19. Juli 1964. 

Dr. jur., Regierungsrat, dann ORR im Preuß. Ministerium für Wissenschaft, 
Kunst und Volksbildung in Berlin. 1928 Beigeordneter des Dt. Städtetages; 
1933 Abteilungsleiter im Dt. Gemeindetag; 1934 Vorstandsvorsitzender der 
Deutschen Landesbühne e.V. (Wanderbühne) in Berlin. 

1947-51 in Köln, Hauptgeschäftsführer des Dt. Bühnenvereins und 
Direktor der 1949 gegründeten Notgemeinschaft der deutschen Kunst; seit 
20/X/51 in Göttingen geschäftsführendes Mitglied des Verwaltungsrats und 
des Senats der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften. 

1928-33 SPD und persönlicher Referent des Ministers Severing im RMI. 

Dann Rechtsberater der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg und SA- 
Sturmhauptführer. NSDAP seit l/VI/40, Nr. 7.621.908, auf Antrag vom 
4/III/40. 1934 Mitglied des Verwaltungsausschusses der RMK und Leiter des 
Amts für Konzertwesen (gemeinsame Einrichtung von RMK und Deutschem 
Gemeindetag). 

28. April 1933, Anfrage: 

"Die anglo-amerikanische Musikerziehungskonferenz, welche 1929 
und 1931 in Lausanne tagte, hat den Wunsch geäussert, etwa im August 
des nächsten Jahres sich in einer deutschen Stadt zu versammeln. Gedacht 
ist in erste Linie an Frankfurt a. M. 

Die Konferenz ist entstanden aus der Absicht, englische und 
amerikanische Musiklehrer und Musikpädagogen in eine nähere sachliche 
und menschliche Verbindung zu bringen. Die beiden bisher stattgefundenen 
Tagungen waren ein hoffnungsvolles Beginnen. Das Ihnen bekannte, mit 
Unterstützung der Reichsregierung und anderer öffentlicher Stellen 
arbeitende Terramare Office, das bei beiden Konferenzen vertreten war, hat 
den Eindruck, dass es sich hierbei um eine hochstehende musikalische und 
musikpädagogische Veranstaltung handelt. 

Obwohl das englische und amerikanische Komitee beabsichtigten, die 
dritte Konferenz unter dem Namen internationale Musikkonferenz< 
abzuhalten, so wäre es doch zweckmässig, an dem bisherigen Rahmen einer 
anglo-amerikanischen Konferenz, vielleicht mit Einladung anderer 




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europäischer Gruppen, festzuhalten, da die Zeit für eine internationale 
Tagung nur noch nicht gekommen zu sein scheint. Dagegen ist es zweifellos 
von erheblicher Bedeutung in bezug auf die kulturelle Auslandswerbung und 
auch für den Fremdenverkehr, dass diese Künstler und Musiklehrer von 
Rang sich auch einmal in einer deutschen Stadt versammeln. Ich möchte 
deshalb im Städtetag empfehlen, die Stadt Frankfurt a. M. aufzufordern, die 
Konferenz nach dorthin einzuladen. 

Das englische und amerikanische Komitee würden es mit grossem 
Dank begrüßen, wenn Vertreter der verschiedenen öffentlichen und 
musikalischen Organisationen Deutschlands sich an der Tagung beteiligen 
würden. 

Gerade in der heutigen Situation würde es sicher sehr günstig wirken, 
wenn die Tatsache der Einladung jetzt veröffentlicht werden könnte (...)" 
(Deutscher Städtetag, Dr. Benecke, an RMVP, Dr. Mahlo, 28/IV/33. Quelle: 
BA Namensakte Flavemann). 

Das Terramare Office war ein Institut des RMVP zur Propaganda im 
Ausland durch Heraugabe von Schriften. 

28. April 1935, Interna: 

"Als Amtswalter der Partei war es bereits Februar v. Js. meine Pflicht 
den zuständigen Dezernenten, Beigeordneten Dr. Benecke, Alsenstr. 7, auf 
die Verfehlungen Vedder s aufmerksam zu machen. Dr. Benecke hat von der 
Tatsache der begangenen Veruntreuung keine Notiz nehmen wollen, 
sondern im Gegenteil drohte er mir, daß ich mich der üblen Nachrede 
schuldig machen würde. 

Von demselben Dr. Benecke wurde ich am 17. XI. 1934 wegen Vedder 
vernommen. Ohne daß mir ein Protokoll zur Genehmigung vorgelegt wurde, 
hat es Dr, Benecke für richtig gehalten wie ich jetzt erfahren habe, in 
seinem Schriftsatz mich als Amtswalter und Flauptbelastungszeugen als 
>unzuverlässig< zu bezeichnen. Der von Dr. Benecke mit Unterzeichnete 
Schriftsatz läßt Vedder in reinem Licht erscheinen, sodaß ihm durch 
öffentlich bekannt gegebene Erklärung unter dem 18. II. 1935 das 
Vertrauen bestätigt worden ist! 

Dr. Benecke stützt sich einseitig auf Aussagen von Künstlern, die 
Vedder genehm oder von ihm abhängig sind, während die Gegenseite kaum 
gehört wird, oder deren Zeugen als unzuverlässig bezeichnet werden. Die 
Parteinahme Dr. Benecke s für Vedder ist ganz offenkundig, wie es auch die 
von ersterem geführte Untersuchung wieder beweist. Die Erklärung hierfür 
gibt vielleicht die Tatsache, daß Dr. Benecke bis zur letztmöglichen Zeit 
eingetragenes Mitglied der SPD und persönlicher Referent des früheren 
Ministers Severing war. Dr. Benecke schützt und fördert den ihm politisch 
wohl verwandten Vedder, dem er auch zu seiner jetzigen Stellung mit 
verholten hat, in einer Form, die direkt verdächtig erscheint!" (Max R. Müller 
an den Führerund Reichskanzler Adolf Hitler, 28/IV/35. Quelle: BA 
Namensakte Vedder). 

Es lag natürlich in Beneckes Interesse , in seinem Amt für 
Konzertwesen mit einem einzigen quasi offiziellen Konzertagenten zu 
arbeiten und nicht mit Dutzenden von privatunternehmerisch orientierten 
Agenturen. Daher deckte er Vedder bis zum letzten Augenblick. 




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Gemeinnützige Musikpflege (Cunz, "Deutsches Musikjahrbuch" 1937. S. 
92-96). 

11. Januar 1938: 

Bei der Kulturtagung der Gemeinden und Gemeinde-Verbände zur 
Gaukulturwoche der NSDAP Gau Köln-Aachen tritt Benecke mit einer 
Ansprache auf. 

Organisation und Wirtschaft des Konzertwesens. Vortrag (Düsseldorf, 
*20/V/39, auf der Reichstagung Konzertwesen zu den Reichsmusiktagen). 


Benesch, Fritz 

Canth, 4. März 1889 - Weißstein, 4. März 1950. 

Schulpädagoge; Lehrer an der Ev. Volksschule in Weißstein bei Waldenburg, 
hier Kantor der ev. Kirche, Leiter des Sängerbundes Weißstein und Dirigent 
des Männerchors mit angeschlossenem Frauenchor "Einigkeit". 

W e r k e: u. a. Glück auf! Marsch zur 150-Jahrfeier der Waldenburger 
Bergkapelle (1933). 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 1.972.152; Städt. Musikbeauftragter für Weißstein. 

Segen der Heimat. MCh (1938). 

Deutschland. MCh (1938). 

Hitler: Gott segne unsern Führer (T: L. von Schenckendorf), für gemCh. 
mit Klavier (Waldenburg, 1939). 

Deutscher Ruf (T: Maria Kahle), für gemCh mit Klavier (Waldenburg, 
1939). 


Benkel, Kurt 

Breslau, 4. Februar 1886 - (?), 1971. 

Sohn eines Kaufmanns; Musikpädagoge, Studienrat, und Gesangspädagoge 
in Breslau, Musiklehrer an der König-Friedrich-Oberschule. Korrespondent 
der Zeitschrift "Die Musikpflege"; auch Lehrer für Pädagogik, Gesang und 
Sprecherziehung am Hochschulinstitut für Musikerziehung und 
Kirchenmusik. Leiter des Benkelschen A-cappella-Chors und des MGV 
"Edelstein 1889" in Breslau. 

Nach 1945 in der BRD. 

W e r k e: u. a. Herausgabe schlesischer Heimatlieder und 
Schulliederbücher. 

NSDAP seit 1/II/33, Nr. 1.470.015; 1934: Führer des Chorgaus II Schlesien 
im RVgemChe (RMK); Gaufachberater für Musik bei der NSDAP-Gauleitung 
Schlesien; 1937 NSLB- Gausachbearbeiter für Musikerziehung Gau 
Schlesien. 

Volk im Lied. Ein Ergänzungsheft zu den eingeführten Schulliederbüchern 
mit besonderer Berücksichtigung des schlesischen Heimatliedes. Hgb. 
( 2 1935, 6 1939) [Oemigke, Breslau]. 

Schlesisches Liederblatt. Hgb. (1937) [Li]. 

Grenzlandvolk singt! ("Musikpflege" VIII/4, Juli 1937. S. 147-149). 




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381 


Über eine vom Reichsamt Feierabend der NSG "Kraft durch Freude” 
zwecks politischer Propaganda durch das Lied organisierte zehntätige Fahrt 
der Sing- und Spielgemeinschaft Hindenburg an der polnischen und 
tschechischen Grenze. 

Zitat: 

"Zusammenfassend kann gesagt werden, daß Volkstumsabende, die 
aus offenem Singen, chorischen und instrumentalen Darbietungen, 
Volkstänzen und vielleicht auch einem kurzem Volksspiel bestehen, in 
hohem Maße geeignet sind, deutsches Volksbewußtsein zu wecken und zu 
stärken und daß der Grenzlanddeutsche in Oberschlesien bei seiner Sing- 
und Spielfreudigkeit hierfür besonders empfänglich ist. Diese 
Grenzlandsingfahrt konnte nur unter großen Opfern der beteiligten 
Chormitglieder durchgeführt werden. Es wurde nur der Autobus von KdF. 
gestellt. Die Verpflegung und Übernachtung bezahlten die Chormitglieder 
selbst und hatten auch für die Fahrt ihren Urlaub bereitwillig hergegeben. 
Das machte auf die Grenzlanddeutschen stärksten Eindruck, ein solch 
sprechendes Zeichen von Volksgemeinschaft zu erleben. Für den Chor selbst 
wirkte sich die Fahrt vor allen Dingen gemeinschaftserzieherisch aus. 
Frühsport, straffe Disziplin und weltanschauliche Aussprachen wurden 
täglich durchgeführt. Lebendige Grenz- und Volkstumskunde haben die 
Liebe zur Heimat in jedem Chormitglied gestärkt und die Einsatzbereitschaft 
gehoben" (S. 148). 

Wacht im Osten. Feierstunde des Chorkreises Breslau ("Musikpflege" 
IX/12, März 1939. S. 504-506). 

Zitat: 

"(....) Auch nach der Heimkehr des Sudetengaues in das 
großdeutsche Reich ist Schlesien seiner Aufgabe, als Grenzland auf der 
Wacht zu sein, Grenzschicksal zu durchleben und zu gestalten, nicht 
enthoben. Daher wurde die Feierstunde unter den verpflichtenden 
Leitgedanken >Wacht im Osten< gestellt. Mit den abwechslungsreich 
gebrauchten musischen Mitteln Singen, Sprechen von Dichterworten und 
Spielen von Chorbegleitungen, selbständigen Instrumentalwerken und einer 
Ansprache wurde die Feierstunde einheitlich aufgebaut. Es war natürlich, 
daß der Chorkreis in der Zusammenfassung der an der Ausführung 
beteiligten Kräfte über den Rahmen seiner Mitglieder hinausging. Durch die 
Mitwirkung des Bundes deutscher 

Osten war die volkspolitische Unterstützung und durch die Betätigung 
der H J. in einer ihr artgemäßen Feierstunde das gemeinschaftliche 
Zusammenwirken von Reichsverband und HJ als zukunftweisende Aufgabe 
gesichert. (...)" (S. 504). 

Der Jude in der Volksmusik ("Die Musik" XXXI/6, März 1939. S. 365- 
368). 

Der Jude in der Volksmusik ("Völkische Musikerziehung" V/7, Juli 1939. 
S. 285). 

Information: DML. 


Benkstein, Otto 




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382 


Leimbach, 26. August 1889 - Sundhausen (SBZ), 5. Juni 1947. 
Bäckermeister und Amateurkomponist in Sundhausen/ Halle-Magdeburg. 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 5.538.712, auf Antrag vom 27/VIII/37. 
Treueschwur dem Führer. Marsch für Harmoniemusik (1937) [GrL]. 
Deutsche Schutzpolizei. Marsch (DtldS, 17/VIII/38). 

Einzug der Freiheitskämpfer. Marsch (RS Hamburg, *11/111/39). 

Information: Die Standesbeamt in Koch, Nordhausen (20/VII/98), 
schickte - außerhalb des Gesetzes - eine Todesurkunde und stellte ohne 
Ankündigung 9 DM Gebühr in Rechnung; doch gab das Standesamt dem 
Antrag auf Gebührenbefreiung statt. 


Bennewitz, Gert (Paul Gerhart) 

Bautzen, 25. Dezember 1913 - ? 

Schüler einer Oberrealschule in Bautzen, seit 1932 in Düsseldorf, dann 
Münster, 1934 Berlin, 1935 in Groß Kuren/ Ostpreußen, 1936 Marienwerder 
und 1937 wieder Berlin. Während des Krieges zur Wehrmacht einberufen, 
am 26/XII/41 als Leutnant der 10. Kompanie, IR 203, in Berestowaja, 20 
km südöstlich Lissitschansk (Ukraine), verwundet. Am 18/V/42 aus dem 
Lazarett als dienstfähig zum Infanterie-Ersatz-Btl. 203, Spandau, entlassen. 

NSDAP seit l/XII/31, Nr. 823.495; er erklärte einen neuen Eintritt am 
l/VIII/34 und erhielt die Nummer 1.876.224. 1934 Mitarbeiter der RJF in 
Berlin. 

Vgl. Schirach. 

Information: Das Standesamt Bautzen (Poststempel: 2/XI/99, 
14/VII/04) teilte mit, dem Geburtseintrag sei noch kein Todesvermerk 
beigeschrieben. 


Benning, Carl 

Halver, 26. Januar 1869 - Stuttgart, 2. Juli 1953. 

Militärmusiker; 1903 Stabshoboist und MM beim IR 171 in Colmar, 1909 
OMM, jedoch 1918 demobilisiert. Dann Musikdirektor und Bearbeiter in 
Stuttgart; Stand 1933: Leiter der Polizeikapelle. Auch Leiter des 
Musikvereins Feuerbach gegr. 1899 und der Stadtkapelle (Stand 1937-42). 

Nach 1945 weiterhin in Stuttgart, nun i. R. 

W e r k e: u. a. Bearbeitungen für Blasmusik; Schlaraffische Festouvertüre 
(1933). 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 3.226.220; Leiter der Stabskapelle des NS- 
Reichskriegerbundes Stuttgart. 

Deutsche Helden. Marsch (RS Stuttgart, *12/111/39). 

G. Ungewitter: Grüße der Heimat. Marsch. Für Harmoniemusik mit 
SaxStn.: C. Benning (1941) [Ungewitter, Stuttgart-Bottnang]. 

Information: Standesbeamtin Dangelmaier, Stuttgart (24/III/98), 
stellte für diese Auskunft und sieben weitere ohne die gesetzlich bestimmte 




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383 


Absprache 50 DM "Ermittlungs- und Suchgebühr'' in Rechnung und setzte 
sie auf Antrag nicht aus. Aus Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Bennstein, Johannes 
Berlin, 29. Juli 1895 - ? 

Dr. und Beamter in Berlin-Wilmersdorf, Sigmaringerstr. 24 (1937). 

NSDAP seit l/V/37, Nr. 4.153.964, auf Antrag vom 3/VI/37. 
Arbeitsdienst-Lied: Hängt eine Wolke vorm Sonnenlicht (T: Kurt Bock) 
(1934) [PS]. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Wenn nur das Liedei noch hell erschallt, 
läßt gut sich die Heimat erbauen, 
deutsch ist das Feld und deutsch 

ist der Wald, 

kein Wölklein mehr hängt im Blauen". 

In: 

Arbeitsdienst-Liederbuch (1934). Das LA Berlin (9/IV/03) benötigte 
zehneinhalb Monate , um herauszufinden, man habe nichts über Bennstein. 
Das Standesamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin (5/XI/O 3) , Sch urig 
und Witt; teilte mit: "(...) zur Ermittlung der von Ihnen gesuchten 
Personenstandsbeurkundung werde ich eine Umfrage bei allen Berliner 
Standesämtern durchführen. 

Diese Umfrage ist gebührenpflichtig und beträgt für diesen/diese zu 
suchenden Personenstandsfall/Personenstandsfälle insgesamt 20,00 Euro . 

Insofern ist es auch in Ihrem Interesse , die Überweisung der Gebühr 
so bald wie möglich zu veranlassen , da die Ermittlungen erst nach Eingang 
der von Ihnen gezahlten Gebühr eingeleitet werden. (Bearbeitungszeit 
durch die einzelnen Standesämter ca. 8 Monate) " (unterstrichener Text ist 
zusätzlich fett gesetzt ). 


Benoit, Gerd 

Berlin, 11. Juni 1910 - bei Jassy (UdSSR), 7. Juni 1944 (im Fronteinsatz 
gefallen). 

Musiker, Komponist und Herausgeber, ab 1940 in Litzmannstadt Leiter der 
Städtischen Musikschule. Im Krieg Unteroffizier und 
Reserveoffiziersbewerber. 

W e r k e: u. a. Tanzweisen, Liedsätze zus. mit Blumensaat, "Deutsche 
Tänze aus Polen, dem Banat und Norddeutschland" (1939); Klaviermusik 
Nr. 1 für Cembalo (1940); Klaviermusik Nr. 2 für Klavier (1940). 

NSDAP seit l/VII/41, Nr. 8.357.484, auf Antrag vom 25/11/41. 

Aus allen Gauen. Etwa 130 Lieder zum ein- und mehrstimmigen Singen 
und Spielen auf allen Instrumente, hgb. von G. Benoit (1934). [Grenze und 
Ausland, Berlin]. 

1934, Information: 






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384 


"Das Liederbuch, das dem Auslandsdeutschtum gewidmet ist, bringt 
zum großen Teil völlig unbekanntes Liedgut mit besonderer 
Berücksichtigung des auslandsdeutschen Liedes. Die Erfordernisse des 
häuslichen Musizierens sind hier in gleicher Weise bedacht, wie die 
Verwendbarkeit auf Fahrten und Lagern, im Arbeitsdienst, im Landschuljahr. 

Blockflötenspieler finden in einem besonderen Verzeichnis alle für ihr 
Instrument enthaltenen Spielmöglichkeiten übersichtlich geordnet, eine 
Erleichterung besonders für das Zusammenspiel mit anderen Instrumenten, 
die hier zum ersten Male in dieser Weise durchgeführt wurde. 

Form und Auswahl haben sich sehr bestimmt von jeglichem Pseudo- 
>Volks<lied ebenso ferngehalten wie von allem, das nur Anspruch auf 
Tageswerk erheben darf; wogegen die aufgenommenen Lieder 
zeitgenössischer Komponisten wie: W. Hensel, E. L. von Knorr, Chr. 

Lahusen, G. Schulten, H. Spitta, Svolvaer-Raimund, L. Webereine Richtung 
weisen, die im heutigen Schaffen Gültigkeit hat" (Werbung des Verlages in: 
Benoit, "Das Sonnenrad"). 

Das Sonnenrad. Zwölf Lieder zur Sonnen- und Jahreswende und zum 
festlichen Feuer und sieben Tanzweisen für Blockflöte oder andere 
Instrumente. Herausgeber (1934) [V]. 

Vorrede 

Wir schreiten vom tale herauf das holz hinter uns schleifend - das holz 
der wälder der tiefe es zu opfern auf den höhen im rausch der flamme die 
wir schüren. Hundert jahre vergaßen sie den äther mit seinen kreisenden 
weiten die magnetisch unser blut in den lauf der Sterne bannen. Weitere 
hundert jahre vergaßen sie sogar die gezeiten zu feiern die uns das 
erdgesetz gab - und nur am schnelleren schlagen des herzens spürten wir 
noch den Wechsel. Der weltenabend sank mit den göttern der vorzeit und 
der lichte gott unserres geistigen ahnen-volkes gründet sein reich der sonne 
in dem nur wahre gesetze herrschen die Er durch die Sphären rollt zum 
reigen der gestirne. So begehen wir als die ewig ersten die wende der sonne 
die den pulsscglag unseres landes unseres meeres unserer luft bestimmt im 
Ur-gesetz! 

Inhalt: 

1. nach einem alten Ansingelied aus Bayern: (Der Florian) Gebt uns a Holz 
zum Sonnwendfeuer. - 2. Svolvaer-Raimund, 1934: (Nach Sonne gehn) Das 
ist ein köstlich Ding: nach Sonne gehn. - 3. 17. Jh.: Fackeltanz. - 4. 
böhmische Weise: Die Zeit ist reif, es dreht das Sonnenrad. - 5. Straubing, 
1679: (Ehrentanz) Freunde kommet zu den Reihen. - 6. Weise aus der 
Gottschee: (Festliches Schreiten) Wir kommen her mit Kranz und Speer. - 
7. E. L. von Knorr, 1934: (Mittsommernacht) 0 schöne Nacht, o kurze 
Nacht. - 8. (Feuerspruch) Du Sinnbild des Lebens, und Notdurft des Lebens. 
Kanon zu 3 Stimmen. - 9. Svolvaer-Raimund, 1934: (Dank) Wir danken der 
Sonne, sie gab unsrer Erde. - 10. E. L. von Knorr: (Feuersprung) Ich spring 
übers Sonnwendfeuer! - 11. Johannisreihen. - 12. Schwerttanz. - 13. 
Feuertanz. - 14. aus "Gesänge des Stammes >Großer Jäger<": Zwischen 
den Zeiten des Jahres nun stehen wir. - 15. Weise 1584, böhmisch oder 
wendisch: (Neujahrswunsch) Nun wolle Gott, daß unser Gesang mit Lust 
und Freude. - 16. alter ditmarsischer Tanz für Geige: Schülper Bar. - 17. 




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Sonnwendruf. Kanon zu 2 Stimmen. - 18. Nordischer Walpurgistanz für zwei 
Blockflöten und Klampfe. - 19. Weise 17. Jh.: (Neujahrsreien) Mit diesem 
neuen Jahr beginnt. 

O Danzig, halt dich feste, du weit berühmte Stadt (T: nach Hans 
Hasentödter, 1577, bearbeitet) (1934), aus "Lieder und Kanons" [V]. 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 59 (1937); RJF, Musikblätter der HJ 59 (1937); 
Volksliedsingen im Schulfunk 9/10 (12. August 1937), 5/5 a (8. Juni 1939); 
Unser das Land (1937; Komponist: G. Benoit); Lied über Deutschland 
(1937, 5 1941); RJF, Wir Mädel singen (1937, 21938 ); Ihr Deutschen, wollt 
ihr wachen! (1938); Das Bannorchester (1939); Lieder unseres Volkes 
(1940); RJF, Unser Liederbuch ( 6 1941); Posener Chorbuch (1943). 

Frisch auf, singt all, ihr Musici (eigner T). Kanon zu 3 Stimmen. 

In: 

Liederblätter der NSG "Kraft durch Freude" 21-22 (1937); Lieder der 
Arbeitsmaiden (1938); Lied über Deutschland ( 5 1941). 

Totenlieder. Hgb. von Gerd Benoit (1935) [V]. 

Verlagswerbung (in: Schulten, "Der Ring"): 

"Reiches instrumentales und vokales Material zur Ausgestaltung von 
Totenfeiern". 

Editionen wie diese waren unentbehrlich für die auf dem Kult von Tod 
und Opfer beruhende NS-Ideologie. 

Der helle Tag ist aufgewacht. Kantate nach dem gleichnamigen Lied von 
H. Baumann für Singstimmen, Flöten, Geigen (Bratsche) und Klampfe (Cello 
ad libitum) (Riga, 1938, für ein Fest der baltendeutschen Jungenschaft) [V]. 
Sendung der Deutschen: Mitten in die Welt gestellt, die von Flüchen 
dröhnt und Waffen (T: Norbert Wallner) [V]. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wir sind willens, Streich um Streich, 
alten Adel neu zu prägen: 
also wächst ein neues Reich 
unter unsern Hammerschlägen". 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 

Reiterlied: Ja, wir wollen kämpfen, streiten (T: B. Wächter). 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 

Wir glauben daran, daß ein Volk nie vergeht, solange der Bruder zum 
Bruder steht, solange wir einig zum Kampfe bereit (T: Josef Hiess). Kanon 
zu 3 Stimmen. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 

H. Jörns: Wirtragen das Feuer. Kampflied. Instrumentalstimmen - 
Blockflöte oder Flöte, Streicher und Cello - von G. Benoit. 

In: 

Volksliedsingen im Schulfunk 12/12 a (14. September 1939). 

Wir danken der Sonne. Chor für 2 gleiche Stimmen zum Erntedanktag. 
In: 




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Der junge Chor 3 (1940). 

Feierliche Liedsätze: 1. O Danzig, halt dich feste. - 2. Sachs, halte Wacht 
(1940). 


Bensch, Leo 

Posen, 1. Juni 1918 - Ostfront, 8. März 1943 (im Fronteinsatz gefallen). 
Korrepetitor und Kapellmeister am Stadttheater Münster, Pianist, Komponist 
und Privatmusiklehrer (Klavier). Er erhielt 1938 den 1. Musikpreis - 500 RM 
- der Stadt Münster für seine Leistungen als Pianist und durfte zuletzt auch 
von Hans Rosbaud vorbereitete große Opern nachdirigieren. 

W e r k e: u. a. Sommernachtsmusik für FrauenCh und Kammerorchester 
(RS Köln, 26/1/40). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Information: Weder Stadtarchiv Münster noch Städtische Bühnen und 
städtisches Personalamt besaßen 1998 Information zu Bensch; erst das 
Dezernat der Oberbürgermeisterin der Stadt Münster (16/IX/98) machte die 
fehlenden Angaben verfügbar. 


Bentsch 

Jederzeit kampfbereit. Marsch (RS Königsberg, 15/XI/35, aus Pillau). 


Bentzon, Jorgen 

Kobenhavn, 14. Februar 1897 - Horsholm (DK), 9. Juli 1951. 

Dänischer Komponist, Schüler von Carl Nielsen, auch Absolvent des 
Konservatoriums Leipzig, später in Kopenhagen ansässig. 

Pflicht: Ungezählte Hände sind bereit (T: K. Bröger). Arbeitslied (1931). 
In: 

Die Singstunde 78 (1935). 

Information: FA. 


Benz, Richard 

Reichenbach im Vogtland, 12. Juni 1884 - Heidelberg, 25. November 
1966. 

Sohn eines Pfarrers; Dr. phil. (Kunstgeschichte). Kulturhistoriker und 
Kulturphilosoph in Heidelberg. 

W e r k e: u. a. "Das Ethos der Musik" (Offenbach, 1926), "Franz Schubert 
als Vollender der deutschen Musik" (Jena, 1928), "Beethovens Denkmal im 
Wort" (München, 1935), "Die ewigen Meister - Deutsche Musikergestalten" 
(Jena, 1935), "Vom Erden-Schicksal ewiger Musik" (Jena, 1936; 5.-9. Tsd. 
1944), "Die deutsche Romantik - Geschichte einer geistigen Bewegung" 




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(Leipzig, 1937), "Von den drei Welten der Musik" (Hamburg, 1940), "Goethe 
und Beethoven" (1942). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Die Stunde der deutschen Musik. 2 Bände (1923-27; veränderte 
31943) [DJ]. 

Zitat: 

"(...) Die Musik zeigt aber zugleich schon heute am deutlichsten, 
wohin diese Entwicklung führt: die Neuesten, die angeblich zu Bach 
zurückbegehren und scheinbar wieder dem Dienst am alten Glauben bereit 
sind, sie sind zugleich die Wegbereiter nihilistischer Zerstörung bisheriger 
Tonsprache, und dulden die atonale Verhöhnung und Caricatur des Luther 
sehen Chorals - exotischer Exceß wird ihre Religion, und sie verkünden als 
Ziel europäischer Entwicklung die Wiederfindung der jüdischen und aller 
orientalischen Urmusik" (Die Stunde der deutschen Musik, 1. Auflage, Band 

2. S. 492). 

Mit seiner undurchdachten Attacke gegen neue Musik und Jazz gab 
sich Benz als Kronzeuge für die ''rechte 1 ' und dann NS-Ästhetik her. 

Bereits in "Die Musik" XX/4, Januar 1928, S. 292-293, publizierte H. J. 
Moser eine heute noch lesenswerte kritische Rezension von "Die Stunde der 
deutschen Musik", Band 2, gegen die sich Benz in Nr. 9, Juni 1928, S. 679- 
680, recht ungeschickt wehrte und dadurch Moser anschließend auf S. 680- 
683 ungewollt die Möglichkeit einer treffenden Begründung seiner 
Ablehnung zuspielte, es handle sich nicht um objektive 
Geschichtsschreibung, sondern um ein Tendenzbuch. 

1. August 1933: 

In einem Rundfunkgespräch gibt u. a. Richard Benz Auskunft über 
sein Buch "Geist und Reich" (FSt. Berlin, l/VIII/33). 

10. Juni 1934, Laudatio: 

"Benz ist der letzte Anti-Wagnerianer großen geistigen Stils, der mit 
seiner Kritik an die Wurzeln des Wagnerschen Schaffens geht, sich gegen 
den innersten Ausgangspunkt wendet. Wagner sah den Mythos nur im Wort, 
machte die Musik zum Mittel zum Wort, ohne zu begreifen, daß die Aufgabe 
war, gerade aus der Musik heraus den neuen Mythos zu entwickeln. Benz 
macht vor dem großen Künstler Wagner seine tiefste Verbeugung, wenn er 
den Tristan >den Werther des 19. Jahrhunderts< nennt; er hat aber 
gesehen, daß mit Wagner die Entwicklung eine Richtung genommen hat, die 
der eigentlich musikalischen bei Beethoven und Schubert in vielem wirklich 
diametral entgegengesetzt war. Schon hier hat Benz aus lebendigem 
Gegenwartsgefühl etwas wie einen Irrtum der Historie erfaßt" (F.: Richard 
Benz. Ein Fünfzigjähriger. "Deutsche Zukunft" 11/23, 10/VI/34. S. 16). 

1937: 

Die "AMZ" LXIV/1937, S. 296, bringt die Rezension "Vom 
Erdenschicksal ewiger Musik" von Wolfgang Sachse. 

3. Januar 1938: 

Der Rundfunk widmet eine Buchbesprechung dem Werk von R. Benz, 
"Vom Erdenschicksal ewiger Musik" (Das neue Buch, RS Saarbrücken, 
3/1/38). 




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12. November 1938: 

Der Rundfunk sendet eine Rezension von H. G. Feige über das Werk 
von R. Benz "Die deutsche Romantik" (RS Breslau, 12/XI/38). 

1939, Intellektuelle Spielerei: 

"Kulturschwätzer (Benz). Die einen wissen etwas von den Dingen, die 
andern reden nur. Der große Überblick, die >historischen< 

Zusammenhänge werden umso leichter wahrgenommen, je weniger Wert 
und Gewicht auf das Einzelne gelegt wird. Hier ist geradezu ein Eldorado für 
intellektuelle Spielerei jeder Art. Kunstgeschichte von solchen, die 
Substantielles wissen und über die Dinge selbst etwas zu sagen wissen, gibt 
es sehr wenige. Da ist das in den Dingen stecken bleiben, wie es meistens 
dem Künstler selber eignet, noch besser. Es offenbart doch eine 
Liebesbeziehung" (Furtwängler: Kalendernotizen 1939-IV. Quelle: 
Zentralbibliothek Zürich, Furtwängler-Archiv). 

Die ewigen Meister. Deutsche Musikergestalten ( 7 1944, 
Wehrmachtsausgabe, für das Sortiment nicht erhältlich) [DJ]. 

30. August 1944, Beurteilung: 

"Er bezeichnet sich als Kulturphilosoph und publiziert überwiegend 
dilettantisches Schrifttum über Musik; daraus ergibt sich, dass Benz trotz 
seines betonten Eintretens für alles Deutsche in der Kunst in vielem ein 
Gegner von Grundsätzen ist, die der Nationalsozialismus aufgestellt hat. Für 
eine Betätigung als Gegner wird es ihm an persönlichem Mut fehlen" (ARR, 
Amt Musik, Dr. Gerigk, an Hauptamt Wissenschaft, 30/VIII/44. Quelle: BA 
NS 15/ 74). 

Beurteilung, 1966: 

"(...) vertritt er seine reaktionären, nationalistischen und 
kulturpessimistischen Ansichten zur MGesch. und bereitete, in mancher 
Hinsicht Spengler vergleichbar, den Boden für Elemente der faschist. 
Kulturpolitik" (SML, Band 1, S. 101). 

Information: FA, MM2, RML, SML, MGG, RMLE (Todesdatum: 9/XI/66). 


Benzler, Fritz 

Greifenhagen/ Pommern, 20. Februar 1903 - Herne, 30. November 1974. 
Musikpädagoge, 1934-45 Volksschullehrer in Groß Spiegelberg/ Krs. 
Prenzlau. 

Nach 1945 Musiklehrer in Herne, hier 1947-65 Kantor der ev. 
Hauptkirche und 1959-68 Hauptschulrektor. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSLB seit l/X/33 und NSV; Blockwart des RLB. 
Op. 37. Deutscher Aufbruch. Vier Männerchöre auf Texte von Fritz 
Wienecke: 1. Mit Gott empor für unser Deutschland. - 2. Nun reget 
Herz und Hände. - 3. Schwert und Friede: Wie dienen wir dem Frieden? 

- 4. Wir wolln das Wort nicht brechen (1934) [HB]. 

Information: LdCh. 




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Berbuer, Karl 

Köln, 26. Juli 1900 - Köln, 17. November 1977. 

Sohn eines Bäckers; Bäckermeister, Sänger (Tenor) und Volkssänger in 
Köln. 

W e r k e: u. a. Karnevalsschlager; "Heidewitzka, Herr Kapitän" (1936), 
Marschlied; "Das kannst du nicht ahnen" (1938); "Trizonesien-Song" 

(1948). 

NSDAP seit l/VII/40, Nr. 8.059.096, auf Antrag vom 24/VI/40. 

Heidemarie, wenn wir am Rhein marschieren (eigner T). Marschlied, 
zus. mit A. Ruland (1940) [SV, 1944 Sc]. 

Tondokument - vom 18/1/40, 20/11/40 - im DRA: 1570017-08, 
4211488-02. 

Ausführende: 1) ein MCh mit A. Lutter und seinem Orchester; 2) 
Gesangsterzett R. Schuricke mit Orchester Oscar Joost. 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) Heidemarie, wenn wir den Wein probieren, 
dann wünsch ich mir dazu 
und der Kompanie 
eine, die küßt wie du, 

Heidemarie!" 

In: 

Harmonika-Erfolge (1944). 

Wenn die Soldaten rangehen (eigner T). Kriegslied, zus. mit A. Ruland 
(1944) [SV]. 

Information: Das Historische Archiv der Stadt Köln (ll/V/98) kündigte 
"für die Bearbeitung von schriftlichen Anfragen" eine Forderung von 40 DM 
"pro halbe Stunde aufgewandter Arbeitszeit” an, obwohl das Grundgesetz 
unbehinderte Information verspricht, setzte die Forderung auf Antrag jedoch 
aus. Das Amt für Statistik, Einwohnerwesen und Europaangelegenheiten in 
Köln (23/IX/98) verlangte für Auskunft aus den archivierten 
Meldeunterlagen je 30 DM. Der an den Oberstadtdirektor gerichtete Antrag 
vom 6/X/98 ging "zur weiteren Bearbeitung” ans Dezernat Wirtschaft und 
Stadtentwicklung; dieses antwortete nicht, brach also Verwaltungsrecht. 

Erst ein erneuter Antrag zum Oberstadtdirektor erbrachte Aussetzung der 
Gebühren. 


Berchtold sen., Josef 

Dorfen bei Wolfratshausen/ Bayern, 14. Februar 1863 - München, 29. 
April 1935. 

Konservator in München; Vater des gleichnamigen ersten Reichsführers-SS 
von 1926. 

NSDAP seit l/X/30, Nr. 310.162. 

Das Hakenkreuz: Das Hakenkreuz im weißen Feld auf feuerrotem Grunde 
(T: O. Kernstock). NS-Kampflied. 

Textprobe (2. Strophe): 




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"Das Hakenkreuz im weißen Feld, 

auf feuerroten Grunde, 

zum Volksmal ward es auserwählt 

in ernster Schicksalsstunde, 

als unter Schmerzen, heiß und tief, 

das Vaterland um Hilfe rief, 

das teure, todeswunde". 

In: 

Heil Hitler Dir! 1 (41933); Heil Hitler Dir! 2 (1933); Horst-Wessel- 
Marschalbum 1 ( 7 1933); Liederbuch der NSDAP ( 21 1933); Im deutschen 
Land marschieren wir (41935). 

Wende: Licht ward s im deutschen Land (T: Hermann Grote). 
Bekenntnislied. 

In: 

Im deutschen Land marschieren wir (41935). 

Das Fähnlein: Mit klingendem Spiel (T: H. Grote). Marschlied. 

In: 

Im deutschen Land marschieren wir (41935). 

Information: Der Standesbeamte Eisenschenk , München I (12/XI/97), 
verweigerte mit unwahren Angaben über PStG § 61, also rechtswidrig, die 
Angabe des Todesdatums. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. Das 
Kreisverwaltungsreferat München, Einwohnermeldestelle, Frau Scheinost, 
ließ wissen (26/XI/97), Meldeauskünfte kosteten je 20 DM. Aus 
Rechtsgründen verbot sich die Zahlung. 


Berdien, Adolf 

Restorf/ Hannover, 9. Februar 1876 - Lüchow, 21. Septemberl954. 
Militärmusiker; ab l/VII/05 Stabshoboist und MM beim IR 47 in Posen, am 
2/VIII/14 OMM und Leiter des Musikkorps des II./ IR 16 Hannover, dann 
des III./ IR 9 Berlin-Spandau, zuletzt des IR 67, zum l/IV/36 StMM und 
zum Reichskriegsministerium abkommandiert; ab 26/IV/35 - zur Ausbildung 
der Militärmusiker - Lehrer für Komposition und Tonsatz an der 
Musikhochschule Berlin, 1937 Professor, 1936 Musikinspizient des Heeres, 
ab 1/1/41 Obermusikinspizient; zum 30/IV/43 i. R. 

Nach 1945 zuletzt in Lüchow. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP; SA, MZF des SA-Sturms 23/7 Berlin. 

30. Juni 1934: 

In der "DNMZ" LVI/26, S. 211-212, erinnert Georg Kandier an das 
40jährige Soldatenjubiläum Berdiens. 

Olympia-Fanfare (1936). 

Mit Sang und Klang die Straße entlang. Marschliederfolge (Berlin, 
1937). 

Junge Soldaten. Marsch für versch. Besetzungen (1938; RS Berlin, 
9/V/37; RS Frankfurt, 9/VIII/38; DtldS, 23/XII/38, Frühkonzert desTrK des 




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391 


AR 1, Königsberg, Dgt. StMM, Hermann Wiech; Berlin, 21/VI/41, 
Großkonzert des Heeres zum Besten des Kriegshilfswerks für das DRK, Dgt. 
MM G. Grosch) [VfdM]. 

Tondokument - vom 29/VI/40 - im DRA: 1870667-13. 

Ausführende: StabsMK des Wach-Btl. der LW Berlin, Dgt. StMM 
Teichmann. 

Information: Laut Referat für Meldeangelegenheiten, Paß- und 
Ausweiswesen beim Polizeipräsidenten in Berlin (9/IV/84) als in Berlin 
gemeldet gewesen nicht zu ermitteln. 


Berend, Fritz 

Hannover, 10. März 1889 - Carbes bei London, 29. Dezember 1955. 
Sohn eines Geheimen Justizrats; Dr. phil. München 1913 (Nicolaus Adam 
Strungk 1640-1700). Schüler von F. Mottl und A. Schmid-Lindner, 
Komponist und Orchesterdirigent, bis 1933 Intendant der 
Theatergemeinschaft Münster-Osnabrück, am 6/IV/33 entlassen, 1933-36 
1. Opernkapellmeister in Münster. 1936-37 Kapellmeister am Jüdischen 
Künstlertheater Berlin, dann auch im Jüdischen Kulturbund Breslau. 

Von Gerigk/Stengel als Jude denunziert. 

1937-39 emigrierte Berend nach Florenz, dann London; zeitweilig 
Leiter der Waliser Nationaloper in Cardiff, 1946 Kapellmeister der Carl Rosa 
Opera, London, und Musiklehrer an der Universität. 

Information: DNML, DML, FA, KDMK, RML. 


Berendt , Gert 

RAD-Mitglied, während des Krieges zur Wehrmacht einberufen und in einem 
Baubataillon. 

Lautensätze zu "Wir wandern und wir singen!", Liederbuch der NSG 
"Kraft durch Freude", hgb. von der DAF (1937) [ZVNSDAP]. 

Lied des Baubataillons: Schon immer trugen wir den Spaten, nun tragen 
wir das Gewehr (eigner T). 

In: 

Singende Front (21941). 

Es geht eine Straße in Deutschland (eigner T). Fassung: R. Kössler. 
Textprobe (3. Strophe): 

"Es geht eine Straße in Deutschland, 
dort finden sich alle, die brennend sind 
in Herzen und in Händen. 

Es geht eine Straße in Deutschland, 
dort finden sich alle, die Stürmer sind 
im Beginnen und im Vollenden. 

Und keiner ist da, der müde steht. 

Und keiner ist da, der müßig geht, 

das ist die Straße Deutschland". 




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In: 

Liederblätter des Reichsarbeitsdienstes 4 (1942); Lieder der Mannschaft 1 
(1944). 


Berenkamp, Adolf von 

Innsbruck/ Tirol, 10. Mai 1892 - Innsbruck (A), 31. Januar 1958. 
Eigentlich Freiherr von Ingenhaeff zum Berenkamp (Bärenkamp); 
Opernsänger, zunächst in München, zeitweise in Pusteria (Italien), 1934/35 
in Gotha, 1939 Weimar; 1939/40-44 stellv. Intendant und Sänger am 
Reichsgautheater Innsbruck. 

Nach 1945 weiterhin in Innsbruck. 

NSDAP seit l/XI/29, Nr. 160.036; 1943/44 Landesleiter der RTK Gau Tirol- 
Vorarlberg. 

Information: Im DBJ 1941 als Adolf von Beerenkamp, 1943 als Alfred 
von Berenkamp. 


Beresinalied: Unser Leben gleicht der Reise eines Wanderers in der 
Nacht (T: Thomas Legier) (u. a. Stuttgart, *Juli 1938, beim Schwäb. 
Liederfest des DSB, Bearbeitung: 0. Siegl). 


Berg, Alban 

Wien, 9. Februar 1885 - Wien, 24. Dezember 1935. 

Sohn eines Kaufmanns, österreichischer Komponist, Schüler von A. 
Schönberg. 

Obwohl Berg "arisch" war, schätzten ihn die NS-Kulturpolitiker auch 
noch postum als "kulturbolschewistischen" Gegner ein. 

3. August 1933: 

Der Sachverständige für Rasseforschung beim RMI publiziert ein 
Gutachten mit beigefügter Ahnentafel, aus dem sich ergibt, daß Berg 
"arisch" ist (Abdruck: Wulf, S. 49). 

21. Juni 1934, Befremden: 

"Der >Magdeburgischen Zeitung< vom 21. Juni 1934 entnehmen wir 
folgende sehr sonderbare Meldung: 

"Alban Berg hat die Komposition seiner neuen Oper nach Frank 
Wedekinds >Lulu> beendet. Das Werk, die Frucht sechsjähriger Arbeit, 
begegnet nach dem Welterfolg des >Wozzeck< größtem Interesse in 
Theater- und Musikkreisen. Da Berg im Augenblick von einer szenischen 
Aufführung der Oper Abstand nehmen möchte (hört, hört! Schriftleitung der 
D. B. K.), hat er sich zu einer konzertmäßigen Zusammenfassung von fünf 
Stücken der Partitur entschlossen. In dieser Gestalt, unter dem Titel >Fünf 
sinfonische Stücke aus der Oper Lulu< mit einem Koloratursopran als 
solistischen Mittelpunkt, wird das Werk am 30. November in der Berliner 
Staatsoper unter Generalmusikdirektor Erich Kleiber zur Uraufführung 




B 


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393 


kommen, an der gleichen Stelle also, wo 1925 die denkwürdige Premiere 
des >Wozzeck< stattfand". 

Mit Recht begegnet diese Nachricht großem Erstaunen und 
Befremden. Der angebliche >Welterfolg< des >Wozzeck< ist dahin 
richtigzustellen, daß diese Oper bis jetzt lediglich an der Preußischen 
Staatsoper zu einer wiederholten Einstudierung gelangt ist, während sonst 
nur einige Aufführungen an wenigen großen Provinzbühnen - und, wenn wir 
nicht irren, noch in Chikago zu verzeichnen sind. Der Erfolg des 
>Wozzeck< beruhte wohl in erster Linie auf dem Büchnerschen Drama und 
auf der Sensation, die die nach Schönbergschem Muster gearbeitete atonale 
Musik Bergs damals erregte (Berg ist Schönberg-Schüler). Sollte es sich bei 
der neuen Oper um die berüchtigte >Lulu< 

Wedekinds handeln - woran u. E. kaum zu zweifeln ist und was auch 
den Verzicht Bergs auf eine szenische Aufführung hinlänglich erklären würde 
-, so ist dazu nur zu bemerken, daß die Oper >Lulu< auf deutschen Bühnen 
nichts zu suchen hat, weder mit noch ohne Text. Es wäre zu wünschen, daß 
obiger Meldung, von der wir nicht wissen, wer sie eigentlich in die deutsche 
Presse lancierte, umgehend und kategorisch von den zuständigen Stellen 
widersprochen würde" (Alban-Berg-Uraufführung in der Staatsoper? 
"Deutsche Bühnenkorrespondenz" III/52, 4/VII/34. S. 7). 

Die - zutreffende - Meldung stammte von der Pressestelle der Berliner 
Staatsoper. 

Typisch für die NS-Taktik ist hier die Herabsetzung des "Wozzeck"- 
Welterfolges. Der anonyme Kommentator hielt einfach mit der Wahrheit 
zurück. Tatsächlich kam das Werk bis Ende 1936 auf die Bühnen von 29 
Städten einschließlich Philadelphia und New York und brachte es auf 166 
Aufführungen , bis Sommer 1934 noch nicht ganz so viel , aber immerhin 
genug für den Welterfolg. 

November 1934: 

Furtwängler als Operndirektor der Berliner Staatsoper bittet Erich 
Kleiber die angesetzte "Lulu"-Premiere aus der Staatsoper in die 
Philharmonie zu verlegen, da mit Sicherheit Störungen von außen zu 
erwarten seien, die zukünftigen Opernvorhaben schaden würden. 

Furtwängler plante derzeit für die Staatsoper die Uraufführung von 
Hindemiths umstrittener Oper "Mathis der Maler”. Kleiber hielt nichts von 
einer Verlegung der ”Lulu”-Aufführung. 

1. Dezember 1934: 

In der "DAZ" bespricht Robert Oboussier die "Lulu"-Musik sehr positiv. 

5. Dezember 1934: 

In der "Deutschen Zeitung" hetzt P. Zschorlich gegen den 
"musikalischen Bolschewismus" von A. Bergs "Lulu"-Musik. 

6 . Juni 1937, Kommunismus: 

"(...) Berg ist der Schüler Schönbergs und ist ihm treu geblieben: er 
folgt ihm auch ins Reich der Zwölftonmusik, ins Reich des musikalischen 
Kommunismus: das naturgegebene Fundament der Musik, die Tonalität, der 
durch die natürlichen Obertöne und die Organisation unseres Ohres 
gegebene Dreiklang ist über Bord geworfen, >alle Ständeschranken und 
Vorrechte<, alles Führertum ist beseitigt zugunsten einer durchgehenden 




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Gleichmacherei: es gibt keinen Grundton, keine Dominante mehr, alle zwölf 
Töne der chromatischen Leiter sind gleichberechtigt. Das wäre aber die 
absolute Anarchie und Willkür, und davor schreckt auch der entartete 
Intellekt des Intellektuellen zurück: er sucht die organischen Bindungen 
durch neue, künstliche, willkürliche zu ersetzen. (...) Alles bleibt aber eitel 
Spiegelfechterei, denn diese blutleeren Schemen eines sterilen 
Intellektualismus führen ein Fabeldasein, da kein Hörer sie wirklich 
wahrnimmt. Diese Musik ist ein Ende, nicht ein Anfang. Sie ist Ausdruck der 
müden, weltstädtischen Intelligenz, der europäischen Dekadenz, der 
absterbenden Schichten einer untergehenden Welt, die in den Weltkrieg 
hinein getaumelt ist, sie kommt ein Vierteljahrhundert zu spät. (...)" (Hans 
Corrodi: Musikalischer Bolschewismus in der Oper. Zur Uraufführung der 
Oper "Lulu" von Alban Berg in Zürich. "VB" München, 6/VI/37). 

Der Schweizer Corrodi zeigt sich hier als ideologischer Helfershelfer 
des NS-Reglmes. 

Information: ausführliche und verläßliche Namensartikel in allen 
Musiklexika, nach 1945. 


Berg, Friedrich 
1861 - ? 

Kindlein mein. Wiegenlied. 

In: 

Lieder zur Weihnachtszeit (1935, 1944). 
Vgl. Kindlein mein. 


Berg, Mauritz (Maurits) van den 

Groningen (Holland), 20. Februar 1898 - Hilversum (NL), 14. September 
1971. 

Holländischer Geiger in Deutschland; bis 1926 1. Konzertmeister des BPhO, 
dann Konzertmeister des Berliner Funkorchesters. 1933 als "jüdischer 
Mischling" und Ausländer entlassen, bewarb sich mit Antrag vom 12/VII/34 
beim RMVP um die Stellung des 1. Konzertmeisters des BPhO, wurde jedoch 
unter Verschweigung der rassistischen Vorbehalte abschlägig beschieden. 

Von Brückner/Rock I als Jude und Gerigk/Stengel als Halbjude 
denunziert. 

Dann wirkte er im Concertgebouw-Orchester Amsterdam und gab 
während der Besetzung Hollands 1941 wegen seiner "nichtarischen 
Abstammung" eine Loyalitätserklärung ab. 1949-67 Kapellmeister am 
Rundfunk in Hilversum. 

12. Juli 1934, Bewerbung: 

"(...) Nach meiner auf Grund des § 3 des Beamten-Gesetzes erfolgten 
Entlassung aus dem Rundfunk ist es mir trotz der Zugehörigkeit zur 
Reichsmusikkammer nicht mehr möglich gewesen, in Deutschland eine 
Betätigung und Verdienstmöglichkeit zu finden. Jüdische Organisationen 
lehnen mich als Sohn eines protestantischen Vaters ab. In Holland ist es 




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395 


ausgeschlossen, eine Anstellung zu finden, da ich dort infolge meines 
21jährigen Aufenthalts in Deutschland kein besonderes Entgegenkommen 
fand" (Berg an Dr. Goebbels, 12/VII/34. Quelle: BA R 55/ 1182. Blatt 85- 
86 ). 

Der Schreiber bezog sich auf das "Gesetz zur Wiederherstellung des 
Berufsbeamtentums'' vom 7/IV/33 . 

17. August 1934, Empfehlung: 

"Das Kgl. Niederländische Generalkonsulat beehrt sich hierdurch dem 
Propagandaministerium Herrn M. van den Berg angelegentlichst zu 
empfehlen. Herr van den Berg bewirbt sich um die Stelle eines ersten 
Konzertmeisters im Philharmonischen Orchester. 

Es wäre dem Kgl. Niederländischen Generalkonsulat sehr angenehm, 
wenn dieser talentierte niederländische Staatsangehörige, der denselben 
Posten schon früher viele Jahre bekleidet hat, auch jetzt wieder hierfür 
ernannt würde, und dies umsomehr als Ihrem Ministerium bekannt sein 
dürfte, dass viele deutsche Musiker in Holland eine lohnende Beschäftigung 
haben. (...)" (Königlich Niederländisches Generalkonsulat an RMVP, 
17/VIII/34. Quelle: BA R 55/ 1182. Blatt 83). 

Das niederländische Generalkonsulat erhielt vom Goebbels- 
Ministerium den verlogenen Bescheid , die Stelle sei bereits besetzt! 

Information: RML. 


Bergau, Wilibald 

Gerdauen, 26. Januar 1880 - Berlin-Wilmersdorf, 20. August 1943. 

Sohn eines Pastors; Pianist und Privatmusikerzieher in Berlin-Wilmersdorf. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

Musik zum Filmdrama "Unter der schwarzen Sturmfahne" über den 
Bauernaufstand 1932/33, zus. mit H. Ailbout (UA: 26/IV/33; Prädikat: 
Lehrfilm). Produktion: "Der Vortrupp", Berlin. 1945 Verbot durch Alliierte 
Militärregierungen. 

Auf hoher See. Suite (RS Berlin, 25/V/38). 


Berger, Gregor 

Viersen, 31. Juli 1895 - Ratingen, 17. Mai 1976. 

Sohn eines Kaufmanns; Dr. phil. Bonn 1923 (Hans von Bülow. Seine 
Stellung zur Klaviermusik des 18. Jahrhunderts), Schüler von F. Bölsche und 
A. von Othegraven, Musikpädagoge, zunächst in Neuwied; später Studienrat 
am Staatlichen Prinz-Georg-Gymnasium Düsseldorf mit Wohnsitz Ratingen. 
Nach 1945 weiterhin in dieser Funktion, ab 1960 i. R. 

NSDAP seit l/V/33, Nr. 2.298.047. 

Musik und Rasse. Referat beim Lehrgang für Fest- und Feiergestaltung 
der Gaue Koblenz-Trier und Düsseldorf des NSLB (Schloß Friedewalt bei 
Betzdorf/ Sieg, Oktober 1937). 

Information: DML, KDMK. 




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Berger, M. 

Mahnspruch der deutsch-schwäbischen Volksgemeinschaft im 
Banat: Hütet der Väter heilige Scholle! Deutsch soll sie bleiben, komme, 
was wolle (T: onA ). Weise und Satz Eigentum des Komponisten. 

In: 

Und wenn wir marschieren ( 3 1937). 


Berger, Theodor 

Traismauer/ NÖ, 18. Mai 1905 - Wien, 21. August 1992. 

Arbeitersohn; Komponist in Wien, 1932-39 in Berlin, dann wieder in Wien. 
Anläßlich der Reichsmusiktage 1939 in Düsseldorf förderte ihn Dr. Goebbels 
durch einen Kompositionsauftrag über 5.000 RM; als seine Einnahmen aus 
"ernsten Konzerten" 1942/43 auf 3.701,82 RM zurückgegangen waren, 
erhielt er 4.000 RM aus dem Staatszuschuß für E-Komponisten. Er war 
kriegsverwendungsfähig, jedoch regte eine Ministervorlage seine uk- 
Stellung an. 

Berger, freischaffend, errang 1949 den Musikpreis der Stadt Wien und 
1951 den Österreichischen Staatspreis; er unterhielt ab 25/VI/53 einen 
Zweitwohnsitz in Hamburg. 1960 fiel an ihn der Große Staatspreis der 
Republik Österreich. 

W e r k e: u. a. Streichquartett im alten Stil Op. 2 (1938); Capriccio und 
Fantasie für Orchester Op. 3 (1938); Rondino giocoso für Streichorchester 
Op. 4 (1939); Zwei Stücke für Streichorchester Op. 5, daraus Nr. 2. 
"Malinconia" (1939); Elemente, sinfonischer Zyklus Op. 7 (1939); 
Feierabendstücke (Nocturnes) für Orchester Op. 8 (1938); Rhapsodisches 
Duo für Violine und Cello mit Orchester Op. 9 (1939; München, 1941). 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. RSHA, 27/IX/44: "Nachteilige Notierungen in 
politischer Hinsicht liegen nicht vor". Er erhielt vom Gauleiter Schirach - 
Vertrag bis April 1945 - jährlich 4800 RM als Förderungsbeihilfe mit 
geplanter Verlängerung des Vertrages. 

1937 

24. November 1937: 

Berger reicht auf Anfrage sein Rondino für Streichorchester und die 
drei Stücke für Orchester und zwei Soloviolinen Op. 3 an den RS Köln, GMD 
Schulz-Dornburg, ein in der Erwartung, "dass Sie meine Stücke gelegentlich 
in ihr Programm nehmen wollen" (Quelle: DRA Potsdam-Babelsberg, 
Historisches Archiv, NL 17/11). 

1938 

*29. Mai 1938: 

Bei den Reichsmusiktagen bietet das Städtische Orchester, Dgt. H. 
Balzer, Th. Bergers Capriccio und Fantasie Op. 3 (UA). 




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1939 

*14. Mai 1939: 

Zu den Reichsmusiktagen bietet das Städtische Orchester Düsseldorf, 
Dgt. Th. Berger, dessen "Malinconia" Op. 5. 

1940 

31. März 1940: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. 0. Kabasta, bieten - erstmals - 
"Rondino giocoso" Op. 4 von Th. Berger. 

8 . Dezember 1940: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. 0. Kabasta, bieten - erstmals - 
die Feierabendstücke (Nocturnes) Op. 8 von Th. Berger. 

9. Dezember 1940: 

Das 4. Anrechtskonzert der Stadt Flensburg, Dgt. Otto Miehler, bietet 
- "zum ersten Male" - "Rondino giocoso" Op. 4 von Berger. 

15. Dezember 1940: 

Das 5. Philharmonische Konzert Berlin, Dgt. Furtwängler, bietet - 
erstmals - Bergers "Rondino giocoso" Op. 4. 

1941 

5. Januar 1941: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. A. Mennerich, bieten die 
Rhapsodischen Duos für Violine und Violoncello mit Orchester Op. 9 von Th. 
Berger (UA); Solisten: W. Stroß (Violine) und R. Metzmacher (Cello). 

12. November 1941, Nachricht: 

"Auch im zweiten Berliner Philharmonischen Konzert trat Wilhelm 
Furtwängler für moderne Musik ein. Diesmal brachte er als Uraufführung die 
>Ballade für großes Orchester<, Werk 10, des Ostmärkers Theodor Berger 
und versetzte das Publikum dadurch in künstlerische Aufregung, bei der die 
ältesten Köpfe sich scharf in Ablehner und Jasager schieden" (Fritz Brust in: 
"MNN", 12/XI/41). 

Dezember 1941, Bericht: 

"(...) es gab zum ersten Male nach langer Zeit wieder ein sehr 
deutliche Auseinandersetzung, die sich auf der einen Seite in 
demonstrativem Klatschen, auf der anderen in Pfiffen und zum Teil sehr 
eindeutigen Zurufen äußerte. Das Werk, das diesen Meinungssturm erregte, 
war Theodor Bergers >Ballade für Orchester<, Werk 10, das der mit dem 
Musikpreis des Reiches bedachte ostmärkische Komponist in ministeriellem 
Auftrag geschrieben hat. Inzwischen hat dieser spontane Meinungsstreit 
auch in der Presse weitere Kreise gezogen, wobei sich deutlich das 
Bestreben geltend machte, das ungewohnte und überwiegend kakophone 
Werk als kühnen - im übrigen, wie behauptet wurde, durchaus 
funktionalharmonisch zu erklärenden - Vorstoß in musikalisches Neuland zu 
verteidigen und es gleichsam als Exponenten der Willenskräfte unserer Zeit 
gegen eine allzu bequeme Tradition geruhsamer Musikempfänglichkeit in 
Schutz zu nehmen. Das hat insofern seine Berechtigung, als man nicht 
genug für das Verständnis zeitgenössischer Musik werben und in jedem Fall 
Ehrfurcht vor dem Schöpferischen verlangen kann. Einige vielleicht nicht 




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unwichtige Tatsachen hat man dabei jedoch außer acht gelassen. Im 
Programmheft stand als Äußerung des Komponisten verzeichnet, daß sein 
Werk aus dem Erleben unserer Tage, also des gegenwärtigen Krieges, 
geschöpft sei. Erklärend war hinzugefügt, daß dies nicht im Sinne einer 
Programmusik zu verstehen sei, daß die Ballade vielmehr eine 
>apokalyptische Stimmung< widerspiegele, was doch wohl von ungefähr so 
etwas wie Weltuntergangsstimmung bedeuten soll. Der so beeinflußte 
Hörer, der den großen Freiheitskampf des deutschen Volkes wohl kaum 
unter dem Gesichtswinkel einer biblischen >Apokalypse< betrachten dürfte, 
hat sich dann sehr gewundert, als ein in ein rasantes Tempo gebannter 
Klangorkan über ihn hereinbrach, der - noch dazu zwischen die maßvolle 
Schönheit Haydnscher und Beethovenscher Klassik gestellt - durch seine 
schlagzeuggewürzte Dissonanzenfülle eher Visionen des Furchtbaren als des 
Großen und Erhebenden heraufbeschwor. Er hat sich auch, wie aus 
zahlreichen Zurufen hervorging, unwillkürlich gefragt, warum ein derart 
problematisches Werk heute an repräsentativer Stelle herausgebracht wird, 
wenn erst vor wenigen Jahren ähnliche Schöpfungen, die noch dazu das 
Zeichen hoher Könnerschaft an der Stirn trugen, als atonal gebrandmarkt 
und verbannt wurden. Es scheint also der >Krach um Berger< weniger ein 
Zeichen traditionsbeengter Hörbequemlichkeit als vielmehr einer sehr 
bewußten musikalischen Fragestellung zu sein. Hoffen wir, daß daraus 
Fruchtbares für die Zukunft erwächst" (Hermann Killer: Berliner Konzerte. 
"Die Musik" XXXIV/3, Dezember 1941. S. 111). 

1942 

4. Januar 1942: 

Das 5. Sinfoniekonzert der Stadt Essen, Dgt. A. Bittner, bietet - "zum 
ersten Male" - "Rondino giocoso" Op. 4 von Th. Berger. 

5. Januar 1942: 

Die Münchener Philharmoniker, Dgt. 0. Kabasta, bieten - erstmals - 
"Malinconia" Op. 5, aus den Zwei Stücken für Streichorchester, von Th. 
Berger. 

25. Februar 1942: 

Das Gr. Rundfunkorchester Berlin, Dgt. Schulz-Dornburg, bietet in der 
Reihe "Musik aus deutschen Landen" von Th. Berger "Rondino giocoso" Op. 

4 . 

21. April 1942: 

Das Mecklenburgische Staatstheater, Dgt. H. Gahlenbeck, bietet - 
erstmals - "Rondino giocoso" Op. 4 von Th. Berger. 

November 1942, Dissonanzenreich: 

"Das letzte, wieder Orchesterwerken vorbehaltene Konzert begann mit 
Theodor Bergers (1908) sehr knapp gehaltenem Kapriccio für Orchester 
(Werk 3 a), dessen dissonanzenreiche Stimmführung dem Titel des 
Werkchens geistreich angepaßt ist" ("Die Musik" XXXV/2, November 1942. 

S. 59). 

Diese Aufführung besorgte Fritz Zaun mit dem Städtischen Orchester 
Berlin. 




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Op. 11. Legende vom Prinzen Eugen, für Orchester (UA: München, 
27/XI/42, die Münchener Philharmoniker, Dgt. 0. Kabasta; Berlin, 
ll/XII/42; Wien, 20/1/43) [UE]. 

Eugen, Prinz von Savoyen und Piemont (1663-1717), österreichischer 
Feldmarschall und Staatsmann, war aktuell als Symbolfigur für die Rettung 
des Abendlandes - damals vor den Türken, die er 1717 bei Belgrad 
vernichtend schlug. 


1943 

22. Februar 1943: 

Das 8. Sinfoniekonzert des Deutschen Philharmonischen Orchesters 
Prag, Dgt. J. Keilberth, bietet - erstmals - "Malinconia" Op. 5 von Th. 

Berger. 

25. März 1943: 

Das 16. Anrechtskonzert des Gewandhauses Leipzig, Dgt. H. 
Abendroth, bietet - erstmals - "Malinconia" Op. 5 und "Rondino giocoso" Op. 
4 von Th. Berger. 

14. November 1943: 

Im 6. Philharmonischen Konzert der Philharmonie Brüssel, Dgt. Theo 
Dejoncker, erklingt "Rondino giococo" Op. 4 von Th. Berger. 

Rückblick, 1963: 

"Es gab Schwierigkeiten nach der Uraufführung meiner >Ballade für 
gr. Orch.< (1941 in der Bin. Philharmonie) & in den darauffolgenden Jahren. 
Das Werk wurde von Goebbels selbst aus den Rundfunksendungen 
gestrichen & daraus wurden mir von so manchen anderen Stellen >Stricke 
gedreht<" (Theodor Berger an Fred K. Prieberg, ll/IX/63). 

Information: MM2, RML, LdCh (ohne Wirkungsort) , RMLE, MGGS, LdBI. 
Die Programmhefte der Reichsmusiktage 1938 und 1939 nennen das 
Geburtsjahr 1908. 


Berger, Wilhelm 
1861 - 1911 

An die großen Toten. Chorwerk mit Orchester (u. a. Meiningen, 1936, 
zum 75. Geburtstag des Komponisten; Leipzig, 26/11/42, 
Gewandhausorchester, Dgt. Fl. Abendroth). 

Op. 30 Nr. 7. Ach, wer das doch könnte: Gemäht sind die Felder (T: 
Victor Blüthgen). Kinderlied für Sopran. 

In: 

Flieger sind Sieger (31941). 

Sylter Lied: Heil unsrer Väter starkem Stamm (T: Th. Siebs). Trutzlied 
[Carl Simon, Berlin]. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Kommt unser Deutschland je in Not, 
dräut uns der Feinde Schreck, 
dann heißt das Sylter Aufgebot: 




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400 


>Frisch, alle Mann auf Deck!< 

Wir gehen mutig in den Tod, 

wie unsre Väter brav, 

getreu den Farben Schwarz-weiß-rot 

und >lieber tot als Sklav<!" 

In: 

Stimmt an! (1934). 

Jan Hinnerk op de Lammerstraat. Volkslied. Für MCh: W. Berger. 

In: 

Chorliederbuch für die Wehrmacht (1940). 


Berger de la Rivoire, Adolf 

Flannover, 27. März 1882 - Biberach an der Riß, 25. September 1946. 
Ober-Telegrafensekretär in Flanau. 

Nach 1945 zuletzt in Biberach. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. 

H. Fritz: Heil dem Führer! Ein Spiel in zwei Bildern für die gesamte 
Flitlerjugend, Schulen, vaterländische und kirchliche Vereine. Einleitende 
Musik: "Im Dritten Reich" mit dem Marschlied "Heil dem Führer", 
Instrumentation A. Bergerde la Rivoire (1933) [AS]. 

Die gleiche Einleitungsmusik fand Verwendung in dem HJ-Spiel "Das 
Dritte Reich für Alle!" von H. Fritz (1933) [AS]. 


Bergfeld, Joachim 

Eisenach, 15. November 1906 - Bayreuth, 6. November 1988. 

Sohn eines Flandelsschuldirektors, Dr. phil. Berlin 1931 (Die formale 
Struktur der symphonischen Dichtungen Franz Liszts). Musikreferent, 1930- 
33 Musikkritiker und Musikschriftsteller in Eisenach für "Eisenacher 
Tagespost", "Ton und Takt", "Zeitschrift für Musik" und "Signale für die 
musikalische Welt" und Schriftleiter der "Sangerhäuser Kreiszeitung", ab 
l/V/33-37 für "Mitteldeutsche National-Zeitung" in Halle; 1939-40 als 
Kraftfahrer zur Wehrmacht einberufen, zuletzt Unteroffizier; Stand 1941: 
Leiter des Theaters "Kraft durch Freude" in Halle. 1941-45 im besetzten 
Holland. 

1945-52 in Sowjet. Internierung. 1953-73 Direktor der Richard- 
Wagner-Gedenkstätte in Bayreuth, 1958-71 auch Leiter der 
Volkshochschule, 1973 dann i. R. 

W e r k e: u. a. Hgb. der Tagebuchaufzeichnungen von R. Wagner: "Das 
braune Buch" (1975) [Atlantis-Verlag, Zürich]; Wagners Werk und unsere 
Zeit (Berlin, 1963) 

NSDAP seit l/X/32, Nr. 1.344.672; Gaustellenleiter für Musik. Stand 
Dezember 1933: Leiter der Ortsgruppe Sangershausen des KfdK, dann 
Leiter des Ortsverbandes Halle der NSKG; 1938/39 Landesleiter der RTK 
Gau Halle-Merseburg, später nur noch k.; 1940-41 Landesleiter der RMK 




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Gau Halle-Merseburg. Zeitweilig Lektor für Musik beim ARR. 1942-44 
Stellvertretender Leiter der HA Volksaufklärung und Propaganda im 
besetzten Holland, seit Oktober 1944 Propagandareferent des 
Reichskommissars, zuvor vorübergehend Referent des RMVP und 
Verbindungsmann von Dr. Goebbels zu Seyss-Inquart. 

1935 

2. August 1935, Der Reiniger: 

"U. W. ist Künnecke mit einer Jüdin verheiratet und scheidet für 
unseren Spielplan aus. 

(...) Weiter bitten wir um Nachricht, ob die Sängerin Frida Leider und 
die Pianistin Poldi Mildner, die für Städtische Sinfoniekonzerte als Solisten in 
Aussicht genommen wurden, für uns tragbar sind. Wie weit ist die 
Komposition der Sommernachtstraum-Musik von Weismann gediehen? Wir 
hätten Interesse an einer Aufführung noch in dieser Spielzeit" (NSKG, 
Ortsverband Halle, Dr. Bergfeld, an Kulturpolit. Archiv, 20/VIII/35. Quelle: 
BA NS 15/ 96). 


1940 

23. Dezember 1940: 

Bergfeld teilt mit Handschreiben einem Ministerialdirigenten im RMVP 
mit, er habe sich um die ausgeschriebene Stellung eines Propagandaleiters 
der Deutschen Akademie in München beworben und bitte um wohlwollende 
Förderung (Quelle: BA R 55/ 177. Blatt 22). 

1941 

28. November 1941: 

Dr. Bergfeld, HA Volksaufklärung und Propaganda beim 
Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, der die 
Bestellung Dr. Nufers zum Intendanten des Deutschen Theaters in den 
Niederlanden politisch zu hintertreiben gesucht hatte, wird durch ein 
Fernschreiben RMVP, Dr. Schlösser, an Dr. Lang - u. a. mit Hinweis auf 
Nufers enge Beziehungen zur SS - widerlegt (Quelle: BA R 55/ 20545. Blatt 
38). 

1942 

1942, Endlich: 

"Durch das Hinzukommen des Pg. Dr. Bergfeld ist der Mann gefunden, 
der eine zielbewußte Zusammenfassung aller kulturpolitisch einzusetzenden 
Faktoren garantiert" (Aus einer Aufstellung über die HA Volksaufklärung und 
Propaganda in Holland, o. Dat. = 1942. Quelle: BA R 55/ 218. Blatt 89). 

22. Februar 1942, Folgen: 

"Die Gründung der Theatergilde der niederländischen Kulturkammer 
hat erhebliche Widerstände hervorgerufen. Die Theaterschaffenden wollten 
der Gilde nicht beitreten. Das ging so weit, daß am 19. Februar (an 
welchem Tage die vierwöchige Anmeldefrist ablief) die wesentlichsten 
Theaterbetriebe schließen wollten. Dieser starke Widerstand erklärt sich 
zum Teil aus den anonymen Rundschreiben, die gegen die Kulturkammer in 
Umlauf gesetzt worden waren, zum großen Teil aber aus der Ablehnung der 




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nsb. Die Funktionäre der Kulturkammer sind hauptsächlich aber nsber. Der 
Unterzeichnete hat sich dann sofort die verantwortlichen Theaterleiter 
vorgeladen und ihnen mitgeteilt, daß die fraglichen Vorhaben eine 
Auflehnung gegen die Besatzungsmacht bedeuten und auf die Folgen 
hingewiesen. Daraufhin sind die Anmeldungen zur Theatergilde im 
wesentlichen erfolgt; die Theater spielen auch weiter. 

Außerdem ist mit dem Datum vom 15. Februar dem Reichskommissar 
ein Manifest gegen die niederländische Kulturkammer zugeschickt worden. 
Dieses Manifest ist von 1347 niederländischen Künstlern unterzeichnet. Es 
wird ignoriert werden. Jedoch soll ein Teil der Unterzeichner vorgenommen 
werden, um die Drahtzieher feststellen zu können, diese sollen dann in ein 
Konzentrationslager überführt werden" (Dr. Bergfeld an RMVP, Ergänzung 
zum Wochenbericht vom 15.-22. Februar 1942. Quelle: BA R 55/ 1337. 

Blatt 46). 

Das holländische Departement für Volksaufklärung und Künste (DVK) 
nebst Kulturkammer entstand auf Befehl aus Berlin an Reichskommissar Dr. 
Seyß-Inquart nach dem Muster des RMVP mit RKK und zum nämlichen 
Zweck. Kein Wunder > daß hier Funktionäre der NSB , der holländischen NS- 
Bewegung, Machtinstrument und Pfründe sahen. 

27. Mai 1942: 

"(...) Dr. Bergfeld rief an und teilte mit, daß bezüglich der Besetzung 
der Position des musikalischen Oberleiters man sich von der Absicht 
Weißbach etwas distanziere. Es sei aber der Vorschlag gemacht worden, 
Franz v. Hoesslin zu verpflichten. Er wollte dazu hören, ob von hier aus 
diesem Gedanken zugestimmt werden würde. Ich habe ihn auf den 
>dunklen Punkt< bei Hoesslin aufmerksam gemacht und betont, daß m. E. 
Hoesslin an solch exponierter Stelle nicht in der angeregten Form 
herausgestellt werden könnte. Auf die Ansicht Bergfelds, daß man ihn eher 
in den Niederlanden als im Reich festeinsetzen könne, habe ich erwidert, 
daß meine Auffassung gerade entgegengesetzt sei. Dr. Bergfeld bat, diese 
Frage hier zu klären und Nachricht zu geben" (RMVP, Abteilung T, 
Aktenvermerk, 27/V/42. Quelle: BA R 55/ 20545. Blatt 130). 

28. Mai 1942: 

Durch Telegramm des RMVP, Abteilung T, Keppler, erfährt Dr. 

Bergfeld, der Einsatz Hoesslins als musikal. Oberleiter in Den Haag werde 
nicht für möglich erachtet, da ein Dirigent mit volljüdischer Frau an so 
exponierter Stelle nicht angängig sei (Quelle: BA R 55/ 20545. Blatt 130). 
10. Juni 1942: 

Für die Propagandabteilung Den Haag bietet Bergfeld dem RMVP zur 
Ausstattung von Bühnen im Reich Möbel, Livreen usw. aus dem 
beschlagnahmten Vermögen des holländischen Königshauses an (Quelle: BA 
R 55/ 20542. Blatt 155). 

1943 

21. April 1943, Keine Judenmusik: 

"Die Beschwerde über die Lieferung von Werken jüdischer 
Komponisten habe ich zur Nachprüfung weitergeleitet. Auf Ihre Anfrage 
betr. Einfuhr von Musikalien aus Frankreich und Belgien teile ich Ihnen mit, 
daß die Werke jüdischer Komponisten weiterhin nicht aufgeführt werden 




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dürfen" (Der Reichskommissar für die besetzten niederländischen Gebiete, 
HA Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Bergfeld, an Departement van 
Volksvoorlichting en Künsten, Den Haag, 21/IV/43. Quelle: NIOD 
Amsterdam, Bestand DVK, Coli. 102 - 162 c - g). 

27. August 1943, Negermusik: 

"Die Surenamneger-Kapelle E. G. H i d a I g o, die z. Zt. im Kaffee >t 
Wagewiel< in Amsterdam, Nieuwendijk 143 auftritt, hat einen Antrag auf 
Sonderzulassung für weiteres Auftreten gestellt. Der Antrag hat Aussicht 
genehmigt zu werden. Ich bitte daher bis zur Entscheidung die Kapelle 
ungehindert auftreten zu lassen und die Funktionäre der Musikgilde 
entsprechend anzuweisen" (Der Reichskommissar für die besetzten 
niederländischen Gebiete, HA Volksaufklärung und Propaganda, Dr. 

Bergfeld, an Niederländische Kulturkammer, 27/VIII/43. Quelle: wie 
vorige). 

Septemberl943, Belehrung: 

"Anlässlich Ihres obenerwähnten Briefes bemerke ich Folgendes: Das 
auftreten der Surinameneger in Orchesterbesetzungen ist schon lange vor 
dem Kriege vom früheren demokratischen Bürgermeister von Amsterdam 
verboten worden und solches auf Rat vom früheren Polizeidirektor Herrn 
Versteegh, und zwar wegen ihrer Unsittlichkeit u. a. auf Antrag vieler Eltern, 
deren Töchter von Negern verführt wurden. 

Der Einfluss dieser Neger auf die Jugend wird hauptsächlich durch ihre 
Negermusik verstärkt, d. h. ihre Art und Weise um Tanzmusik auf Negerart 
zu spielen. 

(...) Außerdem sind sie alle noch mehr oder weniger von jüdischem 
Blute. Nämlich zur Zeit dass die portugiesische Regierung die Juden 
ausbannte, liefen die Juden in Brasilien und Suriname zu den Holländern 
über und beteiligten sich am Kampfe zwischen Holland und Brasilien. Nach 
der Eroberung von Suriname Messen sich dort viele Juden als Pflanzer nieder 
und vermischten sich mit den schwarzen Sklaven. 

(...) Für die gutwilligen Neger ist solches hart, ebenso wie es für die 
gutwilligen Juden hart war. Wenn wir jedoch den Standpunkt der 
Rassenfrage einnehmen, haben wir, - zumal da in Holland das Publikum 
doppelt scharf aufpasst auf eventuellen Abweichungen vom Prinzip - 
konsequent zu sein" (Departement van Volksvoorlichting en Künsten an HA 
Volksaufklärung und Propaganda, Dr. Bergfeld, ohne Datum = September 
1943. Quelle: wie vorige). 


1944 

23. März 1944: 

"Zu Ihrer vorgenannten Anfrage teile ich mit, dass selbstverständlich 
Namen wie >Kubaner-Orchester< usw. nicht zulässig sind. Das Spielen von 
Rumbas ist nach Möglichkeit einzuschränken. Ein direktes offizielles Verbot 
wird nicht nötig sein, da ja sowieso diese Musik ziemlich wenig gespielt 
wird. Natürlich sind ausgesprochene Rumba-Kapellen nicht erwünscht. 
Sollte das Spielen derartiger Tänze überhand nehmen, so ist eine 
Einschränkung zu veranlassen" (HA Volksaufklärung und Propaganda, Dr. 




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Bergfeld, an Departement für Volksaufklärung und Künste, Abt. Musik, 
23/III/44. Quelle: NIOD Amsterdam, Bestand DVK, Coli. 102 - 156 g). 

Geschichtsfälschung, 1983: 

"Meine Tätigkeit in Presse und Kulturverwaltung, nach der Sie fragen, 
betraf meinen langjährigen Beruf als Kritiker und Feuilletonredakteur, bzw. 
später bei der Planung und Durchführung kultureller Veranstaltungen, 
während des Krieges auch im Rahmen der Truppenbetreuung. Das ist für die 
Kennzeichnung meiner Arbeit nicht von wesentlicher Bedeutung, weshalb 
ich es nicht besonders erwähnt habe" (Dr. Bergfeld an Fred K. Prieberg, 
21/VIII/83). 

Das kulturpolitische Engagement blieb unerwähnt. 


Berggipfel erglühen. Heimatlied. 

In: 

Liederbuch für Dt. Frauen und Jungmädchen-Verbände (1934); Mein 
Deutschland (1936, 1938). 


Berg Heil, ihr Kanoniere! Frisch auf zu kühner Tat (T: von einem 
Kameraden der III./GAR 79). Kriegslied, der Melodie "Wir Jäger lassen 
schallen" (Kaiserjägermarsch) aufgesetzt. 

Textprobe (3. Strophe): 

"Wir kämpfen Seit an Seite, 
wir fürchten nicht den Tod, 
und fallen wir im Streite 
im frühen Morgenrot: 

Die Fahne, die rauscht weiter 
den Brüdern dann voran. 

Wir stehn zu unsrer Fahne 
und schwören Mann für Mann: 

Die Kanoniere weichen nie 
und wenn die Welt auch brennt. 

Fest steht der Berge Artillerie 
vom Saalach-Regiment". 

In: 

Soldatenliederbuch (41940; nurT). 


Berghoch am Walde 


siehe: Herman Wirth 


Berghöfer, Karl Georg 

Butzbach, 13. Oktober 1908 - Gridino (UdSSR). 3. Junil942 (im 
Fronteinsatz gefallen). 

Student in Stockheim/ Hessen, Dr. phil., 1939 in Gießen, 1940 in Eger/ 
Sudetenland, dann Lehrer an der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt 




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Ploschkowitz bei Leitmeritz. Im Kriege zur Wehrmacht einberufen, zuletzt 
Gefreiter in der 1. Kompanie, GJR 206. 

NSDAP seit l/V/32, Nr. 1.151.183, doch annulliert und zum l/VII/34 in neu 
unter Nr. 3.589.096 uzugeteilt. NSLB seit l/VIII/38. 

Wir sind die Jungen vom deutschen Warndt. Saarkampflied. 

Textprobe (3. Strophe): 

"So schlagen wir den Freiheitskampf 
durch Wunden, Tod - zum Siege. 

Heil Deutschland! Heil, du deutscher Warndt! 

Hoch, schwarze Fahne, fliege!" 

In: 

Saarvolk singt (1934). 


Bergleut sind die schönsten Leut. Aus Erk-Böhme, "Deutscher 
Liederhort" (1856/1893). 

In: 

RJF, Liederblatt der HJ 44 (1938; onA ); Lied über Deutschland ( 5 1941; onA 
); RJF, Unser Liederbuch ( 6 1941). 


Bergleut zu Häuf rufen: Glück auf! Saarländisches Bergmannslied 
von A. Schievenbusch nach dem Melodiemodell "Glückauf, glückauf, der 
Steiger kommt". 

In: 

Uns geht die Sonne nicht unter (1934); Wir wandern und singen! (1937; 
"Altes saarländisches Bergmannslied"). 


Bergmann 

Marsch der Hitler-Jugend (RS Breslau, 18/VI/36). 


Bergmann 

Sudetenlands Heimkehr. Marsch (DtldS, *8/XI/38). 

Sudetengruß. Marsch (DtldS, *8/XI/38). 

Beide Titel feiern die Expansionspolitik Hitlers, die am 1. Oktober 1938 
zur Angliederung des Sudetenlandes an das Reich geführt hatte, 


Bergmann, Fritz 
SA-Truppführer im Sturm 14/J 13. 

Sturmlied des SA-Sturms 14 Jägerl3, onA , am 20/IX/34 an Dr. Goebbels 
eingesandt. 




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Bergmann, Gottfried August 

Völklingen, 19. Februar 1890 - Haar bei München, 2. November 1960. 
Kaufmann und Schriftsteller in Saarbrücken. 

Nach 1945 weiterhin in Saarbrücken, 1953 im Altersheim Burtenbach 
bei Günzburg, 1954 in Ebermannstadt/ Ofr., zuletzt in Haar. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP. NSV, DAF. 

Des deutschen Saarvolks Befreiungslied 1935: Singt, jubelt und 
jauchzet (eigner T), für Klavier mit untergelegtem Text (1935) [SV, 
Saarbrücken 3]. 

Information: Der Standesbeamte Pampuch in Haar verweigerte 1983 
mehrmals die Mitteilung des Todesdatums mit Hinweis auf das verfälschte 
PStG § 61, also rechtswidrig. Damit raubte er dem Künstler das postum 
weiterwirkende Recht auf Präsenz in der Nachwelt und betrog den 
Lexikographen um sein Grundrecht auf ungehinderte Berufsausübung. 


Bergmann, Siegfried 

Wir sind der Arbeit Soldaten, des Führers getreueste Schar (eigner T). 
Soldatenlied (1940). 

In: 

"Westfunk" Nr. 43, 20/X/40, S. 2. 


Bergmann, Walther 

Altenburg/ Kreis Naumburg a. Saale, 4. August 1901 - Hamburg- 
Wandsbek, 18. Februar 1982. 

Musikpädagoge, ab 1935 Privatmusiklehrer, Klavierlehrer an der 
Pädagogischen Hochschule Hannover. 

Nach 1945 zuletzt i. R. zunächst noch in Hannover, dann (Stand 1978) 
in Groß-Heere, ab 17/11/81 in Hamburg. 

Werke: klavierpädagogische Editionen. 

Kein Eintrag in ZKNSDAP oder NSLB. 

Voran in Reih und Glied. 20 Lieder der Jugend für Klavier gesetzt von 
Walther Bergmann (1934) [VB]. 

Inhalt: 

1. H. O. Borgmann: Unsre Fahne flattert uns voran. - 2. Schlesische Weise: 
Auf, auf, ihr Wandersleut (T: aus Deutschböhmen). - 3. Melodie aus dem 
17. Jh.: Die Trommel schlägt und schmettert. - 4. W. Bergmann: 
(Wächterlied im Osten) Eisgrauer See, mondheller Schnee. - 5. R. Götz 
(Nachtposten im März) Wildgänse rauschen durch die Nacht. - 6. aus 
Hessen: Es gibt nichts Schönres auf der Welt. - 7. aus dem Ungarischen: 
Heute an Bord. - 8. Melodie aus dem 17. Jh.: Die Sonne macht mich singen. 
- 9. Freiheitslied der Geusen: Wilhelmus von Nassauen. - 10. G. Schulten: 
Weit laßt die Fahnen wehen. - 11. "Bergliederbüchlein", um 1740: Ich habe 




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Lust, im weiten Feld. - 12. Flandrisches Schifferlied: Wer will mit uns nach 
Island gehn. - 13. W. Bergmann: Trommel, Trommel, herbe Schwere. - 

14. altes Geusenlied: (Altvlämischer Schlachtgesang) 0 Feinde, wie falsch 
habt ihr es euch gedacht! - 15. nach H. Wendelmuth: Die Glocken stürmten 
vom Bernwardsturm. - 16. Wandervogelweise (Die blauen Dragoner): 
Nächtens auf silbernen Rossen. - 17. W. Bergmann: Wir ziehen all im 
gleichen Tritt . - 18. alte Weise: Wer jetzig Zeiten leben will. - 19. W. 
Bergmann: (Deutscher Sonnenwendschwur) Weit über Berg und Tal 
lohe, du Flammenstrahl. - 20. Komponist unbekannt: Über die Felder 
Soldaten ziehn. 

Wächterlied im Osten (T: W. Flex). Kriegslied, aus: "Voran in Reih und 
Glied". 

Textprobe (1. Strophe): 

"Eisgrauer See, 
mondheller Schnee. 

Wie lang soll ich noch schreiten, 
das kalte Schwert zur Seiten? 

Wie lang währt Mord und Streiten? 

Weh , Russenerde, weh !" 

Trommel, Trommel, herbe Schwere (T: Pjotr). Kampflied, aus: "Voran 
in Reih und Glied". 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) Trommel, Trommel füllt die Leere. 

Unsre Füße schreiten Schritt für Schritt, 
und dein Mahnen, Trommel, schreitet mit. 

Trommel, laß die Schläger hämmern, 

vielen muß noch Trommelrhythmus dämmern!" 

Wir ziehen all im gleichen Tritt (T: Horst Pirna). Kriegslied, aus: "Voran 
in Reih und Glied". 

Textprobe (1. Strophe): 

"(...) wir ziehen mit der Trommel mit. 

Die Trommel dröhnt und ruft zum Streit, 
und jeder Mann im Felde leit 
mit uns im gleichen Schritt". 

Schwur: Weit über Berg und Tal lohe, du Flammenstrahl (T: Heinrich 
Friedrichs). Aus: "Voran in Reih und Glied". 

Textprobe (3. Strophe): 

"Hier unterm Sternenzelt, 

Vater der Völkerwelt, 
schwören wir Deutsche dir: 
nimmermehr dulden wir 
Unrecht und Schmach". 

In: 

Liederblätter der Deutschen Glaubensbewegung 1 (1935). 

Gestaltung und Bewegung in der Musik ("Völkische Musikerziehung" 
V/3, März 1939. S. 110). 

Information: KDMK (mit unrichtigem Geburtsort Naumburg). Der 
Bürgermeister der Gemeinde Heere (16/IV/98), gez. Kippenberg, teilte mit, 




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über Bergmann lägen keinerlei Unterlagen vor. Die Auskunft war unwahr 
und brach Verwaltungsrecht. 


Bergmann - Maas, Ellen 

(?), 6. März 1913 - Minsk, verschollen nach NS-Aktion. 
Konzertsängerin (Mezzosopran) in Berlin. Während des Krieges zwecks 
"Endlösung der Judenfrage" in den Osten deportiert. 


Bergner, Carl (Karl) Mathias 
München, 28. August 1905 - Bad Kohlgrub, 2. April 1989. 

Pianist und Komponist in München; 1935 Berlin, ab 1938 wieder in 
München. 

Nach 1945 zuletzt in Bad Kohlgrub. 

NSDAP seit l/X/30, Nr. 315.580. 

Weit ist der Weg: Singt, Kameraden, singt in Schritt und Tritt (T: Franz 
Baumann). Marschlied, dem RMVP eingereicht und am 28/VII/34 von der 
RMK begutachtet. 

Information: Laut Stadtarchiv München (17/IX/98) sei das Haus unter 
der genannten Adresse im Krieg zerstört und der Aufenthaltsort Bergners 
bei Erhebungen der Meldebehörde vom 2/XII/46 und 24/1/47 nicht zu 
ermitteln gewesen. Der Todesfall ist beurkundet beim Standesamt Bad 
Kohlgrub Nr. 3/1989. 


Berg op Zoom siehe: A. Valerius 


Bergsummer = Über die Plentacker hear 


Bergwerklied = Wann die Bergleut fahren ein 


Berittene SA = Wirtraben in die Weiten, im Wind der 

Wimpel weht 

Berl, H. 

Helden der Luft. Fliegermarsch (1942). Fassung: H. Männecke. 

In: 

Neues Sansouci 73. 


Berliner Jungarbeiterlied 


= Herbei zum Kampf, ihr Knechte 
der Maschinen 




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Berliner Jungarbeiter-Lied 


siehe: R. Hädelmayr 


Berlioz, Hector 
1803 - 1869 

Jubelmusik für gr. Blasorchester aus der Triumph-Sinfonie = Symphonie 
Funebre et Triomphale für Militärkapelle, Streichorchester und Chor ad 
libitum (1840; RS Köln, *20/IV/39). 


Berminger, M. 

Werkfeierlied: Tritt heran, Arbeitsmann, tritt hervor aus hartem Bann (T: 
H. Lersch). Lied für den Arbeitsdienst. 

Textprobe (4. Strophe): 

"Werkertag, Hammerschlag, 
jeder Tag ist Schöpfungstag! 

Brüder, in der Liebe Namen 
singt gewaltig unser Amen! 

Werkertag und Hammerschlag: 
daß es Gott gefallen mag!" 

In: 

Wir singen (1934). 


Bernards, B. (Pseudonym) = Bernhard Kutsch 


Bernau, Wilhelm 

Barmen, 29. März 1898 - Pforzheim, 29. Dezember 1958. 

Schüler von H. Inderau und E. Potthoff, seit 1922 staatlich geprüfter 
Musiklehrer für Klavier, Laute, Blockflöte, Akkordeon u. a. in Elberfeld, ab 
1943 am Seminar der Musikschule Trossingen. 

Nach 1945 weiterhin hier in gleicher Funktion. 

NSDAP seit l/IV/40, Nr. 7.604.480. 

Schulgebet: Schütze, Herr mit starker Hand unser Volk und Vaterland (T: 
Thüringisches Schulgebet) für 2 Stimmen mit Klavier/ Harmonium. 

In: 

Deutsche Jugend heraus (3. Folge, 1936). 

Information: FA, KDMK. 


Berndt, Alfred-Ingemar 




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Bromberg, 22. April 1905 - Vesprem (Ungarn), 28. März 1945 (im 
Fronteinsatz gefallen). 

Beamtensohn, Journalist mit Universitätsstudium der Germanistik und 
Volkskunde, kam aus der "völkischen" Jugendbewegung, Kulturpolitiker, 
Hauptschriftleiter und Buchautor; 1924-26 Schriftleiter am 
deutschvölkischen "Deutschen Tageblatt". 1936 Leiter von Abteilung IV 
Presse im RMVP, Präsidialrat der Reichspressekammer; 1939-41 als 
Ministerialdirigent Leiter der Abteilung III Rundfunk im RMVP. Im Kriege 
Unteroffizier einer Panzerabwehrkompanie, dann Leutnant in einer schweren 
Panzerjägerabteilung; 1940 erhielt er das EK I für ein 
Stoßtruppunternehmen an der Westfront mit Durchbruch durch die 
Weygand-Linie. Ab Mai 1941 Oberleutnant, dann Hauptmann, 
Ordonnanzoffizier beim Oberbefehlshaber Afrika, Feldmarschall Rommel. Im 
Mai 1943 wieder auf seinem Platz im RMVP. 

W e r k e: u. a. Gebt mir vier Jahre Zeit! Dokumente zum ersten 
Vierjahresplan des Führers (München, 1937; 7 1939). 

NSDAP seit (1923) l/V/32, Nr. 1.101.961. SA - Standl936: 
Obersturmbannführer - und SS, 1944 Hauptsturmführer. 1932 Mitglied des 
Gaupresseamts Berlin der NSDAP und des KfdK, Gruppe Presse; Adjutant 
des Reichspressechefs der NSDAP, SS-Gruppenführer Dr. Dietrich. Februar 
1933 politischer Beauftragter für das WTB (Wolffs Telegraphenbüro), im Juni 
dessen Hauptschriftleiter; seit 1/1/34 des DNB (Deutsches 
Nachrichtenbüro). Er schaltete das WTB gleich, ebenso im April 1933 den 
Reichsverband der deutschen Presse. Mitbegründer des Bundes Deutscher 
Osten. 

Vom Kunstrichter zum Kunstdiener. Vortrag zur Arbeitssitzung bei der 
Jahrestagung der RKK, Berlin, 29. November 1936. 

Bericht: 

"(...) Ministerialrat Berndt wandte sich dann dem Gebiet der 
Musikkritik zu, bei der es in den letzten 50 Jahren nicht viel besser 
ausgesehen hat. Auch hier sind es zunächst Genies gewesen, die sich der 
Musikkritik zuwandten, so z. B. E. T. A. Hoffmann, Friedrich Reichardt, 
Robert Schumann, in Einzelfällen auch Carl Maria von Weber und Richard 
Wagner. Zu der gleichen Zeit, zu der die reinen Fachkritiker sich der 
Musikkritik bemächtigten, begann der Abstieg der Musikkritik. 

Auch für den Musikkritiker sei es selbstverständliche Voraussetzung 
für sein Amt, daß er Partituren lesen könne und ein gründliches Fachwissen 
für alle Äußerungen des Musiklebens besitze. Der Redner zeigte dann an 
vielen Beispielen, vor allem am Kampf, der in der Musikkritik im vorigen 
Jahrhundert um Richard Wagner und Anton Bruckner in geradezu 
beispielloser Form geführt wurde, die Mißstände auf diesem Gebiet auf. In 
den zeitgenössischen Kritiken über Wagner, der indessen alle seine Kritiker, 
an die sich heute kaum noch jemand erinnere, überlebt habe, finde man 
unter anderem folgende musikalische >Fachausdrücke<. >Hirnverbrannter 
blühender Unsinn<, >stinkende Musik<, >Henker der modernen Kunst<, 
>musikalischer Hochstapler, >musikalischer Humbug<, 

>Größenwahnsinn< und >Gehirnerweichung<, >trostloses Getute<, 




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>Gequassel und Gequatsche<, >Deliriumsmusik<. Die Oper >Rheingold< 
wird als >Hurenaquarium< bezeichnet. >Kaffeemühlen- und 
Teekannenmusil«, >Kasserollengerassel<, >Katzenserenade<, 
>Laubfroschweise<, >Lindwurmgebrüll<, >Nervenfieber<, 
>Ohrenschinder<, >Porzellanscherbeneffekt<, >Quallenmusik<, 
>Schafskopf<, >Scharlatan<, das alles sind Ausdrücke aus einer 
riesenhaften Fülle von Beschimpfungen, die die Kritik, insbesondere die 
jüdische Kritik, Wagner widmete. 

(...) Es war ein Grundsatz des Richtertums zu allen Zeiten, daß es an 
einen Auftrag gebunden sein muß. Diesen Auftrag vermag nur eine 
Gemeinschaft, ein Volk, ein Staatswesen zu erteilen. Das Kunstrichtertum 
der letzten 150 Jahre handelte ohne Auftrag. Ohne Auftrag wenigstens 
derer, für die es zu richten vorgab. Wie weit unsichtbare Auftraggeber im 
Hintergründe standen, war ja zu allen Zeiten für den Leser nicht erkennbar. 
Man soll also nicht schreien, wenn heute der nationalsozialistische Staat 
einen Auftrag, zu richten und zu zensieren, annullierte, den niemand 
erteilte, sondern den eine bestimmte Schicht und eine bestimmte Rasse sich 
angemaßt hatte. 

(...) Wir räumen nun den Schutt von 150 Jahren fort und machen 
Schluß mit der Auffassung, daß der Kritiker wichtiger oder genau so wichtig 
wie das Kunstwerk sei. Mittler soll er sein zwischen Kunstwerk und Volk, 
nicht Richter in einer Zeit, in der keine anonymen Kräfte mehr das Recht der 
Einwirkung auf das Volk haben, sondern jene Betätigung an einen Auftrag 
der Gemeinschaft gebunden ist. Reichsminister Dr. Goebbels hat daher in 
seiner gestrigen Verordnung die notwendigen Anordnungen zur Neuordnung 
der Kunstkritik getroffen, und an an die Stelle der Kunstkritik die 
Kunstbetrachtung, an die Stelle des Kritikers den Kunstschriftleiter gesetzt. 

(...) Der Kunstschriftleiter ist gerade für den nationalsozialistischen 
Staat eine dringende Notwendigkeit, denn wie niemals zuvor ist heute die 
Presse Mittler zwischen Volk und Führung, Volkspresse und nicht mehr 
Presse einer Richtung oder anonymer Kräfte. Und genau so ist heute die 
Kunst nicht mehr Angelegenheit einer kaufkräftigen Schicht, nicht eine 
Ware, wie sie ein Siegfried Jacobsohn zu bezeichnen wagte, sondern 
wertvollstes Gut der Nation, das allen gehört. (...)" (Die neue Form der 
Kunstbetrachtung. "Schlesische Tageszeitung", 30/XI/36). 

Der Funktionär hielt nicht für erwähnenswert > daß Wagner ehedem 
viele Kritiker provozierte , was deren Feindschaft erklärt. Er verschwieg 
auch, daß die NS-Presse für das Volk war > also gerade nicht 
''Volkspresse'' und lediglich ''Mittler'' in einer Richtung , von oben nach unten. 
Da auch das NS-Regime Kunst nicht kostenlos bot > sondern natürlich 
Eintrittsgelder erhob, galt Jacobsohns Erklärung "Kunst als Ware" immer 
noch. 

Gebt mir vier Jahre Zeit! Dokumente zum ersten Vierjahresplan des 
Führers (München, 1937). 

Zitat: 

"(...) Für die Komponisten wurde die Versorgungsstiftung der 
deutschen Komponisten geschaffen, die in der Welt keines gleichen hat. 
Jeder Komponist erhält aus dieser Stiftung ohne Rücksicht auf seine 




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Einzahlung die gleiche Altersrente. Die Stiftung hat bereits außerordentlich 
segensreich gewirkt, indem sie einer großen Anzahl von Komponisten einen 
Alterssold, vielen Witwen einen Witwensold, zahlreichen Komponisten und 
ihren Hinterbliebenen eine Fülle von Darlehen und Beihilfen zur Verfügung 
stellte. Durch die Verlängerung des Urheberschutzes auf 50 Jahre wurden 
den Nachkommen namhafter deutscher Komponisten und dem Deutschen 
Reiche noch auf 20 weitere Jahre die Einkünfte aus den Werken der 
Giganten der Musik gesichert, so daß die Werke von Richard Wagner, Franz 
Liszt, Brahms, Bruckner und anderen nicht ohne weiteres von ausländischen 
Musikverlagen nachgedruckt und wirtschaftlich ausgebeutet werden können. 

Auf dem Gebiete des Konzertlebens wurde eine große Zahl neuer 
Kulturorchester geschaffen. 40 Orchester in allen Teilen des Reiches wurden 
durch Gewährung von Zuschüssen in den Stand gesetzt, sich der Pflege 
guter deutscher Musik in besonderem Maße hinzugeben. Insgesamt werden 
heute 100 Kulturorchester vom Reich, von den Ländern und von den 
Städten unterhalten." (Alfred-Ingemar Berndt: Gebt mir vier Jahre Zeit! 
Dokumente zum ersten Vierjahresplan des Führers. München, 1937. S. 

203). 

Das Lied der Front. Liedersammlung des Großdeutschen Rundfunks. 
Herausgeber. Auswahl, musikalische und textliche Bearbeitung: Gustav 
Kneip und Willi Schäferdiek. Heft 1-3. Vorwort vom Herausgeber (1940) [K]. 

Als Heft 3 erschien , hatte die Auflage von Nr. 1 bereits eine Million 
überschritten. 

Aus dem Vorwort: 

"Wer den grauen Rock einmal getragen hat, der weiß auch um die 
Macht des Soldatenliedes. Er weiß, welche geheimnisvolle Kraft in solchen 
Liedern steckt, wie ein solches Lied ein ganze Kompanie, ein Bataillon nach 
größten Anstrengungen wieder emporreißen kann und die Männer zu neuen 
Leistungen befähigt. Er weiß aber auch um so manchen schönen Abend in 
der Kaserne oder im Manöverquartier, im Gelände oder auf dem 
Übungsplatz, den Soldatenlieder, kräftige und sehnsuchtsvolle, lustige und 
ernste, verschönten. Das ganze vielfältige Leben des Soldaten spiegelt sich 
in diesen Liedern wider. Und dann griff auch wohl einer zu Papier und 
Notenblatt und fügte Worte und Weise zusammen, die aus soldatischem 
Erleben entstanden. Viele solcher Lieder sind in den Liederschatz des 
deutschen Volkes übergegangen und Allgemeingut geworden. Wir erinnern 
uns der vielen Soldatenlieder aus dem Weltkriege, von denen oft niemand 
wußte, wer sie dichtete und wer ihnen die Melodie gab. Sie wurden 
gesungen und weitergegeben von einem Ende der Front bis zum anderen. 
Dieser und jener fügte etwas hinzu, setzte einen oder den anderen Ton um, 
und so wurden solche Lieder zu wahrhaften Gemeinschaftsleistungen der 
Front. 

Darum faßte ich einige Wochen nach Beginn dieses Krieges den 
Entschluß, durch einen Aufruf an alle deutschen Soldaten diese 
aufzufordern, die Lieder zu denen Wort und Weise in diesem Kriege 
entstanden, dem Großdeutschen Rundfunk einzusenden, damit sie nicht 
verlorengehen und über die Ätherwellen recht bald Allgemeingut aller 
deutschen Soldaten und der Heimat würden. Dieser Aufruf hat einen 




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überraschenden Erfolg gehabt und wieder einmal bewiesen, welche 
musischen Kräfte im deutschen Volke stecken. Es sind weder große 
Komponisten noch große Dichter, die diese Lieder schrieben, aber sie 
verstanden es, sich in die Seele des Volkes zu singen. Es sollen nun alle die 
Lieder, die in der Sendereihe des Großdeutschen Rundfunks >Neue 
Soldatenlieder ganz besonderen Anklang bei der Truppe fanden, in diesen 
Heften den Weg bis in den letzten Bunker und letzten Graben antreten, 
damit Ihr, Kameraden, nun wahrhaft dieser Lieder teilhaftig werdet. Sie 
werden dann später einmal zu einem Buch zusammengestellt werden. (...)" 
(Fehler im Original). 

Heft 1: 

1. H. Volkers: (Soldatenlied) Kameraden, wir marschieren. - 2. K. H. 

Kelting: (Fliegerlied) Wir sind des Reichs leibhaftige Adler. - 3. J. Michels: 

(In Schritt und Tritt) Kamerad, komm mit. - 4. F. Menzel: (Liebes Mädel) Als 
in deinem kleinen Blumengarten. - 5. H. Lämmerhirt: (Spottlied) Was ist 
denn in der Welt geschehn. - 6. G. Dauborn: (Das Lied vom Brückenbau- 
Bataillon) Wir sind die Pioniere. - 7. A. Witte: Am Wege steht ein einsam 
Blümelein. - 8. M. Polke: (Matrosenlied) Wir wollen nicht länger nun 
schweigen. - 9. H. Seyfried: (Funker im Bunker) Im Vorfeld grunzt das 
Minenschwein. - 10. W. Tolksdorf und W. Becker: (Die von der 
Panzerkompanie) Im Herbst die Vögel flogen. - 11. H. Martens: (Lied der 
Landwehrmänner) Dröhnt der Landwehrmänner Schritt. - 12. K. Rickeis: 
(Soldatenliebchen) Hinter einer Gartenmauer. - 13. G. Rudolph (Liebeslied 
aus Polen) Polen ist einsam, verlassen. - 14. A. Sporer: (Landsknecht 1939) 
Gott Mars beherrscht die ganze Welt. - 15. W. Bischoff: (Das Lied der 3. 
Baukompanie) Frühmorgens, wenn der Tag erwacht. - 16. H. Behr: 
(Matrosenliebe) Wenn die Barkassen den Dampfer verlassen. - 17. F. 
Grochoki: (Voran alle Mann) Kameraden, wir marschier n. - 18. 0. 
Thielmann: (Reiterlied) Schenk, Mädel, mir den roten Mund. - 19. G. Heiler: 
(An die Liebste) Holde Maid, schön war die Zeit. - 20. R. Sander: 
(Abschiedslied) Hallo, du Mädel lebe wohl. - 21. S. Zehender: (Bei Tag und 
Nacht) Ich steh auf Wacht. - 22. H. Schleuning: (Bunkerlied) Gebt acht, der 
Feind hört mit. - 23. H. Hartwig: (Einsatzbereit) Frischen Mut, Kamerad, 
dann geht s gut. - 24. H. Stahl: (Das Lied der ostpreußischen Armee) Bei 
Mlawa war der erste Strauß. - 25. G. Joachim: (Das Lied vom treuen 
Soldaten) Marie-Helen, wann sehen wir uns wieder. - 26. J. Hartmann: 
(Kampflied für den Reichsarbeitsdienst) Auf, auf RAD-Kameraden. - 27. A. 
Holst: (So oder so! Das Lied der deutschen Infanterie) Tsching! bum! 

Tsching dari! - 28. K. Schiedek: (Das feine Mägdelein) Wir reiten zu dem 
Dorf hinaus. - 29. J. Jacobsen: (Rosmarie) Leb wohl, Rosmarie. - 30. F. W. 
Rust: (Lied der Landesschützen) Ein strammes Landesschützenbataillon. - 
31. K. H. Kelting: (Der deutschen Mutter) Brach einem Adler die Schwinge. 

- 32. R. Neukirch: (Kameraden des Willens) Kameraden, auf zu Pferde. 

Heft 2: 

1. Toni Weiter: Auf, Soldaten, Kameraden. - 2. B. Wübbecke: (Funkerlied) 
Alle aufgepaßt! Alle Tritt gefaßt! - 3. H. Heeren: (Deutsche Musketiere in 
Polen) Ich war Soldat in Polen. - 4. P. Schmitz: (Abendlied einer Flakbatterie 
im Westen) Glutrot sank die Sonn. - 5. E. Bölling: (Klein Dorothee) Kaum 




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beginnt der Tag zu dämmern (T: Lt. Fritz Fechner). - 6. Urheber 
unbekannt: (Kampflied der Seeflieger) Die See ist schwarz. - 7. Lt. Fritz 
Lange: (Lied aus Bromberg) In Bromberg, an der Brahe Knie. - 8. W. 
Deinert: (Nach Frankreich woll n wir fahren) Der Frühling ist gekommen. - 
9. J. Petzold: Wenn früh die Sonn über Berggipfel steigt. - 10. R. Bender: 
(Seemannslied) Das Meer ist unsre Liebe. - 11. W. Kummer: (Soldaten- 
Trinklied) Am Wald in der Schenke "Zum Kürassier". - 12. H. W. Leuchter: 
(Janmaaten) Im Hafenschutz von Scapa Flow. - 13. H. Mildbrand: (Mein 
Mädchen heißt Kätchen) Landsmann, heut marschieren wir. - 14. H. 
Klingsporn: (Soldatenlied aus Polen) Wir liegen auf Stroh in polnischer 
Scheune. - 15. H. Behr: (Reiterlied) Wenn Galopp wir reiten. - 16. G. Kneip: 
(Fliegerlied) Es donnern unsre Motoren. - 17. W. Scherf: (Dritte Batterie, 
vorwärts!) Kameraden, aufgesessen. - 18. Uffz. Gerd Kauffmann: (Zum 
Gedächtnis) So mancher junge Soldat. - 19. Uffz. A. Jung: (Komm mit) Kam 
rad, marschiere, Kam rad, komm mit. - 20. H. Carste: (Stammlied der 
Propaganda-Kompanien) Lebe wohl, du kleine Monika: Kamerad, nun heißt 
s marschieren. - 21. onA: (Bunkerlied) Eines Abends, treu und bieder. - 22. 
0. Gerster: (Lied der Essener Straßenbau-Kompanie) Mit der Hacke, mit 
dem Spaten. - 23. P Steuer, nach einem Skilied: (Das Panzerlied) Wir sind 
die Panzersoldaten. - 24. Gefr. A. Bertrang: (Im Waldquartier) 0, wie 
herrlich ist s im Waldquartier. - 25. Lt. W. Rudek: (Lied von den Lügenlords) 
In England wohnt ein kleiner Mann. - 26. Max Breuel: (Nur die Lore) 

Nehmet fester die Gewehre. - 27. W. Lachner: (Drei Kameraden im Bunker) 
In einem kleinen Unterstand (T: E. Kahnt). - 28. E. Poser: (Das Lied eines 
Baubataillons) Wir marschieren heut ins Polenland. - 29. Fw. J. Jäschke: 
(Unbekannter deutscher Soldat) Es liegt ein Grab in Polenland. - 30. E. H. 
Becker: (Kanonier-Lied) Wenn wir durch die Stadt marschieren. - 31. 
Unteroffizier Ginner: (Lied der ostmärkischen Landesschützen) An unseren 
Alpenmonturen erkennt ein jedes Kind. - 32. Lt. Max Schubert: 
(Zapfenstreich) Die Kameraden singen das Liebeslied. 

Heft 3: 

1. Matrosen-Gefr. E. Martienssen: (Vorpostenlied) Heut geht es in See. - 2. 
Lt .Arthur Meyer: (Feldpostgruß an Mariannchen) Wir sind mit unserm 
Regiment. - 3. W. Deinert: (Kugellied) Die Kugel, Bruder, die ist blind. - 4. 

H. Tschiersch: (Das Lied der alten Knochen) Man nennt uns die alten 
Knochen. - 5. F. Lang, Bromberg: (Das Tschemberlemlied) Einst schloß 
Minister Beck von Poland ein Bündnis. - 6. Wm. E. Wippermann: 

(Hannelore) Als wir noch daheim in unsrer Garnison. - 7. G. Wittich und W. 
Fichner: (U-Bootlied) Was schleicht da durch das Meer. - 8. Gefr. A. Wirdel: 
(Wir von der schweren Artillerie) Im Osten, da geht die Sonn